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17.04.2014
Ernährung: Macht Limonade dick?
Ob zuckerhaltige Getränke Übergewicht begünstigen, beurteilen Forscher widersprüchlich
Jupiter Images GmbH/Polka dot
Systematische Übersichtsarbeiten geben auf die Frage, ob Limonade dick macht, widersprüchliche Antworten, berichtet die Fachzeitschrift Plos Medicine. Lag ein Interessenkonflikt vor, etwa weil die Studienautoren von Limonadenherstellern Geld bekommen hatten, dann lautete das Fazit bei 83 Prozent der betreffenden Arbeiten „Nein“. Gab es dagegen keinen solchen Konflikt, fanden die Autoren zu ebenfalls 83 Prozent einen Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und Übergewicht.

16.04.2014
Therapie: Medikamente richtig einnehmen
Damit ein Arzneimittel optimal wirken kann, sollten Patienten einige Hinweise beachten
LiquidLibrary/DynamicGraphics
Der Blick auf den Beipackzettel eines Arzneimittels sollte Klarheit schaffen – das tut er aber nicht immer. Manchmal bleiben beim Patienten Fragen offen. Oft wandert der Zettel unbeachtet in den Müll. Doch die Informationen sind wichtig, damit das Medikament so wirkt, wie es soll. 

Tageszeit berücksichtigen

Manche Arzneistoffe wirken zu ­bestimmten Uhrzeiten besser. Ein Beispiel sind Kortikoide, die idealerweise morgens zwischen sechs und acht Uhr eingenommen werden. Entwässernde Tabletten nimmt man ebenfalls vorzugsweise morgens, müde machende Tabletten abends.

Vor dem Essen oder danach?

Ob ein Medikament vor, zu oder nach dem Essen eingenommen werden soll, darüber informiert die Packungsbeilage. Sind keine genau definierten Zeitabstände angegeben, kann der Patient von folgenden Faustregeln ausgehen: Soll ein Arzneimittel vor dem Essen eingenommen werden, bedeutet das etwa 30 Minuten vor der Hauptmahlzeit. Dann wirkt es bei leerem Magen besser. „Zum Essen“ soll heißen: Nehmen Sie es während der Mahlzeit oder ­unmittelbar danach ein. Dann schützt der Speisebrei die empfindliche Magenschleimhaut vor dem aggressiven Wirkstoff. „Nach dem Essen“ ist gleichbedeutend mit „nüchtern“. Es bedeutet, dass mindestens zwei Stunden Abstand zu einer Mahlzeit eingehalten werden sollten.

Mit viel Wasser

Tabletten und Dragees sollten stets mit viel Flüssigkeit – am besten einem ganzen Glas stillem Wasser – eingenommen werden. Andernfalls könnte ­eine Tablette in der Speiseröhre hängen bleiben und dort möglicherweise zu Schäden führen. Aus demselben Grund sollten Medikamente stets in aufrechter Position und nicht im Liegen geschluckt werden. Zudem hilft die Flüssigkeit, den Wirkstoff besser aus der Tablette freizusetzen. Ungünstig sind jedoch Milch, Kaffee, schwarzer Tee, Fruchtsäfte und Alkohol. Sie beeinflussen manche Wirkstoffe negativ.

Einnahme nicht nachholen

Wer einmal vergessen hat, eine Tablette ­einzunehmen, sollte dies nicht einfach nachholen. Dabei besteht die Gefahr einer akuten Überdosierung. Besser ist es in den meisten Fällen, den Einnahmezyklus wie gewohnt ­fortzuführen. Sicherheitshalber setzt man sich mit dem Arzt oder Apotheker in Ver­bindung. Im Fall einer Schmerztablette ist der Therapieerfolg sicher nicht gefährdet, bei einem Antiepileptikum ist das wieder anders zu beurteilen. Ein weiteres Beispiel: Vergisst eine Frau einmal die Einnahme einer Antibaby­pille, ist die Sicherheit des gesamten Zyklus nicht mehr gegeben und es muss eine zusätzliche mechanische Verhütungsmethode angewendet werden.

15.04.2014
Gesundheit: Gärtnern hält fit
Wer täglich körperlich aktiv ist – egal ob beim Sport oder im Garten – senkt sein Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Wer zu Hause oft mit ­anpackt oder im Garten arbeitet, verlängert vermutlich sein Leben. Das legt eine Studie nahe, bei der Forscher im Bezirk Stockholm (Schweden) mehr als 4.000 Menschen ab 60 knapp 13 Jahre lang befragten und untersuchten. Teilnehmer, die täglich aktiv waren, wiesen im Verlauf der Studie weniger ­Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf, etwa schlechte Cholesterin- und Blutzuckerwerte. Dabei spielte es keine Rolle, ob sich die Probanden im Fitness-Studio oder bei der täglichen Haus- und Gartenarbeit bewegten. Wer Sport trieb und zu Hause aktiv war, besaß das geringste Herz-Kreislauf-Risiko.

14.04.2014
Eukalyptus: Wirkungsvolle Hustenarznei
Das ätherische Öl dieser australischen Baumart lindert Erkältungsbeschwerden
Pixtal/RYF
Rund zwei Drittel aller Bäume Australiens gehören zu der Gattung Eukalyptus. Heilkundige nutzen ausschließlich die ätheri­schen Öle aus den Blättern der Art Eucalyptus globulus als Mittel gegen Erkältungen. Nur sie enthalten mindestens 70 Prozent Cineol, auch Eukalyptol genannt. Weitere wichtige Bestandteile sind Alpha-Pinen und Limonen. Extrakte und Präparate aus Eukalyptus wirken stark schleim- und krampflösend. Kinder unter zwei Jahren dürfen die Arznei nicht erhalten, ältere nur nach Rücksprache mit dem Arzt.

13.04.2014
Schlafmittel: Vorsicht, Suchtgefahr!
Beruhigungsmittel führen schnell zur Gewöhnung und sollten deshalb nicht zu lange eingenommen werden
Thinkstock/Banana Stock
Schlaf- und Beruhigungsmittel werden offenbar zu häufig und lange verordnet. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) nach Analyse ihrer Verordnungsdaten aus dem Jahr 2012. Rund 280.000 der 6,3 Millionen DAK-Versicherten erhielten Benzo­diazepine oder die „Z-Substanzen“ Zopiclon und Zolpidem auf Kassenrezept. Alarmierend sei, dass Ärzte ein Drittel der Rezepte für 30 Tage oder länger ausgestellt hatten. Die Arzneimittel eignen sich jedoch nur zur kurzfristigen Anwendung, da sie schnell abhängig machen, warnt die DAK.

12.04.2014
Schlafmittel: Vorsicht, Suchtgefahr!
Beruhigungsmittel führen schnell zur Gewöhnung und sollten deshalb nicht zu lange eingenommen werden
Thinkstock/Banana Stock
Schlaf- und Beruhigungsmittel werden offenbar zu häufig und lange verordnet. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) nach Analyse ihrer Verordnungsdaten aus dem Jahr 2012. Rund 280.000 der 6,3 Millionen DAK-Versicherten erhielten Benzo­diazepine oder die „Z-Substanzen“ Zopiclon und Zolpidem auf Kassenrezept. Alarmierend sei, dass Ärzte ein Drittel der Rezepte für 30 Tage oder länger ausgestellt hatten. Die Arzneimittel eignen sich jedoch nur zur kurzfristigen Anwendung, da sie schnell abhängig machen, warnt die DAK.

11.04.2014
Rezept: Austausch mancher Mittel verboten
Besonders heikle Arzneimittel dürfen seit 1. April 2014 nicht mehr gegen günstigere Präparate ausgetauscht werden
W&B/Bernhard Huber
Gute Nachricht für chronisch kranke Patienten, die auf besonders heikle Medikamente eingestellt und ange­wiesen sind: Erstmals werden nun Wirkstoffe festgelegt, die nicht mehr gegen preiswertere Rabattarzneien ausgetauscht werden dürfen. Darauf haben sich Apotheker und Krankenkassen im Januar im Rahmen eines Schiedsstellenverfahrens geeinigt. Wie der Deutsche Apothekerverband (DAV) mitteilt, machen das Immunsuppressivum Ciclosporin und das Antiepileptikum Phenytoin ab 1. April den Anfang. Die Austauschverbotsliste soll zügig erweitert werden.

10.04.2014
Familie: Elternliebe geht ans Herz
Geborgenheit und Fürsorge beeinflussen das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten günstig
ItStockFree/RYF
Eine fürsorgliche und warmherzige Familie kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ­beeinflussen. Forscher der Brown-Universität in Providence (USA) stellten über 2.600 Menschen um die 45 Jahre Fragen zu ihrer Kindheit, da­runter: Wie oft hat Ihnen ein Familienmitglied das Gefühl gegeben, geliebt zu werden? Gleich­­zeitig maßen die Wissenschaftler die Wand­dicke der Halsschlagader. Eine Verdickung  weist auf eine erhöhte Gefahr für Herz­infarkt und weitere Herz-Kreislauf-­Probleme hin. Je fürsorglicher und warmherziger das Familienklima, desto dünner war im Schnitt die Arterienwand der Studienteilnehmer.

09.04.2014
Bewegung: Ein Schrittzähler motiviert
Ein kleines Gerät mit großer Wirkung: Das Pedometer bringt Sie in Schwung
Thinkstock/BananaStock
Prima Wetter! Die Frühlingssonne weckt die Lebensgeister, das erste laue Lüftchen weht um die Nase. Da kommt die Lust auf einen ausgedehnten Spaziergang von ganz allein. Aber wenn es nieselt? Wenn ­eisiger Wind über die kahlen Felder pfeift? Wie sieht es dann mit dem guten Vorsatz aus, sich mehr zu bewegen?
Die Launen des Wetters können ihn schnell ins Wanken bringen. Doch mit einem kleinen Hilfsmittel am Hosenbund lässt sich der innere Schweinehund austricksen: dem Schrittzähler.
Messbare Erfolge
Mit ihm bekommt man ein Gefühl ­dafür, wie viel man sich tatsächlich ­­bewegt. Und man kann sich neue Ziele setzen – zum Beispiel pro Tag 50 Schritte mehr. Das ist sehr motivierend!
Eine viel beachtete Übersichtsarbeit in der medizinischen Fachzeitschrift JAMA belegte vor sechs Jahren den ­gesundheitlichen Nutzen von Schrittzählern. Testpersonen, die ein solches ­Pedometer verwendeten, machten pro Tag im Schnitt fast 2.500 Schritte mehr als Teilnehmer ohne das Gerät. Sie senkten dadurch sowohl ihren Body-Mass-Index als auch ihren Blutdruck deutlich.
Die Wirkung war besonders ausgeprägt, wenn sich die Versuchspersonen ein konkretes Ziel vorgenommen hatten – beispielsweise 10.000 Schritte täglich zu erreichen. Dieses stramme Pensum gilt als Richtwert, bei dem gesundheitliche Effekte messbar sind. Aber jeder Schritt zählt. Mittlerweile hat sich in zahlreichen Untersuchungen erhärtet, dass regelmäßige Bewegung ein wahres ­Gesundheitselixier ist. Stoffwechsel­­erkrankungen wie Diabetes, depressive Verstimmungen, das Herzinfarktrisiko: Leichtes Ausdauertraining wie Walken oder Joggen beeinflusst die Gesundheit in fast jeder Hinsicht positiv.
Schrittzähler sind ein Anreiz, um die Bequemlichkeit zu überwinden, bestätigt eine aktuelle Studie: Studenten, die ein kostenloses Pedometer bekommen hatten, waren zwei Wochen später im Schnitt 4,3-mal pro Woche körperlich aktiv – diejenigen, die das Gerät nicht nutzten, hingegen nur etwa 3-mal. Ein Schrittzähler ist sehr hilfreich, wenn der Vorsatz bereits gefasst ist, man sich aber nicht aufraffen kann, sagen die Studienautoren.
Einsteiger-Modelle mit allen wesentlichen Funktionen gibt es bereits für weniger als 30 Euro. Neben der Anzahl von Schritten geben sie meist auch die zurückgelegte Wegstrecke an. Für Liebhaber technischer Spielereien sind aber auch teurere Geräte mit vielen Zusatzfunktionen – von der GPS-­Ortung bis zur Auswertungssoftware – auf dem Markt.
Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Methode, mit der das Gerät Schritte erfasst. Die Bewegungen des Körpers beim Gehen können entweder mechanisch oder mithilfe eines piezoelektrischen Kristalls elektronisch gemessen werden. Die Genauigkeit steigt, wenn die Sensoren nicht nur Erschütterungen beim Gehen registrieren, sondern auch vertikale und seitliche Bewegungen. Solche 3-D-Geräte (auch Akzelerometer genannt) können zum Beispiel zwischen einem Spaziergang und einer Radtour unterscheiden, sind aber komplizierter zu handhaben und deutlich teurer als einfache Schrittzähler.
Gesundheitliche Risiken abklären
Wegen der Vielfalt an Modellen ist beim Kauf eine kompetente Beratung wichtig. Das gilt besonders für Menschen, die bisher sportlich nicht aktiv waren oder etwa einen Herzinfarkt hinter sich haben. Sie profitieren von einem Schrittzähler besonders, da sich schnell messbare Erfolge einstellen. Allerdings sollten sie zunächst ihren Gesundheitszustand beim Arzt kontrollieren lassen.
Chronische Krankheiten oder die Einnahme von Medi­kamenten sind meist kein Grund, auf Bewegung zu verzichten. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, ob etwas gegen sportliche Aktivitäten spricht. Dort können Sie auch Schrittzähler erwerben – die ideale Motivationshilfe für Einsteiger.

08.04.2014
Säureblocker: Vitamin-B12-Aufnahme kontrollieren
Mittel, welche die Magensäurebildung hemmen, begünstigen einen Mangel an Vitamin B12
W&B/Simon Katzer/RYF
Medikamente gegen zu viel Magensäure, sogenannte Säureblocker, können Menschen anfälliger für einen Vitamin-B12-Mangel machen. Hinweise darauf liefert eine im Fachblatt Journal of the American Medical Association veröffentlichte Studie von Forschern aus Oakland (Kalifornien). Dafür wurden die Daten von mehr als 200.000 Patienten ausgewertet.
Das Ergebnis: Je höher die Dosierung der Säureblocker, desto größer der B12-Mangel. Der Körper benötigt das Vitamin unter anderem für die Blutbildung, die Zellteilung und das Zellwachstum – kann es aber nicht selbst herstellen. Die Wissenschaftler warnen jedoch davor, die Säure­blocker vorschnell abzusetzen. Ärzte sollten die Vitaminwerte ihrer Patienten im Auge behalten.

07.04.2014
Kreislauf: Sonnenlicht kann Blutdruck senken
UV-A-Strahlen wirken sich anscheinend günstig auf den Blutdruck aus, zeigt eine Studie
Thinkstock/Photos.com/RYF
UV-A-Strahlen könnten bei hohem Blutdruck helfen, so ein internationales Forscherteam in dem Fachblatt Journal of Investigative Dermatology. An 24 ­Probanden testete es, wie sich UV-A-Strahlen auf den Blutdruck auswirken. Ergebnis: Er sank nach zwei Bestrahlungen. Verantwortlich seien die oberen Hautschichten. Sonnenlicht aktiviert das dort gespeicherte Stickstoffmonoxid, das den Blutdruck senken soll. Die ­Ergebnisse könnten die schwankenden Zahlen von Hochdruckpatienten je nach Jahreszeit erklären – sie müssen aber noch in Studien mit mehr Teilnehmern bestätigt werden.

06.04.2014
Psychologie: Mehr Geld macht nicht glücklicher
Bis zu einem bestimmten Punkt macht Wohlstand glücklicher, dann nimmt die Kurve wieder ab. Wahrscheinlich wegen der steigenden Ansprüche
Jupiter Images GmbH/Photos.com
Wohlstand macht nur bis zu einem bestimmten Grad zufrieden. Das ergab eine Studie der Universitäten von Warwick (Großbritannien) und Minnesota (USA) mit Daten aus mehr als 50 Ländern. Dabei zeigte sich, dass in sehr armen Ländern tatsächlich weniger Menschen zufrieden sind als in etwas wohlhabenderen. Doch in den reichen Ländern – auch in Deutschland – nimmt die Lebenszufriedenheit wieder ab. Die Forscher erklären dies mit den ebenfalls wachsenden Ansprüchen.

05.04.2014
Psychologie: Mehr Geld macht nicht glücklicher
Bis zu einem bestimmten Punkt macht Wohlstand glücklicher, dann nimmt die Kurve wieder ab. Wahrscheinlich wegen der steigenden Ansprüche
Jupiter Images GmbH/Photos.com
Wohlstand macht nur bis zu einem bestimmten Grad zufrieden. Das ergab eine Studie der Universitäten von Warwick (Großbritannien) und Minnesota (USA) mit Daten aus mehr als 50 Ländern. Dabei zeigte sich, dass in sehr armen Ländern tatsächlich weniger Menschen zufrieden sind als in etwas wohlhabenderen. Doch in den reichen Ländern – auch in Deutschland – nimmt die Lebenszufriedenheit wieder ab. Die Forscher erklären dies mit den ebenfalls wachsenden Ansprüchen.

04.04.2014
Gehirn: Überflüssiges wird im Schlaf entsorgt
Durch ein Kanalsystem fließen Abfallstoffe aus dem Gehirn
Thinkstock/iStock
Während des Schlafs befreit sich das Gehirn von Abfallstoffen. Das berichten Forscher der Universität Rochester (USA) in der Fachzeitschrift Science. Die Entsorgung erfolgt über Kanäle, die tief in das Hirngewebe reichen und sich im Schlaf öffnen. Das Hirnwasser spült in diesem Zeitraum Eiweißschrott doppelt so schnell fort wie im Wachzustand, ergaben Tests an Gehirnen von Mäusen. Die Forscher vermuten, dass diese Art der Entsorgung auch bei Menschen eine wichtige Rolle spielt.

03.04.2014
Spaziergang: Bewegung senkt das Schlaganfallrisiko
Senioren, die ein aktives Leben führen und viel zu Fuß gehen, können ihr Schlaganfallrisiko senken
Thinkstock/BananaStock
Wer oft zu Fuß geht, senkt sein Schlaganfallrisiko. Das ergab eine britische Studie des University College London. Zehn Jahre dokumentierten die Forscher das Bewegungsprofil von rund 3400 Männern im Alter von 60 bis 80 Jahren. In dieser Zeit erlitten 195 Teilnehmer einen Schlaganfall.
Von 1000 Männern, die pro Woche bis zu drei Stunden zu Fuß gingen, traf es, den Forschern zufolge, im Durchschnitt 80. Bei jenen, die acht bis 14 Stunden pro Woche spazieren gingen, waren 55 von 1000 betroffen. Distanz und Geschwindigkeit hatten weniger Bedeutung. Wichtig war, sich ausdauernd zu bewegen.

02.04.2014
Hämorriden: Brennendes Tabuthema
Wenn unangenehme und lästige Beschwerden im Analbereich auftreten, ist frühzeitiges Handeln angesagt
Thinkstock/Photos.com
Eigentlich sind Hämorriden nicht krankhaft, sondern völlig normal: Mediziner bezeichnen mit diesem Begriff Gefäßpolster, die ringförmig am Enddarm sitzen und diesen nach außen abdichten. Doch das Gefäßpolster kann Schaden nehmen. Beispielsweise durch starkes Pressen beim Stuhlgang beginnt das Gewebe anzuschwellen.
Auch Schwangerschaft und Entbindung ziehen die sensiblen Schwellkörper am Enddarm manchmal in Mitleidenschaft. Eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche und Störungen im Kollagenhaushalt begünstigten die Entstehung eines Hämorridalleidens, das noch immer als Tabuthema gilt, zusätzlich.
Die feinen Gefäße reißen mitunter, was zu kleinen Blutungen führt. Hellrotes Blut am Toilettenpapier ist oft eines der ersten Symptome. Im weiteren Verlauf folgen unangenehme Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Nässen. Wie Arzt und Apotheker helfen können, richtet sich nach dem Schweregrad des Hämorridalleidens.
Grad 1
Anfangs sind Hämorriden nur etwas vergrößert und lediglich im Rahmen einer Enddarmspiegelung erkennbar. Kleine Blutungen, gelegentliches Brennen und Juckreiz sind meist die ersten Symptome. Um eine chronische Verstopfung zu verhindern und die Hämorriden somit zu entlasten, sollten sich Patienten ballaststoffreich ernähren und genug trinken. Bei stärkeren Beschwerden kann der Arzt die Hämorriden ambulant veröden. Die Symptome lassen sich vorübergehend mit Cremes oder Zäpfchen aus der Apotheke lindern. Hilfreich sind auch entzündungshemmende Sitzbäder.
Grad 2
Werden die Ursachen nicht frühzeitig behandelt, vergrößern sich die Hämorriden weiter. Sie treten dann bei der Stuhlentleerung nach außen, ziehen sich anschließend aber wieder von selbst zurück. Die Symptome werden stärker. Neben Blutungen kommt es vermehrt zu Brennen, Juckreiz und Nässen. In diesem Stadium gilt die Gummibandligatur als Methode der Wahl. Dabei stülpt der Arzt einen Gummiring über die vergrößerten Hämorriden. Das abgeklemmte Gewebe stirbt im Lauf der folgenden Tage ab. Die Erfolgsrate dieser nichtoperativen Maßnahme ist mit 80 bis 90 Prozent sehr hoch. Zudem kann das Verfahren ambulant in Minutenschnelle durchgeführt werden.
Grad 3
Sind die Hämorriden so stark vergrößert, dass sie nach der Stuhlentleerung nicht von selbst wieder in den Enddarm zurückgleiten, muss der Patient sie zurückschieben. Zudem bemerkt er oft Stuhlschmieren und ein Fremdkörpergefühl. Dann führt an einer Operation kein Weg vorbei. Dabei kommen heute fast nur noch minimalinvasive Techniken zur Anwendung, die die Kontinenz erhalten.
Grad 4
Können die vergrößerten Hämorriden nicht mehr zurückgeschoben werden, sind die Beschwerden meist sehr groß, die Lebensqualität ist stark eingeschränkt. Welches operative Verfahren eingesetzt wird, muss individuell mit dem Patienten besprochen werden. Mit neuen Verfahren wie dem Laser sollte man wegen fehlender Langzeitergebnisse noch zurückhaltend sein.
Weitere Probleme im Bereich des Enddarms
Marisken sind Hautfalten im Analbereich, die oft mit Hämorriden verwechselt werden, aber seltener lästige Beschwerden verursachen.
Analrandvenenthrombosen bilden kleine schmerzhafte und meist bläuliche Knoten am After aus. Oft werden sie fälschlicherweise als „äußere Hämorriden“ bezeichnet. Um eine exakte Diagnose des Analleidens zu stellen und mögliche ernstere Erkrankungen ausschließen zu können, sollte auch bei leichten Beschwerden stets ein Enddarm- Spezialist (Facharzt für Proktologie) aufgesucht werden.

01.04.2014
Schule: Mädchen finden leichter Freunde
Kontaktfreudig: Mädchen tun sich oft schneller zusammen als Jungs
Image Source/RYF
Wechseln Mädchen die Schule, schließen sie eher neue Freundschaften als Jungen. Forscher der Lüneburger Leuphana-Universität befragten 380 Schülerinnen und Schüler in Brandenburg. Untersucht wurde der Übergang von der Grund- auf eine weiterführende Schule. Mädchen hatten drei Monate nach dem Wechsel im Schnitt zwei neue Freundinnen, bei den Jungen war es ein Freund. Doch diese Beziehungen waren noch nicht fest. Im Lauf des Schuljahrs verloren die Mädchen im Schnitt wieder eine Freundin.

30.03.2014
Lebensqualität: Umzug ins Grüne lohnt sich
Menschen, die in einer grünen Umgebung wohnen, sind oft positiver gestimmt und weniger gestresst
Jupiter Images GmbH/Photos.com
Wer in ein grüneres Stadtviertel zieht, verbessert damit seine geistige Gesundheit. Man fühlt sich sofort und noch Jahre später positiver gestimmt und weniger gestresst, wie eine Studie der Universität von Exeter (Großbritannien) zeigt.
Die Wissenschaftler werteten die Daten von 1000 Menschen aus, die ihr Wohngebiet gewechselt hatten. Sie plädieren dafür, die Erkenntnisse bei der Stadtplanung zu berücksichtigen.

29.03.2014
Lebensqualität: Umzug ins Grüne lohnt sich
Menschen, die in einer grünen Umgebung wohnen, sind oft positiver gestimmt und weniger gestresst
Jupiter Images GmbH/Photos.com
Wer in ein grüneres Stadtviertel zieht, verbessert damit seine geistige Gesundheit. Man fühlt sich sofort und noch Jahre später positiver gestimmt und weniger gestresst, wie eine Studie der Universität von Exeter (Großbritannien) zeigt.
Die Wissenschaftler werteten die Daten von 1000 Menschen aus, die ihr Wohngebiet gewechselt hatten. Sie plädieren dafür, die Erkenntnisse bei der Stadtplanung zu berücksichtigen.

28.03.2014
Unfallrisiko: Unaufmerksam am Steuer
Beim Autofahren sollte sich der Fahrer auf den Verkehr konzentrieren und nicht essen oder auf dem Handy tippen. Sonst steigt die Unfallgefahr deutlich
Thinkstock/Pixland
Rund zehn Prozent der Zeit machen Autofahrer alles Mögliche, außer sich voll auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. Das fanden Forscher der Virginia-Tech-Universität (USA) heraus, die 150 Fahrer über ein Jahr lang am Steuer filmten.
Das Fazit: Vor allem Anfänger lassen sich leicht und folgenreich ablenken. Die Unfallgefahr steigt auf das Sieben- bis Achtfache, wenn sie auf dem Handy eine Nummer wählen oder im Wagen nach etwas suchen. Wer beim Fahren isst, erhöht das Unfallrisiko um das Dreifache.

27.03.2014
Darmkrebs: Stuhltest senkt Sterberate
Ältere Menschen, die einmal im Jahr eine Stuhlprobe untersuchen lassen, sterben seltener an Darmkrebs, ergab eine Studie
Jupiter Images/Comstock
Ein jährlicher Stuhltest verringert das Risiko, an Dickdarmkrebs zu sterben. Das fand eine Gruppe von US-Forschern in einer Studie heraus, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde. Für ihre Untersuchung werteten sie Daten von 46.551 Teilnehmern im Alter zwischen 50 und 80 Jahren aus.
Nach Studienbeginn starben innerhalb von 30 Jahren 732 Menschen an Dickdarmkrebs. In der Gruppe, die jährlich auf Blut im Stuhl getestet wurde, waren es 200 Teilnehmer (1,8 Prozent). Aus der Gruppe, die alle zwei Jahre Stuhlproben ablieferte, starben 237 Probanden (2,2 Prozent). In der Kontrollgruppe ohne Stuhltest waren es 295 (2,7 Prozent).

26.03.2014
Bewegung: Gibt es den Fettverbrennungspuls?
Weg mit dem Speck: Hilft der ominöse "Fettverbrennungspuls" beim Abnehmen? Ein wenig, sagen Sportwissenschaftler
Thinkstock/iStockphoto
Wenn doch Körperfett nur genauso rasch schmelzen würde wie Butter in der warmen Sonne! Eine verlockende Vorstellung. Genau das scheint ein Training mit dem „Fettverbrennungspuls“ zu versprechen. Seit Jahren geistert das Wortungetüm durch die Welt und hat es sogar bis in das Einstellungsmenü von Fitnessgeräten geschafft.
Der Begriff lässt vermuten, dass bei diesem Puls die Fettpolster schnell verschwinden. Ein Trugschluss. Zwar verbrennen Muskeln bei Belastung mit dem sogenannten Fettverbrennungspuls tatsächlich überwiegend Fett, doch die Intensität ist dabei gering – und darum auch die verbrauchte Fettmenge.
Zwei Stoffwechselwege
Muskeln holen sich Energie aus dem Abbau von Zucker und Fetten. Der Anteil der entsprechenden Stoffwechselwege hängt von der Belastung ab. Bei niedriger Intensität dominiert die Fettverbrennung. Sie läuft langsamer ab als die Zuckerverwertung, liefert aber deutlich mehr Energie. Außerdem fällt keine Milchsäure an, die den Muskel ermüden lassen würde.
Bei intensiver Belastung dagegen benötigt die Muskulatur rasch viel Energie. Diese liefert vor allem der schnellere Zuckerabbau. Dabei sammelt sich aber Milchsäure an, die Muskeln ermüden.
Der Fettverbrennungspuls spielt vor allem für Ausdauersportler wie Marathonläufer eine Rolle. Je länger ihre Muskeln den Hauptteil der Energie aus Fetten gewinnen können, umso leistungsfähiger sind sie. Um den Fettverbrennungspuls zu bestimmen, führten Sportärzte Belastungstests durch, messen die Milchsäure im Blut und analysieren die Atemgase.
Die Sportler trainieren anschließend gezielt mit dieser Herzfrequenz, um ihren Fettstoffwechsel zu intensivieren. In den Zellkraftwerken häufen sich die dafür nötigen Enzyme an, der Stoffwechselweg wird effektiver. Ergebnis: Während bei Untrainierten und Hobbysportlern Fett vor allem bei niedriger Belastung verwertet wird, arbeitet der Fettstoffwechsel bei Ausdauerathleten auch noch unter Höchstbelastung. Daher halten sie erstaunlich lange durch, selbst wenn sie schnell laufen oder Rad fahren.
Wer allerdings hofft, ein Training mit Fettverbrennungspuls würde die Speckröllchen schnell und spürbar verringern, irrt. Dazu sind die Belastungen insgesamt zu gering. Ein halbes Kilogramm Körperfett entspricht ungefähr 3500 Kilokalorien. Gemütliches Joggen verbraucht etwa 500 Kilokalorien pro Stunde; etwas mehr als die Hälfte – rund 300 Kilokalorien – stammt aus Fetten.
Um die Energie zu verbrauchen, die in einem halben Kilo Körperfett steckt, müsste man rund 14 Stunden joggen. Leichter purzeln die Pfunde so: Wer jeden Tag 15 Minuten flott spazieren geht, verbraucht dabei 160 Kilokalorien. Auf diese Weise nimmt man – ohne irgendetwas an der Ernährung zu ändern – sieben bis acht Kilogramm pro Jahr ab.
Stellschraube Ernährung
Beide Beispiele zeigen: Für Menschen, die abnehmen wollen, zählt nicht der Fettverbrennungspuls, sondern die absolute Menge an Energie, die sie durch Aktivität zusätzlich verbrauchen. Je länger und intensiver sie laufen, Rad fahren, sich bewegen und belasten, umso mehr Fett – und Zucker – verbrennen sie.
Fett speichert jedoch sehr viel Energie, sodass Bewegung allein meist nicht ausreicht. Die entscheidende Stellschraube für einen Gewichtsverlust ist bei vielen Menschen nicht der Verbrauch von Energie, sondern ihre Aufnahme. Eine Ernährungsumstellung ist also dringend nötig. Sport hilft dann, das Gewicht zu halten.

25.03.2014
Familie: Zunahme an Kita-Plätzen entlastet Mütter
Die zusätzlichen Krippen scheinen die Doppelbelastung für Mütter zu verringern
Thinkstock/Hemera
Der Krippenausbau zeigt positive Wirkungen. Forscher werteten Daten des sozio-ökonomischen Panels und der Langzeitstudie „Familien in Deutschland“ aus. Sie stellten fest, dass vor allem Mütter in Westdeutschland deutlich zufriedener sind, seit sich die Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder in den Jahren von 2007 bis 2011 verbessert haben.
Das betrifft nicht nur das vorhandene Betreuungsangebot, sondern auch das Familienleben der Mütter. Bei westdeutschen Frauen wuchs die Zufriedenheit zusätzlich in Bezug auf das eigene Einkommen, die Gesundheit und das Leben insgesamt. Der Krippenausbau ermöglicht es bisher vor allem, dass Frauen vermehrt in Teilzeit arbeiten können.

23.03.2014
Gedächtnis: Lieber gucken als knipsen
Menschen können sich Bilder besser merken, wenn sie diese betrachten als wenn sie diese nur schnell fotografieren
Thinkstock/iStockphoto
Schnell das Smartphone gezückt und noch ein Bild gemacht. Dass man damit das Gedächtnis nicht unterstützt, zeigt eine Studie der Fairfield-Universität (USA). Einige Teilnehmer sollten in einem Museum bestimmte Objekte nur betrachten, die anderen Fotos davon machen. Als die Forscher am nächsten Tag die Erinnerung daran überprüften, schnitten die Betrachter besser ab als die Fotografierer. Ein zweites Experiment ergab, dass Menschen mit Fotoapparat ihre Erinnerungen an ein Werk verbessern, wenn sie einen Ausschnitt heranzoomen.

22.03.2014
Gedächtnis: Lieber gucken als knipsen
Menschen können sich Bilder besser merken, wenn sie diese betrachten als wenn sie diese nur schnell fotografieren
Thinkstock/iStockphoto
Schnell das Smartphone gezückt und noch ein Bild gemacht. Dass man damit das Gedächtnis nicht unterstützt, zeigt eine Studie der Fairfield-Universität (USA). Einige Teilnehmer sollten in einem Museum bestimmte Objekte nur betrachten, die anderen Fotos davon machen. Als die Forscher am nächsten Tag die Erinnerung daran überprüften, schnitten die Betrachter besser ab als die Fotografierer. Ein zweites Experiment ergab, dass Menschen mit Fotoapparat ihre Erinnerungen an ein Werk verbessern, wenn sie einen Ausschnitt heranzoomen.

20.03.2014
Aspartam: Freispruch für den Zuckerersatzstoff
Das Süßungsmittel geriet immer wieder in die Diskussion. Ein Bericht gibt nun Entwarnung
W&B/Stephanie Rahn/RYF
Verbraucher können Lebensmittel, die den Zuckerersatzstoff Aspartam enthalten, ohne Bedenken verzehren. Diesen Schluss zieht die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) in ihrer ersten umfassenden Risikoanalyse zu dem Süßstoff. Vorausgegangen waren jahrelange Debatten, ob Aspartam das Erbgut schädigen, Tumore aus­lösen oder die Hirnleistung beeinträchtigen könne. Diese Risiken schloss die Efsa jetzt in ihrem Bericht aus.

19.03.2014
Abnehmen: Ran an den Winterspeck
Wirkungsvolle Strategien für einen langfristigen Gewichtsverlust
Thinkstock/iStockphoto
Die Schlemmerwochen um den Jahreswechsel sind vorbei, das Frühjahr liegt vor uns. Viele setzen sich jetzt das Ziel, die lästigen Pfunde loszuwerden. Doch auf dem Weg zur Strandfigur scheitern die meisten, weil die oft in Boulevard-Medien angepriesenen Diäten nicht zu dem erhofften Erfolg führen.
Das Problem: Der Körper reagiert auf die verringerte Kalorienzufuhr, indem er den Grundumsatz senkt und sozusagen „auf Sparflamme läuft“. Wenn die Blitzdiät beendet ist, erhält er wieder mehr Kalorien, die er dann in Form von Fett einlagert – der typische Jo-Jo-Effekt tritt ein.
Wer auf Dauer abnehmen möchte, kommt also um eine langfristige Änderung der Essgewohnheiten nicht herum. Das kann mitunter ein harter und steiniger Weg sein. Mit der richtigen Strategie gelingt es aber leichter, als man denkt.
Ernährungsprotokoll führen
Zu Beginn sollte man erst einmal ein Ernährungsprotokoll führen, raten Experten. Die Notizen helfen dabei, sich bewusst zu werden, wie viel und welche Nahrung man täglich zu sich nimmt. Dabei ist es wichtig, alle Mahlzeiten, Getränke und auch die kleinen Naschereien zwischendurch penibel aufzuschreiben.
Ebenfalls hilfreich: beim Essen die Energiedichte von Lebensmitteln berücksichtigen. Dieser Wert beschreibt den Kaloriengehalt eines Nahrungsmittels bezogen auf seine Masse. Beispielsweise haben 100 Gramm Schokolade so viele Kalorien wie die dreifache Menge an Schokopudding oder – drastischer ver­glichen – so viele Kalorien wie ein Kilo Äpfel. Keine Frage, dass die Äpfel besser sättigen. Es gibt viele weitere Beispiele: Wer etwa als Essensbeilage Salzkartoffeln statt Pom­mes frites wählt, spart bei gleicher Menge 75 Prozent der Kalorien ein.
Doch keine Sorge: Bei der Änderung des Lebensstils geht es nicht um lebenslange Verbote. Wer Süßigkeiten liebt, muss nicht darauf verzichten, sollte sie aber bewusster und in Maßen konsumieren. Was viele nicht beachten: Häufig belasten vor allem zuckerhaltige Getränke die Energiebilanz. Dazu gehören nicht nur Softdrinks, sondern auch die vermeintlich gesunden Obstsäfte. Deshalb besser zu ungesüßten Getränken greifen – am besten zu Mineralwasser.
Bewegung nicht vergessen
Die Umstellung der Ernährung ist aber nur ein Schritt. Das wichtigste Ziel von Menschen mit Übergewicht sollte regelmäßiges Training sein. Körperliche Aktivität senkt nämlich die Risiken für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen auch unabhängig von einer Gewichtsabnahme.
Wer sein Gewicht verringern muss oder will, kommt also um zusätzliche Sporteinheiten nicht herum. Der Abbau von einem Kilogramm Fettgewebe entspricht dem Verbrauch von etwa 7000 Kilokalorien Energie. Würde man es schaffen, in einer Woche 2500 Kilokalorien durch Bewegung zu verbrauchen, wäre ein Fett­abbau von 300 bis 400 Gramm in diesem Zeitraum möglich. Aber mit mehr Bewegung kommt auch mehr Appetit. Das ist normal, und es sollte auch mit einberechnet werden.
Anfänger, die bisher nie Sport getrieben haben, profitieren bereits von moderater Bewegung. Ein guter Einstieg besteht zum Beispiel darin, täglich 10.000 Schritte zu gehen. Schrittzähler können helfen, dieses Ziel zu erreichen.
Wer eine schlechte Grundkondition hat, dem kann Krafttraining den Einstieg in ein sportlicheres Leben erleichtern. Durch den Muskelaufbau, der damit erreicht wird, werden die Grundlagen für künftige Ausdaueraktivitäten geschaffen, und weil Mus­keln selbst im Ruhezustand Energie verbrauchen, purzeln die Pfunde dann auch schneller. Wer chronisch krank ist oder älter als 35 Jahre und neu mit dem Sport beginnt, sollte sich vorab vom Arzt grünes Licht geben lassen.
Bei aller Motivation sollte Abnehmwilligen von Anfang an bewusst sein, dass es wichtig ist, sich langfristig regel­mäßig zu bewegen. Wenn die Zeit einmal knapp wird, reduziert man besser die Dauer des Trainings. Lieber viermal in der Woche nur 20 Minuten trainieren als ganz darauf verzichten. Sonst fällt es zu schwer, am Ball zu bleiben.
Jeder, der abnehmen möchte,  entscheidet für sich, welchen Sport er treiben will. Am besten eignen sich Sportarten, die viele Muskelgruppen einbeziehen. Dann steigt auch der Kalorienverbrauch. Wichtig ist aber in ers­ter Linie, dass man Spaß dabei hat. Und vor allem muss man nach der Belastung ein gutes Gefühl verspüren. Das ist der Schlüssel zu einem lang­fris­tigen Erfolg, sagen Experten.

18.03.2014
Nitrat: Belastetes Grundwasser
Aus der Landwirtschaft gelangt zu viel Nitrat ins Grundwasser, bemängelt die EU-Kommission
Jupiter Images/ Photos.com
Laut EU-Kommission gelangt zu viel Nitrat in das Grundwasser. Die niedrigsten Konzentrationen wurden in Skandinavien und im Baltikum gemessen, am höchsten (mehr als 50 Milligramm pro Liter) lagen sie in Deutschland und Malta. Als Hauptursache gelten „große Viehbestände, die sich an einem Ort oder in ­einer Region konzentrieren“. Landwirte bringen die Gülle aus der Mas­sen­tier­haltung auf zu kleinen Flächen aus. Im Körper wird ­­Nitrat in Nitrit umgewandelt, das den roten Blutfarbstoff zerstört und Krebs aus­lösen kann.

17.03.2014
Sternfrucht: Gefahr für Nierenkranke
Menschen, deren Nieren erkrankt sind, dürfen die tropische Frucht nicht essen
W&B/Reiner Schmitz/RYF
Die in den Tropen und Subtropen angebaute Sternfrucht, auch als Karambole bekannt, ist für Menschen mit einem Nierenleiden tabu. Der Genuss kann bei ihnen zu Vergiftungen, Erbrechen, Krampfanfällen und sogar zum Tod führen. Das wirksame Nervengift Caramboxin der Sternfrucht haben Wissenschaftler der Univer­sität Sao Paulo (Brasilien) nun isoliert und seine Molekülstruktur bestimmt. Weitere Untersuchungen ergaben, dass es auf zwei Rezeptoren im Gehirn wirkt und dadurch eine Empfindlichkeit hervorruft. Gesunde Menschen scheiden das Gift über die Nieren aus.

16.03.2014
Gelenke: Gicht liegt oft in der Familie
Hat in der nahen Verwandtschaft jemand Gicht, sollten die Angehörigen auf einen gesunden Lebensstil achten – denn ihr Risiko für die Gelenkerkrankung ist erhöht
ItStockFree/RYF
Wer viel Fleisch isst und oft Alkohol trinkt, gilt als Risikokandidat für Gicht. Doch die ­entzündliche Gelenkerkrankung ist zum Teil auch erblich bedingt, berichten Forscher der Universität Nottingham in dem Fachblatt ­Annals of the Rheumatic Diseases nach Auswertung der Daten von 4,2 Millionen Familien in Taiwan. Sind Verwandte ersten Grades betroffen, verdoppelt sich das Risiko. Menschen mit gichtkranken Angehörigen sollten deshalb besonders auf ihren Lebensstil achten.

15.03.2014
Gelenke: Gicht liegt oft in der Familie
Hat in der nahen Verwandtschaft jemand Gicht, sollten die Angehörigen auf einen gesunden Lebensstil achten – denn ihr Risiko für die Gelenkerkrankung ist erhöht
ItStockFree/RYF
Wer viel Fleisch isst und oft Alkohol trinkt, gilt als Risikokandidat für Gicht. Doch die ­entzündliche Gelenkerkrankung ist zum Teil auch erblich bedingt, berichten Forscher der Universität Nottingham in dem Fachblatt ­Annals of the Rheumatic Diseases nach Auswertung der Daten von 4,2 Millionen Familien in Taiwan. Sind Verwandte ersten Grades betroffen, verdoppelt sich das Risiko. Menschen mit gichtkranken Angehörigen sollten deshalb besonders auf ihren Lebensstil achten.

14.03.2014
Arbeitsplatz: Hygiene beugt Infekten vor
Händewaschen schützt vor krank machenden Keimen – Angestellte gehen damit laut einer Studie zu nachlässig um
PhotoDisc/ RYF
An Arbeitsplätzen mit viel Publikumsverkehr und in Großraumbüros besteht vor allem in den Wintermonaten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die Hauptursache zahlreicher Krankheiten sind Hygienemängel, betont der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Laut einer aktuellen Studie wäscht sich jeder dritte Büroangestellte nach dem Toilettenbesuch nicht die Hände. Um Infektionen vorzubeugen, raten Betriebsärzte, die Hände nach der Benutzung der Toilette, vor dem Umgang mit Lebensmitteln und vor dem Essen gründlich mit Wasser und Seife zu waschen.

12.03.2014
Rachen: Was bei Halsweh hilft
Experten erklären, wie Sie die lästigen Beschwerden am besten lindern
Thinkstock/iStockphoto
Die Tage werden wieder länger. Die ersten Schneeglöckchen sprießen. Und wenn uns auch die Kälte noch fest im Griff hat, dürfen wir darauf hoffen, dass der Winter bald zu Ende geht und die Zeit von Husten, Schnupfen, Heiserkeit hinter uns liegt. Aber dann schlagen Erkältungsviren doch noch einmal zu: Mit Kratzen im Hals und Schmerzen beim Schlucken macht sich eine Rachenentzündung bemerkbar.
Solch ein Infekt kann nicht nur sehr schmerzhaft sein, oft breiten sich die Erreger auch vom Hals her in Nase und Bronchien aus – mit allen unangenehmen Folgen einer Erkältung. Wir baten Experten um ihre besten Tipps gegen die lästigen Beschwerden.
Viel Wärme ist eine der Empfehlungen – vor allem wenn eine Erkältung im Anzug ist. Heilkräutertees mit Linden- und Holunderblüten regen zusätzlich den körpereigenen Wärmehaushalt an. Kratzt der Hals bereits, eignen sich Tees mit Arzneipflanzen, die Gerbstoffe und ätherische Öle enthalten, wie Salbei und Thymian. Die Gerbstoffe haben eine leicht zusammenziehende Wirkung auf die feinsten Blutgefäße der Schleimhäute, und die ätherischen Öle wirken desinfizierend.
Ist die Schleimhaut wund, lindern Heilkräuter, welche die Schleimhaut schützen und die Wundheilung unterstützen, die Beschwerden. Dafür eignen sich Zubereitungen zum Trinken, Gurgeln oder Lutschen, zum Beispiel aus Isländisch Moos, Malve oder Eibisch, die mehrmals täglich angewendet werden. Bonbons sind praktisch für unterwegs und fördern die Speichelbildung. Denn auch Speichel enthält keimhemmende Stoffe. Wohltuend wirken Inhalationen mit Eukalyptus- oder Minzöl. Aber Vorsicht: Sie eignen sich nicht für Kleinkinder.
Halswickel gehören zu den Klassikern der Naturheilkunde. Sie lassen sich warm oder kalt mit unterschiedlichen Zusätzen anwenden. Kalte Wickel können Schwellungen und Schmerzen lindern. Warme Anwendungen steigern die Durchblutung und den Heilungsprozess. Bei akuten Halsschmerzen mit geschwolle­nen Schleimhäuten haben sich kühlende Zitronenwickel bewährt: Zitronenscheiben in ein dünnes Tuch einschlagen oder das Tuch in Zitronenwasser eintauchen und auswringen. Um den Hals legen und mit einem größeren Tuch abdecken.
Warme Fußbäder fördern die Durchblutung im Nasen-Rachen-Raum und können manchmal bei den ers­ten Anzeichen einer Halsentzündung oder einer Erkältung Schlimmeres verhüten.
Zur Vorbeugung empfehlen Ärzte, sich rechtzeitig abzuhärten, etwa mit Kneipp’schen Wasseranwendun­gen – sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. Wichtig: Sanft beginnen, zum Beispiel mit einem Gesichts- oder Armguss, und allmählich steigern. Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie ausreichender Schlaf stärken die Abwehrkäfte.
Gegen die Schmerzen bei einer Halsentzündung empfehlen sich schmerz­lindernde Medikamente. Viele Patienten ziehen Lutschtabletten zur örtlichen Anwendung vor. Weil die Beschwerden aber oft mit Kopf- und Glie­der­schmerzen einhergehen, spricht auch einiges für die Einnahme von Schmerzmitteln. Lutschtabletten enthalten örtlich betäubende Wirkstoffe wie Lidocain, die rund zwei Stunden lang wirken, oder eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Substanz, die bis zu drei Stunden Linderung bringen kann.
Stehen Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Reizhusten im Vordergrund, eignen sich schleimhautschützende und befeuchtende Lutschtabletten: Sie bilden einen Hydrogelkomplex, der sich auf die Schleimhäute legt. Diese können sich darunter regenerieren. Tipp: Schmerzstillende und schleimhautschützende Mittel können auch im Wechsel genommen werden. Gurgellösungen und Sprays bringen desinfizierende oder abschwellende Substanzen direkt an den Wirkort.
Wann zum Arzt? Fast immer lösen Viren die Beschwerden aus. Diese lassen sich jedoch lindern, sodass die Erkrankung spätestens nach einer Woche ausgestanden ist. Wenn jemand aber Schwierigkeiten beim Schlucken von fester Nahrung oder Flüssigkeit hat, ist dies ein Fall für den Arzt.
Wenn sich weißliche Stippchen auf den Mandeln zeigen, lässt das auf eine bakterielle Mandelentzündung schließen, die meistens eine Behandlung mit Antibiotika erfordert. Den Arzt sollten Kranke auch aufsuchen, wenn die Schmerzen länger als eine Woche anhalten, und Fieber oder starke Schmerzen dazukommen.
Der HNO-Arzt kann zudem erkennen, ob Schluckbeschwerden, grau-weißliche Beläge und ein starkes Krankheitsgefühl auf ein Pfeiffersches Drüsenfieber hinweisen. Die schwere Virusinfektion, die vor allem junge Menschen trifft, muss sorgfältig auskuriert werden, um Komplikationen zu verhindern.

11.03.2014
Partnerschaft: Voraussagbares Eheglück
Forscher untersuchten, inwieweit sich eine glückliche Ehe vorhersagen lässt
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Wissenschaftler der Florida State University in Tallahassee (USA) fanden heraus, dass die un­bewusste Einschätzung des Partners eine recht zuverlässige Aussage über das künftige Eheglück frisch Verheirateter erlaubt. Dazu testeten die Forscher 135 Ehe-Neulinge über vier Jahre hinweg alle sechs Monate: Auf einem Monitor erschienen „negative“ oder „positive“ Wörter, kurz davor blitzte – nicht bewusst wahrnehmbar – das Bild des Partners auf. Wurden die positiven Wörter schneller erkannt – und damit der Partner als positiv eingeschätzt –, waren die Probanden nach vier Jahren in der Ehe glücklicher.
 

10.03.2014
Lebensstil: Mit Bewegung gegen Demenz
Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, senkt sein Risiko für eine Alzheimer-Krankheit. Auch andere Lebensstilfaktoren spielen eine Rolle
Image Source/RYF
Das Risiko für eine Demenz hängt zur Hälfte vom Lebensstil ab. Diese Überzeugung veröffentlichten Forscher der Universität Cambridge (England) im Fachblatt BMC Medicine. Demnach tragen zu einem erhöhten Demenzrisiko sieben Faktoren bei, die sich aber beeinflussen lassen: Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen, Depression, Diabetes und geringe geistige Herausforderung. Die Forscher glauben daher, dass sich die Erkrankungswahrscheinlichkeit durch einen gesunden Lebensstil senken lässt. Studien zeigten etwa, dass regelmäßige Bewegung mit einem um 45 Prozent geringeren Alzheimer-Risiko einherging. Allerdings, so die Wissenschaftler, müsste die Anpassung des Lebensstils so früh wie möglich erfolgen.

09.03.2014
Psychologie: Freunde werden leicht überschätzt
Die Leistung von einem Freund bewertet man oft besser, als die von einem Fremden. Psychologischer Hintergrund: So stärkt man zugleich die Gruppe
Thinkstock/iStockphoto
Von ihren Freunden haben viele Menschen eine hohe, manchmal aber zu hohe Meinung. Das belegt eine Studie der Technischen Universität Dresden. Die Wissenschaftler testeten 310 Freundespaare. Sie filmten eine Hälfte der Teilnehmer dabei, wie sie verschiedene Aufgaben lösten. Diese Mitschnitte zeigten sie anschließend sowohl den Freunden als auch Fremden.
Dabei stellte sich heraus, dass die Freunde die Leistungen wesentlich besser bewerteten als die Fremden. Die mögliche Erklärung: Wer seinen Freund durch eine rosa Brille sieht, stärkt zugleich die eigene Gruppe.

08.03.2014
Psychologie: Freunde werden leicht überschätzt
Die Leistung von einem Freund bewertet man oft besser, als die von einem Fremden. Psychologischer Hintergrund: So stärkt man zugleich die Gruppe
Thinkstock/iStockphoto
Von ihren Freunden haben viele Menschen eine hohe, manchmal aber zu hohe Meinung. Das belegt eine Studie der Technischen Universität Dresden. Die Wissenschaftler testeten 310 Freundespaare. Sie filmten eine Hälfte der Teilnehmer dabei, wie sie verschiedene Aufgaben lösten. Diese Mitschnitte zeigten sie anschließend sowohl den Freunden als auch Fremden.
Dabei stellte sich heraus, dass die Freunde die Leistungen wesentlich besser bewerteten als die Fremden. Die mögliche Erklärung: Wer seinen Freund durch eine rosa Brille sieht, stärkt zugleich die eigene Gruppe.

07.03.2014
Hautkrebs: Nach Ersterkrankung aufmerksam bleiben
Melanompatienten sollten auch nach ihrer Heilung immer regelmäßig zur Hautkontrolle gehen. Ihr Risiko für Hautkrebs ist erhöht
PhotoDisc/ RYF
Mit der Diagnose Hautkrebs liegt das Risiko, dass sich innerhalb von 30 Jahren erneut ein Tumor bildet, um 60 Prozent höher als jenes von Menschen ohne diese Vorerkrankung. Das zeigen Daten eines kanadischen Krebsregisters von mehr als 20.000 Menschen mit der Diagnose Hautkrebs.
Besonders gefährdet sind demnach Melanompatienten, die bei der Ersterkrankung jünger waren als 40 Jahre. Ihnen raten die Autoren der Studie zu regelmäßigen Kontrollen beim Facharzt.

06.03.2014
Gehirn: Natur beeinflusst Entscheidungen
Menschen, die sich in der Natur befinden, ziehen oft langfristige Gewinne den schnellen vor
W&B/Aumiller/RYF
Menschen neigen unter Natureindrücken dazu, langfristige statt schnelle Gewinne anzustreben, berichtet die Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B. Wissenschaftler ließen Freiwilligen die Wahl zwischen sofortigen und späteren Geldgeschenken. Trafen die Personen die Entscheidungen in einem Wald oder hatten sie kurz zuvor Naturaufnahmen gesehen, bevorzugten sie eher den langfristigen Vorteil. Diese Unterschiede zeigten sich auch zwischen Menschen aus der Stadt und vom Land.  

05.03.2014
Arzneitee: Gesunde Zeremonie
Aufgüsse aus Heilpflanzen haben sich bewährt. Bei der Zubereitung gilt es aber einiges zu beachten
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Abwarten und Tee trinken – dieser Ratschlag kann bei vielen leichten Beschwerden durchaus sinnvoll sein. Manche Menschen trauen Arzneitees zu wenig zu, dabei sind die Aufgüsse aus getrockneten Heilpflanzen durchaus wirksame Arzneimittel. Oft kann man leichte Beschwerden bereits mit einer Teetherapie lindern. In manchen anderen Fällen eignen sich Tees als sinnvolle Ergänzung zu einer medikamentösen Behandlung.
Andererseits ist „Arzneitee“ aber nicht gleichzusetzen mit „harmlos“. Als Dauergetränke eignen sich Arzneitees nicht, sie sollten ohne Rücksprache nicht länger als etwa sechs Wochen verwendet werden.
Nicht alle Tees sind unproblematisch
Grundsätzlich bedarf auch die Teetherapie einer pharmazeutischen Beratung, denn für Allergiker, Schwangere, Stillende und Kinder sind nicht alle Tees bedenkenlos zu empfehlen. Patienten, die auf Medikamente angewiesen sind, sollten in der Apotheke nachfragen, ob sich das Getränk mit ihrer Medikation verträgt.
Ob jemand auf Filterbeutel, Instant- oder offene Tees zurückgreift, ist jedoch eher Geschmackssache. Letztere haben den Vorteil, dass der Patient eine individuelle Mischung für seine Beschwerden bekommen kann. Filterbeutel lassen sich dagegen einfacher anwenden. Instant-Tees sind konzentrierte Granulate, die in heißem Wasser aufgelöst werden. Solche Präparate haben meist einen sehr hohen Wirkstoffgehalt, sie schmecken daher oft viel intensiver. Das mag nicht jeder. Instant-Tees müssen ebenso wie offene Tees und Filterbeutel den Anforderungen des Europäischen Arzneibuchs genügen. Produkte aus dem Supermarkt unterliegen lediglich dem Lebensmittelrecht.
Als echte Gefahr können sich Tees aus zweifelhaften Internetquellen erweisen: Nicht selten sind solche Präparate stark verunreinigt und enthalten mehr Schad- als Wirkstoffe. Ähnliches gilt auch für selbst gesammelte Kräuter: Laien können nicht sicher sein, dass sie die richtige Pflanzenart gefunden haben, ob der Wirkstoffgehalt ausreichend hoch ist und wie stark belastet die wild wachsenden Exemplare sind.
Beim Ziehen abdecken
Damit ein Arzneitee richtig wirken kann, muss die Zubereitung korrekt sein. Sie ist stets auf der Packung angegeben. Das Wasser sollte immer frisch aufgekocht werden, um Keime abzutöten. Während der Tee zieht, sollte das Gefäß abgedeckt sein, damit sich wertvolle Inhaltsstoffe nicht verflüchtigen. Anschließend ist es sinnvoll, die Kräuter noch einmal mit dem Teelöffel auszupressen. Bestimmte Arzneipflanzen dürfen allerdings nicht heiß aufgegossen werden, weil der Wirkstoff sonst zerstört wird.
Dazu zählen beispielsweise Tees mit schleimähnlichen Wirkstoffen, etwa aus der Eibischwurzel. Sie werden mit kaltem Wasser angesetzt und vor der Anwendung auf die gewünschte Temperatur erhitzt. Wer unsicher ist, ob ein solches Kaltmazerat für ihn sinnvoll ist, sollte sich in der Apotheke dazu beraten lassen.
Tee richtig lagern
Offene Tees füllt man nach dem Einkauf am besten in eine dichte Blechdose ab. Kunststoffboxen eignen sich nicht, da die wertvollen ätherischen Öle sich verflüchtigen können. Gute Filterbeutel sind einzeln aromageschützt verpackt. Trotzdem sollten auch sie kühl und trocken aufbewahrt werden.

04.03.2014
Wirbelsäulen-OP: Zweitmeinung einholen
Bevor man sich zu einer großen Operation entschließt, lohnt es sich, eine zweite Meinung von einem weiteren Experten einzuholen
Thinkstock/Digital Vision
Steht ein großer Eingriff an, empfiehlt es sich, eine zweite Meinung einzuholen. Die Orthopädische Klinik Tübingen untersuchte 316 Zweitmeinungen aus den vergangenen Jahren. Mehr als die Hälfte war identisch mit der ersten. 56 Patienten wurde abweichend von der ersten Ansicht zu einer Operation geraten. Ein anderes Verfahren wurde durch die Zweitmeinung 26 Mal empfohlen. 70 Patienten riet man von einem Eingriff ab.
Häufig geschah das, wenn es um die Wirbelsäule ging: 21 große Operationen wären ohne Zweitmeinung unnötig erfolgt. Bei Endoprothesen an Knie und Hüfte dagegen wurde im Gegensatz zur ersten Ansicht bei den Zweitmeinungen deutlich öfter ein Eingriff befürwortet als davon abgeraten.

03.03.2014
Medikamente: Haustiere bekommen zu oft Antibiotika
Werden Hund und Katze zu häufig mit Antibiotika behandelt, steigt das Risiko, dass sich resistente Keime bilden
Jupiter Images GmbH/Comstock
Haustiere werden zu oft mit Antibiotika behandelt, kritisiert die Europäische Arzneimittel- Agentur (EMA). Dieser unkontrollierte Einsatz der Bakterienkiller habe dazu geführt, dass Hunde und Katzen Träger resistenter Keime seien. Zu diesen gehören unter anderem der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Durchfall auslösende Vancomycin-resistente Enterokokken.
Die EMA hält eine Übertragung der Keime von Haustieren auf den Menschen – und umgekehrt – für möglich. Um Gesundheitsrisiken zu verringern, empfiehlt die Arzneimittel- Agentur den Tierärzten, vor allem die Reserveantibiotika nur in begründeten Fällen einzusetzen.  

02.03.2014
Kaffee: Unbeschwerter Genuss
Kaffee-Trinker haben im Vergleich zu Kaffeeabstinenzlern oft ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter auch Schlaganfall
Thinkstock/iStockphoto
Kaffee lässt das Herz mitunter schneller schlagen, schadet ihm aber nicht. Das zeigt eine Übersichtsarbeit der Universität Harvard (USA). Um herauszufinden, wie Kaffee die Herzgesundheit beeinflusst, analysierten die Forscher 36 Studien mit 1,3 Millionen Teilnehmern.
Kaffee-Trinker hatten im Vergleich zu Kaffeeabstinenzlern insgesamt ein um bis zu elf Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter auch Schlaganfall. Am seltensten erkrankten Menschen, die drei bis fünf Tassen am Tag tranken.  

01.03.2014
Kaffee: Unbeschwerter Genuss
Kaffee-Trinker haben im Vergleich zu Kaffeeabstinenzlern oft ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter auch Schlaganfall
Thinkstock/iStockphoto
Kaffee lässt das Herz mitunter schneller schlagen, schadet ihm aber nicht. Das zeigt eine Übersichtsarbeit der Universität Harvard (USA). Um herauszufinden, wie Kaffee die Herzgesundheit beeinflusst, analysierten die Forscher 36 Studien mit 1,3 Millionen Teilnehmern.
Kaffee-Trinker hatten im Vergleich zu Kaffeeabstinenzlern insgesamt ein um bis zu elf Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter auch Schlaganfall. Am seltensten erkrankten Menschen, die drei bis fünf Tassen am Tag tranken.  

28.02.2014
Qigong: Gibt auch älteren Menschen Kraft
Die fernöstliche Bewegungsmeditation kann auch für ältere Menschen eine Wohltat sein
Thinkstock/istock
Die fließenden Bewegungen und meditativen Übungen des Qigong können älteren Männern, die eine Prostatakrebs-Erkrankung überlebt haben, dabei helfen, Müdigkeit und Erschöpfung zu lindern. Das zeigt eine zwölfwöchige Studie der Universitäten von New Mexico und North Carolina (USA) mit 40 Teilnehmern im Durchschnittsalter von 72 Jahren.
Jene Männer, die das fernöstliche Training absolvierten, fühlten sich am Ende des Untersuchungszeitraums weniger ermattet und belastet als Teilnehmer der Kontrollgruppe, die Dehnungsübungen machten.  

27.02.2014
Vorsorge: Herzinfarkt-Vorboten erkennen
Mit Hilfe von Positronen-Emissions-Tomografie wird es in der Zukunft vielleicht einmal möglich sein, Hochrisikopatienten für einen Herzinfarkt zu identifizieren
Thinkstock/iStockphoto
Nuklearmediziner aus Schottland haben gezeigt, dass das Schnittbildverfahren PET (Positronen-Emissions-Tomografie) Gefäßablagerungen, sogenannte Plaques, sichtbar macht. Das in dem Fachmagazin The Lancet vorgestellte Verfahren könnte die erste schonende Untersuchungsmethode sein, um Hochrisikopatienten für einen Herzinfarkt zu identifizieren.
Die Forscher konnten Plaques bei 37 von 40 Patienten nachweisen, die einen Infarkt erlitten hatten. Es gibt auch andere Ursachen für eine Herzattacke, etwa Gerinnsel. Bevor die Untersuchung eingeführt werden könnte, sind weitere klinische Studien notwendig.

26.02.2014
Nachtruhe: Erholsam schlafen
Der Körper benötigt regelmäßig Auszeiten, um leistungsfähig zu bleiben. Was es dabei zu beachten gibt
Thinkstock/iStock
Schlaf ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Fast ein Drittel des Lebens verbringen wir damit, es zu stillen. Der Körper benötigt die Ruhe dringend, um Kraft zu tanken und zu regenerieren. Bereits kurz nach dem Einschlafen schüttet der Organismus Wachstumshormone und andere Botenstoffe aus, um Knochen sowie Muskulatur aufzubauen, das Immunsystem zu stärken und zahlreiche Reparaturvorgänge im Körper einzuleiten. Zudem schaltet das Gehirn einen Gang zurück – aber nur teilweise. Denn im Schlaf werden auch Eindrücke des Tages verarbeitet und Gedächtnisfunktionen aktiviert.
Schlafmuster sind individuell
Pro Nacht reihen sich etwa vier bis fünf Schlafzyklen aneinander. Jeder von ihnen besteht aus Leicht-, Tief- und REM-Phasen. REM steht für „rapid eye movement“ (englisch für schnelle Augenbewegung). Diese Phase wird oft auch als Traumschlaf bezeichnet.
Circa 90 bis 110 Minuten dauert ein Zyklus. Im Durchschnitt verbringt der Mensch jeweils mehr als die Hälfte seiner Nachtruhe im Leichtschlaf und jeweils etwa ein Viertel im Tief- sowie REM-Schlaf. Das Muster eines gesunden Schlafs ist zwar bei jedem Menschen anders, aber zumindest in den Grundzügen ähnlich. Tiefschlafphasen treten vorwiegend nur in der ersten Nachthälfte auf, und bei älteren Menschen kann es durchaus sein, dass der Tiefschlaf bloß noch gering ausgeprägt ist.
Wie viel Schlaf ein Mensch jede Nacht tatsächlich braucht, ist sehr unterschiedlich. Manche kommen mit fünf Stunden aus, andere benötigen dagegen neun, um am nächsten Morgen fit und ausgeruht zu sein. Und genau das ist für Mediziner das Ausschlaggebende: Wie ausgeschlafen sich jemand nach dem Aufwachen fühlt.
Wer einmal eine Nacht schlecht geschlafen hat oder öfter aufwacht, braucht sich keine Sorgen zu machen. Es kommt darauf an, wie man mit den Wachphasen umgeht. Während manche sich nur umdrehen, vielleicht auf die Toilette gehen und danach wieder einschlafen, messen viele Menschen mit chronischen Durchschlafstörungen solchen Wachphasen eine große Bedeutung bei und nehmen sie als bedrohlich wahr.
Schließlich schätzen viele ihren Schlafbedarf völlig falsch ein. Ältere Menschen gehen zunehmend früher zu Bett und wachen dann entsprechend früher auf, meist um vier oder fünf Uhr morgens. Manche gönnen sich zusätzlich einen Mittagsschlaf und vielleicht auch noch ein Nickerchen am frühen Abend. Darauf sollten sie verzichten.
So lässt sich manchmal feststellen, dass die angeblichen Schlafstörungen gar nicht existieren. Viele Menschen schlafen insgesamt sieben Stunden, aber eben sehr verteilt. Dann bleibt für die Nacht nicht mehr allzu viel übrig.
Schlafstörungen behandeln
Treten Schlafstörungen über mehrere Wochen auf, können sie sich allerdings zu einem Problem entwickeln. Der Betroffene ist dann nicht ausgeruht, er fühlt sich tagsüber müde und abgeschlagen. Konzentrationsstörungen bei der Arbeit oder sogar gefährliche Fehler im Straßenverkehr sind die Folge. Spätestens dann steht ein Termin beim Arzt an – auch um eine sekundäre Schlafstörung als Folge einer körperlichen oder seelischen Erkrankung auszuschließen.
Ob es sich um leichte oder schwere Schlafstörungen handelt: Schlafhygienische Maßnahmen stehen immer am Anfang der Behandlung. Dazu zählen Mediziner alle nichtmedikamentösen Schritte, die den Schlaf verbessern. Denn meist stecken banale Gründe hinter den Einschlafschwierigkeiten: Zum Beispiel abends mit einer Tüte Chips und einer Flasche Cola im Bett liegen, einen aufwühlenden Krimi im Fernsehen verfolgen und sich anschließend wundern, dass man nicht schlafen kann.
Erste Maßnahme daher: den Fernseher aus dem Schlafzimmer verbannen! Fettreiche Mahlzeiten spät am Abend seien ebenfalls ungünstig. Außerdem: Das Bett ist nur zum Schlafen da. Allerdings sind alle beruhigenden Maßnahmen erlaubt, die zu einem regelmäßigen Einschlafritual gehören.
So schlafen manche Menschen leichter ein, wenn sie zuvor noch etwas lesen, sich eine Tasse Kräutertee zubereiten oder leise Musik hören. Das Glas Rotwein am Abend kann schon ausreichen, um den Schlaf zu beeinträchtigen. Die Temperatur im Schlafzimmer sollte bei 16 bis 18 Grad liegen. Eine zu hohe Temperatur mag anfangs angenehm sein, kann den Schlaf aber stören. Wer mehrmals täglich das Schlafzimmer stoßlüftet, verbessert das Raumklima zusätzlich.
Ungeeignet ist sportliche Aktivität kurz vor dem Zubettgehen, in der Hoffnung, dann besser schlafen zu können. Man fühlt sich mitunter zwar erschöpft, ist aber trotzdem aufgedreht und kann nicht zur Ruhe finden.
Wer dennoch Probleme beim Einschlafen hat, dem können Medikamente helfen. Pflanzliche Mittel sind bei leichten Schlafstörungen den synthetischen vorzuziehen. Sie enthalten Extrakte aus Baldrian, Hopfen, Lavendel, Melisse oder Passionsblume. Ihr großer Vorteil liegt in ihrer Verträglichkeit. Manche Menschen profitieren auch von homöopathischen Zubereitungen.
Nur bei schwereren Schlafstörungen setzen Ärzte kurzfristig auf synthetische Präparate. Apotheker warnen: Die Schlafmittel haben den entscheidenden Nachteil eines Hangover-Effekts. Das heißt, sie wirken auch am nächsten Morgen noch und machen schläfrig. Besonders deutlich werde das bei älteren Menschen, weil mit zunehmendem Alter der Körper empfindlicher darauf reagiert. Dann ist fast immer eine Dosisanpassung erforderlich. Das betrifft nahezu alle Schlaf- und Beruhigungsmittel. So warnt auch die Priscus-Liste, eine Zusammenstellung aller Arzneistoffe, die für ältere Menschen unter Umständen gefährlich sind, vor möglichen Neben- und Wechselwirkungen wie Sturzgefahr, Schwindel, Depressionen und Kopfschmerzen.
Den Teufelskreis durchbrechen
Auch Mediziner sehen synthetische Schlafmittel kritisch. Weil die Medikamente bei dauerhafter Anwendung immer schlechter ihre Wirkung entfalten, kommt es bald zu einem Gewöhnungseffekt und schließlich zur Abhängigkeit. Diese gilt es unbedingt zu vermeiden. Länger als vier Wochen dürfen solche Mittel nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen verabreicht werden.
Wenn der Patient nicht mehr allein aus dem Teufelskreis der Schlafstörungen herauskommt, dann ist der kurzfristige Einsatz von Schlafmitteln durchaus vertretbar. Allerdings nur kombiniert mit schlafhygienischen und gegebenenfalls auch psychotherapeutischen Maßnahmen und unter ärztlicher Kontrolle. In Studien hat sich eine kognitive Verhaltenstherapie im Hinblick auf eine langfristige, nachhaltige Wirkung als den Schlafmitteln überlegen gezeigt.

25.02.2014
Allergie: Zusammenhang von Heuschnupfen und Migräne
Migränepatienten, die zusätzlich unter Heuschnupfen leiden, haben oft besonders starke Kopfschmerzen
Stockbyte/ RYF
Menschen mit Migräne, die zusätzlich unter Heuschnupfen leiden, haben besonders häufige und starke Kopfschmerzanfälle. Das fanden Forscher der Universität in Cincinnati (USA) heraus, die Daten von 6000 Migränepatienten analysierten.
Sie stellten fest, dass zwei Drittel der Untersuchten auch an Allergien litten, die Schnupfen verursachen. Ihr Risiko für Migräneanfälle war um 45 Prozent erhöht, das für besonders schwere Kopfschmerzen sogar um 60 Prozent. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass eine Hyposensibilisierung bei Allergikern mit Migräne auch einen günstigen Einfluss auf ihre Kopfschmerzattacken hatte.  

24.02.2014
Gelenkersatz: Im Süden mehr künstliche Knie
In reicheren Gegenden Deutschlands werden häufiger künstliche Kniegelenke eingesetzt
W&B/Marcel Weber/RYF
Ob man ein künstliches Kniegelenk erhält, hängt nicht nur von den Beschwerden ab. Auch der Wohnort spielt eine Rolle, ergab eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung auf der Basis von Daten der AOK aus dem Jahr 2011.
Während beispielsweise im bayerischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim 214 von 100.000 Einwohnern ein neues Gelenk erhielten, waren es im brandenburgischen Frankfurt (Oder) nur 73 von 100.000. Je wohlhabender die Gegend, desto mehr Kniegelenke werden eingepflanzt. Als Gründe vermuten die Autoren der Untersuchung die größere Arztdichte und die höheren Ansprüche an Lebensqualität in reicheren Regionen.     

23.02.2014
Gesunde Ernährung: Avocado zügelt Hunger
Wer regelmäßig Avocados verzehrt, nimmt oft weniger Zucker zu sich. Außerdem machen die nahrhaften Früchte lange satt
W&B/Adam Pentos/RYF
Wer Avocados isst, ernährt sich insgesamt gesünder und verringert dadurch sein Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das legt eine nationale Verzehrstudie (NHANES) aus den USA mit insgesamt 17.567 Erwachsenen nahe. Stand bei den Teilnehmern regelmäßig Avocado auf dem Speiseplan, lag der Verzehr an Gemüse und Obst generell höher als bei jenen, die diese Frucht nicht schätzten. Obendrein verbrauchten Avocado-Genießer weniger Zucker pro Tag.
Da das Fruchtfleisch fettreich und nahrhaft ist, sättigt es lange und zügelt den Hunger. Zudem enthält es wichtige Vitamine und Mineralstoffe und schmeckt hervorragend als Brotaufstrich und in Salaten.

22.02.2014
Gesunde Ernährung: Avocado zügelt Hunger
Wer regelmäßig Avocados verzehrt, nimmt oft weniger Zucker zu sich. Außerdem machen die nahrhaften Früchte lange satt
W&B/Adam Pentos/RYF
Wer Avocados isst, ernährt sich insgesamt gesünder und verringert dadurch sein Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das legt eine nationale Verzehrstudie (NHANES) aus den USA mit insgesamt 17.567 Erwachsenen nahe. Stand bei den Teilnehmern regelmäßig Avocado auf dem Speiseplan, lag der Verzehr an Gemüse und Obst generell höher als bei jenen, die diese Frucht nicht schätzten. Obendrein verbrauchten Avocado-Genießer weniger Zucker pro Tag.
Da das Fruchtfleisch fettreich und nahrhaft ist, sättigt es lange und zügelt den Hunger. Zudem enthält es wichtige Vitamine und Mineralstoffe und schmeckt hervorragend als Brotaufstrich und in Salaten.

21.02.2014
Gehirn: Instrument lernen hält jung
Menschen, die als Kind ein Musikinstrument gelernt haben, haben auch als Erwachsene oft noch Vorteile beim Verarbeiten von Sprache
Thinkstock/Hemera
Es hat sich doch gelohnt! Wer als Kind einige Jahre ein Musikinstrument erlernt hat, profitiert davon als älterer Mensch auch dann, wenn er als Erwachsener nicht mehr gespielt hat. In einer Studie der Northwestern-Universität in Evanston (USA) verarbeiteten ältere Teilnehmer gehörte Sprache schneller als andere, wenn sie als Kinder 4 bis 14 Jahre musiziert hatten.

20.02.2014
Oxytocin: Hormon steigert Placeboeffekt
Das Hormon Oxytocin kann den Glauben an die Wirksamkeit von Scheinmedikamenten verstärken
Thinkstock/istockphoto
Das Hormon Oxytocin aus der Hirnanhangsdrüse verstärkt offenbar positive Suggestionskräfte. Teilnehmer einer Studie, die ein Scheinmedikament zur Schmerzbehandlung erhielten, sprachen stärker darauf an, wenn sie zuvor Oxytocin per Nasenspray eingenommen hatten, wie Mediziner der Universität Duisburg-Essen in dem US-Ärzteblatt JAMA berichten.

19.02.2014
Notfall: Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute
Unmittelbar nach der Attacke drängt die Zeit. Doch oft verstreicht sie ungenutzt
Thinkstock/iStockphoto
Ein plötzlicher vernichtender Schmerz im Brustraum oder starke Übelkeit, Schmerzen, die in die Schulter ausstrahlen, oder ein Brennen im Brustkorb: Dies sind nur einige Symptome, die auf einen Herzinfarkt hinweisen können. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene, Angehörige oder zufällig anwesende Helfer solche Anzeichen kennen, um im Notfall richtig handeln zu können.
Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung belegt, dass viele Europäer einige wichtige Warnzeichen für einen Herzinfarkt nicht kennen. Immerhin schnitten bei einer Befragung von mehr als 10.000 Personen die Deutschen am besten ab.
Ratlos im Notfall
Umso verblüffender ist ein weiteres Ergebnis der Studie: Gefragt, was sie im Notfall tun würden, gaben nur ein Drittel der Deutschen an, sofort den Rettungsdienst zu rufen – die Maßnahme, die den Patienten am schnellsten die beste Behandlung garantiert. Dies würden dagegen zwei Drittel der Polen und Russen sowie die Hälfte der übrigen Befragten tun. Die Diskrepanz zwischen Symptom- und Handlungswissen ist vor allem in Deutschland überraschend, finden Ärzte. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Notarzt rufen, raten sie. „Zeit ist Herzmuskel“, heißt es unter Medizinern.
Wenn eine Ader am Pumporgan verstopft ist und die dahinter­liegenden Bereiche nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt werden, beginnt der Herzmuskel nach 30 Minuten allmählich abzusterben. Der Infarktschmerz tritt meist im Ruhezustand auf. Verdächtig sind Brustschmerzen, die oft auch in Kiefer oder Arme, Rücken oder Bauch ausstrahlen, mit Angstgefühlen und Schweißausbrüchen einhergehen und länger als fünf Minuten andauern. Häufig ereignen sich Infarkte in den frühen Morgenstunden.
Bei solchen Warnsignalen sollte man umgehend den Rettungsdienst (112) alarmieren. Wichtig: Nicht den Hausarzt aufsuchen oder selbst in die Klinik fahren! Der Notarzt kann sofort ein EKG erstellen. Ist die Diagnose unklar, kann der Patient in eine sogenannte Chest Pain Unit eingeliefert und sorgfältig überwacht werden. Bei einem eindeutigen Herzinfarkt bringen ihn die Helfer in das nächste spezialisierte Behandlungszentrum, wo Kardiologen das geschlossene Gefäß wieder öffnen können. Je schneller dies geschieht, umso geringer sind die Schäden am Herzmuskel und desto besser die Überlebenschancen.
Zurückhaltung am Wochenende
Nach den Daten des Deutschen Herz­registers verläuft diese Versorgung in Deutschland sehr gut. Im Durchschnitt vergehen zwischen dem Notruf und der Behandlung in einem spezialisierten Zentrum 100 Minuten. Doch bis ein Infarktpatient oder Angehöriger den Notarzt ruft, dauert es oft zwei bis drei Stunden. Am Wochenende sei die Angst besonders groß, jemanden unnötig zu alarmieren, sagen Experten. Ärzte sprechen vom „Montagsinfarkt“: Patienten warten trotz starker Beschwerden geduldig, bis die Hausarztpraxis öffnet.
Sie und ihre Helfer sind das schwächste Glied der Rettungskette, beklagen Notfallmediziner. Auch die Zeit zwischen dem Notruf und dem Eintreffen des Rettungsdienstes verstreicht oft ungenutzt. Ist der Patient bei Bewusstsein, muss das geschwächte Herz entlastet werden: Oberkörper hochlagern, enge Kleidung öffnen und den Kranken beruhigen. Atmung überwachen.
Bei Patienten mit Herzstillstand kann das Gehirn durch den Sauerstoffmangel schon nach wenigen Minuten bleibende Schäden erleiden. Verhindern kann das nur eine sofortige Herzdruckmassage, die für einige Minuten einen Behelfskreislauf aufrechterhält. Doch lediglich in 10 bis 15 Prozent der Fälle wenden Laien sie in Deutschland an. Zu groß ist die Angst, etwas falsch zu machen.

18.02.2014
Krebspatienten: Nur Schulmedizin reicht vielen nicht aus
Akupunktur, Ingwer und Hypnose können bei Übelkeit infolge einer Tumorbehandlung helfen. Viele Patienten nehmen solche Angebote an
Thinkstock/Hemera
Zwei von drei Krebspatienten wünschen sich eine ergänzende Behandlung. So werden etwa Ingwer, Akupunktur und Hypnose gegen Übelkeit eingesetzt. Die Arbeitsgruppe Prävention und integrative Onkologie (PRIO) der Deutschen Krebsgesellschaft befragte 547 Mitarbeiter an Universitätskliniken, ob sie zusätzlich zur Schulmedizin solche Alternativen anbieten. Ein Drittel von ihnen bejahte das, darunter 80 Prozent Frauen.

17.02.2014
Ersatzbewegung: Heimwerken statt Fitness-Studio
Wer in Haus und Garten regelmäßig anpackt, senkt sein Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
Thinkstock/istock
Sportmuffel können aufatmen – zumindest, wenn sie in Haus und Garten gerne anpacken. Wie schwedische Forscher in der Fachzeitschrift British Journal of Sports Medicine berichten, senken Alltagsaktivitäten das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ebenso stark wie regelmäßiger Sport.
Die Wissenschaftler hatten die Herzgesundheit von rund 4000 Sechzigjährigen aus Stockholm untersucht und sie nach ihrem Engagement beim Heimwerken und bei der Gartenarbeit befragt.
Innerhalb von zwölfeinhalb Jahren erlitten 476 Studienteilnehmer einen Herzinfarkt. Bei der körperlich aktivsten Gruppe war das Herzinfarktrisiko jedoch um fast ein Drittel geringer als bei der bewegungsärmsten. Wie die Forscher betonen, sei diese Erkenntnis vor allem für Ältere wichtig, denen es schwerfalle, regelmäßig Sport zu treiben.

16.02.2014
Schwangerschaft: Vorsicht mit Paracetamol
Auch wenn das Schmerzmittel in der Schwangerschaft zugelassen ist – zu viel Paracetamol sollten werdende Mütter trotzdem nicht schlucken
Thinkstock/Creatas
Für Schwangere ist Paracetamol das Schmerzmittel der Wahl. Doch wenn sie zu viel davon schlucken, kann dies die Entwicklung der Kinder verzögern. Das berichten Forscher der Universität Oslo im International Journal of Epidemiology nach Auswertung der Daten von fast 3000 Geschwisterpaaren.
Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft an mehr als 28 Tagen Paracetamol genommen hatten, waren ihren Geschwistern im Alter von drei Jahren hinsichtlich Grobmotorik und Kommunikation unterlegen und häufiger verhaltensauffällig.

15.02.2014
Schwangerschaft: Vorsicht mit Paracetamol
Auch wenn das Schmerzmittel in der Schwangerschaft zugelassen ist – zu viel Paracetamol sollten werdende Mütter trotzdem nicht schlucken
Thinkstock/Creatas
Für Schwangere ist Paracetamol das Schmerzmittel der Wahl. Doch wenn sie zu viel davon schlucken, kann dies die Entwicklung der Kinder verzögern. Das berichten Forscher der Universität Oslo im International Journal of Epidemiology nach Auswertung der Daten von fast 3000 Geschwisterpaaren.
Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft an mehr als 28 Tagen Paracetamol genommen hatten, waren ihren Geschwistern im Alter von drei Jahren hinsichtlich Grobmotorik und Kommunikation unterlegen und häufiger verhaltensauffällig.

14.02.2014
Abnehmerfolg: Diät beginnt im Kopf
Der dauerhafte Erfolg einer Diät hängt von der Psyche ab
Jupiter Images GmbH/BrandXPictures
Warum fällt es manchen leichter als anderen, Kilos zu verlieren und dann ihr Gewicht zu halten? Die Art der Diät scheint dabei keine entscheidende Rolle zu spielen, so eine in dem Fachblatt Psychology Research and Behavior Management veröffentlichte Übersichtsarbeit.
Der Erfolg hängt vielmehr von zwei Faktoren ab: dem Bedürfnis nach Veränderung und der Überzeugung, selbst an der Situation etwas verändern zu können. Ohne diese Voraussetzungen ist laut den Autoren in der Regel eine erneute Gewichtszunahme nach einer Diät wahrscheinlich.

13.02.2014
Lebensstil: Zu viel Schlaf ist ungesund
Zu wenig schlafen ist nicht gut, zu viel soll man aber auch nicht schlummern. Sonst steigen die Risiken für Diabetes oder Schlaganfall – zumindest laut einer Studie
Banana Stock/RYF
Eine Studie der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention der USA ergab einen Zusammenhang zwischen zu wenig wie auch zu viel Schlaf und chronischen Erkrankungen.
Wer jenseits der 45 weniger als sechs oder mehr als zehn Stunden schläft, erhöht beispielsweise sein Diabetes- oder Schlaganfall-Risiko. 31 Prozent der Teilnehmer galten als Kurzschläfer, nur vier Prozent als Langschläfer.

12.02.2014
Trockenfrüchte: Geballte Vitalstoffe
In den süßen Leckereien stecken noch viele der wertvollen Inhaltsstoffe des frischen Obstes – und das in konzentrierter Form
Thinkstock/istock
Leuchtend orange, samtweich und fruchtig süß verführen uns im Herbst die Aprikosen. Im heimischen Garten gedeihen sie am besten, wenn sie gut gegen Wind und Wetter geschützt sind. In der kalten Jahreszeit kommt die leckere Steinfrucht getrocknet zu uns, vor allem aus Anatolien (Türkei); weitere große Anbaugebiete liegen im Iran, in Usbekistan und Italien. Bauern kamen schon vor Jahrhunderten auf die Idee, auch Feigen, Datteln und Mangos für den Winter haltbar zu machen.
Vitamine und Spurenelemente
Obst ist gesund, aber nicht immer erntefrisch erhältlich. Wer die Früchte auch deshalb gern isst, weil sie viel Vit­amin C enthalten, geht bei getrockneten Sorten fast leer aus: Das Vitamin ist sauerstoffempfindlich und zerfällt beim Dörren zum großen Teil.
Die gute Nachricht: In getrockneten Aprikosen, Ananas und Mangos stecken verhältnismäßig große Mengen an Betacarotin – wichtig für Augen, Haut und Schleimhäute. Auch die B-Vitamine, die den Nervenstoffwechsel und die Arbeit des Gehirns unterstützen, bleiben beim Trocknen weitgehend erhalten.
Beispiel Apfel: Der Wassergehalt sinkt durch das Trocknen von 85 auf 27 Prozent. Das erhöht den Gehalt an Kalium, Kalzium und Eisen, bezogen auf das Gewicht, im Vergleich zu frischem Obst teilweise auf das Fünffache.
Bei der gängigen Handelsware sind helle Früchte oft geschwefelt, damit ihre Farbe erhalten bleibt. Nachteil: Bei empfindlichen Menschen kann sich dadurch eine Pseudo-Allergie entwickeln, die sich möglicherweise durch Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall bemerkbar macht. Ernährungswissenschaftler empfehlen deshalb ungeschwefelte Bio-Trockenfrüchte, auch wenn die Aprikosen dann nicht mehr so „schön“, sondern eher braun und schrumpelig aussehen.
Mehr als frisches Obst regen getrocknete Früchte die Darmbewegun­gen an und sind gut für die Darmflora. Das gilt vor allem für Datteln und Feigen, deren Zellulose einen hohen Anteil wasser­unlös­licher Ballaststoffe liefert. Als leckere Müsli-Zutat und für Soßen eignen sich auch Rosinen und Cranberrys.
Wer Lust auf Süßes hat, kann Schokolade durch eine Handvoll Trockenfrüchte ersetzen. Doch Vorsicht: Der im Dörrobst enthaltene Fruchtzucker ist gehaltvoll. Mit Fruchtjoghurts, Obstsäften und Smoothies nehmen wir oft schon mehr Fruktose auf, als wir verdauen können. Sie gelangt in den Dickdarm, was zu Bauchdrücken und Durchfall führen kann.
Sportler ja, Stubenhocker nein
Da 100 Gramm Trockenobst fast so viele Kalorien enthalten wie eine Tafel Schokolade, empfehlen Experten, Dörrobst als Süßigkeit einzustufen: Wer körperlich aktiv ist und viel Sport treibt, verbraucht die Kohlenhydrate schnell. Stubenhocker und Menschen mit Übergewicht sollten aber nicht zu viel davon essen.
Wichtig für die Verdauung: Trinken Sie genug, damit die getrockneten Früchte im Magen aufquellen können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu essen. Wer eine Portion Frischobst durch 25 Gramm Trockenfrüchte ersetzen möchte, sollte mindestens ein Glas Wasser extra trinken.

11.02.2014
Partnerschaft: Singles sind aktiver
In einer Beziehung bewegen sich die Partner oft weniger
Thinkstock/istock
Wer in einer Beziehung lebt, bewegt sich deutlich weniger als gleichaltrige Singles. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Max-Weber-Instituts für Soziologie in Heidelberg. Sie analysierten Daten von 30.000 Deutschen, die bis zu 19 Jahre lang Auskunft über ihr Leben gegeben hatten.
Die wachsende Inaktivität ließ sich nicht damit erklären, dass liierte Menschen weniger freie Zeit für Sport haben. Die Forscher vermuten, dass Menschen sich mehr bewegen, solange sie auf dem Heirats- und Partnerschaftsmarkt aktiv sind. Der Vorschlag der Forscher: sportliche Präventionsprogramme speziell für Paare.

10.02.2014
Parodontitis: Gute Zähne gut fürs Herz
Gute Zahnpflege beugt auch Herzkrankheiten vor
Thinkstock/Hemera
Parodontitis, die Entzündung des Zahnbetts, steht seit Längerem im Verdacht, das Risiko für Herzkrankheiten zu erhöhen. Laut einer im Journal of the American Heart Association veröffentlichten Studie New Yorker Forscher besteht tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Zahnbettentzündungen und Arterienverkalkung.
Für die Studie wurde unter anderem die Verdickung der Halsschlagader bei 420 Parodontitis-Patienten untersucht. Bei erfolgreicher Therapie war die Verdickung um bis zu 0,1 Millimeter geringer als bei Patienten mit erfolgloser Therapie. Andere Studien zeigten, dass eine solche Verdickung das Infarktrisiko um das 2,3-Fache erhöht.

09.02.2014
Ätherische Öle: Massage gegen Menstruationschmerzen
Frauen, die unter Regelbeschwerden leiden, kann eine Massage mit Duft-Ölen helfen
Thinkstock/istock
Massagen mit Duftölen lindern Menstruationsbeschwerden. Das ergab eine Studie der Universität Mansoura (Ägypten) mit 95 Frauen. Die Hälfte der Teilnehmerinnen, die über Regelschmerzen, starke oder lange Blutungen klagten, erhielten sieben Tage vor Beginn der Menstruation täglich eine Bauchmassage mit ätherischen Ölen aus Zimt, Nelken, Rosen oder Lavendel in einem Basisöl. Die Kontrollgruppe bekam nur eine Behandlung mit dem Basisöl. In einer zweiten Untersuchungsphase wurde getauscht.
Die anschließende Befragung der Frauen ergab, dass sowohl die Stärke und Dauer der Schmerzen als auch der Blutverlust in beiden Durchgängen bei der Aromatherapie deutlich geringer war als nur mit dem Öl.

08.02.2014
Ätherische Öle: Massage gegen Menstruationschmerzen
Frauen, die unter Regelbeschwerden leiden, kann eine Massage mit Duft-Ölen helfen
Thinkstock/istock
Massagen mit Duftölen lindern Menstruationsbeschwerden. Das ergab eine Studie der Universität Mansoura (Ägypten) mit 95 Frauen. Die Hälfte der Teilnehmerinnen, die über Regelschmerzen, starke oder lange Blutungen klagten, erhielten sieben Tage vor Beginn der Menstruation täglich eine Bauchmassage mit ätherischen Ölen aus Zimt, Nelken, Rosen oder Lavendel in einem Basisöl. Die Kontrollgruppe bekam nur eine Behandlung mit dem Basisöl. In einer zweiten Untersuchungsphase wurde getauscht.
Die anschließende Befragung der Frauen ergab, dass sowohl die Stärke und Dauer der Schmerzen als auch der Blutverlust in beiden Durchgängen bei der Aromatherapie deutlich geringer war als nur mit dem Öl.

07.02.2014
Partnerschaft: Tiefe Stimme macht Männer attraktiv
Frauen fühlen sich von einer tiefen männlichen Stimme angezogen – jedenfalls für eine kurzfristige Beziehung
Thinkstock/Fuse
Eine tiefe Stimme macht Männer für Frauen attraktiv – zumindest für eine Affäre, zeigt eine Studie der McMaster-Universität in Hamilton (Kanada). 87 Frauen sollten Männerstimmen lauschen, deren Tonhöhe elektronisch verändert wurde. Dabei zeigte sich, dass die Testpersonen tiefe Stimmen Männern zuordneten, die sie eher für untreu hielten. Die gleiche Stimmlage machte Männer für eine kurzfristige, aber nicht für eine dauerhafte Beziehung interessant.      

06.02.2014
Kinder: Was die Kleinen glücklich macht
Kinder brauchen ihre Familie und Freunde, um froh zu sein. Was ihnen außerdem noch wichtig ist
Thinkstock/Monkey Business
Familie und Freunde sind die wichtigsten Glücksquellen der jüngsten Bundesbürger. Spielzeug folgt an dritter Stelle. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts iconkids & youth international research unter 1000 Kindern zwischen vier und zwölf Jahren.
Sport trägt für 17 Prozent der Jungen entscheidend zur Zufriedenheit bei, aber nur für drei Prozent der Mädchen. Diese beschäftigen sich besonders gern mit ihrem Haustier (17 Prozent), bei den Jungen liegt der Anteil bei sieben Prozent.  

05.02.2014
Sportmedizin: So gefährlich ist Doping
Doping ist auch im Freizeitsport verbreitet und birgt hohe Gesundheitsrisiken
Thinkstock/istock
"Blaue Blitze" gibt es heute im Internet. Unter diesem Spitznamen erlangte das Medikament Turinabol traurige Berühmtheit im Spitzensport der DDR und wurde zum Sinnbild staatlich verordneter Leistungssteigerung mit allen Mitteln. Systematisch und zum Teil unwissend erhielten Sportler das synthetische Hormon – mit schwerwiegenden Folgen: Unfruchtbarkeit, Leberschäden, Herzversagen.
Die Kugelstoßerin Heidi Krieger vermännlichte durch Turinabol-Gaben stark, unterzog sich später einer Geschlechtsumwandlung und gilt heute als anerkanntes Dopingopfer. Solche Fälle gehören zum dunklen Kapitel jüngerer deutscher Sportgeschichte. Ganz gegenwärtig dagegen blüht der Handel mit der berüchtigten Substanz: Nur ein Klick im Netz, und die „blauen Blitze“ kommen mit der Post aus China.
Fast alle Dopingsubstanzen – Anabolika, Wachstumshormone, Kreislaufmittel – lassen sich problemlos auf dem Internet-Schwarzmarkt finden und bestellen, was offenbar auch in großem Stil geschieht.

Keine Kontrolle

Neuere Daten des Berliner Robert-Koch-Instituts zeigen, dass rund sieben Prozent aller sportlich aktiven Bundesbürger regelmäßig "verschreibungspflichtige Mittel" zur Leistungssteigerung einnehmen. Viele dieser Substanzen stehen auf der Liste der Welt-Antidoping-Agentur, doch das hat für Freizeitsportler keine Konsequenzen. Es wird außerhalb professioneller Wettkämpfe üblicherweise nicht kontrolliert und sanktioniert.
Nach dem jüngst verschärften Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport sind der Erwerb und Besitz einschlägiger Substanzen in "nicht geringen Mengen" zwar verboten, doch eine Strafverfolgung findet praktisch nicht statt. Besteht kein Tatbestand des Betrugs, bleibt es scheinbar jedem selbst überlassen, sich zu schaden.

Dopen im Blindflug

Eben dieses medizinische Problem bestehe in der Grauzone des Freizeit-Dopens umso mehr, sagen Experten: Anders als im Spitzensport werden die Maßnahmen nicht ärztlich überwacht. Der eigenmächtig dopende Sportler setzt sich also den zum Teil erheblichen Nebenwirkungen der kreislauf- und stoffwechselaktiven Mittel unkontrolliert aus.
Dass Risiken nicht nur theoretisch bestehen, verraten einschlägige Internetforen ebenso freimütig, wie dort die berüchtigten Hilfsmittel angepriesen und verglichen werden. Über Kopfschmerzen, Akne und "Gyno" klagen im Internet Kraftsportler, die ihren Muskelaufbau mit Steroidhormonen unterstützen – denn neben dem erwünschten Muskelzuwachs bewirken Steroide auch eine Blutdrucksteigerung und stärkere Talgdrüsenaktivität sowie indirekte, vermeintlich paradoxe Effekte, etwa eine Verweiblichung der Brust (Gynäkomastie).
Künstliche Hormongaben bringen höchst empfindliche Regelkreise des Körpers durcheinander. Der männliche Körper stellt unter der Steroidflut von außen nämlich die eigene Produktion des "Männlichkeitshormons" Testosteron ein. Außerdem verstoffwechselt er die Anabolika zum Teil in weibliche Hormone. Die Folgen: Brustdrüsenwachstum, Hodenverkleinerung, Abnahme der Spermienzahl bis hin zur Unfruchtbarkeit. Frauen hingegen vermännlichen durch Anabolika, was neben Hautproblemen oft zu Zyklusstörungen führt.
Noch besorgniserregender erscheinen allerdings die heiklen Ratschläge zur Abwehr der genannten Nebenwirkungen, zu denen sich im Internet Diskutierende durch ein fragwürdiges Halbwissen berufen fühlen: Weitere verschreibungspflichtige und nebenwirkungsträchtige Medikamente werden empfohlen, um Potenzstörungen, Schmerzen oder Wassereinlagerungen in Eigenregie zu behandeln. So etwas ist ohne medizinisches Wissen brandgefährlich.

Fatale Spätfolgen

Doch auch unter ärztlicher Aufsicht drohen bei Doping mitunter fatale Konsequenzen, wie das Beispiel der Siebenkämpferin Birgit Dressel deutlich macht. Die bundesdeutsche Olympia-Teilnehmerin starb 1987 an Multiorganversagen, nachdem sie von einem Sportmediziner über Monate Steroide und andere Medikamente zur Leistungssteigerung erhalten hatte.
Dass auch im Westen Deutschlands während der 1970er-und 1980er-Jahre umfangreich gedopt wurde, wurde erst in einer Untersuchung aufgezeigt. Demnach wurde damals auch mit staatlicher Unterstützung an Anabolika geforscht. Die möglichen Folgen des Gebrauchs dieser Substanzen wurden in vollem Umfang jedoch offenbar erst Jahre später deutlich: Leber-, Gefäß- und Herzschäden, die den Betroffenen dauerhaft und in lebensbedrohlicher Weise zusetzen.
Gefährlich ist auch der Einsatz des Hormons Erythropoetin (Epo). Es regt die Blutbildung an, was die Sauerstoffaufnahme und damit die Ausdauerleistung steigert. Allerdings kann es das Blut so dick machen, dass Herz- und Hirninfarkte drohen.

Gefährlicher Ehrgeiz

Wie verbreitet das Blutdoping im Amateursport ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Manch ein Sportmediziner vermutet, dass bis zu zehn Prozent der ambitionierten Läufer Epo spritzen. Andere Experten gehen dagegen von einem unerheblichen Anteil aus, da der Aufwand zu hoch sei.
Doch nicht nur Dopingmittel im engeren und kriminellen Sinn erfahren unter Sportlern problematischen Zuspruch. Viele Freizeitläufer nehmen legale und meistens sogar rezeptfreie Schmerzmittel ein, um ihre Fitness zu steigern. Das geschieht ebenfalls häufig in selbstschädigender Weise.

Mit Schmerzmittel an den Start

Beim Bonner Marathon-/Halbmarathonlauf erfragten Forscher, wie viele Läufer Analgetika eingenommen hatten, um belastungsbedingte Schmerzen am Bewegungsapparat besser aushalten zu können. Danach untersuchten die Forscher, wie sehr sich die Angaben mit auftretenden Nebenwirkungen deckten. Ergebnis: Knapp die Hälfte der fast 4000 Befragten hatte sich medikamentös präpariert. Magen-Darm-Beschwerden traten bei ihnen vierzehnmal häufiger auf als in der "cleanen" Gruppe. Insgesamt kam es bei Analgetika-Gebrauch fünfmal häufiger zu typischen Beschwerden: Neun Prozent erlitten Kreislaufstörungen, vier Prozent leichte Blutungen.
Der Glaube in die medizinischen Möglichkeiten der Leistungssteigerung ist verbreitet und stark, die Gefahren werden hingegen kaum kommuniziert. Dabei bestehen diese gerade in der physiologischen Ausnahmesituation eines Langstreckenlaufs: Die bekannten unerwünschten Wirkungen von Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Ibuprofen auf die Nieren oder das Kreislaufsystem verstärken sich, wenn der Körper keine Kapazitäten mehr hat, sie auszugleichen. Außerdem drohen Verschleiß und Überanstrengung, wenn Medikamente die Warnzeichen des Körpers unterdrücken.
Als schlechtes Vorbild könnte auch hier der Spitzensport wirken. Dort ist es ganz normal, dass Athleten von spezialisierten Ärzteteams rundum betreut und bei entsprechendem Anlass ganz unverhohlen "fitgespritzt" werden. Dass dabei oft weiter gegangen wird, als es der Gesundheit noch zuträglich wäre, wird trotz aller Doping-Debatten kaum hinterfragt – obwohl es populäre Beispiele gibt. Der Fußballprofi Ivan Klasnic etwa beschuldigte vor einigen Jahren Mediziner seines ehemaligen Vereins Werder Bremen, mit Schmerzmitteln seine Nieren geschädigt zu haben. Klasnic hatte 2007 wegen eines chronischen Nierenversagens eine Transplantation erhalten.

Grenzen respektieren

Schmerzmedikamente als solche seien bei regelrechter Anwendung nicht übermäßig gefährlich und erwiesen sich im medizinischen Einsatz als äußerst hilfreich, sagen Mediziner. Zu hinterfragen sei aber ihr unkritischer und unkontrollierter Gebrauch, um länger durchhalten zu können. Anders als bei professionellen Wettkämpfen betrüge man im Breitensport zwar überwiegend nur sich selbst, aus medizinischer Sicht aber gelte es dennoch, die eigenen Grenzen zu respektieren. Nur dann ist Sport auch gesund.

Falsches Vorbild: Doping im Spitzensport

Schon in der Antike sollen Athleten sich vor Wettkämpfen mit Stierhoden gestärkt haben – eine frühe Form des Testosteron-Dopings. Erst die pharmakologische Forschung während des Zweiten Weltkriegs brachte aber Dopingmittel im heutigen Sinn hervor.
In den 1960er-Jahren gab es unter Radfahrern Todesfälle durch Amphetamin-Gebrauch. Seit 1968 erfolgen systematische Doping-Kontrollen bei Olympischen Spielen. Dennoch wurde bei großen Wettkämpfen regelmäßig gedopt. Viele Sportler erlitten bleibende Gesundheitsschäden.

Die jüngeren, spektakulären Fälle von Lance Armstrong oder Jan Ullrich zeigen, dass Doping im Spitzensport heute professionalisiert und flächendeckend verbreitet ist.

04.02.2014
Depression: Kein gesteigertes Krebsrisiko
Depressionen stehen scheinbar in keinem direkten Zusammenhang mit Krebserkrankungen. Allerdings rauchen depressive Menschen öfter und bewegen sich weniger, das wiederum ist ungesund
Thinkstock/Hemera
Depressionen erhöhen das Risiko für Krebs – davon gingen Forscher bislang aus. Eine in dem American Journal of Epidemiology veröffentlichte Studie widerlegt diese Vermutung. Von 14.203 Teilnehmern, die zu Beginn der Studie Anzeichen einer Depression hatten und zehn Jahre lang regelmäßig befragt wurden, erkrankten zwar 1119 Personen an Krebs, ein direkter Zusammenhang war aber nicht nachweisbar.
Depressive sind jedoch oft Raucher und bewegen sich wenig. Das kann das Krebsrisiko erhöhen.

03.02.2014
Vorsorge: Mammografie mit Brustimplantat?
Frauen, die Brustimplantate tragen, sollten zur Mammografie ihren Implantat-Pass mitbringen und der Röntgenassistentin Bescheid sagen
Thinkstock/Stockbyte
Mammografie mit Brustimplantaten ist generell möglich. Frauen sollten die Röntgenassistentin allerdings auf die Implantate hinweisen, empfiehlt das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Den Implantat-Pass und Arztbriefe, die über die Art und den genauen Ort des Implantats Auskunft geben, sollte man zur Vorbereitung der Untersuchung mitbringen.
Kann das Brustgewebe nicht gut abgebildet werden, kommen weitere Untersuchungen wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie (MRT) in Betracht.

02.02.2014
Forschung: Neuer Wuchs statt Haarausfall
Wissenschaftlern ist es gelungen, Zellen zu züchten, die neue Haare sprießen lassen können. Die Forschung steht aber noch ganz am Anfang
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Männer bekommen eine Glatze, weil Haarfollikel auf ihrem Kopf mit den Jahren zugrunde gehen. Forschern der Columbia-Universität in New York (USA) gelang es nun, im Labor Ersatz zu schaffen. Sie entnahmen dazu intakten Follikeln einige Papillenzellen, vermehrten diese und verpflanzten die gezüchteten Zellen in ein Stück Haut. Dort bildeten sie neue Haarfollikel. Diese entstehen ansonsten nur vor der Geburt und nach Verletzungen.
Allerdings ist die neue Methode noch längst nicht einsatztauglich. Weitere Tests sollen zeigen, wie sich Haare mit möglichst naturnahen Eigenschaften züchten lassen. Im Experiment waren einige der neu sprießenden Haare nicht kräftig genug, um die Haut zu durchdringen.

01.02.2014
Forschung: Neuer Wuchs statt Haarausfall
Wissenschaftlern ist es gelungen, Zellen zu züchten, die neue Haare sprießen lassen können. Die Forschung steht aber noch ganz am Anfang
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Männer bekommen eine Glatze, weil Haarfollikel auf ihrem Kopf mit den Jahren zugrunde gehen. Forschern der Columbia-Universität in New York (USA) gelang es nun, im Labor Ersatz zu schaffen. Sie entnahmen dazu intakten Follikeln einige Papillenzellen, vermehrten diese und verpflanzten die gezüchteten Zellen in ein Stück Haut. Dort bildeten sie neue Haarfollikel. Diese entstehen ansonsten nur vor der Geburt und nach Verletzungen.
Allerdings ist die neue Methode noch längst nicht einsatztauglich. Weitere Tests sollen zeigen, wie sich Haare mit möglichst naturnahen Eigenschaften züchten lassen. Im Experiment waren einige der neu sprießenden Haare nicht kräftig genug, um die Haut zu durchdringen.

31.01.2014
Arbeit: Wirtschaftswachstum fördert Sterberate
Wenn die Wirtschaft brummt, sterben mehr Menschen. Forscher vermuten, dass ein Zusammenhang mit steigendem Stress, und damit verbundenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besteht
Thinkstock/istock
Wie Aufschwung und Sterblichkeit zusammenhängen, haben Forscher aus den Niederlanden untersucht. Sie betrachteten die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 19 Industrieländern in dem Zeitraum von 1950 bis 2008.
Ergebnis: In Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs steigt die Sterberate – mit jedem Prozent BIP-Zuwachs um 0,36 bis 0,38 Prozent. Die Forscher vermuten, dass ein Mehr an Arbeit den Stress erhöht – und dadurch die Zahl der Herz-Kreislauf- Erkrankungen zunimmt.

30.01.2014
Typ-2-Diabetes: Senken Heidelbeeren das Risiko?
Laut einer Studie kann der Verzehr bestimmter Obstsorten, zum Beispiel Heidelbeeren und Trauben, das Risiko senken, an Diabetes Typ 2 zu erkranken
Thinkstock/istock
Können Heidelbeeren und Weintrauben das Risiko für Typ-2-Diabetes verringern? Bei einer im British Medical Journal veröffentlichten Studie in den USA analysierten Forscher Daten zu Ernährungsgewohnheiten von rund 190.000 Menschen.
Das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, sinkt demnach um 26 Prozent, wenn jemand dreimal pro Woche Heidelbeeren isst, bei Weintrauben sind es zwölf, bei Äpfeln sieben Prozent. Allerdings beeinflusste nicht ein hoher Obstkonsum allgemein, sondern nur der häufige Verzehr einiger Sorten das Risiko. Der Genuss von Fruchtsäften erhöhte es dagegen.

29.01.2014
Edelmetalle: Gold und Silber in der Wissenschaft
Die besonderen Elemente haben Eigenschaften, die sie für Wissenschaft und Technik unentbehrlich machen. Ihr Ursprung liegt in den Sternen
Thinkstock/istock
Gold und Silber symbolisieren seit jeher Reichtum und Wohlstand. Schließlich sind die beiden Edelmetalle sehr selten, begehrt und deshalb wertvoll. Im Schnitt enthält die Erdkruste nur vier Gramm Gold pro tausend Tonnen Gestein. Die edlen Schwermetalle besitzen zudem besondere Eigenschaften, die sie für Forschung und Technik unentbehrlich machen. Woher sie aber stammen, war für die Wissenschaft lange Zeit ein Rätsel. Heute scheint zumindest geklärt, dass die beiden Elemente nichts anderes als Sternenstaub sind.
Elemente wie Gold und Silber, die relativ viele Protonen und Neutronen haben, entstehen durch Sternenexplosionen. Nur dabei ist so viel Energie vorhanden, dass Elemente wie Gold, Silber oder Platin entstehen können. Diese werden bei einer sogenannten Supernova durch das All geschleudert. Das Gold, das es heute auf der Erde gibt, entstand demnach, noch bevor sich unser Sonnensystem gebildet hatte. Forscher vermuten, dass diese Elemente bei der Entstehung der Erde durch die Schwerkraft angezogen wurden. Durch geologische Prozesse, also enormen Druck und Bewegungen in der Erdkruste, verdichteten sich die Edelmetalle, und es bildeten sich Lagerstätten.
Zutage gefördert wird Gold vor allem in China (355 Tonnen im Jahr 2011), Australien (270), den USA (237), Russland (200) und Südafrika (190). Insgesamt wurden im Jahr 2011 etwa 2700 Tonnen Gold aus der Erde geholt – und rund 24.000 Tonnen Silber. Trotzdem würde das gesamte bisher von der Menschheit „geerntete“ Gold in Form eines Würfels mit einer Seitenlänge von 20 Metern – das entspricht einem Gewicht von 160.000 Tonnen – leicht unter den Eiffelturm in Paris passen. Denn im großen Stil wurde Gold erst ab dem 19. Jahrhundert abgebaut. Die Römer sollen beispielsweise jährlich nur rund acht Tonnen gefördert haben. Die heutigen Methoden zur Gewinnung sind ertragreicher.
Vier Kilometer unter der Erde
Gold ist eines der ersten Metalle, das Menschen verarbeiteten. Die bislang ältesten Objekte daraus wurden in Bulgarien gefunden und um 4500 vor Christus hergestellt. Dass bereits so früh Gold genutzt wurde, liegt vor allem daran, dass es in der Natur auch „gediegen“ vorkommt: als Element in seiner reinen Form. Ebenso kann es aus goldhaltigem Gestein chemisch herausgelöst oder mit viel Hitze „herausgebacken“ werden.
Silber gibt es vermehrt in sulfidischen Mineralien. Sie kommen in der Natur oft mit Gold-, Blei-, Zink- oder Kupfererzen vor. Daher ist Silber eine Art Nebenprodukt bei der Förderung anderer Metalle. Das war wohl schon im Mittel alter so. Damals brachten Bleiminen häufig auch Silber zutage. Reine Silberminen sind nach wie vor selten.
Hohe Marktpreise für Edelmetalle ermöglichen heute eine aufwendige Förderung – selbst bei scheinbar geringer Ausbeute. Der durchschnittliche Ertrag von Goldminen liegt bei etwa ein bis drei Gramm je Tonne Gestein. Dafür wird mitunter sehr tief in der Erde gegraben. In Südafrika befinden sich die tiefsten Goldbergwerke der Welt. Dort schürfen Arbeiter knapp 4000 Meter unter der Erde nach dem gelb schimmernden Metall – teilweise unter verheerenden Bedingungen. Jedes Jahr sterben bei Unfällen Dutzende, manchmal Hunderte Minenarbeiter.
Inzwischen gibt es jedoch auch Minen, die Gold- und Silberabbau unter faireren, sichereren Bedingungen betreiben. Die Edelmetalle sind dann zwar teurer, doch dafür sollen die Arbeiter einen festgelegten, am Marktpreis orientierten Lohn erhalten. Einige Goldschmieden verwenden bereits ausschließlich „faires Gold“.
Aurum und Argentum – die lateinischen Bezeichnungen für Gold und Silber – werden jedoch nicht nur zu Schmuck verarbeitet. Sie besitzen besondere Eigenschaften, die sie in Forschung und Technik unersetzbar machen.
Dicht, weich und träge
Gold, ein dichtes, also schweres Element, ist weich, reaktionsträge und leitet sehr gut elektrischen Strom. Diese Eigenschaften nutzt die Elektroindustrie für Kontakte, Leiterplatten und andere Bauteile. Die Medizintechnik benötigt Gold beispielsweise für Ultraschallgeräte. In der Zahnheilkunde wird Gold verwendet, weil weder Bestandteile aus der Luft noch Säure aus Lebensmitteln dem Metall etwas anhaben können. Silber würde bei der Nahrungsaufnahme hingegen schnell mit anderen Stoffen eine Verbindung eingehen – so wie Silberbesteck, das mit den Schwefelbestandteilen der Luft reagiert und eine schwarze Patina entwickelt.
In der Forschung wird mit Gold auf atomarer Ebene (im Nanobereich) gearbeitet. Beispielsweise fördert die Europäische Union eine Forschungsarbeit über Gold-Nanoteilchen, die zur Früherkennung von Prostatakrebs dienen könnten. Silber wird oft wegen seiner keimtötenden Wirkung eingesetzt – etwa auf Türgriffen oder in einigen medizinischen Produkten. Studien haben jedoch gezeigt, dass es auch Körperzellen schädigen kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, auf den Einsatz von „nanoskaligem Silber“, also Produkten mit kleinsten Silberteilchen, zu verzichten. Als Schmuck ist reines Silber jedoch unbedenklich. Kontaktallergien kommen selten vor.

28.01.2014
Psychologie: Starrer Blick mindert Überzeugungskraft
Je häufiger man einem Redner in die Augen schaut, desto weniger leicht lässt man sich überzeugen
Thinkstock/iStockphoto
Wer sich von seinem Gegenüber nicht überzeugen lassen will, sollte ihm fest in die Augen schauen. Diese Schlussfolgerung lässt eine in dem Fachmagazin Psychological Science veröffentlichte Studie zu.
Psychologen der Universität Freiburg zeigten 62 Versuchspersonen Videos mit Sprechern, die zu umstrittenen sozialen und politischen Themen Stellung bezogen. Je öfter die Zuschauer in die Augen des Redenden blickten, desto weniger ließen sie sich von der geäußerten Meinung überzeugen.

27.01.2014
Montag: Tag der guten Vorsätze
Am Wochenbeginn nehmen sich besonders viele Menschen vor, mit dem Rauchen aufzuhören
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Der Wochenanfang scheint für viele Menschen ein Tag zu sein, an dem sie ein gesünderes Leben beginnen wollen. Das zeigt eine Studie der San-Diego-State-Universität (USA). Die Wissenschaftler werteten Google-Anfragen zur Raucherentwöhnung aus. Egal, ob es sich um Suchanfragen auf Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch oder Chinesisch handelte: Stets häuften sie sich montags.

26.01.2014
Essverhalten: Filme verändern Geschmack
Der Kinofilm ist hinreißend, die Tüte Chips leer… Psychologen haben eine Erklärung für diese "Beziehung"
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Emotionale Filme haben es in sich: Sie können die Geschmackswahrnehmung und das Essverhalten verändern, zeigten Psychologen aus Würzburg. Während man mit den Filmhelden leidet, schmeckt man den Fettgehalt von Lebensmitteln nicht mehr. Kein Wunder, dass die Tüte Chips beim Schnulzenabend so schnell leer ist …

25.01.2014
Essverhalten: Filme verändern Geschmack
Der Kinofilm ist hinreißend, die Tüte Chips leer… Psychologen haben eine Erklärung für diese "Beziehung"
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Emotionale Filme haben es in sich: Sie können die Geschmackswahrnehmung und das Essverhalten verändern, zeigten Psychologen aus Würzburg. Während man mit den Filmhelden leidet, schmeckt man den Fettgehalt von Lebensmitteln nicht mehr. Kein Wunder, dass die Tüte Chips beim Schnulzenabend so schnell leer ist …

24.01.2014
Beziehung: Konflikte vermeiden
"Schwamm drüber" – Ältere Paare neigen dazu, Unstimmigkeiten klein zu halten und sich schnell wieder zu vertragen
Thinkstock/Fuse
Wer macht den Abwasch? Wohin geht die nächste Reise? Was schaffen wir zuerst an? Wenn ältere Paare unterschiedlicher Meinung sind, wechseln sie offenbar gerne das Thema, um den Hausfrieden wiederherzustellen – anders als es jüngere Menschen in Beziehungen tun. Das fanden US-Forscher von der staatlichen Universität San Francisco in Videos von 127 Ehepaaren heraus. Wenn Paare älter werden, neigen sie wohl dazu, Konflikte klein zu halten und positive Erlebnisse zu verstärken.

23.01.2014
Ergotherapie: Trotz Demenz den Alltag meistern
Ergotherapie kann sich auf Menschen mit Gedächtnisproblemen positiv auswirken
Images Source/RYF
Das Gedächtnis anregen, die Selbstständigkeit fördern: Ergotherapie für Demenzkranke zeigt Wirkung, urteilt das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information in einer Studienanalyse. So könne die Behandlung die Stimmungslage verbessern und Aggressionen mildern. Bei dementiellem Syndrom kann der Arzt Ergotherapie auf Kassenrezept verordnen – sofern diese medizinisch notwendig ist.

22.01.2014
Kinder: Drei Strategien bei Durchfall
Rota- und Noroviren sind oft die Auslöser. Wie Sie vorbeugen können und welches die beste Therapie ist
Thinkstock/Stockbyte
1. Vorbeugen:
Die Kleinsten schützt Stillen – auch teilweises – in den ers­ten Lebensmonaten vor Infektionen wie Durchfall. Wer Säuglingsmilch gibt, sollte das Fläschchen stets frisch zubereiten. Bei größeren Kindern gilt: Fleisch und Eier gut durchbraten oder kochen, Obst gründlich waschen und schälen.
Gute Handhygiene kann vermeiden, dass Erreger übertragen werden! Gegen Infektionen mit Rotaviren immunisiert ab der sechsten Lebenswoche ­eine gut verträgliche Schluckimpfung. Seit Kurzem empfiehlt sie die Ständige Impfkommission in Berlin ­(STIKO) für Kinder unter sechs Monate. Der Arzt berät zu möglichen Vor- und Nachteilen.
2. Flüssiges ersetzen:
Mit dem wässrigen Stuhl gehen rasch große Mengen an Wasser und Blutsalzen verloren. Deshalb ist bei Kindern mit Durchfall eine Elektrolyt-Glukose-Mischung aus der Apotheke die beste Therapie. Das Kind soll so viel Trink­lösung zu sich nehmen, wie geschätzt mit dem Durchfall verloren gegangen ist. Bestehen Zeichen der Austrocknung, zum Beispiel eine trockene Zunge oder eingesunkene Augen, und ist das Kind unruhig oder sehr durstig, sollten es in den ­ersten Stunden mindestens 40 Milliliter Trinklösung pro Kilo­gramm Körpergewicht sein.
Geben Sie diese schlückchenweise sowie gekühlt (fertige Lösung hält sich im Kühlschrank 24 Stunden). Manchmal akzeptieren Kinder die Medizin eher, wenn sie diese mit einer Spritze in den Mund oder als gefrorenen Lolly bekommen. Halten Sie in Ihrer Haus- und Reiseapotheke immer Elektrolyt-Glukose-Mischung bereit. Stopfende Medikamente sollten Sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker geben. Die Selbstheilung unterstützen Präparate mit probiotischen Bakterien (wie Lactoba­zillus GG) oder Hefen (wie Saccharomyces boulardii), sowie Mittel mit Kamille und Apfelpektin.

3. Zum Arzt gehen:
Durchfall bei Kindern kann schnell gefährlich werden. Je jünger und leichter das Kind, desto schneller trocknet der Körper aus. Zum Arzt gehen Sie bitte, wenn Ihr Kind jünger als sieben Monate ist, weniger als acht Kilo wiegt, mehr als acht wässrige Stühle pro Tag hat, Blut im Stuhl ist, bei starkem Erbrechen oder hohem Fieber (über 39,5 Grad). Dies gilt auch, wenn Ihr Kind trotz Austrocknung nichts trinkt, sich sein Zustand verschlechtert oder es ungewöhnlich krank wirkt.

21.01.2014
Sport: Joggen erhöht Lebenserwartung
Langsam laufen, länger leben – so lautet das Fazit einer Studie
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Wer regelmäßig joggt, verbessert seine Lebenserwartung. Doch die Devise „viel hilft viel“ gilt offenbar nicht. Wer in niedrigem bis mäßigem Tempo unterwegs ist, und zwar höchstens 2,4 Stunden pro Woche, senkt sein Sterberisiko gegenüber Nichtläufern um 42 Prozent. Das errechneten dänische Forscher nach einer langjährigen Studie mit knapp 18.000 Teilnehmern. Läufer, die mehr als vier Stunden unterwegs waren, senkten ihr Risiko dagegen nur um 14 Prozent.

20.01.2014
Nasenspray: Richtig sprühen
Was Sie bei der Anwendung der Sprays beachten sollten
Thinkstock/istockphoto
Wenn Sie ein Nasenspray verwenden, sollten Sie es etwa einen Zentimeter in das Nasenloch einführen. Sonst wird ein Teil der Wirkstofflösung von den Haaren am Naseneingang abgefangen. Damit sich die Lösung gleichmäßig verteilt: beim Sprühen gleichzeitig durch die Nase einatmen.

19.01.2014
Arbeitsplatz: Power-Pause
Wer mit seinen Kollegen kurz über Privates spricht, arbeitet danach effektiver – sagen Wissenschaftler
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Quatschen hält von der Arbeit ab? Von wegen! Nach einem privaten Plausch mit Kollegen arbeiten wir sogar ­effektiver, fanden jetzt britische Forscherinnen heraus. Die Erklärung: Durch die persönlichen Erzählungen – egal ob lustig oder emotional – lerne man die Kollegen besser kennen, baue eine vertrauensvollere Beziehung auf und fühle sich am Arbeitsplatz einfach wohler.

18.01.2014
Arbeitsplatz: Power-Pause
Wer mit seinen Kollegen kurz über Privates spricht, arbeitet danach effektiver – sagen Wissenschaftler
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Quatschen hält von der Arbeit ab? Von wegen! Nach einem privaten Plausch mit Kollegen arbeiten wir sogar ­effektiver, fanden jetzt britische Forscherinnen heraus. Die Erklärung: Durch die persönlichen Erzählungen – egal ob lustig oder emotional – lerne man die Kollegen besser kennen, baue eine vertrauensvollere Beziehung auf und fühle sich am Arbeitsplatz einfach wohler.

17.01.2014
Aerobic: Gegen die Depression anhüpfen
Regelmäßiges Fitnesstraining kann Menschen mit Gemütsschwankungen helfen
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Aerobic kann positiv auf depressive Menschen wirken. Wissenschaftler aus den USA stellten fest, dass regelmäßiges Üben bereits nach vier Wochen erste Wirkungen bei Patienten zeigte. Um einen optimalen Effekt zu erzielen, empfehlen sie ein Trainingsprogramm von drei bis fünf Einheiten (je 45 bis 60 Min.) pro Woche über ein Vierteljahr. Wichtig: Ob das Training im individuellen Fall geeignet ist, sollte mit dem Arzt besprochen werden.

16.01.2014
Ernährung: Nicht hungrig in den Supermarkt
Kalorienreiche Produkte landen eher im Einkaufswagen, wenn Sie mit knurrendem Magen unterwegs sind
Thinkstock/iStockphoto
Wer mit knurrendem Magen zum Lebensmittel-Einkauf geht, kauft mehr hochkalorische Produkte, als wenn er nicht hungrig ist. Das wies ein Forscherteam der Cornell-Universität New York (USA) in zwei Studien nach. Ein weiteres Ergebnis: Am vernünftigsten ist es, am frühen Nachmittag einzukaufen.

15.01.2014
Untersuchungen: Ist mein Herz gesund?
EKG, Ultraschall, Laborwerte: So erkennt der Arzt, wie es um Ihr Herz bestellt ist
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1. EKG
Das EKG (Elektrokardiogramm) gibt  Hinweise darauf, ob das Herz gefährdet ist. Es zeigt auch, ob jemand schon einen Herzinfarkt hatte. Bei Diabetes oder alten Menschen kann ein Infarkt mitunter ohne Symptome ablaufen.

2. Belastungs-EKG
Während körperlicher Anstrengung wird ein EKG abgeleitet. Kommt es dabei zu typischen Veränderungen der EKG-Linien, ist das ein Hinweis, dass die Herzgefäße verengt sind und den erhöhten Blutbedarf nicht decken können. In diesem Fall folgt meist eine Herzkatheter-Untersuchung.

3. Blutwerte
Die Bestimmung bestimmter Blutwerte hilft ebenfalls, das Gefäßrisiko abzuschätzen. Dazu zählen in erster Linie die Blutfette Cholesterin (HDL- und LDL-Cholesterin, Triglyzeride), der Blutzucker und der Blutzucker-Langzeitwert HbA1c.

4. Echokardiografie
Mithilfe der Ultraschalluntersuchung des Herzens kann der Arzt unter anderem die Funktion des Herzens beurteilen und erkennen, ob ein Bereich des Herzmuskels geschwächt ist – etwa infolge einer Durchblutungsstörung.

5. Durchblutung
Bei Diabetes sollte regelmäßig die Durchblutung der Beine und Füße geprüft werden. Außerdem wichtig: mindestens einmal jährlich Augen und Nieren (Urinprobe auf Eiweiß) untersuchen lassen.

14.01.2014
Mittelmeerkost: Schutz vor geistigem Abbau?
Die traditionelle mediterrane Küche gilt als gesund. Möglicherweise senkt sie auch das Risiko für eine Demenz
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Reichlich Gemüse, wenig Fleisch, öfter Fisch, lieber pflanzliches als tierisches Fett, gelegentlich Nüsse: Ein solcher Speiseplan nach dem Vorbild der Mittelmeerküche schützt offenbar vor geistigem Abbau. Das folgern spanische Forscher aus einer Studie an 522 Teilnehmern zwischen 55 und 80, die ein erhöhtes Risiko für eine Demenz hatten, etwa wegen Bluthochdruck. Die Wissenschaftler wollten wissen, welche Wirkung mediterrane Ernährung auf das Gehirn hat – verglichen mit fett­armer Kost.

13.01.2014
Sport: Der Einfluss der Gene
Die Lust auf Bewegung ist zumindest teilweise auch erblich bedingt, fanden Forscher heraus
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Die einen können es gar nicht erwarten, sich jeden Tag aufs Rad zu schwingen und lassen keinen Stadtmarathon aus. Die anderen quält schon der bloße Gedanke an einen Spaziergang. Jetzt glauben US-Forscher herausgefunden zu haben: Die Freude an Bewegung ist erblich. Sie hatten Ratten, die durch besonderen Bewegungsdrang auffielen, miteinander gekreuzt und festgestellt: Deren Nachwuchs war zehnmal aktiver als der Nachwuchs bewegungsfauler Ratten.

12.01.2014
Partnerwahl: Entscheidet die Nase mit?
Der Körpergeruch kann laut Forschern bei der Partnerwahl den Ausschlag geben
Thinkstock/Pixland
Abstoßend oder sympathisch – Frauen reagieren unterschiedlich auf die Körpergerüche von Männern. Das wissen Forscher schon länger. Aber spielt dieser Duft für die Partnerwahl überhaupt eine Rolle? Dazu müsste er über einen längeren Zeitraum mit gleichbleibender Stärke abstoßend oder anziehend wirken.
Genau das zeigte eine Studie britischer Wissenschaftler, an der 92 Männer und 63 heterosexuelle Frauen teilnahmen. Jede Frau roch an Shirts, in denen die Männer zwei Nächte zuvor geschlafen hatten, und bewertete die Gerüche. Etwa drei Monate später wurde der Test wiederholt. Die Bewertungen der Frauen änderten sich kaum. Das belegt den Forschern zufolge, dass der Körpergeruch tatsächlich für die Wahl des Partners entscheidend sein kann.

11.01.2014
Partnerwahl: Entscheidet die Nase mit?
Der Körpergeruch kann laut Forschern bei der Partnerwahl den Ausschlag geben
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Abstoßend oder sympathisch – Frauen reagieren unterschiedlich auf die Körpergerüche von Männern. Das wissen Forscher schon länger. Aber spielt dieser Duft für die Partnerwahl überhaupt eine Rolle? Dazu müsste er über einen längeren Zeitraum mit gleichbleibender Stärke abstoßend oder anziehend wirken.
Genau das zeigte eine Studie britischer Wissenschaftler, an der 92 Männer und 63 heterosexuelle Frauen teilnahmen. Jede Frau roch an Shirts, in denen die Männer zwei Nächte zuvor geschlafen hatten, und bewertete die Gerüche. Etwa drei Monate später wurde der Test wiederholt. Die Bewertungen der Frauen änderten sich kaum. Das belegt den Forschern zufolge, dass der Körpergeruch tatsächlich für die Wahl des Partners entscheidend sein kann.

10.01.2014
Bücher: Schmökern für das Mitgefühl?
Literatur lässt uns am Leben andere teilhaben. Das schult das Verständnis für andere Menschen
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Sich in Romane zu vertiefen kann nicht nur großes Vergnügen bereiten, es fördert auch das Verständnis für andere. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der New School for Social Research in New York (USA).
Bei ihrer Studie ließen sie knapp 700 Teilnehmer in Ruhe Textausschnitte lesen. Die eine Hälfte bekam Auszüge aus Romanen, die andere Sachtexte vorgelegt. Anschließend durchliefen die Versuchspersonen verschiedene Tests, mit denen die Forscher das Einfühlungsvermögen prüften. Die Literaturleser schnitten besser ab. Sie konnten Gesichtsausdrücke treffender deuten und sich besser in andere hineinversetzen.

09.01.2014
Kosmetik: Cremes in Tuben und Spendern
Cremes sollten möglichst wenig mit Keimen in Berührung kommen. Darum sind Behälter sinnvoll, die nur eine kleine Öffnung haben
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Wenn Sie empfindliche Haut haben, sollten Sie Cremes verwenden, die nur wenig Konservierungsstoffe enthalten. Solche Produkte werden oft in Tuben oder Spendern angeboten, denn so verpackt kommt die Creme seltener mit Luft und Keimen in Verbindung als im Tiegel.
Am besten schützt eine Aluminiumtube vor Keimen. Spender sind auch zu empfehlen, weil die kleinen Öffnungen verhindern, dass viel Luft eindringt.

08.01.2014
Mastix: Begehrtes Baumharz
Das uralte Genuss- und Heilmittel lässt sich vielseitig nutzen und interessiert nun auch Forscher
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Für Mastix hat offenbar jeder eine andere Verwendung: Feinschmecker nutzen ihn als aromatisch-herbes Gewürz, Maler als Firnis, Maskenbildner als hautfreundlichen Kleber, Geigenbauer als Lack und Esoteriker als Räucherwerk.
In Kaugummis und Mundwässern kommt das Harz gegen Zahnbelag und Mundgeruch zum Einsatz, in Naturkosmetika als Hautpflegemittel und in der Volksmedizin bei Verdauungsproblemen. Seit einigen Jahren interessiert sich auch die medizinische Forschung für das von der griechischen Insel Chios stammende Multitalent.
Mastix ist ein Harz des Mastix-Strauchs Pistacia lentiscus, der im Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln wächst. Die immergrünen Sträucher haben dicke, knorrige Äste und erreichen eine Höhe von zwei bis drei Metern. Nur auf Chios werden sie zur Harzgewinnung kultiviert. Auf den kalkhaltigen Mergelböden im Süden der Insel gedeihen sie besonders gut.

Tropfen für Tropfen Qualität
Ab Mitte Juni bis in den August ritzen Mastix-Bauern die Rinde regelmäßig mit kurzen, senkrechten Schnitten ein. Aus den Verletzungen tropft ein würzig duftender klarer Balsam, der mit unter dem Strauch ausgelegten Steinplatten oder Plastikplanen aufgefangen wird. Dort härtet er innerhalb von zehn bis zwanzig Tagen aus.
Pro Pflanze lassen sich vier bis fünf Kilogramm Harz gewinnen. Die getrockneten Stückchen erinnern an Kandiszucker, schmecken aber wegen ihres hohen Gehalts an Triterpenen und ätherischen Ölen würzig und leicht bitter.
Seit 2500 Jahren dient Mastix im Mittelmeerraum als Genuss- und Heilmittel. Er wurde bereits in der Bibel sowie von berühmten Heilkundigen wie Hippokrates und Galenus erwähnt. In der Antike galt das Harz als ebenso wertvoll wie Gold, weshalb Chios unter den griechischen Inseln schon immer zu den wohlhabenden zählte.

Keimtötende Wirkung
Inzwischen haben Wissenschaftler aus aller Welt die Erfahrungen der Volksheilkunde bestätigt: Sie bescheinigen dem Harz bemerkenswerte antibakterielle und entzündungshemmende Effekte, die sich unter anderem bei Magen-Darm-Erkrankungen nutzen lassen.
Bereits 1998 berichteten Forscher der Universität Nottingham im Ärzteblatt New England Journal of Medicine, dass Mastix Magengeschwüre abheilen lässt, indem er das Wachstum des Magenkeims Helicobacter pylori bremst. Dieser ist an der Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren beteiligt.

Internationale Karriere
Seit dieser Entdeckung macht der griechische Exportschlager international Karriere: Wissenschaftler der Universität Athen etwa wiesen eine entzündungshemmende Wirkung bei der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn nach. In einer Studie der Universität Schanghai verringerte Mastix die Aktivität von Prostatakrebszellen.
Laut einer Untersuchung der türkischen Süleyman-Demirel-Universität hemmt das Kauen von Mastix-Kaugummi das kariesverursachende Bakterium Streptococcus mutans. Israelische und japanische Forscher stellten zudem günstige Effekte bei Mundgeruch, Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen fest.
Wie griechische Forscher in der Fachzeitschrift Current Medicinal Chemistry zusammenfassen, ist das Potenzial des traditionellen Heilmittels noch lange nicht erschöpft – zumal das Harz praktisch keine Nebenwirkungen haben soll.

07.01.2014
Infektion: Keime aus dem Krankenhaus
Im Krankenhaus lauern gefährliche Keime. Manche Patienten infizieren sich. Richtige Hygiene ist wichtig
Stockbyte/RYF
Im Schnitt erkrankt jeder 23. Krankenhauspatient an einer Infektion, etwa 15 Prozent davon an multiresistenten Erregern (MRE). Diese Keime sind besonders gefährlich, denn Antibiotika können ihnen nichts anhaben. In Deutschland infizieren sich damit mehr Krankenhauspatienten als in anderen Ländern.
Laut einer Studie der Universität Bremen und der Handelskrankenkasse könnten 30 Prozent der Fälle durch bessere Hygiene verhindert werden. Hierzulande, so die Experten, herrsche aber seit jeher eine Geringschätzung des Fachbereichs Hygiene an den Kliniken.

06.01.2014
Lieblingsmusik: Geliebte Töne für das Herz
Wer seine Lieblingsmusik hört, tut sich etwas Gutes. Davon profitiert möglicherweise auch die Funktion der Herzkranzgefäße
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Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen können durch regelmäßiges Musikhören die Gefäßfunktion verbessern. Wie serbische Forscher auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Amsterdam berichteten, erhöhen bereits 30 Minuten am Tag bestimmte Blutwerte, darunter das gefäßerweiternde Stickstoffmonoxid. Am größten sei der Effekt bei zusätzlichem körperlichem Training.
Die Erklärung der Forscher: Beim Hören der Lieblingsmusik werden Endorphine ausgeschüttet. Diese „Glückshormone“ veranlassen die Gefäßinnenwand, vermehrt Stickstoffmonoxid zu bilden.

05.01.2014
Ernährung: Portionsgrößen schwer zu schätzen
Viele Menschen können nicht gut einschätzen, wie viel sie auf dem Teller liegen haben
Thinkstock/Stockbyte
Bei den Portionsgrößen von Mahlzeiten verschätzen sich Menschen leicht. Eine Verdoppelung der Menge nehmen die meisten nur als Steigerung um 50 bis 70 Prozent wahr, belegen Tests.
Eine internationale Studie unter Beteiligung der Universität Bonn konnte nun zeigen, dass Menschen die Größe einer Portion am besten einschätzen, wenn sie eine Speise für verlockend, aber auch wenig gesund halten.

04.01.2014
Ernährung: Portionsgrößen schwer zu schätzen
Viele Menschen können nicht gut einschätzen, wie viel sie auf dem Teller liegen haben
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Bei den Portionsgrößen von Mahlzeiten verschätzen sich Menschen leicht. Eine Verdoppelung der Menge nehmen die meisten nur als Steigerung um 50 bis 70 Prozent wahr, belegen Tests.
Eine internationale Studie unter Beteiligung der Universität Bonn konnte nun zeigen, dass Menschen die Größe einer Portion am besten einschätzen, wenn sie eine Speise für verlockend, aber auch wenig gesund halten.

03.01.2014
Psychologie: Angst um Job kann dem Herz schaden
Die ständige Angst um den Arbeitsplatz erhöht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit
Ingram/RYF
Wer Angst um seinen Job hat, erleidet um ein Drittel häufiger eine koronare Herzkrankheit – also eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, die auch zu einem Infarkt führen kann. Das zeigt eine Analyse internationaler Wissenschaftler von 32 Zentren, darunter die Universitäten Düsseldorf und Duisburg-Essen.
Die Forscher nutzten die Daten von 180.000 Teilnehmern aus 17 Studien, die im Schnitt jeweils zehn Jahre dauerten. Der gefundene Zusammenhang galt für Menschen beiderlei Geschlechts sowie für Alt und Jung. Die Daten zeigten auch, dass die Risikozunahme vor allem Menschen aus benachteiligten Bildungs- und Einkommensschichten betraf.

02.01.2014
Süßholzwurzel: Süßer Rachenschutz
Süßholzsirup mindert die Halsschmerzen nach Lungenoperationen
Thinkstock/iStock
Nach Lungenoperationen klagen Patienten oft über Heiserkeit und Husten, da sie durch einen besonders dicken Schlauch beatmet wurden. Gegen solche Reizungen in Mund und Rachen ließen Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien 236 Patienten vor dem Eingriff entweder mit in Wasser gelöstem Süßholzsirup oder mit Zuckerwasser gurgeln. Die Lakritzemischung verminderte die Halsschmerzen deutlich – und damit auch spätere Komplikationen.

01.01.2014
Vitalstoffe: Manche Menschen nehmen zu wenig davon auf
Studien zeigen, dass wohl nicht jeder Mensch ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt ist
LiquidLibrary/DynamicGraphics
Es ist ein umsatzfördernder Taschenspielertrick: Weil bestimmte Krankheiten gehäuft auftreten, wenn im Körper ein Vitaminmangel herrscht, wurden Vitaminen heilende Wirkungen zugeschrieben.
Ein Beispiel? Wer einen Vitamin-C-Mangel hat, leidet gehäuft unter Infekten, weil das Immunsystem nicht richtig arbeiten kann. Wer aber ausreichend versorgt ist, kann durch zusätzliche Vitamin-C-Gaben über den Bedarf hinaus seine Anfälligkeit für Erkältungen nicht noch weiter senken.
Die angesehene Cochrane Collaboration gibt in einer Übersicht vom Mai 2013 29 Studien mit mehr als 11.000 Teilnehmern an, die zeigen, dass die Einnahme von Vitamin C nicht vor Erkältungen schützt, sofern kein Mangel vorliegt.
Das Ziel der Nahrungsergänzung ist also nicht das „Doping“ des Körpers, sondern nur das Verhindern von Mangelzuständen. Dass Letzteres notwendig sein kann, zeigen die „nationalen Verzehrsstudien“, die regelmäßig im Auftrag des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt werden.
Im Großen und Ganzen ist die Versorgung mit Vitaminen gut, aber es mangelt immer wieder bei der Aufnahme von Folsäure, Vitamin B12 und – bei älteren Menschen – Vitamin D. Folsäure steckt vor allem in Gemüse. Wer nicht mehrere Portionen pro Tag davon isst, hat es schwer, den Bedarf zu decken. Außerdem ist das Vitamin sehr licht- und hitzeempfindlich. Wird Gemüse warm gehalten oder aufgewärmt, enthält es weniger davon als die frische Ware.
Sportler und Ältere brauchen mehr
Kritiker bemängeln, dass die Daten der Verzehrsstudie nur auf den Angaben der Befragten beruhen. Es gibt keine Blutuntersuchungen, die zeigen, wie der Vitaminstatus der Bevölkerung wirklich ist. Doch die Studie hat gezeigt, welche Personenkreise häufiger einen Vitalstoffmangel haben.
Dazu gehören Senioren, Menschen, die wenig essen, und Sportler. Sie alle können sich in der Apotheke zum Thema Nahrungsergänzung beraten lassen. Dort gibt es zudem Tipps, wie jeder seine Ernährung so umstellen kann, dass Vitalstoffdefizite in Zukunft verhindert werden.

31.12.2013
Kinder: Steigert Limonade die Streitlust?
Kinder, die zuckerhaltige Süßgetränke zu sich nehmen, streiten wohl mehr und machen öfter Dinge kaputt. Der Zusammenhang ist noch nicht geklärt
Imagesource/RYF
Kinder, die Softdrinks konsumieren, sind besonders aggressiv. Das zeigt eine Studie von drei Universitäten in den USA. Dafür werteten Forscher die Daten von knapp 3000 Fünfjährigen aus.
43 Prozent der Kinder nahmen täglich ein süßes Erfrischungsgetränk zu sich. Sie stritten sich häufiger, griffen andere an oder zerstörten öfter Gegenstände als Kinder, die keine Softdrinks tranken. Ob die Aggressivität aber tatsächlich auf den Zuckeranteil der Getränke, das diesen manchmal zugegebene Koffein oder andere Zusatzstoffe zurückzuführen ist, konnten die Autoren der Studie nicht sagen.

30.12.2013
Sport: Weniger kann mehr sein
Wer regelmäßig ein bisschen Sport treibt, bleibt oft leichter dabei. Längeres Training wird manchmal als zeitraubend empfunden
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Wer bei leichtem Übergewicht jeden Tag ein bisschen trainiert, bleibt noch nach Monaten gern dabei und fühlt sich voller Energie. Dagegen wird längeres Training als zeitraubend empfunden und macht lustlos. Darauf weist eine Studie der Universität Kopenhagen (Dänemark) hin, bei der gesunde, leicht übergewichtige Männer entweder täglich 30 Minuten oder eine Stunde lang körperlich aktiv sein sollten.

29.12.2013
Ernährung: Kaffee ist kein Knochenbrecher
Die aromatischen Bohnen standen lange im Verdacht, Knochenschwund zu begünstigen. Eine Studie hat dies nun widerlegt
Thinkstock/iStock
Lange galt Kaffeegenuss als Risikofaktor für Osteoporose. Nun veröffentlichte das American Journal of Epidemiology eine schwedische Langzeitstudie, an der mehr als 60.000 Frauen teilnahmen. Sie zeigt, dass ein übermäßiger Genuss von acht Tassen oder mehr am Tag zwar mit einer etwas geringeren Knochendichte einhergeht. Ingesamt brachen sich Kaffeetrinkerinnen aber nicht häufiger Knochen als Frauen, die auf Kaffee verzichteten.

28.12.2013
Ernährung: Kaffee ist kein Knochenbrecher
Die aromatischen Bohnen standen lange im Verdacht, Knochenschwund zu begünstigen. Eine Studie hat dies nun widerlegt
Thinkstock/iStock
Lange galt Kaffeegenuss als Risikofaktor für Osteoporose. Nun veröffentlichte das American Journal of Epidemiology eine schwedische Langzeitstudie, an der mehr als 60.000 Frauen teilnahmen. Sie zeigt, dass ein übermäßiger Genuss von acht Tassen oder mehr am Tag zwar mit einer etwas geringeren Knochendichte einhergeht. Ingesamt brachen sich Kaffeetrinkerinnen aber nicht häufiger Knochen als Frauen, die auf Kaffee verzichteten.

27.12.2013
Sicherheit: Entwarnung für HPV-Impfung
Die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ruft keine schweren Nebenwirkungen hervor – zu diesem Schluss kommen Forscher
W&B/Achim Graf/RYF
Heranwachsende Mädchen müssen nicht mit bestimmten schweren Nebenwirkungen rechnen, wenn sie sich gegen Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV) impfen lassen. Diesen Schluss ziehen Forscher im British Medical Journal. Sie analysierten dazu die Patientenregister von knapp einer Million junger Däninnen und Schwedinnen. 300.000 waren im Alter von 10 bis 17 Jahren gegen vier Virentypen geimpft worden.
Wie die statistische Auswertung ergab, traten bei ihnen später nicht häufiger Autoimmunkrankheiten, neurologische Störungen und venöse Thromboembolien auf als bei Nicht­geimpften. Der Impfstoff schützt vor vier HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

26.12.2013
Gallensteine: Was begünstigt sie?
Übergewicht führt wohl vermehrt zu Steinen in der Gallenblase
W&B/creativ collection/Szczesny/Jörg Neisel
Ein zu hohes Körpergewicht begünstigt das Entstehen von Gallensteinen. Das zeigt eine Studie der Universität Kopenhagen (Dänemark) mit rund 77.000 Teilnehmern. Bei gut 4.000 von ihnen bildeten sich im Beobachtungs­­zeitraum Gallensteine, die zu Beschwerden führten.
Erbgutanalysen ergaben, dass Übergewicht die Steinbildung verursacht: Dicke Menschen mit einer genetischen Veranlagung zu Übergewicht litten überdurchschnittlich oft an Gallensteinen. Mit diesem Befund schlossen die Forscher aus, dass es sich umgekehrt verhält, also Menschen mit Gallensteinen wegen ihrer Beschwerden keinen Sport treiben und daher dick werden.

25.12.2013
Impotenz: Schweigen im Schlafzimmer
Erektionsstörungen sind für viele Männer ein Tabuthema. Unter dem dadurch oft entstehenden Mangel an Nähe leiden auch ihre Partnerinnen
Stockbyte/RYF
Die Störung ist ein männliches Massenleiden: Erektile Dysfunktion, kurz ED, heißt sie unter Medizinern. Andere sagen: Impotenz. Man redet von erektiler Dysfunk­tion, wenn es binnen eines halben Jahres bei 70 Prozent der Beischlafversuche nicht klappt. Laut einer Kölner Studie, einer großen Befragung zur sexuellen Zufriedenheit von Männern, haben rund 20 Prozent der männlichen Deutschen über 30 dauerhafte Erektionsstörungen. Bei den über 60-Jährigen berichteten 34 Prozent von Potenzschwierigkeiten, ab knapp 70 war es sogar die Hälfte. Über alle Altersstufen hinweg sind vermutlich fünf bis sieben Millionen deutsche Männer betroffen.
Für behandlungsbedürftig halten sich die meisten indes nicht: Bei der Kölner Studie kreuzten nur knapp sechs Prozent der Befragten an, dass sie eine Therapie bräuchten. Dabei waren die Symptome bei rund 20 Prozent vorhanden.
Vorzeichen einer Herzkrankheit
Viele Männer rücken selbst nicht raus mit der Sprache, sondern wollen von ihrem Urologen auf das Problem angesprochen werden. Dass Potenzprobleme ein solches Tabuthema sind, liegt auch am gesellschaftlichen Umgang damit. Männlichkeit und Potenz gehören für die meisten Männer untrennbar zusammen. Hapert es bei der Potenz, bin ich kein richtiger Mann mehr – diese Vorstellung ist tief im Männergehirn verankert.
Dabei sollten Betroffene das Problem nicht einfach totschweigen. Ist der Blutfluss in den kleinen Gefäßen des Penis gestört, kann das ein Frühsymptom einer schweren Gefäßerkrankung sein. Die Statistik zeigt, dass Erektionsprobleme einem Schlaganfall oder Herzinfarkt oft zehn Jahre vorausgehen. Zwar gibt es Fälle, in denen Versagensängs­te oder Stress zugrundeliegen. Aber auch Diabetes, manche Medikamente oder eine Depression können eine Erektion verhindern. Hält die Störung an, sollte Mann sie auf jeden Fall abklären lassen.
Frauen suchen Rat
Oft machen die Partnerinnen den ers­ten Schritt. Die Frage, die alle bewegt, ist: Was kann ich tun, damit er mit mir darüber redet? Mehr als unter der fehlenden Sexualität leiden die Frauen unter dem Mangel an Nähe.
Behandlung von Erektionsstörungen
Liegen körperliche Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes zugrunde, müssen sie langfristig behandelt werden. Die Erektionsstörung selbst wird meist auf vier Arten therapiert:
  • Tabletten: Sogenannte Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) sind die am häufigsten verordneten Medikamente bei Erektionsproblemen. Sie bewirken eine Erweiterung der Blutgefäße. Es gibt unterschiedliche Wirkstoffe, die sich vor allem in der Dauer ihrer Wirksamkeit unterscheiden. Weil PDE-5-Hemmer in Kombination mit einigen anderen Medikamenten und bei Patienten, die ein Herzleiden haben, riskant sein können, sind sie rezeptpflichtig. Die Kassen dürfen die Kosten nicht übernehmen. Im Juni lief aber der Patentschutz für das älteste dieser Präparate ab. Daher ist Sildenafil inzwischen sehr viel günstiger erhältlich als zuvor.
  • Spritzen: Die Medikamente können auch per Injektion verabreicht werden. Der Wirkstoff Alprostadil wird dabei entweder von dem Patienten selbst in die Schwellkörper des Penis gespritzt oder auf einem Stäbchen in die Harnröhre eingeführt.
  • Vakuumpumpe: Eine Vakuumpumpe wird auf den Penis gesetzt und dann per Knopfdruck ein Unterdruck erzeugt. Dadurch füllen sich die Schwellkörper mit Blut. Ein Ring um die Peniswurzel erhält die Erektion. Die Kos­ten übernehmen meist die Kassen.
  • Implantate: In bestimmten Fällen können die Schwellkörper des Penis durch Implantate ersetzt werden. Bei der sogenannten ­Hydraulik-Prothese werden Zylinder in die Schwellkörper eingesetzt und mit einer Pumpeinheit verbunden. Manche Kassen erstatten einen Teil der hohen Kosten dieser Methode.

24.12.2013
Salbei: Ein universeller Heiler
Das Heilkraut wird bei verschiedensten Beschwerden eingesetzt
Image Source AG/RYF
Die Blätter des Salbeis (Salvia officinalis) enthalten ätherisches Öl, Gerb- und Bitterstoffe. Schon in der Antike wussten Heilkundige um die Effekte der Pflanze bei Fieber und Erkältung. Daneben lindert das Kraut Entzündungen im Mund-, Hals- und Rachenraum. Selbst bei Blähungen und Verdauungs­­beschwerden soll es helfen. Nicht zuletzt ist es einen Versuch wert, Salbeitee zu trinken, wenn in den Wechseljahren Hitzewallungen auftreten.

23.12.2013
Nachtruhe: Mit Yoga besser schlafen
Nach einer Krebstherapie profitieren Patienten von Entspannungstechniken
Thinkstock/istock
Viele Menschen klagen nach einer Krebstherapie über Schlafprobleme. Ein vierwöchiges Programm mit Atemübungen, Hatha-Asanas und Meditation verbessert die Schlafqualität bei Patienten deutlich, die eine Krebserkrankung überlebt haben. Außerdem brauchen sie weniger Schlaf­mittel. Das zeigt eine Unter­suchung der Universität von Rochester (USA) mit 410 Teilnehmern. Die Yoga-Sitzungen fanden zweimal pro Woche statt und dauerten je 75 Minuten.

22.12.2013
Herbstzeitlose: Wirksam bei Herzbeutelentzündung?
Der Inhaltsstoff Colchicin hilft möglicherweise Menschen, die an einer Perikarditis leiden
W&B/Lipp/RYF
Ein Giftstoff aus der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale), das Colchicin, hat sich bei der Gichtbehandlung bewährt. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie zeigt nun, dass die Substanz auch bei einer akuten Herzbeutelentzündung helfen könnte. Die eine Hälfte der 240 Patienten erhielt ergänzend zur Therapie drei Monate lang Colchicin, die andere ein Scheinpräparat. Nach 18 Monaten Beobachtungszeit waren 17 Prozent der Patienten in der Colchicin-Gruppe von einer anhaltenden oder erneuten Perikarditis betroffen. In der Placebo-Gruppe waren es 38 Prozent.

21.12.2013
Herbstzeitlose: Wirksam bei Herzbeutelentzündung?
Der Inhaltsstoff Colchicin hilft möglicherweise Menschen, die an einer Perikarditis leiden
W&B/Lipp/RYF
Ein Giftstoff aus der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale), das Colchicin, hat sich bei der Gichtbehandlung bewährt. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie zeigt nun, dass die Substanz auch bei einer akuten Herzbeutelentzündung helfen könnte. Die eine Hälfte der 240 Patienten erhielt ergänzend zur Therapie drei Monate lang Colchicin, die andere ein Scheinpräparat. Nach 18 Monaten Beobachtungszeit waren 17 Prozent der Patienten in der Colchicin-Gruppe von einer anhaltenden oder erneuten Perikarditis betroffen. In der Placebo-Gruppe waren es 38 Prozent.

20.12.2013
Hygiene: Heiße Wäsche gegen Pilze
Nur ein Waschgang bei 60 Grad beseitigt Hautpilze
Thinkstock/iStockphoto
Wer an Nagel- oder Fußpilz leidet, sollte Socken bei 60 Grad waschen, um eine Reinfektion zu vermeiden. Israelische Wissenschaftler fanden in Versuchen heraus, dass selbst nach einer 30- oder ­40-Grad-Maschinenwäsche 29 von 81 Proben aus dem Zehen- und Fersenbereich noch ein Pilzwachstum aufwiesen. Bei manchen Proben war die Pilzbelastung sogar höher als zuvor. Das Fazit: Nur eine heiße Wäsche schaltet krank machende Pilze aus.

19.12.2013
Statine: Kein Risiko für grauen Star
Die Blutfettsenker erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit für grauen Star, sie bewirken sogar das Gegenteil
Thinkstock/iStockphoto
Bislang standen Statine (Blutfettsenker) im Verdacht, grauen Star zu begünstigen. Aus einer auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie ­­vor­­ge­stellten Metaanalyse geht nun aber hervor, dass sie das Risiko, an grauem Star zu erkranken, sogar um 20 Prozent verringern. Die Untersuchung umfasst Daten aus 14 Studien mit rund 2,5 Millionen Patienten. Diese hatten ein Durchschnittsalter von 61 Jahren und wurden im Mittel viereinhalb Jahre behandelt.

18.12.2013
Wechselwirkungen: Vorsicht bei Milch und Arzneien
Manche Medikamente vertragen sich nicht mit Milchprodukten. Was Patienten beachten müssen
W&B/Judith Häusler/RYF
Wer die tägliche Tablette einfach mit der morgendlichen Tasse Kaffee hinunterspült, gefährdet möglicherweise die Therapie. Die Gerbstoffe in Kaffee und Tee können die Wirksamkeit von Arzneimitteln mindern. Der negative Effekt verstärkt sich noch, wenn der Kaffee mit einem kräftigen Schuss Milch getrunken oder ein Käsebrot zum Frühstück gegessen wird.
Der Grund dafür ist das Kalzium in den Milchprodukten. Es verbindet sich mit manchen Arzneistoffen im Magen und Darm zu einem unlöslichen Komplex und kann dann nicht mehr durch die Darmwand in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Der Wirkstoff wird zum größten Teil unverwertet wieder ausgeschieden.
Riskantes Milchkalzium
Probleme kann das beispielsweise bei manchen Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline oder der Gyrasehemmer bereiten, zu denen das Antibio­­tikum Ciprofloxacin zählt. Gerade bei solchen Medikamenten ist eine optimale Wirksamkeit aber unerlässlich. Doch das Kalzium in der Milch macht sie ­unwirksam, die Therapie versagt.
Schlimmstenfalls entwickelt sich eine Resistenz gegen das Antibiotikum, sodass es bei zukünftigen Infektionen nicht mehr helfen kann. Während ­einer Antibiotika­therapie empfiehlt es sich, vor­über­gehend auf Milch, Käse, Joghurt und Quark zu verzichten. Mindestens ist aber ein Abstand von zwei Stunden zwischen der Einnahme des Arzneimittels und dem Genuss von Milchprodukten einzuhalten.
Das gilt auch für Schilddrüsenhormone, Knochenaufbaupräparate mit Fluoriden oder Bisphosphonate gegen Osteoporose, die alle mit dem Kalzium aus der Milch reagieren können. Weil für Osteoporosepatienten die Kalziumzufuhr aber besonders wichtig ist, um dem Knochenabbau entgegenzuwirken, sollten sie keinesfalls völlig auf den Genuss kalziumreicher Nahrung verzichten. Viele Patienten greifen oft ohne Wissen des Arztes auf Mineralstoffpräparate mit Kalzium, Magnesium oder Eisen zurück.
Die meisten dieser Präparate gelten vor dem Gesetz nicht als Arznei-, sondern als Nahrungsergänzungsmittel. Daher müssen sie keine entsprechen­den Warnhinweise auf der Verpackung oder im Beipackzettel enthalten. Mineralstoffe können aber auf die gleiche Weise mit den Arzneistoffen in Wechselwirkung treten, wie es Milchproduk­te tun. Ein weiterer Grund, warum Milch und Medikamen­te nicht immer zusammenpassen: Vor allem Käse hat eine lange Verweildauer im Magen. Das kann dazu führen, dass gleichzeitig eingenommene Arzneimittel nicht schnell genug weitertransportiert werden. Dann ist mit einer verspäteten oder schlechteren Wirkung zu rechnen.
Beim Apotheker nachfragen
Solange jemand nur vorübergehend  ein einziges Medikament einnehmen muss, ist es nicht so schwer, den erforderlichen zeitlichen Abstand zwischen Milch und Tablette einzuhalten. Doch Patienten, die auf mehrere Arzneimittel angewiesen und unsicher sind, ob sie bei der Einnahme alles richtig machen, sollten gezielt beim Apotheker nachfragen.

17.12.2013
Gehirn: Fördert Stress Demenz?
Wer ein traumatisches Erlebnis durchmacht, hat womöglich ein erhöhtes Alzheimer-Risiko
Images Source/RYF
Der Tod eines Angehörigen, eine schwere Krankheit oder eine Trennung in der Mitte des Lebens: Der damit verbundene Stress erhöht möglicherweise das Risiko, an Alzheimer oder Demenz zu erkranken. Forscher in Schweden werteten eine Studie aus, bei der 800 Frauen 40 Jahre lang beobachtet wurden.
Die Ergebnisse veröffentlichten sie im British Medical Journal. 153 Probandinnen erkrankten an Demenz, davon 104 an Alzheimer. Die Betroffenen hatten häufiger als die gesund Gebliebenen traumatische Erlebnisse durchgemacht.

16.12.2013
Schule: Matheangst ist eingeredet
Mädchen haben bei Matheprüfungen nicht weniger Angst als Jungen, ergab eine Studie
Thinkstock/Hemera
Mädchen und Mathematik. Das mit vielen Vorurteilen behaftete Thema wurde ­bisher nur außerhalb der Schule untersucht. Jetzt begaben sich Wissenschaftler der Universität Konstanz vor Ort und sprachen mit mehr als 700 Schülerinnen und Schülern der ­Klassenstufen fünf bis elf über ihre ­Gefühle während der Matheprüfungen und des ­Unterrichts. Ein Ergebnis: Mädchen schätzten sich – trotz gleicher Noten – im Vorfeld zwar nicht so selbstsicher ein wie Jungen, waren in der konkre­ten Situation jedoch nicht ängstlicher.

15.12.2013
Ernährung: Gutes aus der Region
Viele Menschen achten auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. Produkte aus dem Umland kommen gut an
Jupiter Images GmbH/Creatas
Lebensmittel aus der Region kommen bei den Deutschen gut an. 67 Prozent kaufen am liebsten regionale Produkte, zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov. 87 Prozent wären grundsätzlich bereit, auf Produkte wie Erdbeeren oder Spargel außerhalb der Saison zu verzichten – 92 Prozent der über 55-Jährigen und 76 Prozent der 18- bis 24-Jährigen. Generell achten 89 Prozent auf die Herkunft.

14.12.2013
Ernährung: Gutes aus der Region
Viele Menschen achten auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. Produkte aus dem Umland kommen gut an
Jupiter Images GmbH/Creatas
Lebensmittel aus der Region kommen bei den Deutschen gut an. 67 Prozent kaufen am liebsten regionale Produkte, zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov. 87 Prozent wären grundsätzlich bereit, auf Produkte wie Erdbeeren oder Spargel außerhalb der Saison zu verzichten – 92 Prozent der über 55-Jährigen und 76 Prozent der 18- bis 24-Jährigen. Generell achten 89 Prozent auf die Herkunft.

13.12.2013
Finanzen: Sportliche Menschen verdienen oft besser
Sportler haben oft ein gutes Durchhaltevermögen. Das kann sich auch im Job auszahlen – mit dem Ergebnis, dass aktive Menschen möglicherweise mehr verdienen
Thinkstock/istock
Wer regelmäßig Sport treibt, verdient möglicherweise auf lange Sicht mehr Geld als unsportliche Menschen. Das fanden finnische Forscher heraus. Sie erfassten 15 Jahre lang Einkommen und Lebensstil von 5000 männlichen Zwillingen. So war der Einfluss von Familiensituation und Genen auf das Ergebnis möglichst gering.
Ein sportlicher Zwilling verdiente bis zu 17 Prozent mehr als sein unsportlicher Bruder. Die Forscher vermuten: Durchhaltewille führt zu größerem finanziellem Erfolg.

12.12.2013
Attraktivität: Schönheits-OPs machen nicht schöner
Eine Studie zeigt: Eine optische Korrektur mit dem Skalpell macht nicht hübscher. Oft sehen die Betroffenen nur ein wenig jünger aus
Thinkstock/iStockphoto
Menschen wirken nach einer Schönheitsoperation nicht attraktiver als vor dem Eingriff. Zu diesem Ergebnis kamen kanadische Wissenschaftler. Sie präsentierten 50 Testpersonen 98 standardisiert aufgenommene Fotos ungeschminkter Menschen. Eine Hälfte zeigte diese vor, die andere nach der Operation.
Die Teilnehmer benoteten die Gesichter auf einer Skala von eins bis zehn. Dabei ergab sich kein Unterschied zwischen den Vorher- und Nachher-Fotos. Die operierten Gesichter wurden im Durchschnitt jedoch als drei Jahre jünger eingestuft.

11.12.2013
Fersensporn: Schmerzhafter Auftritt
Meist lässt sich ein Fersensporn gut behandeln. Ein Eingriff ist nur selten notwendig
W&B/Dr. Ulrike Möhle/RYF
Ein Fersensporn macht sich vor allem mit stechenden oder brennenden Schmerzen beim Auftreten bemerkbar. Manche Patienten leiden bei jedem Schritt. In der Regel treten die Probleme erst nach dem 40. Lebensjahr auf.
Ein Fersensporn ist ein dornenförmiger Knochenfortsatz, der meist an der Fußsohle wächst – zwischen dem Fersenbein und der Sehnenplatte, welche die Fußsohle vor Verletzungen schützt und das Fußgewölbe unterstützt. Seltener bildet er sich im hinteren Bereich der Ferse, wo die Achillessehne entspringt. Fersensporne finden sich bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Dabei verursacht der Auswuchs allein noch keine Schmerzen. Beispiel: Manche Menschen haben einen riesigen Fersensporn, aber keinerlei Probleme damit.
Der Fersensporn ist die Folge einer falschen oder zu hohen Belastung des betroffenen Bereichs. Aufgrund des chronischen Reizes lagert der Körper am Fersenbein Kalk ab – der Knochen wächst. Häufig ist eine verkürzte Wadenmuskulatur die Ursache. Sie setzt die Sehnen des Fußes ungünstig unter Spannung. Aber auch angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Füße, Überlastungen oder schlecht gedämpfte Schuhe fördern das Wachstum.
Der Schmerz entsteht, wenn sich die Sehnenplatte rund um den Fortsatz entzündet. Das passiert, sobald die ohnehin schon gestressten Füße einer erhöhten Belastung ausgesetzt sind, etwa bei einem längeren Einkaufsbummel. Seltener ist der neben dem Fersensporn verlaufende Nerv – der sogenannte Baxter-Nerv – die Ursache für die Beschwerden. Die Schmerzen entstehen in diesem Fall, wenn das Wachstum des Fersensporns oder das Entzündungsgewebe den Nerv einengt und so reizt.
Wenn die Schmerzen nach zwei bis drei Wochen nicht abklingen, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Ein Röntgenbild ermöglicht einen sicheren Nachweis des Fersensporns. Eine Ultraschalluntersuchung lässt Rückschlüsse auf das Ausmaß einer Entzündung zu. Mit einer Blutanalyse kann der Arzt andere mögliche Ursachen für die Schmerzen ausschließen, etwa eine rheumatische Erkrankung oder Gicht.
Die Heilungsaussichten sind gut. Nach sechs bis acht Wochen haben die meisten Patienten keine Beschwerden mehr. Oft helfen schon eine Entlastung durch individuell angepasste Einlagen für die Schuhe und eine Physiotherapie. In manchen Fällen bringen der Abbau von Übergewicht, aber auch ausreichende Ruhepausen zwischen Trainingseinheiten Erleichterung.
Eine Physiotherapie kann mit speziellen Übungen helfen, die beteiligten Muskeln und Sehnen der Wade und des Fußgewölbes zu dehnen und zu kräftigen. Die Übungen sollten unter Anleitung gelernt und im Anschluss zu Hause regelmäßig ausgeführt werden. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente oder Salben können die Beschwerden zusätzlich lindern.
Die Durchblutung anregen
Manchen Patienten hilft eine Stoßwellenbehandlung. Das Ziel ist, die Durchblutung mit Ultraschall-Impulsen in dem betroffenen Bereich anzuregen und so den Abbau von Stoffwechselprodukten der Entzündung zu beschleunigen. Da die Wirksamkeit der Methode wissenschaftlich nicht sicher belegt ist, zahlt die gesetzliche Krankenkasse sie nicht.
Eine Operation beim Fersensporn ist die Ausnahme und mittlerweile in weniger als einem Prozent der Fälle nötig. Nur wenn die Beschwerden trotz Behandlung nach zehn bis zwölf Monaten nicht abgeklungen sind, wird sie empfohlen. Dabei wird die Sehnenplatte eingekerbt, um die Spannung zu senken, die auf ihr lastet. Außerdem kann der Fersensporn entfernt werden, um Platz für den Baxter-Nerv zu schaffen.
Trotzdem leiden manche Patienten auch nach einer Operation noch an Schmerzen. Und solange die Fehlbelastung nicht beseitigt wird, kann der Entzündungsreiz, aber auch der Fersensporn selbst immer wieder Schmerzen hervorrufen und die Lebensqualität des Betroffenen einschränken.

10.12.2013
Psychologie: Müde Männer kaufen mehr
Schlapp im Supermarkt: Nach einer schlaflosen Nacht ist der Einkaufswagen bei Männern oft voller
Thinkstock/istock
Schlaflose Nächte beeinträchtigen nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern offenbar auch die Selbstkontrolle in Sachen Ernährung: Forscher der Universität Uppsala (Schweden) schickten männliche Testpersonen nach einer durchwachten Nacht zum Einkaufen in den Supermarkt. Im Schnitt luden sie sich 20 Prozent mehr Nahrungsmittel mit einem neun Prozent höheren Kaloriengehalt in den Einkaufswagen als ausgeschlafene Vergleichspersonen.

09.12.2013
Rachenkrebs: Mundhygiene schützt vor HPV-Viren
Immer gut Zähneputzen, das kann vermutlich das Risiko für Mund- und Rachenkrebs senken
Thinkstock/Photos.com
Zahnfleischentzündungen und Zahnprobleme begünstigen offenbar Infektionen der Mundhöhle mit humanen Papilloma-Viren (HPV). Dies berichten Forscher der Universität Texas (USA) im Cancer Prevention Research, einer Fachzeitschrift für Krebsvorsorge.
Die Viren sollen für 40 bis 80 Prozent der Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum verantwortlich sein. Vermutlich dienen ihnen kleine Verletzungen im Mund, etwa durch andauernde Entzündungen, als Eintrittspforte. Wie die Wissenschaftler betonen, kann eine gute Mundhygiene das Risiko senken.

08.12.2013
Übergewicht: Krank durch Vorurteile
Übergewichtige leiden oft unter übler Nachrede
Stockbyte/Platinum
Sie seien faul, ohne Disziplin und selbst schuld an ihrem Übergewicht: Solche Vorurteile hegen viele Deutsche gegenüber adipösen Menschen. Das macht diese laut einer Studie der Universität Leipzig krank.
Den Forschern zufolge führt die gesellschaftliche Abwertung zu weniger Selbstachtung und Selbstvertrauen – und dadurch zu Ängsten und Depressionen bei den Betroffenen. Für die Studie wurden 1158 adipöse Teilnehmer ab 14 Jahren befragt.

07.12.2013
Übergewicht: Krank durch Vorurteile
Übergewichtige leiden oft unter übler Nachrede
Stockbyte/Platinum
Sie seien faul, ohne Disziplin und selbst schuld an ihrem Übergewicht: Solche Vorurteile hegen viele Deutsche gegenüber adipösen Menschen. Das macht diese laut einer Studie der Universität Leipzig krank.
Den Forschern zufolge führt die gesellschaftliche Abwertung zu weniger Selbstachtung und Selbstvertrauen – und dadurch zu Ängsten und Depressionen bei den Betroffenen. Für die Studie wurden 1158 adipöse Teilnehmer ab 14 Jahren befragt.

06.12.2013
Nachtruhe: Schlafstörer Vollmond
Forscher haben in einem Schlaflabor nachgewiesen, dass Menschen bei Vollmond tatsächlich ein anderes Schlafverhalten zeigen
Jupiter Images GmbH/Ablestock
Viele klagen, dass sie bei Vollmond schlechter schlafen. Ein Team der Universität Basel ging dem nun nach. Während der verschiedenen Mondphasen analysierten die Forscher die Nachtruhe von Testpersonen im Schlaflabor.
Dabei zeigte sich, dass bei Vollmond die Aktivität in den Hirnbereichen, die mit tiefem Schlaf in Verbindung stehen, um 30 Prozent sank. Die Probanden schliefen dann auch kürzer, und der Pegel des „Schlafhormons“ Melatonin war niedriger als bei Neumond.

05.12.2013
Familie: Geschwister als Ehe-Schutz
Wer mit vielen Geschwistern aufwächst, wird als Erwachsener seltener geschieden
Thinkstock/Stockbyte
Wer mit vielen Geschwistern aufwächst, wird seltener geschieden als Menschen, die mit höchstens einem Geschwisterkind groß wurden. Das zeigt eine Studie der Ohio-State-Universität (USA), bei der Daten von 57.000 Erwachsenen ausgewertet wurden. Je größer die Ursprungsfamilie, desto geringer war die Scheidungsrate der Teilnehmer.
Mit jedem Geschwister sinkt das Scheidungsrisiko um zwei Prozent, bis zu einer Zahl von sieben Brüdern und Schwestern. Mögliche Erklärung: Wer in einer großen Familie aufwächst, entwickelt früh die Fähigkeit, sich mit anderen auseinanderzusetzen, und das kann eine gute Basis für Beziehungen sein.

04.12.2013
Reisemedizin: Gesund im Urlaub
Von der Impfung bis zur Reiseapotheke: So gehen Sie gut vorbereitet in den Urlaub
W&B/Martin Ley/RYF
Einmal beim Büfett trotz Bedenken zum Salat gegriffen – und schon verbringt der Urlauber die „schönste Zeit des Jahres“ überwiegend auf der Toilette. Durchfall ist die mit Abstand häufigste Reisekrankheit. Mindestens jeden zehnten Reisenden trifft es.
In Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika sind es bis zu fünf von zehn. Dort gilt: nur essen, was gekocht oder gebraten wurde oder selbst geschält werden kann. Und: Nur Wasser aus Flaschen trinken und zum Zähneputzen verwenden. So kann man den Durchfallerregern aus dem Weg gehen. In Sachen Gesundheit gilt es aber für Urlauber noch weit mehr zu bedenken – auch wenn die Reise nicht in ferne Länder geht.
Rechtzeitig zum Arzt
Der Urlaub fängt schon mit der Vorbereitung an: Entspannen, erkunden und faulenzen oder Sport, Action und Abenteuer? Vor allem Menschen mit einer Grunderkrankung sollten sich darüber vorab Gedanken machen und mit ihrem Arzt abklären, ob ihr Gesundheitszustand den Urlaub überhaupt zulässt.
Aber auch gesunden Menschen sollten vor einer Fernreise noch einen Zwischenstopp beim Arzt einlegen – mindestens sechs Wochen vor dem Abflug. Denn sich gegen Krankheiten wie Hepatitis B zu schützen erfordert mehrere Impfungen und einen zeitlichen Abstand dazwischen. Ist man schon einmal dabei, kann man auch gleich den Impfpass überprüfen lassen.
Der Schutz von Standardimpfungen, wie sie das Robert-Koch-Institut im Impfkalender empfiehlt, ist nämlich meist zeitlich begrenzt. Dazu gehören beispielsweise Tetanus (Wundstarrkrampf), Kinderlähmung, Diphtherie, Pneumokokken (Lungenentzündung), Grippe und Keuchhusten.
Doch selbst wer spontan Urlaub macht, sollte vorher einen Arzt aufsuchen. Eine Impfung lohnt sich auch kurz vor der Reise. Das ist immerhin besser, als gar keinen Schutz zu haben. Einige, aber nicht alle Krankenkassen übernehmen zudem die Kosten für Reiseimpfungen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Geschäftsstelle!
Rund sechs Millionen Deutsche verreisten im Winter 2012. Das ermittelte die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR). Sie erstellt jährlich eine sozialwissenschaftliche Untersuchung über das Reiseverhalten in Deutschland. Demnach verbrachte das Gros – rund 3,4 Millionen Deutsche – den Winterurlaub im eigenen Land und im angrenzenden Alpenraum.
Hinaus in die Ferne
1,2 Millionen Urlauber wollten unter die Mittelmeersonne. Eine Million zog es ganz in die Ferne – am liebsten nach Südostasien mit Thailand, Indonesien, den Philippinen und Neuguinea, in die Karibik, die Vereinigten Staaten sowie nach Mauritius, auf die Seychellen und nach Madagaskar.
Ob Alpenraum oder Thailand: Vor allem HIV-, Krebs-, Herz-, Lungen- und Diabetes-Patienten sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen müssen vorausplanen, zum Beispiel bei ihren Medikamenten. Grundsätzlich sollte man etwa ein Drittel zusätzlich zum regulären Bedarf während der Urlaubszeit einplanen. Dadurch können unerwartete Verzögerungen ohne Weiteres überbrückt werden, vor allem im Winter. Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle ging Heiligabend 2010 beispielsweise das Enteisungsmittel aus – 30.000 Passagiere saßen deshalb fest.
Um Probleme bei Kontrollen im Flughafen zu vermeiden, benötigen Diabetiker einen mehrsprachigen Diabetikerausweis. Insulin, Spritze oder Pen, Blutzuckergerät und Messstreifen können dann im Handgepäck mitgeführt werden. Ersatzmaterial und Geräte gehören samt Kühlbox für Insulin in den Koffer.
Reisende, die Betäubungsmittel – etwa starke Schmerzpräparate – mitführen, brauchen eine ärztliche Bescheinigung. Sie sollte ins Englische übersetzt und von der Gesundheitsbehörde des jeweiligen deutschen Bundeslands unterzeichnet sein. Für HIV-Patienten gelten in manchen Ländern bis heute noch Einreiseverbote – zum Beispiel in Ägypten, Russland oder Ungarn.
Hat der Urlauber das Einchecken am Flughafen hinter sich gebracht und sitzt im Flieger, stehen ihm einige Stunden im Sitzen bevor. Das kann zu einer Reisethrombose führen. Spaziergänge im Flieger und das Tragen von Thrombosestrümpfen wirken vorbeugend.
Nicht zu unterschätzen ist außerdem der sogenannte „Jetlag“.Weil sich die innere Uhr nicht wie ein Reisewecker ein paar Stunden vor- oder zurückstellen lässt, kommt bei Reisen, die länger als drei Stunden dauern, der Schlaf-wach-Rhythmus durcheinander.
Das spielt besonders für Diabetiker eine wichtige Rolle, denn bei Reisen in den Westen verlängert sich der Tag – es wird also gegebenenfalls mehr Insulin benötigt. Bei Flügen in den Osten verhält es sich umgekehrt. Und Frauen, die mit einer „Minipille“ verhüten, sollten ab drei Stunden Zeitverschiebung zwölf Stunden nach der letzten Einnahme eine Zwischenpille nehmen.
Vorsicht beim Tauchen
Je nach Reiseziel variiert auch die Ausstattung der Reiseapotheke. Bei einer Städtereise gilt es andere Dinge zu beachten als bei einer Fernreise oder einem Abenteuer-Urlaub. Gegebenenfalls gehören auch Spritzen und Kanülen ins Gepäck. Wenn man irgendwo im Nirgendwo ist, muss man dann nicht darauf vertrauen, dass die Spritzen steril sind.
Apotheker warnen zudem: „Tauchen und Medikamente vertragen sich nicht.“ Das gilt zum Beispiel für Psychopharmaka, Antihistaminika, Präparate gegen Herzrhythmusstörungen, Schmerzmittel oder Mittel gegen Blutgerinnung. Für Taucher empfiehlt sich eine ärztliche Tauglichkeitsprüfung.
Risiken im Reiseland
Wer sich über aktuelle Risiken im Reiseland informieren möchte, dem hilft das Auswärtige Amt weiter. Dort kann man sich über den jeweils geeigneten Impfschutz, spezifische Krankheiten und Reisewarnungen informieren. Darüber hinaus gibt es hilfreiche Verhaltens- und Sicherheitshinweise sowie Informationen über Einreisebestimmungen.

03.12.2013
Beruf: Ältere oft zuverlässiger
Mitarbeiter, die bereits ein paar Jahren mehr auf dem Buckel haben, sind häufig besonders routiniert und zuverlässig
Thinkstock/istock
Ältere Menschen haben weniger geistige Leistungsschwankungen als jüngere und sind deshalb zuverlässiger. Das fanden Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung heraus.
101 Personen im Alter zwischen 20 und 31 Jahren sowie 103 Personen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren mussten dafür an 100 Tagen zwölf verschiedene Aufgaben lösen. Den Forschern zufolge schnitten die älteren Teilnehmer aufgrund erlernter Strategien zur Aufgabenbewältigung, gleich bleibender Motivation und einem ausgeglichenen Alltag besser ab. Das sei mit Blick auf die Debatte über die Leistungsfähigkeit Älterer im Berufsleben interessant.

02.12.2013
Achtsamkeit: Bewusstes Gehen gegen Stress
Einfacher Trick: Wandern, Spazieren, zu Fuß gehen – aber ganz bewusst – das kann den Stresspegel herabsetzen
Thinkstock/istock
Achtsames Gehen verringert das Gefühl von Stress. Das ergab eine Studie der Charité Universitätsmedizin Berlin mit Teilnehmern zwischen 18 und 65 Jahren. Eine Gruppe, die sich leicht bis stark gestresst fühlte, machte zweimal pro Woche einen 40-minütigen Spaziergang. Dann folgten zehn Minuten achtsames Gehen und ein ebenso langes Gespräch mit den Teilnehmern.
Die anderen Probanden nahmen an keiner der Maßnahmen teil. Bei ihnen veränderte sich das Stressempfinden nach einem Monat kaum, während es in der ersten Gruppe in dieser Zeit stark abnahm.

01.12.2013
Sport: Melonen für die Muskeln?
Wer Wassermelonensaft trinkt, kann damit angeblich Muskelkater vorbeugen
W&B/Brigitte Sporrer/RYF
Wassermelonen sind nicht nur erfrischend, ihr Saft soll auch Muskelkater vorbeugen. Das schlussfolgern Wissenschaftler der Technischen Universität von Cartagena (Spanien). Für die Wirkung machen die Forscher den Stoff L-Citrullin verantwortlich. In ihrer Untersuchung ließen sie Testpersonen eine Stunde vor dem Sport Wassermelonensaft oder ein Kontrollgetränk ohne L-Citrullin trinken. Nur der echte Saft beugte Muskelkater vor.

30.11.2013
Sport: Melonen für die Muskeln?
Wer Wassermelonensaft trinkt, kann damit angeblich Muskelkater vorbeugen
W&B/Brigitte Sporrer/RYF
Wassermelonen sind nicht nur erfrischend, ihr Saft soll auch Muskelkater vorbeugen. Das schlussfolgern Wissenschaftler der Technischen Universität von Cartagena (Spanien). Für die Wirkung machen die Forscher den Stoff L-Citrullin verantwortlich. In ihrer Untersuchung ließen sie Testpersonen eine Stunde vor dem Sport Wassermelonensaft oder ein Kontrollgetränk ohne L-Citrullin trinken. Nur der echte Saft beugte Muskelkater vor.

29.11.2013
Großeltern und Enkel: Ein starkes Team
Verstehen sich Opa, Oma und Enkel gut miteinander, profitieren alle davon
Thinkstock/Big Cheese Photo
Eine gute Beziehung zueinander tut Großeltern und Enkeln gut, auch wenn Letztere längst erwachsen sind. Nach einer Studie des Boston College (USA) zeigten beide weniger depressive Symptome, wenn sie sich gegenseitig unterstützten. Dagegen waren Großeltern, die Hilfe erhielten, diese aber nicht erwidern konnten, häufiger depressiv.

28.11.2013
Gallenblase: Frühe Operation vorteilhaft
Wer eine akute Gallenblasentzündung hat, profitiert laut einer Studie von einem schnellen chirurgischen Eingriff
Thinkstock/Digital Vision
Menschen mit einer akuten Entzündung der Gallenblase sollten sich schnells­tens operieren lassen. Das ergab eine Vergleichsstudie der Universitätsklinik Heidelberg mit 618 Patienten. Alle erhielten sofort Antibiotika. Doch die Ärzte entfernten einigen erst nach sieben bis 45 Tagen die Gallenblase, anderen innerhalb von 24 Stunden. Letzteren ging es 75 Tage später im Schnitt deutlich besser, wie Nachuntersuchungen ergaben. Nur zwölf Prozent von ihnen litten dann noch an Beschwerden. Bei den Spät-Operierten traf dies jeden Dritten. Sie blieben zudem knapp doppelt so lange im Krankenhaus: zehn Tage im Schnitt.

27.11.2013
Medikamente: Kampf gegen Fälscher
Apotheken, Pharmahersteller und Großhandel testen ein System zur Erkennung gefälschter Arzneien
Creatas/ RYF
Künftig werden Apothekenkunden wohl häufiger Arzneimittelpackungen in Händen halten, die „irgendwie anders“ aussehen: Zusätzlich zu dem üblichen Balkencode sind sie mit einem quadratischen Data-Matrix-Code gekennzeichnet, wie er etwa von Bahnfahrkarten bekannt ist. Dieser macht jede Packung zu einem Unikat, das der Apotheker mit einem Scanner auf Echtheit überprüfen kann. Damit sollen Patienten vor Fälschungen geschützt werden.
Während rund 50 Prozent der im Internet vertriebenen Arzneimittel – so Schätzungen – gefälscht sind, ist der legale Vertriebsweg vom Hersteller über Großhändler und Apotheken zum Patienten in Deutschland sicher. Doch die Fälscher werden immer raffinierter. Mit dem neuen System soll verhindert werden, dass der legale Vertriebsweg unterminiert wird. Immerhin sind der Säureblocker Omeprazol und das Krebsmedikament Sutinib in diesem Jahr auch als gefälschte Arzneimittel in deutschen Apotheken entdeckt worden.
Gemeinsam gegen Fälschungen
Anlass der gemeinsamen Initiative von Herstellern, Großhandel und Apothekern ist eine 2011 verabschiedete EU-Richtlinie zum Schutz vor Arzneimittelfälschungen. Sie schreibt vor, dass fast alle verschreibungspflichtigen und auch einige rezeptfreie Medikamente ab 2017 zusätzliche Sicherheitsmerkmale tragen müssen, mit denen sie auf Echtheit geprüft werden können. Viele Hersteller haben bereits mit der Umstellung ihrer Packungen begonnen. Inzwischen sind etwa vier Millionen codierte Packungen in Umlauf, und ständig wächst ihre Zahl.
An der im Januar begonnen Testphase beteiligen sich derzeit rund 350 Apotheken, die mittlerweile mehr als 30.000 Packungen geprüft haben. Das System hat sich als praxistauglich erwiesen, sagen Experten. Für die Patienten entstehen in der Apotheke keine zusätzlichen Wartezeiten. Die Prüfung der codierten Packungen lässt sich mit wenig Aufwand in die Arbeitsabläufe integrieren.
Die Hersteller speichern alle vergebenen Codenummern in einer zentralen Datenbank. Der Apotheker fragt den Code ab, bevor der Patient ein Medikament von ihm erhält. Wurde die Seriennummer nicht vergeben oder schon bei einer anderen Packung registriert, zieht er das beanstandete Präparat aus dem Verkehr und geht dem
Fälschungsverdacht nach. Apotheken- und Patientendaten bleiben bei der Abfrage anonym. Für Großhändler bietet das System zusätzlich die Möglichkeit, Packungen stichprobenartig zu überprüfen.
Investition in sichere Arzneimittel
Die Testphase zeigte Fehler im System auf. Meist handelte es sich um technische Probleme, die leicht zu beheben waren. Allerdings wünschen sich die Apotheken mehr codierte Packungen. Geplant ist nun ein fließender Übergang zum Regelbetrieb. Pharmafirmen und Apotheken können jederzeit einsteigen. Ziel ist der flächendeckende Aufbau bis 2017.
Außerdem müssen Hersteller die Echtheit der Arzneien künftig mit einem besonderen Verschluss sicherstellen. Die zusätzlichen Merkmale kosten bis zu sechs Cent pro Packung. Auch die Apotheker müssen technisch aufrüsten.

26.11.2013
Thymian: Ein Kraut gegen Husten
Das ätherische Öl der Heilpflanze unterstützt das Abhusten von Sekret aus den Bronchien
Pixtal/RYF
Der Thymian (Thymus vulgaris) ist ein ­genügsames Kraut. Er wächst selbst auf steinigen Böden, braucht allerdings einen sonnigen Standort, um zu gedeihen. Zerreibt man seine Blättchen zwischen den Fingern, entströmt ihnen ein würziger Duft. Das Aroma stammt von ätherischen Ölen wie Thymol und Carvacrol. Diese Duftöle haben sich bei der ­Hus­tentherapie bewährt: Sie unterstützen das Abhusten von Sekret aus den Bronchien.

25.11.2013
Kindermüsli: Viel zu süß!
Gerade Müslis für die Kleinen stecken häufig voller Zucker. Besser: selbst zubereiten
PhotoDisc/RYF
Wer seinem Nachwuchs morgens Kindermüsli serviert, tut ihm damit nichts Gutes. Wie ein Team der Universität Hohenheim kürzlich nachwies, enthalten diese Produkte erheblich mehr Zucker als solche für Erwachsene. So steckten in 100 Gramm Kindermüsli durchschnittlich 28 Gramm Zucker – zehn Gramm mehr als in anderen Müsli. Bio-Müsli – ob für Kinder oder Erwachsene – wiesen deutlich weniger Süße auf als kon­ventionelle Produkte.

24.11.2013
Übelkeit: Wie Ingwer wirkt
Forscher haben untersucht, auf welche Weise die scharfe Knolle gegen das flaue Gefühl im Magen hilft
Thinkstock/iStockphoto
Auf welche Weise Ingwerwurzel (Zingiber officinale) Übelkeit bekämpft, haben Forscher der Universität Heidelberg untersucht. Das Team um Dr. Beate Niesler stellte durch Zellversuche fest, dass Scharfstoffe wie Gingerol und Shogaol Andockstellen der Nervenzellen des Magen-Darm-Trakts besetzen, sodass sich der Botenstoff Serotonin nicht mehr daranheften kann. Daher werde das Brechzentrum im Gehirn nicht aktiviert, und Übelkeit bleibe aus.
Die Wissenschaftler schlagen vor, in einer klini­schen Studie die Kombination von Ingwer und synthetischen Mitteln gegen Übelkeit zu testen. Sie vermuten, dieser Mix könnte eine doppelt wirksame Waffe gegen durch Chemotherapie verursachte Übelkeit bei Krebspatienten sein.

23.11.2013
Übelkeit: Wie Ingwer wirkt
Forscher haben untersucht, auf welche Weise die scharfe Knolle gegen das flaue Gefühl im Magen hilft
Thinkstock/iStockphoto
Auf welche Weise Ingwerwurzel (Zingiber officinale) Übelkeit bekämpft, haben Forscher der Universität Heidelberg untersucht. Das Team um Dr. Beate Niesler stellte durch Zellversuche fest, dass Scharfstoffe wie Gingerol und Shogaol Andockstellen der Nervenzellen des Magen-Darm-Trakts besetzen, sodass sich der Botenstoff Serotonin nicht mehr daranheften kann. Daher werde das Brechzentrum im Gehirn nicht aktiviert, und Übelkeit bleibe aus.
Die Wissenschaftler schlagen vor, in einer klini­schen Studie die Kombination von Ingwer und synthetischen Mitteln gegen Übelkeit zu testen. Sie vermuten, dieser Mix könnte eine doppelt wirksame Waffe gegen durch Chemotherapie verursachte Übelkeit bei Krebspatienten sein.

22.11.2013
Depression: Herzinfarkt-Risiko
Die Gefahr für eine erneute Herzattacke steigt, wenn sich Patienten in schlechter psychischer Verfassung befinden
Thinkstock/Goodshot
Ein schlechter psychischer Zustand erhöht das Risiko von Herzinfarkt-Patienten, einen weiteren Infarkt zu erleiden oder zu sterben, um das Zwei- bis Dreifache. Das ergab eine dänische Studie, bei der Forscher Fragebögen von 880 Patienten auswerteten, die bereits einen Herz­infarkt erlitten hatten. Lange schon ist bekannt, dass Depressionen die weitere Prognose von Herzinfarkt-Patienten verschlechtern. Die Studie zeigte nun, dass es dabei nicht darauf ankommt, woher die schlechte psychische Verfassung rührt.

21.11.2013
Schimmel: Vorsicht bei feuchter Wohnung
Im Haushalt entsteht viel Feuchtigkeit. Durch richtiges Lüften lässt sich dem entgegenwirken
Thinkstock/iStockphoto
Rund zwölf Liter Feuchtigkeit werden in einem Haushalt mit vier Personen pro Tag in Form von Wasserdampf in die Raumluft abgegeben. Die Luftfeuchtigkeit sollte 60 Prozent aber nur kurzzeitig übersteigen, sonst besteht die Gefahr, dass sich Schimmel in der Wohnung bildet. Dieses Risiko für die Gesundheit lässt sich durch richtiges Lüften vermeiden. Allgemein gilt: mindestens zwei- bis viermal am Tag jeweils fünf bis zehn Minuten lüften – und jedes Mal nach dem Duschen, Baden oder Kochen.

20.11.2013
Schlaf: Die richtige Matratze finden
Ein schönes Bett ist etwas für das Auge. Viel wichtiger ist eine gute Matratze. Tipps für die richtige Wahl
Banana Stock/RYF
Sieben Stunden und 14 Minuten schläft der Bundesbürger laut Statistik im Schnitt pro Nacht. Diese Zahl errechneten Schlafmediziner schon vor Jahren. Hochgerechnet auf ein zehnjähriges Matratzen­leben verbringt also hierzulande jeder Mensch mehr als 26.400 Stunden auf der Schlaf­unterlage – Stunden, in denen er schwitzt und die entstande­ne Feuchtigkeit von der Matratze aufgesogen wird.
Zudem verliert der Schläfer jede Nacht feinste Hautschuppen. Sie dienen unzähligen unsichtbaren Milben als Nahrung, deren Ausscheidungen sich wiederum in der Matratze ansammeln. Der Rat, die Schlafunter­lage etwa alle zehn Jahre auszutauschen, ist also durchaus mehr als ein Konjunkturprogramm für Bettengeschäfte.
Viele Faktoren spielen eine Rolle
Bei der Wahl einer ­Matratze spielen neben Körpergröße und -gewicht auch die Form der ­Wirbelsäule sowie die Schlaf­ge­wohn­hei­ten eine wichtige Rolle: Schläft jemand bevorzugt auf dem Rücken ein, in Seitenlage oder auf dem Bauch? Schwitzt er nachts besonders stark oder friert leicht? Und schließlich: Gibt es Probleme mit der Wirbel­säule?
„Je härter, desto besser“ – so lautete früher oft die Devise beim Matratzen­­kauf. Diese Auffassung ist längst überholt. Zwar sollten schwerere Menschen prinzipiell eher eine härtere Unterlage wählen, damit sie nicht zu tief einsinken. Zierliche Personen werden jedoch von einer weicheren besser gestützt. Besonders für Patienten mit Rücken- oder Gelenkschmerzen gilt: eher weich als hart.
Bettengeschäfte, Möbelhäuser und Matratzen-Outlets bieten eine enor­me Auswahl. Neben den einfachen Federnkernmodellen gibt es die aufwendigeren Taschenfederkern-Varianten sowie Matratzen aus Latex oder Kaltschaum. Viele werden inzwischen so hergestellt, dass sie über unterschiedlich harte Zonen verfügen (Punktelastizität). Dadurch können beispielsweise die Becken- und Schulterregion tiefer einsinken, während die Lendenwirbelsäule leicht gestützt wird.
Schlafmedizinisch gesehen punktet aber nicht nur die Matratze, die auch in Seitenlage eine gerade Wirbelsäule ermöglicht. Wichtig ist zudem, dass sich das Wenden auf ihr nicht zu ­anstrengend gestaltet, da dies den Schlaf mitunter stören kann. Generell gilt: Matratzen sollten eine gute Wärme- und Feuchtigkeitszirkulation ermöglichen und Menschen mit Gelenkschmerzen den nötigen Komfort bieten.
Wirbelsäule muss gestützt sein
Es ist keine Frage, aus welchem Material die Matratze besteht, sondern wie die Wirbelsäule von ihr gestützt wird. Die verschiedenen Matratzentypen haben ihre Vor- und Nachteile. Taschenfederkernmatratzen bestehen aus einer Vielzahl von Stahlfedern, die jeweils in Stofftaschen eingenäht sind. Im Gegensatz zu Latex- und Kaltschaummatratzen wird ein Lattenrost nicht unbedingt benötigt – die entsprechende Federung übernimmt die Matratze selbst.
Für stark schwitzende Menschen eignen sich Federkernmodelle besser, da sie den Schweiß gut ableiten und etwas kühler sind. Allerdings mögen viele das Nachschwingen des Betts nicht – andere wiederum empfinden diesen Effekt als angenehm.
Kaltschaummatratzen werden heute aus hochwertigem Schaum hergestellt und eignen sich optimal für Schläfer, die es gerne warm haben. Dies trifft auch auf Latexmatratzen zu, die aus künstlichem Latex oder Naturlatex bestehen. Das Naturmaterial aus dem Saft des Gummibaums kann allerdings unter Umständen zu allergischen Reaktionen führen. In dieser Hinsicht empfindliche Menschen sind deshalb mit der künstlichen Variante besser bedient. Latexmatratzen wiegen jedoch oft besonders viel und lassen sich nur mühevoll anheben oder umdrehen.
Viskoelastische Schaumstoffmatratzen reagieren auf Körperwärme und geben so an den typischen Druckstellen mehr nach. Das kann aber dazu führen, dass das Material starre Liegemulden erzeugt und der Schläfer in seiner natürlichen Bewegung etwas behindert wird.
Im Gegensatz zu Taschenfederkernmatratzen benötigen sowohl Kaltschaum- als auch Latexmodelle einen variabel einstellbaren Lattenrost als Unterlage. Wichtig: Die Feuchtigkeit unter dem Lattenrost muss in die Raumluft entweichen können.
Probeliegen wichtig
Welcher Härtegrad letztendlich der richtige ist, sollte man durch Probeliegen ausprobieren, auch weil die Härtegrade bei jedem Hersteller und jedem Modell unterschiedlich ausfallen können.
Menschen mit Rückenproblemen nehmen am besten den Befund ihres Orthopäden mit zum Fachhändler. Wirbelsäulenvermessungen in Bettengeschäften sind oft kostenlos, aber die Qualität der Messergebnisse hängt auch von der Erfahrung des Verkäufers ab. Umso wichtiger ist es, sich beim Kauf Zeit zu nehmen und sowohl auf eine gute Beratung als auch auf das individuelle Liegegefühl zu achten.

19.11.2013
Bewegung: Keine Lust auf Sport
Sieben Stunden sitzen die Deutschen täglich – ergab eine Studie. Für Bewegung fehlt oft die Zeit
Thinkstock/iStock
Viele Deutsche sind Bewegungsmuffel. Das ergab eine Studie der Techniker Krankenkasse. Im Schnitt verbringen die Deutschen sieben Stunden täglich sitzend. Für Bewegung wie Spaziergänge oder Radfahren bleibt eine halbe Stunde. Als Grund nennen vor allem Berufstätige und Eltern Zeitmangel. Sport treiben 46 Prozent, das sind zehn Prozent weniger als bei einer Umfrage vor sechs Jahren.

18.11.2013
Rheuma: Welche Rolle spielt Histamin?
Der körpereigene Botenstoff Histamin – bekannt als wichtiger Faktor bei Allergien – ist wohl auch an Entzündungsreaktionen beteiligt
PhotoDisc/RYF
Wissenschaftler der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zeigten vor Kurzem, dass sich in entzündetem Gelenkgewebe von Patienten mit rheumatoider Arthritis Mastzellen finden und dass diese wichtig für das Entstehen der Krankheit sind. Die Zellen bilden Histamin, das bei allergischen Reaktionen eine Rolle spielt. Nun fanden die Forscher heraus, dass es auch beim Entzündungsprozess entscheidend ist: Körpereigene Eiweiße binden Histamin, und das löst verschiedene Reaktionen aus. Blockierten die Forscher im Modell einen bestimmten Histamin-Rezeptor, verhinderten sie Rheuma-Schübe.

17.11.2013
Umwelt: Feinstaub ist gefährlich
Schadstoffe in der Luft schaden den Atemwegen und fordern jedes Jahr viele Opfer
Thinkstock/iStockphoto
Luftschadstoffe können Lungenkrankheiten auslösen, die einen tödlichen Verlauf nehmen. Wie viele Menschen weltweit dadurch sterben, berechnete ein internationales Forscherteam und veröffentlichte die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters. Demnach führt Feinstaub in der Luft zu 2,1 Millionen Todesfällen jährlich, Ozon fordert 470.000 Opfer. Allein in Ost­asien sterben mehr als eine Million Menschen jährlich an den Folgen von Feinstaubbe­lastung, in Europa sind es rund 150.000.

16.11.2013
Umwelt: Feinstaub ist gefährlich
Schadstoffe in der Luft schaden den Atemwegen und fordern jedes Jahr viele Opfer
Thinkstock/iStockphoto
Luftschadstoffe können Lungenkrankheiten auslösen, die einen tödlichen Verlauf nehmen. Wie viele Menschen weltweit dadurch sterben, berechnete ein internationales Forscherteam und veröffentlichte die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters. Demnach führt Feinstaub in der Luft zu 2,1 Millionen Todesfällen jährlich, Ozon fordert 470.000 Opfer. Allein in Ost­asien sterben mehr als eine Million Menschen jährlich an den Folgen von Feinstaubbe­lastung, in Europa sind es rund 150.000.

15.11.2013
Lebensstil: Länger gesund bleiben
Menschen bleiben im Alter mobiler, wenn sie sich bewegen, ausgewogen ernähren und nicht rauchen
Thinkstock/istockphoto
Wer sich regelmäßig bewegt, auf seine Ernährung achtet und nicht raucht, bleibt länger mobil. Ob diese Erkenntnis auch für Senioren gilt, hinterfragten Forscher des Zentrums für Epidemiologie und Volksgesundheit in Villejuif (Frankreich). Die Wissenschaftler erhoben dazu über zwölf Jahre hinweg den Gesundheitszustand von 3982 Franzosen, die zu Studienbeginn mindestens 65 Jahre alt waren.
Mehrmals machten die Teilnehmer Angaben zu ihren Lebensgewohnheiten und ihrem Gesundheitszustand. Bei 1236 Senioren traten körperliche Einschränkungen auf. Bei denen, die sich kaum bewegten, war das Risiko um 72 Prozent erhöht, bei Rauchern um 26 Prozent und bei jenen, die nicht mindestens einmal täglich Obst und Gemüse aßen, um 24 Prozent. Die drei ungünstigen Gewohnheiten zusammen erhöhten das Risiko für ein körperliches Handicap um rund 150 Prozent.

14.11.2013
Traubensilberkerze: Die Pflanze für den Wechsel
Inhaltsstoffe des Heilkrauts sollen Wechseljahresbeschwerden lindern
Imagesource/RYF
Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) mit den in Trauben stehenden, kleinen weißlichen Blüten an hohen Stängeln stammt aus dem Osten Nordamerikas. In ­ihren Wurzeln stecken neben Gerb- und Bitterstoffen Substanzen, die ähnliche Wirkungen auslösen wie die Östrogene, eine Gruppe weiblicher Geschlechtshormone. Sie werden in Präparaten gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche in den Wechseljahren verwendet.

13.11.2013
Apfelsaft: Süßes aus der Presse
Was tun mit der üppigen Ernte? Ab damit in die Saftpresse! Viele Mostereien bieten ihre Dienste an
Thinkstock/iStock
Apfelsaft schmeckt nicht nur lecker, er ist auch gesund. Er enthält Vitamin C, B-Vitamine, Kalium und sekundäre Pflanzenstoffe. Ein bundesweites Netzwerk von Wissenschaftlern, das die Gesundheitswirkungen von Äpfeln erforscht, fand heraus, dass deren Saft vermutlich Darm- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt. Auch über eine krebsschützende Wirkung diskutieren die Experten.
Um Apfelsaft in größerem Stil her­zustellen, werden die Früchte zunächst zerkleinert. Dann wird der Brei, die Maische, so unter Druck gesetzt, dass Flüssigkeit austritt. Ein Filter trennt die festen Bestandteile vom Saft. Das gelingt zwar auch im Kleinen in der heimischen Küche – etwa mit einem per Spezialaufsatz zur Maische-Herstellung umgerüsteten Fleischwolf, einem Trockentuch als Filter und den Händen als Presse. Doch die Verarbeitung der eigenen Ernte in einer Mosterei ist weitaus effektiver, spart Zeit und Kraft.
Mehr Vielfalt ins Glas
An vielen Orten in Deutschland bieten Mostereien ihre Dienste an. Es gibt zudem mobile Einrichtungen. Auskunft erteilen unter anderem die örtlichen Obst- und Gartenbauvereine sowie der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde.
Fast jede Apfelsorte eignet sich für die Saftherstellung. Zu den Ausnahmen zählt beispielsweise der bereits im August reife Klarapfel. Er liefert wenig Saft und besitzt ein schwaches Aroma. Sehr beliebt hingegen ist der säuerliche Bos­kop. Kenner komponieren ihren Saft aus verschiedenen Sorten und tes­ten die Mischung vorab mithilfe eines handelsüblichen Küchenentsafters.
Auf die Reife kommt es an
Von einem mittelgroßen Apfelbaum lassen sich leicht etwa 100 Kilo Früchte ernten, aus denen rund 60 bis 70 Liter Saft entstehen. Ist eine Mosterei ge­­funden und ein Termin ausgemacht, kommt es auf die passende Ausrüstung und etwas Vorwissen über die Saftherstellung an. Obst zum Saftmachen sollte unbedingt reif sein, jedoch nicht überreif und vor allem nicht angefault. Manche pflücken in ihrem Eifer die Äpfel auch zu früh.
Ohne weitere Behandlung hält sich der frisch gepresste Saft im Kühlschrank nur wenige Tage. Um ihn länger haltbar zu machen, stehen zwei Methoden zur Auswahl: das Erhitzen und das Konservieren.
Beim Erhitzen wird der Saft vier Minuten auf über 75 Grad erwärmt. Das kann beispielsweise vorsichtig in den bereits befüllten Glasflaschen im Backofen geschehen. Allerdings sollte man es nicht übertreiben: Je länger und ­­intensiver die Hitzebehandlung ist, des­to mehr Inhaltsstoffe gehen ver­­loren. Durch das Erhitzen gewinnt der Saft zudem etwas an Süße.
Säuren gegen Schimmelpilze
Die kalte Variante der Haltbarmachung nutzt Konservierungsstoffe, die es im Gartenfachhandel gibt. Sie enthalten Sorbin- und Benzoesäure. Letztere kann in sehr seltenen Fällen allergieähnliche Reaktionen auslösen, aber beide Säuren gelten als unbedenklich. Sie unterdrücken das Wachstum von Hefen, Schimmelpilzen und Bakterien im Saft. Konservieren hat gegenüber dem Er­­hit­zen den Vorteil, dass das Aroma unverändert erhalten bleibt.

12.11.2013
Toxoplasmose: Gefahr im Sand
Über Katzenkot werden die Erreger der Toxoplasmose übertragen. Spielen Kinder zum Beispiel im Sandkasten, können sie sich womöglich anstecken
Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC
8,2 Millionen Katzen leben in Deutschland. Über ihren Kot können sich Menschen mit Toxoplasmose-Erregern anstecken. Forscher des Stanley-Medical-Research-Instituts in Chevy Chase und der Johns-Hopkins-Universität (USA) warnen vor hohen Risiken: Schon eine einzige Spore kann eine Infektion auslösen. Noch Jahre später kann sie zu Fieber, Abgeschlagenheit und rheumatoider Arthritis führen; Ungeborenen drohen bei einer Infektion der Mutter körperliche und geis­tige Behinderungen. Die Erreger werden beim Reinigen von Katzenklos, Gärtnern und Spielen im Sand übertragen. Sandkästen also nachts katzensicher abdecken!

11.11.2013
Betablocker: Verträglicher als angenommen
Die sogenannten Betablocker, die häufig bei Herz-Kreislauf-Leiden eingesetzt werden, rufen weniger Nebenwirkungen hervor als gedacht
Jupiter Images GmbH/Dynamic Graphics
Betablocker, die zum Beispiel bei Herzinsuffizienz verordnet werden, haben weniger Nebenwirkungen als angenommen. Zu diesem Ergebnis kam eine Analyse von 13 Studien des Imperial College in London. Nur fünf von 33 möglichen Nebenwirkungen traten demnach öfter auf als in den Kontrollgruppen. Die Mehrheit der vermeintlich unerwünschten Wirkungen sei – so die Forscher – auf die Grunderkrankung oder eine negative Erwartungshaltung der Patienten (Nocebo-Effekt) zurückzuführen.

10.11.2013
Ernährung: Machen Süßstoffe dick?
Es gibt Hinweise, dass auch Zuckerersatz Übergewicht begünstigen kann
Jupiter Images GmbH/Polka dot
Nicht nur Zucker, auch Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin und Sucralose könnten  Übergewicht begünstigen. Absurderweise süßen sie „Diät“-Cola sowie sonstige kalorienreduzierte Softdrinks und sind auch in vielen anderen Produkten mit der Aufschrift „Diät“ oder „leicht“ enthalten. Susan Swithers von der Purdue-Universität in West Lafayette (USA) hat Studien über Süßstoffe in Getränken ausgewertet.
Sie stellte fest, dass es kaum Daten gibt, die gesundheitliche Vorteile wie Gewichtsabnahme oder weniger Stoffwechsel­erkrankungen durch Süßstoffkonsum belegen. Auch wenn es noch keine endgültigen Beweise gibt, deuten immer mehr Studien sogar auf das Gegenteil hin: dass Menschen, die regelmäßig Getränke mit Süßstoff zu sich nehmen, ihr Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes, das metabolische Syndrom und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

09.11.2013
Ernährung: Machen Süßstoffe dick?
Es gibt Hinweise, dass auch Zuckerersatz Übergewicht begünstigen kann
Jupiter Images GmbH/Polka dot
Nicht nur Zucker, auch Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin und Sucralose könnten  Übergewicht begünstigen. Absurderweise süßen sie „Diät“-Cola sowie sonstige kalorienreduzierte Softdrinks und sind auch in vielen anderen Produkten mit der Aufschrift „Diät“ oder „leicht“ enthalten. Susan Swithers von der Purdue-Universität in West Lafayette (USA) hat Studien über Süßstoffe in Getränken ausgewertet.
Sie stellte fest, dass es kaum Daten gibt, die gesundheitliche Vorteile wie Gewichtsabnahme oder weniger Stoffwechsel­erkrankungen durch Süßstoffkonsum belegen. Auch wenn es noch keine endgültigen Beweise gibt, deuten immer mehr Studien sogar auf das Gegenteil hin: dass Menschen, die regelmäßig Getränke mit Süßstoff zu sich nehmen, ihr Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes, das metabolische Syndrom und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

08.11.2013
Psyche: Eifersüchtige passen sich an
Menschen, die eifersüchtig sind, studieren ihre Rivalen ganz genau
Jupiter Images GmbH/Comstock Images
Wer eifersüchtig ist, weil der Partner auf die Annäherungsversuche eines Rivalen eingeht, ahmt unbewusst dessen Verhalten nach. Das fanden Wissenschaftler aus den USA in drei Studien mit mehr als 350 Teilnehmern heraus. Wie sie in der Fachzeitschriftt Personality and Social Psychology Bulletin schreiben, wollen Eifersüchtige so vermutlich die An­ziehungskraft des Konkurrenten verringern.

07.11.2013
Altersforschung: Demenzrisiko sinkt
Immer mehr Menschen werden alt, ohne an Demenz zu erkranken, so eine Studie
Thinkstock/iStock
Zunehmend mehr Menschen altern, ohne dement zu werden. Niederländische Forscher verfolgten ab 1990, wie sich die Gedächtnisleistung von Senioren im Alter zwischen 60 und 90 Jahren über einen Zeitraum von fünf Jahren veränderte. Zehn Jahre später wiederholten sie dies mit anderen Teilnehmern – insgesamt waren es 7500. Erkrankte bei der ersten Unter­suchung einer von 150 Probanden an Demenz, traf es bei der zweiten einen von 200. Die Forscher vermuten, dass die bessere Behandlung von Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten eine Rolle bei dem sinkenden Demenzrisiko spielt.

06.11.2013
Immunsystem: Gesund durch den Herbst
Wenn die Temperaturen sinken, haben Viren bei uns besonders leichtes Spiel. So gehen Sie den Erregern aus dem Weg und lindern Ihre Beschwerden
Thinkstock/Lifesize
Erkältungsviren sind für das Auge unsichtbar und verbreiten sich schnell. Haben sie den Weg in den Körper gefunden, zeigen sich bald die ersten Symptome: ein leichtes Kratzen im Hals und ein Kribbeln in der Nase. Zu spät! Bald wird der Griff zum Taschentuch nötig. Aber so weit muss es gar nicht kommen – wenn Sie gewisse Dinge beachten und den Viren aus dem Weg gehen.
Machtlos gegen Erkältungsviren
Impfungen, Antibiotika, erfolgreiche Krebstherapien – der Mensch hat große medizinische Fortschritte erreicht. Gegen Erkältungen aber scheint die moderne Medizin machtlos. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen existieren mehr als 200 Arten von Erkältungsviren. Kein Mittel kann diese Bandbreite abdecken. Die Pharmaindustrie konzentriert sich deshalb auf Wirkstoffe, welche die begleitenden Beschwerden lindern. Zum anderen ist eine Erkältung zwar unangenehm, jedoch meist nicht bedrohlich. Halsschmerzen, Fieber, Frösteln, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten: Nach sieben bis zehn Tagen ist meist alles überstanden. Die Beschwerden sind lästig, zeigen aber, dass der Abwehrmechanismus funktioniert und der Körper auf die Invasion der Viren reagiert.
Ärzte sprechen dann von einem grippalen Infekt. Mit einer echten Grippe hat er jedoch nichts zu tun. Nur die Symptome ähneln sich. Die echte Grippe (Influenza) ist eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit, die plötzlich und heftig eintritt. Für Diabetiker, Kinder, chronisch Kranke und Senioren ist sie besonders gefährlich. Allerdings kann man sich gegen Influenza impfen lassen – gegen Erkältung nicht. Auch Antibiotika wirken bei einer Erkältung nicht, denn sie wird durch Viren ausgelöst und gegen sie sind Antibiotika nutzlos.
Diese Erreger haben es bei niedrigen Temperaturen leichter, über die Nasenschleimhaut in den Körper einzudringen; auch die Augen sind eine Eintrittspforte. Häufiges, gründliches Händewaschen senkt das Infektionsrisiko deutlich, weil die Viren zum Beispiel an Türgriffen sowie Computertastaturen haften und dort einige Zeit überleben.
Dichtes Gedränge meiden
Sie werden aber auch durch Niesen und Husten in der Luft verteilt. Wer kann, sollte deshalb dichtes Gedränge meiden. Handschuhe und Abstand zu erkälteten Personen bieten einen gewissen Schutz. Bleibt kein Platz, atmen Sie durch die Nase. Die feinen Flimmerhärchen filtern auch Krankheitserreger aus dem Atemstrom heraus.
Sind die Gefäße gut durchblutet, können sich Viren auf den Schleimhäuten schwerer festsetzen. Deshalb sollte man öfter der trockenen Heizungsluft entfliehen und nach draußen gehen. Wichtig sind auch warme Füße. Sind sie kalt, drosselt der Körper die Durchblutung der Schleimhäute.
Wechselduschen fördern die Durchblutung der Gefäße: Mit warmem Wasser beginnen und mit kaltem aufhören – 19 bis 23 Grad genügen. Auch erkältete Menschen können dazu beitragen, anderen den Griff zum Taschentuch zu ersparen: Weisen Sie bei einer Begrüßung auf Ihre Erkältung hin – und reichen Sie nicht die Hand.

Wie man Beschwerden lindert

Selbst wenn man noch so vorsichtig ist: Eine Erkältung lässt sich nicht immer verhindern. Ein heilendes Medikament gibt es auch nicht – aber man kann die Beschwerden lindern:
  • Schnupfen ist meist das Lästigste an einer Erkältung. Man niest, die Nase ist verstopft, trieft oder juckt. Nasenspülungen mit Salzlösungen oder Inhalationen mit ätherischen Ölen können dann helfen. Sie machen die Nase frei und halten die Schleimhaut feucht. Achtung: Ätherische Öle können für kleine Kinder und Asthmatiker problematisch sein. Lassen Sie sich zur Auswahl geeigneter Präparate am besten in Ihrer Apotheke beraten! Eine schnell wirkende Hilfe können auch abschwellende Nasentropfen sein. Diese Präparate dürfen aber höchstens sieben Tage eingesetzt werden. Eine längere Anwendung kann zu Abhängigkeit und chronisch geschwollenen Nasenschleimhäuten führen.
  • Halsschmerzen und Schluckprobleme plagen ebenfalls bei einer Erkältung. Linderung bringen beispielsweise Salbei-Bonbons oder desinfizierende Gurgellösungen. Lutschpastillen mit Isländisch Moos oder Cetylpyridiniumchlorid eignen sich auch für Schulkinder. Gegen Halsschmerzen wirken örtlich betäubende Pastillen. Diese sollte man weniger lutschen, sondern in die Backentasche stecken und dort wirken lassen. Dann hat man auch keine pelzige Zunge.
  • Kopf- und Gliederschmerzen treten häufig bei grippalen Infekten auf. Um sie zu lindern, bieten sich Wirkstoffe wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol an. Dabei sind jedoch Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten. Lassen Sie sich – wie bei allen Arzneimitteln – von Ihrem Apotheker beraten. Er kennt die jeweiligen Neben- und Wechselwirkungen der Arzneistoffe und empfiehlt Ihnen den Wirkstoff, der sich am besten für Sie eignet.
  • Husten tritt in der Regel zum Ende einer Erkältung auf. Um das Abhusten zu erleichtern, gibt es Schleimlöser mit synthetischen Wirkstoffen wie Ambroxol oder N-Acetylcystein. Auf pflanzlicher Basis lockern Präparate mit Efeu-, Thymian- oder Eukalyptus-Extrakten den Schleim. Grundsätzlich gilt es dabei, ausreichend Wasser oder Tee zu trinken. Sonst kann sich der Schleim nicht verflüssigen.

05.11.2013
Arzneimittel: Gerbstoffe behindern Aufnahme
Lebensmittel, die Gerbstoffe enthalten, können die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen
Thinkstock/iStockphoto
Schwarzer Tee, Kaffee und Rotwein enthalten Gerbstoffe, welche die Aufnahme mancher Arzneimittel behindern können. Betroffen sind Eisensalze gegen Blutarmut und einige Antidepressiva. Halten Sie bei der Einnahme dieser Medikamente einen zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden ein.

04.11.2013
Medikamente: Packungsgröße beeinflusst Therapie
Wer eine große Arzneipackung verschrieben bekommt, nimmt das Mittel zuverlässiger ein, zeigt eine Studie
Thinkstock/iStockphoto
Je größer die verschriebene Menge eines Medikaments, desto zuverlässiger nehmen Patienten es ein. Das fanden kanadische Wissenschaftler durch eine Studie mit 35.000 Patienten heraus. Demnach regten Rezepte, die zwei oder mehr Monate galten, eher zur regelmäßigen Einnahme an als eine kürzere Rezeptdauer. Die Vermutung: Ist der Zeitraum zu kurz, gewöhnt sich der Patient nicht an die Therapie und vergisst den Termin für das Folgerezept. In Deutschland gibt es jedoch Normgrößen für Arzneimittel. Sie sollen unnötig große oder unvorteilhafte kleine Packungen vermeiden.

03.11.2013
Psychologie: Stimmung beeinflusst Geschmackssinn
Eigentlich schmeckt man, ob man gerade Voll- und Magermilch trinkt. In einer besonders fröhlichen oder traurigen Verfassung fällt die Differenzierung manchen Menschen schwer
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Gefühle bestimmen mit, wie gut Menschen den Fettgehalt von Nahrungsmitteln unterscheiden können. Forscher der Universität Würzburg testeten das an 80 gesunden Freiwilligen im Alter von 19 bis 47 Jahren. Diese sahen zuerst einen Film und bewerteten dann den Fettgehalt mehrerer Milchproben. Nach kurzen Filmen mit neutralem Inhalt schmeckten alle Testpersonen die Unterschiede heraus.
Zeigte man dagegen traurige oder lustige Filme, konnten jene Probanden, die vorher als überdurchschnittlich ängstlich oder grüblerisch identifiziert worden waren, keinen Unterschied mehr schmecken. Die Versuche der Wissenschaftler könnten eine Erklärung dafür liefern, warum manche Menschen beim Fernsehen mehr essen, als ihnen guttut.

02.11.2013
Psychologie: Stimmung beeinflusst Geschmackssinn
Eigentlich schmeckt man, ob man gerade Voll- und Magermilch trinkt. In einer besonders fröhlichen oder traurigen Verfassung fällt die Differenzierung manchen Menschen schwer
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Gefühle bestimmen mit, wie gut Menschen den Fettgehalt von Nahrungsmitteln unterscheiden können. Forscher der Universität Würzburg testeten das an 80 gesunden Freiwilligen im Alter von 19 bis 47 Jahren. Diese sahen zuerst einen Film und bewerteten dann den Fettgehalt mehrerer Milchproben. Nach kurzen Filmen mit neutralem Inhalt schmeckten alle Testpersonen die Unterschiede heraus.
Zeigte man dagegen traurige oder lustige Filme, konnten jene Probanden, die vorher als überdurchschnittlich ängstlich oder grüblerisch identifiziert worden waren, keinen Unterschied mehr schmecken. Die Versuche der Wissenschaftler könnten eine Erklärung dafür liefern, warum manche Menschen beim Fernsehen mehr essen, als ihnen guttut.

01.11.2013
Ernährung: Gewürze ersetzen Fett
Fett ist ein Geschmacksträger. Wer kalorienärmer, aber ebenso geschmacksintensiv kochen will, kann Fett durch Gewürze ersetzen
Thinkstock/istock
Fettiges schmeckt uns meistens besser als Fettarmes. Mit Oregano, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch kann man den Gaumen aber umstimmen. Forscher der Universität von Colorado (USA) ließen 150 Versuchspersonen verschiedene Speisen wie Hackbraten und Gemüse kosten.
Sie bereiteten je eine fettreiche und eine fettarme Variante zu, Letztere mal mit Gewürzen verfeinert, mal ohne. Das fettreiche Essen lag mit dem fettarmen gewürzten geschmacklich gleichauf.

31.10.2013
Latschenkiefer: Robust und heilkräftig
Die Latschenkiefer wächst im Gebirge. Die ätherischen Öle des Baumes kann man zum Inhalieren und zum Einreiben nutzen
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Die Berg- oder Latschenkiefer (Pinus mugo) trotzt Wind und Wetter und trägt schwere Schneelasten, ohne zu brechen. Der struppige, strauchartige Baum wächst zum Beispiel in den Alpen, im Erzgebirge und in den Karpaten. Seine frischen Nadeln und Zweigspitzen enthalten duftende ätherische Öle mit Heilwirkung.
Diese helfen als Zusatz beim Inhalieren, Schleim in den Bronchien zu lösen. Zudem fördern sie in Einreibungen und Salben die Durchblutung und entspannen die Muskeln. Latschenöl sollte man nicht pur anwenden, weil es die Haut und die Schleimhäute reizen kann. Auch in verdünnter Form kann das Öl reizend wirken. Bei Babys und Kleinkindern sollte Latschenkieferöl nicht mit Mund oder Nase in Kontakt kommen. Sie können womöglich mit Atemnot darauf reagieren. Auch für Asthmatiker ist Latschenkieferöl unter Umständen nicht geeignet. Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.

30.10.2013
Bogenschießen: Das Ziel klar vor Augen
Traditionelles Bogenschießen schult Konzentration, Körperhaltung und Atmung – und das Loslassen im richtigen Moment
Thinkstock/istock
Plopp! Mit einem satten Ton bohrt sich die Stahlspitze des Pfeils in die Wand aus Spezialschaum, auf der Farbausdrucke von Zielscheiben hängen. In einer Trainingshalle für Bogensport üben zehn Teilnehmer eines Schnupperkurses den Umgang mit Pfeil und Bogen beim traditionellen Bogenschießen.
Die Kunst des richtigen Zielens
Nicht nur mit einem Auge über die Pfeilspitze auf das Ziel schauen, sondern mit beiden Augen auf den Punkt, den man treffen will. Diese Technik, welche die unbewusst ablaufende Auge-Hand-Koordination nutzt, funktioniert erstaunlich gut. Landeten die ersten Pfeile, bei denen die Kursteilnehmer den Blick über die Pfeilspitze als Zielhilfe benutzten, noch weit außerhalb der Scheibe, treffen nun schon einige Pfeile die farbigen äußeren Zielkreise und zwei sogar ins Schwarze.
Was Bogenschützen heute als Sportgerät nutzen, ist in seiner Urform die älteste Schusswaffe der Menschheit. Mit Pfeil und Bogen sicherten sich unsere Vorfahren schon in der Steinzeit ihr Überleben. Die Bögen formten sie aus Holz und bespannten sie mit Tiersehnen. Die scharfen Pfeilspitzen fertigten sie handwerklich geschickt aus Feuerstein oder Knochen.
Die Bogenjagd ist in Deutschland mittlerweile verboten. Doch hat sich die Faszination für die archaisch anmutenden Gerätschaften und den ­­ästhetischen Bewegungsablauf von Bogenspannen, Zielen, Loslassen bis heute erhalten. Mehr als tausend ­Bogensportvereine gibt es bei uns, in ­­denen der Sport in verschiedenen Varianten ausgeübt werden kann. Derzeit ist vor allem die traditionelle Form gefragt, die auf die intuitive Zieltechnik zurückgreift. Die Schützen nutzen hier außerdem keine technischen Hilfsmittel wie Visiere oder Ausgleichsgewichte. Sie schießen mehr oder weniger nach Gefühl.
Verwendet werden dazu D-förmige Lang-, Flach- oder sogenannte Recurvebögen – Bögen mit Rückkurve. Sie ­bestehen aus Holz, das oft mit High-tech-Materialien wie Fiberglas, Karbon und Alu verstärkt ist. Der Schütze hält diesen Bogen vor dem Schuss mittig und leicht schräg vor dem Körper am ausgestreckten Arm. Ein lederner Armschutz verhindert, dass die beim Loslassen nach vorn schnellende Sehne die Haut schmerzhaft streift.
Zeige-, Mittel- und Ringfinger der dominanten Hand krümmen sich – von einem speziellen dreifingrigen Lederhandschuh geschützt – um die Sehne, die unter Anspannung der Rücken- und Schultermuskulatur bis auf Höhe des Mundwinkels gezogen wird. Das Entspannen der Finger schließlich katapultiert den Pfeil mit großer Geschwindigkeit nach vorne. Bereits bei einer sehr geringen Zugkraft von 7,5 Kilogramm erreicht der Pfeil 70 bis 90 Stundenkilometer.
Variantenreiche Sportart
Richtig ausgeführt, stärkt Bogenschießen die Rumpfmuskulatur und fördert einen stabilen Stand sowie eine locke­re, aufrechte Körperhaltung. Der Bewe­­gungsablauf – ähnlich komplex wie beim Golfen – ist allerdings nicht nur körperlich, sondern auch mental eine Herausforderung. Er erfordert Konzentration, Geduld und das Loslassenkönnen im richtigen Moment. Manche empfinden den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung sowie die achtsame Konzentration auf ein Ziel als äußerst beruhigend und entspannend. Davon profitieren Bogenschützen auch im Alltag. Durch ­­Bogenschießen lernt man Gelassenheit.
Japanisches Bogenschießen (Kyudo) in der Tradition des Zen ist ganz auf diese meditativen Aspekte ausgerichtet und dementsprechend als geis­tige Übung zu sehen. Der Schuss ist beim Kyudo in acht Stufen gegliedert, die langsam und in ritualisierten Bewegungen zelebriert werden. Sportliche Aspekte und Leistungsorientierung treten völlig in den Hintergrund. Der Bogen dient als Mittel zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.
Therapeutische Effekte
Auch das therapeutische Bogenschießen nutzt die Erfahrungen beim Umgang mit Pfeil und Bogen, um psychische Vorgänge zu klären und zu bearbeiten. Das Bogenschießen legt Verhaltensmuster offen, die sich auch im Alltag finden. Es offenbart zum Beispiel, wie jemand mit Enttäuschungen umgeht, wie er Ziele umsetzt und welche Ansprüche er dabei an sich stellt. Patienten mit Burn-out, Essstörungen und Suchterkrankungen profitieren von der Methode. Auch bei der Arbeit mit Kindern, die unter ADHS leiden, gibt es positive Erfahrungen.
Nicht nur für größere Kinder, sondern auch für Erwachsene hat das Bogenschießen in der Natur einen besonderen Reiz. In sogenannten 3D-Parcours zielen die Bogenschützen nicht auf Strohscheiben, sondern auf Wild-Attrappen aus Gummi, die auf einer ­kilometerlangen Runde in Wäldern, Wassergräben und hinter Büschen aufgebaut sind. Weil die Sicherheit aller Besucher auf solchen Parcours höchste Priorität hat, sollten Neulinge auch hier nur nach einer angeleiteten Einführung den Bogen spannen.

29.10.2013
Testosteron-Therapie: Riskante Muntermacher
Eine Therapie mit dem Hormon Testosteron erhöht das Risiko für Schlaganfall und Infarkt
Thinkstock/Stockbyte
Testosteron-Therapien werden zunehmend beliebt. Sie sollen Stimmung, Selbstvertrauen und Vitalität älterer Männer verbessern. Eine in dem Magazin BMC Medicine veröffentlichte Analyse belegt nun, dass die Therapie das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Ereignisse verdoppelt. Das zeigte sich aber nur in Studien, die nicht von den Herstellern der Hormonpräparate finanziert wurden. Von ihnen gesponserte Untersuchungen ergaben ein etwas geringeres Risiko.

28.10.2013
Gesunde Frohnatur: Gute Laune gut fürs Herz
Die Gesundheit profitiert von fröhlicher Stimmung. Glückliche Menschen erleiden zum Beispiel seltener einen Herzinfarkt
Thinkstock/Photodisc
Sonnige Gemüter erkranken seltener an koronaren Herzleiden als weniger fröhliche Menschen. Das belegt eine Studie an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (USA). Die Forscher beobachteten rund 1500 Menschen, deren Geschwister schon vor dem 60. Lebensjahr ein schweres Herzereignis, etwa einen Infarkt, erlitten hatten. Als Vergleich dienten die Daten von fast 6000 Menschen ohne solche familiäre Vorbelastung.
Es zeigte sich, dass die Gutgelaunten in beiden Gruppen seltener an Herz und Kreislauf erkrankten. Den größten Unterschied gab es bei den vorbelasteten Personen: Das Risiko der Frohnaturen war hier um ein Drittel geringer, bei den besonders Vorbelasteten sogar um die Hälfte. Bei der Vergleichsgruppe betrug der Unterschied 13 Prozent.

27.10.2013
Brustkrebs: Fisch mit Schutzfunktion
Studien zeigen: Regelmäßiger Verzehr von Omega-3-Fettsäuren aus fettem Meeresfisch kann das Brustkrebsrisiko senken
Thinkstock/istock
Frauen, die regelmäßig fetten Fisch wie Lachs, Makrele, Sardine oder Thunfisch verzehren, erkranken seltener an Brustkrebs. Das geht aus einer im British Medical Journal veröffentlichten Metaanalyse hervor, die 26 Studien mit insgesamt knapp 900.000 Teilnehmerinnen aus den USA, Europa und Asien umfasst. 20.000 Probandinnen waren an Brustkrebs erkrankt.
Die Auswertung ergab, dass Fischmahlzeiten das Risiko nicht so deutlich verringern wie bisher angenommen. Anders als bei früheren, ausschließlich auf Asien bezogenen Studien ging es nur um etwa 14 Prozent zurück. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Wirkung mit der Dosis steigt: Pro 0,1 Gramm Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, die am Tag aufgenommen wurden, sank das Brustkrebsrisiko im Schnitt um fünf Prozent. Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure hatten diese Schutzwirkung nicht.

Wichtig: Experten empfehlen derzeit zur Vorbeugung von Krankheiten ganz allgemein eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und weniger Fleisch. Auch raten sie zum Beispiel, alkoholische Getränke nur sehr in Maßen – und mit ein paar alkoholfreien Tagen dazwischen – zu sich zu nehmen. Weitere Pluspunkte: sich regelmäßig körperlich bewegen und auf Zigaretten verzichten.

26.10.2013
Brustkrebs: Fisch mit Schutzfunktion
Studien zeigen: Regelmäßiger Verzehr von Omega-3-Fettsäuren aus fettem Meeresfisch kann das Brustkrebsrisiko senken
Thinkstock/istock
Frauen, die regelmäßig fetten Fisch wie Lachs, Makrele, Sardine oder Thunfisch verzehren, erkranken seltener an Brustkrebs. Das geht aus einer im British Medical Journal veröffentlichten Metaanalyse hervor, die 26 Studien mit insgesamt knapp 900.000 Teilnehmerinnen aus den USA, Europa und Asien umfasst. 20.000 Probandinnen waren an Brustkrebs erkrankt.
Die Auswertung ergab, dass Fischmahlzeiten das Risiko nicht so deutlich verringern wie bisher angenommen. Anders als bei früheren, ausschließlich auf Asien bezogenen Studien ging es nur um etwa 14 Prozent zurück. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Wirkung mit der Dosis steigt: Pro 0,1 Gramm Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, die am Tag aufgenommen wurden, sank das Brustkrebsrisiko im Schnitt um fünf Prozent. Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure hatten diese Schutzwirkung nicht.

Wichtig: Experten empfehlen derzeit zur Vorbeugung von Krankheiten ganz allgemein eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und weniger Fleisch. Auch raten sie zum Beispiel, alkoholische Getränke nur sehr in Maßen – und mit ein paar alkoholfreien Tagen dazwischen – zu sich zu nehmen. Weitere Pluspunkte: sich regelmäßig körperlich bewegen und auf Zigaretten verzichten.

25.10.2013
Zähne: Ernährung beeinflusst Mundgesundheit
Was wir trinken und essen, kann Einfluss darauf haben, wie gesund unsere Zähne sind. Fünf Punkte, auf die Sie achten sollten
Thinkstock/Pixland
Regelmäßig die Zähne zu putzen ist selbstverständlich. Aber auch die Ernährung beeinflusst die Mundgesundheit. Fünf Punkte, auf die Sie achten sollten:
  • Ausreichend trinken regt den Speichelfluss an und senkt so das Kariesrisiko. Ideal: Wasser, Tees, stark verdünnte Saftschorlen.
  • Zuckerhaltige Lebensmittel meiden! Achten Sie auch auf versteckten Zucker in Konserven, Fertigprodukten und Würzsoßen.
  • Säure reduzieren! Säuerungsmittel stecken in Fertigprodukten und Konserven. Sehr tückisch ist die Kombination süß/sauer wie in Eistee oder Zitronenlimo.
  • Speichelfluss anregen, zum Beispiel durch zuckerfreie Bonbons mit Anis, Fenchel oder Salbei. Das neutralisiert den Säuregehalt im Mund und reduziert den Nährboden für schädigende Bakterien.
  • Jeden Bissen gut kauen trainiert den Kauapparat, stärkt Zähne und Zahnfleisch. Alte Menschen sollten püriertes Essen nur dann bekommen, wenn es erforderlich ist.

24.10.2013
Frauen und Karriere: Bitte recht unfreundlich
Kühle Distanz ist für die Karriere von Frauen förderlicher als ständig gute Laune
Thinkstock/istock
Fröhlichen Frauen trauen Mitarbeiter und Kollegen keine Chefposition zu. Das fanden Forscherinnen an der Technischen Universität München in mehreren Experimenten heraus. Fröhlichkeit verbindet man bei Frauen nicht mit Führungswillen und Durchsetzungsvermögen.
Diese Eigenschaften, die eine Führungspersönlichkeit auszeichnen, werden bei gut gelaunten Männern dagegen nicht infrage gestellt. Verblüffend: Auch bei den Geschlechtsgenossinnen treffen fröhliche Frauen auf Skepsis.

23.10.2013
Hände: Therapie des schnellenden Fingers
Entzündungen an Sehnen schmerzen und schränken die Bewegung ein. Wirken Spritzen nicht, folgt oft ein operativer Eingriff
Thinkstock/iStock
Wie oft man Tag für Tag die Finger geschickt bewegen muss, registrieren vor allem jene, die damit Probleme haben. Dazu zählen zum Beispiel Menschen mit einem „schnellenden Finger“. Die Patienten können die Faust nicht mehr ganz schließen und den betroffenen Finger nur schwer strecken – bis er dann plötzlich nach vorne schnellt. Die Erkrankung schmerzt und schränkt die Bewegungsfähigkeit der Finger ein. Das bekommen die Patienten im Alltag deutlich zu spüren. Schließlich bewegt jeder Mensch die Finger bis zu 22.000-mal am Tag.
Meistens trifft es den Daumen
Die menschliche Hand ist sehr komplex aufgebaut. 27 Knochen, 33 Muskeln, unzählige Rezeptoren in der Haut und dazu zahlreiche Sehnen, Muskeln und Bänder erlauben uns präzise Griffe. Ein schnellender Finger macht viele davon unmöglich. Manchmal trifft es nur einen Finger, manchmal auch mehrere – am häufigsten den Daumen.
Welche Ursachen ein Schnapp­finger hat, ist nicht geklärt. Manche Menschen besitzen eine gewisse Veranlagung. Häufig trifft es Personen, die viel mit den Händen arbeiten. Frauen leiden ­öfter an einem Schnappfinger als Männer – meistens im Alter zwischen 50 und 60 Jahren. Durch Überbelastung beispielsweise kann sich die Scheide einer Beugesehne entzünden. Diese Sehne ist mit dem vordersten Knochen, dem Fingerendglied, verbunden.
Während die Beugesehne vom Handgelenk bis zum Ende des Mittelhandknochens frei verläuft, wird sie ab dort am Finger entlang durch sogenannte Ringbänder geführt – etwa wie eine Schnur, deren Verlauf durch Ösen fixiert wird. Überträgt man dieses Bild auf den Schnappfinger, hat die Schnur vor der ersten Öse einen dicken Knoten. Wird die Schnur gespannt, also der Finger gestreckt, bleibt der Knoten zunächst an der Öse stecken und zwängt sich durch. Der betroffene Finger schnellt dann plötzlich nach vorne.
Schnelle Diagnose
Die Diagnose fällt nicht schwer, sagen Ärzte. Der Patient kann dem Arzt den schnellenden Finger vorführen. Ist das nicht der Fall, ertastet der Arzt die Verdickung an der Beugesehne oder stellt sie mittels Ultraschall fest. Es bieten sich zwei Behandlungsmöglichkeiten an. Wie Studien be­legen, lindern Kortisonspritzen die Beschwerden im Schnitt bei etwas mehr als jedem zweiten Patienten.
Wird die Spritze innerhalb der ers­t­en sechs Monate verabreicht, sind die Chancen besser. Schlägt die erste Spritze nicht an, kann ein zweiter Versuch folgen. Allerdings sollte sich der behandelnde Arzt „anatomisch exakt“ in diesem Bereich der Hand auskennen. Wird das Kortison direkt in die Sehne gespritzt, kann sie später reißen. Der Spielraum zwischen Ringband und Sehne beträgt nur ein bis zwei Millimeter.
Neben der Spritze bleibt der ope­rative Eingriff als Möglichkeit: Das Ringband A1 wird durchtrennt. Dann hat die Sehne wieder Platz. Dadurch wird das Gleitgewebe nicht mehr gereizt, und die Schwellung geht zurück. Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert wenige Minuten. Anschließend kann und soll der Patient die Finger sofort wieder bewegen. Das verhindert ein Verkleben der Sehnen. 14 Tage später kann er wieder richtig zupacken.­

Deshalb schnellt der Finger
  • Eine Entzündung an der Scheide der Beugesehne verursacht häufig eine Blockade. Diese kann aber auch die Folge einer Verdickung der Sehne selbst sein.
  • Die Beugesehnen verlaufen ab dem Ende des Mittelhandknochens durch sogenannte Ringbänder. Diese fixieren die Sehnen.
  • Die Sehnenscheide ist eine Art schützende Hülle um eine Sehne. Bei einem Schnappfinger ist sie in der Regel im Bereich des Ringbands A1 entzündet.
  • Bei einer kräftigen Streckung wird die Sehne gespannt. Der geschwollene Bereich sitzt zunächst am Ringband fest, zwängt sich dann durch die Eng­stelle, und der Finger schnellt plötzlich – häufig unter ­Schmerzen – nach vorne. Oft muss die gesunde Hand helfen, den blockierten Finger zu strecken.

22.10.2013
Antibiotikum: Silber kann Wirkung verbessern
Silber kann wahrscheinlich auf zweierlei Arten die Wirkung von Antibiotika verbessern
Thinkstock/Monkey Business
Silber verstärkt anscheinend die Wirkung von Antibiotika. Das fanden US-Forscher in Laborexperimenten heraus, deren Ergebnisse sie in dem Fachmagazin Science Translational Medicine veröffentlichten. Das Metall macht Zellwände durchlässiger, und dadurch waren bestimmte Antibiotika plötzlich gegen Erreger wirksam, auf die sie bisher keinen Einfluss hatten.
Ein weiteres Ergebnis: Silber greift den Stoffwechsel von Bakterien an; durch das Metall bilden sich mehr Sauerstoffradikale. Diese können bestimmte Bakterien vernichten, die resistent gegen andere Antibiotika sind. In welchen Dosen Menschen Silber bedenkenfrei einnehmen können, müssen klinische Studien zeigen.

21.10.2013
Deutschland: Wir fühlen uns gesund
Gute Nachricht, die Mehrzahl der Deutschen schätzt sich als fit ein
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Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Mehrheit der Deutschen schätzt ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Damit stieg der Anteil der Menschen, die sich gesund fühlen, seit den 1990er-Jahren. Das ergibt sich aus dem ersten Teil einer umfangreichen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, die das Robbert-Koch-Institut durchführt.
Vergleichspunkt ist eine ähnliche Erhebung, der Bundes-Gesundheitssurvey von 1998. Demnach fühlen sich heute 77 Prozent der Männer und 73 Prozent der Frauen zwischen 18 und 79 Jahren fit. Auch mehr als die Hälfte der über 70-Jährigen bewerten ihren Zustand als gut. An der Studie nahmen knapp 8000 Menschen teil.

20.10.2013
Chorsänger: Herzen im Gleichtakt
Wer in einem Chor singt, bewegt nicht nur seine Lippen synchron mit den anderen. Auch der Herzschlag gleicht sich an
Jupiter Images GmbH/BrandXPictures
Chorsingen fördert das Wohlbefinden, belegen verschiedene Untersuchungen. Nun zeigt eine Studie an der Universität Göteborg (Schweden), dass sich beim Chorsingen der Herzschlag der Sänger angleicht. Weil sich beim tiefen Einatmen der Herzschlag leicht beschleunigt und beim Ausatmen etwas verlangsamt, schwankt auch der Herzrhythmus der Sänger im Gleichtakt. Chorsingen ist ähnlich hilfreich wie bewusste Atemübungen.

19.10.2013
Chorsänger: Herzen im Gleichtakt
Wer in einem Chor singt, bewegt nicht nur seine Lippen synchron mit den anderen. Auch der Herzschlag gleicht sich an
Jupiter Images GmbH/BrandXPictures
Chorsingen fördert das Wohlbefinden, belegen verschiedene Untersuchungen. Nun zeigt eine Studie an der Universität Göteborg (Schweden), dass sich beim Chorsingen der Herzschlag der Sänger angleicht. Weil sich beim tiefen Einatmen der Herzschlag leicht beschleunigt und beim Ausatmen etwas verlangsamt, schwankt auch der Herzrhythmus der Sänger im Gleichtakt. Chorsingen ist ähnlich hilfreich wie bewusste Atemübungen.

18.10.2013
Psychologie: Aufplustern macht unehrlich
Die Körperhaltung eines Menschen beeinflusst anscheinend seine Ehrlichkeit
Thinkstock/istock
Wie die Körperhaltung sich auf die Ehrlichkeit auswirkt, untersuchten Forscher am Massachusetts Institute of Technology (USA) in mehreren Tests. So sollte sich ein Teil der Versuchspersonen unter einem Vorwand ausladend hinstellen, ein anderer mit verschränkten Armen. Bei der anschließenden Belohnung gab es scheinbar versehentlich zu viel Geld. Resultat: 78 Prozent der Studenten, die sich zuvor breit gemacht hatten, verschwiegen die Mehreinnahme, bei der anderen Gruppe waren es nur 38 Prozent.

17.10.2013
Gewicht: Dicke Vorurteile
Viele halten übergewichtige Menschen für passiv und langsam
Thinkstock/iStockphoto
Viele Menschen bewerten Fettleibige negativer als Normalgewichtige. Das ergab eine repräsentative deutschlandweite Umfrage der Universität Leipzig. Mehrere Hundert Freiwillige beurteilten Fotos von Personen unterschiedlichen Alters und Gewichts. Mehr als 20 Prozent sprachen Fettleibigen Eigenschaften wie „passiv“, „willenlos“ und „langsam“ zu. Überdurchschnittlich Gebildete sowie selbst übergewichtige Betrachter hatten etwas weniger Vorurteile als andere.

16.10.2013
Kräuter und Gewürze: Gesundes Geschmackserlebnis
Sie geben unseren Speisen den richtigen Geschmack. ­­Einige helfen auch bei der Verdauung
W&B/Martin Ley/RYF
Die Natur bietet eine Fülle von Kräutern und Gewürzen. Einige wachsen gleich vor unserer Haustür, andere sind im Mittelmeerraum heimisch, und wieder andere gedeihen besonders gut in den Tropen. Viele dieser Gewächse begeis­tern Naturliebhaber ebenso wie Genießer. Gesund sind sie noch dazu.
Ganz gleich, ob ein deftiger Kohl­eintopf, ein Zwiebelrostbraten oder ein Kartoffelsalat mit Speck und Mayonnaise auf den Tisch kommt: Wiesenkümmel darf als schmackhafte und bekömmliche Zutat nicht fehlen. Wie der Name besagt, wächst der meterhohe Doldenblütler bevorzugt auf Wiesen. Der würzige Duft ist typisch für unsere Almen.
Die ätherischen Öle des Wiesenkümmels regen die Bildung von Magensaft an, fördern die Durchblutung der Magen-Darm-Schleimhaut, mildern Blähungen und wirken krampflösend. Ebenso empfehlenswert ist ein Verdauungstee mit aufgebrüh­tem Kümmel. Tipp: Die Früchte vor dem Aufbrühen erst im Mörser „anstoßen“.
Schärfe für das Currypulver
Kreuzkümmel (Cumin) kommt aus Vorderasien und dem östlichen Mittelmeerraum. Er macht schwer verdauliche Gerichte mit Linsen, dicken Bohnen oder Kichererbsen bekömmlicher. Er schmeckt pfefferartig und bitter, zu Pulver gemahlen etwas scharf. Die aromatischen Samen sind Bestandteil von indi­schem Currypulver und Garam masala.
Viele Küchenkräuter machen üppige Speisen verträglicher. Daher würzen Köche den Lammbraten mit Rosmarin, die Gänsefüllung mit Majoran und das Schweinegulasch mit Lorbeer. Diese Pflanzen gedeihen auch in unseren Gärten und auf dem Balkon; Frost mögen sie allerdings nicht.
Frische Kräuter schmecken aroma­ti­scher als getrocknete. Das liegt daran, dass sie ätherische Öle enthalten, die sich bei Wärme verflüchtigen, aber auch durch Sauerstoff und UV-Licht zerstört werden können. Bewahren Sie getrocknete Kräuter und Gewürze am besten in dunklen, luftdicht verschließbaren Behältern an einem kühlen Ort auf. Weiterer Tipp: Halten Sie das Gefäß beim Würzen nicht über den Kochtopf. Wasserdampf macht die Kräuter im Glas anfällig für Schimmelbefall.
Ingwer für ein langes Leben?
Der chinesische Philosoph Konfuzius soll bereits vor 2500 Jahren seine Speisen mit Ingwer gewürzt haben – vom täglichen Genuss der Wurzel versprachen sich die Menschen ein lan­ges Leben. Heute bauen Landwirte die Staude in Indien, China und Taiwan, aber auch in Nigeria, Jamaika und Australien an.
Besonders beliebt ist frischer Ingwer als verdauungsfördernde Zutat in ­­Currygerichten, Suppen und Eintöpfen. Die Wurzel, genauer gesagt das Rhizom, enthält ätherische Öle und Gingerol, die für das zitronen­artige, erfrischend scharfe Aroma verantwortlich sind.

Von den getrockneten Samen des bis zu anderthalb Meter hohen Fenchels weiß man, dass sie Blähungen entgegenwirken. Weniger bekannt ist, dass Kirchenbesucher im Mittelalter eine besondere Vorliebe für die Spaltfrüchte hatten: Indem sie die Fenchelsamen kauten, wollten sie während der Predigt ihre Magen­geräu­sche unterdrücken.

15.10.2013
Psyche: Fluglärm stresst
Wer nächtlichen Flugverkehr ertragen muss, hat mehr Stresshormone im Blut und schläft schlechter, zeigt eine Studie
PhotoDisc/ RYF
Ständiger Lärm erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Wie sich Fluggeräusche unmittelbar auf den Körper auswirken, zeigten Forscher der Universität Mainz. Dazu beschallten sie 75 junge, gesunde Freiwillige mit Fluglärm. Diese mussten in zwei Nächten einmal 30 und einmal 60 simulierte Überflüge ertragen. In einer Nacht blieb es still. Die Reihenfolge bestimmte der Zufall.
Ergebnis: Die Geräusche verschlechtern den Schlaf, erhöhen den Gehalt des Stresshormons Adrenalin im Blut und machen Gefäße steifer. Am ausgeprägtesten ist diese Wirkung, wenn auf 30 Überflüge eine Nacht mit 60 Flügen folgt. Wiederholter Lärm steigert also die Stressreaktion.

14.10.2013
Osteopathie: Migräne lindern
Werden Migränepatienten osteopathisch behandelt, lassen die Kopfschmerzen deutlich nach, zeigt eine Studie
W&B/Martin Ley/RYF
Erhalten Migränepatienten neben ihrer Arznei eine osteopathische Behandlung, lindert das ihre Beschwerden deutlich. Das zeigten Forscher um Dr. Fran­cesco Cerritelli in Pescara (Italien) an 105 Patienten im Alter von 18 bis 50 Jahren. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe nahmen nach einem halben Jahr die Beschwerden bei jenen Teilnehmern am stärks­ten ab, die zuvor in acht Sitzungen von Osteopathen eine speziell für Migräne entwickelte Therapie erhalten hatten. Ob die Wirkung andauert, sollen Nachbeob­achtungen klären.

13.10.2013
Spezialbrote: Teurer, aber nicht besser
Verbraucherschützer sagen: Spezialbrote für Sportler sind nicht gesünder, haben aber einen stolzen Preis
Thinkstock/iStockphoto
Spezialitäten wie „Athletenbrot“ oder „Powerbread“ werben mit Extra-­­Zutaten wie ­Apfelfasern oder Zuckerrübensirup. Doch sie bringen keinen gesundheitlichen Zusatznutzen. Das stellt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nach einer ­­Untersuchung von 62 Spezialbroten fest. Nur Geschmack und Beschaffenheit sind anders – und der Preis: ­Die Spezialbrote kosten oft doppelt so viel, Eiweißbrote sogar bis zu viermal mehr.

12.10.2013
Spezialbrote: Teurer, aber nicht besser
Verbraucherschützer sagen: Spezialbrote für Sportler sind nicht gesünder, haben aber einen stolzen Preis
Thinkstock/iStockphoto
Spezialitäten wie „Athletenbrot“ oder „Powerbread“ werben mit Extra-­­Zutaten wie ­Apfelfasern oder Zuckerrübensirup. Doch sie bringen keinen gesundheitlichen Zusatznutzen. Das stellt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nach einer ­­Untersuchung von 62 Spezialbroten fest. Nur Geschmack und Beschaffenheit sind anders – und der Preis: ­Die Spezialbrote kosten oft doppelt so viel, Eiweißbrote sogar bis zu viermal mehr.

11.10.2013
Rheuma: Das Herz schützen
Es ist wichtig, Rheuma effektiv zu behandeln. Denn die Krankheit erhöht das Risiko für Herz- und Gefäßleiden
PhotoDisc/RYF
Entzündliches Rheuma erhöht das ­Risiko für Herzinfarkt und Schlag­anfall. Die medikamentöse Unterdrückung der Krankheit ist daher laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) die wichtigste Maßnahme, um Gefäßkomplikationen vorzubeugen.
Weitere Risikofaktoren für Herzerkrankun­gen oder Arteriosklerose lassen sich vermeiden, wenn RA-Patienten mit dem Rauchen aufhören, auf ein normales Körpergewicht achten und regelmäßig Sport treiben. Schwimmen und Wassergymnas­tik sind ideal, weil diese Bewegungen die Gelenke schonen. Ebenfalls empfehlenswert: Nordic Walking und Radfahren. Wichtig: Vor dem Start mit dem Arzt besprechen, welches Trainingspensum individuell geeignet ist!

10.10.2013
Kinder: Erst die Kilos, dann die Glotze
Wie eine Studie zeigt, führt mangelnde Bewegung bei Kindern zu Übergewicht. Der Fernseher war wohl nicht die Ursache
W&B/Image Source
Was macht Kinder dick? Fernsehen, Armut oder Bewegungsmangel? Ulmer Forscher untersuchten dies in einer Studie mit 1200 Schülern aus den ersten Klassen in Baden-Württemberg. Schüler, die nach einem Jahr zu viele Kilos hatten, sahen nicht häufiger fern und stammten auch nicht aus ärmeren Haushalten als ihre normalgewichtigen Kameraden. Allerdings hatten sich die dicken Kinder bereits weniger bewegt, bevor sie zunahmen – eine Bestätigung dafür, dass Übergewicht durch mangelnde Bewegung entsteht.

09.10.2013
Zahnersatz: Pflege für die Dritten
Schonend reinigen, regelmäßig kontrollieren lassen: So verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Prothese
W&B/Michael Schwerberger/RYF
Früher oder später sind viele­ von uns beim Essen auf fremde Hilfe angewiesen. Kronen, Brücken, Implantate und Prothesen übernehmen dann die Aufgabe der Zähne, die aufgrund von Karies oder Parodontitis entfernt werden mussten. Normalerweise nehmen wir unsere dritten Zähne nach einer kur­zen Eingewöhnungszeit gar nicht mehr wahr, beruhigen Experten.
Sofern es sich um fest im Kiefer oder am natürlichen Gebiss verankerten Zahnersatz handelt, lautet die Devise: Weiterpflegen wie bisher. Dazu gehört: morgens und abends gründlich putzen – idealerweise mit einer elektrischen Zahnbürste. ­Ergänzend kommen Zahnseide und Interdentalbürstchen zum Einsatz. Wer die Zähne zweimal am Tag ordentlich reinigt, macht alles richtig.
Mit Ultraschall in jede Ritze
Etwas aufwendiger wird die Mund­hygiene bei einer herausnehmbaren Prothese. Da Reinigungs-Tabs gelegentlich die rosafarbenen Kunststoffteile ausbleichen und angreifen können, eignet sich alternativ die Anschaffung eines Ultraschallbads. Innerhalb weniger Minuten entfernt es selbst feinste Speisereste aus Zwischenräumen und Ritzen. Tipp mancher Experten: In das Wasser einen Spritzer Geschirrspülmittel, bei Kalkablagerungen an den Dritten etwas ­Zitronensaft zugeben. Die Anwendung spezieller Prothesen-Reinigungsbäder sollten Patienten mit ihrem Zahnarzt oder Apotheker absprechen, weil man sie in einem bestimmten Verhältnis verdünnen muss.
Bevor der Zahnersatz zum Reinigen herausgenommen wird, unbedingt ein Handtuch in das Waschbecken legen! Schon bei einem Fall aus geringer Höhe können Kunststoff- und Keramikzähne oder Kunststoffteile der Prothese abbrechen. Das sei zwar oft nur ein ästhetisches Problem, müsse aber bei nächster Gelegenheit vom Zahnarzt gemeinsam mit dem Dentallabor behoben werden. In diesem Fall sollte man das abgesplitterte Teil in die Praxis mitnehmen.
Nicht nur zum Zahnarzt, wenn etwas wehtut
Menschen mit gesunden Zähnen raten Experten, mindestens einen Zahnarztbesuch pro Jahr wahrzunehmen. Patienten mit Kronen, Brücken oder Implantaten sollten halbjähr­lich eine Prophylaxe durchführen lassen, Gebissträger und Patienten, die bereits wegen einer Parodontitis in Behandlung sind, vierteljährlich. Zahnersatz funktioniert nur so lange gut, wie er ­gepflegt und regelmäßig überprüft wird.

Tipps zu den "Dritten":
  • Nehmen Sie eine Prothesenbürste zur Vorreinigung. Sie sieht aus wie eine Mischung aus Zahn- und Handwaschbürste.
  • Benutzen Sie eine spezielle Prothesen-Zahncreme.
  • Wenden Sie Reinigungs-Tabs gemäß Herstellerangaben an.
  • Als Alternative zu den Tabs empfiehlt sich ein Ultraschallbad.
  • Scheuerstellen können Sie kurzfristig mit schmerzstillenden, abheilenden Salben behandeln (z. B. mit Wirkstoffen aus ­Kamille, Nelke, Salbei). Hilft das nicht: zum Zahnarzt gehen!
  • Haftcremes, -polster und -pulver geben sicheren Halt. Wichtig: Die ­­Geschmacksrichtung muss Ihnen gefallen.

08.10.2013
Schwarzes Dreieck: Erhöhte Arzneimittelsicherheit
Im Beipackzettel bestimmter Medikamente findet sich seit kurzem ein schwarzes Dreieck. Es bedeutet, dass das Mittel genauer überwacht wird
W&B
Ab jetzt wird im Beipackzettel ein schwarzes Dreieck neue Medikamente kennzeichnen. Denn bei Mitteln, die neu auf den Markt kommen, könnten möglicherweise noch nicht alle Nebenwirkungen bekannt sein. Zu den ausgewiesenen Arzneien gehören Impfstoffe, Plasmapräparate und Medikamente mit neuen Wirkstoffen, die seit 2011 zugelassen sind.
Verbraucher finden das mit der Spitze nach unten zeigende Dreieck auch bei Arzneien, die aufgrund der momentanen Datenlage noch einer zusätzlichen Überwachung unterliegen. Die Europäische Kommission, Urheber der neuen Regel, will damit mehr Sicherheit für den Verbraucher schaffen.

07.10.2013
Tablettenspender: Nicht für alle Mittel geeignet
Manche Medikamente sollten besser in ihrer Verpackung bleiben und nicht in eine Pillenbox gelegt werden, raten Apotheker
W&B/Thomas Pflaum/RYF
Tablettenspender sind praktisch, um älteren oder vergesslichen Menschen ihre Medikamente in übersichtlicher Form darzubieten. Manche Arzneien, etwa Brause­tabletten, sollten aber nicht aus ihrer Blisterpackung genommen werden. Wenn Sie einen Tablettenspender nutzen wollen, besprechen Sie das daher am besten mit Ihrer ­Apotheke. Sie weiß, bei welchen Mitteln Proble­me mit der Arzneistabilität möglich sind.

06.10.2013
Antibiotikum: Neues Mittel bei Durchfall
Der Magen-Darm-Keim Clostridium difficile ist hartnäckig. Ein spezielles Medikament soll das Risiko für einen Rückfall vermindern
Thinkstock/Stockbyte
Seit Jahresbeginn gibt es in Deutschland ein neues Antibiotikum gegen das Bakterium Clostridium difficile. Der Erreger kann schwere, teils wiederkehrende Durchfälle verursachen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sprach dem neuen Wirkstoff Fidaxomicin im Juli einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber dem Antibiotikum Vancomycin zu. 26 Prozent der mit Vancomycin behandelten Patienten erlitten nach 30 Tagen einen Rückfall, bei Fidaxomicin hin­gegen betrug die Quote nur 12 Prozent. Das ergab die Vergleichs­studie, auf die der G-BA sein Urteil stützt.

05.10.2013
Antibiotikum: Neues Mittel bei Durchfall
Der Magen-Darm-Keim Clostridium difficile ist hartnäckig. Ein spezielles Medikament soll das Risiko für einen Rückfall vermindern
Thinkstock/Stockbyte
Seit Jahresbeginn gibt es in Deutschland ein neues Antibiotikum gegen das Bakterium Clostridium difficile. Der Erreger kann schwere, teils wiederkehrende Durchfälle verursachen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sprach dem neuen Wirkstoff Fidaxomicin im Juli einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber dem Antibiotikum Vancomycin zu. 26 Prozent der mit Vancomycin behandelten Patienten erlitten nach 30 Tagen einen Rückfall, bei Fidaxomicin hin­gegen betrug die Quote nur 12 Prozent. Das ergab die Vergleichs­studie, auf die der G-BA sein Urteil stützt.

04.10.2013
Autoantikörper: Typ-1-Diabetes vorhersagen
Anhand bestimmter Eiweißstoffe lässt sich wohl Jahre vorher erkennen, ob ein Kind die Zuckerkrankheit bekommt
W&B/Martin Ley/RYF
Ob ein Kind an Typ-1-Diabetes erkranken wird, lässt sich Jahre zuvor abschätzen: anhand von Eiweißen, die den eigenen Körper angreifen. Wie eine in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie zeigt, waren 20 Jahre nach dem ersten Nachweis dieser „Autoantikörper“ fast alle der betroffenen 585 jungen Erwachsenen zuckerkrank. Bei Teilnehmern ohne diese Eiweiße betrug die Quote 0,4 Prozent. Die Entdeckung könnte dazu beitragen, den Ausbruch von Diabetes künftig zu verhindern, hoffen die Autoren.

03.10.2013
Schlaganfall: Schützender Tee
Wer viel Tee trinkt, erleidet laut einer großen Studie seltener einen Hirninfarkt
Thinkstock/iStockphoto
Ein hoher Konsum von schwarzem Tee geht mit einem verringerten Schlaganfallrisiko einher. Das berichten Forscher des Stockholmer Karolinska-Instituts. Das Team beobachtete zehn Jahre lang den Gesundheitszustand von 75.000 schwedischen Frauen und Männern. Diese wiesen zu Beginn der Untersuchung keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Während des Beobachtungszeitraums erlitten rund 4000 Teilnehmer einen Schlag­anfall. Bei Männern und Frauen, die regelmäßig vier oder mehr Tassen schwarzen Tee am Tag tranken, lag das Schlag­anfallrisiko um 21 Prozent unter dem von Tee-Abstinenzlern.

02.10.2013
Apotheke: Hilfe für Hund und Katze
Auch wenn es um Tierarzneimittel geht, sind Apotheker kompetente Ansprechpartner
ImageSource/RYF
In deutschen Haushalten leben 8,2 Millionen Katzen und 5,4 Millionen Hunde. Jeder dritte Apothekenbesucher ist Katzen- oder Hundebesitzer, davon ist die Hälfte über 50 Jahre alt und öfter in der Apotheke anzutreffen. Viele Apotheker stellen sich zunehmend darauf ein: Laut einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Handelsforschung (IFH) bieten zwei Drittel der befragten Apotheken rezeptfreie Tierarzneimittel für Hunde, Katzen und Nager an. Rund ein Viertel führt spezielle Tierpflegeprodukte, fast acht Prozent haben diätische Tiernahrung im Programm.
Das Angebot der Apotheken reicht von Zecken- und Flohhalsbändern über Wurmkuren, Zahn- und Fellpflegemittel bis zu Bachblüten und homöopathischen Mitteln. Rezeptpflichtige Medikamente bekommen die Halter meist direkt beim Tierarzt. Manche Arzneien gibt es nicht für Tiere, etwa Schilddrüsenhormone oder Präparate gegen Herzschwäche. Dann darf der Tierarzt ein Human­arzneimittel verordnen und die Dosis auf das ­Gewicht des Tieres herunterrechnen.
Apotheker wollen den Tierärzten keine Konkurrenz machen: Da Tiere nicht sagen können, wo es wehtut, schicken Apotheker die Halter bei unklaren Beschwerden gleich mit dem Tier zum Arzt. Krankheiten sind immer ein Fall für den Veterinär. Apotheker können lediglich bei Befindlichkeitsstörungen helfen.
Häufig werden Apotheker zum Beispiel mit Hunden konfrontiert, die unter Durchfall leiden. Dann gilt es, zunächst abzuklären, ob eine ernsthafte Ursache dahintersteckt. Tritt gleich­zeitig Nasen- oder Zahnfleischbluten auf, hat der Hund eventuell Rattengift gefressen und muss sofort zum Tierarzt. Bei Reiseübelkeit, Schreckhaftigkeit oder Gelenkbeschwerden können Apotheker ebenfalls helfen. Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten nehmen auch bei Tieren zu. Unter Umständen brauchen sie dann ein spezielles Diätfutter.
Auf keinen Fall sollten Tierhalter ihren Lieblingen ohne Rücksprache Medikamente für Menschen geben: Manche Arzneistoffe sind für Tiere besonders giftig. Apotheker raten außerdem davon ab, Tierarzneien beim Versandhandel zu bestellen, weil dort keine Beratung ­erfolgt. Die richtige Anwendung ist vor allem bei Mitteln gegen Parasiten wichtig. So dürfen Hals­bänder gegen Sandmücken nur für Hunde, aber nicht für Katzen benutzt werden.
Flüssige Präparate sind auf den Nacken der Tiere zu träufeln, damit sie die Tropfen nicht ablecken können. Arzneien lassen sich am besten verabreichen, indem man den Inhalt von Kapseln ins Futter mischt und Tabletten in einer Leckerei versteckt. Und als Belohnung gibt es dann auch noch ein echtes Leckerli.

01.10.2013
Melisse: Duftendes Heilkraut
Melisse lässt sich vielseitig als Arznei einsetzen. Die Wirkung beruht auf den ätherischen Ölen
Pixtal/RYF
Die ätherischen Öle und Inhaltsstoffe wie Rosmarinsäure verleihen der Melisse (Melissa officinalis) ihre Heilwirkung. Arzneimittel und Tees mit den Blättern lindern Magen-Darm-Probleme, Salbe mit Trocken­extrakt mindert Beschwerden bei Lippenherpes. Als Destillat oder mit Passionsblume und Baldrian kombiniert, hilft Melisse bei Schlafstörungen.

30.09.2013
Sporthäufigkeit: Hauptsache bewegen
Forscher sagen: Es macht hinsichtlich der positiven Effekte keinen Unterschied, ob Sie oft und kurz oder weniger und länger trainieren
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Lieber öfter und kürzer Sport treiben oder nicht so häufig, dafür aber länger? Im Hinblick auf die gesundheitlichen Vorteile, die regelmäßige Bewegung mit sich bringt, gibt es anscheinend keinen Unterschied. Das zeigt eine Studie der Queen’s-Universität in Kanada. Studienleiter Dr. Ian Janssen: „Wer nur am Wochenende trainiert und dabei auf 150 Minuten kommt, tut seiner Gesundheit genauso viel Gutes wie jemand, der täglich 20 bis 25 Minuten sportlich aktiv ist.“ Wichtig ist also nicht die Häufigkeit, sondern dass man sein Pensum in Angriff nimmt.

29.09.2013
Impfung: Lebenslanger Schutz vor Gelbfieber
Bereits eine Impfung reicht aus, um anhaltend vor der Infektionskrankheit zu schützen
W&B/Achim Graf/RYF
Für einen lebenslangen Schutz reicht bereits eine Impfung gegen Gelbfieber aus. Die bisher empfohlene Auffrischung alle zehn Jahre sei nicht erforderlich, teilt die Weltgesundheitsorganisation mit. Manche Länder in Afrika, Südamerika oder Asien verlangen aber weiterhin bei der Einreise oder bei Transit-Aufenthalten eine Impfung, die nicht mehr als zehn Jahre zurückliegt.

28.09.2013
Impfung: Lebenslanger Schutz vor Gelbfieber
Bereits eine Impfung reicht aus, um anhaltend vor der Infektionskrankheit zu schützen
W&B/Achim Graf/RYF
Für einen lebenslangen Schutz reicht bereits eine Impfung gegen Gelbfieber aus. Die bisher empfohlene Auffrischung alle zehn Jahre sei nicht erforderlich, teilt die Weltgesundheitsorganisation mit. Manche Länder in Afrika, Südamerika oder Asien verlangen aber weiterhin bei der Einreise oder bei Transit-Aufenthalten eine Impfung, die nicht mehr als zehn Jahre zurückliegt.

27.09.2013
Salmonellen: Vorsicht vor rohem Schweinefleisch
Die Keime finden sich wohl häufiger auf Schweinemett als auf Geflügel und Eiern, ergab eine Untersuchung
Thinkstock/iStock
Nicht mehr der Verzehr von Geflügelfleisch oder Eiern birgt das größte Risiko für eine Infektion mit Salmonellen, sondern rohes Schweinemett oder Schweinemettwurst. Das geht aus einer Studie des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts hervor. Eine schlechte Kühlung begünstigt zudem die Verbreitung der Bakterien.

26.09.2013
Medikamente: Veränderte Wirkung bei Durchfall
Durch einen Magen-Darm-Infekt lässt die Wirksamkeit mancher Arzneimittel nach
Thinkstock/iStockphoto
Durchfall und Erbrechen können die ­Aufnahme von Arzneien im Körper einschränken oder ganz verhindern. Bei empfängnisverhütenden Mitteln kann das zu einem Wirkverlust führen. Fragen Sie deshalb bei einem akuten Magen-Darm-Infekt in der Apotheke nach, wie ­dieser die Wirksamkeit Ihrer Medikamente beeinflusst. Die Apotheke kann Ihnen sagen, ­welche Maßnahmen notwendig sind.

25.09.2013
Prämenstruelles Syndrom: Entspannte Zeit
Tipps für die Tage vor den Tagen
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Miese Laune, schwan­kende Stimmung, Reizbarkeit. Manche Frauen fühlen sich in den sieben bis zehn Tagen vor Beginn der Menstruation aufgedunsen, die Brust spannt, oder sie leiden vermehrt unter Kopfschmerzen. Prämenstruelles Syndrom (PMS) nennen Ärzte diese Kombination aus psychischen und körperlichen Symptomen.
Die Beschwerden sind vielfältig, nicht immer gleich stark ausgeprägt und kommen auch nicht bei jeder Frau im gebärfähigen Alter vor. Alle Symptome eint die Tatsache, dass sie nur in der zweiten Zyklushälfte auftreten – frühestens kurz nach dem Eisprung. Spätestens mit dem Einsetzen der Regelblutung sind sie wieder verschwunden. Frauen, die früh mit dem Rauchen begonnen haben, leiden häufiger darunter.
Die genauen Ursachen des PMS sind nicht bekannt. Betroffene Frauen, so vermuten Experten, spüren zyklus­bedingte Hormonschwankungen. Das Progesteron dominiert in dieser Phase. Es ist höher als das Östrogen und scheint wesentlich für die Beschwerden verantwortlich zu sein. Das kann sich auch auf die Psyche auswirken.
Regelmäßig wiederkehrende Beschwer­den irritieren. Vor allem Frauen, die nach Jahren die Pille absetzten, sind oft ganz erstaunt über die Begleit­­erscheinungen, wenn der Zyklus wieder einsetzt. Wenn sie verstehen, dass die Beschwerden in ei­nem klaren hormonellen Zusammenhang stehen und nichts Krankhaftes dahintersteckt, entlastet sie das. Nicht alle Frauen, die Symptome eines prämenstruellen Syndroms spüren, wollen oder brauchen dann überhaupt ­eine weitere Behandlung. Circa zwei bis fünf Prozent aller menstruierenden Frauen fühlen sich so stark belastet, dass sie sich wegen einer „prämenstruellen dysphorischen Störung“ (PMDS) in The­rapie befinden.

Stress kann psychisches und körperliches Unwohlsein verstärken. Nehmen Frau­en ihre PMS-Symptome als Signal wahr, einen Gang herunterzuschalten, kann das die Situation schon verbessern. Sich auch einmal Pausen zu gönnen, geht bei manchen Frauen zwischen Beruf, Haushalt und Kindern oft einfach unter. Wer regel­mäßig Entspannungsmethoden wie progressive Muskelrelaxation oder Yoga anwendet, kommt besser durch stressige Zeiten.

Bewegung fördert die Durchblutung, kurbelt so den Abtransport überflüs­­siger Gewebsflüssigkeit an und hilft, Krämpfe zu lösen. Außerdem hebt Sport die Laune. Besonders gut wirkt Ausdauertraining wie Nordic Walking, Joggen oder Schwimmen.
Sportliche Bewegung steigert das Körpergefühl: Wer sich selbst besser wahrnimmt, merkt auch früher, wo Anspannungen sind. Nur dann kann man rechtzeitig gegensteuern und wissen, was einem in dem Moment guttut, sagen Experten.

Das prämenstruelle Syndrom ist nicht gefährlich, aber lästig. Bei allgemeinen Beschwerden und Brustspannen hat sich Mönchspfeffer bewährt. Me­lisse, Baldrian, Hopfen und Passions­blume können eine gereizte, aggressive Stimmung ausgleichen. Johanniskraut kommt bei eher weinerlichen Gemütslagen zum Einsatz.
Leichte Kopfschmerzen vertreibt ein Spaziergang an der frischen Luft. Wer sich aufgedunsen fühlt, sollte salzarm essen und etwas mehr mageres Eiweiß zu sich nehmen, etwa fettarme Milchprodukte. Ansonsten ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse zu empfehlen.

24.09.2013
Rauchen: Tödliche Glimmstängel
Immer mehr Frauen sterben an Krebs, zeigt eine Untersuchung
Jupiter Images/Thinkstock
In den vergangenen 30 Jahren stieg in Deutschland die Zahl der Frauen, die an rauchertypischen Krebsarten starben, um 168 Prozent. Laut Statistischem Bundesamt erlagen 14.503 Frauen im Jahr 2011 einem Lungen-, Bronchial- oder Kehlkopf-Krebsleiden. 1981 waren es 5067. Ein Grund für die Zunahme könnte die Emanzipationsbewegung sein. Es könnte die medizinische Quittung dafür sein, dass Frauen in den 70er-Jahren verstärkt zu rauchen begannen, sagen Wissenschaftler.

23.09.2013
Rücken: Fit am Arbeitsplatz
Können Angestellte an firmeneigenen Fitnessprogrammen teilnehmen, lassen Rückenschmerzen deutlich nach
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Kanadische Forscher untersuchten vier Jahre lang, ob ein spezielles Wellness-, Fitness- und Informationsangebot in den Büros einer Behörde die Rückenschmerzrate der Beschäftigten verringern kann. 233 Menschen nahmen an dem Programm teil. Tatsächlich sank der Anteil derjenigen, die wegen Rückenbeschwerden Probleme beim Arbeiten hatten, von 83 auf 46 Prozent.
Auch in Deutschland fruchten vergleichbare Fitnessprogramme. Im Rahmen einer mehrjährigen Studie der Heidelberger Universität mit 4000 Mitarbeitern eines Autoherstellers ging die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit wegen Rückenschmerzen um 35 Prozent zurück: von 13,6 auf 9,1 Tage pro Jahr. Am besten griff die Strategie, die Angestellten direkt am Arbeitsplatz zu behandeln.

22.09.2013
Probiotika: Gegen Antibiotikum-Durchfall
Wer ein Antibiotikum einnehmen muss, leidet dadurch oft unter Durchfall. Forscher vermuten, dass die gleichzeitige Einnahme von Probiotika die Symptome mindern kann
Thinkstock/iStockphoto
Antibiotika verursachen oft Durchfälle. Wer das verhindern will, nimmt am besten gleichzeitig Probiotika zu sich. Das legt eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration nahe. Normalerweise ist Clostridium difficile ein harmloses Bakterium im Darm. Nimmt ein Mensch Antibiotika ein, vermehrt es sich jedoch stark und kann zu lebensbedrohlicher Diarrhö führen. Forscher vermuten, dass Probiotika die Symptome verhindern, nicht aber die Infektion.

21.09.2013
Probiotika: Gegen Antibiotikum-Durchfall
Wer ein Antibiotikum einnehmen muss, leidet dadurch oft unter Durchfall. Forscher vermuten, dass die gleichzeitige Einnahme von Probiotika die Symptome mindern kann
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Antibiotika verursachen oft Durchfälle. Wer das verhindern will, nimmt am besten gleichzeitig Probiotika zu sich. Das legt eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration nahe. Normalerweise ist Clostridium difficile ein harmloses Bakterium im Darm. Nimmt ein Mensch Antibiotika ein, vermehrt es sich jedoch stark und kann zu lebensbedrohlicher Diarrhö führen. Forscher vermuten, dass Probiotika die Symptome verhindern, nicht aber die Infektion.

20.09.2013
Stimmung: Schnelle Musik macht glücklich
Starker Stimmungsmacher: Das bewusste Genießen heißer Rhythmen kann die Stimmung heben
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Rasch noch ein Rezept für gute Laune: peppige Musik hören und – das ist wichtig – sich wohlfühlen wollen. Dass dies gelingen kann, belegt ein Experiment an der Universität von Missouri (USA). Hörten die Teilnehmer nur nebenbei Musik oder lauschten sie einem getragenen Stück, stellte sich die gewünschte Wirkung nicht ein.

19.09.2013
Muskeln: Reiten stärkt den Beckenboden
Wer einer Inkontinenz vorbeugen möchte, kann seinen Beckenboden mithilfe von Reiten oder Radfahren trainieren
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Sport kann helfen, die Muskulatur des Beckenbodens zu kräftigen. Doch es muss der richtige sein. Pilotstudien, die Mediziner von der Fresenius-Hochschule Köln durchführten, zeigen, dass insbesondere Reiten als gesunde Sportart für den Beckenboden empfohlen werden kann. Beim Trab und Galopp erreicht der Reiter eine besondere Aktivität in diesem speziellen Muskelbereich.
Auch Radfahren trainiert den Beckenboden – und das sogar schon bei geringer Anstrengung. Je kräftiger man jedoch in die Pedale tritt und je höher man den Gang wählt, umso mehr wird die Muskulatur trainiert.
Wer also zusätzlich etwas tun möchte, um eine Inkontinenz zu vermeiden oder sie zu beheben, macht nicht nur Physiotherapie, sondern steigt auch aufs Rad oder Pferd.

18.09.2013
Ernährung: Fisch statt rotem Fleisch
Menschen, die statt rotem Fleisch öfters mal Fisch essen, tun ihrer Gesundheit einen großen Gefallen. Neusten Studien zufolge soll dadurch auch das Speiseröhrenkrebsrisiko sinken
Thinkstock/iStockphoto
Wer statt rotem Fleisch öfter Fisch isst, verbessert seine Gesundheit und verringert die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs. Das ist bereits bekannt. Eine in dem US-Fachmagazin Nutrition Reviews veröffentlichte Übersichtsarbeit zeigt nun zudem: Wer viel rotes Fleisch und Wurstprodukte konsumiert, hat auch ein wesentlich höheres Risiko für Speiseröhrenkrebs als Fischliebhaber, die nur gelegentlich zu solchen Fleischwaren greifen.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jährlich rund 7900 Menschen in Deutschland an diesem Tumor – darunter mehr Männer als Frauen.

17.09.2013
Ernährung: Fisch statt rotem Fleisch
Menschen, die statt rotem Fleisch öfters mal Fisch essen, tun ihrer Gesundheit einen großen Gefallen. Neusten Studien zufolge soll dadurch auch das Speiseröhrenkrebsrisiko sinken
Thinkstock/iStockphoto
Wer statt rotem Fleisch öfter Fisch isst, verbessert seine Gesundheit und verringert die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs. Das ist bereits bekannt. Eine in dem US-Fachmagazin Nutrition Reviews veröffentlichte Übersichtsarbeit zeigt nun zudem: Wer viel rotes Fleisch und Wurstprodukte konsumiert, hat auch ein wesentlich höheres Risiko für Speiseröhrenkrebs als Fischliebhaber, die nur gelegentlich zu solchen Fleischwaren greifen.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jährlich rund 7900 Menschen in Deutschland an diesem Tumor – darunter mehr Männer als Frauen.

16.09.2013
Lunge: Schimmel fördert Asthma
Bei einem Wasserschaden mit Schimmelfolgen steigt das Risiko der Bewohner, an Asthma zu erkranken
Thinkstock/iStockphoto
Schimmelbefall und Wasserschäden erhöhen das Asthmarisiko. Das ergab eine in dem Fachmagazin Occupational and Environmental Medicine veröffentlichte Studie. Forscher verfolgten neun Jahre lang die Gesundheit von 7104 Erwachsenen. Das Risiko, Asthma zu entwickeln, stieg bei Menschen in Häusern mit Wasserschäden um 46 Prozent, mit Schimmelbefall um 30 Prozent.
Hinter dem hohen Wasserschadenswert steckt laut den Autoren auch verdeckter Schimmel als Asthmarisiko, denn bei Wasserschäden finden die Pilze einen guten Nährboden. In Wänden verborgen sind sie aber schwer zu erkennen.

15.09.2013
Paare: Liebe aus dem Internet
Zunehmend mehr Partner finden sich im Internet
Thinkstock/Stockbyte
Bereits jedes dritte Paar, das in den USA in den vergangenen Jahren heiratete, hatte sich im Internet kennengelernt. Wissenschaftler der Universität von Chicago wollten wissen, wie glücklich und stabil diese Beziehungen sind. Dazu befragten sie online knapp 20.000 US-Bürger, die zwischen 2005 und 2012 geheiratet hatten.
Von den Menschen, die ihren Partner über das Internet kennengelernt hatten, gehörten überdurchschnittlich viele der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren an, verfügten über ein höheres Einkommen und hatten einen festen Job. Im Vergleich zu Paaren, die sich im Alltag kennengelernt hatten, waren sie etwas zufriedener mit ihrer Beziehung und wurden etwas seltener geschieden. Die Studie liefere einen ersten Einblick, wie das Internet Beziehungen beeinflusse, betonen die Forscher.

14.09.2013
Paare: Liebe aus dem Internet
Zunehmend mehr Partner finden sich im Internet
Thinkstock/Stockbyte
Bereits jedes dritte Paar, das in den USA in den vergangenen Jahren heiratete, hatte sich im Internet kennengelernt. Wissenschaftler der Universität von Chicago wollten wissen, wie glücklich und stabil diese Beziehungen sind. Dazu befragten sie online knapp 20.000 US-Bürger, die zwischen 2005 und 2012 geheiratet hatten.
Von den Menschen, die ihren Partner über das Internet kennengelernt hatten, gehörten überdurchschnittlich viele der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren an, verfügten über ein höheres Einkommen und hatten einen festen Job. Im Vergleich zu Paaren, die sich im Alltag kennengelernt hatten, waren sie etwas zufriedener mit ihrer Beziehung und wurden etwas seltener geschieden. Die Studie liefere einen ersten Einblick, wie das Internet Beziehungen beeinflusse, betonen die Forscher.

13.09.2013
Herzschwäche: Warnsignal Atemnot
Ein gesundes Herz ist auch im Alter belastbar. Fällt das Atmen plötzlich schwerer, kann das ein Indiz für nachlassende Herzkraft sein
Thinkstock/Pixland
Muss man bei leichter Belastung deutlich stärker atmen, kann eine Herzschwäche die Ursache sein. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung hin. Unter Belastung schafft es das Herz dann nicht mehr, genug sauerstoffreiches Blut in die Muskulatur zu pumpen. Ursachen können eine Erkrankung der Kranzgefäße, Klappenfehler, Rhythmusstörungen oder langjähriger Bluthochdruck sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

12.09.2013
Sport: Yoga für den Rücken
Menschen, die unter Rückenschmerzen leiden, können durch regelmäßiges Yoga Besserung erfahren
Thinkstock/Hemera
Beschwerden im unteren Rückenbereich kann Yoga lindern. Kurzfristig lassen die Schmerzen nach, und Einschränkungen der Beweglichkeit nehmen ab. Auch langfristig zeigen sich positive Wirkungen. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Universität Duisburg-Essen bei der ersten Übersichts-Analyse zu dem Thema.
Sie untersuchten zehn Studien mit insgesamt 967 Rückenschmerz-Patienten. Diese praktizierten Hata-, Vini- und Iyengar-Yoga, meist ein bis zwei Stunden pro Woche bis zu 24 Wochen lang. Die drei Yoga-Stile orientieren sich an den körperlichen Möglichkeiten der Übenden.

11.09.2013
Kautschuk: Der Baum, aus dem das Gummi fließt
Aus dem Milchsaft wird Latex gewonnen. Der Rohstoff ist heute so wichtig wie einst – auch in der Medizin
Thinkstock/PolkaDot
Schon vor mehr als 3600 Jahren wussten die Indianer im brasiliani­schen Regenwald die Schätze in ihrer Umwelt zu nutzen. Vorsichtig ritzten sie die Rinde einer bestimmten Art von Bäumen an, um einen bis heute wichtigen Rohstoff zu gewinnen: Natur­kautschuk.
Den zähflüssigen Milchsaft, der beim Anzapfen austrat, fingen die Eingeborenen auf und verwen­deten ihn zum Abdichten von Gefäßen und Booten. Beschreibungen wie „Baumtränen“ und „fließen­des Holz“ weisen darauf hin, dass der von Botanikern als Hevea brasiliensis bezeichnete Kautschukbaum die Menschen von jeher faszinierte.
Milchsaft erzeugen und speichern viele Pflanzen in ihren Gefäßsystemen – so beispielsweise der Löwenzahn, das Schöllkraut, das Immergrün und der Gummibaum in unseren Wohnzimmern. Der Kaut­schukbaum, der wie auch der Weihnachtsstern und der Chris­tusdorn zu den Wolfsmilch­gewächsen gehört, ist jedoch die ergiebigste Quelle.
Elastische Medizinprodukte
Woraus besteht der Stoff, aus dem heute unter anderem Medizinprodukte wie Gummiblasen, Schläuche und elastische Bänder für Druckinfusionsmanschetten, Tubusse oder orale und nasale Endotapes hergestellt werden? Hevea-Latex enthält vor allem Wasser und 30 bis 40 Prozent Kautschuk. Hinzu kommen in geringen Mengen
Zucker, ­Eiweiße, Harze und Wachse. In der freien Natur kann der Stamm bis zu einen Meter dick werden. Um den Baum stabil zu halten, wachsen die Pfahlwurzeln bis zu 4,5 Meter tief ins Erdreich.
Der imposante Laubbaum bildet rund ums Jahr dreiteilige Blätter aus, die an langen Stielen wachsen. Die unscheinbaren gelblichen Blüten sitzen an lockeren Rispen, in den Fruchtkapseln stecken ölhaltige Samen. Das wirtschaftliche Interesse am großflächigen Anbau erreichte Mitte des 19. Jahrhunderts einen Höhepunkt, nachdem der US-Chemiker Charles Good­year 1839 das Vulkanisieren erfunden hatte. Damit ließ sich der klebrige Milchsaft zu dem formbaren, technisch nutz­­ba­ren Material Gummi verarbeiten.
Folgenreicher Samen-Schmuggel
Dem Naturforscher Henry Wickham gelang es, Samen aus Brasilien über England nach Asien zu schmuggeln. Heute sind Thailand, Indonesien, Malaysia, Indien und Vietnam die größten Gummilieferanten. Fair gehandelter Naturkautschuk stammt laut des Vereins Fair Rubber aus Sri Lanka und Indien.
Aus Brasilien kommt heute nur noch wenig Natur­kautschuk, denn die meisten Hevea-Bäume dort hat der parasitäre Schlauchpilz Microcyclus ulei befallen. Er verbreitet sich schnell, weil der Baum im Regenwald immer wieder neue Blätter ent­wickelt. In Asien gibt es die Krankheit noch nicht, unter anderem, weil im 19. Jahrhundert nur die Samen eingeführt wurden, aber keine Stecklinge mit Blättern. Der Pilz ist ­jedoch
eine biologische Zeitbombe. Wenn er nach Asien käme, könnte das katastrophale Auswirkungen auf die Plantagen des Kontinents haben.
Dort verdienen Millionen von Kleinbauern und Wanderarbeitern – vor allem Frauen – ihren Lebensunterhalt mit dem Zapfen und Auffangen des klebrigen Safts. Die Bäume sind im ­Alter von fünf bis sieben Jahren so weit ent­wickelt, dass sie alle zwei bis drei Tage Latex abgeben können. Der Zapfschnitt darf jedoch nur über eine Hälfte des Stamms verlaufen, damit sich der Baum über den anderen Teil weiterhin mit Wasser und Nährstoffen versorgen kann.
Richtig zapfen will gelernt sein
Zum Anritzen benutzen die Arbeiterinnen ein Messer, das wie ein Stechbeitel aussieht. Sie schneiden in die Baumrinde dünne Rinnen, die im Lauf der Jahre ein großes V bilden. Zuerst wird die eine Seite bearbeitet, dann die andere. Damit die Wachstumsschicht des Baums beim Zapfen nicht verletzt wird, darf der Schnitt nur fünf, sechs Millimeter tief sein. In den Ritzkanälen fließt der Milchsaft langsam nach unten, wo er in einem Behälter aufgefangen wird. In zwei, drei Stunden kommen 20 bis 30 Gramm zusammen. Dann ist der Saft so stark geronnen, dass der Strom versiegt.
Geübte Zapferinnen bearbeiten am Tag 200 bis 300 Bäume. Die Ernte bringen sie zur Sammelstelle, wo sie zu einem flüssigen oder fes­ten Zwischenprodukt verarbeitet wird. Die eigentliche Vulkanisation erfolgt bei der Endproduktion in Gummifabriken – zunehmend in China, aber auch in Indien, Malaysia und Sri Lanka.
Autoreifen, Scheibenwischerblätter und Dichtungsprofile. Matratzen, Turnschuhe und Wärmflaschen. Luftballons, Fußballblasen und Haushaltshandschuhe. Nuckel und Flaschensauger für Babys, Kondome – all das wird teilweise oder komplett aus Latex hergestellt. Dennoch macht Naturkautschuk den geringeren Anteil an der Welt-Gummiproduktion aus; meistens handelt es sich um Kunstgummi, das aus Petroleum hergestellt wird. Ein Autoreifen besteht heute nur noch zu 30 Prozent aus Naturlatex.
So segensreich Naturkautschuk für die Menschheit ist, so unangenehm kann der tägliche Umgang für die Frauen und Männer sein, die dem Material gesundheitsschädliche Zusätze beimengen oder als Ärzte, OP-Schwes­tern und Pfleger täglich billige Einmalhandschuhe tragen müssen. Auslöser für die Latexallergie ist ein in Spuren in dem Rohstoff enthaltenes Protein, auf das sensibilisierte Personen mit Schwellungen, Juckreiz und Fließschnupfen reagieren.
Auch das Holz der Bäume wird verwendet
Kautschukbäume sind aber nicht nur wegen des Latex gefragt, inzwischen wird in Asien auch ihr gelbliches, gleichmäßiges Holz verarbeitet. Die Einkäufer müssen das Material innerhalb von 24 Stunden behandeln, damit es sich wegen des austretenden Milchsafts nicht schwarz färbt. Aus dem Holz werden vor allem Küchenbrettchen, Bürstengriffe und Möbel hergestellt.
Auch die Nachfrage nach Naturlatex steigt. Der Grund: Bis heute ist es nicht möglich, synthetisches Gummi so zäh und zugleich elastisch herzustellen wie Naturkaut­schuk.

10.09.2013
Kopf: Fahrradhelme schützen
Mit Helm radeln senkt die Zahl tödlicher Unfälle, zeigten US-Forscher
Thinkstock/iStockphoto
US-Forscher zeigten: In Bundesstaaten mit Helmpflicht sank die Zahl der Todesfälle und Verletzungen bei Kindern unter 16 Jahren aufgrund von Unfällen mit Autos um 20 Prozent. Sie hatten Daten aus 50 Bundesstaaten sowie Puerto Rico verglichen. In 16 Staaten bestand Helmpflicht, in 35 nicht.
Auch als sie andere Einflüsse auf die Unfallrate wie die Gesetze zur Fahrerlaubnis im Alter oder zum Blutalkohol herausrechneten, war die Zahl der Todesfälle in den Staaten mit Helmpflicht geringer. 2012 starben in Deutschland 406 Menschen bei Fahrradunfällen.

09.09.2013
Essen: Weichmacher in Nahrungsmitteln
Aus einigen Nahrungsmittelverpackungen können gesundheitsschädliche Stoffe ins Essen gelangen
Thinkstock/iStockphoto
Auch in Lebensmitteln finden sich gesundheitsschädliche Weichmacher. Wie groß die Mengen sind und wo sie vorkommen, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung ermittelt. Bei den meisten Menschen liegt die Menge der über das Essen aufgenommenen Weichmacher unter dem Grenzwert.
Bei einem Prozent aber liegt sie darüber. Diese Gruppe verzehrt viele Fertiggerichte und fetthaltige Soßen. Solche Nahrungsmittel enthalten oft hohe Konzentrationen des Weichmachers DEHP, der Produkte aus PVC geschmeidig macht.

08.09.2013
Beruf: Jeder Vierte hat innerlich gekündigt
Viele Mitarbeiter fühlen sich kaum an ihren Arbeitsplatz gebunden, zeigt eine Umfrage
Thinkstock/Jupiter Images
Deutsche Arbeitnehmer fühlen sich wenig an ihren Arbeit­geber gebunden: Fast ein Viertel (24 Prozent) hat innerlich gekündigt, zeigt eine repräsentative Umfrage des Forschungs­instituts Gallup. Bei einer ersten Untersuchung im Jahr 2001 lag dieser Anteil noch bei 15 Prozent. Als Ursache für die geringe Bindung sehen die Forscher Mängel in der Personalführung der Vorgesetzten. So lasse das Engagement nach, wenn die Mitarbeiter nicht nach ihrer Meinung gefragt würden und keine angemessene Rückmeldung zur Arbeitsleistung bekämen.

07.09.2013
Beruf: Jeder Vierte hat innerlich gekündigt
Viele Mitarbeiter fühlen sich kaum an ihren Arbeitsplatz gebunden, zeigt eine Umfrage
Thinkstock/Jupiter Images
Deutsche Arbeitnehmer fühlen sich wenig an ihren Arbeit­geber gebunden: Fast ein Viertel (24 Prozent) hat innerlich gekündigt, zeigt eine repräsentative Umfrage des Forschungs­instituts Gallup. Bei einer ersten Untersuchung im Jahr 2001 lag dieser Anteil noch bei 15 Prozent. Als Ursache für die geringe Bindung sehen die Forscher Mängel in der Personalführung der Vorgesetzten. So lasse das Engagement nach, wenn die Mitarbeiter nicht nach ihrer Meinung gefragt würden und keine angemessene Rückmeldung zur Arbeitsleistung bekämen.

06.09.2013
Figur: Besser nicht jammern
Ob dick oder dünn – klagen Frauen über Ihr Äußeres, wirken sie auf andere unsympathisch, ergab eine Studie
Thinkstock/Blend Images
Klagen über zu viele Pfunde sind unter Frauen verbreitet. Doch beliebt macht man sich damit nicht, ergab nun eine Studie der Universität von Notre Dame (USA). Die Forscherinnen zeigten Testperso­nen Fotos von dicken und dünnen Frauen. Dazu waren positive oder negative Kommentare der Frauen zu ihrem Äußeren abgebildet. Ergebnis: Egal, ob dick oder dünn – wer sich kritisch über die eigene Figur äußerte, wurde häufiger als unsympathisch bewertet.

05.09.2013
Sinne: Ist Wut wirklich rot?
Die Teilnehmer einer Studie ordneten Gefühle bestimmten Farben zu – Rot stand beispielsweise für Ärger
Thinkstock/Zoonar
Eine enge Verbindung von Gefühlen und Sinneseindrücken belegt eine in dem Fachmagazin PNAS veröffentlichte Studie. Teilnehmer in den USA und in Mexiko ordneten schnellen Musikstücken in Dur helle Gelb- und Orangetöne zu, langsamen und traurigen graublaue Farben. In weiteren Tests verbanden Personen einen fröhlichen Gesichtsausdruck meist mit der Farbe Gelb, einen traurigen mit Graublau und einen wütenden mit Rot.

04.09.2013
Queller: Spargel aus dem Watt
Die Salzpflanze hat sich auf das Leben am Meer spezialisiert. Jetzt wird sie als Delikatesse für die Küche wiederentdeckt
PhotoDisc/ RYF
Viele Strandurlauber gehen im Watt achtlos an dem unscheinbaren, knöchelhohen Queller vorbei, den sie für Unkraut halten. Ein zweiter Blick lohnt sich aber ­allemal, denn die im Schlick der Nordsee – und an einigen Stellen auch der Ostsee – wachsenden Salzpflanzen sind sogar essbar. Ihre fleischigen, grünen Stängel stecken voller gesunder Mineralsalze und natürlichem Jod. In rohem Zustand erinnert ihr Geschmack an Salzstangen.
Die Franzosen bezeichnen das Fuchs­schwanzgewächs, das botanisch mit dem Spinat und der Zuckerrübe verwandt ist, als Passe­pierre und schätzen es seit jeher als wohlschmeckende ­Delikatesse. Deutsche Köche haben den leckeren Küs­tenspargel, im Volksmund auch Friesenkraut und Meeresfenchel genannt, mittlerweile als nährstoffreiche Beilage zu Fischgerichten wiederentdeckt.
Bei den Salzpflanzen geraten auch ­Botaniker ins Schwärmen. Der Queller ­­(Salicornia) hat sich nämlich – wie alle Halophyten – perfekt an das Meerwasser angepasst, das ihn bei Flut umspült.
Gegen Salzwasser unempfindlich
Für die meisten Pflanzen ist Salzwasser giftig. Queller nimmt das Mineral vor allem über die Wurzeln auf. Im Inneren der Pflanze wird es in großen Zell­­vakuolen abgelagert – Hohlräumen, die mit Zellsaft gefüllt sind. Auf diese Weise wird der Salzgehalt verdünnt und schadet der Pflanze dann nicht mehr.
Viele Hobbyköche nehmen fälsch­licherweise an, dass es sich bei Queller um eine Meeresalge handelt. Er bildet jedoch ab Juni an seinen geschuppten Sprossen kleine, gelbliche Blüten aus, während Algen keine Blüten entwickeln.
Im Lauf des Sommers lassen die besonderen Fähigkeiten des Quellers nach, da die Stiele von innen verholzen. Die dann rötlich gefärbten Pflanzen sterben im August ab, weil sie das Salzwasser nicht mehr genug verdünnen können.
Allzu lange darf Queller übrigens nicht vollständig von Meerwasser ­be­deckt sein: Die Sprossen müssen ­„atmen“ können. Unter der Oberfläche fehlt ihnen das Kohlendioxid, das sie benötigen, um daraus zusammen mit Wasser und Sonnenenergie Zucker herzustellen. Der Lebens­zyklus würde also gestört, und die Pflanzen hätten keine Nahrung mehr.
In Nordsibirien und Südafrika
An die Bedingungen im Wattenmeer und in den Salzwiesen hat sich der Queller so gut angepasst, dass er an Norwegens Nordkap und im russi­schen Nordsibirien ebenso vorkommt wie in Nordamerika, Südafrika und ­Teilen Asiens. An der Nordseeküste und auf den Inseln wächst er oft im Flutsaum von Naturschutz- und Brutgebieten, zu denen der Zutritt verboten ist. An der Ostsee findet man ihn seltener, weil das Meer weniger Salz enthält und es wegen der schwachen Gezeiten kaum Schlickwatt gibt.

03.09.2013
Durchfall: Vier tödliche Erreger
Vier Magen-Darm-Keime sind für zirka 80 Prozent der Todesfälle von an Durchfall erkrankten Kindern schuld
Thinkstock/Stockbyte
Weltweit sterben jährlich rund 800.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen. Dabei verursachen vier Erreger 80 Prozent aller Todesfälle: Rotaviren, die Bakterien Escherichia coli und Shigella sowie der Parasit Cryptosporidium, berichtet die Fachzeitschrift The Lancet. Die Autoren fordern, Medikamente gegen Cryptosporidium zu entwickeln, denn dagegen gibt es bislang keinen Wirkstoff. In Deutschland stirbt kaum ein Infizierter daran. Doch in der zweiten Jahreshälfte 2012 erlitten 584 Kinder und Erwachsene eine Kryptosporidiose.

02.09.2013
Ringelblume: Gesund im Mund
Die Heilpflanze kann Entzündungen der Mundschleimhaut lindern – eine häufige Nebenwirkung von Krebstherapien
W&B/Annette Falck/RYF
Bei vielen Krebstherapien treten Entzündungen der Mundschleimhaut als Nebenwirkung auf. Extrakte der Ringelblume (Calendula officinalis) wirken dieser Schädigung entgegen, wie iranische Forscher zeigten. Sie testeten eine Calendula-Mundspülung bei 40 Patienten mit Krebs im Kopf- und Halsbereich, die bestrahlt wurden. Im Vergleich mit einem Scheinmedikament linderte die Spülung die Beschwerden deutlich.

01.09.2013
Ernährung: Mehr gesunde Jahre
Eine aktuelle Studie ergab: Vegetarier leben länger
Thinkstock/Stockbyte
Vegetarier leben länger. Das bestätigt nun auch eine in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie, in die Daten von 73.000 Angehörigen einer Freikirche eingeflossen waren. Die Forscher be­obachteten in den USA sechs Jahre lang Adventisten, von denen sich fast die Hälfte fleischlos ernährte. Die Analyse der Daten zeigt, dass das Risiko, vorzeitig zu sterben, für Vege­t­arier um zehn Prozent niedriger ist als für Nicht-Vegetarier. Schwere Nierenerkrankungen und Störungen des Hormonsystems wie Diabetes waren bei den Vegetariern nur halb so oft die Todesursache.

31.08.2013
Ernährung: Mehr gesunde Jahre
Eine aktuelle Studie ergab: Vegetarier leben länger
Thinkstock/Stockbyte
Vegetarier leben länger. Das bestätigt nun auch eine in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie, in die Daten von 73.000 Angehörigen einer Freikirche eingeflossen waren. Die Forscher be­obachteten in den USA sechs Jahre lang Adventisten, von denen sich fast die Hälfte fleischlos ernährte. Die Analyse der Daten zeigt, dass das Risiko, vorzeitig zu sterben, für Vege­t­arier um zehn Prozent niedriger ist als für Nicht-Vegetarier. Schwere Nierenerkrankungen und Störungen des Hormonsystems wie Diabetes waren bei den Vegetariern nur halb so oft die Todesursache.

30.08.2013
Haustiere: Bello ist gut fürs Herz
Wer einen Hund hat, erkrankt seltener an Herz oder Gefäßen, zeigen Studien
Thinkstock/iStockphoto
Haustierbesitzer sind weniger gefährdet für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vor allem Hundehalter scheinen gesundheitlich zu profitieren. Das legt ein Bericht der American Heart Association nahe, der in dem Fachmagazin Circu­­lation veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler um Glenn Levine vom Baylor College of Medicine in Houston (USA) identifizierten durch die Analyse zahlreicher Studien mehrere Faktoren, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Tier­haltung und Herzgesundheit vermuten lassen. So sind Hundebesitzer körperlich oft aktiver und seltener fettleibig als Menschen ohne Haustier. Außerdem fanden die Forscher Hinweise, dass Hunde und Katzen körperliche Stressfolgen verringern.

29.08.2013
Übergewicht: Der Generationen-Unterschied
Jüngere Menschen haben laut einer Studie ein größeres Risiko für Fettleibigkeit als frühere Generationen
Thinkstock/Stockbyte
Um die Gesundheit jüngerer Menschen steht es heute allgemein schlechter als bei Angehörigen früherer Generationen im gleichen Alter, lautet das Fazit einer niederländischen Studie. Die Forscher werteten die über Jahre gesammelten Daten von 6377 erwachsenen Einwohnern der Stadt Doetinchem aus. Zu Beginn der Studie waren 40 Prozent der 30- bis 39-Jährigen über­ge­wichtig, zehn Jahre später waren es von jenen, die dann zu dieser Altersgruppe gehörten, schon 52 Prozent. Da Fettleibigkeit bei Gesunden als Risikofaktor gilt, sind Betroffene früher und even­tuell länger möglichen Gesundheitsrisiken durch Stoffwechselveränderungen ausgesetzt.

28.08.2013
Ohrenschmerzen: Untertauchen ohne Folgen
Nach einem Badetag kann es zu schmerzhaften Entzündungen des Gehörgangs kommen
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Wer nach einem Besuch im Freibad oder Badesee plötzlich heftige Ohrenschmerzen bekommt, leidet vermutlich an einer Gehörgangentzündung, einer Otitis externa. Weil die Krankheit häufig nach dem Schwimmen auftritt, heißt sie auch Bade-Otitis.
Wenn der Gehörgang anschwillt
Oft sind es Jugendliche, die in der Nacht nach einem ausgedehnten Badetag so stark unter Schmerzen leiden, dass sie nicht schlafen können und deswegen in die Notaufnahme einer Klinik kommen.
Bei den Betroffenen dringen Bakterien, die auf der Haut oder im Wasser vorkommen, in den Gehörgang ein und breiten sich dort aus. Wenn die Haut aufgeweicht ist oder im äußeren Ohr kleine Verletzungen vorliegen, haben es die Erreger leicht.
Ein Risiko, an einer Gehörgangentzündung zu erkranken, tragen deswegen auch Taucher oder Menschen, die Hörgeräte benutzen. Diese begünstigen die Entstehung eines feuchten Milieus im Ohr, das einen Nährboden für Keime darstellt.
Die Otitis externa erkennt der Arzt an einem geröteten und geschwollenen Gehörgang. Bei der Untersuchung wenden Mediziner außerdem zwei einfache Tricks an, um die Gehörgangentzündung zu diagnostizieren und von anderen Ohrkrankheiten abzugrenzen: Sie wackeln etwas an der Ohrmuschel des Patienten oder drücken auf den ­Tragus, den kleinen Knorpel vor der Ohrmuschel. Wer an ­einer Otitis externa leidet, dem tut beides sehr weh. Einem Patienten mit einer Mittelohrentzündung (Otitis media), die beispielsweise bei einer Erkältung auftreten kann, verursachen diese Griffe dagegen kaum zusätzliche Schmerzen.
Ohrenschmerzen? Gleich zum Arzt!
Abwarten sollte man bei starken Ohrenschmerzen auf keinen Fall. Am wichtigsten ist die sorgsame Reinigung des Ohrs durch den Arzt. Oftmals hat sich dort Sekret angesammelt, das der Arzt absaugt oder es auswischt.
In der Leitlinie Ohrenschmerzen werden verschiedene Therapiemöglichkeiten genannt, um die Entzündung zu stoppen: Ohrentropfen mit Kortison, schmerzstillenden Zusätzen oder Antibiotika. Auch mit Kombinationen dieser drei Substanzen kann der äußere Gehörgang bepinselt oder beträufelt werden. In den Gehörgang gelegte Salbenstreifen, die Antibiotika, Kortison oder Antiseptika enthalten, stellen eine weitere Behandlungsmöglichkeit dar.
Der Vorteil von Antiseptika ist, dass damit ein breites Spektrum von Keimen abgetötet werden kann. Im Gegensatz dazu attackieren Antibiotika gezielt bestimmte Gruppen von Bakterien.
Einige Mittel können aber nur dann verwendet werden, wenn das Trommelfell intakt ist. Wichtig ist außerdem, dass der Salbenstreifen möglichst täglich gewechselt und das Ohr von Resten gereinigt wird.
Allerdings warnen HNO-Experten davor, leichtfertig oder zu oft Antibiotika am Ohr aufzutragen. Dies kann zu Allergien führen und die natürliche Flora im Ohr durcheinanderbringen. Dann besteht die Gefahr, dass sich dort leichter Pilze ansiedeln – die ebenfalls eine Gehörgangentzündung hervor­­rufen können.
Besser nicht in den Ohren pulen
Mit umsichtigem Verhalten schützt man sich vor einer Bade-Otitis. Die Tipps der Mediziner lassen sich in dem Ratschlag zusammenfassen, das Ohr möglichst in Ruhe zu lassen: Wer Wasser im Ohr hat, sollte nicht mit dem Finger darin pulen. Wer sich dabei mit dem Fingernagel kleine Wunden zufügt, bietet Bakterien freie Bahn. Experten warnen auch davor, Ohrschmalz mit Wattestäbchen zu entfernen. Damit nimmt man dem Ohr ­­einen wichtigen Schutz vor Entzündungen. Ohrstöpsel bieten keinen Schutz, weil trotzdem Wasser in das Ohr gelangen kann.

27.08.2013
Kinder: Die ersten Schritte
Eltern sollten sich keine Sorgen machen, wenn Ihr Kleines später als andere anfängt zu laufen
Thinkstock/iStock
Im Durchschnitt machen Kinder ihre ersten Schritte im Alter von zwölf Monaten. Einige fangen aber erst später an zu laufen. Die Eltern müssen sich keine Sorgen machen: Nachwuchs, der früh auf den Beinen steht, ist weder intelligenter noch motorisch geschickter. Das zeigt eine Studie des Kinderspitals Zürich mit 222 Teilnehmern, welche die Forscher bis zu ihrem 18. Geburtstag beobachteten. Erst wenn der Sprössling mit 20 Monaten noch nicht selbstständig läuft, sei dies bedenklich.

26.08.2013
Psyche: Saisonale Trends
Psychische Erkrankungen hängen wohl stärker mit den Jahreszeiten zusammen als bisher gedacht
Thinkstock/iStockphoto
Wenn eine Krankheitswelle naht, lässt sich das an Begriffen ablesen, nach denen Menschen aktuell im Internet suchen. Dieses Phänomen ist beim Thema Grippe als „Google-Grippe-Trends“ bekannt. Forscher der Universität San Diego fanden nun heraus, dass auch Suchbegriffe aus dem Bereich der Psyche ähnliche Hinweise liefern. Sie stehen offenbar mit den Jahreszeiten in Verbindung.
In Sommermonaten wurde in den USA um 37 Prozent seltener nach Begriffen gesucht, die mit Ess­störungen zu tun haben, als im Winter. Bei „Schizophrenie“ und „Selbstmord“ waren es ähnliche Werte. Psychi­sche Erkrankungen ­haben demnach einen stärkeren Zusammenhang mit der Jahreszeit als bisher vermutet, schreiben die Wissenschaftler.

25.08.2013
Beruf: Erfolgreiche Chefin
Eine gute Entscheidung: Frauen an die Spitze. Weibliche Führungskräfte bringen viele Vorteile mit, sagen Forscher
Thinkstock/Creatas
Mehr Frauen in die Chefetagen: Diese Empfehlung wird durch eine Studie der McMaster- Universität in Hamilton (Kanada) gestützt. Die Forscher befragten mehr als 600 Spitzenkräfte nach ihrem Führungsstil. 75 Prozent waren Männer mit viel Management-Erfahrung. Sie orientierten sich häufiger an festen Regeln und traditionellen Geschäftspraktiken.
Dagegen versuchten weibliche Führungskräfte, unterschiedliche Interessen stärker zu berücksichtigen und durch Zusammenarbeit eine Übereinkunft zu erzielen. Außerdem suchten sie öfter nach Alternativen. Die Forscher schließen daraus, dass Unternehmen von einem höheren Frauenanteil in Führungspositionen profitieren würden.

24.08.2013
Beruf: Erfolgreiche Chefin
Eine gute Entscheidung: Frauen an die Spitze. Weibliche Führungskräfte bringen viele Vorteile mit, sagen Forscher
Thinkstock/Creatas
Mehr Frauen in die Chefetagen: Diese Empfehlung wird durch eine Studie der McMaster- Universität in Hamilton (Kanada) gestützt. Die Forscher befragten mehr als 600 Spitzenkräfte nach ihrem Führungsstil. 75 Prozent waren Männer mit viel Management-Erfahrung. Sie orientierten sich häufiger an festen Regeln und traditionellen Geschäftspraktiken.
Dagegen versuchten weibliche Führungskräfte, unterschiedliche Interessen stärker zu berücksichtigen und durch Zusammenarbeit eine Übereinkunft zu erzielen. Außerdem suchten sie öfter nach Alternativen. Die Forscher schließen daraus, dass Unternehmen von einem höheren Frauenanteil in Führungspositionen profitieren würden.

23.08.2013
Ernährung: Warum zu viele Steaks schaden
In rotem Fleisch steckt der Inhaltsstoff Carnitin. Dauerhaft erhöhte Mengen können unseren Gefäßen schaden
Thinkstock/iStockphoto
Das regelmäßige Essen großer Mengen Rind-, Schweine- und Wildfleisch erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Eine wichtige Ursache ist offenbar der Inhaltsstoff Carnitin, schreibt die Fachzeitschrift Nature Medicine. Im Darm entsteht daraus eine Substanz, die den Gefäßwänden schadet. Carnitin ist wichtig für den Fettstoffwechsel des Körpers. Dauerhaft erhöhte Mengen im Blut können Gefäßschäden hervorrufen.

22.08.2013
Gehirn: Der Ort der Mathebegabung
Rechnen fällt manchen Menschen besonders leicht. Der Ort der Begabung hierfür sitzt im Gehirn wahrscheinlich in einer Region namens Hippocampus
Thinkstock/Ablestock
Der Hippocampus, ein Hirnbereich, der bisher in erster Linie als wichtig für die Gedächtnisbildung angesehen wurde, beeinflusst anscheinend auch unser Verständnis für Mathematik. Das wiesen Forscher der Universität Stanford (USA) nach.
Sie testeten zunächst bestimmte Fähigkeiten von 40 Grundschülern der dritten Klasse und wählten dann 24 von ihnen aus, die anschließend acht Wochen lang Mathematik-Einzelunterricht bekamen. Alle Studienteilnehmer schnitten danach bei einem Rechentest besser ab. Die größten Fortschritte zeigten Kinder mit einem großen und gut vernetzten Hippocampus. Das ergab eine Untersuchung des Gehirns mit bildgebenden Verfahren.

21.08.2013
Toxoplasmose: Tückischer Parasit
Der Erreger der Toxoplasmose kann ungeborene Kinder schädigen
Thinkstock/iStock
Der Parasit Toxoplasma gondii ist äußerst erfolgreich: Weltweit kam nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ein Drittel der Menschen nachweislich mit ihm in Kontakt, in Deutschland sogar etwa jeder Zweite.
Meist bleibt die Infektion unbemerkt. Allenfalls leichte grippeähnliche Beschwerden können auftreten. Wer sich einmal angesteckt hat, ist immun und vor einer neuerlichen Infektion geschützt. Gefährlich ist die Ansteckung jedoch in der Schwangerschaft.
Besonders gefährdet sind auch Kleinkinder unter fünf Jahren und Personen, die durch Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme ein geschwächtes Immunsystem haben. Experten sprechen von einem unterschätzten Risiko.
Die bevorzugten Wirte des Erregers sind Katzen. Der Einzeller durchläuft verschiedene Entwicklungsstadien. Katzen scheiden ihn mit dem Kot aus. Danach reift der Parasit in wenigen Tagen und bleibt lange infektiös. Im Freien wird er durch Wind und Regen verbreitet.
Mit der Nahrung nehmen ihn Mäuse, aber auch andere Säugetiere oder der Mensch wieder auf. Dort vermehrt sich der Parasit und nistet sich in Zysten im Muskel- und Nervengewebe ein, wo er dauerhaft bleibt und von einem intakten Abwehrsystem in Schach gehalten wird.

Frühzeitige Therapie

Nach Hochrechnungen muss man davon ausgehen, dass jährlich rund 1000 Kinder in der Schwangerschaft mit Toxoplasmose infiziert werden. Dann drohen eine Fehlgeburt, schwere Missbildungen, zum Beispiel ein Wasserkopf, oder geistige Beeinträchtigungen. Selbst bei einem Kind, das bei der Geburt klinisch unauffällig ist, können noch im Jugendalter Spätfolgen auftreten. Gefürchtet sind Sehschäden, die bis hin zur Erblindung reichen können.
Eine Studie der Universität Göttingen an 685 schwangeren Frauen mit einer akuten Toxoplasmose konnte belegen, dass eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika im Vergleich zu einem späteren Therapiebeginn die Wahrscheinlichkeit von Schäden beim Kind deutlich verringert.
Am besten ist es, wenn sich Frauen schon vor einer Schwangerschaft auf Antikörper testen lassen, sagen Experten. Ergibt dieser Test, dass bereits Antikörper vorhanden sind, besteht keine Gefahr für das Kind. Alle anderen Frauen sollten sich während der Schwangerschaft mehrmals testen lassen, auch wenn das bislang nicht zu den Kassenleistungen zählt.
Schutz für Schwangere
  • Auf rohe Wurst- und Fleischwaren verzichten. Ansonsten Fleisch gut durchbraten oder erhitzen. Obst und Gemüse vor dem Verzehr sorgfältig reinigen.
  • Hände regelmäßig und vor allem nach dem Zubereiten von Fleisch und vor dem Essen waschen.
  • Bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen. Danach die Hände säubern.
  • Nicht aus offenen Gewässern trinken.
  • Die Katzentoilette täglich gründlich von einer anderen Person reinigen lassen.

20.08.2013
Salmonellen: Infektionsgefahr durch exotische Haustiere
Immer wieder bekommen Menschen eine Salmonelleninfektion durch exotische Reptilien. Besonders gefährdet sind Kinder, Schwangere, chronisch Kranke und Senioren
Thinkstock/iStock
Salmonellen-Infektionen durch exotische Kriechtiere wie Schildkröten und Schlangen nehmen in Deutschland zu. Darauf macht das Robert-Koch-Institut (RKI) aufmerksam. Gefährdet sind vor allem Kinder unter fünf Jahren, Schwangere sowie chronisch kranke und ältere Menschen.
In fünf Jahren stieg der Anteil dieser seltenen Infektionen bei Kindern unter zwei Jahren deutlich an. Es empfiehlt sich, Kleinkinder nicht dort krabbeln zu lassen, wo sich Reptilien aufgehalten haben. Auch Gegenstände, mit denen die Tiere Kontakt hatten, sollten außer Reichweite bleiben.

19.08.2013
Gesundheit: Bewegung und richtige Ernährung
Doppelt hält besser: Wer sich mehr bewegen will, sollte sich gleichzeitig gesund ernähren, dann ist die Wahrscheinlichkeit durchzuhalten besonders hoch
Thinkstock/iStockphoto
Wer sich gesünder ernähren und körperlich aktiver werden will, fängt am besten mit beidem gleichzeitig an. Das legt eine Studie von Forschern der Stanford-Universität (USA) nahe. Dabei gab es vier Gruppen.
Die erste erhielt Empfehlungen zu gesunder Ernährung und Sport. Die zweite änderte zunächst ihre Essgewohnheiten und stieg erst später in ihr Bewegungsprogramm ein, während die dritte es umgekehrt machte. Die vierte war die Kontrollgruppe. Nach einem Jahr zeigten diejenigen die besten Ergebnisse, die von Anfang an beide Strategien verfolgt hatten.

18.08.2013
Aromastoffe: Unnatürlich natürlich
"Erdbeeraroma" muss zwar nach der Frucht schmecken, aber nicht von ihr stammen
Thinkstock/iStockphoto
Auch wenn seit April europaweit eine neue Liste mit 2000 zulässigen Aromastoffen gilt, bleibt die Kennzeichnung für Verbraucher verwirrend. „Natürliche Aromen“ müssen demzufolge aus natürlichen Rohstoffen stammen, aber nicht von den Früchten, die etwa auf einem Joghurt abgebildet sind.
„Erdbeeraroma“ muss zwar nach den Früchten schmecken, aber nicht daraus gewonnen sein. Nur wenn „natürliches Erdbeeraroma“ draufsteht, stammt es auch von Erdbeeren.

17.08.2013
Aromastoffe: Unnatürlich natürlich
"Erdbeeraroma" muss zwar nach der Frucht schmecken, aber nicht von ihr stammen
Thinkstock/iStockphoto
Auch wenn seit April europaweit eine neue Liste mit 2000 zulässigen Aromastoffen gilt, bleibt die Kennzeichnung für Verbraucher verwirrend. „Natürliche Aromen“ müssen demzufolge aus natürlichen Rohstoffen stammen, aber nicht von den Früchten, die etwa auf einem Joghurt abgebildet sind.
„Erdbeeraroma“ muss zwar nach den Früchten schmecken, aber nicht daraus gewonnen sein. Nur wenn „natürliches Erdbeeraroma“ draufsteht, stammt es auch von Erdbeeren.

16.08.2013
Sodbrennen: Abnehmen hilft
Wer sauer aufstoßen muss, sollte überflüssige Pfunde abbauen
W&B/Martin Ley/RYF
Wer unter dem Rückfluss (Reflux) von ­Magensaft in die Speiseröhre leidet, sollte überflüssige Pfunde loswerden. Das lindert nicht nur leichte bis mittelstarke Refluxbeschwerden, auch eine Behandlung mit Medikamenten gegen das saure Aufstoßen schlägt dann besser an.
Das fanden Forscher der Norwegian University of Science and Technology (Norwegen) in einer Studie heraus, bei der zirka 30.000 Erwachsene zweimal im Abstand von mehr als zehn Jahren zu Refluxbeschwerden befragt wurden.

15.08.2013
Wund im Mund: Was hilft?
Ist die Mundschleimhaut entzündet, helfen spezielle Gele. Tipps zur Anwendung
Stockbyte/RYF
In der Apotheke gibt es Pinselungen und Gele, die bei schmerzhaften Entzündungen der Mundschleimhaut Abhilfe schaffen. Sie enthalten pflanzliche oder synthetische Arzneistoffe. Solche Mittel wirken besser, wenn Sie die betroffene Stelle vor dem Auftragen mit einem Wattestäbchen oder einem Taschentuch trocken tupfen. Das verbessert die Haftung des Präparats auf der Schleimhaut.

14.08.2013
Reiseapotheke: Richtig vorbereitet in den Urlaub
Nach einer guten reisemedizinischen Beratung lässt es sich unbeschwerter in die Ferien fahren
W&B/Imagesource
Alle Jahre zur Ferienzeit greift eine ansteckende Krankheit um sich: das Reisefieber. Damit der wohlverdiente Urlaub ohne Risi­ken und Nebenwirkungen verläuft, sollten „Infizierte“ vor dem Reiseantritt noch einmal ihre Apotheke aufsuchen. Bundesweit haben sich mehrere Tausend Apotheken auf reisemedizinische Beratung spezialisiert, stellen individuelle Reiseapotheken zusammen, informieren über Gesundheitsgefahren am Urlaubs­ort und beraten zu notwendigen Impfungen.
Eine gute reisemedizinische Beratung orientiert sich nicht nur am Reiseland, sondern berücksichtigt auch Transportmittel, Reiseroute sowie Alter und Gesundheitszustand der Reisenden. Der optimale Zeitpunkt für eine solche Beratung ist etwa sechs Wochen vor Reiseantritt, dann kann man in Ruhe alles besprechen und vor allem noch notwendige Impfungen durchführen. Chronisch Kranke sollten vor der Buchung klären, ob die Reise aus Sicht des Arz­tes vertretbar erscheint.
Auch Kurzentschlossene können von einer Reiseberatung profitieren: Die Impfung gegen Hepatitis A ist sogar beispielsweise noch am Abreisetag möglich. Wer südlich der Alpen oder östlich der Oder unterwegs ist, sollte dagegen geimpft sein. Welche Immunisierungen ratsam sind, hängt ab von Art und Dauer der Reise, aber auch von individuellen Risiken durch Verhalten und Vorerkrankungen. Eine Impfung gegen Cholera halbiert Studien zufolge das Risiko von Durchfallerkrankungen. Auch ein Schutz vor Typhus, Gelbfieber, Japani­­scher Enzephalitis, Tollwut und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird häufig empfohlen.
Eine bevorstehende Reise sollte immer Anlass sein, in den Impfpass zu schauen und den Schutz gegen Tetanus, Diphtherie und Polio gegebenenfalls auffrischen zu lassen, sagen Experten. Für viele Länder wird zudem eine Malariaprophylaxe empfohlen. Da die Mittel oft starke Nebenwirkungen haben und die Wirkung dauerhaft ein­­genommener Arzneimittel verändern können, sollte man auf jeden Fall den Rat eines Arztes einholen, ob diese Maßnahme wirklich notwendig ist. Oft reicht auch ein Notfallmedikament aus, das die Reisenden beim Auftreten von Fieber einnehmen müssen.
Die Reiseapotheke stellen Apotheker mit dem Urlauber individuell zusammen. Neben oft benötigten Medikamenten, die auch in die Hausapotheke gehören, sollte sie Mittel gegen häufige Reisebeschwerden wie Durchfall und Übelkeit enthalten. Sonnen- und Insektenschutz, Wunddesinfektion und Verbandstoffe gehören ebenfalls zur Grundausstattung. Außerdem fragen Apotheker, ob der Reisende zu Bindehautentzündungen oder Harn­wegsinfekten neigt. Solche Beschwerden treten auf Reisen verstärkt auf. Wer regelmäßig Medikamente nehmen muss, braucht im Urlaubsland einen ausreichen­den Vorrat. Als Faustregel empfiehlt sich, das Doppelte der benötigten Menge. Bei Flugreisen verteilt man die Präparate am bes­ten auf zwei Gepäckstücke.
Ins Handgepäck dürfen nur Medikamente, die während des Flugs benötigt werden. Wollen Diabetiker Insulinspritzen mit an Bord nehmen, brauchen sie eine ärztliche Bescheinigung. Wer starke Schmerzmittel (Opioide) braucht, sollte sich zuvor über die Regelungen des Reiselandes informieren.

Checkliste Reiseapotheke
  • Reiseübelkeit: Wer dazu neigt, kann mit Medikamenten vorbeugen. Besonders schnell wirken sie als Kaugummi.
  • Sonnenschutz: Auf den Hauttyp abgestimmte Cremes, Sprays, Lotionen und Gele.
  • Schmerzen: Rezeptfreie Mittel, die normalerweise auch in der Hausapotheke vorhanden sind.
  • Erkältungen: Nasenspray, Hustenmittel und Hals­tabletten.
  • Verletzungen: Schmerzgel, Wund- und Heilsalbe, Wunddesinfektionsmittel und Verbandstoffe.
  • Durchfall: Zu empfehlen sind Mittel zur Vorbeugung, gegen akute Beschwerden sowie Elektrolytlösungen, die Mineralstoff- und Flüssigkeitsverlust ausgleichen.
  • Verdauungsstörungen: Mittel gegen Sodbrennen, Blähungen und Verstopfung.
  • Augen und Ohren: Tropfen gegen Bindehaut- und Gehörgangentzündungen.
  • Insektenschutz: Sprays, Lotionen oder Cremes, die stechende Insekten fernhalten.

13.08.2013
Pulsschlag: Ruhe bewahren, Herz schützen
Ein hoher Ruhepuls steht wohl mit Herzkrankheiten in Zusammenhang, zeigt eine Studie
W&B/Martin Ley/RYF
Ein hoher Ruhepuls gefährdet das Herz. Das geht aus einer im British Medical Journal veröffentlichten Studie hervor. 1970 und 1986 hatten die Forscher 3000 dänische Männer im mitt­leren Alter per EKG und Fahrrad-Ergometer untersucht. Bis zum Jahr 2001 waren 1082 Teilnehmer gestorben.
Männer mit einem Ruhepuls zwischen 80 und 90 Schlägen pro Minute hatten ein doppelt so hohes Sterberisiko wie jene mit einem Ruhepuls von 50. Lag er über 90, war das Risiko dreimal so hoch. Selbst bei gut trainierten Teilnehmern stand ein hoher Wert in Zusammenhang mit Herzerkrankungen.

12.08.2013
Softdrink: Schlechter Durstlöscher
Wer regelmäßig gezuckerte Limonaden trinkt, schadet seiner Gesundheit
Jupiter Images GmbH/Polka dot
Schon länger belegen Zahlen aus den USA, wie ungesund Softdrinks sind. Nun liegen auch für Europa Daten vor: Trinkt jemand täglich 0,3 Liter gezuckerte Limonade, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass er an Typ-2-Diabetes erkrankt, um 22 Prozent. Bei einem Glas mehr steigt sie noch einmal um den gleichen Wert, unabhängig von anderen Faktoren wie Übergewicht. Das konnten Forscher des Imperial College London (England) nachweisen.
Sie analysierten die Daten von 340.000 Erwachsenen, darunter viele Deutsche. Als mögliche Gründe geben sie an, dass der Insulinspiegel steigt und der Zuckerkonsum sich beim Gewicht bemerkbar macht. Bei zuckerfreien Limonaden fanden sie keinen derartigen Zusammenhang. Ein Liter Cola enthält rund 106 Gramm Zucker. Das entspricht 35 Zuckerwürfeln.

11.08.2013
Tiere: Schimpansen planen ihr Tun
Affen können sich scheinbar wie Menschen darüber klar werden, was sie bereits wissen und was nicht
Thinkstock/iStock
Schimpansen sind offenbar wie Menschen in der Lage, ihr Wissen kritisch zu überdenken – also zu wissen, was sie wissen oder eben nicht. Das konnten Sprachwissenschaftler der Georgia State University in Atlanta (USA) in einem Experiment zeigen.
Sie ließen die Affen mithilfe einer Symbolsprache Futter aus einer blickdichten Schachtel anfordern. Hatten die Tiere zuvor gesehen, was dort hineingelegt worden war, wählten sie das Futter ohne zu zögern. Anderenfalls sahen sie vorher erst nach, was das Behältnis für sie bereithielt.

10.08.2013
Tiere: Schimpansen planen ihr Tun
Affen können sich scheinbar wie Menschen darüber klar werden, was sie bereits wissen und was nicht
Thinkstock/iStock
Schimpansen sind offenbar wie Menschen in der Lage, ihr Wissen kritisch zu überdenken – also zu wissen, was sie wissen oder eben nicht. Das konnten Sprachwissenschaftler der Georgia State University in Atlanta (USA) in einem Experiment zeigen.
Sie ließen die Affen mithilfe einer Symbolsprache Futter aus einer blickdichten Schachtel anfordern. Hatten die Tiere zuvor gesehen, was dort hineingelegt worden war, wählten sie das Futter ohne zu zögern. Anderenfalls sahen sie vorher erst nach, was das Behältnis für sie bereithielt.

09.08.2013
Ernährung: Olivenöl sättigt besonders gut
Besondere Aromastoffe in Olivenöl sorgen dafür, dass das Fett besonders lang anhaltend sättigt
PhotoDisc, Imagesource/RYF
Olivenöl sättigt besser als andere Fette, zeigt eine Studie der Technischen Universität München und der Universität Wien. Drei Monate lang aßen die Teilnehmer zusätzlich zu ihrer Kost täglich 500 Gramm Magerjoghurt, der entweder mit Schweineschmalz, Milchfett, Raps- oder Olivenöl angereichert war.
Die Olivenöl-Joghurt-Löffler fühlten sich satter als die übrigen Teilnehmer, hatten mehr Sättigungshormon Serotonin im Blut und hielten ihr Gewicht. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Wirkung auf Aromastoffe im Olivenöl zurückzuführen ist.

07.08.2013
Moos: Polster mit Gesundheitswirkung
Seit Jahrtausenden nutzen Menschen das weiche Naturmaterial zu vielerlei Zwecken. Heute wird sein großes Potenzial aber kaum noch ausgeschöpft
Thinkstock/iStock
Sie wachsen extrem langsam auf Waldböden und Baumstämmen, Grabsteinen und Dachziegeln oder auch in Ritzen zwischen Pflastersteinen: Moose, die botanisch zu den Bryophyten zählen, gelten als äußerst genügsam und robust. Sie können überall dort existieren, wo ihnen ausreichend Feuchtigkeit, Licht und Nährstoffe das Überleben ermöglichen.

Natürliche Wundkompressen


Für die Menschen sind Moose bereits seit jeher ein begehrtes Naturmaterial. Viele Völker nutzten die Pflanzen, um ihre Schlafstätten zu polstern oder Häuser und Boote abzudichten. Aufgrund der enormen Saugfähigkeit von Torfmoos sollen sogar die ersten Babywindeln damit ausgefüttert worden sein.

Naturvölker haben die keimtötende Wirkung der Moose schon früh erkannt. Nordamerikanische Indianer setzten die weichen Pflanzen zum Beispiel bei Brandverletzungen ein, um Schmerzen zu lindern. Sogar im Ersten Weltkrieg wurden noch Wundkompressen aus Torfmoosen hergestellt.
Die antimikrobielle Aktivität der Moose richtet sich sowohl gegen zahlreiche Bakterien als auch gegen Pilze. Wissenschaftler argumentieren, dass Moose längst ausgestorben wären, wenn sie sich nicht gegen Bakterien und Pilze zur Wehr gesetzt hätten. Weil die Wirksamkeit aber nicht in klinischen Studien nachgewiesen wurde, sind Moosextrakte heute zwar noch erhältlich, jedoch nicht als Arzneimittel zugelassen.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) finden rund 40 Moosarten gegen verschiedene Beschwerden Verwendung. Dennoch spielen die Moose auch in der fernöstlichen Medizin eher eine untergeordnete Rolle. Vielleicht liegt das an der mangelnden Verfügbarkeit von Moosen.

Die Medizin profitiert aber auf eine andere Weise von den winzigen Pflänzchen. Eine Freiburger Arbeitsgruppe entwickelte bereits in den 1990er-Jahren ein biotechnisches Verfahren, um Moose als Produzenten komplex aufgebauter Proteine zu nutzen.
Die Biologen züchten dabei in Moosbioreaktoren spezielle Varianten des Kleinen Blasenmützenmooses (Physcomitrella patens), die dann gezielt die gewünschten Eiweißstoffe erzeugen. So kann beispielsweise der sogenannte Faktor H, ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Immunsystems, künstlich hergestellt werden.

Moose sind Feinstaubkiller

Moose zählen zu den kleinsten und ältesten Landpflanzen. Im Gegensatz zu „höheren“ Pflanzen bilden sie keine Wurzeln aus. Sie ernähren sich von den Nährstoffen und Stäuben, die im Regenwasser gelöst sind. Das macht die kleinen Pflanzen zu wahren Feinstaubkillern. Durch elektrostatische Bindung halten sie den Schwebstaub fest und verstoffwechseln die anorganischen Anteile.
Wissenschaftler wollen aufgrund dieser Erkenntnis ein Projekt in die Wege leiten, bei dem Moos zur Begrünung von Autobahn-Mittelstreifen eingesetzt werden soll, um den Feinstaub aus den Abgasen zu filtern. Bisher wurde das Verfahren jedoch nur auf einer Teststrecke in Bonn angewendet und an zwei Testanlagen mit begrünten Lärmschutzwänden.

Im privaten Bereich läuft es besser. Hier werden die früher eher verpönten Moose zunehmend beliebter. Während die wild wachsenden Pflanzen in den vergangenen Jahrzehnten nämlich teils erbittert als Unkraut bekämpft wurden, nutzen heute viele Gartenbesitzer großflächige Moosmatten zur Begrünung von Dächern und Hauswänden oder zur Gartengestaltung – ein positiver Trend zur Natur und damit reinerer Luft.

Unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten:


Pharmazeutisch genutzt wird das Kleine Blasenmützenmoos, indem es gentechnologisch aufbereitet und dann kultiviert wird. In speziellen Bioreaktoren gewinnt die Pharmaindustrie komplexe Arzneistoffe.

Als Feinstaubfilter
können Moose die Luftverschmutzung verringern. Außerdem eignen sie sich als Bioindikatoren für die Luftqualität – vor allem hinsichtlich des Stickstoff- und Schwermetallgehalts der Atmosphäre.

06.08.2013
Partnerschaft: Selbstwahrnehmung beeinflusst das Verhalten
Frauen, die sich attraktiver finden, als ihren Partner, investieren weniger Arbeit in die Beziehung, als solche, die den Mann an ihrer Seite schöner finden als sich selber
PhotoDisc/RYF
Frauen, die ihren Partner attraktiver finden als sich selbst, investieren mehr in ihre Beziehung als jene, die solch ein Ungleichgewicht nicht empfinden. Wissenschaftler der Universität von Huddersfield (Großbritannien) befragten 192 Frauen nach ihrer Zufriedenheit mit sich und dem Verhältnis zu ihrem Partner.
Dabei zeigte sich, dass Frauen, die sich für begehrenswerter hielten als ihren Partner, sich weniger um ihre Beziehung bemühten. Frauen, die sich für weniger attraktiv hielten, unternahmen mehr, um eine mögliche Untreue ihres Partners zu verhindern.

05.08.2013
Kaugummi: Keine verminderte Kalorienaufnahme
Kaugummikauen hilft nicht beim Abnehmen, sagen Forscher
Jupiter Images GmbH/BrandXPictures
Hartnäckig hält sich das Gerücht, Kaugummi kauen würde das Hungergefühl dämpfen und beim Abnehmen helfen. Dass dies ein Mythos ist, zeigen zwei in dem Fachmagazin Eating Behaviors veröffentlichte Studien. Schoben sich die Probanden regelmäßig einen Kaugummi in den Mund, nahmen sie den Tag über zwar weniger Mahlzeiten und Imbisse zu sich. Die Menge der zugeführten Kalorien sank aber nicht.
Kaugummi kauen könnte sogar eine ungünstige Wirkung haben: Produkte mit Minzegeschmack verringerten bei den Studienteilnehmern den Obstkonsum. Das liege vielleicht an dem Minzearoma, das den Geschmack von Obst beeinträchtige, vermuten die Forscher.

04.08.2013
Lebenserwartung: Jogger leben länger
Frauen und Männer, die regelmäßig laufen gehen, erhöhen ihre Chancen älter zu werden
Thinkstock/iStockphoto
Regelmäßiges Joggen senkt das Risiko um 63 Prozent, früher zu sterben, als es der statistisch errechneten Lebenserwartung entspricht. Frauen gewinnen so im Durchschnitt bis zu 5,6 Jahre an Lebenszeit, Männer bis zu 6,2 Jahre. Das berechneten Wissenschaftler anhand von Daten der Copenhagen City Heart Study mit 17.589 Teilnehmern, darunter 1878 Joggern.
Die Ergebnisse legen nahe, dass ein Lauftempo von rund acht bis zehn Kilometern pro Stunde ausreicht, wenn man das Risiko, vorzeitig zu sterben, senken will. Optimale Effekte stellten die Forscher bei Läufern fest, die maximal zweieinhalb Stunden pro Woche im Laufschritt unterwegs waren.
Wichtig: Wer älter als 35 Jahre oder chronisch krank ist und neu mit dem Sport beginnt, sollte sich vor dem Start vorsichtshalber vom Arzt durchchecken lassen!
 

03.08.2013
Lebenserwartung: Jogger leben länger
Frauen und Männer, die regelmäßig laufen gehen, erhöhen ihre Chancen älter zu werden
Thinkstock/iStockphoto
Regelmäßiges Joggen senkt das Risiko um 63 Prozent, früher zu sterben, als es der statistisch errechneten Lebenserwartung entspricht. Frauen gewinnen so im Durchschnitt bis zu 5,6 Jahre an Lebenszeit, Männer bis zu 6,2 Jahre. Das berechneten Wissenschaftler anhand von Daten der Copenhagen City Heart Study mit 17.589 Teilnehmern, darunter 1878 Joggern.
Die Ergebnisse legen nahe, dass ein Lauftempo von rund acht bis zehn Kilometern pro Stunde ausreicht, wenn man das Risiko, vorzeitig zu sterben, senken will. Optimale Effekte stellten die Forscher bei Läufern fest, die maximal zweieinhalb Stunden pro Woche im Laufschritt unterwegs waren.
Wichtig: Wer älter als 35 Jahre oder chronisch krank ist und neu mit dem Sport beginnt, sollte sich vor dem Start vorsichtshalber vom Arzt durchchecken lassen!
 

02.08.2013
Videospiele: Ältere Menschen können profitieren
Senioren, die einmal in der Woche Computerspiele machen, sind oft glücklicher als Gleichaltrige, die nie spielen. Natürlich darf die Zeit vor dem Bildschirm nicht überhand nehmen
Thinkstock/Fuse
Videospielen wird viel Schlechtes nachgesagt. Sie machen aber auch Spaß. Und vor allem ältere Menschen könnten dauerhaft von ihnen profitieren. Für eine Studie befragten Wissenschaftler der Universität von North Carolina (USA) Senioren, die durchschnittlich 77 Jahre alt waren, wie oft sie eine Spielkonsole in die Hand nehmen. Jeder Dritte „daddelte“ mindestens einmal pro Woche.
Diejenigen, die regelmäßig ihre Zeit mit Videospielen verbrachten, waren deutlich glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben als die anderen Teilnehmer. Wer nie spielte, hing eher negativen Gedanken nach und fühlte sich häufiger depressiv verstimmt.

01.08.2013
Autofahrer: Sichere Fahrt mit Kaffee
Berufskraftfahrer, die regelmäßig Koffein zu sich nehmen, können damit ihr Unfallrisiko senken
Thinkstock/Digital Vision
Berufskraftfahrer, die während der Arbeit Kaffee oder ein anderes koffeinhaltiges Getränk zu sich nehmen, fahren sicherer. Das zeigt eine Studie im British Medical Journal. Die Forscher verglichen 530 Lastwagenfahrer, die vor Kurzem einen Verkehrsunfall hatten, mit 517 unfallfreien Kollegen.
In der zweiten Gruppe nahmen 43 Prozent mehr als 400 Milligramm Koffein (etwa fünf Tassen Filterkaffee) pro Tag zu sich, bei den Unfallfahrern waren es nur 13 Prozent. Unter Berücksichtigung anderer Faktoren berechneten die Forscher, dass der Konsum das Unfallrisiko um 63 Prozent senkt, ausreichende Pausen aber nicht ersetzen kann.

31.07.2013
Seitenstechen: Ursachen immer noch ein Rätsel
Fast jeder Sportler kennt das lästige Ziehen. Woher die Schmerzen genau kommen ist bis heute nicht endgültig geklärt, es gibt unterschiedliche Ansätze
Jupiter Images GmbH/Polka Dot Images
Sonnenstrahlen kitzeln auf der Haut, und der Himmel blitzt stahlblau: Das weckt bei vielen Freizeitsportlern den Trainingseifer. Doch oft erhält der Schwung schnell einen Dämpfer – nämlich dann, wenn Seitenstiche dem Läufer die Luft abschnüren.

So weitverbreitet diese Beschwerden sind, so wenig kennen Ärzte ihre Ursachen. Sicher ist nur, dass die Muskeln beim Sport verstärkt Sauerstoff verbrauchen. Gerade bei Untrainierten kann es so zu einer Unterversorgung kommen. Der Mangel führt zu einer Art Energiekrise: Die Muskelfasern, die sich normalerweise gleichmäßig anspannen und wieder lösen, bleiben zusammengezogen. Das führt zu schmerzhaften Verkrampfungen.

Zwerchfell unter Verdacht


Viele Forscher vermuten, dass das Zwerchfell die lästigen Stiche auslöst. Beim Einatmen zieht es sich zusammen, die Lunge dehnt sich dadurch in Richtung Bauchraum aus und kann Luft aufnehmen. Beim Ausatmen erschlafft das Zwerchfell wieder, und die Bauchmuskeln schieben es nach oben. Dadurch werden die Lungen zusammengepresst, und die Luft entweicht aus dem Organ.

Wenn wir uns anstrengen, atmen wir stärker und schneller. Zudem entziehen die beanspruchten Muskeln dem Zwerchfell Sauerstoff. Vor allem in Kombination mit einer falschen Atemtechnik kann es dann leicht verkrampfen.

Weitere Verdächtige sind die Blutspeicherorgane Leber und Milz: Sie setzen unter anderem Blut frei, wenn wir uns anstrengen und die Muskeln einen erhöhten Sauerstoffbedarf haben. Dadurch kann es in den Organen selbst zu einem Sauerstoffmangel kommen, der möglicherweise den Schmerz hervorruft.
Es könnte auch verschiedene Ursachen für unterschiedliche Arten von Seitenstechen geben. Auch der Magen-Darm-Trakt steht unter Verdacht: Wer vor dem Sport etwas isst, bekommt eher Seitenstechen. Das könnte daran liegen, dass zu wenig Blut für die Verdauung vorhanden ist. Hinzu kommt, dass die Verdauungsorgane nach dem Essen schwerer sind und das Zwerchfell nach unten ziehen.

Banane statt Eintopf


Wer sich an bestimmte Regeln hält, beugt solchen Problemen vor. So sollten Sportler vor dem Training höchstens eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Eine Banane bringt Energie, den Linseneintopf sollte man besser hinterher essen. Auch bei Untrainierten kommt es schneller zu Seitenstechen. Daher sollten sie langsam beginnen und die Intensität allmählich steigern. Die Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass man sich überanstrengt.

Seitenstechen vermeiden:
  • Nehmen Sie vor dem Training keine frucht- oder kohlensäurehaltigen Getränke zu sich.
  • Unmittelbar vor dem Sport gründlich aufwärmen.
  • Stärken Sie auch die Rumpfmuskulatur: Menschen mit schwachen Bauchmuskeln haben öfter Seitenstechen.
  • Atmen Sie beim Sport möglichst tief und gleichmäßig.
  • Achten Sie auf Ihre Körperhaltung. Wer gebeugt oder mit verkrampftem Oberkörper läuft, bekommt Studien zufolge häufiger Seitenstechen.

30.07.2013
Rauchstopp: Dicker, aber trotzdem gesünder
Wer nach dem Rauchstopp ein bisschen zulegt, senkt trotzdem das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Am besten stehen die Chancen für Menschen, die nie geraucht haben
Thinkstock/Hemera
Wer mit dem Rauchen aufhört, nimmt im Schnitt drei Kilo zu. Die Befürchtung, dadurch steige das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, ist aber unbegründet. Das legt eine in dem Fachblatt JAMA veröffentlichte Studie mit rund 3200 Teilnehmern nahe.
In einem Zeitraum von 25 Jahren traten bei ihnen 631 Mal Probleme mit dem Herzen oder dem Kreislauf auf. Von 100 rauchenden Probanden erlitten 5,9 einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder Ähnliches. Bei den Ex-Rauchern waren es 3,2 und bei den Teilnehmern, die nie geraucht hatten, 2,4.

29.07.2013
Gesundheit: Starker Händedruck gutes Zeichen
Ein kräftiger Händedruck ist eine freundliche Begrüßung und kann auch ein Anzeichen für einen guten Gesundheitsstand sein
Thinkstock/Fuse
Ein kräftiger Händedruck wirkt nicht nur sympathisch, er ist auch ein Zeichen für Gesundheit. Das deuten Forscher im British Medical Journal an. Sie verfolgten 24 Jahre lang die Entwicklung einer Million männlicher schwedischer Jugendlicher. Unter anderem testeten sie die Muskelstärke per Händedruck. Je schwächer er war, umso früher starben die Teilnehmer durch Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Suizid.

28.07.2013
Partnerschaft: Intakte Familie gibt Halt
Menschen, die in einem guten Familienklima aufwachsen, erleben als Erwachsene häufiger eine intakte und stabile Beziehung
W&B/Bernhard Huber/RYF
Wer als Teenager in einem guten Familienklima aufwächst, erlebt oft als Erwachsener eine erfüllte Beziehung. Das zeigt eine Untersuchung der Universität von Texas in Dallas (USA), bei der Wissenschaftler Daten von 288 Personen auswerteten.
Zum einen ermittelten sie die zwischenmenschliche Atmosphäre in den Familien zu der Zeit, als die Teilnehmer Jugendliche waren. Zum anderen untersuchten sie knapp 20 Jahre später, wie zufrieden diese als Erwachsene in ihren Beziehungen waren.
Dabei zeigte sich, dass jene Teilnehmer, die als Kinder in einem besonders guten Familienklima aufgewachsen waren, sich in ihrer Partnerschaft häufiger als der Durchschnitt zugewandt und unterstützend verhielten.

27.07.2013
Partnerschaft: Intakte Familie gibt Halt
Menschen, die in einem guten Familienklima aufwachsen, erleben als Erwachsene häufiger eine intakte und stabile Beziehung
W&B/Bernhard Huber/RYF
Wer als Teenager in einem guten Familienklima aufwächst, erlebt oft als Erwachsener eine erfüllte Beziehung. Das zeigt eine Untersuchung der Universität von Texas in Dallas (USA), bei der Wissenschaftler Daten von 288 Personen auswerteten.
Zum einen ermittelten sie die zwischenmenschliche Atmosphäre in den Familien zu der Zeit, als die Teilnehmer Jugendliche waren. Zum anderen untersuchten sie knapp 20 Jahre später, wie zufrieden diese als Erwachsene in ihren Beziehungen waren.
Dabei zeigte sich, dass jene Teilnehmer, die als Kinder in einem besonders guten Familienklima aufgewachsen waren, sich in ihrer Partnerschaft häufiger als der Durchschnitt zugewandt und unterstützend verhielten.

26.07.2013
Naturkosmetik: Nachtkerzenöl in Cremes
In kosmetischen Cremes wirkt der Zusatz von Nachtkerzenöl beruhigend auf gereizte Haut und glättet rissige Stellen
Thinkstock/Hemera
Früher galt die Wurzel der Nachtkerze (Oenothera biennis) als kräftigendes Gemüse. Deshalb ziert die Pflanze noch heute viele Bauerngärten. In der Naturheilkunde wird das Öl der Samen genutzt. Die darin enthaltenen essenziellen Fettsäuren, vor allem Gamolensäure, sollen bei atopischem Ekzem helfen. Allerdings ist die Studienlage dazu uneinheitlich. Als Zusatz in kosmetischen Cremes beruhigt das Öl gereizte Haut, es glättet raue und rissige Stellen.

25.07.2013
Lebensqualität: Qigong unterstützt Brustkrebspatienten
Das konzentrierte Körpertraining Qigong hebt die Laune und kann auch bei Frauen mit Brustkrebs die Lebensqualität erhöhen
Thinkstock/iStockphoto
Frauen, die nach einer Brustkrebsoperation bereits während der Zeit der Bestrahlung intensiv Qigong trainieren, verbessern ihre Lebensqualität. Vor allem depressive Verstimmung und chronische Erschöpfung (Fatigue) gehen zurück. Das zeigten Untersuchungen von Forscherteams aus den USA (Universität Texas), China (Universität Schanghai) und Deutschland (Technische Universität Dresden).
Von den chinesischen Übungen profitierten jene Frauen am meisten, die vorher deutliche depressive Symptome hatten. Bei ihnen hob sich binnen vier Monaten kontinuierlich die Stimmung, und die Erschöpfung wurde abgeschwächt. In der Kontrollgruppe, in der die Patientinnen noch auf das Qigong-Angebot warteten, stellten die Wissenschaftler nur minimale Verbesserungen fest.

24.07.2013
Sportverletzungen: Schneller wieder fit werden
Leichte Blessuren selbst versorgen – je früher desto besser
W&B/Bernhard Huber/RYF
Kurz nicht aufgepasst, und schon ist man mit dem Fahrrad gestürzt. Beim Kicken mit den Kindern grätscht der Vater übermütig nach dem Ball und zerrt sich einen Muskel. Kleine Sportunfälle passieren schnell. Dann ist es wichtig, die Verletzung rasch und gut zu versorgen.
Generell gilt: Je früher die Behandlung beginnt, umso geringer sind die Folgebeschwerden wie Schwellungen, Blutergüsse oder – je nach Art und Schwere der Sportverletzung – auch funktionelle Beeinträchtigungen. Bei tiefen Wunden, heftigen Blutungen, starken Schmerzen, Knochenbrüchen oder Kopfverletzungen sollten Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen.
Doch nicht nur bei akuten Verletzungen ist es wichtig, richtig zu reagieren. Auch bei vermeintlich leichteren, aber immer wiederkehrenden Beschwerden lohnt es sich, nach der Ursache zu suchen und sie wenn möglich zu behandeln. Sonst besteht die Gefahr, dass es zu chronischen Spätschäden kommt.

Muskelzerrung

Sprints, Sprünge, schnelles Abstoppen oder plötzliche Richtungswechsel können zu einer Muskelverletzung führen. Beim Fußball sind oft die Adduktoren betroffen, was häufig als Leistenzerrung bezeichnet wird. Dann gilt wie bei den meisten Sportverletzungen die PECH-Regel: Pausieren. Eis. Compression. Hochlegen. Eine kühlende Schmerzsalbe unter dem Kompressionsverband kann die Beschwerden lindern. Bei größeren Muskelverletzungen wie zum Beispiel Abrissen sollte stets ein Arzt aufgesucht werden.

Schürf- oder Platzwunde

Aufgeschlagene Knie und Ellbogen sind bei einem Sturz vom Rad keine Seltenheit. Verschmutzte Wunden sollten mit Wasser und am besten auch mit einem Schleimhaut-Desinfektionsmittel gereinigt werden. Stecken Splitter oder Steinchen in der Haut fest, sollte ein Arzt sie entfernen. Je nach Größe der Verletzung ein Gelpflaster aufkleben oder einen Verband anlegen, der die Wunde feucht hält, etwa einen Schaum- oder Hydrokolloidverband. Das Wundsekret bleibt an der Wunde, hält sie sauber, und die Haut wächst schön nach. Außerdem müssen solche Pflaster viel seltener gewechselt werden. Leichte Schürfwunden heilen am besten ohne Pflaster an der Luft ab. Ab circa einem halben Zentimeter Tiefe sollte eine Wunde genäht werden. Für kleinere, klaffende Risse oder Schnitte reichen Klammerpflaster aus. Bei offenen Wunden ist es wichtig, dass ein Tetanusschutz besteht. Andernfalls sollte die Impfung aufgefrischt werden.

Prellung

Knallt ein Ball auf den Körper, trifft diesen ein Schlag oder Tritt, können Schwellungen und Blutergüsse die Folgen sein. Bei einer starken Prellung sofort pausieren, die Stelle kühlen und einen Druckverband anlegen. Eine Schmerzsalbe mit abschwellender Wirkung unterstützt die Heilung. Deckt man die Salbe mit einem Folienverband ab, wird der Wirkstoff besser aufgenommen.

Verstauchung

Umgeknickt, den Fuß vertreten: Bei einer Distorsion werden Gelenkkapsel, Bänder oder Muskeln zu stark gedehnt. Zur Erstversorgung die PECH-Regel anwenden (siehe oben). Ein Bruch sollte von einem Arzt ausgeschlossen werden. Bandverletzungen werden nur noch selten operiert, sondern mit einer Schiene therapiert. Verstaucht man sich bei einem Ausflug in die Berge das Sprunggelenk, wird es mit einer elastischen Binde stabilisiert. Den Wanderschuh enger binden. Das ist unangenehm, gibt aber Halt für den Abstieg. Ein längerer Ast als Wanderstockersatz kann zusätzlich hilfreich sein.

Auf der Tour verletzt

Bei einer Wanderung oder Fahrradtour sollte man für kleinere Verletzungen gerüstet sein. Ein Blasenpflaster ist dabei doppelt sinnvoll. Es hilft nicht nur bei Blasen, es deckt auch Schürfwunden ab und versorgt selbst tiefere Wunden – zumindest so lange, bis man einen Arzt erreicht. Auf einer Bergtour will man nicht zu viel mitschleppen, aber trotzdem das Nötigste dabeihaben. Eine Kompresse, eine elastische Binde und ein Tapeverband sind das Minimum. Das Tape kann wie ein normales Klebepflaster einen Verband fixieren. Es kann aber auch dazu dienen, Gelenke zu stabilisieren, etwa bei einer Verstauchung. Allerdings muss man wissen, wie das geht. Beratung dazu bekommen Sie in der Apotheke.

23.07.2013
Arbeitsplatz: Stille Stunde im Büro
Telefon, Krach, Kollegen – wer sich nur eine Stunde am Tag im Büro nicht stören lässt, arbeitet besser und ist zufriedener
Thinkstock/PhotoDisc
Wer sich nicht durch E-Mails, Telefonate oder Kollegen stören lässt, arbeitet effektiver und ist zufriedener. Schon eine Stunde konzentriertes Arbeiten pro Tag macht einen deutlichen Unterschied.
Das ergab eine Studie der Universität des Saarlands, bei der 27 Manager zwei Wochen Tagebuch führten. So ein Vorhaben umzusetzen ist nicht einfach: Es erfordert viel Selbstdiziplin und idealerweise die Unterstützung des Vorgesetzten.

22.07.2013
Demenz: Sinn für Ästhetik bleibt erhalten
Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, behalten offenbar größtenteils ihren Geschmack, was Ästhetik betrifft
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Der Sinn für Ästhetik besteht auch bei einer fortgeschrittenen Alzheimer-Erkrankung weiter. Das fanden Wissenschaftler der Universität Wien heraus. Sie baten 18 Patienten mit Demenz, Landschaftsbilder danach zu sortieren, wie gut sie ihnen gefallen.
Zwei Wochen später konnten die Kranken sich großenteils nicht mehr an die Bilder erinnern. Die Reihenfolge ihrer Geschmacksurteile blieb aber fast gleich. Interessanterweise fiel das Ergebnis bei Porträtfotografien anders aus. Dort schien es keine Konstanz des ästhetischen Empfindens zu geben.

21.07.2013
Schlaganfall: Ballaststoffe senken das Risiko
Der Verzehr ballaststoffhaltiger Lebensmittel, wie Vollkornprodukte und Obst, kann das Risiko senken, einen Schlaganfall zu erleiden
Thinkstock/Wavebreak Media
Eine Übersichtsarbeit der Universität Leeds (England) belegt erneut eindeutig: Wer sich ballaststoffreich ernährt, hat ein niedrigeres Risiko für einen Schlaganfall. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und Nüsse enthalten viele Ballaststoffe.
Bereits zusätzliche sieben Gramm täglich – das entspricht einer Portion Vollkornpasta plus zwei Portionen Gemüse oder Früchte – reduzieren das Schlaganfall-Risiko um sieben Prozent. In Deutschland erleiden jährlich etwa 250.000 Menschen einen Schlaganfall.

20.07.2013
Schlaganfall: Ballaststoffe senken das Risiko
Der Verzehr ballaststoffhaltiger Lebensmittel, wie Vollkornprodukte und Obst, kann das Risiko senken, einen Schlaganfall zu erleiden
Thinkstock/Wavebreak Media
Eine Übersichtsarbeit der Universität Leeds (England) belegt erneut eindeutig: Wer sich ballaststoffreich ernährt, hat ein niedrigeres Risiko für einen Schlaganfall. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und Nüsse enthalten viele Ballaststoffe.
Bereits zusätzliche sieben Gramm täglich – das entspricht einer Portion Vollkornpasta plus zwei Portionen Gemüse oder Früchte – reduzieren das Schlaganfall-Risiko um sieben Prozent. In Deutschland erleiden jährlich etwa 250.000 Menschen einen Schlaganfall.

19.07.2013
Kinder: Nachahmen, um dazuzugehören
Kinder kopieren das Verhalten von ihren Eltern, weil sie auch dabei sein wollen
Thinkstock/Stockbyte
Ob Mamas Make-up oder Papas Sprüche: Kleinkinder machen häufig nach, was ihre Umwelt ihnen vorlebt – allerdings in erster Linie nicht, um zu lernen, sondern um dazuzugehören, wie Psychologen der Universität von Nottingham (England) demonstrierten.
Sie ließen gesunde und autistische Kinder beobachten, wie ein Erwachsener an ein Spielzeug gelangt. Dieser trieb dabei auch offensichtlich Unfug. Die gesunden Kinder machten den Quatsch öfter nach, die autistischen hingegen gingen zielgerichteter vor. Bei ihnen sind die sozialen Reflexe gemindert.

18.07.2013
Gesundheit: Stress steigert nicht das Krebsrisiko
Eine dauerhafte Stressbelastung ist zwar nicht gesund, soll aber nicht das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken
Thinkstock/Comstock Images
Beruflicher Stress ist zwar ungesund für Herz und Psyche, das Risiko für Krebs scheint er aber nicht zu erhöhen. Das zeigt eine im British Medical Journal veröffentlichte Analyse von zwölf Studien aus sechs europäischen Ländern.
116.000 gesunde Probanden wurden im Durchschnitt zwölf Jahre lang beobachtet und dazu befragt, wie sehr sie unter Arbeitsbelastung und Zeitdruck litten. Fünf Prozent der Teilnehmer erkrankten in dieser Zeit an Krebs. Einen Zusammenhang mit der Stressbelastung stellten die Wissenschaftler nicht fest.

17.07.2013
Schmerzbehandlung: Nicht alle Patienten profitieren von Opioiden
Ärzte verschreiben zunehmend häufiger starke Schmerzmedikamente. Doch nicht immer profitieren die Patienten davon
Thinkstock/Wavebreak Media
Zwischen 2000 und 2010 stieg die Zahl der Menschen deutlich, die in Deutschland Schmerzmittel vom Typ der Opioide erhielten. Die Menge der verordneten Tagesdosen verdoppelte sich gar. Manche Experten begrüßen den Anstieg, andere warnen vor einer Fehlversorgung. Allerdings beruht fast die Hälfte des Anstiegs darauf, dass die Bevölkerung älter wird. Senioren leiden öfter unter Schmerzen.

Opioide können starke Schmerzen lindern und führen unter ärztlicher Kontrolle in der Regel nicht zu einer Abhängigkeit. Vor allem bei Tumorschmerzen sind sie die Mittel der Wahl. Deutschland galt lange Zeit als unterversorgt. Insofern sehen viele Ärzte den aktuellen Trend zu mehr Opioid-Verschreibungen positiv. Die Gefahr eines massiven Schmerzmittelmissbrauchs, wie er aus den USA bekannt ist, würde in Deutschland derzeit nicht bestehen.

Doch der Anstieg der Verordnungszahlen hat auch Schattenseiten. Es gibt Ärzte, die vermuten, dass Opioide auch an Patienten ausgegeben werden, denen die Mittel nichts nützen. Ein Ärzteteam am Schmerzzentrum der Universität Dresden hat die Verordnungen zwischen 2000 und 2010 analysiert. Die Ergebnisse widersprechen der Vorstellung, dass Opioide vor allem Tumorpatienten zugutekommen.

So litten rund acht von zehn Patienten nicht an Krebs. Bei Menschen mit chronischen Muskel- oder Gelenkschmerzen helfen die Mittel jedoch nicht auf Dauer und sind womöglich gefährlich. Denn Opioide machen müde und vergrößern vor allem bei älteren Patienten das Risiko für Stürze. Die Schläfrigkeit führt zudem zu Inaktivität. Dabei lindert gerade mehr Bewegung langfristig den Schmerz.

Umgekehrt gehen viele Patienten leer aus, die auf die Mittel angewiesen wären. Die Daten des Schmerzzentrums der Universität Dresden zeigen, dass nur bei der Hälfte der Krebspatienten zum Ende ihres Lebens von einer ausreichenden Opioid-Gabe auszugehen ist. Das lässt darauf schließen, dass auch heute Tumorpatienten noch nicht angemessen mit Schmerzmitteln versorgt sind.

Bedenklich stimmt Experten der rasante Anstieg der Verschreibungszahlen von Schmerzpflastern mit dem Opioid Fentanyl. Ein Kritikpunkt: Manche Ärzte tasten sich nicht leitliniengemäß von unten nach oben an die angemessene Konzentration heran, sondern verschreiben gleich ein hoch dosiertes Pflaster.

Das kann, gerade bei Menschen ohne Opioid-Erfahrung, zu einer gefährlichen Abflachung des Atems führen. Hinzu kommt, dass die Leitlinien Fentanyl nur als Mittel zweiter Wahl empfehlen. Trotzdem führt es die Liste der Verschreibungen an.

Zum Siegeszug des relativ teuren Fentanyls trägt die Unsicherheit der Ärzte im Umgang mit Opioiden bei. Der Grund mag darin liegen, dass viele niedergelassene Ärzte noch nicht ausreichend in Schmerzbehandlung geschult sind. Es wäre wünschenswert, dass sie die Therapie mit speziell ausgebildeten Schmerztherapeuten absprechen.

Das könnte allerdings schwierig werden, denn in Deutschland praktizieren nur 1500 Spezialisten. Laut Experten fehlen 2500 Einrichtungen zur Schmerzversorgung. Vor diesem Hintergrund sollten sich Patienten oder Angehörige nicht scheuen, die Therapie gerade bei nicht tumorbedingten Schmerzen wachsam zu verfolgen und den Arzt kritisch über Vor- und Nachteile der Opioid-Therapie zu befragen.

16.07.2013
Tomaten: Bio ist doch gesünder
Biotomaten sind zwar oft kleiner als Tomaten aus herkömmlicher Landwirtschaft, enthalten aber prozentual gesehen mehr Vitamin C
Thinkstock/iStock
Tomaten aus Bio-Anbau enthalten mehr Vitamin C und Zucker als Früchte aus herkömmlicher Landwirtschaft. Das zeigt eine Studie der Universität von Ceará (Brasilien). Zwar waren die Biotomaten um 40 Prozent kleiner, doch sie enthielten 57 Prozent mehr Vitamin C.
Beim biologischen Anbau gedeihen die Pflanzen ohne Kunstdünger und Pestizide. Auf diese im Vergleich zum konventionellen Anbau härteren Bedingungen reagieren sie, indem sie mehr Vitamin C einlagern, so die Forscher.

15.07.2013
Psychologie: Sonne macht hilfsbereit
Bei gutem Wetter helfen viele Menschen anderen lieber, als bei Regen. Möglicherweise liegt das an der besseren Laune
Thinkstock/iStock
Wenn die Sonne scheint, verhalten wir uns Mitmenschen gegenüber hilfsbereiter als bei trübem Wetter. Das wiesen Psychologen der Universität der Südbretagne (Frankreich) nach. Sie ließen bei Spaziergängen wie zufällig einen Handschuh fallen und beobachteten die Reaktion von 464 Passanten – mal bei sonnigem Wetter, mal bei bewölktem Himmel.
Während bei Sonnenschein sieben von zehn Passanten den Handschuh aufhoben, waren es bei verhängtem Himmel nur fünf. Vermutlich mache die Sonne uns besser gelaunt und hilfsbereiter, schlussfolgern die Forscher.

14.07.2013
Trend: Mobil mit dem Fahrrad
Immer mehr Deutsche nutzen das Rad als Fortbewegungsmittel, berichten Forscher
Jupiter Images GmbH/French Photographers only
Die Deutschen sind heute seltener mit dem eigenen Auto und öfter mit dem Rad unterwegs als noch vor einigen Jahren. Das berichten Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie, die das „Deutsche Mobilitätspanel“ auswerteten. Demnach nutzen die Bundesbürger häufiger unterschiedliche Verkehrs­mittel. Im Schnitt besitzen mehr Senioren ein Auto als junge Menschen. Zunehmend beliebt wird das Fahrrad: Ein Drittel der Deutschen nutzt es wöchentlich. Mehr Menschen steigen auf das Rad, und wer es schon früher benutzte, radelt heute mehr.

13.07.2013
Trend: Mobil mit dem Fahrrad
Immer mehr Deutsche nutzen das Rad als Fortbewegungsmittel, berichten Forscher
Jupiter Images GmbH/French Photographers only
Die Deutschen sind heute seltener mit dem eigenen Auto und öfter mit dem Rad unterwegs als noch vor einigen Jahren. Das berichten Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie, die das „Deutsche Mobilitätspanel“ auswerteten. Demnach nutzen die Bundesbürger häufiger unterschiedliche Verkehrs­mittel. Im Schnitt besitzen mehr Senioren ein Auto als junge Menschen. Zunehmend beliebt wird das Fahrrad: Ein Drittel der Deutschen nutzt es wöchentlich. Mehr Menschen steigen auf das Rad, und wer es schon früher benutzte, radelt heute mehr.

12.07.2013
Gehirn: Zweisprachigkeit macht Kinder fit
Wer mehrsprachig aufwächst, hat ein besseres Arbeitsgedächtnis, zeigt eine Studie
Thinkstock/Digital Vision
Kinder, die mit zwei Sprachen aufwachsen, entwickeln ein besseres Arbeitsgedächtnis als jene, in deren Familie nur eine gesprochen wird. Das fanden Forscher der Universitäten von Granada (Spanien) und Toronto (Kanada) bei einer Studie mit Fünf- bis Siebenjährigen heraus. Das Arbeitsgedächtnis speichert und verarbeitet Informationen kurzfristig. Es ist zum Beispiel beim Kopfrechnen aktiv.

11.07.2013
Übergewicht: Wenig Schlaf, viele Kalorien
Nach wenig erholsamen Nächten neigen Menschen dazu, mehr zu essen
Thinkstock/iStockphoto
Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Schlafmangel Übergewicht begünstigt. Bei einer aktuellen Studie der Universität von Uppsala (Schweden) sollten junge Männer satt oder hungrig die ideale Portionsgröße kalorienreicher Snacks und Gerichte angeben. Nach einer schlaflosen Nacht wählten sie größere Portionen als ausgeschlafen – egal wie satt sie waren.

10.07.2013
Kneippkur: Mehr als nur Wasser
Das auf fünf Säulen ruhende ganzheitliche Naturheilverfahren aktiviert die Selbstheilungskräfte und bringt Körper, Geist und Seele in Einklang
W&B/Bernhard Huber/RYF
Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) verordnete Schreibtischbeamten Holzhacken und Feldarbeit, heute schicken seine Nachfolger gestresste Manager zum Schwimmen, Walken oder Radfahren. Bewegungsmangel und Fehlernährung waren schon vor hundertfünfzig Jahren ein Thema. Aber heute ist Kneipps Lehre aktueller denn je.
Für die damalige Zeit war das ganzheitliche Therapiekonzept des Allgäuer Pfarrers geradezu revolutionär: Mit seinen fünf Säulen – Wasseranwendungen, Bewegung, ausgewogene Ernährung, Heilpflanzen und Ordnungstherapie – will es die körpereigenen Regulationsmechanismen stärken sowie Körper, Geist und Seele in Einklang bringen. Leider werde das komplexe Naturheilverfahren oft auf Wassertreten und kalte Güsse reduziert, sagen Experten.
Für Viele sind nicht die populären Wasseranwendungen die tragende Säule von Kneipps Lehre, es ist die Ordnungstherapie. Sie wird oft mit Entspannungsverfahren wie autogenem Training oder Qigong verwechselt. Ihr eigentliches Ziel besteht jedoch darin, das Leben so zu gestalten, dass es mit der menschlichen Natur in Einklang steht.
Das Leben wieder in Ordnung bringen
Ist das Leben durch berufliche und familiäre Über­lastung, einseitige Ernährung, Bewegungsmangel oder übermäßigen Alkohol- und Tabakkonsum in „Unordnung“ geraten, begünstigt das Krankheiten. Um das Leben der Patienten wieder in Ordnung zu bringen, arbeiten Kneippärzte eng mit Psychologen zusammen. In intensiven Gesprächen klären sie über schädliche Verhaltensmuster auf und helfen, einen gesünderen Lebensstil zu entwickeln. 70 Prozent aller Erkrankungen ließen sich durch regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung vermeiden, sagen Naturheilkundige.
Kneippkuren beugen aber nicht nur vor, sondern verhindern auch, dass sich bestehende Krankheiten verschlimmern. Die besten Erfolge lassen sich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, orthopädischen Problemen und psychovegetativen Beschwerden wie Schlaf- und Verdauungsstörungen erzielen, sagen Experten.
Aktivität und Erholung im Wechsel
Nach einer ausführlichen Eingangs­untersuchung erstellen Kneippärzte einen individuellen Kurplan, der auf die jeweiligen Probleme und Beschwerden abgestimmt ist und auch den Biorhythmus berücksichtigt: Der Patient bekommt einen genauen Zeitplan, der sich nicht am Terminkalender des Masseurs, sondern an der biologischen Uhr orientiert. Aktive Einheiten mit Gymnastik, strammen Spaziergängen und Wasseranwendungen wechseln mit Entspannungsübungen, Massagen, Kräuterbädern und Heuauflagen ab. Denn die Patienten dürfen sich nicht überfordern.
Auf dem Speiseplan steht vollwertige, weitgehend naturbelassene Kost. Bei Übergewicht und Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Gicht oder erhöhten Blutfettwerten erstellen Ernährungsberater einen Diätplan und helfen den Patienten, die Ernährung dauerhaft umzustellen.
Um nachhaltige Effekte zu erzielen, sollte eine Kneippkur mindestens drei Wochen dauern. Wenn die therapeutischen Maßnahmen am Wohnort ausgeschöpft sind oder Abstand zum Alltag notwendig ist, übernehmen die Krankenkassen oft die Kosten.
Viele Menschen gönnen sich hin und wieder selbst eine Auszeit in einem der rund 60 deutschen Kneippkurorte. Der Ort sollte alle Anwendungen sowie ausgebildete Kneippärzte und -therapeuten vorweisen können.

09.07.2013
Beinwell: Pflanzliche Hilfe gegen Schmerzen
Beinwellwurzeln kommen unter anderem bei Sportverletzungen zum Einsatz
Thinkstock/iStockphoto
Die buschig wachsende Staude mit glockenförmigen Blüten ist fast in ganz Europa zu Hause. Sie gedeiht in der Nähe von Bachläufen und auf Feuchtwiesen. Zu Heilzwecken wird die Wurzel des Beinwells (Symphytum officinale) genutzt. Sie enthält Allantoin, Rosmarinsäure und Gerbstoffe. Diese und weitere Substanzen wirken schmerz­lindernd und abschwellend. Beinwell-Extrak­te kommen deshalb vor allem in äußerlich ange­­wendeten Präparaten bei Sportverletzungen und Muskelschmerzen zum Einsatz.

08.07.2013
Nebenhöhlenentzündung: Salz für die Nase
Eine Nasendusche kann Menschen helfen, deren Nase ständig verstopft ist
W&B/Martina Ibelherr/RYF
Ein Kännchen mit Salzwasser galt schon in der fernöstlichen Yoga-Tradition als Heilmittel bei Entzündungen von Nasenschleimhäuten und Nasennebenhöhlen (Rhinosinusitis). Forscher der Universität Köln werteten die bisherigen ­Studien dazu aus und stellten fest, dass Nasenspülungen die Therapie einer chronischen Rhino­sinusitis ­sinnvoll ergänzen können. Nasenduschen und Dosier­briefchen mit Salz für eine ­physiologische Spüllösung ­gibt es in der Apotheke.

07.07.2013
Ernährung: Mittelmeerkost besonders gesund
Eine Studie zeigt: Wer sich mediterran ernährt, kann sein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall effektiver senken als durch eine fettarme Diät
Thinkstock/iStockphoto
Mittelmeerkost mit ihrem besonders hohen Anteil an hochwertigem Olivenöl und Nüssen zeigt gute Erfolge beim Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Das belegt eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie mit 7447 Hochrisikopatienten. Die­jenigen Teilnehmer, die sich traditionell mediterran mit viel Gemüse, Getreide, Obst, Olivenöl und Nüssen ernährten, erlitten in ei­nem Zeitraum von fünf Jahren um 30 Prozent seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall als die Teilnehmer einer Kontrollgruppe, die zu einer fettarmen Diät angehalten worden waren.

06.07.2013
Ernährung: Mittelmeerkost besonders gesund
Eine Studie zeigt: Wer sich mediterran ernährt, kann sein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall effektiver senken als durch eine fettarme Diät
Thinkstock/iStockphoto
Mittelmeerkost mit ihrem besonders hohen Anteil an hochwertigem Olivenöl und Nüssen zeigt gute Erfolge beim Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Das belegt eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie mit 7447 Hochrisikopatienten. Die­jenigen Teilnehmer, die sich traditionell mediterran mit viel Gemüse, Getreide, Obst, Olivenöl und Nüssen ernährten, erlitten in ei­nem Zeitraum von fünf Jahren um 30 Prozent seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall als die Teilnehmer einer Kontrollgruppe, die zu einer fettarmen Diät angehalten worden waren.

05.07.2013
Urlaub: Darf man Schmerzmittel mitnehmen?
Wer bestimmte Medikamente auch auf Reisen bei sich hat, muss Einiges beachten
Thinkstock/Digital Vision
Wer betäubungsmittelhaltige Arzneien einnimmt, darf sie im Urlaub grundsätzlich in einer der Dauer der Reise angemessenen Menge bei sich haben. In Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens ist eine Bescheinigung eines Arztes erforderlich, die von der Landesgesundheitsbehörde beglaubigt wurde. Bei Aufenthalten in anderen Ländern rät die Bundesopiumstelle, rechtzeitig bei den diplomatischen Vertretungen des Reiselands Auskunft über die jeweiligen Richtlinien einzuholen.

04.07.2013
Matratze: Besser schlafen
Wer sich gut bettet, schläft ruhiger und entspannter
Banana Stock/RYF
Die Matratze beeinflusst die Schlafqualität, denn wer gut liegt, hat mehr Tief- und Traumschlaf. Gleichzeitig nehmen die Leichtschlafphasen ab. Die Müdigkeit in der Frühe ist weniger stark ausgeprägt, und die Stimmung der Ausgeschlafenen ist besser. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie an der Berliner Charité, bei der 30 gesunde Teilnehmer ein Standardprodukt im Vergleich zu einer Matratze mit verschiedenen an den Körper angepassten Zonen testeten. Das Fazit: Wer sich gut bettet, schläft auch besser.

03.07.2013
Augen: Brille oder Kontaktlinsen?
Nicht jeder trägt gern eine Brille, und nicht jeder verträgt Linsen. Was am besten zu wem passt
Banana Stock/RYF
Die „Brillenschlange“ war einmal. Mussten sich manche Kinder früher wegen ihrer Sehhilfe noch aufziehen lassen, befinden sie sich heute in bester Gesellschaft. Fast die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) braucht laut einer GfK-Umfrage eine Sehhilfe, 47 Prozent tragen eine Brille. Kontaktlinsen bevorzugen nur etwas mehr als zwei Prozent der Befragten.
Die Linsen sind nicht ganz einfach zu handhaben. Das Einsetzen und Entnehmen will geübt sein, die Pflege ist aufwendig. Experten empfehlen wegen der besseren Sauerstoff-Durchlässigkeit meist formstabile „harte“ Linsen. Vor allem, wenn die Linsen fast ausschließlich getragen werden und die Brille nur im Notfall.
Weiche Linsen bestehen zu etwa 75 Prozent aus Wasser. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit geben sie viel davon an die Umgebung ab, und das Auge fühlt sich trocken an. Wer unter extrem trockenen Augen (Sicca-Syndrom) leidet oder schon Entzündun­gen oder Geschwüre an der Hornhaut hatte, sollte auf Kontaktlinsen besser verzichten.
Die Linsen im Internet zu bestellen, ohne einen Fachmann aufzusuchen, halten Experten für nicht empfehlenswert. Es kann zu Schäden an der Hornhaut wie Quellungen oder Gefäßeinsprie­ßun­gen kommen, die sich kaum beheben lassen. Experten raten: Linsen beim Optiker kaufen, Trage­intervalle genau einhalten und den Sitz der Linse alle sechs Monate kontrollieren lassen.
Etwa einmal im Jahr sollte der Optiker auch die Stärke der Brillengläser prüfen. Zudem passt er Fassung und Gläser perfekt an den Träger und seine Bedürfnisse an. Gut zu wissen, bevor Sie eine neue Brille aussuchen: Gläser aus Kunststoff sind leichter als solche aus Glas und etwa bei randlosen Brillen ein Muss. Je besser die Entspiegelung, desto angenehmer das Sehen.
Marken­gläser haben den Vorteil, dass deren Entspiegelung aus doppelt so vielen Schichten besteht wie bei günstigeren Varianten. Dann ist der Blick durch das Glas klar und kontrastreich und nicht durch störende Reflexionen eingeschränkt.

02.07.2013
Psyche: Volkskrankheit Burn-out?
Obwohl scheinbar viele Menschen einen Burn-out erleiden, sagen Forscher: Depressionen verursachen weitaus mehr Arbeitsausfälle
Thinkstock/Hemera
Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt. Der Deutsche Gesundheitssurvey (DEGS) des Robert Koch-Instituts zeigt, dass sich bei den einzelnen Diagnosen anteilig nur wenig verschoben hat. Die vermeintliche Volkskrankheit Burn-out ist nicht das Massenphänomen, als das sie in den Medien oft dargestellt wird. Depressionen verursachen mit 85 Fehltagen jährlich pro 100 Versicherten mehr als achtmal so viele Ausfälle wie Burn-out.

01.07.2013
Fitness: Schutz vor Demenz?
Körperlich aktive Menschen erkranken möglicherweise seltener an Alzheimer
W&B/Bernhard Huber/RYF
Wer in mittlerem Alter körperlich aktiv ist, senkt so möglicherweise sein Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken. Für eine in dem Fachmagazin Annals of Internal Medicine veröffentlichte Studie analysierten Forscher Daten von 19.500 zunächst gesunden Menschen unter 65 Jahren. Zwischen 1971 und 2009 hatten diese sich einem einmaligen Fitnesstest auf einem Laufband unterzogen. Die Wis­­sen­schaft­ler beobachteten sie im Schnitt 25 Jahre lang weiter. Fast 1700 Probanden waren an Demenz erkrankt. Bei den Fittesten war das Risiko um 36 Prozent geringer als bei denjenigen Teilnehmern, die einst nur kurz auf dem Laufband durchgehalten hatten.

30.06.2013
Fußreflexzonenmassage: Erleichtert Brustkrebspatientinnen den Alltag
Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, kann eine Fußreflexzonenmassage, zusätzlich zur Standardtherapie, sowohl körperliche, als auch psychische Vorteile verschaffen
Thinkstock/iStock
Patientinnen mit Brustkrebs in fortgeschrittenem Stadium, die neben der Standardtherapie über mehrere Wochen eine Fußreflexzonenmassage erhielten, bewältigten ihren Alltag besser als Frauen einer Kontrollgruppe. Das zeigte eine Studie der Michigan-State-Universität (USA).
Die an den Füßen behandelten 385 Frauen konnten leichter Treppen steigen sowie einkaufen gehen und waren deutlich seltener kurzatmig als Patientinnen, deren Füße nur scheinbar nach dieser Methode behandelt wurden oder die lediglich die Standardmedikamente erhielten. Die Forscher überraschte, dass sich die Effekte vor allem auf körperlicher und nicht – wie vermutet – auf psychischer Ebene zeigten.

29.06.2013
Fußreflexzonenmassage: Erleichtert Brustkrebspatientinnen den Alltag
Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, kann eine Fußreflexzonenmassage, zusätzlich zur Standardtherapie, sowohl körperliche, als auch psychische Vorteile verschaffen
Thinkstock/iStock
Patientinnen mit Brustkrebs in fortgeschrittenem Stadium, die neben der Standardtherapie über mehrere Wochen eine Fußreflexzonenmassage erhielten, bewältigten ihren Alltag besser als Frauen einer Kontrollgruppe. Das zeigte eine Studie der Michigan-State-Universität (USA).
Die an den Füßen behandelten 385 Frauen konnten leichter Treppen steigen sowie einkaufen gehen und waren deutlich seltener kurzatmig als Patientinnen, deren Füße nur scheinbar nach dieser Methode behandelt wurden oder die lediglich die Standardmedikamente erhielten. Die Forscher überraschte, dass sich die Effekte vor allem auf körperlicher und nicht – wie vermutet – auf psychischer Ebene zeigten.

28.06.2013
Selbstwertgefühl: Dem Körper Beachtung schenken
Ein guter Kontakt zum eigenen Körper und seinen Funktionen kann verhindern, dass man sich überkritisch mit seinem Äußeren beschäftigt
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Frauen werden stärker als Männer nach ihrem Äußeren beurteilt. Daher neigen sie dazu, sich kritisch zu betrachten – gleichsam mit den Augen eines Dritten. Forscher der Royal-Holloway-Universität in London befragten nun 43 Studentinnen zu deren Selbstbild. Anschließend sollten die Frauen den eigenen Herzschlag wahrnehmen und zählen.
Dies gelang vor allem jenen gut, die zufrieden mit ihrem Aussehen waren. Ein guter Kontakt zum eigenen Körper und seinen Funktionen könne verhindern, dass man sich überkritisch mit seinem Äußeren beschäftige, folgerten die Forscher.

27.06.2013
Alzheimer: Methylenblau gegen Demenz
Der Farbstoff Methylenblau kann möglicherweise gegen die Krankheit Alzheimer helfen
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Der seit mehr als 100 Jahren gebräuchliche Farbstoff Methylenblau wirkt möglicherweise gegen die Alzheimer-Krankheit: Untersuchungen zeigten, dass die Substanz die Bildung des sogenannten Tau-Proteins unterdrückt. Dieses verursacht das Absterben von Nervenzellen. Wie sich Tau hemmen lässt, hat ein Forscherteam aus Bonn und Göttingen entdeckt. Demnach verhindert Methylenblau die Bildung von stabilen Brücken zwischen Tau-Protein-Molekülen.

26.06.2013
Alkoholfreies Bier: Getränk mit Zukunft
Dank neuer Braumethoden schmeckt alkoholfreies Bier heute besser. Sportler können sogar davon profitieren
Thinkstock/iStockphoto
Der Bierdurst der Deutschen lässt nach. Laut Auskunft des Statistischen Bundesamts sank der Bierabsatz 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung.

Lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in den 1980ern bei 146 Litern jährlich, waren es 2011 nur noch 107 Liter. Im gleichen Zeitraum nahm der Absatz der alkoholfreien Variante um 15 Prozent zu. Der Grund: Die Leute werden gesundheitsbewusster, deshalb liegen alkohol- und kalorienarme Biere im Trend.

Wie Sportmediziner der Technischen Universität München in einer Studie mit 277 Marathonläufern zeigen konnten, besitzt alkoholfreies Weißbier zudem einen Gesundheitswert. Drei Wochen vor einem Lauf und zwei danach tranken alle Studienteilnehmer täglich einen bis anderthalb Liter davon: Eine Gruppe erhielt ein „normales“, polyphenolhaltiges Getränk, die Kontrollgruppe eine polyphenolfreie Variante. Den Polyphenolen – Pflanzenstoffen, die auch in Obst, Gemüse und Weinvorkommen – werden vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben.

Nach großen körperlichen Belastungen wie einem Marathon ist die Infektanfälligkeit vorübergehend erhöht. Die Sportmediziner konnten zeigen, dass polyphenolhaltiges Weißbier antientzündlich wirkt und ein durch körperlichen Stress geschwächtes Immunsystem stärken kann. Die Läufer der „Polyphenolgruppe“ erlitten in den zwei Wochen nach dem Marathon seltener Atemwegsinfekte als die der Kontrollgruppe. Traten bei ihnen Infekte auf, verliefen sie zudem schwächer.

Normales Weißbier enthält zwar noch mehr Polyphenole als alkoholfreies, doch die Nebenwirkungen des Alkohols würden den Nutzen der Polyphenole überwiegen, sagen Experten. Zusätzliches Plus: Bier enthält Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren. Viele alkoholfreie Sorten eignen sich deshalb als isotonisches Sportlergetränk. Doch auch wenn es nicht so kalorienreich ist wie normales Bier, sollten vor allem Menschen, die sich nicht so viel bewegen, auch hier Maß halten.

Kurze Gärung, wenig Geschmack

Dass viele Bierfreunde sich nicht mit dem Alkoholfreien anfreunden können, liegt vor allem an seinem vergleichsweise faden Geschmack und dem etwas eigenartigen Geruch. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass bei der gängigsten Braumethode für Alkoholfreies die Gärung früher gestoppt wird. Dadurch behält das Bier oft den würzehaltigen Charakter. Bei geringerem Alkoholgehalt entstehen zudem weniger Aromastoffe.

Dank neuer Herstellungsverfahren kommen die alkoholfreien Biere dem Original jedoch deutlich näher. Bewährt hat sich eine spezielle Kombination aus Hefepilzen und Milchsäurebakterien, die nur bestimmte Zucker im Malz verwerten können und deshalb mehr Aromastoffe bilden. Bereits nach drei bis vier Tagen haben sie die Gärung beendet und dabei die biertypischen Aromen hervorgebracht.

Was viele nicht wissen: Auch alkoholfreies Bier darf bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten – das sind bis zu vier Gramm Alkohol pro Liter. Freiburger Rechtsmediziner gingen daher der Frage nach, ob der Konsum alkoholfreien Biers für Fahranfänger rechtliche Konsequenzen haben könnte – für sie gilt bekanntlich die 0,0-Promille-Grenze.

78 Testpersonen tranken innerhalb einer Stunde anderthalb Liter alkoholfreies Bier. Anschließend wurden in regelmäßigen Abständen Blutproben entnommen. Das Fazit: Nach dem Konsum von alkoholfreiem Bier sind auch für Fahranfänger keine negativen führerscheinrechtlichen Konsequenzen zu erwarten. Die höchste gemessene Blutalkoholkonzentration betrug mit 0,0056 Promille weniger als ein Dreißigstel des gesetzlichen Grenzwerts von 0,2 Promille. Schon 30 Minuten nach dem letzten Schluck konnte in keinem Fall mehr Alkohol nachgewiesen werden.

Nicht für ehemalige Alkoholiker

Auch für Schwangere und Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, ist alkoholfreies Bier als Durstlöscher erlaubt. Ehemaligen Alkoholikern würden Experten das Getränk allerdings nicht empfehlen: Aussehen und Geschmack erinnern zu stark an echtes Bier. Das könnte einen Rückfall provozieren. Auch Kinder sollten aus psychologischen Gründen trotz des niedrigen Alkoholgehalts kein alkoholfreies Bier trinken. Sie gewöhnen sich sonst zu früh an den Geschmack, und das erleichtert den Umstieg auf „echtes“ Bier.

25.06.2013
Zuckerstoffwechsel: Zu hoher Blutzucker fördert Krebs
Menschen mit regelmäßig zu hohen Blutzuckerwerten steigern ihr Risiko, an Krebs zu erkranken
Thinkstock/iStock
Ein gestörter Zuckerstoffwechsel kann Krebs begünstigen, wie epidemiologische Untersuchungen bereits gezeigt haben. Eine mögliche Erklärung für diese Beziehung gaben nun Forscher der Universität von Madrid (Spanien). Sie stellten fest, dass ein Eiweiß namens Beta-Catenin durch hohe Blutzuckerwerte aktiviert wird und die Bildung von Insulin anregt. Zugleich fördert es aber auch das Zellwachstum.

24.06.2013
Schwangerschaft: Kaffee senkt Babys Geburtsgewicht
Trinkt eine Schwangere ein bis zwei Tassen Bohnenkaffe am Tag, riskiert sie, dass ihr Nachwuchs mit einem niedrigen Gewicht zur Welt kommt
Thinkstock/iStock
Kaffeekonsum in der Schwangerschaft senkt das Geburtsgewicht des Babys. Das legt eine Studie der Universität Göteborg (Schweden) und des norwegischen Gesundheitsinstituts nahe, an der knapp 60.000 Frauen mit komplikationsloser Schwangerschaft teilnahmen.
Schon bei 200 bis 300 Milligramm Koffein pro Tag stieg das Risiko, zum errechneten Zeitpunkt ein Baby mit unterdurchschnittlichem Gewicht zur Welt zu bringen. Das kann den Nachwuchs anfälliger für Krankheiten machen. 200 Milligramm Koffein entsprechen ein bis zwei Tassen Bohnenkaffee.

23.06.2013
Alkohol: Gesellschaft im Rausch
Maß halten: Beim Thema Alkohol verhalten sich Erwachsene nicht unbedingt vorbildlich
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Teenies trinken bis zum Umfallen – Erwachsene auch! Darauf macht die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen aufmerksam: Mehr als 90.000 Erwachsene wurden 2011 mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, vor allem Menschen zwischen 40 und 55 Jahren. Die bundesweite, kostenpflichtige Sucht & Drogen-Hotline ist rund um die Uhr zu erreichen unter der Telefonnummer 01805 31 30 31.

22.06.2013
Alkohol: Gesellschaft im Rausch
Maß halten: Beim Thema Alkohol verhalten sich Erwachsene nicht unbedingt vorbildlich
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Teenies trinken bis zum Umfallen – Erwachsene auch! Darauf macht die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen aufmerksam: Mehr als 90.000 Erwachsene wurden 2011 mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, vor allem Menschen zwischen 40 und 55 Jahren. Die bundesweite, kostenpflichtige Sucht & Drogen-Hotline ist rund um die Uhr zu erreichen unter der Telefonnummer 01805 31 30 31.

21.06.2013
Gehirn: Tanzen hält den Geist fit
Die beschwingte Bewegung beim Tanzen fordert den Körper und das Gehirn
Digital Vision/ RYF
Sich zu Musik bewegen, auf den Partner einstellen, Schrittfolgen lernen, Bewegungen vorausplanen: Weil Tanzen körperliche Aktivität mit sozialer, emotionaler und musikalischer Interaktion verbindet, fordert es die Tänzer auch geistig stark heraus. Nicht nur Bewegungen und Körperhaltung verbessern sich, sondern auch Aufmerksamkeit, Reaktionszeit, Denk- und Lernfähigkeit.
Das stellten Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum bei einer Gruppe von 60- bis 94-Jährigen fest, die sechs Monate lang jede Woche eine Stunde tanzten.

20.06.2013
Tennisarm: Nutzlose Spritzen
Physiotherapie entlastet einen Tennisarm. Steroidinjektionen hingegen betäuben zwar schnell den Schmerz, erzielen auf Dauer aber kein gutes Ergebnis, da zu schnell wieder belastet wird
Thinkstock/iStock
Steroidinjektionen lindern bei einem Tennisellenbogen zwar schnell die Schmerzen, langfristig bringen sie jedoch ein höheres Rückfallrisiko mit sich. Das haben Forscher der Universität von Queensland (Australien) herausgefunden. Ganz ohne jede Behandlung waren nach einem halben Jahr 83 Prozent der Patienten beschwerdefrei.
Bessere Ergebnisse erzielte eine Physiotherapie mit 89 Prozent. Wenn die Patienten zusätzlich Steroidinjektionen erhielten, sank die Erfolgsrate aber auf 54 Prozent. Die entzündungshemmende Wirkung lindere nur den Schmerz, erklären die Ärzte. Dies führe oft dazu, dass die Patienten den Arm zu früh wieder belasten.

19.06.2013
Durchfall: Fäkaltherapie gegen Clostridien
Clostridien verursachen hartnäckigen Durchfall. Ein Test zeigt: Die Behandlung mit dem Stuhl von Gesunden kann Patienten helfen
Thinkstock/Polka Dot Images
Die Methode lässt einen erschaudern. Wer möchte sich schon die Ausscheidungen anderer in den Darm übertragen lassen? Doch für Patienten mit einer schweren pseudomembranösen Enterokolitis birgt die „Stuhltransplantation“ die letzte Chance auf Heilung. Bei dieser Krankheit verursacht der Erreger Clostridium difficile Darmentzündungen mit Bauchkrämpfen und Durchfall.

Natürlich bekämpfen Ärzte die Bakterien auch mit Antibiotika. Doch jeder fünfte Patient erleidet danach einen Rückfall. Und gegen wiederkehrende Infektionen mit Clostridium difficile gibt es keine wirksame Therapie. Gerade ältere Menschen sterben oft an den Folgen einer pseudomembranösen Enterokolitis. Der starke Wasserverlust zehrt den Körper der Patienten aus. Zudem zerstören die bakteriellen Giftstoffe nach und nach die Darmschleimhaut.

Hohe Erfolgsquote

Behandlungsversuche mit den Fäkalien gesunder Spender sind nicht neu. Bereits 1958 erprobten Ärzte in Denver (USA) die Methode erstmals an Patienten. Seitdem berichteten Mediziner immer wieder über Erfolge damit. Bis Ende des vergangenen Jahres summierten sich rund 300 Fallberichte. Demnach liegt die Erfolgsquote der Fäkaltherapie bei mehr als 80 Prozent.

Doch die geringen Fallzahlen zeigen: Bislang hat sich diese Heilmethode nicht durchgesetzt. Experten nennen drei Gründe für diese Zurückhaltung: Die Methode ist unappetitlich, aufwendig, und es fehlt der Wirksamkeitsnachweis durch kontrollierte Studien.
Die Ergebnisse der ersten Vergleichsstudie überhaupt legte im Januar die Universität Amsterdam (Niederlande) im New England Journal of Medicine vor. Diese Studie untermauert die bisherigen Erfolge: So erhielten 16 Freiwillige zunächst eine Darmspülung und dann über eine Nasensonde verdünnten Spenderstuhl in den Zwölffingerdarm.
Diese Prozedur befreite 15 Patienten von ihren Beschwerden, darunter zwei erst nach einer erneuten Fäkalgabe von einem weiteren Spender. Die Ergebnisse in den beiden Vergleichsgruppen hingegen waren deutlich schlechter: So half das Antibiotikum Vancomycin nur drei von 13 Patienten. Von einer zusätzlichen Darmspülung profitierten vier von weiteren 13 Patienten.

Heilversuche in Deutschland

Kann sich diese Methode durchsetzen? Experten glauben daran, da die Ergebnisse so gut seien. Allerdings darf eine Fäkaltherapie nur als individueller Heilversuch erfolgen – dem letzten Mittel, wenn alle anerkannten Therapien nicht geholfen haben. Für eine klinische Prüfung hingegen bedarf es einer behördlichen Genehmigung.

Die Fäkaltherapie ist regulatorisches Neuland. Bekäme das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Anfrage, so müssten die Zuständigen diese juristisch prüfen lassen und sich intensiv beraten. Denn es gibt zwar Regeln für Arzneimitteltests, Transplantationen und Bluttransfusionen. Doch bislang ist ungeklärt, wie das Übertragen von Fäkalien zu bewerten ist.

18.06.2013
Übergewicht: Fuß- und Radwege halten schlank
Mehr Bewegung: An Orten, wo es Fuß- und Radwege gibt, leben weniger übergewichtige junge Menschen
Thinkstock/iStock
Je mehr Platz es in einer Stadt für Spaziergänger und Radfahrer gibt, desto geringer ist die Rate an übergewichtigen Jugendlichen. Das ergab eine im American Journal of Preventive Medicine veröffentlichte Untersuchung.
Die Forscher setzten das Gewicht von 11.000 US-Jugendlichen in Bezug zu der Zahl an Bürgersteigen und Fahrradwegen in der Umgebung. Stadtplaner, so die Wissenschaftler, sollten künftig auch in diesem Punkt an die Gesundheit der Bewohner denken.

17.06.2013
Typ-2-Diabetiker: Nach Humaninsulin kein Spritz-Ess-Abstand nötig
Gute Nachrichten für Diabetiker, die sich Humaninsulin spritzen: Sie können gleich nach der Spritze mit dem Essen beginnen
Banana Stock/RYF
Typ-2-Diabetiker, die sich Humaninsulin spritzen, können direkt nach der Injektion eine Mahlzeit zu sich nehmen. Die oft empfohlene Pause von 20 bis 30 Minuten sei nicht nötig, berichten Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena im Magazin Diabetes Care.
An ihrer Studie nahmen 100 Probanden im Alter von 40 bis 80 Jahren teil. Zwei Wochen lang hielten diese nach jeder Injektion einen 20-minütigen Zeitabstand vor dem Essen ein, in den darauffolgenden Wochen aßen sie direkt nach der Insulingabe. Der maßgebliche Blutwert HbA1c und das Blutzuckerprofil veränderten sich nicht entscheidend, wenn sie die Pause wegließen. Sehr stark unterschied sich aber die Zufriedenheit der Teilnehmer. 87 Prozent fanden die Insulintherapie ohne Zeitabstand vor dem Essen besser.

16.06.2013
Schwangerschaft: Hörschule im Bauch
Vermutlich gewöhnen sich Babys bereits im Mutterleib das Lautbild ihrer Muttersprache an
Thinkstock/Pixland
Babys sind Frühstarter, wenn es ums Sprechenlernen geht. Schon im Mutterleib fangen sie damit an. Das legt zumindest eine Studie von US-amerikanischen und schwedischen Forschern nahe. Das Wissenschaftler-Team spielte Neugeborenen Laute ­ihrer Mutter­sprache sowie einer Fremdsprache vor, während die Kleinen an einem Schnuller saugten. Es stellte sich heraus: Bei der Fremdsprache saugten die Babys länger – ein Zeichen dafür, dass ihnen diese Töne nicht vertraut waren. In Mamas Bauch hatten sie sich offenbar schon an das Lautbild ihrer Muttersprache gewöhnt.

15.06.2013
Schwangerschaft: Hörschule im Bauch
Vermutlich gewöhnen sich Babys bereits im Mutterleib das Lautbild ihrer Muttersprache an
Thinkstock/Pixland
Babys sind Frühstarter, wenn es ums Sprechenlernen geht. Schon im Mutterleib fangen sie damit an. Das legt zumindest eine Studie von US-amerikanischen und schwedischen Forschern nahe. Das Wissenschaftler-Team spielte Neugeborenen Laute ­ihrer Mutter­sprache sowie einer Fremdsprache vor, während die Kleinen an einem Schnuller saugten. Es stellte sich heraus: Bei der Fremdsprache saugten die Babys länger – ein Zeichen dafür, dass ihnen diese Töne nicht vertraut waren. In Mamas Bauch hatten sie sich offenbar schon an das Lautbild ihrer Muttersprache gewöhnt.

14.06.2013
Demenz: Seele im Tief
Wer zunehmend vergesslich wird, leidet häufig auch an einr Depression
Thinkstock/Creatas
Menschen, die unter zunehmender Vergesslichkeit oder einer Demenz leiden, kämpfen besonders häufig mit Depressionen. Das Erleben des geistigen Abbaus schlägt vermutlich aufs Gemüt, berichten Forscher aus den Niederlanden und den USA. Sie hatten die Daten von 2160 über 65-Jährigen ausgewertet. Die Beschwerden sollte man ernst nehmen: Depressionen können ihrerseits den Gedächtnisschwund verstärken.

13.06.2013
Schnarchen: Ist es eine Schlafapnoe?
Wer lauthals schnarcht, kann eine Atemstörung haben – ein Fall für den Arzt, sagen Experten
Thinkstock/iStockphoto
Aua! Stößt Ihre Partnerin Sie häufig an, weil Ihr Schnarchen sie nicht schlafen lässt? Dann sollten Sie zum Arzt gehen, raten kanadische Forscher. Sie beobachteten in einer Studie: Je öfter man einen Knuff vom Bettnachbarn bekommt, desto wahrscheinlicher liegt eine Schlafapnoe vor – eine Atemstörung, die das Herz in Gefahr bringt.

12.06.2013
Obst und Gemüse: Alles frisch?
Das ganze Jahr über gibt es in Supermärkten frische Ware. Worauf Sie der Umwelt zuliebe achten sollten
W&B/Markus Dlouhy/RYF
In den Auslagen der Supermärkte merkt man nichts von einer Verknappung des Angebotes – ob Erntezeit oder nicht. Der Grund: Was hierzulande nicht wächst oder gerade keine Saison hat, wird in Treibhäusern gezüchtet oder per LKW, Containerschiff oder Flugzeug herangeschafft. Papaya, grüne Bohnen oder Spargel etwa, die im Frühjahr verkauft werden, haben oft etliche Tausend Kilometer auf dem Buckel.
Werden Obst und Gemüse frisch geerntet und entsprechend gelagert, bleiben Geschmack und Vitamin­gehalt zwar in der Regel erhalten. Aus ökologischer Sicht ist das jedoch meist nicht sinnvoll, sagen Experten. Sie empfehlen, beim Frischkost-Einkauf die Umwelt nicht aus den Augen zu verlieren. Das heißt vor allem: nachhaltig erzeugte Produkte auswählen.
Einkaufen, was Saison hat
Saisonkalender listen alle heimischen Obst- und Gemüsesorten von A bis Z auf und verraten, was gerade Saison hat. Manche Kalender berücksichtigen auch die Klimabelastung. Sie ist beispielsweise im März bei Freilandprodukten wie Porree sehr gering, bei Knollensellerie oder Chicorée aus Lagerhäusern etwas höher.   

Auf regionalen Anbau setzen

Kaufen Sie regional angebaute Gemüse. Transporte, vor allem per Flugzeug, belasten die Umwelt. Manchmal ist Importware dennoch günstiger zu bewerten als Treibhausware aus dem eigenen Land – weil die CO2-Emissionen durch beheizte Treibhäuser die Umwelt stärker belasten. Tipp: Gelegentliche Ausnahmen sind okay. Aber beim regelmäßigen Einkauf sollten Sie saisonale Produkte aus regio­nalem Anbau wählen.

Bio bevorzugen

Bio-Gemüse oder -Obst ist zwar nicht automatisch frischer. Es enthält aber deutlich weniger Pestizid­rückstände. Zudem kommt ­weniger klima- und bodenschädlicher ­Mineraldünger zum Einsatz. Tipp: Siegel deutscher Bioverbände bürgen für hohe Qualität.

Manchmal darf’s auch Tiefkühlkost sein

Der hohe Energieaufwand für Tieffrieren, Transport und Lagerung spricht dagegen, täglich Tiefkühlkost zu essen. Aber: Tiefgekühltes Gemüse wird reif geerntet, vitaminschonend verarbeitet und ist qualitativ mit frisch geerntetem Gemüse vergleichbar. Tipp: Wählen Sie unverarbeitetes Tiefkühlgemüse, und bereiten Sie es selbst zu. In verarbeiteten Fertiggerichten stecken oft viel Fett, Salz und Zusatzstoffe.

Nicht zu verschwenderisch

In Deutschland wird rund die Hälfte aller Lebensmittel weggeworfen – unter anderem, weil zu viel eingekauft wird. Das gilt auch für leicht verderbliche Salat- und Gemüsesorten. Mit bewusster Planung lässt sich Verschwen­dung vermeiden. Tipp: Chinakohl, Eisbergsalat oder Möhren halten sich im Kühlschrank mehrere Tage, in einem Null-Grad-Gemüsefach noch länger. Blattsalate nicht auf Vorrat kaufen, sondern rasch verzehren.

11.06.2013
Übergewicht: Dicke Freundschaften
Oft finden sich im Bekanntenkreis von fettleibigen Menschen auffallend viele Freunde, die ebenfalls zu viele Pfunde haben
Thinkstock/iStockphoto
Fast jeder vierte Deutsche ist stark übergewichtig. Auffallend häufig sind es Menschen, die in ihrem engen Freundeskreis ebenfalls Fettleibige haben. Eine mögliche Erklärung: Im näheren sozialen Umfeld nimmt die Akzeptanz von Übergewicht wohl zu, und Ernährungsmuster von Freunden werden eher übernommen.

10.06.2013
Tipp: Cholesterinsenker abends nehmen
Nachts wird am meisten Cholesterin im Körper gebildet. Deshalb raten Experten, Statin-Präprate vor dem Schlafengehen einzunehmen
Thinkstock/Comstock Images
Wenn Sie zur Behandlung schlechter Cholesterinwerte ein Statin-Präparat einnehmen, sollten Sie dieses am Abend schlucken. Denn in der Nacht bildet der Körper besonders viel Cholesterin. Statine hemmen die körpereigene Cholesterinproduktion.

09.06.2013
Stress: Einfach weglächen!
Die Kleine mag nicht aufräumen, das Telefon klingelt ständig und Sie haben gleich einen Termin? Experten sagen: Gegen Stress hilft kurzfristig ein Lächeln!
Thinkstock/iStockphoto
Geschwister-Zoff, Alltagshektik, Aufräum-Diskussionen: Wer kurzfristig in Stress gerät, kann den ­Anstieg seiner Herzschlagfrequenz abmildern, indem er bewusst ein Lächeln aufsetzt und den ­Gesichtsausdruck für ein paar Minuten beibehält. Das berichtet der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BBNK). Und beruft sich dabei auf ­eine aktuelle Untersuchung amerikanischer Psychologen der Universität Kansas. Die zeige, dass wir unsere natürliche körperliche Reaktion auf Stress beeinflussen können. Dazu muss man gar nicht echt lächeln. Ein künstliches Grinsen ist auch gut fürs Herz!

08.06.2013
Stress: Einfach weglächen!
Die Kleine mag nicht aufräumen, das Telefon klingelt ständig und Sie haben gleich einen Termin? Experten sagen: Gegen Stress hilft kurzfristig ein Lächeln!
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Geschwister-Zoff, Alltagshektik, Aufräum-Diskussionen: Wer kurzfristig in Stress gerät, kann den ­Anstieg seiner Herzschlagfrequenz abmildern, indem er bewusst ein Lächeln aufsetzt und den ­Gesichtsausdruck für ein paar Minuten beibehält. Das berichtet der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BBNK). Und beruft sich dabei auf ­eine aktuelle Untersuchung amerikanischer Psychologen der Universität Kansas. Die zeige, dass wir unsere natürliche körperliche Reaktion auf Stress beeinflussen können. Dazu muss man gar nicht echt lächeln. Ein künstliches Grinsen ist auch gut fürs Herz!

07.06.2013
Bewegung: Kickstart für das Gehirn
Bereits wenige Minuten Sport – zum Beispiel auf einem Fahrrad-Ergomter – verbessern das Gedächtnis
Thinkstock/BananaStock
Schon ein wenig Bewegung vermag dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Forscher der Universität von Kalifornien in Irvine konnten in einer Studie mit 50- bis 85-jährigen Teilnehmern zeigen, dass bereit sechs Minuten auf einem Hometrainer genügen, um die Gehirnleistung zu verbessern.
Bilder, die während der Fahrradübung gezeigt wurden, blieben bei den Versuchspersonen besser im Gedächtnis haften als bei der Vergleichsgruppe. Von der Instant-Kur für das Gehirn profitierten am meisten Personen mit leichten Hirnleistungsstörungen.
Hinweis: Sport-Neueinsteiger über 35 Jahre oder chronisch Kranke sollten sich vor dem Start allerdings "grünes Licht" vom Arzt geben lassen.

06.06.2013
Psyche: Liebe lindert Schmerz
Leben Kranke in einer glücklichen Beziehung, stecken sie Beschwerden besser weg als Alleinstehende, ergab eine Studie
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Ein liebevoller Partner hilft, Schmerzen besser zu bewältigen, melden Forscher der Arizona State­ University. Sie hatten 250 Patienten mit Gelenk- und Muskelbeschwerden befragt und herausgefunden: Kranke in einer glücklichen Beziehung stecken die Beschwerden besser weg als Alleinstehende oder Menschen in einer unglücklichen Partnerschaft. Die Forscher vermuten: Wer in einer fürsorglichen Beziehung lebt, ist vom Wesen her stabiler und weniger verletzlich.

05.06.2013
Babys: Strategien gegen Windeldermatitis
Windeln sind praktisch – aber sie können auch einen roten Po fördern. Was Sie bei Hautausschlag tun können
Thinkstock/iStockphoto
Babyhaut ist zart, aber auch empfindlich. Kein Wunder, dass der dicht verpackte Windelbereich ab und zu Probleme macht. Nässe und Wärme lassen die Haut aufquellen, Zersetzungsprodukte von Stuhl und Urin greifen sie an. Die dünne Haut rötet und entzündet sich. Manche Kinder bekommen einen schmerzenden, schuppenden Ausschlag am Po. Mit diesen drei Strategien helfen Sie Ihrem Baby:
1. Häufiger Windeln wechseln: Die Haut sollte nicht unnötig lang der feuchten Wärme und den Ausscheidungen ausgesetzt sein. Wechseln Sie die Windel daher mehrmals täglich und gleich nach jedem Stuhlgang. Überprüfen Sie zwischendurch öfter, ob der Po trocken ist.
2. Sanft reinigen: Die geröteten Stellen sind oft sehr schmerzempfindlich. Reinigen Sie den Windelbereich vorsichtig mit lauwarmem Wasser oder weichen Baby-Öltüchern ohne irritierende Zusätze. Bei stärkerer Verschmutzung hilft Babyöl oder eine milde, flüssige Reinigungs­lotion speziell für Babyhaut. Gute Alternative: ein lauwarmes Bad mit rückfettendem Badezusatz. Kamillenextrakt wirkt entzündungshemmend, Kleie- und Gerbstoffbäder fördern die Heilung. Nach dem Reinigen die Haut vorsichtig trocken tupfen. Sooft und solange es geht Luft an die Haut lassen.
3. Wundschutz: Tragen Sie auf die gerötete Haut dünn Wundschutzcreme auf. Sie ist fettreicher als normale Pflegelotion und hält Nässe von der Haut fern. Hei­lungsfördernde Zusätze wie Dexpanthenol, Zinkoxid, Allantoin oder Hamamelisextrakt beruhigen und lassen Rötungen abklingen. Hautverwandte Wirkstoffe unterstützen die Barrierefunktion von Babys Haut.
Wann zum Arzt? Wenn Rötungen nach wenigen Tagen nicht verschwunden sind, sich verändern oder der Ausschlag sehr stark ist. Eine intensive glänzende Rötung deutet auf einen Hautpilz hin. Dann braucht Ihr Baby ein Antimykotikum, das den Pilz bekämpft.

04.06.2013
Tabakkonsum: Länger schlau ohne Rauch
Rauchen wirkt sich anscheinend nachteilig auf das Gedächtnis aus
Thinkstock/Hemera
Rauchen beschleunigt den geistigen Abbau. In einer Studie mit knapp 9.000 Teilnehmern über 50 Jahre, die seit zwölf Jahren regelmäßig befragt und untersucht werden, zeigte sich: Bei Rauchern ließen sowohl die geistige Leistungsfähigkeit als auch das Kurz- und Langzeitgedächtnis deutlich schneller nach als bei den anderen Teilnehmern.

03.06.2013
Abnehmen: Schlaf dich schlank!
Forscher behaupten, dass ausreichend langes Schlummern hilft, überschüssige Pfunde loszuwerden
Thinkstock/iStock
Abnehmen im Schlaf? Das ist gar nicht so abwegig, wie es klingt – behaupten kanadische Forscher. Sie setzten übergewichtige Erwachsene 14 Tage auf leichte Kost. Diejenigen, die pro Nacht durchschnittlich 8,5 Stunden schliefen, verloren doppelt so viel Fett wie Kurzschläfer, die nur auf 5,5 Stunden kamen. Ein Grund könnte sein, dass Schlafmangel appetitanregende Hormone aktiviert.

02.06.2013
Herz: Gesunder Optimismus
Wer die Dinge positiv sieht, bekommt wohl seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall
Thinkstock/Ingram Publishing
Studien belegen: Optimisten sterben seltener an Herzinfarkt oder Schlaganfall als Schwarzseher. Eine aktuelle Untersuchung der Harvard School of Public Health in ­Boston (USA) zeigt nun, dass zuversichtliche Menschen im mittleren Lebensalter günstigere Blutfettwerte aufweisen als Pessimisten. Sie hatten im Durchschnitt höhere Blutspiegel an schützendem HDL-­Cholesterin und niedrigere Triglyzeridwerte.

01.06.2013
Herz: Gesunder Optimismus
Wer die Dinge positiv sieht, bekommt wohl seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall
Thinkstock/Ingram Publishing
Studien belegen: Optimisten sterben seltener an Herzinfarkt oder Schlaganfall als Schwarzseher. Eine aktuelle Untersuchung der Harvard School of Public Health in ­Boston (USA) zeigt nun, dass zuversichtliche Menschen im mittleren Lebensalter günstigere Blutfettwerte aufweisen als Pessimisten. Sie hatten im Durchschnitt höhere Blutspiegel an schützendem HDL-­Cholesterin und niedrigere Triglyzeridwerte.

31.05.2013
Gerichte: Deutsche lieben internationale Küche
Sie mögen nicht nur Schnitzel, sondern auch Sushi und Curry? Dann liegen Sie im Trend. 60 Prozent der Deutschen essen gerne international
PhotoDisc/RYF
Ob italienisch, spanisch, thai­ländisch oder indisch: 60 Prozent der Deutschen schätzen die ­internationale Küche. Mit ihrer Lust auf Gerichte aus anderen ­Ländern liegen sie damit im ­weltweiten Vergleich über dem Durchschnitt von 45 Prozent. Nur Eng­länder und Australier lassen sich mit 70 beziehungsweise 61 Prozent noch lieber Gerichte aus der interna­tionalen Küche schmecken. Dies belegt eine ­Um­­frage des Markt­forschungs­instituts ipsos unter mehr als 19.000 Personen aus 26 Nationen. Dabei zeigte sich als länder­über­­greifender Trend, dass mit zu­nehmender Bildung das Interesse an Gerichten und Nahrungsmitteln aus anderen Regionen und Kulturen wächst.

30.05.2013
Akute Atemnot: Bei Hitze bleibt vielen die Luft weg
Wird es heiß, leiden Lungenkranke darunter, zeigt eine Studie
W&B/Bernhard Huber
Steigende Außentemperaturen stellen eine Gefahr für Lungenkranke dar. Das zeigt eine Studie von Forschern der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore (USA). Sie werteten Daten von 12,5 Millionen älteren Krankenversicherten aus und berechneten, dass deren Risiko, einen Notfall wegen chronischer Bronchitis (COPD) oder Lungenentzündung zu erleiden, ab einer mittleren sommerlichen Tagestem­pe­ratur von 22 Grad wächst: um gut vier Prozent bei einem Anstieg um jeweils fünf Grad.

29.05.2013
Schwefel: Element der Vulkane
Eines der ältesten medizinisch genutzten Mineralien kommt heute nur noch selten zum Einsatz
Thinkstock/Zoonar
Aus den Erdspalten des Vulkans wabern Nebelschwaden, schroffes Gestein in allen denkbaren Gelb- bis Rotfärbungen verleiht dem Kratergelände ein marsähnliches Aussehen. Der faulige, beißende Geruch verrät, woraus die Dämpfe bestehen: aus Schwefel, einem der acht häufigsten Elemente auf der Erde. Aktive Vulkane stoßen regelmäßig enorme Mengen der reinen Substanz oder unterschiedlicher Schwefelverbindungen aus. Auch der menschliche Körper besteht zu rund 0,25 Prozent aus Schwefel. Dieser ist im Organismus vor allem am Aufbau von Aminosäuren beteiligt.
Trotz riesiger Lagerstätten in aller Welt baut die Industrie heutzutage kaum noch Schwefel ab, weil er in ausreichenden Mengen als Abfallprodukt bei zahlreichen chemischen Prozessen anfällt. In armen Ländern wie Indonesien jedoch riskieren Menschen ihre Gesundheit und stechen in Vulkan­kratern inmitten hochkonzentrierter Schwefeldämpfe die gelben Kris­talle aus dem Boden, um sie am Ende des Tages mühsam aus dem hoch gelegenen Kratergebiet hinab ins Tal zu schleppen. Örtliche Betriebe nutzen den Schwefel dann beispielsweise zum Bleichen von Zuckerrohr.
Schwefel ist ein Element, das die Menschen seit Langem nutzen. Bereits vor vielen Jahrtausenden verwendeten manche Völker ihn für religiöse Räucher-Rituale oder als Bleichmittel für Textilien. Im Mittelalter war er außerdem ein wichtiger Bestandteil des neu erfundenen Schwarzpulvers. Aber auch in der Medizin kam der Schwefel schon in der Antike zum Einsatz. Ärzte erkannten bereits früh seine desinfizierenden Eigenschaften. In der Homöo­pathie gilt „Sulfur“ als eines der wichtigsten Basis-Heilmittel.
Unangenehmer Geruch
Aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften wurde Schwefel früher in Cremes oder in Bädern beispielsweise zur Behandlung von Krätze, Akne oder seborrhoischer Dermatitis angewendet. Heute gibt es für diese Erkrankungen wirksamere Präparate. Dazu kommt der unangenehme Geruch des Schwefels in manchen Rezepturen, der Patienten nicht zuzumuten ist. In der Rheumatologie gelten Schwefelbäder immer noch als Therapiemöglichkeit bei degenerativen Gelenkerkrankungen, verschiedenen rheumatischen Beschwerden und chronisch-rheumatoider Arthritis.
Schwefel lindert Schmerzen
Der Schwefel verstärkt zwar akute Entzündungen, hemmt aber gleichzeitig chronische. Zudem erhöht Schwefel sowohl bei Gesunden als auch bei Patienten mit Fibromyalgie die Druck- und Kälteschmerzschwelle und bewirkt so eine sanfte Schmerzlinderung.
Schwefelanwendungen werden meist im Rahmen einer Badekur in schwefelhaltigen Heilquellen angeordnet. Öffentliche Schwefelbäder gibt es zwar auch in manchen großen Thermen, die Wirkung ist aber nicht zuletzt aufgrund desinfizierender Zusätze oft begrenzt. Als Alternative bieten sich Schwefelbad-Extrakte für zu Hause an. Im Gegensatz zu den giftigen Dämpfen in indonesischen Vulkankratern sind die Schwefelkonzentrationen der Bäder glücklicherweise nicht gesundheitsgefährdend.
Weil ein heißes Schwefelbad Herz und Kreislauf stark belastet, sollte man nicht länger als 20 Minuten baden und sich anschließend eine ausgiebige Ruhepause gönnen. Patienten mit Vorerkrankungen wird empfohlen, zuvor einen Arzt zu konsultieren.

28.05.2013
Ernährung: Essen gegen das Vergessen?
Möglicherweise wirken spezielle Inhaltsstoffe aus Obst und Gemüse geistigem Abbau entgegen – zeigt eine Untersuchung
Thinkstock/Hemera
Obst und Gemüse mit einem hohen Anteil an Betacarotin und Vitamin C schützen möglicherweise vor geistigem Abbau im Alter. Das lässt eine Studie der Universität Ulm vermuten, die im Journal of Alz­heimer‘s Disease veröffent­licht wurde. Sie weist nach, dass die Konzentration dieser Anti­oxidanzien im Blutserum von 74 Demenzpatienten im Anfangsstadium niedri­ger ist als bei 158 gesunden Kontrollpersonen.

27.05.2013
Flohsamen: Hilfe bei Verstopfung
Die Samen der Heilpflanze enthalten Quellstoffe, die im Darm aufgehen und die Verdauung anregen
Thinkstock/iStockphoto
Flüchtig betrachtet, weisen seine dunklen ovalen Samen eine gewisse Ähnlichkeit mit Flöhen auf – daher wohl der Name Flohsamen (Plantago ovata). Das einjährige Kraut ist im Iran und in Indien beheimatet. Arzneilich verwendet werden vor allem die Samenschalen. Sie ­enthalten 20 bis 30 Prozent Schleimstoffe und Fettsäuren. Mit viel Flüssigkeit eingenommen, quellen sie im Darm auf und regen bei Verstopfung die Verdauung an. Auch bei Durchfall hat sich ihre Einnahme bewährt, weil sie das Wasser im Stuhl binden.

26.05.2013
Sonnenlicht: Positiver Effekt auf Gelenke?
Halten sich ältere Frauen regelmäßig in der Sonne auf, erkranken sie seltener an Rheuma, ergab eine Studie
Thinkstock/iStockphoto
Frauen, die sich regelmäßig im Sonnenlicht aufhalten, erkranken seltener an rheumatoider ­Arthritis. Eine Analyse von Daten der Nurses‘ Health Study I und II in den USA ergab, dass das Risiko für die Erkrankung mit zunehmender UV-B-Bestrahlung um bis zu 21 Prozent sinkt. Der Effekt zeigte sich jedoch nur bei ­älteren Frauen.
Die Forscher erklären dies dadurch, dass jüngere Frauen häufiger zu Lichtschutzpräparaten greifen. Dadurch werde möglicherweise die gelenkschützende, über die Bildung von Vitamin D vermittelte Wirkung der Sonne unterbunden. Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz reichen je nach Jahreszeit zehn bis 30 Minuten Sonnenlicht auf Gesicht und Hände aus, damit der Körper genug Vitamin D bilden kann.

25.05.2013
Sonnenlicht: Positiver Effekt auf Gelenke?
Halten sich ältere Frauen regelmäßig in der Sonne auf, erkranken sie seltener an Rheuma, ergab eine Studie
Thinkstock/iStockphoto
Frauen, die sich regelmäßig im Sonnenlicht aufhalten, erkranken seltener an rheumatoider ­Arthritis. Eine Analyse von Daten der Nurses‘ Health Study I und II in den USA ergab, dass das Risiko für die Erkrankung mit zunehmender UV-B-Bestrahlung um bis zu 21 Prozent sinkt. Der Effekt zeigte sich jedoch nur bei ­älteren Frauen.
Die Forscher erklären dies dadurch, dass jüngere Frauen häufiger zu Lichtschutzpräparaten greifen. Dadurch werde möglicherweise die gelenkschützende, über die Bildung von Vitamin D vermittelte Wirkung der Sonne unterbunden. Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz reichen je nach Jahreszeit zehn bis 30 Minuten Sonnenlicht auf Gesicht und Hände aus, damit der Körper genug Vitamin D bilden kann.

24.05.2013
Nase: Weist Riechstörung auf Alzheimer hin?
Kommt es plötzlich zu einem Riechverlust, kann die Ursache in seltenen Fällen eine Demenz sein, sagen Forscher
Thinkstock/Stockbyte
Riechstörungen können ein sehr frühes Anzeichen für Parkinson und Alzheimer sein. Patienten mit unklarem Riechverlust scheinen ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko zu haben, besagt eine Studie vom Universitätsklinikum Köln im Deutschen Ärzteblatt. Meist ist ein geringes Riechvermögen aber die Folge von Virusinfekten, Schädel-Hirn-Traumen oder Erkrankungen im Bereich der Nase oder der Nebenhöhlen.

23.05.2013
Fruchtzucker: Unerwarteter Dickmacher
Das Gehirn reagiert auf die fruchtige Süße wohl anders als auf Haushaltszucker – unter anderem bleibt laut einer Studie das Sättigungsgefühl aus
Thinkstock/iStock
Fruchtzucker (Fruktose) steckt zum Beispiel in Limonaden, Milch­shakes und Fertiggerichten. Auch wenn sich der Begriff natürlich anhört, handelt es sich oft nicht um Süße aus Obst oder Honig, sondern um Maissirup. Dieser ist billiger und süßer als Haushaltszucker. Fatal: Die Zufuhr von Glukose (aus Haushaltszucker) führt zu einem kurz­fristigen Sättigungsgefühl, nicht aber die von Fruktose.
In einer Studie mit 20 Personen zeigte die US-Forscherin Kathleen Page von der Yale-Universität, dass Hirnregionen, die den Appetit steuern, nicht auf Fruchtzucker reagieren. Im Blut der Probanden fand sie zudem weniger Insulin, das unter anderem als Sättigungshormon wirkt. Fazit: Die zunehmende Verwendung von Fruktose in Lebensmitteln fördert übermäßiges Essen und somit Übergewicht.

22.05.2013
Medikamente: Tipps zur richtigen Arzneimitteleinnahme
Damit Patienten regelmäßig ihre Medikamente einnehmen, leisten auch Apotheker ihren Beitrag
W&B/Thomas Pflaum/RYF
Wie war das noch mal? Die gelbe Kapsel und die kleine weiße Pille vor, die blaue Tablette nach dem Frühstück. Mittags vor dem Essen einen halben Mess­becher rosa Sirup. Und abends? Die verwirrende Vielfalt ist einer der häu­figs­­ten Gründe, dass Menschen ihre Medikamente nicht so einnehmen, wie der Arzt es verordnet hat, sagen Experten.
Dabei ist gerade die Therapietreue, fachsprachlich Com­pliance oder Adherence, sehr wichtig. Doch rund ein Viertel der Patienten in den Industrie­­ländern nehmen ihre Medikamente nicht nach Vorschrift ein. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung kos­tet das unser Gesundheits­system jährlich bis zu 20 Milliarden Euro, etwa wegen weggeworfener Arzneimittel und der Behandlung von Folgeerkrankungen. Aufklärung durch Apotheker verbessert die Einhaltung der Medikamenten-Einnahme um 15 bis 20 Prozent, heißt es in der Studie.
Hinweis auf dem Zahnputzbecher
Apotheker können ihren Kunden erklären, warum manche Pillen vor, andere zu einer Mahlzeit geschluckt werden müssen. Apotheker geben auch Tipps, wie sich die Einnahme in den Tagesablauf einbauen lässt. Sollen Medikamente beispielsweise nach dem Frühstück genommen werden, hilft ein Aufkleber auf dem Zahnputzbecher. Noch besser ist es, wenn einen der Ehepartner oder eine Pflegeperson als „externes Gedächtnis“ erinnert. Eine Dosier­hilfe, in der die Pillen nach Tageszeiten und Wochentagen sortiert sind, kann ebenfalls eine gute Hilfe sein. Seit Kurzem gibt es sie auch mit einer elektronischen Warnfunktion.
Mangelnde Compliance ist laut Expertenmeinung auf zahlreiche Einflussfaktoren zurückzuführen. Eine wesentliche Rolle spielt das Vertrauen in den Arzt. Sagt dieser: „Das Mittel kann in selte­nen Fällen zu Wassereinlagerun­gen im Gewebe führen – bei Ihnen glaube ich das ­jedoch nicht“, hat das einen ganz anderen Stellenwert, als wenn der Patient allein zu Hause auf dem Beipackzettel unter „Unerwünschte Wir­kun­gen“ liest: „Nierenprobleme“.
Dann kann es passieren, dass er das Medikament nicht einnimmt, weil er mehr Angst vor den Nebenwirkun­gen hat als vor seiner Krankheit. Besonders oft beob­ach­ten Ärzte und Apotheker das bei chronischen Erkran­kun­­gen, die nicht mit Schmerzen einhergehen. Viele Bluthochdruck-Patienten fühlen sich wohl: Sie sind aktiv und brauchen weniger Schlaf. Warum also sollen sie ihre Betablocker überhaupt nehmen?
Der Apotheker als Übersetzer
Auch viele, die längere Zeit brav ein blutdrucksenkendes Mittel genommen haben, ziehen einen falschen Schluss, wenn sie wieder normale Werte erreichen: Sie erkennen nicht, dass sie dies nur dem Medikament verdanken – und setzen es ab.
Therapietreue hängt also auch davon ab, wie gut jemand bestimmte Wirkmechanismen versteht. Hier ist ebenfalls der Apotheker gefragt. Der Arzt spricht seine Medizinersprache, der Apotheker die des Kunden. Er ist zugleich Wissensvermittler und Über­setzer.

21.05.2013
Magersucht: Verzerrtes Selbstbild
Wer an einer Essstörung leidet, nimmt seine Körperformen falsch wahr, ergab ein Experiment
Stockbyte/RYF
Viele Magersüchtige nehmen ihre Körperformen falsch wahr. Das könnte an einer gestörten Verbindung zweier Hirnareale liegen. Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum ermittelten bei essgestörten Frauen eine schwache Verbindung derjenigen Bereiche, die für die Verarbeitung von Körperbildern zuständig sind. Die Forscher zeichneten im Kernspintomografen die Hirnaktivität von zehn magersüchtigen und fünfzehn gesunden Frauen auf, während diese Fotos von Körpern betrachteten. Je schwächer die Hirnareale verbunden waren, als umso fülliger stuften die Befragten ihren eigenen Körper ein.

20.05.2013
Impfung: Etappensieg bei Masern
Zwar sterben heute deutlich weniger Menschen an Masern, aber gerade in Ländern der Dritten Welt fallen immer noch viele dem Virus zum Opfer
W&B/Martin Ley
Heute sterben weniger Menschen an ­Masern als je zuvor. Die Zahl der Sterbefälle sank nach Angaben der Weltgesundheits­organi­sa­tion (WHO) im Vergleich zum Jahr 2000 um 71 Prozent. Impfkampagnen zeigen Wirkung. Trotzdem fielen 2011 weltweit noch 158.000 Menschen den Masern zum Opfer. Der Grund ist der immer noch mangelnde ­Impfschutz
in Ländern der Dritten Welt. In Deutschland erkrankten im vorvergangenen Jahr 1600 Menschen an dem Virus, das besonders für Erwachsene oft lebensbedrohlich ist.

19.05.2013
Hormone: Verliebte Köchin, versalzenes Essen
Wer frisch verliebt ist, schmeckt Salz weniger intensiv, zeigt eine Untersuchung
DigitalVision/RYF
Was der Volksmund schon lange behauptet, hat nun eine wissenschaftliche Untersuchung bestätigt. Mitarbeiter eines privaten Forschungsinstituts in Bremerhaven prüften, wie Hormone den Geschmack beeinflussen. Dabei zeigte sich, dass frisch Verliebte Salz weniger intensiv schmecken als Singles oder Menschen, die schon länger in einer festen Beziehung leben.

18.05.2013
Hormone: Verliebte Köchin, versalzenes Essen
Wer frisch verliebt ist, schmeckt Salz weniger intensiv, zeigt eine Untersuchung
DigitalVision/RYF
Was der Volksmund schon lange behauptet, hat nun eine wissenschaftliche Untersuchung bestätigt. Mitarbeiter eines privaten Forschungsinstituts in Bremerhaven prüften, wie Hormone den Geschmack beeinflussen. Dabei zeigte sich, dass frisch Verliebte Salz weniger intensiv schmecken als Singles oder Menschen, die schon länger in einer festen Beziehung leben.

17.05.2013
Multitasking: Alles auf einmal ist zu viel
Auch wenn Menschen es sich zutrauen: Es klappt meist nur schwer, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen
W&B/Martin Ley/RYF
Multitasking – mehrere Dinge gleichzeitig tun – gilt in Zeiten von Handy und Laptop als eine wünschenswerte Fähigkeit. Bei einer Studie von Wissenschaftlern der Universität von Utah (USA) mit 300 Studenten gaben 70 Prozent der Befragten an, sie könnten überdurchschnittlich gut Dinge parallel erledigen. Bei entspre­chenden Tests schnitten gerade jene Teilnehmer schlecht ab, die viel und gern mehreres gleich­zeitig machten. Dagegen neigten die 25 Prozent Testbesten im Alltag überraschenderweise nicht zum Multitasking, weil sie sich auch besonders gut auf eine Sache konzentrieren können und dies bevorzugen.

16.05.2013
Kindheit: TV macht aggressiv
Sehen Kinder zu viel fern, kann dies negative Folgen im Erwachsenenalter haben
Thinkstock/Hemera
Eine neuseeländische Langzeit­studie lieferte neue Fakten für eine alte These: Sehr viel fernsehen in der Kindheit erhöht das Risiko für Aggressivität im Erwachsenenalter. Die Forscher der Universität von Otago ermittelten dies aus den Daten von Teilnehmern, die als Heranwachsende in den 80er-Jahren zu ihrem Fernsehkonsum befragt worden waren. Je länger die tägliche Fernsehzeit, desto größer die Wahrscheinlichkeit, später im Leben straffällig zu werden.

15.05.2013
Hantaviren: Gefahr aus dem Mäusekot
Die Infektion verläuft ähnlich wie eine Grippe. So schützen Sie sich
Thinkstock/Comstock Images
Das Robert Koch-Institut meldete im vergangenen Jahr 2.810 Infektionen mit dem Hantavirus – so viele wie noch nie seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. Dieses Jahr könnte die Zahl wieder darunterliegen. Seuchenexperten beobachten einen wellenförmigen Verlauf der Ansteckungsraten mit einem Anstieg alle zwei bis drei Jahre.
Rötelmäuse und – in Nord- und Ostdeutschland – Brandmäuse sind bei uns die bevorzugten Wirtstiere jeweils unterschiedlicher Hantaviren. Die Vermehrung der ­Rötelmaus unterliegt zyklischen Schwankun­gen. In Jahren, in denen die Buchen viele Früchte bilden, finden Rötelmäuse reichlich Nahrung, kommen gut durch den Winter und vermehren sich im folgenden Frühjahr stark. Dies dürfte eine Ursache für die deutlichen Schwankungen der Erkrankungsraten sein.
Insgesamt steigt die Zahl der gemeldeten Fälle. Seit die Krankheit bekannter ist, wird sie von den Ärzten auch häufiger erkannt, vermuten Experten. Eindeutig lässt sich die Ansteckung nur über die Bestimmung von Antikörpern gegen das Virus nachweisen. Die Infektion kann sehr mild verlaufen, aber auch mit plötzlichem Fieber, Gliederschmerzen und Hus­ten zunächst einer Grippe ähneln. Rücken- und Bauchschmerzen, Schwindel und Übelkeit können folgen. In schweren Fällen ver­sagen die Nieren, und die Patienten müssen vorü­ber­gehend zur Dialyse. Aber fast immer heilt die Infektion folgenlos aus.
In Süddeutschland werden jährlich die höchsten Infektions­raten registriert, aber auch in Teilen Nord­rhein-Westfalens, Hessens, Niedersachsens und Thüringens kommt das Virus vor, und die Ansteckungsgefahr ist in diesen Regionen entsprechend hoch.
Infizierte Tiere scheiden die Erreger über Urin, Kot und Speichel aus. Wer ­virushaltigen Staub einatmet, kann sich ­anstecken. Die Infektionsgefahr ist im ­Sommer am größten. Gefährdet sind Forst­arbeiter, aber auch Jogger und Gärtner. Vorsicht geboten ist beim Zelten oder Holz­hacken. Häu­fig stecken sich Menschen an, wenn sie im Frühjahr Keller, Dachboden oder einen länger nicht benutzten Schuppen aufräumen. Tipp: Vor Aufräumarbeiten gründlich lüften. Boden und Regale besser feucht wischen als kehren.

14.05.2013
Primel: Schleimlösende Frühlingsblume
Die Schlüsselblume gilt als bewährte Heilpflanze gegen Husten
Thinkstock/iStockphoto
Primula veris und Primula elatior – die gelben, intensiv duftenden Wiesen- und Waldschlüsselblumen  – blühen im Frühling auf sonnigen Weiden und in lichtem Gebüsch. Als gefragte Arzneikräuter lösen die verarbeiteten Blüten fest­sitzenden Husten. Dann kann der Schleim leichter abgehustet werden. Die heilende Wirkung beruht vor allem auf ­Saponinen und ätherischen Ölen.

13.05.2013
Ernährung: Schützende Beeren
Wer regelmäßig rote und dunkle Beeren isst, senkt wohl sein Herzinfarktrisiko
Thinkstock/iStockphoto
Der Genuss von drei oder mehr Portionen Blaubeeren oder Erdbeeren pro Woche senkt wohl das Herzinfarktrisiko. Das legen Daten der Nurses’ Health Study aus Bos­ton (USA) mit 93.600 Frauen nahe. Rote und blauschwarze Früchte enthalten zellschützende Anthocyane. Wer regelmäßig viel von diesem Obst aß, hatte ein um ein Drittel geringeres Infarktrisiko als jene, die weniger als einmal im Monat davon aßen. Die Beobachtungszeit betrug 18 Jahre.

08.05.2013
Akne: Was sprießt denn da?
Talg, Hormone, Bakterien und die Gene verursachen die lästigen Pickel. Wie Ärzte und Apotheker helfen können
Jupiter Images GmbH/Creatas
Für viele Erwachsene – Frauen wie Männer – ist es ein Schock, wenn sie mit 30 Jahren Akne bekommen. Die meisten erinnert das nur zu gut an eine unangenehme Begleiterscheinung ihrer Pubertät. Doch Akne kann jeden von uns in jedem Lebensabschnitt treffen.
Die Akne beginnt mit einer gesteigerten Talgproduktion und übermäßiger Verhornung im Haarfollikel. Wenn sich in diesem Milieu das Bakterium Propionibacterium acnes vermehrt, entstehen aus Mitessern (Komedonen) Papeln – rote Knötchen – und entzündliche Pusteln. Die Stoffwechselprodukte des Bakteriums rufen die Entzündung hervor.
Eine große Rolle beim Auslösen der Akne spielen unter anderem die Androgene – männliche Hormone, die es bei beiden Geschlechtern gibt. Auch die Vererbung trägt zur Bildung von Akne bei: Die Gene entscheiden über die Größe unserer Talgdrüsen und deren Aktivität.
Schädlich: Zu viel Pflege
Der Verdacht liegt nahe, dass Ernährung und Lebensweise ebenfalls das Pickel-Wachstum beeinflussen. Wer Probleme mit unreiner Haut hat, sollte genau beobachten, was er wann isst. Bei dem einen gilt das für Schmalz und Leberwurst, beim anderen für Eigelb und Schokolade. Experten warnen auch vor Milch: Erstaunlicherweise deuten neueste Forschungs­ergebnisse darauf hin, dass gerade fettarme Milch Akne fördert. Auf der Negativliste stehen ferner Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress und Rauchen.
In den meisten Fällen hat Akne übrigens nichts mit mangelnder Hy­giene zu tun. Im Gegenteil: Oft ist zu viel Pflege die Ursache. Für die Reinigung empfehlen sich ­seifenfreie Wasch­lotionen mit einem pH-Wert zwischen 4 und 6. Denn die Haut muss zwar entfettet werden, aber nicht zu stark. Bei sehr fettiger Haut darf das Mittel sogar etwas Alkohol enthalten, der zugleich leicht desinfizierend wirkt.
Drücken verboten!
Bewährt haben sich Stifte, mit denen Mitesser und bereits entzündete Akne­­pickel vorsichtig punktuell betupft werden. Die Wirkstoffe trocknen die befallene Hautpartie aus, lösen die Hornschicht auf und bekämpfen die Bakterien. Zudem dienen viele dieser Produkte als Abdeckstifte.
Aber: Finger aus dem Gesicht! Auf gar keinen Fall sollten Sie selbst an den Pickeln herumdrücken. Dadurch kann es sogar zu großflächigeren Infektionen, Abszessen und auch Narbenbildung kommen.
In schwereren Fällen raten Hautärzte zu einer Kombinationstherapie für die äußerliche Anwendung. Verschreibungspflichtige Mittel mit der Vitamin-A-Säure Isotretinoin zum Einnehmen können­ die Talg­quellen auf Dauer versiegen lassen, sind jedoch wegen möglicher Nebenwirkungen nicht unproblematisch. Sie dürfen zum Beispiel Frauen im gebärfähi­gen Alter nur unter strengsten Auflagen verordnet werden.

23.10.2012
Übergewicht: Schwere Schule
Forscher wollten wissen, ab welchem Zeitpunkt Kinder zunehmen. Ergebnis: Es ist der Schulbeginn
Thinkstock/iStockphoto
Die deutschen Kinder sind zu dick, wird vielfach beklagt. Wissenschaftler der Universität Mainz werteten Daten des Robert Koch-Instituts daraufhin aus, ab welchem Zeitpunkt der Nachwuchs zunimmt: Er ist identisch mit dem Einschulungstermin. In den ersten fünf Lebensjahren wiegen die Kinder im Durchschnitt genauso viel wie vor rund 20 Jahren. Mit acht Jahren sind über 20 Prozent von ihnen übergewichtig – mehr als doppelt so viele wie damals. Der Alltag in der Schule allein reicht den Forschern als Grund für die Gewichtszunahme aber nicht aus. ­Neben mangelnder Bewegung vermuten sie, dass die Kinder ab diesem Alter häufiger zu Hause auf sich allein gestellt sind.

20.08.2012
COPD: Akupunktur gegen Atemnot
Die Nadel-Anwendungen halfen Patienten mit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung
Thinkstock/Hemera
Bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) linderte eine wöchentliche Akupunktur deutlich die Atemnot. Eine Scheinakupunktur dagegen blieb wirkungslos, wie eine Forschergruppe um Dr. Masao Suzuki von der Meiji-Universität in Kyoto (Japan) nachwies. Die Studie lief über drei Monate und ergänzte die medikamentöse Therapie der Teilnehmer.

23.04.2012
Gesundheit: Paare leben glücklicher
Ob mit oder ohne Trauschein, Pärchen leben gesünder und sind glücklicher als alleine lebende Menschen
Thinkstock/Stockbyte
Studien zeigen immer wieder, dass Verheiratete glücklicher, geselliger und gesünder sind. Offenbar kommt es aber vor allem darauf an, überhaupt in einer Beziehung zu leben. Normalerweise vergleichen Forscher Ehepaare mit Singles.
Ein Team der Cornell-Universität (USA) verfolgte sechs Jahre lang die Gesundheit von 3000 Singles. Ein Drittel zog in dieser Zeit mit einem neuen Partner zusammen. Unabhängig davon, ob sie verheiratet waren oder in „wilder Ehe“ lebten, stieg bei ihnen das Wohlbefinden, depressive Symptome nahmen ab.

21.04.2012
Geschlechter: Großer kleiner Unterschied
Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren Eigenschaften mehr als bislang vermutet
Panthermedia/Robert Kneschke
Frauen und Männer sind in ihrer Persönlichkeit deutlich verschiedener als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Turin (Italien). Sie analysierten erneut die Daten von mehr als 10.000 Amerikanern, die bereits 1993 zu verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen befragt worden waren. Die Wissenschaftler werteten die Eigenschaften der Geschlechter diesmal individueller aus. Dabei zeigten sich wesentlich größere Unterschie­de als in den früheren Studien: Die Gemeinsamkeiten betrugen jetzt nur noch zehn Prozent.

13.04.2012
Medikamente: Nebenwirkung Wadenkrampf
Sie haben einen Krampf im Bein? Vielleicht liegt es an dem neuen Mittel, das Sie einnehmen!
Jupiter Images GmbH/Comstock Images
Bei plötzlich auftretenden, unerklärlichen Wadenkrämpfen kann es sich um die Nebenwirkung eines Arzneimittels handeln, das Ihnen kürzlich erstmals verordnet wurde. Diesen Schluss lässt eine Studie von Wissenschaftlern aus Vancouver (Kanada) zu. Als „Hauptschuldige“ machten diese drei Medikamentengruppen ausfindig: lang wirkende Beta-2-Agonisten ­(LABA), die bei Asthma verschrieben werden, kaliumsparende Diuretika zur ­Ausschwemmung von Wasser aus der Niere und bestimmte Choles­terin­senker (Statine). Den Forschern standen für ihre Studie die Patientendaten der knapp 4,2 Millionen Einwohner der ­­kanadischen Provinz British ­Columbia zur Verfügung.

12.04.2012
Neue Ärztenummer: 116 117
Der ärztliche Bereitschaftsdienst bekommt eine einheitliche Telefonnummer
CreativeCollection/RYF
Wer nachts oder am Wochenende krank wird, erreicht den ärztlichen Bereitschaftsdienst künftig kostenlos unter der Telefonnummer 116 117. Laut Kassen­ärztlicher Bundesvereinigung gilt die Nummer mit Ausnahme weniger Regionen ab 16. April 2012 deutschlandweit. Anrufe unter den alten Nummern werden automatisch umgeleitet. Für Notfälle gilt weiterhin die 112.

11.04.2012
Arzneimittelmissbrauch: Gemeinsam aus der Sucht
Mehr als eine Million Deutsche sind abhängig von Medikamenten. Wie Apotheker helfen können
Stockbyte/RYF
Wenn Kunden auffallend häufig Rezepte für Schlaf- und Beruhigungsmittel vorlegen oder regelmäßig rezeptfreie Schmerzmittel verlangen, werden Apotheker hellhörig. Doch wie können sie die ­Patienten auf ihr möglicherweise gesundheitsgefährdendes Verhalten hinweisen, ohne dass diese sich kritisiert oder gemaßregelt fühlen? Wichtig ist ein offenes Gespräch ohne erhobenen Zeigefinger, sagen Experten.
Von Schlaf- und Beruhigungsmitteln, insbesondere von sogenannten Benzodiazepinen, sind mehr als eine Million Bundesbürger abhängig. Meist handelt es sich um Frauen und ältere Menschen.
Die rezeptpflichtigen Benzodiazepine helfen bei Schlaflosigkeit, Angst und Unruhe. Sie sollten jedoch nur kurzfristig eingesetzt werden. Denn Patienten gewöhnen sich an die dämpfende Wirkung der Medikamente und rutschen un­bemerkt in eine Abhängigkeit. Müdigkeit und Konzentrationsstörungen treten bei einem Dauerkonsum verstärkt auf und schränken die Fahrtüchtigkeit ein. Wegen ihrer muskelentspannen­den Wirkung erhöhen Benzodiazepine vor allem bei älteren Menschen die Sturzgefahr und damit das Risiko von Knochenbrüchen.
Vielen Betroffenen ist allerdings nicht bewusst, dass sie abhängig sind. Andere verdrängen das Problem, weil sie nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen. Ein ambulantes Angebot, das vom Hausarzt und Apotheker begleitet wird, akzeptieren manche Patienten eher als einen Kli­nikaufenthalt. Gemeinsam mit dem ­behandelnden Arzt motivieren die teilnehmenden Apotheken die Patienten, ihre Dosis schrittweise zu reduzieren oder auf ein schwächer wirksames Präparat umzusteigen. Regelmäßige Gespräche unterstützen den Prozess, bis die ­Betroffenen schließlich mit weniger Beruhigungsmitteln oder ganz ohne diese auskommen. Das Angebot stößt bei Ärzten und Patienten auf große Akzeptanz. Betroffene stehen nicht mehr ständig neben sich und gewinnen deutlich an Lebensqualität, sagen Experten.
Auch rezeptfreie Arzneimittel können bei Dauerkonsum zu einer Gewöhnung führen. Problematisch sind vor allem Schmerz- und Abführmittel, Hus­­tenblocker und abschwellende ­Nasentropfen. Auch in diesem Fall weisen Apotheker auf die Gefahren des Missbrauchs hin, die vielen Kunden gar nicht bewusst sind. Deshalb können Apotheken durch gezielte Aufklärung in der Suchtpräven­tion viel erreichen. Bei richtiger Anwendung sind Arzneimittel wirksam und sicher. Entscheidend ist eine gute Beratung.

10.04.2012
Krebs: Schädlicher Lebensstil
Zahlreiche Tumorerkrankungen ließen sich vermeiden, wenn die Menschen gesünder leben würden. Hauptrisikofaktor für Krebs: Rauchen
Jupiter Images GmbH/Ablestock
Was schon lange vermutet wurde, hat nun eine wissenschaftliche Studie in Großbritannien bestätigt: Mit 43 Prozent lassen sich fast die Hälfte aller Krebserkrankungen auf einen ungesunden Lebensstil oder Umweltfaktoren zurückführen. Dazu gehören vor allem der Tabakkonsum mit dem Spitzenwert von 19 Prozent, eine falsche Ernährung, Übergewicht und Alkohol. Das zeigen Daten des britschen Cancer Research Instituts, die im British Journal of Cancer veröffentlicht wurden. Würde man die Werte auf die 450.000 Menschen übertragen, die im Jahr 2010 in Deutschland an Krebs erkrankten, wären 192.000 der Fälle vermeidbar gewesen. Die Forscher betonen, dass Krebs nicht nur „Schicksal“ sei oder ausschließlich in den Genen liege. Die Menschen müssten die große Bedeutung eines gesunden Lebensstils verinnerlichen.

09.04.2012
Krankenhaus: Sichere Operationen
OP´s verlaufen an allen Tagen gleich sicher, ergab eine große Studie
Stockbyte/RYF
Egal ob Montag früh, Freitagnachmittag oder bei Vollmond – das Risiko, nach einer geplanten Operation zu sterben, hängt nicht vom Monat, Wochentag, von der Uhrzeit oder Mondphase ab. Auch die Rate an Komplikationen nach der OP steht in keinem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt des Eingriffs.
Mediziner der Cleveland Clinic in Ohio (USA) werteten die Daten von 30.000 Patienten aus, die in den vergangenen Jahren in ihrer Klinik operiert wurden. Frühere Analysen aus anderen Häusern hatten darauf hin­gedeutet, dass ein OP-Termin später am Tag zu schlechteren Behandlungsergebnissen führt. Dies könnte daran liegen, dass dabei nächtliche Notfälle einbezogen wurden. Ungeplante Operationen bergen meist ein höheres Risiko.

07.04.2012
Vitamin D: Neue Werte: 800 I.E. am Tag
Ein Erwachsene braucht am Tag rund 800 Internationale Einheiten Vitamin D. Die bekommt man mit der Nahrung und durch Sonnenstrahlen auf der Haut
W&B/Winfried Fischer
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat die Werte für den Vitamin-D-Bedarf geändert und empfiehlt nun 20 Mikrogramm (entspricht 800 Internationalen Einheiten) täglich.
Vitamin D steckt unter anderem in Hering, Forellen, Champignons und Eiern. Doch niemand kann sich allein über das Essen ausreichend versorgen. Deshalb: Raus ins Freie – je nach Hauttyp pro Tag mindestens 10 bis 20 Minuten. Denn unter Sonneneinstrahlung bildet der Körper das Vitamin selbst.

06.04.2012
Ernährung: Extrem scharfe Speisen in Maßen genießen
Chili sollte man nicht im Übermaß verzehren. Die Schärfe kann zu Schleimhautreizungen führen
W&B/Reiner Schmitz
Vom Verzehr außergewöhnlich großer Mengen extrem scharfer Würzsoßen rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ab. Die für den brennenden Geschmack von Chilischoten verantwortlichen Capsaicinoide können zu Schleimhautreizungen, Übelkeit oder Erbrechen führen.
Für die scharf bis sehr scharf gewürzten traditionellen Speisen der afrikanischen, südamerikanischen und asiatischen Küche sind jedoch laut BfR – abgesehen von allergisch bedingten Unverträglichkeiten – keine gesundheitsschädigenden Wirkungen bekannt.

05.04.2012
Kümmel: Heilpflanze für die Verdauung
Die Früchte der Kümmelpflanze wirken verdauungsfördernd
Panthermedia/Birgit Kutzera
Die fein gefiederten Dolden des Kümmels blühen auf Wiesen und an Feldrändern in Europa sowie Asien. Die sichelförmigen Früchte (Carvi fructus) der Pflanze enthalten viel ätherisches Öl. Es verleiht ihnen ein intensives Aroma und wirkt verdauungsfördernd.
Deshalb würzt man schwer verdauliche Speisen wie Kohl mit Kümmel. Er beruhigt den Magen-Darm-Trakt und löst dort einfache Krämpfe. Arzneitees, die entblähen sollen, enthalten oft eine Mischung aus Kümmel, Anis und Fenchel.

04.04.2012
Medikamente: Übergewicht als mögliche Nebenwirkung
Manche Arzneien machen nicht nur gesund, sondern auch dick. Das ist aber kein Grund zur Sorge
W&B/Brigitte Sporrer
Gewichtszunahme! Wenn sie dieses Wort in einem Beipackzettel lesen, würden viele Menschen das Medikament lieber heute als morgen absetzen. Davon ist aber dringend abzuraten. Denn das gefährdet nicht nur die Wirksamkeit der Therapie, sondern kann auch andere unangenehme oder gar gefährliche Folgen haben.

Problemmittel Kortison
Bekannt ist das Problem der unvermeidlichen Gewichtszunahme in erster Linie bei Tabletten mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Kortikoide („Kortison“): Erstens regen diese Medikamente den Appetit an, zweitens sorgen sie für eine gewisse Wassereinlagerung im Gewebe, und drittens verlangsamen sie den Stoffwechsel. Die aufgenommene Energie aus der Nahrung wird vor allem im Gesicht und Nackenbereich in Form von Fettpölsterchen eingelagert.
Aber: Das betrifft eigentlich nur Patienten, die längerfristig hohe Dosierungen einnehmen müssen. Bei einer kurzfristigen Gabe und insbesondere bei Kortisonsprays oder Salben ist dieser Effekt nicht zu beobachten.

Auch einige Wirkstoffe aus der Gruppe der Psychopharmaka, vor allem manche Neuroleptika und Antidepressiva, können bei längerer Anwendung zu unerwünschten Pfunden führen, weil sie den Appetit mehr oder weniger stark anregen. Betroffen sind vor allem Patienten, die solche Präparate ein Leben lang einnehmen.
Beruhigend: Bei den meisten Präparaten tritt der Effekt nur in der Anfangsphase auf. Mit Disziplin, gesunder Ernährung und Bewegung kann man in solchen Fällen gut gegensteuern.

Auch Diabetiker sollten wachsam sein. Manche Medikamente gegen die Zuckerkrankheit können das Gewicht in die Höhe treiben: Die Antidiabetika verhindern, dass der aufgenommene Zucker die Blutbahn schädigt und durch den Urin wieder ausgeschieden wird. Statt dessen wird er in die Zellen aufgenommen. Das führt bei unveränderter Ernährung zu einer Gewichtszunahme. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass viele Diabetiker ein gesteigertes Durstgefühl besitzen und zu gesüßten Getränken greifen.

Aktive Bewegung nötig

Doch nicht alle Antidiabetika zeigen eine gewichtsfördernde Wirkung. Bei den Insulinen sind vor allem Verzögerungsinsuline betroffen. Auch Patienten, die Betablocker einnehmen, berichten hin und wieder von Gewichtszunahme während der Tablettentherapie.
Diese Medikamente versetzen den Körper in eine Art Schonzustand, beispielsweise nach einem Herzinfarkt, um zu verhindern, dass der Blutdruck zu sehr ansteigt. Allerdings sinkt dadurch auch der Bewegungsdrang und damit der Energieverbrauch. Weil es auf dem Markt aber eine Vielzahl verschiedener Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen gibt, kann der Arzt gegebenenfalls ein anderes Mittel auswählen.

Früher war häufig zu hören, dass Migränemittel oder Hormonpräparate wie die „Pille“ zu unliebsamen Fettpölsterchen führen können. Moderne Migränemittel haben diesen Effekt aber nicht mehr. Ebenso bereiten die heute üblichen, niedrig dosierten Hormonpräparate weniger Schwierigkeiten.
Es ist jedoch ratsam für jedem Patienten, der für eine Gewichtszunahme seine Medikamente im Verdacht hat, dies mit dem Arzt zu besprechen. Dieser wird sicher Verständnis für das Problem haben und gemeinsam mit dem Patienten eine Lösung finden.

03.04.2012
Umwelt: Fische in Gefahr
Übersäuertes Wasser kann den Fischbestand verringern
Shotshop/Detlef Schneider
Nicht nur Überfischung, auch die steigende Übersäuerung der Meere durch Kohlendioxid (CO2) gefährdet die dortige Tierwelt und damit wichtige Nahrungsmittel der Menschen. So wies ein Team unter Leitung des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften nach, dass eine Übersäuerung des Wassers die Überlebenschancen der Larven von Speisefischen wie zum Beispiel dem Dorsch verringert.
Bei ihren Versuchen setzten die Forscher Fischlarven in großen Versuchstanks den CO2-Konzentrationen aus, die in Zukunft in den natürlichen Lebensräumen der Dorsche herrschen könnten.

02.04.2012
Kaugummis: Gut fürs Ohr
Zuckerfreies Bubblegum mit Xylit hemmt offenbar die Bakterienwanderung von der Mundhöhle ins Ohr
Jupiter Images GmbH/French Photographers
Xylit, der Süßstoff vieler zuckerfreier Kaugummis, kann Bakterien daran hindern, vom Mund über die Eustachische Röhre in das Gehör zu wandern und dort eine Mittelohrentzündung (Otitis media) zu verursachen.
Zu diesem Schluss kamen Forscher der Universität von Toronto (Kanada), nachdem sie Studien der Datenbank Cochrane Library mit insgesamt mehr als 3000 finnischen Kindern untersucht hatten. Schon länger war bekannt, dass der auch als Xylitol bezeichnete natürliche Zuckeraustauschstoff das Wachstum von Erregern hemmt, die Karies hervorrufen.

31.03.2012
Übergewicht: Bequeme Menschen naschen mehr
Aktive Menschen essen weniger Süßigkeiten als ihre bequemeren Kollegen
Panthermedia/jirkaejc
Wer sich im Beruf viel bewegt, hat weniger Lust auf Süßes. Forscher aus Exeter (England) hatten 78 gewohnheitsmäßige Schokoladenesser zwei Tage auf „Entzug“ gesetzt. Die Hälfte der Probanden sollte eine Viertelstunde auf dem Laufband trainieren, die andere Gruppe durfte sich ausruhen.
Anschließend mussten alle Teilnehmer zurück an den Schreibtisch und unterschiedlich schwere Aufgaben lösen. Die Aktiven naschten dabei im Durchschnitt nur halb so viel von der angebotenen Schokolade wie die Passiven. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe spielte keine Rolle.

30.03.2012
E-Zigarette: Eine gesunde Alternative?
Viele Menschen denken, E-Zigaretten böten eine Möglichkeit, gesund zu rauchen. Das stimmt aber nicht unbedingt
Panthermedia/Potr Marchinski
Elektronische Zigaretten sind keine schadstoffarme Alternative, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die benutzten Kartuschen enthalten neben einer Nikotinlösung häufig auch andere gesundheitsschädigende Substanzen – wie möglicherweise krebserregende Nitrosamine.
Der über E-Zigaretten eingeatmete Dampf bestehe etwa bis zu 90 Prozent aus Propylenglykol, das kurzfristig Atemwegsreizungen auslösen könne, so die BZgA. Für einen dauerhaften Rauchstopp sei eine Verhaltensänderung nötig, die mit E-Zigaretten nicht erreicht werde.

29.03.2012
Gehirn: Denkorgan wächst mit seinen Aufgaben
Benutzt ein Mensch intensiv seine Hirnzellen, wächst das Denkorgan genau dort, wo man es am meisten beansprucht
PhotoDisc/RYF
Strengt ein Mensch intensiv seine Hirnzellen an, vergrößert sich das Denkorgan genau dort, wo es am meisten beansprucht wird. Diese Vermutung bestätigten Neurologen des Londoner University College an einer Gruppe von 79 Taxifahrern.
Bei Teilnehmern, die für ihre Lizenz erfolgreich Straßennamen und Routenpläne paukten, hatte die graue Substanz im hinteren Teil des Hippocampus zugenommen. Hier liegt das räumliche Vorstellungsvermögen. Bei Teilnehmern, die durch die Prüfung fielen, stellten die Forscher keine Veränderungen fest, berichten sie in Current Biology.

28.03.2012
Verbrennungen: So behandelt man sie richtig
Wie Sie sich bei kleinen Brandwunden selbst helfen können und wann Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen sollten
Shotshop/Erwin Wodicka
Der Unterarm streift das heiße Bügeleisen, am Herd kocht die Suppe über und spritzt auf die Hand, an der festlich gedeckten Tafel sorgt eine Kerze für schmerzliche Erinnerung – derartige Missgeschicke passieren alltäglich.

In den meisten Fällen entstehen nur kleine Verletzungen, die Betroffene gut selbst behandeln können. Oberstes Gebot: die Wunde sofort mit Wasser kühlen. Das verringert den Schmerz und soll verhindern, dass das Gewebe noch mehr Schaden nimmt, auch wenn die Hitzequelle bereits entfernt ist.

Am besten handwarmes Wasser verwenden und zehn bis höchstens 20 Minuten kühlen. Von kaltem Wasser raten Mediziner heute ab. Läuft es länger über eine Wunde, kann das die Versorgung der Haut beeinträchtigen.

Meist reicht das richtige Kühlen aus. Selbst ein Verband ist nicht nötig. Geben Sie keinesfalls Mehl, Öl oder ähnliche „Hausmittel“ auf die Wunde. Das kann zu einem Wärmestau führen und die Schmerzen verstärken.

Bildet sich eine Brandblase, sollte man sie keinesfalls aufstechen. Sie stellt einen idealen körpereigenen Verband dar und bewahrt die geschädigte Haut darunter vor Infektionen. Wer die Blase vor Verletzungen schützen möchte, kann sie locker mit einer sterilen Kompresse abdecken. Platzt die Blase, ist die Infektionsgefahr groß. Dies stellt in der Regel einen Fall für den Arzt dar, denn die Wunde muss antiseptisch behandelt werden.

Schmerzen lindern

Ein leichtes Schmerzmittel kann die Heilungsphase erträglicher machen. Brandwunden können sehr wehtun. An sich ist dies eher ein gutes Zeichen, denn dann sind die schmerzleitenden Nervenenden an der Hautoberfläche noch intakt. Bei tieferen Verbrennungen wurden die Nerven zerstört, und die Patienten empfinden keinen Schmerz.

Ob eine Brandverletzung nach der Erstversorgung noch von einem Arzt behandelt werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab: vom Grad und vom Ausmaß der Schädigung, von der betroffenen Körperregion und auch vom Alter des Verletzten.

Gefahr der Auskühlung

Bei Verbrennungen ersten Grades ist nur die Oberhaut betroffen. Sie ist gerötet und erwärmt wie bei einem Sonnenbrand. In der Regel reicht Selbstbehandlung, wenn nicht mehr als zehn Prozent der Körperoberfläche verbrannt sind. Denn dann besteht die Gefahr eines Kreislaufschocks. Anhaltspunkt: Die Handinnenfläche entspricht etwa einem Prozent.
Großflächige Verbrennungen werden heute nicht mehr gekühlt, die Verletzten kühlen schnell aus. Als Erste Hilfe die Haut steril abdecken und den Betroffenen mit einer Decke vor Auskühlung schützen.

Verbrennungen zweiten Grades (Blasenbildung) können innerhalb von zwei Wochen narbenlos abheilen. Wenn der Blasengrund weiß ist, sind tiefere Schichten betroffen, und Betroffene sollten einen Arzt aufsuchen. Das empfiehlt sich auch bei Blasen, die größer als ein Zwei-Euro-Stück sind. Höhergradige Verbrennungen stellen einen ärztlichen Notfall dar.
Auch mit Brandwunden im Gesicht, an Händen, Füßen und Genitalien sollten Sie zum Arzt, weil sich Narben bilden können. Babys und Kleinkinder gehören immer in medizinische Behandlung.

Kinder gut schützen

Verbrennungen und vor allem Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen bei Kindern. Entdeckungsfreudige Zwei- bis Vierjährige sind besonders gefährdet.
  • Heißes weit weg vom Tischrand platzieren. Nichts Heißes trinken, wenn ein Kind auf Ihrem Schoß sitzt.
  • Auf dem Herd die Topf- und Pfannengriffe nach hinten drehen. Möglichst die hinteren Platten benutzen. Den Herd mit einem Gitter sichern.
  • Verwenden Sie im Bad Mischbatterien. Lassen Sie nicht zuerst heißes Wasser in die Wanne laufen.

27.03.2012
Haare färben: Unter 16 Jahren keine bunten Strähnchen
Jugendliche müssen beim Haarefärben auf schrille Farben verzichten. Inhaltsstoffe können Allergien und Ausschläge auslösen
Thinkstock/Hemera
Auf Haarfärbemitteln steht neuerdings der eindeutige Hinweis: Jugendliche unter 16 Jahren müssen in Zukunft auf bunte Strähnchen verzichten. Das schreibt eine neue EU-Kosmetikverordnung vor. Zwei von drei Haarfärbemitteln enthalten die Chemikalie para-Phenylendiamin (PPD), die Allergien, Hautausschläge und Schwellungen im Gesicht sowie am Haaransatz auslösen kann.

26.03.2012
Mobbing: Oft ein Gruppenphänomen
Tritt Mobbing in einer Abteilung gehäuft auf, kann dies mit dem Führungsstil der Vorgesetzten zusammenhängen
Thinkstock/iStockphoto
Fühlt sich ein Mensch an seinem Arbeitsplatz als Opfer von Mobbing, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch Kollegen sich gemobbt fühlen. Die Wahrnehmung von Mobbing beruhe nicht auf der subjektiven Einschätzung einzelner Personen, sondern trete in betroffenen Abteilungen gehäuft auf. Zu diesem Schluss kommen Psychologen der Freien Universität Berlin, nachdem sie knapp 5000 Beschäftigte befragt haben.
Eine entscheidende Rolle spiele dabei der Stil der Vorgesetzten. Fälle von Psychoterror traten seltener in Abteilungen auf, in denen sich die Führungskräfte gesprächsbereit zeigten und Mitarbeitern bei Entscheidungen ein Mitspracherecht einräumten. In Gruppen mit Mobbing stieg das Risiko, an einer Depression zu erkranken, um das Doppelte, so die Forscher.

24.03.2012
Bluttest: Herzinfarkte besser erkennen
Ein neuer Test weist ein bestimmtes Eiweiß im Blut nach, dass nach einer Herzattacke verstärkt freigesetzt wird
Thinkstock/iStockphoto
Ein neuer Bluttest zeigt in drei Stunden, ob ein Herzinfarkt vorliegt. Forscher untersuchten damit 1818 Patienten, die sich in einer Spezial­ambulanz (Chest Pain Unit) vorstellten. Der Test misst den Anstieg von Troponin I im Blut, einem Eiweiß, das bei einem Infarkt frei wird. Er ist empfindlicher und zuverlässiger als jeder andere Troponin-I-Test, der sich auf dem Markt befindet, sagen die Autoren der Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde.

23.03.2012
Stechmücken: Ein guter Riecher
Nicht süßes Blut lockt Moskitos, sondern offenbar Dufststoffe auf der Haut
Thinkstock/iStockphoto
Bestimmte Bakterien auf der Haut­ des Menschen sondern Duftstoffe ab, die Stechmücken stark anziehen. Das zeigte eine Studie der Wageningen-Univer­sität (Niederlande). Die Forscher setzten 48 Männer mit nackten Füßen den Attacken der Malaria-Überträgerin Anopheles gambiae aus. Die Mücken flogen bevorzugt Füße an, auf denen sich viele Bakterien derselben Art tummelten. Am liebsten landeten sie auf Bereichen mit einer großen Anzahl von Staphylokokken.

22.03.2012
Eibisch: Sanfter Reizstiller
Die Heilpflanze enthält Schleimstoffe, die Reizhusten lindern können
Imagesource/RYF
Echter Eibisch (Althea officinalis) ist ein Malvengewächs. Im Sommer zieren die bis zu zwei Meter hoch wachsenden Stauden viele Natur- und Bauerngärten. Ihre großen rosafarbenen Blüten sind ein beliebter Landeplatz für Insekten. Im Winter nützen die in der wärmeren Jahreszeit geernteten Bestandteile der Heilpflanze all jenen Menschen, die von Heiserkeit, Halsschmerzen und Reizhusten geplagt werden. Denn Blüten, Blätter und Wurzeln des Eibischs enthalten wertvolle Schleimstoffe, die sich wie ein Schutzfilm auf die gereizte Schleimhaut im Mund- und Rachen­raum legen und sie dadurch beruhigen. Eibisch-Extrakte wirken reizlindernd in Tees und Säften.

21.03.2012
Mundhygiene: Polieren beim Profi
Informationen zur professionellen Zahnreinigung
Banana Stock/RYF
Sie tragen exotische Namen wie Streptococcus mutans und Laktobazillus acidophilus und gehören eigentlich nicht in den Mund – vor allem nicht in großer Zahl. Auf den Zähnen bilden die Keime weiche und harte Beläge, aus denen Karies und Parodontitis entstehen. Regelmäßiges Zähneputzen soll sie in Schach halten. Haften die Beläge aber an schwer zugänglichen Stellen im Zahnraum, helfen auch die geschicktesten Putzmanöver nicht. Daher bieten viele Zahnarztpraxen eine professionelle Zahnreinigung an.
Was passiert bei einer ­professionellen Zahnreinigung?
Eine gute professionelle Zahnreinigung ist ein Betreuungspaket. Darin sind mehrere manuelle Reinigungsschritte enthalten sowie die Untersuchung und Beratung des Patienten. Zunächst beurteilt der Zahnarzt oder die Fachkraft für Prophylaxe den Zustand von Zähnen und Zahnfleisch. Daraus leiten sie Anleitungen und Tipps für die häusliche Zahnpflege ab und informieren den Patienten über geeignete Hilfsmittel. Anschließend entfernt die Prophylaxe-Assistentin alle Beläge sowie Zahnverfärbungen durch Rauchen, Kaffee oder auch Tee. Am Ende behandelt sie die Zähne noch mit einem fluoridhaltigen Gel oder Lack.
Wie oft ist die Groß­reinigung beim Zahnarzt nötig?
Die Bundeszahnärztekammer gibt als Richtwert zwei professionelle Zahnreinigungen pro Jahr an. Ob tatsächlich mehr oder weniger Prozeduren notwendig sind, hängt vom individuellen Kariesrisiko ab und somit von Faktoren wie dem Alter, den persönlichen Lebensumständen und der Ernährung. Beispielsweise verringere sich bei älteren Menschen häufig der Speichelfluss. Wenn Zähne jedoch nicht regelmäßig in ausreichender Menge von Speichel umspült sind, erhöht sich das Kariesrisiko. Bei diesen Patienten könnten daher durchaus vier bis sechs professionelle Zahnreinigun­gen im Jahr sinnvoll sein. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt sagen, wie oft die Behandlung bei Ihnen nötig ist, zumal sich das im Lauf der Jahre immer wieder ändern kann.
Greift die Komplett­reinigung die Zähne an?
Um weiche Beläge und Verfärbungen zu entfernen, setzen Dentalhygieniker Pulverstrahlgeräte ein. Mit einem Luft-Wasser-Salz-Gemisch zertrümmern sie die Ablagerungen auf den Zähnen. Kritiker bemängeln, dass diese Behandlungsinstrumente die Zahnoberflächen aufrauen und so Karies fördern, denn Bakterien können sich besser an raue Flächen heften. Experten sagen aber, dass dieser ­Effekt nicht zum Tragen kommt, da die Zähne nach der Behandlung mit dem Pulverstrahlgerät stets von der Prophylaxe-Assistentin manuell nachgeglättet und poliert werden. Darüber hinaus härtet und schützt das anschließend aufgetragene Fluoridgel die Zahnoberfläche.
Wer übernimmt die Kosten?
Eine professionelle Zahnreinigung  gilt als Eigenleistung – im Normalfall bezahlen die gesetzlichen Kassen sie daher nicht. Manchmal gewähren die Versicherer allerdings pauschal einen ­Zuschuss oder bieten im Rahmen von Vorsorgeprogrammen günstigere Konditionen an. Nachfragen kann sich daher durchaus lohnen. Die Kos­ten der Behandlung hängen vom Leistungsumfang und Zeitaufwand ab. In der neuen Gebührenordnung für Zahnärzte, die seit 1. Januar 2012 gilt, ist die Zahnreinigung gebührenrechtlich festgelegt. Bei einem kompletten Gebiss (28 Zähne) betragen die Kos­ten je nach Aufwand zwischen 90 und 140 Euro.
Ab welchem Alter ist professionelle Zahnpflege sinnvoll?
Regelmäßige Prophylaxe ist schon im Kindesalter wichtig. Milchzähne sind Platzhalter für die zweiten Zähne und somit Voraussetzung für eine gesunde Gebissentwicklung. Experten empfehlen, bereits im Alter von zwei Jahren damit zu beginnen. Das schütze die Milchzähne gegen Beläge und führt zudem Kinder an die richtige Zahnpflege heran.

20.03.2012
Ernährung: Obst und Gemüse hält Gefäße fit
Ernähren sich Frauen gesund, können sie einem Schlaganfall vorbeugen, zeigt eine Studie
Thinkstock/Hemera
Die richtige Ernährung kann das Risiko für einen Schlaganfall senken. Das zeigt eine Analyse des Karolinska-Instituts in Stockholm (Schweden). Die Forscher werteten über zwölf Jahre die Daten von 31. 035 Frauen ohne und 5680 Frauen mit Vorerkrankun­gen des Herz-Kreislauf-Systems aus. Ein hoher Gehalt an Antioxidanzien im Blut, der bei den Teilnehmerinnen vorwiegend auf dem Verzehr von Gemüse und Früchten beruhte, senkte das Hirnschlagrisiko bei den gesunden Frauen um 17 Prozent, bei den vorbelasteten um zehn Prozent.

19.03.2012
Bewegung: Sport fördert den Schlaf
Wer sehr aktiv ist, schläft deutlich besser. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 150 Minuten Sport pro Woche
Stockbyte/RYF
Menschen schlafen deutlich besser und fühlen sich tagsüber munterer, wenn sie – wie die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt – mindestens 150 Minuten pro Woche Sport treiben. Das fanden Wissenschaftler der Oregon State University (USA) jetzt in einer Studie heraus. Dazu untersuchten sie 2600 Frauen und Männer zwischen 18 und 85 Jahren. Um verlässliche Daten zu erhalten, hatten sie die Teilnehmer mit einem Fühler ausgestattet, der deren Bewegungen aufzeichnete. Unmittelbar nach der sportlichen Betätigung haben manche Menschen allerdings Probleme mit dem Einschlafen.

17.03.2012
Vorsorge: Besser zu früh als zu spät
Mann und Frau nehmen Vorsorgeuntersuchungen zu selten war, sagen Experten
Brand X Pictures/ RYF
Gesetzlich Versicherte nehmen Vorsorgeuntersuchungen zu wenig in Anspruch. Darauf macht das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) aufmerksam und empfiehlt, besonders die Angebote zur Darmkrebsvorsorge wahrzu­nehmen. Doch nur 14 Prozent der Frauen und 11 Prozent der Männer zwischen 55 und 74 Jahren tun das. Männer gelten generell als Vorsorgemuffel. Erst ab 75 Jahren wendet sich das Blatt: Dann lassen sich mehr Männer als Frauen beraten.

16.03.2012
Röntgen: Strahlung vermeiden
Patienten sollten nur geröntgt werden, wenn es wirklich angebracht ist
PhotoDisc/ RYF
Röntgenuntersuchungen und Computer­tomografien sollten laut Bundesamt für Strahlenschutz nur angewandt werden, wenn sich daraus bessere Behandlungsmöglichkeiten ergeben. Zur Verringerung der eventuell krebserregenden Strahlen­dosis können die Patienten selbst beitragen. So sollen sie aktuelle ähnliche Aufnahmen – soweit vorhanden – in die Praxis mitbringen und sich vom Arzt über Notwendigkeit und Risiken geplanter neuer Untersuchungen aufklären lassen.

15.03.2012
Abnehmen: Jo-Jo-Hormone
Manche Frauen verspüren nach einer Diät ständig Hunger, was den Jojo-Effekt verstärkt. Schuld sind wohl appetitanregende Hormone, sagen Forscher
Panthermedia/Christian Frickinger
An 50 Probandinnen stellten australische Wissenschaftler fest, dass sie auch ein Jahr nach einer erfolgreichen Diät noch ein verstärktes Hungergefühl hatten. Der Grund dafür war die nach wie vor erhöhte Konzentration von Hormonen, die den Appetit ­anregen. Hormone wie Leptin, welche die Nahrungsaufnahme dagegen vermindern, waren noch nicht wieder auf ihrem Aus­gangs­­niveau. Für eine dauerhafte Gewichtsabnahme müssten also Strategien entwickelt werden, um diese Kompensationsmechanismen des Körpers zu überlisten, so die Forscher im New England Journal of Medicine.

14.03.2012
Menstruation: Schmerzfreie Tage
Mit welchen Mitteln sich Krämpfe und Unwohlsein während der Periode am besten lindern lassen
Jupiter Images GmbH/French Photographers Only
Viele Frauen fühlen sich während der Monatsblutung ruhe­­bedürftiger als sonst. Für manche sind die Tage sogar ausgesprochen schmerzhaft. Starke Bauch­krämpfe, die in Rücken und Beine ausstrahlen können, plagen sie. Übelkeit, Verdauungsprobleme, Erbrechen oder Kopfschmerzen können dazukommen. Oft sind die Beschwerden so heftig, dass die Frau­en für ein bis drei Tage ihren Alltag nicht bewältigen können und im Beruf, im Studium oder in der Schule ausfallen.
Alle vier Wochen baut sich bei Frauen während der fruchtbaren Jahre die Gebärmutterscheimhaut auf, damit sich ein befruchtetes Ei ein­nis­ten kann. Bleibt die Befruchtung aus, wird die Schleimhaut durch die Monatsblutung ausgeschieden.
Dazu ziehen sich die Muskeln der Gebärmutter in unregelmäßigen Abständen zusammen. Dies geschieht unter dem Einfluss des Botenstoffs Prostaglandin. Die hormonähnliche Substanz reguliert die Anspannung der glatten Muskulatur und beeinflusst das Schmerzempfinden. Me­diziner vermuten, dass betroffene Frau­­en entweder vermehrt diese Schmerzbotenstoffe produzieren oder verstärkt darauf reagieren.
Der Selbsthilfe-Klassiker gegen die krampfartigen Schmerzen ist Wärme in verschiedenster Form. Wohltuend wirkt eine Wärmflasche auf dem Bauch. Für unterwegs eignen sich ­etwa Wärmekompressen aus der Apotheke, die über mehrere Stunden gleichmäßig Wärme abgeben.

Entkrampfend auf die Gebärmutter wirken bei leichteren Beschwerden Heilkräutertees mit Gänsefingerkraut oder Schneeballbaumrinde. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse, möglichst schon einige Tage vor der erwarteten Periode. Präparate mit Mönchspfeffer können regulierend auf die Periode wirken. Ein Effekt tritt aber meist erst nach sechs bis acht Wochen ein. Auch Homöopathika wie Magnesium phosphoricum oder Chamomilla gelten als krampflösend.
Bewegung, zum Beispiel Walken, kann ebenfalls Linderung bringen. Sport fördert die Durchblutung des Unterbauchs. Wer regelmäßig aktiv ist, kann Beschwerden langfristig ent­gegenwirken. Es gibt Hinweise, dass eine gute Versorgung mit Magnesium Krämpfen vorbeugt. Reichlich enthalten ist der Mineralstoff in Vollkornprodukten, Kakao, Nüssen und Weizenkeimen. Auch die Einnahme eines Magne­sium-Präparats kann sinnvoll sein.
Geht die Periode mit starken Schmerzen einher, empfiehlt sich ein Schmerzmittel oder ein krampflösen­des Medikament. Geeignet sind die Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen und Naproxen. Wer mit Schmerzen rechnen muss, sollte die Einnahme nicht hinauszögern. Bewährt haben sich auch Medikamente mit dem krampflösenden Wirkstoff Butylscopolamin.
Nur bedingt geeignet ist Acetylsalicylsäure. Sie wirkt gerinnungs­­hemmend und kann den Blutverlust zusätzlich steigern sowie übermäßige Blutungen fördern. Ihr Apotheker berät Sie bei der Auswahl des Wirkstoffs und klärt auch über mögliche Nebenwirkun­gen und Risiken auf.
Frauen, die verhüten wollen, bringt die „Pille“ oder ein anderes gestagenbetontes Verhütungsmittel Erleichterung. Die Hormone schwächen die Blutung und damit einhergehende Beschwerden stark ab.

Vor allem für junge Mädchen kann die Blutung schmerzhaft sein, doch das ist nicht zwingend ein Grund für einen Arztbesuch. Werden die Beschwerden aber mit jeder Periode stärker oder kommen unklare Unterbauchschmerzen während des Zyk­lus hinzu, sollten Betroffene einen Gynäkologen aufsuchen.
Die häufigste Ursache starker Regelschmerzen ist eine Endometriose: Versprengte Gebärmutterschleimhaut wächst außerhalb der Gebärmutter-Innenhöhle, etwa im Bauchfell. Da man die Krankheit nur durch eine Bauchspiegelung sicher diagnostizieren kann, bleibt sie in vielen Fällen lange unerkannt.

13.03.2012
Erkältung: Keine Mittel doppelt einnehmen!
Erkältungsmedikamente enthalten oft Wirkstoff-Kombinationen. Nehmen Sie mehrere Präparate ein, lassen Sie sich deshalb in der Apotheke beraten
Panthermedia/Thomas Lammeyer
Erkältungen belasten uns mit einer Vielzahl von Symptomen: Hus­ten, Schnupfen, Gliederschmerzen, Heiserkeit. Wenn Sie gegen die Beschwerden mehrere Arzneimittel verwenden, sollten Sie sich beraten lassen, um keine Wirkstoffe doppelt einzunehmen. Viele Erkältungsmittel enthalten bereits einen Wirkstoff gegen Schmerzen oder einen Hustenstiller.

12.03.2012
Gehirn: Schlaf-Gene entdeckt
Wie lange ein Mensch schläft, hängt wohl auch mit seinem Erbgut zusammen
Banana Stock/ RYF
Manche Menschen brauchen weniger, manche mehr Schlaf. Schon länger vermuteten Forscher, dass bei diesen unterschiedlichen Bedürfnissen auch die Gene eine Rolle spielen. Auf der Suche nach dem „Schlaf-Gen“ analysierte ein internationales Wissenschaftlerteam das Erbgut von mehr als 4000 Menschen und setzte es in Bezug zur Dauer der Bettruhe. Und tatsächlich: Die Träger einer Variation des Gens ABCC9 benötigen etwa 30 Minuten mehr Schlaf, schreiben die Forscher in dem Fachblatt ­Molecular Psychiatry. Einer von fünf Europäern trägt das Gen in sich.

10.03.2012
Frauen: Stark durch Doppel-X-Chromosom
Auf dem X-Chromosom befinden sich viele Erbanlagen und Abschriften, die für das Immunsystem wichtig sind. Frauen haben gleich zwei X-Chromosomen, Männer nur eins
Thinkstock/Hemera
Frauen zeigen heftigere Immunreaktionen als Männer und sind deshalb resistenter gegen Krankheitserreger. Forschern der Universität Gent (Belgien) zufolge findet sich die Erklärung dafür im weiblichen Erbgut und zwar in dem doppelten X-Chromosom. Wie eine Genanalyse ergab, liegen dort zahlreiche Erbanlagen und Abschriften sehr kurzer Abschnitte, sogenannte Mikro-RNA, die für das Immunsystem wichtig sind.
Bei Frauen können Fehler in einem X-Chromosom durch die zweite intakte Kopie ausgeglichen werden. Bei Männern funktioniert dieser Mechanismus nicht, da ihr Erbgut statt des zweiten X-Chromosoms ein Y-Chromosom enthält. Das stärkere weibliche Immunsystem könnte auch der Grund dafür sein, dass Frauen von Natur aus im Schnitt etwas länger leben als Männer.

09.03.2012
Ringelblume: Gut für die Haut
Die Heilpflanze Ringelblume enthält entzündungshemmende Substanzen wie Glykoside, Saponine und Karotinoide
Panthermedia/evgenyb
Orangegelb leuchten die Blüten der Ringelblume (Calendula officinalis) auf der Wiese. Weil die Pflanze zahlreiche Sommergärten schmückt und vom Juni bis in den Herbst hinein blüht, heißt sie auch Gartenringelblume und Sonnwendblume. Das zu den Korbblütlern gehörende Gewächs hat sich insbesondere bei leichten Hautwunden bewährt, denn die Blüten enthalten entzündungshemmende Substanzen wie Glykoside, Saponine und Karotinoide.
Jetzt im Winter leiden viele Menschen unter rissiger und rauer Haut. Ringelblume, als Salbe, Tinktur oder Öl aufgetragen, glättet sie. Auch alltägliche Verletzungen wie kleine Schürf- und Quetschwunden und sogar leichte Verbrennungen und Erfrierungen heilen damit schneller ab. Oft finden sich die feinen, farbigen Zungen der Blütenblätter als schmückendes Element in Teemischungen.

08.03.2012
Gehirn: An was Männer denken
Männer haben durchschnittlich 19-mal am Tag erotische Gedanken. Aber sie denken auch viel an Essen oder Schlafen
Thinkstock/PolkaDotImages
Männer denken nur an das eine? Diese Meinung widerlegt eine aktuelle Studie der Ohio State Universität in Mansfield (USA). 283 Studenten und Studentinnen wurden in drei Gruppen aufgeteilt und sollten mit einem Zählgerät eine Woche lang festhalten, wie oft sie entweder an Sex, an Essen oder Schlafen dachten. Dabei zeigte sich, dass Männer im Durchschnitt 19-mal am Tag erotischen Gedanken nachhingen, Frauen zehnmal. Allerdings dachten die Studenten auch häufiger an Essen und Schlafen als die Studentinnen.

07.03.2012
Kälte: Erfrierungen behandeln
Hier lesen Sie, welche Maßnahmen bei Erfrierungen und Unterkühlung die Erste Hilfe darstellen
Thinkstock/iStockphoto
Wenn der Schnee glitzert, sich in der Eisdecke eines zugefrorenen Sees die Berge spiegeln oder die Schritte im frischen Weiß knirschen, ist Winter wunderbar. Doch die Lust auf Bilderbuchromantik schwindet rasch, wenn die Kälte in den Körper kriecht. Eis und Schnee sind dafür gar nicht nötig, denn schon bei Plusgraden können Wind und Feuchtigkeit – wie auch eine zu eng sitzende Kleidung, die eine normale, wärmende Durchblutung behindert – ernste gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

Vermutlich hat jeder schon einmal erlebt, wie Finger oder Ohren in der Kälte zu kribbeln anfangen – ein Zeichen, dass die Durchblutung gedrosselt wird. Der Körper ergreift diese Vorsichtsmaßnahme, um den Wärmeverlust zu mindern. Besonders problematisch: Weil Kälte die Hautnerven lahmlegt, haben die Betroffenen keine Schmerzen. Es fehlen die Alarmsignale.

Körperwärme und Wasserbäder

Erfrierungen sind örtlich begrenzte Gewebeschäden. Sie treten vor allem an Nase, Ohren, Fingern und Zehen auf. Mediziner unterscheiden drei Schweregrade: Erfrierungen ersten Grades heilen folgenlos ab. Die Haut ist weiß und kühl. Im Stadium zwei bilden sich Blasen. Das Gewebe verfärbt sich blau und schwillt an. Stirbt Gewebe ab, liegt eine Erfrierung dritten Grades vor. Tückisch: Manchmal vergehen Tage oder Wochen, bis sich das Ausmaß des Kälteschadens zeigt.

Vor dem langsamen Erwärmen des Gewebes muss die nasse Kleidung durch trockene ersetzt werden. Auf keinen Fall sollte man die Haut reiben, weil das den Gewebeschaden vergrößern kann. Körperwärme eignet sich gut zum Erwärmen: So können beispielsweise kalte Finger in die Achselhöhle gelegt werden. Ideal sind Wasserbäder mit langsam ansteigender Temperatur – vor allem bei Erfrierungen zweiten und dritten Grades. Diese sollten aber grundsätzlich von einem Arzt in Augenschein genommen werden.

Kühlt der ganze Körper ab, sprechen Ärzte von Unterkühlung. Problematisch wird es, wenn die Körperkerntemperatur unter 35 Grad sinkt. Unter 33 Grad hört das Muskelzittern auf. Die Atmung flacht ab, der Betroffene verliert das Bewusstsein. Es besteht Lebensgefahr. Ersthelfer sollten sofort den Rettungsdienst alarmieren. Anschließend wird der Betreffende mit Wolldecken oder einer Isolierdecke umwickelt. Mitunter sind warme Getränke hilfreich. Auf keinen Fall darf der Unterkühlte zu sehr bewegt werden, da die Muskelarbeit kaltes Blut zum Körperkern leitet, was diesen weiter abkühlt.

Gesundheitsprobleme in der Kälte lassen sich leicht vermeiden. Die passende Kleidung schützt. Bewährt hat sich das „Zwiebelschalenprinzip“: Eine windabweisende äußere Kleidungsschicht ergänzt mehrere wärmende Innenschichten. Das hält warm. Mütze und Handschuhe vervollständigen den Kälteschutz. So lässt sich die Schönheit des Winters sorgenfrei genießen.

06.03.2012
Ernährung: Gemüse für Kinder schmackhaft machen
Mit kleinen Tipps kann man Gemüse so zubereiten, dass es Kindern besser schmeckt
Thinkstock/iStockphoto
Warum verweigern Kinder oft Gemüse? Möglicherweise liegt es an den Bitterstoffen. Forscher von der Temple University Philadelphia (USA) testeten zunächst, wie empfindlich Vorschulkinder auf solche Bitterstoffe reagierten. Dabei zeigten mehr als zwei Drittel eine hohe Sensitivität. War jedoch der Brokkoli von einem Dressing gekrönt, aßen die Kleinen mehr davon. Am besten, so die Forscher, eignet sich ein fettarmer Dip. Ähnliches gilt auch für Suppen: Kalorienarmer Frischkäse macht sie für Kinder schmackhafter.

05.03.2012
Im Alter: Der Geruchssinn lässt nach
Dem in die Jahre gekommenen Gehirn fällt es immer schwerer verschiedene Gerüche zu unterscheiden
Thinkstock/Stockbyte
Dem Gehirn fällt es im Alter zunehmend schwer, Gerüche zu unterscheiden. Das berichten Neurowissenschaftler in der Fachzeitschrift Neurobiology of Aging. Sie wiesen nach, dass die Geruchsnerven von über 60-Jährigen zwar genauso zahlreich sind wie bei Jüngeren. Die Neuronen differenzieren im Alter unterschiedliche Gerüche aber nicht mehr, sondern vermischen sie. Der schwächere Geruchssinn könnte den mangelnden Appetit vieler Senioren erklären, so die Forscher.

03.03.2012
Schutzimpfung: Keine Angst vor dem Piks
Tut nicht weh, trotzdem ist das Impfen vielen Kindern und Erwachsenen nicht geheuer
W&B/Christine Beckmann
Viele Erwachsene haben Angst vor Spritzen und lassen sich deshalb keine Injektionen verabreichen. Diese „Furcht vor der Nadel“ entsteht oft durch die in der Kindheit durchgeführten Schutzimpfungen.
Forscher der Universität von Toronto (Kanada) raten ängstlichen Patienten, den Piks selbstbewusst und in aufrechter Haltung auf sich zukommen zu lassen. Wer verkrampft, spürt mehr Schmerzen.

02.03.2012
Denksport: Durch die Tür, aus dem Sinn
Offenbar registriert das Gehirn das Durchqueren einer Tür als Signal, Gedanken, die wir gerade noch hatten, zu löschen
Panthermedia/Theodor38
„Was wollte ich hier?“ Diese Frage hat sich wohl schon jeder einmal gestellt, nachdem er einen anderen Raum betreten hatte, um etwas zu erledigen. Wissenschaftler der Universität Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana haben nun die Erklärung für diese Vergesslichkeit gefunden: Offenbar registriert das Gehirn das Durchqueren einer Tür als Signal, Gedanken, die wir gerade noch hatten, zu löschen.
Für die Studie sollten die 60 Teilnehmer aus einer Auswahl sechs bunte Teile in eine Kiste packen und sie auf einen Tisch platzieren. Dieser stand entweder im selben oder in einem benachbarten Raum, der durch eine Tür getrennt war. Anschließend sollten die Teilnehmer möglichst viele Teile in der Kiste benennen. Hatten sie zuvor die Tür durchquert, lösten sie diese Aufgabe deutlich schlechter.

01.03.2012
Krebsvorsorge: Ab 35 zum Haut-Check
Gesetzlich Krankenversicherte haben ab 35 alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenlose Untersuchung der gesamten Haut ohne Hilfsmittel
Panthermedia/Andres Rodriguez
Fast jeder vierte Deutsche leidet unter einer Hauterkrankung, etwa einer Pilzinfektion, einem Ekzem oder Akne. Zu diesem Ergebnis kamen Professor Matthias Augustin und sein Team von der Universität Hamburg. Für ihre Studie werteten sie die Daten von mehr als 90.000 Angestellten aus, die in ihren Firmen an Hautscreenings teilgenommen hatten.
Im Rahmen der Früherkennungsmaßnahmen haben gesetzlich Krankenversicherte ab 35 alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenlose Untersuchung der gesamten Haut ohne Hilfsmittel bei ihrem Hausarzt oder einem Dermatologen. Darüber hinausgehende Kontrollen, etwa mit dem Auflichtmikroskop, werden dem Patienten als individuelle Gesundheits-Leistungen (IGeL) in Rechnung gestellt.

28.02.2012
Gedächtnis: Kopfbälle können Hirn schaden
Bei Kopfbällen wirken Kräfte mit bis zu 30-facher Erdbeschleunigung. Das kann dem Gehirn Schaden zufügen
Thinkstock/BrandXPictures
Hobby-Kicker, aufgepasst! Radiologen des New Yorker Einstein College of Medicine (USA) haben eine Obergrenze berechnet, ab der Kopfbälle die Nervenfasern im Gehirn schädigen. Bei Spielern, die mehr als 1500 Kopfstöße pro Jahr ausführten, wiesen sie Schäden wie bei einem Schädel-Hirn-Trauma nach.
Bei neuropsychologischen Tests stellten sie zudem Gedächtnisschwächen fest. Für Gelegenheitsspieler und Fußballer mit professioneller Technik geben die Mediziner aber Entwarnung.

27.02.2012
Haut: Sonne fördert Vitamin-D-Produktion
Menschen, die zu wenig Sonnenlicht abbekommen, produzieren weniger Vitamin D
Thinkstock/Goodshot
Nutzen Sie die Wintersonne! Menschen, die nur selten Sonnenstrahlen auf die Haut lassen, haben weniger Vitamin D im Blut als Sonnenfreunde. Das schreiben Forscher der Stanford School of Medicine (USA) in dem Magazin Cancer Causes and Control.
Unter den 6000 Studienteilnehmern bildete die Haut vor allem bei jenen zu wenig Vitamin D, die sich meist im Schatten aufhielten oder sich mit langärmeligen Hemden vor der Sonne schützten. Die Anwendung von Sonnencreme beeinflusst die Vitamin-D-Konzentration dagegen kaum. Ein Mangel an dem Vitamin kann zu Osteoporose führen.

26.02.2012
Psychologie: Wie Menschen mit Verboten umgehen
Menschen reagieren unterschiedlich, wenn ihnen etwas nicht erlaubt ist
Panthermedia/Darius Turek
Wie reagieren Menschen auf Vorschriften: mit Akzeptanz oder Widerstand? Dies untersuchten Forscher der Universität von Waterloo (Kanada). Sie informierten 76 Studenten über Vorzüge eines niedrigen Tempolimits. Dann erfuhr ein Teil, dass ein entsprechendes Gesetz bald in Kraft trete, der andere, dass eine Änderung wahrscheinlich geplant sei.
Eine Gruppe bekam keine weiteren Informationen. Nun sollten die Studenten das Vorhaben bewerten. Die größte Unterstützung fand die Geschwindigkeitsbegrenzung bei jenen, die von der Gesetzesänderung ausgingen, die geringste bei jenen, die von einer Planung wussten. Die Erklärung der Forscher: Auf eine bestehende Vorschrift reagieren Menschen eher positiv, um besser damit zurechtzukommen. Besteht eine Chance zur Änderung, regt sich Widerstand.

25.02.2012
Gut trainiert: Muskelkraft ein Leben lang
Wenn man genug Sport betreibt, muss Muskelkraft im Alter nicht abnehmen.
Thinkstock/iStockphoto
Eine Studie der Universität von Pittsburgh (USA) zeigt, dass die Muskelkraft mit dem Alter nicht abnehmen muss. Die Wissenschaftler untersuchten sehr sportliche Menschen zwischen 40 und 81 Jahren, die mindestens vier- bis fünfmal in der Woche trainierten.
Unter anderem maßen sie die Muskelmasse. Dabei zeigte sich zwar ein geringer Kraftverlust um das 60. Lebensjahr, aber die 70- und 80-Jährigen waren genauso kräftig wie die 60-Jährigen.

24.02.2012
Computerprogramm: Fotos in Zeitschriften fast alle geschönt
Ein neues Computerprogramm kann auf Bildern erkennen, wie stark diese zuvor bearbeitet wurden
Thinkstock/Digital Vision
Auf Werbeanzeigen und Magazinen lächeln uns makellose Gesichter entgegen. Fast alle diese Fotos wurden vorher digital bearbeitet. Mithilfe eines Computerprogramms lässt sich nun messen, wie stark Retuscheure dabei getrickst haben. Forscher des Dartmouth College in Hanover (USA) entwickelten die Software dazu.
Diese analysiert, um welchen Wert Gesichtszüge verändert, Falten geglättet, Busen aufgebläht und Beine in die Länge gezogen wurden. Die Software soll helfen, realitätsferne Bilder zu entlarven, hoffen die Wissenschaftler. Falsche Schönheitsideale fördern Essstörungen, wie Studien belegen.

23.02.2012
Arzneimittelsicherheit: Initiative gegen Medikamentenfälschungen
Apotheker sowie Pharmagroßhändler und -hersteller gehen gemeinsam gegen Fälschungen vor
W&B/IFA
Gefälschte Arzneimittel stellen in Europa und damit auch in Deutschland ein wachsendes Problem dar. Einfallstor ist meist der illegale Versandhandel. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass der Fälschungsanteil hier bei rund 50 Prozent liegt – Tendenz steigend. Dagegen gilt der legale Vertriebsweg vom Hersteller über den Großhandel in die Apotheken als sehr sicher. Hier tauchten bisher nur vereinzelt gefälschte Arzneimittel auf.

Mit der Globalisierung des Arzneimittelmarkts steigt aber das Risiko, dass Fälschungen auch in die legale Lieferkette gelangen. Um gefälschte Arzneimittel auch in Zukunft von Apotheken fernzuhalten, haben sich alle Beteiligten der Lieferkette zu der Initiative Securpharm zusammengeschlossen. Die Initiative entwickelt ein Siche­rungssystem, mit dem Apotheker im Beisein der Patienten die Echtheit von Arzneimitteln prüfen können.
Anstoß zu der Initiative gab eine neue EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Arzneimittelfälschun­gen: Europaweit sollen Präpa­rate künftig mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen versehen werden, welche die Identifizierung jeder einzelnen Packung ermöglichen. Die Verordnung soll 2016 in Kraft treten. Bis dahin versucht die Initiative die Vorgaben auf nationaler Ebene umzusetzen.
Für einen im Januar 2013 beginnenden Pilotversuch versehen ausgewählte Hersteller die Packungen rezeptpflichtiger Arzneimittel mit einem zweidimensionalen Data-Matrix-Code, wie er zum Beispiel von Bahnfahrkarten bekannt ist. Jede Packung erhält eine individuelle Seriennummer, die in einer Datenbank gespeichert wird. Damit wird sie zum Unikat.
Um den Code entziffern zu können, werden die Apotheken mit speziellen Lesegeräten ausgestattet. Bevor der Apotheker ein Medikament abgibt, startet er eine Abfrage in der Datenbank. Ist die Seriennummer in Ordnung, gibt das System grünes Licht, und die Packung wird als „abgegeben“ vermerkt. Eine unbekannte oder bereits abgegebene Packungsnummer löst hingegen Alarm aus. Der Patient erhält eine andere Packung, und der Apotheker geht der Sache auf den Grund. Die Beteiligten der Initiative sind zuversichtlich, dass diese zusätzliche Kontrolle Fälscher künftig abschrecken wird.
Eine dreimonatige Testphase soll die Alltagstauglichkeit des Konzepts unter Beweis stellen. Zunächst gilt es, die technischen Voraussetzungen für eine zügige Abfrage zu schaffen. Die Arbeitsabläufe dürfen nicht behindert oder verzögert werden. Auf die Apotheken kommen Mehrkosten für die Ausrüstung zu. Am stärksten ist jedoch die Pharmaindustrie betroffen, die ihre Produktionsstraßen umrüsten muss.
Die Bereitschaft, in noch aufwendigere Sicherungssysteme zu inves­tieren, hält sich derzeit in Grenzen. RFID-Transponder (Radio Frequency Identification), wie sie in der Bekleidungsindustrie als Diebstahlschutz zum Einsatz kommen, werden sich daher schwer durchsetzen. Sie sind sicherer als Data-Matrix-Codes, aber auch teurer.

RFID-Transponder bestehen aus einem Speicherchip und einer Antenne, die über Funkwellen mit einem Lesegerät kommuniziert. Der Chip kann ausgelesen und beschrieben werden, sodass Großhandel und Apotheken Informationen ergänzen können. Damit könnte man den Weg eines Arzneimittels vom Hersteller bis zum Patienten lückenlos nachvollziehen. Veränderbare Informationen wären zudem schwerer zu kopieren als Data-Matrix-Codes. Außerdem ließen sich ohne Sichtkontakt mehrere Packungen auf einmal auslesen. Das würde wiederum Zeit sparen und die Arbeit erleichtern.
Ein Forschungsprojekt konnte zeigen, dass sich die Kosten verringern, wenn die Antennen bereits während der Herstellung auf die Packung gedruckt werden. Die RFID-Technik bietet sich vor allem für hochpreisige Medikamente und Betäubungsmittel an. Welche Arzneimittel mit einem Fälschungsschutz versehen werden müssen, legt die EU-Kommission noch fest.

22.02.2012
Schlangen: Tödliche Bisse
Die offiziellen Zahlen der Schlangenbiss-Toten liegen oft viel zu tief, sagen Wissenschaftler
Thinkstock/iStockphoto
Weltweit sterben mehr Menschen an Schlangenbissen als gemeinhin angenommen. Darauf machten Wissenschaftler bei dem Kongress für Tropenmedizin und Hygiene in Philadelphia (USA) aufmerksam. Sie verwiesen auf die aktuelle Datenanalyse in dem Fachmagazin Journal of Neglected Tropical Diseases.
Demnach kommen allein in Indien 46.000 Menschen jährlich infolge eines Schlangenbisses zu Tode. Die offizielle Statistik der Weltgesundheitsorganisation verzeichnet nur 2000 Todesfälle pro Jahr durch Giftschlangen in Indien.

21.02.2012
Birke: Pflanze für Haut und Niere
Aufgüsse von Birkenblättern wirken harntreibend. Äußerlich kommen Extrakte der Rinde die Rinde bei trockener Haut zum Einsatz
Panthermedia/Scubarbatek
Den schlanken Stamm reckt die Hängebirke (Betula pendula) bis zu 25 Meter hoch in den Himmel. Die Äste mit den zartgrünen Blättern neigen sich zum Boden, während sie bei der gedrungen wachsenden Moorbirke (Betula pubescens) nach oben ragen.
Als Arzneimittel sind vor allem die polyphenolhaltigen Blätter beider Arten interessant. In Tees und Aufgüssen wirken sie harntreibend sowie durchspülend und unterstützen die Behandlung bakterieller Harnwegsinfekte. Extrakte der weißen Birkenrinde kommen zudem in Cremes und Lotionen für die Pflege trockener Haut zum Einsatz.

20.02.2012
Unter Geschwistern: Kinder kriegen steckt an
Wenn Bruder oder Schwester Nachwuchs bekommen, dann motiviert das oft die Geschwister, es nachzumachen
W&B/Bernhard Huber
Bei ihrer Familienplanung lassen sich junge Frauen durch ihr soziales Umfeld beeinflussen – vor allem die eigene Familie. Bekommt die Schwester oder der Bruder einer Frau im gebärfähigen Alter Nachwuchs, steigt für sie die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst innerhalb des nächsten Jahres schwanger wird, auf mehr als das Doppelte.
Das belegten Wissenschaftler des Wiener Instituts für Demografie bei 110.000 norwegischen Geschwisterpaaren. Sie nehmen an, dass kinderlose Frauen die Unsicherheit bei ihrer eigenen Entscheidung abbauen, wenn sie ihre Geschwister dabei beobachten, wie sie in ihrer neuen Elternrolle aufgehen.

19.02.2012
Krebsrisiko: Zähneputzen schützt vor Tumor
Menschen, die regelmäßig und gut ihre Zähne pflegen, reduzieren ihr Risiko, an Krebs zu erkranken
Thinkstock/Photos.com
Regelmäßige Mundhygiene schützt nicht nur Zähne und Zahnfleisch, sie kann auch dazu beitragen, Krebserkrankungen der Speiseröhre und der oberen Atemwege zu verhindern. Darüber berichten Wissenschaftler aus Japan in der Fachzeitschrift Head & Neck.
In ihrer Studie mit 856 Krebspatienten und 2696 gesunden Kontrollpersonen stellten die Wissenschaftler fest, dass jene Teilnehmer, die ihre Zähne mindestens zweimal täglich gründlich reinigten, ein niedrigeres Tumorrisiko besaßen als Einmalputzer. Bei denjenigen, die nie zur Zahnbürste griffen, war das Krebsrisiko erhöht.

18.02.2012
Hirnaktivität: Forscher lesen Träume
Mediziner konnten erstmals mit bildgebenden Verfahren im Hirn sehen, was ein Proband träumte
Thinkstock/Hemera
Träume faszinieren die Menschheit seit jeher. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München haben nun erstmals an der Hirnaktivität eines Menschen ablesen können, welche Bilder während des Schlafs auftauchen.
Mit bildgebenden Verfahren unterschieden sie, ob der Proband gerade davon träumte, seine linke oder seine rechte Faust zu ballen. Das Gehirn zeigte bei der Traumhandlung ein fast identisches Signalmuster wie beim Faustballen im Wachzustand. Die Teilnehmer waren „luzide Träumer“, also Menschen, welche die Handlung ihrer Träume steuern können.

17.02.2012
Selbstmedikation: Die perfekte Hausapotheke
Eine Grundausstattung an Arzneien und Verbandstoffen benötigt jeder Haushalt. Bei der Aufbewahrung wird jedoch vieles falsch gemacht. So vermeiden Sie Fehler
W&B/Bernhard Limberger
Meistens wird man gerade dann krank, wenn Arztpraxen und Apotheken geschlossen haben. Bei leichten Beschwerden sollten dann wenigstens die passenden Medikamente griffbereit liegen, um die lästigen Symptome zu lindern. Doch nur etwa jeder vierte Deutsche verfügt über eine durchdacht und gezielt zusammengestellte Hausapotheke, wie eine Umfrage der GfK im Auftrag der Apotheken Umschau im Dezember 2011 zeigte. Und selbst wenn eine respektable Medikamentensammlung vorhanden ist, wird der gute Vorsatz nicht selten durch Fehler bei der Lagerung oder beim Umgang mit den Präparaten zunichtegemacht.

Fehler 1: Falsche Aufbewahrung
Die Umfrage der Apotheken Umschau hat es erneut gezeigt: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger bewahren ihre Hausapotheke im Badezimmer auf. Das ist der denkbar schlechteste Raum, weil Wärme und Feuchtigkeit die Haltbarkeit der Arzneimittel beeinträchtigen können. Besser ist es, die Medikamente im Schlafzimmer oder im Flur aufzubewahren – und zwar so, dass sie für Kinder nicht erreichbar sind.

Fehler 2: Angebrochene Packungen
Viele verfügen über ein Sammel­surium von Arzneimittelresten, die ihnen der Arzt irgendwann einmal verschrieben hat. Wer ein Medikament auf Rezept bekommt, sollte es nach dem Ende der Therapie entsorgen. Eine spätere eigenmächtige Einnahme ist wegen der für Laien unüberschaubaren Neben- und Wechselwirkungen zu risikoreich. Das gilt besonders für Antibiotika, deren Restbestände von manchen beim nächsten Virusinfekt eingenommen werden, obwohl sie nur gegen Bakterien wirken.

Fehler 3: Abgelaufene Medikamente
Etwa einmal im Jahr sollten Sie die Hausapotheke auf abgelaufene Medikamente überprüfen. Auch sterile Verbandstoffe haben ein Verfallsdatum. Unsterile Mull- oder Fixierbinden können außerdem im Lauf der Zeit an Elastizität einbüßen, Pflaster ihre Klebeeigenschaften verändern. Manchmal gehen auch Verbandscheren oder
Fieberthermometer verloren. Wer seine Hausapotheke instand halten will, sollte den Arznei- und Verbandmittelvorrat regelmäßig überprüfen und auffüllen. Dabei hilft auch gerne Ihre Apotheke.

Fehler 4: Fehlende Verpackung
Lose herumliegende Blisterstreifen mögen platzsparend sein, die zugehörigen Faltschachteln erleichtern im Notfall aber das schnelle Auffinden des richtigen Medikaments. Weil viele Fragen erst im Lauf der Therapie auftauchen, darf auch der Beipackzettel nicht fehlen. So kann man sich zum Beispiel schnell vergewissern, ob ein bestimmtes Symptom vielleicht eine typische Nebenwirkung ist, die einer ärztlichen Kontrolle bedarf.

Fehler 5: Unbeschriftete Medikamente
Hilfreich ist es, die Medikamente in der Hausapotheke zusätzlich zu beschriften – zum Beispiel für welche Beschwerden sie sich eignen, wie man sie dosiert oder für welches Familienmitglied sie „reserviert“ sind. Das ist besonders bei Nasensprays zu empfehlen, die am besten immer nur von einer Person benutzt werden. Flüssige Zubereitungen sollten außerdem mit dem Anbruchdatum versehen werden, da sie meist nur eine begrenzte Haltbarkeit haben. So lässt sich schnell erkennen, wann sie zu entsorgen sind.

Checkliste für die Hausapotheke:

Verbandmaterial: Sterile Kompressen, Mullbinden und elastische Binden, Verbandpäckchen, Brandwundenverbandpäckchen, Heftpflaster, Verbandklammern, Sicherheitsnadeln, wasserdichter Fixierverband, Wundschnellverband, Pflasterstrips, Sprühpflaster, Verbandwatte, Splitterpinzette, Verbandschere
Arzneimittel: Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen, Präparate gegen Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen, Blähungen, Verstopfung und Durchfall, Salben oder Cremes gegen Mückenstiche, Sonnenbrand, Juckreiz (Antihistaminikum), Wunddesinfektionsmittel, Wund- und Heilsalbe, Salbe oder Gel gegen Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen
Sonstiges: Fieberthermometer, Kühlkompressen, Erste-Hilfe-Anleitung, Notrufnummern

16.02.2012
Sehfähigkeit: Frische Luft ist gut für die Augen
Kinder und Jugendliche, die sich viel draußen aufhalten, sind seltener kurzsichtig als Stubenhocker
W&B/Bernhard Huber
Frische Luft ist gut für die Augen: Wie Augenärzte der Universität Cambridge an 10.000 Studienteilnehmern herausfanden, sind Kinder und Jugendliche, die sich viel draußen aufhalten, seltener kurzsichtig als Stubenhocker.
Jede Stunde, die sie pro Woche im Freien verbringen, senke im Durchschnitt das Risiko für Kurzsichtigkeit um etwa zwei Prozent. Die Forscher vermuten einen positiven Effekt des Tageslichts auf die Augen.

15.02.2012
Fäkalbakterien: Verkeimte Handys
Viele Mobiltelefone sind mit dem Darmkeim Escharichia Coli verunreinigt
Thinkstock/Banana Stock
Etwa jedes sechste Handy ist mit Fäkalbakterien verunreinigt. Das entdeckten Hygieneforscher der Universität London, als sie in zwölf Städten 390 Mobiltelefone und die Hände ihrer Besitzer unter die Lupe nahmen. Fast alle Handynutzer gaben an, sich nach dem WC-Besuch die Hände zu waschen.
Trotzdem fanden sich auf 16 Prozent der Hände und Handys Spuren des Darmkeims Escherichia coli, der über Berührungen weitergegeben wird. Eine Infektion mit Fäkalbakterien kann bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem Durchfall oder Lungenentzündung auslösen. Beste Vorsorge: die Hände gründlich mit Seife waschen.

14.02.2012
Paare: Glücklich, aber dick
Wer den Partner fürs Leben gefunden hat, achtet weniger auf eine schlanke Linie, behaupten Forscher
Thinkstock/Stockbyte
Wer in einer glücklichen Partnerschaft lebt, nimmt eher zu als ein Single. Das belegt eine Untersuchung der Universität Heidelberg. Die Wissenschaftler werteten Daten von mehr als 2000 Personen zwischen 16 und 55 Jahren aus. Je härter die Konkurrenz bei der Partnersuche, desto mehr achten Allein­lebende auf ihr Gewicht, um attraktiver zu sein, so die Erklärung der Soziologen. Sobald Menschen sich aber in einer glücklichen Partnerschaft befinden, besteht der Konkurrenzdruck nicht mehr. Wer zuvor besonders auf seine Figur achtete, nimmt dann möglicherweise sogar umso mehr zu.

13.02.2012
Ernährung: Zuckersüße Gefahr
Frauen sollten mit zuckerhaltigen Limonaden zurückhaltend umgehen – nicht nur wegen der Figur, sondern auch um ihr Herz zu schützen
Jupiter Images GmbH/Polka dot
Frauen, die sich mindestens zwei zuckerhaltige Getränke am Tag genehmigen, scheinen ein erhöhtes Risiko für Herzleiden zu haben, auch wenn sie nicht zunehmen. Das ergab eine Studie der Universität von Oklahoma (USA) mit 4166 Personen. Der Konsum erhöht bei
Frauen die Blutfettwerte (Triglyzeride) bedenklich.

12.02.2012
Emotionen: Ein Gen für Mitgefühl
Wie wir auf die Gefühle unserer Mitmenschen reagieren, hängt wohl von unserem Ergbut ab
Thinkstock/Stockbyte
Wie emotional wir auf die Gefühle anderer reagieren, hängt auch von unseren Erbanlagen ab – etwa von dem Gen, das den Bauplan für den Oxytocin-Rezeptor enthält. Menschen mit der A-Variante des Gens gelten als weniger einfühlsam als jene mit der G-Variante. Der Unterschied lässt sich sogar an der Körpersprache ablesen, berichten Forscher im Fachmagazin PNAS. So konnten Beobachter anhand tonloser Filmclips Menschen dem A- oder G-Typ zuordnen. Die Clips zeigten Perso­nen, während der Partner von einem schmerzhaften Erlebnis erzählt.

11.02.2012
Asthmasprays: Tipps zum richtigen Inhalieren
Beim Einatmen von Arzneistoffen machen viele Patienten Fehler. Apotheken erklären die Anwendung
Thinkstock/Stockbyte
„Mit diesem Spray kenn ich mich aus, das nehm ich schon seit Jahren.“ Diesen Satz hören Apotheker oft. Doch mit zunehmender Gewöhnung wird die Handhabung von Dosiersprays und Pulverinhalatoren nicht besser. Während neu eingestellte Patienten die Inhalationstechnik anfangs oft sehr gut beherrschen, schleichen sich im Lauf der Zeit Fehler ein.

Medikamente zum Inhalieren gehören zu den fehlerträchtigsten Arzneiformen und erfordern intensive Beratung. Die VITA-Studie der ABDA, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, bestätigte dies eindrucksvoll. In 55 Apotheken wurde die Inhalationstechnik 750 erwachsener Patienten mit Asthma und chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) untersucht. 79 Prozent von ihnen in­halierten nicht korrekt. Drei von vier Teilnehmern neigten dabei den Kopf nicht nach hinten.
Doch durch die Neigung begradigen sich die Atemwege, und der Wirkstoff gelangt tiefer in die Lunge. Bei Dosier-Aerosolen müssen die Patienten langsam und tief einatmen, etwa zehn Sekunden die Luft anhalten und rasch ausatmen. Etwa jeder dritte Anwender hatte Probleme mit der Inhalationstechnik oder vergaß das Dosier-Aerosol vor dem Inhalieren zu schütteln, um den Wirkstoff im Treibgas zu verteilen. Vor allem bei akuter Atemnot ist es schwierig, den Sprühstoß und die Einatmung zu koordinieren, sagen Apotheker.
Der häufigste Fehler bei Pulverinhalatoren: Die Patienten atmen nicht stark genug ein, um die feinen Wirkstoffpartikel vollständig zu inhalieren. Mit Geräten, die durch den Atemzug ausgelöst werden, haben selbst Gesunde teilweise Probleme. Umso schwieriger ist es für Menschen mit eingeschränkter Lungenfunktion.

Am Zentrallaborato­rium Deutscher Apotheker (ZL) untersuchen Experten Inhalationssysteme, die von Apotheken eingesandt wurden, auf mechanische Defekte: Rund 40 Prozent der Beanstandungen können sie nicht bestätigen. Vermutlich bedienen die Patienten die Geräte nicht richtig, oder ihr ­­Atemvolumen reicht nicht, um den Sprühstoß auszulösen. Bei einem akuten Asthmaanfall kann das fatale Folgen haben.
Defekte erkennen die ZL-Mitarbeiter, indem sie – durch Filter geschützt – die Geräte selbst ausprobieren. Nur etwa zehn Prozent der Beanstandungen gehen auf mechanische Fehler zurück. Meist liegt es an mangelnder Hygiene. Wenn die Patienten das Mundstück des Dosier-Aero­sols nicht nach jedem Gebrauch reinigen, können sich Wirkstoffpartikel am Ventil ablagern und es verstopfen. Pulverinhalatoren werden oft eingesandt, weil sie knirschen oder der Mechanismus sich nicht mehr auslösen lässt. Die Ursache sind dann meist Pulverreste, die nicht vollständig inhaliert wurden.
Wenn zu wenig Wirkstoff in die Lunge gelangt, wirken die Arzneimittel nicht richtig. Bei fehlerhafter Inhalation besteht zudem die Gefahr von Nebenwirkungen, etwa wenn kortisonhaltige Präparate zu lange im Mund bleiben. Wegen ihrer immundämpfenden Wirkung können sie einen Pilzbefall der Schleimhaut hervorrufen.
Laut der VITA-Studie senkte bereits ein einmaliges Beratungsgespräch die Fehlerquote auf 28 Prozent. Nachdem ein Apotheker die korrekte Handhabung demonstriert hatte, funk­tionierte es bei fast allen Patienten besser, berichten die Studienleiter. Die wenigen, die auch nach der Beratung mit ihrem Inhalationsgerät nicht zurechtkamen, wurden nach Rücksprache mit dem Arzt auf ein anderes System umgestellt. Um zu vermeiden, dass sich im Alltag Fehler einschleichen, sollte die Inhalationstechnik immer wieder überprüft werden – ein Service, den Apotheken regelmäßig anbieten.

10.02.2012
Heilkraut: Fenchel entspannt den Darm
Das aromatische Gewächs hilft gegen Blähungen, lindert aber auch Erkältungsbeschwerden
Thinkstock/iStockphoto
Bereits vor 5000 Jahren nutzten die Bewohner Mesopotamiens die heilende Wirkung des würzig-aromatischen Fenchels (Foeni­culum vulgare). Im neunten Jahrhundert brachten Benediktinermönche diesen Doldenblütler, der als süßer und bitterer Fenchel vorkommt, auch in unsere Breiten. Medizinisch verwendet wird nur der bittere. Er hilft gegen schmerzhafte Blähungen sowie Magendrücken und löst Krämpfe des Magen-Darm-Trakts.
Bei Erkältung fördern Fenchelhonig und Fencheltee das Abhusten und hindern Bak­terien daran, sich zu vermehren. Zudem empfiehlt die Volksheilkunde das Getränk frisch Entbundenen, um die Milchbildung anzuregen. Ursache all dieser heilsamen Wirkungen sind die ätherischen Öle aus den Fenchelfrüchten. In seltenen Fällen kommt es allerdings zu allergischen Reaktio­nen der Haut und der Atemwege.

09.02.2012
Sport: Den Schmerz wegtrainieren
Menschen, die sich in ihrer Freizeit regelmäßig bewegen, leiden seltener unter chronischen Schmerzen
Thinkstock/iStockphoto
Moderater Freizeitsport kann chronische Schmerzen deutlich lindern. Das fanden Forscher der norwegischen Universität Trondheim heraus. Die Wissenschaftler befrag­ten mehr als 46.000 Erwachsene, ob sie Schmerzen haben und wie häufig, wie lange und wie intensiv sie Sport treiben. Bei den 20- bis 64-jährigen Schmerzpatienten erfuhren jene, die ein- bis dreimal pro Woche mindes­tens 30 Minuten lang gemäßigt trainierten, eine besonders große Linderung. Waren Befragte aus dieser Altersgruppe jedoch viermal pro Woche oder häufiger aktiv, glich sich ihr Schmerzniveau wieder dem der trägen Patien­ten an. Im Gegensatz dazu lohnte sich für Teilnehmer über 64 Jahre jede zusätzliche Trainingseinheit.

07.02.2012
Büro: Störende Gespräche
Die Unterhaltung von Kollegen stört im Großraumbüro am meisten, sagen Experten
Thinkstock/Hemera
Nicht PC, Drucker und Kopierer stören im Großraumbüro am meisten, sondern der Lärm, den Kollegen verursachen. Das ­akustische Hauptproblem sind die Gespräche, sagen Mitarbeiter des Hörzentrum Oldenburg. Denn unsere Ohren spitzen sich ­automatisch, wenn andere reden. Als ­Gegenmaßnahme empfehlen Hörexperten Arbeitgebern den Einbau schallschluckender Trennwände sowie die Einrichtung von Besprechungsinseln und Rückzugsräumen.

21.01.2012
Leitungswasser: Lithium für die Seele
Enthält das Trinkwasser einer Region mehr Lithium, dann begehen in diesem Gebiet weniger Menschen Selbstmord
Jupiter Images GmbH/Comstock Images
In Regionen mit höherem natürlichem Lithium-Gehalt im Trinkwasser begehen weniger Menschen Selbstmord als in Gebieten, wo das Wasser nur geringe Mengen des Spurenelements enthält. Das ergab eine Studie in Österreich. Lithium wird in der Depressionstherapie seit Langem als Medikament genutzt – aber viel höher dosiert, als im Wasser vorhanden.

20.01.2012
Gesundheit: Einsamkeit kostet Schlaf
Menschen mit wenig sozialen Kontakten schlummern schlechter, als diejenigen, die viele Freunde und Bekannte haben
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Sozial isolierte Menschen schlafen schlechter als solche, die sich in eine Gemeinschaft eingebettet fühlen. Das entdeckten Wissenschaftler der Universität von Chicago (USA). Sie untersuchten Personen, die zur religiösen Gemeinschaft der sehr traditionell lebenden Hutterer gehören. Eine frühere Untersuchung an Studenten hatte ähnliche Ergebnisse gebracht.

19.01.2012
Ernährung: Vorsicht, Blei in Wildfleisch
Das Fleisch von erjagtem Wild kann mit Schwermetall belastet sein
Thinkstock/iStockphoto
Kleine Kinder, Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch sollten kein Fleisch von Wildschweinen, Rehen und Hirschen essen, die mit Bleimunition geschossen wurden, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Bleiaufnahme über andere Lebensmittel, etwa Meeresfrüchte, Gewürze und Innereien, sei in Deutschland bereits relativ hoch.
Das giftige Schwermetall reichert sich im Organismus an und kann zu Gesundheitsschäden führen. Das BfR warnt: Ein erhöhtes Risiko besteht bei Verbrauchern, die wöchentlich Wild verzehren.

18.01.2012
Tiergesundheit: Patient auf vier Pfoten
Auch Hund und Katze werden mal krank. Für sie gibt es in vielen Apotheken die passende Medizin
W&B/Martina Ibelherr
Stellt ein Arzt einem Menschen ein Rezept aus, erhält der Patient das Medikament nicht in der Praxis, sondern in der Apotheke. Nur diese hat das Verkaufsrecht für Humanarzneimittel. In der Veterinärmedizin ist es anders: Tierärzte dürfen die Medikamente nicht nur verordnen, sondern auch verkaufen.

Ursprünglich war die Regelung dazu gedacht, die Versorgung der Tiere mit Arzneimitteln auch in den dünn besiedelten ländlichen Regionen sicherzustellen. Doch selbst in den Kleintierpraxen der Städte sei es heute längst üblich, dass die Besitzer die meisten Medikamente für ihre vierbeinigen Hausgenossen vom behandelnden Arzt bekommen. Bei der Behandlung ungefährlicher Tiererkrankungen auf eigene Faust ist die öffentliche Apotheke aber auf jeden Fall eine wichtige Anlaufstelle.

Haltern fehlt oft die Erfahrung

Bei harmlosen Erkrankungen wie Wurm- oder Flohbefall können die Halter sich mit dem Gang in die Apotheke also durchaus den Tierarztbesuch sparen. Fast alle Apotheken bieten neben rezeptfreien Mitteln zur Parasitenprophylaxe auch Pflegeprodukte und Nahrungsergänzungsmittel für Tiere an.
Verschreibungspflichtige Präparate wird jedes Apothekenteam gegen Vorlage eines Rezepts gerne besorgen. Denn nicht alle Tierärzte machen von ihrem Abgaberecht Gebrauch und unterhalten eine eigene tierärztliche Hausapotheke. Stattdessen verordnen sie die Medikamente auf Rezept.

Einige öffentliche Apotheken haben sich sogar verstärkt auf Tiergesundheit spezialisiert. Neben dem apothekenüblichen Sortiment bieten viele Apotheker Veterinärprodukte und besonders homöopathische Tierarzneien an.

Da beim Verarzten von Tieren oft das Erfahrungswissen fehlt und viele Irrtümer kursieren, ist Beratung gefragt. Beispielsweise bei Flohbefall. Was viele Tierhalter nicht wissen: Damit die nötigen Maßnahmen eine anhaltende Wirkung zeigen, gilt es, nicht nur das Haustier selbst zu behandeln, sondern auch sein Umfeld von den Plagegeistern zu befreien.
Empfehlenswert bei einem Flohbefall ist das Vier-Punkte-Programm: die Tiere zunächst mit einem Flohschutzshampoo reinigen, um die Blutsauger zu bekämpfen. Anschließend einen Spezialpuder auftragen, der sich gleichmäßig auf dem ganzen Körper verteilt. Um das Tier vor Neubefall zu schützen, sollte der Halter ihm ein Spezialhalsband gegen Flöhe anlegen. Außerdem müssen Teppichböden, Polstermöbel, Decken und Körbchen gründlich abgesaugt werden.
Denn in der Regel kommen auf einen Floh im Fell zehn Artgenossen im unmittelbaren Umfeld des Haustiers. Am Ende der Behandlung ist der Hund oder die Katze stets zu entwurmen, da Flöhe Bandwürmer übertragen können.

Vorsicht bei Arzneien für Menschen

Manche Tierhalter denken, dass die eigene Arznei auch ihrem vierbeinigen Freund guttut. Ein gefährlicher Trugschluss, da der Stoffwechsel von Mensch und Tier sehr unterschiedlich ist. Während etwa Baldrian den Menschen beruhigt, wirkt die Heilpflanze bei Katzen berauschend.
Bisweilen führt die Gabe von Humanarzneien sogar zu lebensbedrohlichen Situationen. So kann das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure die Organe von Katzen und Hunden schwer schädigen. Der Fiebersenker und Schmerzstiller Paracetamol birgt ebenfalls Vergiftungsrisiken für die Vierbeiner.

Im Zweifelsfall gilt daher auch für die Therapie leichterer Erkrankungen: Fehlt die artgerechte Arznei und ist der Allgemeinzustand des Tieres geschwächt, sollte unbedingt ein Veterinär zurate gezogen werden.

17.01.2012
Im Ausland: Vorsicht vor gefälschten Medikamenten
Wer beim Arzneikauf im Ausland Geld sparen will, läuft Gefahr, nicht das zu bekommen, was auf der Verpackung steht
Shotshop/Adam Gregor
Gehen Urlauber im Ausland bei Medikamenten auf Schnäppchenjagd, müssen sie damit rechnen, auf eine Fälschung hereinzufallen. Davor warnt das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker.
Die Forscher nahmen eine Stichprobe von Arzneimitteln aus Thailand. Zwar enthielten alle untersuchten Präparate Wirkstoffe, aber nur zwei von zehn in der angegebenen Menge. Mit bloßem Auge seien viele Fälschungen nicht zu erkennen, so das Institut.

16.01.2012
Geschlechter: Unterschiedliche Blutzusammensetzung
Das Blut von Frauen und Männern ist unterschiedlich zusammengesetzt. Vielleicht sollte man einige Krankheiten geschlechtsspezifisch behandeln?
PhotoDisc/ RYF
Männer sind anders, Frauen auch: Diese Erkenntnis ziehen Wissenschaftler des Münchner Helmholtz-Zentrums aus den Blutproben von 3000 Menschen. Bei 101 von 131 untersuchten Stoffwechselprodukten entdeckten sie deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das betraf vor allem Aminosäuren.
Molekular seien Männer und Frauen völlig verschieden. Daraus folgern die Forscher, dass wir je nach Geschlecht unterschiedliche Ansätze für die Behandlung von Krankheiten bräuchten.

14.01.2012
Obst und Gemüse: Weißer Schutz
Möglicherweise können Obst- und Gemüsesorten mit weißem Fleisch das Risiko für einen Schlaganfall senken, fanden Wissenschaftler heraus
Jupiter Images GmbH/Ablestock
Obst und Gemüse mit weißem Fleisch könnten das Schlaganfall-Risiko verringern. Das entdeckten Forscher der Universität Wageningen (Niederlande). Sie überprüften bei rund 20 000 herzgesunden Menschen, wie viel Obst und Gemüse unterschiedlicher Farbe diese aßen. In einem Zeitraum von zehn Jahren traten unter den Teilnehmern 233 Schlaganfälle auf. Pro 25 Gramm „weißem“ Obst und Gemüse mehr am Tag war das Schlaganfall-Risiko um neun Prozent geringer.

13.01.2012
Arbeit: Gestresste Pendlerinnen
Frauen, die per Bus oder Bahn zu ihrem Arbeitsplatz fahren, sind davon meist genervter als Männer
Thinkstock/Digital Vision
Frauen setzt der tägliche Weg zur Arbeit mehr zu als Männern, obwohl diese im Durchschnitt länger unterwegs sind. Das ergab eine britische Befragung von 15  000 Pendlern. Am meisten stresst die tägliche Fahrerei Mütter mit Kindern im Vorschulalter. Aber selbst kinderlose Frauen in langjährigen Beziehungen nervt die Zeit in Bussen und Bahnen mehr als Männer. Lediglich weibliche Singles pendeln ähnlich entspannt wie ihre männlichen Kollegen.

11.01.2012
Kieferzysten: Heimliche Höhlen
Sie verursachen selten Schmerzen, sind aber eine Gefahr für das Gebiss. Oft hilft nur eine Operation
Thinkstock/iStockphoto
Es gibt Überraschungen, auf die wir gut verzichten könnten. So entdecken Zahnärzte bei beschwerdefreien Patienten auf routinemäßig aufgenommenen Röntgenbildern nicht selten Zysten im Kieferknochen. Dabei handelt es sich um Hohlräume im Kiefer, die von einer Bindegewebskapsel umgeben und mit einer zähen Flüssigkeit gefüllt sind.
Zysten können sich an kranken Zähnen bilden, oft an solchen, deren Wurzel behandelt wurde. Es gibt aber auch Zysten, die an noch nicht durchgebrochenen Zähnen, etwa Weisheitszähnen, entstehen. Sie entwickeln sich aus Epithelzellen, die sich in dem Zahnsäckchen befinden. Das Tückische an Zysten: Ohne Behandlung wachsen sie immer weiter. Denn je mehr Flüssigkeit sich in ihnen ansammelt, desto größer werden sie.
Millimeterweise verdrängen sie dabei den umliegenden Kieferknochen und stoßen gegen gesunde Zähne, was Patienten als Drücken wahrnehmen können. Bei sehr gro­ßen Exemplaren wird sogar eine Wölbung nach außen sichtbar, und eventuell ist ein Knistern aus dem Knochen hörbar. Unbehandelt kann es zu Zahn- und Nervenschäden oder Knochenverformungen bis hin zu einem Kieferbruch kommen. Richtig gefährlich wird es, wenn Bakterien in die Zyste gelangen und eine Vereiterung hervorrufen. Die Erreger streuen in den ganzen Körper und können Organe wie Herz und Nieren infizieren.
Um schlimme Folgen zu verhindern, muss die Zyste häufig operativ entfernt werden. Bei Zysten, die an einer Wurzel sitzen, muss meist der Zahn gezogen werden. Wenn die entstehende Lücke im Knochen sehr groß ist, kann der Chirurg sie mit Knochen oder Knochenersatzmaterial auffüllen. Nach etwa einer Woche ist die Wundheilung so weit abgeschlossen, dass der Zahnarzt die Fäden ziehen kann. Bis sich der Kieferknochen wieder vollständig nachgebildet hat, können aber einige Jahre vergehen.

Schmerzen oder Beschwerden bestehen in dieser Phase nicht mehr, allerdings sind Nachkontrollen erforderlich, da Zysten wiederkommen können. Eventuell schneidet der Chirurg die Zyste auch nur an, sodass sich die Flüssigkeit entleeren kann. Gesunder Knochen kann dann langsam in den Hohlraum hineinwachsen. Dieser schonendere Eingriff hat den Vorteil, dass er den Patienten weniger belas­tet und das Risiko für Schäden an benachbarten Zähnen, Nerven und an Nasen- und Kieferhöhlenboden geringer ist. Bei einer unvollständigen Zystenentfernung sind besonders engmaschige Nachkontrollen nötig, um sicherzugehen, dass es nicht erneut zu einem Wachstum kommt.
Generell raten Experten, das Gebiss regelmäßig mittels Röntgenbildern kontrollieren zu lassen. So können frühzeitig Veränderungen festgestellt und durch eine Behandlung größere Schäden vermieden werden. Die Kassen übernehmen im Regelfall die Kos­ten für eine Aufnahme pro Jahr. Zysten treten bei Männern häufiger auf. Dies könnte daran liegen, dass sie meist weniger auf ihr Gebiss achten als Frauen. Das Gute an Zysten
ist: Sie wachsen in der Regel nur sehr langsam, sodass es meistens dauert, bis ernste Probleme auftreten.

10.01.2012
Heilpflanze: Wacholder stärkt den Magen
Wacholderbeeren würzen Speisen und machen sie zugleich bekömmlicher
Jupiter Images GmbH/BrandXPictures
Mal Baum, mal Strauch – der immergrüne Wacholder (Juniperus communis) prägt die Landschaften ganz Europas. Seit Jahrhunderten dienen seine blauvioletten bis schwarzbraunen getrockneten Beeren (Juniperi pseudofructus) als Würze in ballaststoff- und fettreichen Speisen. Bereits Dioskurides, Grieche und berühmtester Pharmakologe des Altertums, erwähnte die Frucht. Sie sei „dem Magen wohl bekömmlich, wirkt bei Blähungen, Leibkrämpfen, auch harntreibend“. Das gilt noch heute. Weil die Beeren Magenbeschwerden ohne krankhafte Ursache lindern und die Ausscheidungsfunk­tion unterstützen, finden sie sich in Magenmitteln, Blasen- und Nierentees. Ein Zuviel der Beeren wirkt jedoch giftig. Schwangere und Nierenkranke sollten deshalb auf  Wacholderpräparate verzichten. Nur Mittel aus der Apotheke verwenden!

09.01.2012
Bewegung: Treiben nur Gesunde Sport?
Je weniger zufrieden ältere Menschen mit ihrem Gesundheitszustand sind, desto seltener sind sie sportlich aktiv – ergab eine Studie
Thinkstock/Goodshot
Knapp 70 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen in Deutschland sind als 18-Jährige sportlich aktiv. Aber nur knapp ­jeder Fünfte ab 68 trainiert regelmäßig. Das zeigt eine Langzeitstudie der Soziologin Dr. Simone Becker an der Uni Heidelberg. Zudem stellte sie fest, dass die Teilnehmer ­­ihren Allgemeinzustand mit steigen­dem Alter schlechter bewerteten. Ihr Ergebnis: Je weniger zufrieden Männer und Frauen mit ihrer Gesundheit sind, desto seltener treiben sie Sport.

07.01.2012
Engagement: Gesundes Ehrenamt
Menschen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen, haben eine höhere Lebenserwartung
W&B/Bernhard Huber
Wer sich freiwillig und unentgeltlich für soziale und wohltätige Zwecke einsetzt, kann damit seine Lebenserwartung um bis zu vier Jahre erhöhen. Das schließen­ Wissenschaftler des Instituts für Sozialforschung der Universität von Michigan (USA) aus einer Langzeitstudie, für die ihnen die Daten von 10 300 Ehrenamtlichen seit dem Jahr 1957 zur Verfügung standen. Wichtig für die günstige Wirkung sei aber, dass das Engagement keine egoistischen Motive verfolgt.

06.01.2012
Alter: Ski ohne Limit
Auch ältere Menschen dürfen sich auf die Piste begeben – die positiven Effekte überwiegen die Unfallrisiken, ergab eine Studie
Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC
Skifahren bringt Körper und Geist in Schwung. Das gilt auch für Wintersportler über 60 Jahre. Wie Forscher aus Österreich, der Schweiz, England und Dänemark in der „Salzburg Skiing for the Elderly Study“ herausfanden, überwiegen die positiven Auswirkungen auf das
Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur bei Weitem die mögliche Unfallgefahr. Weil der alpine Sport die Sehnen lockert und die Koor­dination verbessert, seien auch ältere Menschen im Alltag besser vor Stürzen geschützt.
Tipp: Wer länger nicht mehr aktiv war oder chronisch krank ist, sollte vor dem Start sicherheitshalber seinen Arzt fragen, ob etwas gegen den Skisport spricht!

05.01.2012
Ohren: Musik trainiert das Hörvermögen
Wer ein Musikinstrument beherrscht, schneidet bei Hörtests im Alter besser ab
Panthermedia/Martin Kosa
Wer ein Musikinstrument spielt, trainiert sein Hörvermögen für das Alter. Das berichten kanadische Forscher im Fachblatt Psychology and Aging. Sie untersuchten 89 Nicht-Musiker und 74 Menschen, die in ihrem Leben mindestens sechs Jahre lang Musik­unterricht genommen hatten. Bei den Hörtests ging es darum, Sprache aus ­Um­­gebungsgeräuschen herauszufiltern. Diese Form der Geräuschverarbeitung ist im Gehirn angelegt. Sie gelang 70-jährigen Musikern genauso gut wie 50-Jährigen aus der anderen Gruppe. Bei der Wahrnehmung der Geräusche direkt im Ohr gab es keine Unterschiede.

04.01.2012
Atemwege: Husten ohne Folgen auskurieren
Eine akute Bronchitis klingt meist innerhalb von zwei Wochen ab. Kommen aber Atemnot und Fieber hinzu, muss der Arzt einschreiten
W&B/Marcel Weber
Nächtliche Ruhestörung durch lautes Husten ist offenbar kein Einzelfall: In den Mieterforen im Internet klagen nicht wenige Menschen über Schlafstörungen, die sie auf die lästigen Geräusche ­erkrankter Nachbarn zurückführen. Freundliche Auf­forderungen, „doch bitte leiser zu husten“, sind selten von Erfolg gekrönt. Bevor Sie eine Mietminderung in ­Betracht ziehen, sollten Sie Ihren geplagten Nachbarn zunächst einmal in die Apotheke oder gleich zum Arzt schicken: Hartnäckiger Husten als Folge einer akuten Bronchitis lässt sich gut behandeln.
Bei Deutschlands Allgemeinmedizinern ist die akute Bronchitis eine der am häufigsten ­gestellten Diagnosen. Schätzungen zufolge erkranken Erwachsene im Schnitt zweimal jährlich an einer Entzündung der Bronchialschleimhaut. Sie tritt meist als letzte Phase einer klassischen Erkältung auf. Die Keime befallen zunächst die oberen Atemwege. Sie wandern dann durch Nase und Rachen nach unten. In 90 Prozent der Fälle wird eine Bronchitits durch eine Infektion mit Erkältungsviren verursacht.
Diese regen die Schleimproduktion an und schädigen gleichzeitig die Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut. Das erschwert den Abtransport des vermehrt gebildeten Sekrets. Durch Husten versucht der Körper, sich von dem gestauten Schleim zu befreien. Wenn neben den oberen Verästelungen der Bronchien auch die Luftröhre betroffen ist, kann der Husten recht schmerzhaft sein.  

Kommen Fieber und Atemnot hinzu, sollte der ­Patient zum Arzt gehen. Sind Viren die Ursache, werden nur die Symptome behandelt. Meist verschwindet eine akute Bronchitis innerhalb von 14 Tagen von selbst. Befallen aber Bakterien die bereits geschädigte Bronchialschleimhaut, verschlimmern sich die Symptome, und das zuvor klare Sekret verfärbt sich gelblich-grün. Doch auch eine bakterielle Bronchitis heilt meist alleine aus. Antibiotika sind oft unnötig und werden viel zu häufig verordnet, sagen Experten.
Ältere Patienten und Menschen mit chroni­schen Atemwegserkrankungen wie Asthma und chronisch-obstruktiver Bronchitis sollten jedoch frühzeitig Antibiotika einnehmen: Nicht selten entwickelt sich bei ihnen durch bakterielle Erreger wie Pneumokokken eine lebensbedrohliche Lungenentzündung. Für diese Risikogruppe empfehlen Ärzte daher eine einmalige Pneumokokken-Schutzimpfung.

03.01.2012
Golf: Das Hirn spielt mit
Unser Denkorgan lernt auch im Alter noch dazu. Beispiel Golfen: Wer die Sporart neu einübt, trainiert spezielle Hirnbereiche
Jupiter Images GmbH/Comstock Images
Es ist nie zu spät: Auch das Gehirn von 40- bis 60-Jährigen ist noch sehr anpassungs- und ­lernfähig. Ein Forscherteam der Universität ­Zürich zeigte, dass Golftraining das Zusammenspiel von Hand und Auge deutlich verbessert. Golf­anfänger erhielten 40 Trainerstunden. ­Danach maßen die Forscher in einem Kern­spin­tomogra­fen, wie die Übungen die Struktur der grauen Hirnsubstanz verändert hatten. Deren Volumen war speziell in Bereichen ge­wach­sen, die das Sehen und die Motorik verknüpfen. ­Golfer, die den Unterricht in kurzer Zeit absolvierten, machten die größten Fortschritte.

02.01.2012
Verhütung: Pille steuert Erinnerung
Forscher behaupten, die Antibabypille beeinflusse die Art, wie sich Frauen emotionale Ereignisse einprägen
Thinkstock/iStockphoto
Bei Frauen, die mit der „Pille“ verhüten, prägen sich emotionale Ereignisse anders ein als ohne die künstlichen Hormone. Das berichten Wissenschaftler der Universität von Kalifornien im Magazin Neurobiology of Learning and Memory. Sie erzählten 72 Frauen von einem Verkehrsunfall, bei dem ein kleiner Junge verunglückt. Eine Woche später wurden die Frauen gebeten, die Geschichte nachzuerzählen. Diejenigen, welche die Pille nicht nahmen, erinnerten sich klarer an neutrale Details. Pillen-Nutzerinnen hatten sich dagegen vor allem den Kern der Geschichte gemerkt – eine eher typisch männliche Art der Erinnerung, glauben die Forscher.

31.12.2011
Bauchfett: Ausdauertraining für eine schlanke Mitte
Bauchfett ist besonders ungesund. Durch Ausdauersport kann man es am besten bekämpfen
Jupiter Images GmbH/Comstock Images
Ein dicker Bauch ist nicht nur ein Figurkiller. Das Fett, das sich dort anlagert, kann auch der Gesundheit schaden. Wissenschaftler der Duke-Universität in Durham (USA) untersuchten, welcher Sport überflüssige Pfunde am besten bekämpft. In einer Studie über acht Monate verglichen sie die Wirkung von Krafttraining, Ausdauersport und einer Kombination aus beidem.
Von den 196 Teilnehmern lief eine Gruppe pro Woche 20 Kilometer, eine zweite machte dreimal in der Woche ein Krafttraining, die dritte trieb beide Sportarten. Dabei zeigte sich, dass Ausdauersport das tiefe Bauchfett schwinden lässt und damit das Risiko für Diabetes senkt. Krafttraining allein zeigte keine deutlichen Effekte.

30.12.2011
Schule: Geschlechtertrennung nicht sinnvoll
Gemischte Klassen erzielen keine schlechteren Ergebnisse als Klassen, die nach Geschlechtern getrennt wurden
Thinkstock/iStockphoto
Die schulischen Leistungen verbessern sich nicht, wenn Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet werden. Dieses Fazit ziehen US-Erziehungsforscherinnen in der Fachzeitschrift Science. Sie werteten dazu die Untersuchungsergebnisse verschiedener Länder aus, auch der PISA-Studien, an denen sich Deutschland beteiligt. Reine Mädchen- oder Jungenklassen schnitten nicht besser ab als gemischte. Sie hielten aber eher an den traditionellen Geschlechterrollen fest.

29.12.2011
Sport: Bewegung macht fit im Beruf
Wer Sport treibt ist produktiver im Berufsalltag
Thinkstock/iStockphoto
Werktätige, die ihre tägliche Arbeitszeit zugunsten sportlicher Aktivitäten um eine halbe Stunde verringern, sind nicht weniger produktiv. Das geht aus einer Untersuchung des Karolinska-Instituts in Schweden mit 177 Angestellten in der zahnmedizinischen Versorgung hervor. Diejenigen, die sich regelmäßig 30 Minuten Zeit für eine aktive Pause nahmen, fühlten sich besser und waren seltener krank als normal arbeitende Kollegen.

28.12.2011
Sauna: Schwitzen wie die Sioux
Schon die Ureinwohner Amerikas liebten das Hitzebad
Shotshop/Carmen Steiner
Vermutlich wissen nur die wenigsten Liebhaber des Schwitzens und Abhärtens in der Sauna, dass die Urformen des heißen Vergnügens aus der Steinzeit stammen. Sobald der Mensch gelernt hatte, Feuer zu machen, erkannte er, dass Steine ein hervorragender Wärmespeicher sind. In Höhlen haben unsere Vorfahren sie als Heizquelle für rituelle Schwitzkuren verwendet.
Auch jenseits des Atlantiks entwickelten Menschen schon vor Hunderten von Jahren eine Vorliebe für Hitzebäder. Allen voran die Lakota, ein nordamerikanischer Indianerstamm, der zur Sprachfamilie der Sioux gehört. In ihrer Heimat, den heutigen US-Bundesstaaten Nebraska, Nord- und Süd-Dakota, errichteten sie für ihre kultischen Handlungen, aber auch zum Heilen von Krankheiten sogenannte Inipi, das bedeutet wörtlich übersetzt „Sie schwitzen“.

Saunieren am Wohnsitz der Geister

Am Wohnsitz der Geister, der für die Lakota in den Black Hills von Süd-Dakota lag, hoben sie in einem Kreis von rund fünf Meter Durchmesser je nach Anlass zwölf oder sechzehn kleine Löcher aus, in die sie Weidenstäbe oder Haselnussruten steckten. Diese fassten sie in der Mitte mit weiteren Ästen und Zweigen zu einer Kuppel zusammen und hängten Decken oder Felle über die Konstruktion. So entstanden etwa zwei Meter hohe Schwitzhütten, in denen bis zu acht Stammesangehörige Platz fanden.

Heiße Steine für die Medizinmänner

In der Mitte des Innenraums hoben die Lakota eine Grube aus und füllten sie mit 15 bis 20 Zentimeter großen Steinen. Diese hatten sie zuvor in einem Feuer vor der Hütte erhitzt: 32 Stück für ein Reinigungsritual, doppelt so viele, wenn die Medizinmänner ein Heilungsritual durchführen wollten.
Alles hatte seine Bedeutung: Das Feuer symbolisierte für die Indianer die Sonne, die Hütte stand für die Erde. Das Feuer gab über die Steine die Energie der Sonne an die Erde weiter. Ein sogenannter Feuerhüter streute Kräuter auf die heißen Steine und übergoss sie mit Wasser. Häufig begleiteten Gesang und Trommeln die Zeremonie, die in mehreren Runden ablief. Saunafreunde können indianische Schwitzhütten, die neudeutsch gelegentlich als Sweat Lodges bezeichnet werden, mittlerweile auch in Deutschland ausprobieren.

27.12.2011
Prostatakrebs: Nach der Behandlung an die Reha denken
Mit einer Anschlussbehandlung können Prostatakrebs-Patienten nach der Klinik besser wieder fit werden, sagen Urologen
Thinkstock/iStockphoto
Nach einer Prostatakrebs-Behandlung empfehlen Urologen in den meisten Fällen eine stationäre Anschlussheilbehandlung (AHB) oder einen Reha-Aufenthalt. Nach Ansicht des Berufsverbands der Deutschen Urologen und der Deutschen Gesellschaft für Urologie sei das die beste Möglichkeit zur Überwindung körperlicher und persönlicher Einschränkungen und damit für eine schnellere Rückkehr in den gewohnten Alltag. Derzeit beantragt nur etwa die Hälfte der Prostatakrebs-Patienten nach einer Operation oder Strahlentherapie eine AHB oder Reha.

26.12.2011
Thymian: Das duftende Hustenkraut
Die ätherischen Öle im Thymian wirken entzündungshemmend und krampflösend
Pixtal/RYF
Aus der mediterranen Küche ist Thymian (Thymus vulgaris) nicht wegzudenken. Vielen typischen Gerichten aus der Mittelmeerregion verleihen die Blätter und hellen lila Blüten des Zwergstrauchs ihr unverwechselbares Aroma. Thymian weist einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen auf – vorwiegend Monoterpen-Phenole, Thymol und Carvacrol.
Sie bringen nicht nur Aroma in das Essen, sie haben auch bei Erkältungskrankheiten der oberen Luftwege und Bronchien heilsame Effekte. Thymianextrakte wirken entzündungshemmend und krampflösend. Ihre lindernde Kraft entfalten sie als Teezubereitung, in Pastillen, Dragees, Tabletten und Hustensäften.

24.12.2011
Kopfschmerzen: 3-D-Filme machen die Augen müde
Dadurch, dass 3-D-Filme die Augen sehr stark beanspruchen, können sie Kopfweh auslösen
Panthermedia/Kzenon
Dreidimensionale Filme können zu Kopfschmerzen führen, weil sich die Augen ständig auf unterschiedliche Entfernungen einstellen müssen. Wie Forscher aus Berkeley (USA) feststellten, strengt bei einem kleinen Monitor oder Display und geringer Entfernung alles, was „aus dem Bild heraus auf den Betrachter zukommt“, die Augen besonders stark an. Sie raten, auf längeren 3-D-Genuss zu verzichten.

23.12.2011
Väter: Am Anfang weniger Testosteron im Blut
Frischgebackene Papis haben eine gewisse Zeit lang niedrigere Testosteronspiegel als vor der Geburt des Kindes
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Frischgebackene Väter haben deutlich weniger Testosteron im Blut als vor der Geburt ihres Kindes. Forscher der Northwestern University (USA) wiesen an 600 Philippinern nach: Je intensiver sich die Väter um ihren Nachwuchs kümmern, umso tiefer sinkt ihr Testosteronspiegel für einige Wochen. Die Langzeitstudie zeigt auch: Je mehr Sexualhormone die Männer vor der Zeugung aufwiesen, desto wahrscheinlicher war es, dass sie Väter wurden.

22.12.2011
Gehirn: Denkorgan schrumpft im Alter
Ab dem 50. Lebensjahr beginnt unser Gehirn kleiner zu werden
Thinkstock/Stockbyte
Im Gegensatz zu Schimpansen schrumpft das Gehirn des Menschen mit dem Alter um bis zu 15 Prozent. Forscher der George-Washington-Universität (USA) verglichen 186 Hirne per Magnetresonanztomografie.
Das Schrumpfen setzt beim Menschen erst im vergleichsweise hohen Alter von 50 Jahren ein – dem durchschnittlichen Sterbealter unseres nächsten Verwandten. Auf unsere hohe Lebenserwartung führen die Autoren typische Alterserkrankungen wie Alzheimer zurück.

21.12.2011
Ernährung: Was darf man bei Gicht essen?
Eine angemessene Ernährung kann den Verlauf der chronisch-entzündlichen Erkrankung positiv beeinflussen
Thinkstock/Hemera
Der Barockmaler Peter Paul Rubens ist berühmt für die üppigen Frauenfiguren seiner Gemälde. Der erfolgreiche Künstler und Hofmaler hatte selbst eine Vorliebe für gutes, reichhaltiges Essen. Mit 63 Jahren starb er 1640 in Antwerpen an der Gicht, die viele Jahrhunderte als Erkennungszeichen der reichen Oberschicht galt.
Übergewicht und Überernährung stellen tatsächlich wichtige Faktoren dar, welche die Erkrankung begünstigen. Deren eigentliche Ursache aber ist genetisch bedingt. Entscheidend ist eine angeborene Ausscheidungsschwäche der Niere für Harnsäure. Nehmen Menschen mit diesem erblichen Defekt Nahrungsmittel auf, die reich an Purinen sind, lagert sich die Harnsäure, die der Körper aus diesen Stoffen herstellt, in kristalliner Form an Gelenken, aber auch Weichteilen ab, etwa der Ohrmuschel.
Erhöhte Harnsäurewerte bereiten oft jahrelang keine Beschwerden. Der erste akute, meist nächtliche Gichtanfall ist dann umso heftiger. In der Regel tritt er am Großzehengrundgelenk auf: Es schmerzt, ist entzündet und geschwollen. Ebenfalls häufig trifft es Sprunggelenk und Knie. Das wichtigste Standbein der Behandlung schwerer Gicht besteht in einer medikamentösen Therapie. Sie hat zum Ziel, die erhöhten Harnsäurewerte dauerhaft zu senken.

Selten Fleisch und Fisch essen

Eine purin- und fettarme Ernährung hilft, die entzündlichen Prozesse in Schach zu halten. Kritisch sind zellreiche Substanzen wie Fleisch, Fisch und Innereien. Sie enthalten besonders viele Purine. Dies gilt auch für Ölsardinen, Kalbsbries und -leber. Erbsen, weiße Bohnen und Spinat sollten ebenfalls gemieden werden. Kaum Purine enthalten dagegen Milch, Milchprodukte, Weißbrot und Tomaten – um nur einige Beispiele zu nennen.
Bei Übergewicht ist zudem Abnehmen ratsam, denn die überflüssigen Pfunde erhöhen zusammen mit Gicht das Risiko für eine vorzeitige Arteriosklerose. Wichtig für alle Patienten ist auch, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen – mindestens zwei Liter pro Tag. Kaffee und Tee sind in Ordnung. Der Konsum von fruktosehaltigen Getränken und Alkohol sollte eingeschränkt werden.
Außerdem empfiehlt sich eine professionelle Beratung durch eine geschulte Diätassistentin, denn oft erfordert die Umstellung der Ernährung eine grundsätzliche Lebensumstellung.

Tipps für die Ernährung:
  • Günstige Lebensmittel bei Gicht sind Getreide und Gemüse (z.B. Reis, Kartoffeln, Paprika, Zucchini), Obst, Milch, Milchprodukte und Eier.
  • Ungünstige Lebensmittel: Fleisch (besonders Innereien), Fisch (z.B. Lachs, Sardinen), Meeres- und Hülsenfrüchte. Auch Alkohol erhöht den Harnsäurespiegel – vor allem Bier.

20.12.2011
Psychologie: Entspannung fördert Kauflust
Musik, die die Käufer beruhigt, kann bewirken, dass die Menschen mehr Geld ausgeben
Thinkstock/iStockphoto
Zu viel Entspannung kann beim Einkaufen ins Geld gehen. Wissenschaftler der Columbia Business School (USA) konnten nachweisen, dass entspannte Menschen leichtfertiger Geld ausgeben als jene, die unter Druck stehen. Luxusgüter lassen sich demnach besonders gut in Wohlfühl-Atmosphäre verkaufen.
Die Forscher testeten Videos und typische Kaufhausmusik auf ihre psychologische Wirkung. 670 Studienteilnehmer mussten bestimmte Geldbeträge für die Produkte bieten. Je entspannter sie durch die Musikberieselung waren, desto höher fiel ihr Gebot aus. Unbeschwerte Einkäufer waren bereit, bis zu 15 Prozent mehr zu zahlen.

19.12.2011
Panikattacke: Erste Anzeichen bereits eine Stunde zuvor
Messungen ergaben, dass sich die Vorboten einer Panikattacke schon eine Stunde vor dem Ausbruch zeigen
Thinkstock/Ingram Publishing
Sie scheinen aus dem Nichts zu kommen. Dabei kündigen sich Panikattacken schon eine knappe Stunde vorher an. Das zeigt eine in der Zeitschrift Biological Psychiatry veröffentlichte Studie. Forscher verschiedener Universitäten gaben 43 Menschen mit Panikstörungen einen tragbaren Datenrekorder mit nach Hause, der wichtige Körperwerte maß.
Ohne dass die Betroffenen es bemerken, beschleunigt sich 50 Minuten vor dem Anfall die Herzfrequenz, und die Atmung wird flacher, bis die Kohlendioxid-Konzentration zu hoch ist. Das Gefühl zu ersticken sei letztlich der Auslöser für die Panikattacke.

17.12.2011
Ernährung: Weniger rotes Fleisch essen
Wer bei rotem Fleisch spart, bekommt seltener Diabetes
PhotoDisc/RYF
Wer täglich 100 Gramm rotes Fleisch von Schwein, Rind oder Lamm zu sich nimmt, erhöht sein Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um 19 Prozent ­­gegenüber einer fleischlosen Ernährung. Das ermittelte eine Arbeitsgruppe der Harvard-Universität auf der Grundlage von Studiendaten von über 440 000 Menschen. Während 28 Jahren erkrankten mehr als 28 000 Teilnehmer. Bei 50 Gramm Wurstkonsum pro Tag stieg das Risiko sogar um 51 Prozent.

16.12.2011
Tattoos: Riskante Entfernung
Es ist nicht ganz risikofrei, eine Tätowierung wieder beseitigen zu lassen
Thinkstock/Goodshot
Tätowierungen zu beseitigen birgt Gefahren. Neben der Laser-Technik, die zu Narbenbildung führen kann, werben einige Anbieter mit einem neuartigen Verfahren zur Entfernung von Tattoos. Wie das Bundesinstitut für Risiko­bewertung (BfR) meldet, wird dabei 40-prozentige Milchsäure unter die Haut gespritzt. In einigen Fällen traten bereits schwere Entzündungsreaktionen auf.

15.12.2011
Frauen: Kopiertes Essverhalten
Essen Frauen gemeinsam, lassen sie sich von ihrem Gegenüber beeinflussen
Shotshop/Monkey Business
Frauen lassen sich beim Essen sowohl von der Größe der Portionen als auch vom Essverhalten anderer Frauen beeinflussen. So lautet das Ergebnis einer Studie der Radboud-Universität in Nimwegen (Niederlande). Die Wissenschaftler ließen jeweils zwei Frauen gemeinsam essen. Die 85 Testpersonen im Alter zwischen 17 und 33 Jahren wussten dabei nicht, dass ihr Gegenüber eine Schauspielerin war, die ihr Essen nach genauen Anweisungen bestellte. Die Frauen aßen bis zu 35 Prozent mehr, wenn sie ­­eine große Portion serviert bekamen, und sie bestellten häufiger nach, wenn die andere Frau dies tat. Hinterher bestritten fast 80 Prozent der Studienteilnehmerinnen, dass sie mehr gegessen hätten als sonst.

14.12.2011
Heilkissen: Auf Körnern gebettet
Sie können helfen, den Schlaf zu verbessern oder Verspannungen und Schmerzen zu lindern
Jupiter Images GmbH/French Photographers Only
Wie man sich bettet, so liegt man. Und weil sie gut liegen wollen, entscheiden sich immer mehr Menschen, auf Kissen zu schlafen, die anstelle von Daunen, Federn oder Polyesterverbindungen speziell gereinigte Füllungen aus Dinkel, Roggen, Hirse, Weizen, Kirsch- oder Traubenkernen enthalten.
Aus medizinischer Sicht spricht prinzipiell wohl nichts dagegen. Bei Beschwerden an der Halswirbelsäule sei es sogar sinnvoll, weil die Körnerkissen die natürliche Krümmung der Halswirbelsäule beim Liegen auf dem Rücken unterstützen, sagen Experten. Das entspanne die Musku­latur und entlaste die Bandscheiben. In den Kissen entsteht dabei ein Abdruck, der den Kopf in seiner Position unterstützt – sie passen sich also dem Körper und der Schlafhaltung an. Die Voraussetzung ist natürlich, dass man dies als angenehm empfindet.
Mit Körnern gefüllte Kissen haben noch weitere Vorteile: Sie nehmen die Körperwärme auf und geben sie nur langsam wieder an den Körper ab. Das sorgt oft für einen leicht kühlen­den Effekt, der gerade in warmen Sommernächten wohltuend sein kann.
Die Eigenschaft als Wärmespeicher haben sich schon viele Generationen zunutze gemacht, indem sie kleinere Körnerkissen als Ersatz für Wärm­­flaschen verwendeten. Werden die Kissen abends im Ofen langsam erwärmt, geben sie die Energie nachts langsam und konstant an den Körper weiter. So können sie Verspannungen, Kopfschmerzen oder grippale Infekte lindern. Ähnlich gut funktionieren Körner als Kältespeicher, wenn man sie eine Weile in das Gefrierfach legt.
Während Dinkelspelzkissen für Gräser- und Pollenallergiker problematisch sein können, bestehen aus allergologischer Sicht kaum Bedenken gegen Kirsch- und Traubenkernfüllungen. Allerdings sind solche Kissen für Hausstaubmilbenallergiker ungeeignet, weil sich die Bezüge, in denen sich die Milben wohlfühlen, meist schlecht waschen lassen.
Kritisch sind auch Kissen, die entweder zusätzlich oder ausschließlich mit duftenden Bestandteilen wie Lavendelblüten oder Rosmarin gefüllt sind. Empfindliche Menschen reagieren darauf beispielsweise mit Ekzemen oder Schleimhaut­reizungen.

Kissen richtig nutzen:


  • Erwärmen: Das Körnerkissen bei etwa 40 Grad Celsius in den Backofen legen, damit es die Wärme langsam und konstant aufnehmen kann. Keinesfalls sollten Sie ein Kissen in der Mikrowelle erwärmen, weil sich im Inneren schnell eine extrem hohe Temperatur auf­bauen kann, die möglicherweise zu einem Schwelbrand oder zu Verbrennungen auf der Haut führt.
  • Kühlen: Gut verpackt in einem luftdicht schließenden Plastikbeutel das Körnerkissen in das Tiefkühlfach legen. So dringt keine Feuchtigkeit ein, und das Kissen bleibt hygienisch sauber.
  • Pflegen: Das Kissen sollte täglich gut aufgeschüttelt werden und an der Luft oder der Sonne trocknen. Ab und zu können Sie die Füllung herausnehmen und den Bezug waschen. Dabei am besten die Herstel­ler­angaben beachten.

13.12.2011
Ägypten: Antike Hautsalben entdeckt
Schon die Pharaonin Hatschepsut nutzte eine teerhaltige Salbe gegen Haukrankheiten. Solche Produkte gibt es auch heute noch
PhotoDisc/RYF
Schon vor 3500 Jahren benutzten Menschen teerhaltige Cremes gegen Hautkrankheiten. Ägyptologen der Universität Bonn untersuchten ein Flakon, das einst die Pharaonin Hatschepsut besessen hatte. In seinem Inneren befanden sich noch eingetrocknete Reste der ursprünglichen Substanz. Wie die Analyse ergab, bestand sie aus Palm- und Muskatöl sowie Teer und Bitumen. Auch heute noch werden teerhaltige Salben ­gegen chronische Ekzeme verwendet. Tatsächlich ist bekannt, dass es in der Familie von Hatschepsut Fälle von Hauterkrankungen gab. Die Forscher vermuten, dass die ägyptische Königin damit ihre juckende Haut behandelte.

12.12.2011
Granatapfel: Gesunde Frucht
In Granatäpfeln kommen reichlich Polyphenole vor. Diesen sekundären Pflanzenstoffen sagen Wissenschaftler zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte nach
Thinkstock/iStockphoto
Der Granatapfelbaum (Punica granatum), ein kräftiger Strauch, wächst in Indien, Pakistan, China und in subtropischen Gebieten. Seit Urzeiten galten seine Früchte mit den blutroten Samen als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit, standen aber auch für Blut und Tod. Extrakte aus der Baumrinde nutzten Ärzte bis ins Mittelalter als Arznei gegen Bandwürmer. Heute sagen Experten den Granatäpfeln gesundheits­fördernde Effekte nach.
Untersuchungen legen nahe, dass regelmäßig eingenommene Konzentrate und Säfte aus den roten Samen der Früchte günstig bei Erkältungen, Ent­zündungen und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken. Dies wird vor allem den reichlich in den Samen enthaltenen Polyphenolen zugeschrieben. Ob diese aber wirkungsvoller sind als die von anderen Früchten, müssen Wissenschaftler erst noch nachweisen.

10.12.2011
Bewegung: Sport trotz Rheuma
Schmerzen die Gelenke, dann gilt: Nicht ruhighalten, sondern bewegen
W&B/Martin Ley
Gerade bei einer rheumatischen Erkrankung neigen Menschen dazu, sich übermäßig zu schonen. Das ist jedoch ein Fehler, sagen Experten. Denn Studien belegen, dass körperliche Aktivität die Beschwerden mildert. Geeignet sind Radfahren, Tanzen, Schwimmen, Wandern und Nordic Walking. Von Ballspielen und Bewegungsarten mit Sprungtechniken raten Orthopäden jedoch ab.Tipp: Erkundigen Sie sich vorab bei Ihrem Arzt, welcher Sport für Sie infrage kommt.

09.12.2011
Erkältung: Sinnvolle Müdigkeit
Wer einen Infekt hat will nur eins: schlafen. Und das ist laut einer Studie genau die richtige Strategie des Körpers
Banana Stock/ RYF
Wer krank ist, fühlt sich schwach und will nur auf dem Sofa liegen. Die Ursache dieser Antriebslosigkeit ist die gleiche Signalkette im Gehirn, die auch den Schlaf reguliert. Um alle Energien für den Kampf gegen die Krankheit zu bündeln, löst der Botenstoff Orexin ein Gefühl der Müdigkeit aus, und der Körper erschlafft. So er­klären Forscher im Journal of ­­Neuroscience diese natürliche Strategie des Körpers.

08.12.2011
Putzmittel: Hände weg!
Benutzen Sie dicke Gummihandschuhe, um Ihre Haut vor Chemikalien zu schützen
Thinkstock/Comstock Images
Medizinische Einmalhandschuhe aus Naturlatex schützen zwar vor Viren, Bakterien und Pilzen. Beim Putzen eingesetzt, lassen sie aber Chemikalien durch, die in Reinigungsmitteln enthalten sind. Die Folge können Hautreizungen sein. Zudem kann der Gummizusatz Thiuram Kontakt­­allergien auslösen. Davor warnen Ärzte der Uniklinik Dresden und empfehlen, beim Putzen dickere, wiederverwendbare Gummihandschuhe anzuziehen.

07.12.2011
Zentrallabor: Die Arznei-Detektive
Wenn Tabletten unangenehm riechen oder Inhalatoren nicht auslösen, finden Experten die Ursache
PhotoDisc/ RYF
Um Qualitätsmängeln auf die Spur zu kommen, überprüfen Experten beim Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) in Eschborn zum Beispiel, ob sich ein Inhalator korrekt auslösen lässt. Einzelne Geräte funktionieren tatsächlich nicht richtig. Im Notfall könnte das für den Patienten schwerwiegende Folgen haben. Und da müssen die Mitarbeiter schon mal selbst Hand anlegen, um eine Inhalation zu simulieren – da gibt es keine bessere Alternative.  

Um die Arzneimittelsicherheit für die Patienten zu erhöhen, untersucht das Labor seit 40 Jahren beanstandete Medikamen­te, Ausgangsstoffe und Verpackungen auf Qualitätsmängel. Jährlich analysieren die Mitarbeiter rund 2000 verschiedene Proben. Die meisten davon schickt die Arznei­mittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) an das Zentral­labor, der Rest kommt aus den öffent­lichen Apotheken.
Rund 60 Prozent der Beanstandun­gen konnte das Team im vergangenen Jahr bestätigen. Bei Tabletten und Dragees wur­den schlechte Teilbarkeit, gerissene Überzüge, Abrieb im Blis­ter, Verfärbungen, Verunreinigungen sowie ein schlechter Geruch oder ­­Geschmack beanstandet. Bei Cremes und Salben hatten sich wässrige von öligen Bestandteilen getrennt, flüs­si­ge Arzneien waren verfärbt, trüb, oder Inhaltsstoffe hatten sich abgesetzt. Solche Mängel sind meis­t auf Transport- oder Lagerschäden zurückzuführen, etwa wenn die Präparate zu warm gelagert wurden.
Ein weiterer Grund für Beanstandungen ist fehlende Wirksamkeit. Dies betrifft vor allem Importware. In diesem Fall überprüfen die Experten, ob der Wirkstoff tatsächlich in der angegebenen Dosis enthalten ist und auch aus der Arzneiform ­freigesetzt wird. Bisher konnte in allen Fällen Entwarnung gegeben werden. Offenbar beeinträchtigen Vorurteile die Wirksamkeit von Medikamenten: Viele Patienten glauben, dass importierte Arzneien nichts taugen – etwa wenn Packungen mit griechischen Schriftzeichen versehen sind. Bei legaler Importware, die über Apotheken bezogen wurde, hat das Zentrallabor allerdings noch nie einen Qualitätsmangel festgestellt. Anders bei „Urlaubsmitbringseln“ und Präparaten aus dem Internet: Immer wieder hat das Labor mit gefälschten Potenz-, Haarwuchs- und Schlankheitsmitteln zu tun. Sie enthalten meist zu wenig oder gar keinen Wirkstoff.
Das ZL fasst alle analytischen Ergebnisse in einem Bericht an den Einsender zusammen. Dies ist meist die AMK, die wiederum die reklamierende Apotheke und den pharmazeutischen Hersteller informiert. Wenn auch andere Packungen der Charge betroffen sind, wird die Ware durch ­eine Rückrufaktion vom Markt genommen. Somit ist das ZL Teil eines eng­maschigen Sicherungssystems.
Auch die Patienten selbst können zur Arzneimittelsicherheit beitragen. Um Anwendungsfehler zu vermeiden, soll­ten sie gründlich den Beipackzettel ­­lesen und bei Verdacht auf Qualitätsmängel oder unerwünschte Wirkungen umgehend ihren Apotheker informieren.

06.12.2011
Pille: Vorsicht bei Antibiotika
Nehmen Frauen ein Antibiotikum ein, kann die Wirkung der Anti-Baby-Pille nachlassen
Thinkstock/iStockphoto
Frauen, denen der Arzt wegen eines bakteriellen Infekts ein Antibiotikum verordnet hat, müssen damit rechnen, dass die Anti-Baby-Pille nicht mehr zuverlässig vor einer Schwangerschaft schützt. Die Wirkminderung hängt vom Antibiotikum und vom Präparat ab. In vielen Fällen ist sie so ausgeprägt, dass in dem betreffenden Monatszyklus zusätzlich mit einem mechanischen Mittel (Schaumovula, Kondom) verhütet werden muss.

05.12.2011
Ehe: Ein Herz und eine Seele
Glücklich Verheiratete haben eine höhere Lebenserwartung
Digital Vision/RYF
Eine glückliche Ehe ist nicht nur Balsam für die Seele, sie schützt auch das Herz. Forscher der Universität Rochester (USA) verfolgten über 15 Jahre die Gesundheit von 225 Menschen, die eine Bypass-Operation am Herzen hinter sich hatten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Probanden dann noch lebten, lag bei glücklich Verheirateten rund dreimal so hoch wie bei ledigen Teilnehmern. Speziell Frauen profitieren vom Eheglück: Nach 15 Jahren waren 83 Prozent der Frauen aus intakten Beziehungen noch am Leben, bei den unzufrieden verheirateten und den ledigen waren es 27 bzw. 28 Prozent. Eine liebevolle Partnerschaft motiviere dazu, gesünder zu leben, vermuten die Forscher.

03.12.2011
Psychologie: Menschen haben Angst vor Neuem
Auf ungewohnte Ideen reagieren viele Menschen ablehnend. Bekanntes ist den meisten lieber
Thinkstock/iStockphoto
Kreativ zu sein wird hoch geschätzt. Doch auf frische Ideen reagieren viele oft ablehnend. Den Widerspruch wollten Forscher der Universität von Pennsylvania in Philadelphia (USA) klären. Studenten sollten dazu am Computer mit schnellem Tastendruck Begriffspaare bilden. Dabei verknüpften die Testpersonen Wörter wie „originell“ häufiger mit negativen Begriffen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass sich Menschen im Grunde vor Veränderungen fürchten.

02.12.2011
Arbeitsunfälle: Die richtige Ausrüstung schützt
Eine gute Ausrüstung trägt dazu bei, gefährliche Situationen im Job zu vermeiden
Thinkstock/iStockphoto
Rund 58.000 Arbeitsunfälle unter ihren sieben Millionen Versicherten meldet die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) für das vergangene Jahr. Meist wurden dabei Hände und Finger verletzt, gefolgt von Füßen und Zehen. Häufigste Unfallursache: ein Sturz.
Mit rutschhemmenden Fußböden, guter Beleuchtung und sicheren Leitern könnten Arbeitgeber das Risiko verringern; Angestellte sollten geeignete Schuhe tragen.

01.12.2011
Aids: Vorbeugung und Medikamente verbessern Schutz
Der Kampf gegen Aids beginnt bei der Vorbeugung. Aber auch die medizinische Versorgung ist sehr wichtig
Thinkstock/iStockphoto
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lobt richtungsweisende Schritte in der Aids-Prävention: Forscher der Universität Washington (USA) hatten 5000 Paare in Kenia und Uganda begleitet, bei denen jeweils ein Partner HIV-infiziert war. Zusätzlich zu vorbeugenden Schutzmaßnahmen nahm der gesunde Partner täglich den Wirkstoff Tenofovir, ein Blindpräparat oder eine Kombination verschiedener Stoffe ein.
Nach zwei Jahren hatten sich in der Tenofovir-Gruppe 18 und in der Kombinationsgruppe 13 Menschen mit HIV infiziert. Von den Teilnehmern, die ein Placebo eingenommen hatten, erkrankten 47. Die Kosten pro Tablette betragen 25 US-Cent. Die Studie zeigt, wie HIV-Medikamente den Virusschutz vor der Infektion verbessern könnten.

30.11.2011
Zu Hause: Gesünder wohnen mit Frischluft
Hier lesen Sie, wie Sie in der kalten Jahreszeit ein angenehmes Raumklima schaffen können
Panthermedia/Dan B.
Wenn es draußen düster und kalt wird, kann es in den heimischen vier Wänden umso gemütlicher sein. Voraus gesetzt, das Raumklima stimmt. Nach Berechnungen des Umweltbundesamts verbringt der Mensch heute rund 90 Prozent seiner Zeit in geschlossenen Räumen, rund zwei Drittel davon in der Wohnung und dort vor allem im Schlafzimmer.

Nicht nur die Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sondern auch das Verhältnis zwischen Raum- und Oberflächentemperatur von Wänden und Böden beeinflussen unser Empfinden. Idealerweise liegt die mittlere Temperatur der Wände nicht mehr als drei Grad unter der des Raums. Dann gibt es kaum Luftbewegungen, und es kann etwas weniger geheizt werden. Das spart Kosten und beugt zu trockener Luft vor.

Jede Menge Dampf im Raum

Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 35 bis 60 Prozent werden Temperaturen zwischen 19 und 22 Grad als angenehm empfunden. Je nach Nutzung variiert die Temperatur um wenige Grad: Im Wohn-, Ess- und Arbeitszimmer kann sie 19 bis 21 Grad betragen, im Schlafzimmer 16 bis 18 Grad und im Bad 21 bis 23 Grad. Auch in kaum genutzten Räumen sollte das Thermometer nicht unter 14 bis 16 Grad Celsius sinken, weil sonst Feuchtigkeit kondensieren kann.

Ein Vier-Personen-Haushalt erzeugt täglich etwa zwölf Liter Wasserdampf: beim Kochen, Duschen, Waschen oder Spülen. Auch die Bewohner selbst verdunsten Wasser, allein im Schlaf bis zu einen Liter. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit auf über 50 bis 60 Prozent (abhängig von der Güte der Dämmung) steigt, kann der Dampf sich an kalten Wandoberflächen als Wasser absetzen. Dann steigt die Gefahr, dass sich Schimmel bildet. Die Pilzsporen können die Schleimhäute reizen, zu Atemwegserkrankungen und allergischen Reaktionen führen.

Schimmel vermeiden

Der Feuchtigkeitsgehalt lässt sich mit einem Hygrometer messen. Bei erhöhten Werten bringt Lüften rasche Abhilfe. Seit Wohnungen sehr gut gedämmt sind, ist es noch wichtiger als früher, regelmäßig zu lüften, denn sonst wird nur wenig Luft ausgetauscht.

Verbrauchte Luft macht müde und unkonzentriert. Das liegt vor allem an dem Kohlendioxid, das wir ausatmen. Aus Möbeln, Teppichen, Elektrogeräten, Textilien, Farben, Lacken und Haushaltschemikalien können Schadstoffe in die Raumluft gelangen. In manchen Regionen dringt das radioaktive Edelgas Radon aus dem Boden in Wohnungen. Neben Tabakrauch erhöht es das Risiko für Lungenkrebs wesentlich. Gute Gründe, auch bei Minusgraden regelmäßig die Fenster weit zu öffnen.

So lüften Sie richtig:

In viel genutzten Räumen sollten Sie mindestens viermal am Tag frische Luft lassen. Wenig genutzte Räume zumindest zweimal lüften, am besten morgens und abends.

Richtig ist Stoßlüften: die Heizkörper abdrehen und für vier bis sieben Minuten die Fenster weit öffnen. Das genügt in der kalten Jahreszeit völlig, denn je kälter die Außenluft ist, desto schneller erfolgt der Luftaustausch.

Wer gegenüberliegende Türen und Fenster öffnen kann, befördert besonders rasch verbrauchte Luft nach draußen und frische herein.

Gekippte Fenster bringen einen wesentlich geringeren Luftaustausch. Nicht dauerhaft kippen! Das kühlt im Winter Wände und Möbel unnötig aus und erhöht den Heizbedarf.

Beim Kochen, nach dem Baden oder Duschen Fenster öffnen, damit der Wasserdampf schnell abziehen kann.

Halten Sie Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen stets geschlossen. Die Feuchtigkeit aus der wärmeren Luft schlägt sich sonst im kälteren Raum an den Wänden nieder, und Schimmel kann sich bilden.

29.11.2011
Forschung: Haben wir einen Sinn für Fettes?
Möglicherweise gibt es auf unserer Zunge einen Sinn für Fettiges
Thinkstock/iStockphoto
Auf unserer Zunge sitzen Sensoren für Salziges, Süßes, Bitteres, Saures und Herzhaftes. Möglicherweise gibt es dort noch einen sechsten Sinn: nämlich für Fettiges. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam entdeckten auf den Geschmacksknospen einen chemischen Sensor. Dieser reagiert in einem zellulären Testsystem auf langkettige Fettsäuren. Diese Substanzen rufen auch bei Versuchspersonen den typischen Fettgeschmack hervor. Jetzt wollen die Forscher prüfen, ob der Sensor wirklich Signale zum Gehirn leitet.

28.11.2011
Knie-OP: Pessimisten genesen langsamer
Wie gut ein Patient sich nach einer Operation erholt, hängt auch von seiner Einstellung ab
Thinkstock/Digital Vision
Wie schnell nach einer Knie-Operation das Gelenk wieder voll beweglich ist, hängt nicht nur vom Eingriff selbst, sondern auch von den Gefühlen und Erwartungen des Patienten ab. Wie sie in dem Magazin Pain berichten, befragten Forscher der McGill-Universität in Montreal (Kanada) 120 Patienten vor einer Operation am Kniegelenk zu ihren Ängsten. Pessimisten hatten später deutlich mehr Schmerzen und eine längere Genesungsphase.

26.11.2011
Knie-OP: Pessimisten genesen langsamer
Wie gut ein Patient sich nach einer Operation erholt, hängt auch von seiner Einstellung ab
Thinkstock/Digital Vision
Wie schnell nach einer Knie-Operation das Gelenk wieder voll beweglich ist, hängt nicht nur vom Eingriff selbst, sondern auch von den Gefühlen und Erwartungen des Patienten ab. Wie sie in dem Magazin Pain berichten, befragten Forscher der McGill-Universität in Montreal (Kanada) 120 Patienten vor einer Operation am Kniegelenk zu ihren Ängsten. Pessimisten hatten später deutlich mehr Schmerzen und eine längere Genesungsphase.

25.11.2011
Gesunder Sport: Radler leben länger
Die körperliche Aktivität beim Fahrradfahren schenkt vielen Menschen zusätzliche Lebenszeit
Thinkstock/BananaStock
Trotz Unfallrisiken und Abgasen bringt das Radfahren in der Stadt mehr Nutzen als Schaden für die Gesundheit – und zwar im Verhältnis 77 zu eins. Das legt eine im British Medical Journal veröffentlichte spanische Studie nahe. Für die Untersuchung berechneten die Wissenschaftler das Sterberisiko von knapp 182.000 Menschen, die in Barcelona seit 2007 Mieträder nutzen.
Die Kalkulation ergab, dass dank des Radfahrens 13 der pro Jahr zu erwartenden 52 Todesfälle unter den Leihradnutzern verhindert werden. Die Forscher führen dies auf die körperliche Aktivität beim Radeln zurück, die Risiken durch Unfälle und Schadstoffe in der Luft mehr als wettmacht.

23.11.2011
Bilsenkraut: Ein Gift, das beflügelt
Einst war die Pflanze bei Hexen und Brauern beliebt. In Fertigpräparaten wirkt sie heute entkrampfend
RYF/Panthermedia/Detlev B.
Mit Schaudern erzählten sich die Menschen des Mittelalters von Hexen, die angeblich auf Besen oder Ziegenböcken zum Blocksberg flogen und sich dort in ekstatischem Tanz ergingen. In ihrer blühenden Fantasie sahen die schockierten Bürger, wie die Frauen wild um ein Feuer herumwirbelten und sich hemmungslos einander und dem Teufel hingaben.
Eine der bekanntesten literarischen Darstellungen dieses Treibens ist die Szene Walpurgisnacht in „Faust“. Bei seinen Recherchen befasste sich Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) intensiv mit den Bräuchen der kräuterkundigen Frauen, besonders mit dem Besenflug. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Hexensalben. „Die Salbe gibt den Hexen Mut“, schrieb der Dichterfürst.

Endstation Scheiterhaufen

Die Zubereitungen der Kräuterweiber enthielten ein hochgiftiges Gemisch aus Pflanzen, die das Bewusstsein verändern können. Vor allem waren das Fliegenpilze und Alraunen, Tollkirsche, Stechapfel und nicht zuletzt das Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger). Berauscht von diesen Drogen, glaubten die Frauen, sie könnten auf ihren Besen abheben und fliegen.
Einige der Giftstoffe können tatsächlich Halluzinationen wie ein Gefühl des Fliegens hervorrufen. Zu regelrechten Höhenflügen, bei denen mithilfe der Salbe die Schwerkraft überwunden wird, hat das zwar nicht gereicht. Die Schilderungen der Rauschzustände brachten damals jedoch viele der vermeintlichen Hexen auf den Scheiterhaufen.

Ins Bier gemischt
Das Bilsenkraut, dessen Name sich wahrscheinlich vom keltischen Sonnengott Belenus ableitet, begegnet uns aber nicht nur in mittelalterlichen Kulthandlungen. Einige Braumeister mischten es auch ins Bier, um dessen Wirkung zu verstärken. Deutsche Landesfürsten ärgerten sich über diese Zusätze.
Die Oberen tranken selbst gerne mal ein Bierchen. Vermutlich zum Eigenschutz verboten sie daher alles, was ihrer Meinung nach im Bier nichts zu suchen hatte. Das führte unter anderem zur Einführung des bayerischen Reinheitsgebots von 1516, demzufolge das Gebräu ausschließlich aus Gerste, Hopfen und Wasser bestehen darf.
Der griechische Arzt Dioskurides warnte bereits im ersten Jahrhundert nach Christus davor, das Bilsenkraut würde Wahnsinn verursachen. Trotzdem empfahl er es zugleich als Heilmittel. So sollten die frischen Blätter als Umschlag Schmerzen lindern und im Mundspülwasser bei Zahnweh helfen.
Dass das Kraut auch als Mordwaffe dienen konnte, stellte der englische Dichter William Shakespeare (1564 bis 1616) in „Hamlet“ dar. Den Geist des ermordeten Dänenkönigs ließ er erzählen, wie diesem vor seinem Tod der verhängnisvolle Saft in den Gehörgang geträufelt worden sei.

Auf die Dosierung kommt es an

Die starke Wirkung des Krauts beruht auf den darin enthaltenen Tropanalkaloiden. In geeigneter Dosierung erweitern sie heute gelegentlich als Augentropfen die Pupillen. Wegen ihrer Giftwirkung darf die Pflanze nicht als Tee oder Salbe angewendet werden. In hochverdünnten Zubereitungen nutzt die Homöopathie das Hexenkraut noch heute.
Laut Samuel Hahnemann, dem Begründer dieser alternativen Behandlungsmethode, soll es bei Unruhe und Erregung, Schlafstörungen, spastischen Zuständen der Atemwege und des Verdauungstrakts sowie trockenem Reizhusten helfen.

22.11.2011
Kriegserlebnisse: Erinnerungen belasten Senioren
Späte Kriegsfolgen: Die traurigen Erlebnisse aus der Vergangenheit lasten immer noch vielen Älteren auf der Seele
Jupiter Images GmbH/Creatas
Noch heute leidet die Hälfte der Menschen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, an späten Folgen von Bombennächten, Vertreibung oder Vergewaltigungen. Jeder Zehnte klage über leichte bis ausgeprägte Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Depressionen, Schreckhaftigkeit oder Schlafstörungen, ermittelten Wissenschaftler der Universitätsmedizin Leipzig.
Sie hatten knapp 1500 über 60-Jährige untersucht, die den Krieg miterlebten. In der Folge tragen Betroffene ein mehrfach erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Leiden, Schlaganfall oder Rheuma zu erkranken.

12.11.2011
Schwangerschaft: Doppelter Impfschutz
Wenn Schwangere sich gegen Grippe impfen lassen, profitiert auch der Nachwuchs
W&B/Achim Graf
Das Ergebnis einer US-Studie: Babys von geimpften Müttern mussten halb so oft wegen einer Grippe in die Klinik eingewiesen werden wie Babys nicht geimpfter Mütter. Die Ständige Impfkommission rät allen Schwangeren nach der zwölften Woche zur Grippe-Impfung.

11.11.2011
Demenz: Bewegung hilft
Sport kräftigt nicht nur die Muskeln, er fördert auch die geistige Fitness
Jupiter Images GmbH/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Gut für Körper und Geist: Alzheimerpatienten, die im Rahmen eines Reha-Programms ein Krafttraining absolvieren, haben nicht nur mehr Muskelkraft und ein geringeres Sturzrisiko, sie sind auch geistig leistungsfähiger. Das fanden Altersmediziner des Bethanien-Krankenhauses in Heidelberg heraus.

10.11.2011
Tipp: Arzneitees richtig aufbewahren
Lagern die Tees zu feucht, verklumpen sie
Panthermedia/Ursula Deja-Schneider
Tassenfertige Arzneitees sind eine gute Wahl bei akuten Erkältungen oder Blasenentzündungen, weil sie bequem zuzubereiten sind. Ein Tipp zur Aufbewahrung: Die Extrakte ziehen Wasser an und verklumpen dann. Lagern Sie die Tees daher originalverpackt in einem kühlen, trockenen Raum. Die Küche mit ihrer hohen Luftfeuchte eignet sich nicht.

09.11.2011
Warzen: Bedenkliche Auswüchse
Nicht alles, was wie eine Warze aussieht, ist auch eine. Warum
W&B/Jan Greune
Wie ein verhornter Mini-Blumenkohl ragt das Gebilde aus der Haut am Finger. Ist das eine Warze? Vielleicht. Doch während Kinder und Jugendliche durch ihre noch nicht so ausgeprägte Immunität sehr häufig Warzen bekommen, ist die Wahrscheinlichkeit für einen älteren Menschen eher gering. Im Alter ist die vermeintliche Warze oft ein Hühnerauge, eine Schwiele, eine Stiel- oder eine Alterswarze, und die werden ganz verschieden behandelt.
Nur ein geschultes Auge kennt die Unterschiede – deshalb sollten Sie die Diagnose und Behandlung besser Ihrem Hautarzt überlassen. So wird mitunter auch ein unpigmentiertes Melanom, also Hautkrebs, von Betroffenen irrtümlich erst für eine Warze gehalten. Warzen im Intimbereich dagegen können in die Scheide oder den After einwachsen – zudem stehen sie im Verdacht, dort Krebs auszulösen. Lassen Sie selbst kleine Wucherungen auf der Haut daher immer abklären.
Echte Hautwarzen sind harmlos, aber ansteckend. Sie können entstehen, wenn sich humane Papillom-Viren in die Haut einnisten – etwa, wenn man barfuß durch eine öffentliche Dusche läuft oder jemandem die Hand gibt, der eine Warze am Finger hat. Das Virus vermehrt sich – die Haut reagiert darauf mit starkem Zellwachstum, das nach einigen Wochen oder Monaten dann als Warze sichtbar wird. Das Ansteckungsrisiko ist von Mensch zu Mensch verschieden – trockene, rissige oder verschwitzte Haut, Krankheiten wie Neurodermitis und eine schwache Abwehr erhöhen es.
Hat der Hautarzt eine Warze diagnostiziert, lautet die Frage: Möchten Sie abwarten, ob sie von allein verschwindet, oder möchten Sie behandelt werden? Oft ist das Immunsystem in der Lage, eine Infektion spontan abheilen zu lassen. Etwa 40 bis 50 Prozent der Warzen verschwinden nach zwei Jahren von selbst.
Wer nicht abwarten möchte: In der Apotheke gibt es Pflaster, Lotionen oder Tinkturen mit Salicylsäure oder Monochloressigsäure, die die Hornhaut aufweichen und die Warze zum Verschwinden bringen. Der Hautarzt kann Warzen mit flüssigem Stickstoff vereisen, Laser- oder Infrarotlicht einsetzen oder mit speziellen rezeptpflichtigen Mitteln die Zellvermehrung eindämmen. Vereisungssprays gibt es auch für die Selbstbehandlung zu Hause.
Fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie die Abheilung unterstützen können. Welches Verfahren sich eignet, hängt ganz davon ab, wie gesund Sie sind, welche Warzenart man hat, wo die Warze sitzt und wie groß sie ist.

08.11.2011
Abnehmen: Es lohnt sich fast immer
Auch wer nur wenig abspeckt tut seiner Gesundheit etwas Gutes
Panthermedia/Marc Dietrich
Abnehmen lohnt sich – auch wenn der Erfolg vor dem Spiegel kaum sichtbar ist. Bei übergewichtigen Menschen bewirkt bereits eine Verringerung des Körpergewichts um fünf bis zehn Prozent, dass sich Blutzucker, Blutfette und Blutdruck deutlich verbessern. Das ergab eine Studie, die in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlicht wurde.

07.11.2011
Blutzucker: Schonend piksen
Stechen Sie beim Blutzuckermessen nur so tief wie nötig
W&B/Simon Katzer
Sie können Ihre Finger beim Blutzuckermessen schonen, indem Sie nicht tiefer einstechen als unbedingt nötig. Ermitteln Sie die Einstichtiefe, indem Sie Ihre Stechhilfe  auf die geringste Tiefe einstellen. Kommt nicht genug Blut, wählen Sie die nächste Einstich­tiefe – bis es klappt.

05.11.2011
Psychologie: Schon Kleinkinder haben Gerechtigkeitssinn
Teilen können: Diese menschliche Tugend haben oft schon die Kleinsten
Thinkstock/Banana Stock
Schon Kleinkinder besitzen ein Gespür für Gerechtigkeit, haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig nachgewiesen. Wenn Spielgefährten ihnen helfen, eine Belohnung zu bekommen, sind sie durchaus bereit, den Preis anschließend zu teilen.
In der Versuchsanordnung erhielten jeweils zwei Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren Murmeln, wenn sie sich gemeinsam darum bemühten. Allerdings bekam das eine Kind stets mehr Murmeln als das andere. In diesem Fall gaben die „glücklicheren“ Kinder häufig etwas von ihrem Murmelschatz an ihren weniger erfolgreichen Mitspieler ab. Spielten die Kleinen nicht im Team, dann behielten jene, die mehr Murmeln bekamen, diese viel öfter alle für sich.

04.11.2011
Migräne: Wetter löst keinen Anfall aus
Wetterumschwünge scheinen kein Auslöser für Migräne zu sein
Panthermedia/Martina Heggie
Ein plötzlicher Wetterwechsel scheint nicht, wie allgemein vermutet, das Auftreten von Kopfschmerzen oder Migräne zu begünstigen – zumindest nicht bei Migräne-Dauerpatienten. Dies legt eine Studie an der Universitätsklinik für Neurologie in Wien nahe. Dabei baten Ärzte 238 Migräne-Patienten, vornehmlich Frauen, 90 Tage lang ein Tagebuch zu führen.
Anschließend werteten sie die Aufzeichnungen aus und berücksichtigten dabei die jeweilige Wetterlage. Ihr Fazit: Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Wetterumschwüngen und dem Wohlbefinden der Studienteilnehmer ließ sich nicht festmachen, allenfalls eine schwache Tendenz zu verstärktem Kopfschmerz, wenn eine Hochdruckfront nahte.

03.11.2011
Kosmetikkauf: Gefühl entscheidet mit
Neben der Pflegewirksamkeit ist Frauen beim Kauf eines Kosmetikprodukts sehr wichtig, ob die Creme oder das Shampoo ein emotionales Wohlbefinden vermitteln
Thinkstock/iStockphoto
Kosmetika sollen die Haut pflegen. Doch für Frauen oft noch wichtiger ist das emotionale Wohlbefinden, das ein Pflegeprodukt vermittelt. Dies zeigt eine Untersuchung an der Universität Baskenland (Spanien) mit 355 Frauen zwischen 18 und 50 Jahren. Am besten bewerteten die Frauen Kosmetikmarken, die ihnen das Gefühl gaben, die Unzufriedenheit mit ihrem Äußeren zu mindern.

02.11.2011
Harnsteine: Schmerzhafter Abgang
Unsere Lebensweise fördert die Entstehung von Harnsteinen. Wie Sie die Steine loswerden und der Neubildung vorbeugen
Thinkstock/iStockphoto
Sie bleiben oft jahrelang unbemerkt, doch wenn sie abgehen, wird es mitunter dramatisch. Die Steine, die sich in den Nieren gebildet haben, müssen dann den nur wenige Millimeter engen Harnleiter passieren, was zu heftigen Koliken führen kann. "Schlimmer als Geburtsschmerzen", so schildern betroffene Frauen die Qual.
Rund fünf Prozent der Bevölkerung bekommen im Lauf ihres Lebens einen Nierenstein – mit steigender Tendenz. Zum überwiegenden Teil sind Nierensteine ein Zivilisationsleiden, auch wenn Betroffene zudem meist eine genetische Veranlagung dafür haben. Ein Leben im Wohlstand mit wenig Bewegung und üppigem Essen erhöht das Risiko. Noch sind mehr Männer betroffen, aber die Frauen holen auf.
Nierensteine bilden sich aus Salzen, welche die Nieren aus dem Blut filtern, um sie mit dem Urin auszuscheiden. In einem stark konzentrierten Urin können sie kristallisieren und sich zu festen Gebilden entwickeln – von winzig wie Grießkörnchen bis einige Zentimeter groß. Auch die Zusammensetzung kann variieren.
Dass sie einen Nierenstein haben, merken Betroffene meist erst, wenn er im Harnleiter steckt. Eine Nierenkolik ist in der Regel ein Notfall. Die plötzlich einsetzenden, sich wehenartig wiederholenden Krämpfe strahlen in Rücken, Leiste, Oberschenkel und Geschlechtsteile aus. Übelkeit und Erbrechen können dazukommen. Manchmal weisen aber auch nur Blut im Urin oder leichte Flankenschmerzen auf den Abgang von Steinen hin.

Steine zertrümmern

Abhängig von ihrer Lage und Größe werden die Gebilde heute auf unterschiedliche Weise entfernt. Bei einem Stein im Harnleiter gibt man manchmal weiter die starken, morphiumähnlichen Mittel, welche die Patienten gegen die akuten Schmerzen bekommen, und wartet, bis er von allein abgeht.
Der Arzt kann einen Stein im Harnleiter aber auch mithilfe eines Endoskops per Laser zerstören oder mit winzigen Körbchen und Zangen herausziehen. Sitzt der Stein weit oben im Harnleiter, wird der Arzt ihn möglicherweise mit dem Endoskop in die Niere zurückschieben. Einen Stein in der Niere kann man durch Stoßwellen so weit zerkleinern, dass er auf natürlichem Weg abgeht. Ist seine Position ungünstig für die Stoßwellenbehandlung oder ist er sehr hart, können ihn die Ärzte auch über einen Stichkanal in die Niere per Endoskop entfernen.

Eingriff unter Narkose

Während für endoskopische Verfahren eine Vollnarkose nötig ist, genügen bei der Stoßwellentherapie Schmerzmittel. Sehr selten, wenn sich ein großer Stein im Harnleiter verkeilt hat und Nierenversagen droht, muss man eine Notoperation vornehmen. Die entfernten Steine werden genau analysiert. Nach ihrer Lage und Zusammensetzung richten sich die weitere Behandlung und die Empfehlungen zur Ernährung.
Nieren- und Harnleitersteine können auch auf heilbare Stoffwechselstörungen wie eine Überfunktion der Nebenschilddrüse hinweisen oder auf Erkrankungen des Darms wie Morbus Crohn. Steine in der Blase bilden sich in der Regel dann, wenn die Blasenentleerung behindert ist, zum Beispiel bei vergrößerter Prostata.

Viel trinken

Am häufigsten finden Ärzte Kalziumoxalat-Steine als typische Wohlstandsfolge. Wer es schafft, Übergewicht abzubauen und Ernährungsfehler zu vermeiden, ist mit großer Wahrscheinlichkeit vor einem erneuten Stein gefeit. Dagegen muss jeder zweite bis dritte Betroffene, der seine Lebensweise beibehält, damit rechnen, dass sich wieder ein Stein bildet. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, aber wenig Fleisch und Wurst beugt vor. Regelmäßige Bewegung wirkt Übergewicht und auch einer Steinbildung entgegen.
Werden die Nieren stets gründlich durchgespült, lässt sich das Risiko deutlich senken. Wer zu Harnsteinen neigt, sollte viel trinken: mehr als die normalerweise empfohlenen 1,5 bis zwei Liter am Tag. Wie viel genau für den Einzelnen gut ist, das sollte er mit dem Arzt besprechen. So große Trinkmengen zu schaffen ist nicht einfach. Rituale können helfen: Zum Beispiel immer ein Glas Wasser zum Kaffee trinken und Abwechslung in das Getränkeangebot bringen. Auch Suppen und Eintöpfe liefern Flüssigkeit.

01.11.2011
Muskeln: Mit Kraft gegen Diabetes
Menschen mit einem höheren Muskelanteil reagieren empfindlicher auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin
Thinkstock/iStockphoto
Es gibt viele Gründe, die Muskeln zu trainieren. Einen neuen lieferten nun Forscher der Universität von Kalifornien in Los Angeles (USA). Sie analysierten die Gesundheitsdaten von mehr als 13.600 US-Amerikanern.
Ergebnis: Menschen mit einem höheren Muskelanteil reagieren empfindlicher auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin. Zudem leiden sie seltener an Vorstufen von Typ-2-Diabetes als ihre untrainierten Altersgenossen.

31.10.2011
Augen: Vitamin C bringt den Durchblick
Die Nervenzellen der Netzhaut brauchen viel Vitamin C, um richtig zu funktionieren
Thinkstock/iStockphoto
Zitrusfrüchte, Paprika oder Hagebutte sind im wahrsten Sinn des Wortes ein Augen-Schmaus. Wie Wissenschaftler aus Oregon (USA) im Fachblatt Journal of Neuroscience berichten, benötigen die Nervenzellen der Netzhaut eine hohe Dosis an Vitamin C, um richtig zu funktionieren.

Die sogenannten GABA-Rezeptoren sind Andockstellen für Botenstoffe, die an der Kommunikation zwischen einzelnen Nervenzellen beteiligt sind. Sie finden sich im gesamten zentralen Nervensystem, zu dem auch die Netzhaut gehört. Für eine optimale Leistung müssten sie regelrecht in Vitamin C schwimmen, so die Forscher.

Mangelte es bei ihrem Versuch daran, arbeiteten die Nervenzellen der Netzhaut nicht mehr richtig. Neben der Bedeutung für den Stoffwechsel und die Immunabwehr sei das Vitamin also wesentlich für die korrekte Reizweiterleitung – in den Augen und vermutlich auch im Gehirn.

29.10.2011
Bus und Bahn: Pendeln stärkt das Immunsystem
Bei regelmäßigen Pendlern stellt sich das Immunsystem auf die gehäuften Keimattacken in den öffentlichen Verkehrsmitteln ein
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Ob die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel das Erkältungsrisiko erhöht, wollten Forscher aus Nottingham und London (beide England) wissen. Erstaunliches Ergebnis: ja und nein. Wer nur selten mit Bahn und Bus fährt, hat Bakterien und Viren nicht viel entgegenzusetzen. Bei regelmäßigen Pendlern hingegen stellt sich das Immunsystem auf die Keimattacken ein.

28.10.2011
Abnehmen: Fit und schlank durch Putzen
Kalorien einfach wegwischen: Die Hausarbeit macht es möglich
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Wer Hausarbeit als lästig empfindet, sollte sie als Fitnesstraining mit Abnehmeffekt betrachten. Die Verbraucher Initiative hat errechnet, dass bei Tätigkeiten wie Abwaschen und Bügeln einiges an Gewicht auf der Strecke bleibt.
Bezogen auf eine Person, die 70 Kilogramm wiegt, kosten 15 Minuten Aufräumen 30 Kilokalorien (kcal), Bügeln 35 und Staubwischen 37. Abwaschen, Bettenbeziehen und Staubsaugen verbrauchen zwischen 45 und 70 kcal. Wer die Badfliesen schrubbt, verbrennt 74, wer Fenster putzt 83 und wer Möbel rückt 115 kcal.

27.10.2011
Schulweg: Ranzen besser als Trolley
Einen Rucksack Huckepack tragen ist für Kinderrücken gesünder, als einen Roll-Trolley zu ziehen
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Trolleys, in denen Schüler ihre Bücher, Hefte und Utensilien hinter sich herziehen, sind nicht rückenfreundlich. Wie der AOK-Bundesverband meldet, verdrehen dabei Kinder ihre Schulter und halten die Wirbelsäule in einer ungünstigen Position. Hinzu komme, dass sie die Rollkoffer oft heben müssen, etwa auf Treppen oder beim Ein- und Aussteigen in den Bus. Die bessere Alternative sei immer noch der Schulranzen, sofern er richtig gepackt wird: Unnötiges raus, Schweres möglichst nah an den Rücken.

26.10.2011
Weihrauch: Schweiß der Götter
Sein Harz half beim Mumifizieren und kam auch als Medikament zum Einsatz
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Es war ein Wagnis. Auf Geheiß der Königin Hatschepsut segelte um 1500 vor Christi Geburt eine Flotte ägyptischer Schiffe in Richtung Punt. Ihr Anführer, der königliche Schatzmeister Nehesi, sollte aus dem sagenumwobenen Goldland wertvolle Weihrauchbäume (Gattung Boswellia) in die Heimat holen. Die Expedition wurde mit einer Inschrift in einer Pfeilerhalle des Totentempels der Pharaonin verewigt und ging so in die Geschichte ein.

Die Ägypter wollten das fremde Gewächs nicht ohne Grund kultivieren. "Schweiß der Götter" nannten sie ehrfürchtig die Harzperlen, die aus den angeritzten Bäumen tropften und in ihrem Kult eine bedeutende Rolle spielten.

Die Bezeichnung steht im Rahmen der ägyptischen Tradition, Naturprodukte als Ausscheidungen von Gottheiten zu erklären. In dem Rauch, der bei der Verbrennung der duftenden Substanz aufsteigt, sahen die Gläubigen eine direkte Verbindung zu den Göttern.

Konservierende Mumienhülle

Im Totenkult war das Harz unverzichtbar. Weihrauch haben die Ägypter zum Mumifizieren benutzt. Der Naturstoff eignet sich dafür ideal. Er wirkt antiseptisch und konservierend. Die Anwendung verlief problemlos, da Weihrauchharz im erwärmten Zustand so geschmeidig wie Honig ist. Und noch einen Vorteil besitzt es: Da das Harz wasserabweisend wirkt, verhindert es, dass Feuchtigkeit an die toten Körper gelangt.

Auch als Arzneimittel gegen verschiedene Beschwerden kannten und nutzten die Ägypter die Substanz. Ob sie das Mittel gegen Rheuma einsetzten, ist allerdings unklar. Das Verwenden von Weihrauch in Ägypten wurde zwar prinzipiell gut nachgewiesen, für Rheuma gibt es jedoch kein sicher identifiziertes ägyptisches Wort. Manche Literaturangaben sind da scheinbar optimistischer, als es die reale Forschungslage zulässt.

Gegen Warzen und Flechten?

Nicht nur die Ägypter schätzten den Weihrauch. In der ayurvedischen Medizin Indiens spielt er seit mehr als 3000 Jahren zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen und Nervenleiden eine Rolle. Und der griechische Arzt Pedanios Dioskurides war im 1. Jahrhundert nach Christus davon überzeugt, dass Weihrauch Warzen und Flechten vertreiben könne, die Wundheilung fördere und bei Ohrenleiden sowie Brustentzündungen helfe. Doch er warnte auch, bei Gesunden könne das Mittel zu Wahnsinn führen.

Die Bibel erwähnt den teuren Stoff unter anderem als Geschenk, das die Heiligen Drei Könige dem Christuskind zur Geburt dargebracht haben sollen. Der Handel mit dem gefragten Naturprodukt war ein einträgliches Geschäft und jahrhundertelang fest in der Hand der Araber. Ihre Städte, die wie Petra, Medina oder Sanaa an den Handelsrouten lagen, erblühten in jener Zeit.

Noch nicht als Arznei zugelassen

Dass der Weihrauch nicht zu Unrecht so hoch geschätzt war, zeigen moderne Studien. Sie geben Hinweise darauf, dass die Extrakte Entzündungen hemmen. Einige Experten vermuten auch, dass Weihrauch-Präparate bei vielen entzündlichen Krankheiten wie rheumatischer Arthritis, multipler Sklerose oder Neurodermitis helfen könnten.

In Bezug auf chronisch entzündliche Darmkrankheiten konnten Versuche an Patienten die Wirksamkeit jedoch bisher nicht belegen. Auch deshalb sind in Deutschland bislang keine Arzneimittel mit Weihrauch zugelassen. Aber das kann sich ändern, sobald es wissenschaftliche Belege für die heilenden Kräfte am Menschen gibt. Einige neue klinische Studien dazu laufen bereits an.

25.10.2011
Ohren: Männer hören anders als Frauen
Das starke Geschlecht kann eine Schallquelle besser aus einem Geräuschgewirr herausfiltern als die Damen der Schöpfung
Thinkstock/Goodshot
Männer haben ein besseres räumliches Hörvermögen als Frauen. Neuropsychologen der Universität Tübingen wiesen nach, dass männliche Zuhörer eine Schallquelle genauer aus einem Gewirr an Geräuschen herausfiltern können. Ein hoher Testosteronspiegel begünstige diese Fähigkeit als Überbleibsel der Evolution, so die Forscher.

24.10.2011
Erziehung: Mama arbeitet, Kind gedeiht
Geht doch – Beruf und Familie passen unter einen Hut
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Gehen Mütter in der Doppelrolle aus Erziehung und Beruf auf, schadet das ihren Kindern in den ersten Lebensjahren nicht. Im Gegenteil: Laut einer groß angelegten Untersuchung des Britischen Rats für Sozialforschung unter 19.000 Familien leiden Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind, am wenigsten unter emotionalen und sozialen Problemen. Mädchen haben mehr Schwierigkeiten, wenn nur ihre Väter zur Arbeit gehen. Jungen sind problematischer, wenn allein die Mutter für das Einkommen sorgt.

22.10.2011
Übergewicht: Junge Schweden sind die Schlanksten
In Nordeuropa haben deutlich weniger Kinder zu viele Pfunde als im Süden Europas
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Die Kindertaille wächst von Nord nach Süd. Nach den Ergebnissen der Idefics-Studie, welche die Gesundheit der jüngsten Bewohner in meh­reren europäischen Ländern untersuchte, ist bereits jedes fünfte Kind unter zehn Jahren zu dick. Bis zu 20 Prozent der Kinder in den südlichen Ländern gelten sogar als fettleibig, in Nordeuropa sind es weniger als fünf Prozent.
Die Studie offenbart zudem große ­Unterschiede in den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Drei Viertel der italienischen Kinder, aber nur ein Viertel der schwedischen sehen gelegentlich oder häufiger beim Essen fern. Die kleinen Nordlichter trinken auch am seltensten gezuckerte Getränke und naschen wenig Süßigkeiten. 40 Prozent von ihnen essen täglich Obst, 60 Prozent rohes Gemüse – das sind die besten Werte im Ländervergleich.

21.10.2011
Essen: Große Gabel macht schneller satt
Wer eine große Gabel benutzt, isst zügiger, aber weniger. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie
Thinkstock/iStockphoto
Wer schnell isst, isst mehr als ein langsamer Genießer? Eine Studie der Universität von Utah in Salt Lake City (USA) widerlegte jetzt diese gängige Annahme – zumindest beim Essen in einem Restaurant. Dort wurden den Gästen große Portionen serviert und dazu eine kleinere oder eine größere Gabel als üblich. Die Gäste mit großen Gabeln aßen weniger und ließen öfter etwas ­übrig. Erklärung der Forscher: Leert sich der Teller schneller, heißt es für das Unterbewusstsein auch eher: Genug gegessen!

20.10.2011
Internet: Gedächtnis ausgelagert
Speichern wir Informationen auf dem Computer ab, merken wir sie uns selbst schlechter
Thinkstock/BrandXPictures
Das Internet verleitet dazu, sich Inhalte weniger gut zu merken, schreiben US-Forscher in der Fachzeitschrift Science. Sie ließen Studenten 40 Aussagen in den Computer tippen. Den einen erzählten sie vorher, die Sätze würden später gelöscht, den anderen, sie würden gespeichert. Letztere erinnerten sich schlechter an das, was sie geschrieben hatten: Sie gingen davon aus, es jederzeit nachlesen zu können.

19.10.2011
Kosmetik: Schöne Lippen
Ein Kussmund auch im Herbst und Winter? So geben Sie rissiger Haut keine Chance
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Weil sie kaum Talg- und keine Schweißdrüsen besitzen, sind die Lippen äußeren Einflüssen fast schutzlos ausgeliefert. Entziehen Kälte und Nässe ihnen Feuchtigkeit, werden sie trocken und spröde.

Lippenhelfer Nummer eins sind Pflegestifte mit Wachsen, Ölen oder Fetten. Als SOS-Maßnahme kommen sie aber oft zu spät. Besser ist es, immer einen in der Handtasche dabeizuhaben und spätestens dann aufzutragen, wenn die Haut spannt. „Sind schon kleine Risse vorhanden, helfen heilende Inhaltsstoffe wie Bisabolol“, sagt Helga Beyer, Apothekerin in Berlin. Eine Alternative sind Wund- und Heilsalben. „Bei mir wirken Cremes mit Dexpanthenol sehr gut“, berichtet Marianne Porsche-Rohrer. Ein weiterer Tipp der Apothekerin aus Schongau in Oberbayern: Honig. „Bestreichen Sie damit dünn Ihre Lippen.“ Aber nicht ablecken! Wer die angegriffene Haut ständig mit Speichel benetzt, entzieht ihr erst recht Feuchtigkeit.
Besondere Pflege brauchen unsere Lippen bei extremer Witterung. Denken Sie im Herbst und Winter weiterhin an UV-Schutz, etwa beim Wandern oder Skifahren. „Behandeln Sie dabei ruhig auch die Partie rund um den Mund mit Creme oder Stift“, rät Porsche-Rohrer.

Ist die Haut aufgesprungen, sieht Lippenstift meist nicht schön aus. „Die Farbe setzt sich in den Rissen ab“, sagt Beyer. Sie empfiehlt stattdessen ein Gloss, das viel Fett enthält. Sein Glanzfilm kaschiert zudem raue Stellen besser und vermittelt ein geschmeidigeres Gefühl. Davon, abstehende Hautfetzen abzuzupfen, raten beide Expertinnen dringend ab. Das Risiko für Infektionen sei zu groß.
Wer bei trockenen Lippen ungern auf Farbe verzichtet, kann heilen­de Creme auftragen oder einen Pflegestift anwenden und dann Lippenstift darübergeben. Um Feuchtigkeitsverlust vorzubeugen, achten Sie auch bei farbigen Lippenkosmetika auf pflegende Inhaltsstoffe. Nicht für spröde Lippen eignen sich Produkte, die extra lange haften, da sie wenig Fett enthalten.

18.10.2011
Abgase: Eine Frage der Chemie
Nicht die Gase selbst, sondern die darin enthaltenen Partikel wirken sich vermutlich negativ auf die Gefäße aus
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Tests mit Versuchspersonen ergaben Hinweise darauf, welche Bestandteile von Dieselabgasen die Gefäße schädigen. Bei der im European Heart Journal veröffentlichten Studie trainierten 16 Freiwillige in einer Testkammer und atmeten dabei einen Diesel-Schadstoff-Mix ein, wie er in abgas­belas­te­ten Städten vorkommt. Analysen ergaben, dass nicht die Gase selbst, sondern vermutlich bei der Verbrennung entstehende Partikel die Gefäßfunktion verschlechtern.

17.10.2011
Efeu: Heilsamer Kletterkünstler
Die Heilpflanze enthält schleimlösende Inhaltsstoffe, die bei Husten helfen können
Pixtal/RYF
Die robuste Kletterpflanze ist in Süd-, West- und Mittel­europa heimisch. Sie trägt immergrüne Blätter und bildet blauschwarze Früchte aus. Mithilfe winziger Haftwurzeln rankt sich der Efeu (Hedera helix) an Baumstämmen und Hausfassaden empor. Er kann über 400 Jahre alt werden. Efeublätter nutzt man aufgrund ihres hohen Gehalts an heilsamen Inhaltsstof­­fen – etwa Saponinen – schon seit Jahrhunderten zu Heilzwecken. Die sekun­dären Pflanzenstoffe unterstützen die Schleimlösung bei akuten Atemwegsinfek­ten und sollen keimtötend wirken. Trockenextrak­te aus Efeublättern finden sich daher vielfach in Säften, Tinkturen und Tropfen, die bei Husten hilfreich sein können.

15.10.2011
Babys: Gefährlicher Puder
Der Inhaltsstoff Talkum kann die Atmung der Kleinen beeinträchtigen
W&B/Forster & Martin
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin warnt vor talkumhaltigem Babypuder. Atme ein Baby oder Kleinkind aus der Dose ­rieselnden Puder ein – zum Beispiel während des Wickelns –, könne dies die Atmung beeinträchtigen und unter Umständen schwere Lungen­schäden ver­ursachen. Um solche Unfälle zu vermeiden, fordert das BfR, dass die Hersteller ihre Talkumprodukte ent­­weder mit sicheren Verschlusssystemen ausrüsten oder ganz vom Markt nehmen.

14.10.2011
COPD: Was das Gehtempo verrät
Wer sehr gemächlich geht, könnte eine eingeschränkte Lungenfunktion haben, sagen Forscher
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Der von Lungenärzten häufig angewendete „Sechs-­Minuten-Gehtest“ sagt in manchen Punkten mehr über den Schweregrad einer chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) aus als die mit Lungenfunktionstests ermittelte „Einsekundenkapazität“ (FEV1). Ein Wissenschaftlerteam stellte bei einem Fachkongress in Denver (USA) die Ergebnisse vor: Wer in sechs Minuten weniger als 357 Meter zurücklegt, muss sich vermutlich in ab­sehbarer Zeit in stationäre Behandlung begeben, unterhalb von 334 Metern erhöht sich das Sterberisiko.

13.10.2011
Fluorid: Zahnschutz aus dem Hahn?
In Deutschland wird Trinkwasser nicht mit Fluorid versetzt. Aus gutem Grund
Jupiter Images GmbH/Comstock Images
Fluorid schützt vor Karies und wird für den Aufbau von Knochen und Zähnen gebraucht. Trotzdem wird das Spurenelement in Deutschland nicht dem Trinkwasser zugesetzt – anders als in Teilen Großbritanniens oder Irlands. Dass der deutsche Weg der richtige ist, bestätigt der Gesundheitsausschuss der ­Europäischen Kommission. Der Zusatz von Fluorid im Wasser bringe im Vergleich zu fluoridhaltigen Zahnpas­ten keinen Vorteil. Zudem könne eine Überdosierung die Zahnschmelzbildung beeinträchtigen. Das Krebsrisiko erhöhe Extra-Fluorid im Wasser aber nicht.

12.10.2011
Mundgeruch: Peinliche Brise
Schlechter Atem wirkt auf andere abstoßend. Er kann aber auch ein Symptom einer Erkrankung sein
Thinkstock/Ablestock
Das Zaziki am Vorabend, der Döner zum Mittagessen, das Fischbrötchen auf der Kirmes – jeder isst ab und zu etwas, das vor­übergehend einen schlechten Atem macht. Der Grund für den üblen Geruch sind Bakterien, die im Mundraum Speisereste verarbeiten und dabei Schwefelverbindungen freisetzen. Doch legen sich solche Gerüche nach dem Zähneputzen schnell wieder.
Wegen mangelnder Zahnpflege kommt allerdings auch niemand in die Spezial-Sprechstunde von Dr. Stefan Koch. „Meine Patienten putzen sich in der Regel sogar überdurchschnittlich gründlich die Zähne. Trotzdem leiden sie unter chronischem Mundgeruch“, sagt der Zahnarzt, der sich in seiner Praxis in Sonneberg in Thüringen auf die unangenehmen Gerüche aus dem Mund spezialisiert hat. Ärzte bezeichnen sie als Halitosis.
Heute wissen Mediziner, dass die Ursache bei etwa 85 Prozent der Betroffenen im Mundraum liegt. In vielen Fällen ist es Karies oder Parodontitis, die einen faulig riechenden Atem bewirkt. Vor allem in Zahnzwischenräumen und auf der Zunge finden die Keime einen guten Nährboden. Die Oberfläche der Zunge ist zerklüftet, hier gibt es für Bakterien genug Schlupfwinkel. Im Normalfall spült der Speichel die Speisereste und Bakterien aus dem Mundraum fort. Bilden die Speicheldrüsen aber nicht genug Sekret, nehmen die Bakterien schnell überhand und werden zur Geruchsquelle. Mundtrockenheit kann also schlechten Atem begüns­tigen. Besonders trifft das auf Schnarcher und Menschen unter Stress zu.
Koch setzt seine Patienten am Beginn der Behandlung vor einen Kasten in Schuhkartongröße, in den sie durch einen Strohhalm ausatmen. Das sogenannte Halimeter zeichnet auf, wie viele Schwefelgase im Atem stecken.
Von den üblichen Mundwässern rät der Zahnarzt ab, denn regelmäßig verwendet würden sie den unangenehmen Geruch nur überdecken und langfristig die Mundflora verändern. In manchen Fällen baut Koch auf eine zwei bis drei Monate lange Therapie mit speziellen Spüllösungen, die die Mundhöhle desinfizieren.

Kann der Zahnarzt nicht helfen, führt der Weg häufig zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. „Mundgeruch ist keine eigene Krankheit, sondern lediglich ein Symptom“, sagt Dr. Sylvia Krug, HNO-Ärztin aus Leipzig. „Der eigentlichen Ursache muss aber auf den Grund gegangen werden.“ Bei Mandel- und Nebenhöhlenentzündungen komme Mundgeruch relativ oft vor, sagt Krug. Zudem gebe es im Bereich der Speiseröhre Ausstülpungen, sogenannte Divertikel, in denen Speisereste hängen bleiben können. Sie kennt auch Fälle von schlechtem Atem durch eine Reflux-Ösophagitis. Hier schließt der Muskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig, und Magensäure fließt zurück in die Speiseröhre. Ein säuerlicher Geruch weist darauf hin.

Riecht der Atem dagegen süßlich-fruchtig wie faulige Äpfel, kann das auf einen unentdeckten oder schlecht eingestellten Diabetes hinweisen. Beißen­­der Ammoniak-Dunst kann von einem Nierenschaden oder einer Leberzirrhose stammen. Dann ist der Internist die richtige Anlaufstelle. Charakteristisch ist in diesem Fall, dass nicht nur der Mund die Gerüche verströmt, sondern sie auch beim Ausatmen aus der Nase wahrzunehmen sind. „Der schlechte Atem wird in diesen Fällen aber nicht das einzige Symptom sein“, sagt Krug. „Solche Diagnosen sind die Ausnahme. Man darf sie jedoch nicht von vorn­herein ausschließen.“

11.10.2011
Salz: Weißer Suchtfaktor
Salz löst im Gehirn Glücksgefühle aus, haben Forscher herausgefunden
Jupiter Images GmbH/Thinkstock
Salz ist für den Körper unentbehrlich. Um die Salzzufuhr sicherzustellen, trickst er sogar den Geist aus: Nimmt man das Mineral zu sich, wird im Belohnungszentrum des Gehirns ein Gefühl der Befriedigung ausgelöst – ähnlich wie beim Konsum von Kokain oder Heroin. Diesen Zusammenhang entdeckten Wissenschaftler der Duke-Universität in Durham (USA) bei Mäusen. Salzentzug mache das Gehirn empfänglicher für die Wirkung des „Glückshormons“ Dopamin, so die Forscher im Fachblatt PNAS. Bekamen die Tiere wieder Salz, reagierte ihr Hirn mit intensiven Glücksgefühlen.

10.10.2011
Abnehmen: Was dick und dünn macht
Wer abspecken möchte, sollte nicht nur weniger essen, sondern auch darauf achten, was er zu sich nimmt
Panthermedia/Katie Neudert
Weniger essen, sich mehr bewegen. Nicht immer geht diese einfache Formel auf, wenn man sein Gewicht halten möchte, so eine Studie im New England Journal of Medicine. Es kommt auch darauf an, was man isst. Forscher der Harvard Medical School maßen über 20 Jahre hinweg die Gewichts­­veränderung von 120 000 US-Amerikanern und fahndeten nach den schlimms­ten Dickmachern. Im Schnitt legten die Teilnehmer innerhalb von vier Jahren 1,5 Kilo zu.
Wer häufig Kar­tof­feln, zuckerhaltige Getränke, rotes Fleisch und Wurst aß, wurde dicker. Am meisten nahmen ­diejenigen zu, die regelmäßig Kartoffelchips futterten – ­diese fielen weit mehr ins Gewicht als Süßigkeiten. Wer dagegen öfter zu Gemüse, Vollkornprodukten, Früchten und Nüssen griff als zuvor, nahm ab. Als idealer Dünnmacher erwies sich Joghurt. Möglicherweise beeinflusst er über die Zusammensetzung der Darmbakterien das Gewicht, meinen die Forscher.

08.10.2011
Sport: Positives Denken hilft beim Siegen
Wer an sich glaubt, sich selber bekräftigt und sich sogar Abweisungen gibt hat eine größere Chance im Sport gute Leistungen zu erzielen
Thinkstock/Comstock Images
Positives Denken wirkt. Verfestigen Sportler entsprechende Botschaften durch Selbstgespräche im Gehirn, bauen sie Konzentration auf und machen sich mental stark. Das berichten Sportwissenschaftler der griechischen Universität von Thessaly in der Zeitschrift Perspectives on Psychological Sciences. Sie hatten 32 sportpsychologische Studien ausgewertet. Am erfolgreichsten waren die Sportler, wenn sie sich Bewegungsabläufe wie in einem Drehbuch vorsagten, egal ob laut oder nur innerlich.

07.10.2011
Karotten: Knabbern für ein langes Leben
Alpha-Carotin kann für ein langes Leben sorgen. Der Stoff ist beispielsweise in Mohrrüben enthalten
Thinkstock/ Banana Stock
Wer sich gesund ernährt und regelmäßig Gemüse mit reichlich Alpha-Carotin zu sich nimmt, kann damit sein Leben verlängern. Diesen Schluss legt eine Studie aus Atlanta (USA) mit mehr als 15.000 Erwachsenen nahe. Insgesamt starben in dem Beobachtungszeitraum von 14 Jahren 3810 Personen.
Menschen mit einem hohen Alpha-Carotin-Spiegel im Blut hatten ein um 39 Prozent geringeres Sterberisiko als jene mit den niedrigsten Werten. Ernährungstipp: Karotten und Kürbis sowie dunkelgrünes Gemüse enthalten den Stoff reichlich.

06.10.2011
Damenwahl: So suchen Frauen ihren Traummann aus
Das Bild vom perfekten Partner wechselt beim weiblichen Geschlecht je nach Lebenssituation
Jupiter Images GmbH/Photos.com
Welcher Mann einer Frau gefällt, hängt auch von den Lebensumständen ab, zeigt eine Studie der Universität von Brisbane (Australien) mit 65 Single-Frauen. Durch gezielte Fragen riefen die Wissenschaftler entweder Sorgen um die Gesundheit oder um die Finanzen hervor. Anschließend machten die Frauen Angaben zu ihrem Traummann.
Die gesundheitlich Besorgten bevorzugten häufiger maskuline Männer, die finanziell Verunsicherten dagegen fürsorgliche. Die Erklärung der Forscher: Männlichkeit steht für gute Gene – wichtig für gesunden Nachwuchs. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten bietet ein verlässlicher Partner mehr Hilfe beim Kinderaufziehen.

05.10.2011
Glücksbaum: Arznei vom Wegesrand
In China schmückt er die Landschaft. Für Krebspatienten eröffnet der Glücksbaum Therapiemöglichkeiten
Thinkstock/Valuline
"Glücklicher Baum" tauften ihn die Menschen im alten China. Diesen Ehrentitel erhielt er, so die Legende, zum Dank dafür, dass er Menschen von lästigen Krankheiten wie Erkältungen und Halsschmerzen befreit und ihnen darüber hinaus Glück bringen soll.
Vielleicht gaben ihm die Chinesen den Namen aber auch aufgrund seines imposanten Erscheinungsbilds an Straßenrändern und Plätzen. Denn Camptotheca acuminata ist tatsächlich eine Schönheit. Die cremefarbenen Blüten sehen aus wie kleine Igel. Im Sommer entwickeln sich daraus zarte, bizarr geformte Früchte. Die dunkelgrünen Blätter sind länglich oval bis elliptisch und färben sich im Herbst leuchtend rötlich orange. Der Glücksbaum wird bis zu 16 Meter hoch.
Heilversuche mit seinen Wirkstoffen wurden bereits bei Krankheiten der Gallenblase, Leber, Milz und des Magens unternommen, angeblich auch bei Tumoren. Bei Hautbeschwerden wie der Schuppenflechte hofften die Menschen ebenfalls mit seiner Hilfe auf Linderung.

Medizin aus dem Reich der Mitte

„Camptotheca acuminata zählt zu den Heilpflanzen, die auch in der traditionellen Medizin Chinas von Bedeutung waren“, sagt Professor Henry Johannes Greten, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Dekan der Heidelberger Schule für Chinesische Medizin.
Die Heilkunde aus dem Reich der Mitte greift uraltes Wissen auf. „Das legendäre und älteste erhaltene Arzneibuch Chinas, das Shennong ben cao jing, beschreibt 365 Heilpflanzen. Es entstand bereits in vorchristlicher Zeit“, berichtet Greten. Seit wann es die TCM tatsächlich gibt, bleibt unklar. „Funde von Akupunkturnadeln sind bis zu 6000 Jahre alt“, weiß der Experte aus Heidelberg.
Die fernöstliche Medizin begreift den Menschen als ganzheitliches Wesen, zu dem Körper und Seele, aber auch die Lebensumstände, die Beziehung zur Familie und andere Einflüsse gehören, die sich auf sein Wohlbefinden auswirken. Den Gesundheitszustand verstehen die Anhänger der Lehre als Wechselspiel von Yin und Yang, zwei gegensätzlichen, aber einander ergänzenden Kräften.
Dazu passt auch der Glücksbaum mit seinen zwei Gesichtern: Einerseits ist er einfach nur schön, andererseits besitzt er ein großes Heilpotenzial. Die moderne Medizin interessiert sich vor allem für den Inhaltsstoff Camptothecin, der tumorhemmend wirkt. Ärzte setzen ihn heute in abgewandelter Form bei Krebspatienten ein.

Ein Stoff bremst den Krebs

„Wir verwenden Camptothecin nicht direkt, es ist nicht so gut verträglich“, erklärt Professor Manfred Jung vom Pharmazeutischen Institut der Universität Freiburg. Die daraus halbsynthetisch hergestellten Arzneistoffe Topotecan und Irinotecan werden bei bestimmten Formen von Lungenkarzinomen, wiederkehrendem Gebärmutterhalskrebs und Tumoren im Dickdarm eingesetzt.
„Dass diese Stoffe das Krebswachstum bremsen, haben Forscher im Rahmen einer Reihenuntersuchung entdeckt“, sagt Experte Jung. Camptotheca acuminata war ein Glückstreffer bei dieser Suche. Die Chinesen wussten schon vor Jahrhunderten, dass es sich um einen „glücklichen Baum“ handelt.

04.10.2011
Männer: Nutzt die Darmkrebsvorsorge!
Das starke Geschlecht hat ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken als Frauen. Eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung kann Leben retten
Thinkstock/Stockbyte
Männer haben in jedem Alter ein deutlich höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, als Frauen. Davor warnen Forscher des Uniklinikums München und legen nahe, früh mit entsprechenden Vorsorge-Untersuchungen zu beginnen. Sie werteten die Daten von 600.000 Darmspiegelungen aus.
Derzeit empfehlen medizinische Fachgesellschaften eine erste Darmspiegelung ab einem Alter von 55 Jahren, unabhängig vom Geschlecht. Ein unbefriedigender Zustand, meinen die Wissenschaftler. Tumorvorstufen würden sich bei Männern im Durchschnitt früher entwickeln.

03.10.2011
Herzinfarkt: So schützen sich Frauen am besten
Sport, die richtige Ernährung und eine gesunde Lebensweise können das Herztod-Risiko deutlich senken
Thinkstock/Comstock Images
Frauen, die nicht rauchen, schlank bleiben, täglich eine halbe Stunde Sport treiben und viel Obst, Gemüse, Nüsse sowie Vollkornprodukte essen, können sich so meist vor einem tödlichen Herzinfarkt schützen. Das errechnete ein Team des Brigham and Women’s Hospital in Boston (USA) anhand einer Studie mit knapp 82.000 Krankenschwestern.
Je mehr sich Frauen an diese Regeln hielten, umso stärker nahm ihr Risiko für einen plötzlichen Herztod ab. Das Fazit der Wissenschaftler: 81 Prozent dieser Todesfälle sind mit dem gesunden Lebensstil zu vermeiden.

01.10.2011
Blutkonserven: Lagerschäden verhindern
Wenn Blutkonserven länger lagern, bilden sich Inhaltsstoffe, die dazu führen, dass der Empfänger das Blut schlechter verträgt. Forscher haben den Grund herausgefunden und wollen das Problem angehen
PhotoDisc/ RYF
Je länger Blutkonserven lagern, desto schlechter verträglich sind sie für Patienten. Forscher der Universität Pittsburgh (USA) beschreiben jetzt eine Ursache: Einige rote Blutzellen zerfallen und setzen dabei bestimmte Inhaltsstoffe frei. Bereits Spuren davon genügen, um im Blut des Empfängers Stickstoffmonoxid zu binden. Das verengt die Gefäße und drosselt den Blutfluss. Die Wissenschaftler hoffen, dass sich die Erkenntnisse nutzen lassen, um die Aufbewahrung von Blutkonserven zu optimieren.

30.09.2011
Kosmetik: Pflanzen für die Haut
Wirkstoffe aus verschiedenen Pflanzen können gegen Entzündungen der Haut helfen, Feuchtigkeit spenden und Falten vorbeugen
W&B/Forster und Martin
Bei vielen Hautproblemen hat sich der Einsatz von Pflanzenkosmetik bewährt. Das gilt zum Beispiel für:

Trockene Haut: Auszüge aus Aloe vera befeuchten. Cremes mit Kakao- und Sheabutter helfen, Feuchtigkeitsdepots aufzubauen.

Empfindliche Haut:
Mandelöl beruhigt. Kamille, Birkenblätter und Ringelblume beugen Irritationen vor.

Fettige Haut: Iris, Zaubernuss (Hamamelis) und Wegwarte sollen die Haut klären und die Poren verfeinern.

Fältchen: Nachtkerzenöl, Granatapfel und Rotklee wehren schädigende Einflüsse ab und beugen so der Hautalterung vor.

Cellulite: Birke, Efeu, Frauenmantel und Schachtelhalm sollen in Cremes und Ölen für ein gleichmäßigeres Hautbild an Oberschenkeln und Po sorgen.

29.09.2011
Kosmetik: Pflanzen für die Haut
Wirkstoffe aus verschiedenen Pflanzen können gegen Entzündungen der Haut helfen, Feuchtigkeit spenden und Falten vorbeugen
W&B/Forster und Martin
Bei vielen Hautproblemen hat sich der Einsatz von Pflanzenkosmetik bewährt. Das gilt zum Beispiel für:

Trockene Haut: Auszüge aus Aloe vera befeuchten. Cremes mit Kakao- und Sheabutter helfen, Feuchtigkeitsdepots aufzubauen.

Empfindliche Haut:
Mandelöl beruhigt. Kamille, Birkenblätter und Ringelblume beugen Irritationen vor.

Fettige Haut: Iris, Zaubernuss (Hamamelis) und Wegwarte sollen die Haut klären und die Poren verfeinern.

Fältchen: Nachtkerzenöl, Granatapfel und Rotklee wehren schädigende Einflüsse ab und beugen so der Hautalterung vor.

Cellulite: Birke, Efeu, Frauenmantel und Schachtelhalm sollen in Cremes und Ölen für ein gleichmäßigeres Hautbild an Oberschenkeln und Po sorgen.

28.09.2011
Hämophilie: Bewegung hilft bei Bluterkrankheit
Wer an der Bluterkrankheit leidet, lebt ständig in Gefahr, seine Gelenke zu schädigen. Sport kann vorbeugen
Panthermedia/Monkeybusiness
Ein unbeabsichtigter Hüftschwung gegen die Tischkante, ein zu festes Auftreten mit dem Fuß oder ein leichtes Stolpern – normalerweise bleiben solche Ungeschicklichkeiten folgenlos. Manchmal zeigt sich später ein kleiner blauer Fleck. Für die rund 10.000 Menschen in Deutschland mit Hämophilie, einer angeborenen, vererbbaren Blutgerinnungsstörung, können diese Nichtigkeiten jedoch schlimme Konsequenzen haben. „Weil ihnen bestimmte Gerinnungsfaktoren im Blut fehlen, treten leicht Blutungen auf, vor allem in den Gelenken“, erklärt Dr. Georg Goldmann vom Hämophilie-Zentrum der Universitätsklinik in Bonn.

Damit das nicht passiert, spritzt normalerweise zunächst der Arzt den jungen Patienten mehrmals in der Woche vorbeugend je nach Form und Schwere der Störung Gerinnungssubstanzen in die Venen. Später übernehmen das die angeleiteten Eltern und irgendwann die Kranken selbst. „Das soll Blutungen im Alltag verhindern“, sagt der Mediziner Goldmann, der sich auf seltene Gerinnungserkrankungen spezialisiert hat. Denn wird eine Einblutung nicht rechtzeitig erkannt und entfernt, entstehen Entzündungen. Mit der Zeit werden Knorpel und Knochen geschädigt und die Gelenke zerstört. Noch bis vor 30 Jahren galten deshalb stark deformierte Gelenke in jungen Jahren als Zeichen der Bluterkrankheit.
Erst austesten, dann trainieren

Die leichteste Lösung bestehe darin, so dachten Mediziner lange, Hämophile von allen sportlichen Aktivitäten und spielerischen Bewegungen auszuschließen. Dies aber machte die ansonsten Gesunden bei Kameraden und Mitschülern zu Außenseitern. Und nicht nur das. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass geschonte Kinder in ihren alltäglichen Bewegungen oft ungeschickt und tollpatschig reagieren.

Dann wird ein Sturz nicht abgefangen, und die Verletzungsfolgen fallen schlimmer aus als bei jemandem, der sich viel bewegt“, erklärt Dr. Karim Kentouche, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsklinik Jena. Bluter, die ihre Muskeln regelmäßig trainieren und dabei Bewegungen koordinieren müssen, bauen Muskeln besser auf, stärken die Sehnen und die Balance. Das wiederum schützt die Gelenke.
„Denn ein guter Muskelpanzer kann in manchen Fällen vor außergewöhnlichen Blutungen schützen“, sagt Goldmann. Inzwischen setzen sich Wissenschaftler und Ärzte dafür ein, Kinder und Jugendliche frühzeitig in Bewegung zu bringen. „Damit, so hoffen wir, bleiben Hämophilie-Patienten bis ins Erwachsenenalter von Gelenkveränderungen verschont“, sagt Gerinnungsspezialist Kentouche.

Gegen vorzeitigen Gelenkverschleiß entwickelte beispielsweise Marco Herbsleb vom Lehrstuhl für Sportmedizin an der Universität Jena unter der Leitung von Professor Holger Gabriel ein individuelles Konzept für Hämophile. Es soll Kindern und Jugendlichen helfen, besser einzuschätzen, welchen Sport sie in ihrer Freizeit und in der Schule mit Gleichaltrigen treiben können und was sie besser bleiben lassen sollten.

Der Nachwuchs kann nach einem Besuch bei Kentouche in der Hämatologischen Ambulanz die sportmedizinische Einrichtung nutzen, um sich körperlich testen zu lassen. „Dabei messen wir beispielsweise Ausdauer, Kraft und Koordination und geben im Anschluss konkrete Empfehlungen für den Schul- und Freizeitsport“, sagt Sportwissenschaftler Herbsleb.

Zudem stellt er fest, ob bereits körperliche Probleme bestehen. Anhand der Ergebnisse entwickelt er für jeden Einzelnen spezielle Aufgaben und Übungen. So mancher Jugendliche konnte hier unter ärztlicher Aufsicht zum ersten Mal in seinem Leben körperlich an seine Grenzen gehen und etwa auf dem Fahrradergometer so lange in die Pedale treten, bis ihm fast die Puste wegblieb. Herbsleb berät aber auch Sportlehrer, wie sie Lehrpläne so ändern, dass ein hämophiler Schüler nicht die ganze Schulstunde auf der Bank sitzen muss.

Sportarten mit häufigem Körperkontakt, wie etwa Fußball, sind für Bluter absolut verboten. Kräftige Berührungen mit dem Boden, wie beim Weitsprung, oder mit einem Sportgerät, etwa beim Bockspringen, können sie ebenfalls gefährden. Geht es um Snowboarden, Inlineskaten oder Squashen, entscheidet die jeweilige persönliche Situation. „Häufig raten wir eher ab“, sagt Herbsleb. Spielerisches mit dem Ball – also ohne Wettkampf – ist erlaubt, zum Beispiel Passen oder besondere Koordinationsübungen. Schwimmen, Radfahren, Wandern, Yoga und Funktionsgymnastik beherrschen machen diese Kinder körperlich besonders fit.

Die Körperwahrnehmung seiner Schützlinge liegt Herbsleb besonders am Herzen: „Nur wer wahrnimmt, wie sich sein Knie anfühlt, wenn es dort zu einer Blutung kommt, oder der Muskel, wenn er müde ist, spürt, wann er sich überbeansprucht, und kann besser mit gefährlichen Situationen umgehen.“ Deshalb versucht der Sportmediziner das Gespür der Kinder und Jugendlichen für ihren Körper zu schulen, insbesondere für die Füße und Beine, „denn damit bewegen sich die Menschen nun einmal“.

Tipps für Hämophile:
  • Die Körperwahrnehmung gezielt schulen beugt Verletzungen vor.
  • Ausdauertraining wie Radfahren, Wandern und Schwimmen tut gut.
  • Auf stabiles Schuhwerk achten, das über die Knöchel reicht.
  • Lieber häufiger und kürzer bewegen.
  • Ermüdung vermeiden, denn sonst steigt das Risiko, sich zu verletzen.
  • Keine Sportarten ausüben, die in einen Wettkampf münden.
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen beherrschen.

27.09.2011
Blasinstrumente: Im Inneren lauern die Bakterien
In Trompeten und anderen Blasinstrumenten können sich Bakterien und Schimmelpilze sammeln. Reinigen hilft
Thinkstock/Hemera
Mehr als 400 Bakterienstämme, dazu Schimmel- und Hefepilze fanden Forscher der Universität von Oklahoma (USA) in Klarinetten, Oboen, Trompeten und Posaunen einer Studentenband. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um Holz- oder Blechblasinstrumente handelte. Fazit der Experten: Nicht nur die Mundstücke, sondern die kompletten Instrumente sollten nach jedem Auftritt gründlich gereinigt werden.

26.09.2011
Kaffee: Die richtige Menge senkt das Prostatakrebsrisiko
In einer Studie zeigte sich, dass Männer durch regelmäßigen Kaffeegenuss das Risiko senken können, an Prostatakrebs zu erkranken
Thinkstock/Digital Vision
C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Caffee: Johann Sebastian Bach lag offenbar mit seiner berühmten Kaffee-Kantate falsch. Wissenschaftler der US-Universität Harvard analysierten Daten von 50.000 Männern, die 22 Jahre lang regelmäßig zu ihrem Kaffeekonsum befragt worden waren. Von ihnen erkrankten insgesamt 5035 an Prostatakrebs.

Diejenigen, die mindestens sechs Tassen am Tag zu sich nahmen, hatten im Vergleich zu Abstinenzlern im Schnitt ein um fast 20 Prozent geringeres Risiko. Je mehr Kaffee die Studienteilnehmer tranken, umso niedriger war es, schreiben die Forscher im Journal of the National Cancer Institute. Am Koffein kann es nicht liegen. Der Konsum von koffeinfreiem Kaffee hatte den gleichen Effekt.

24.09.2011
Imbiss: Deutsche lieben Döner
Geht es um eine schnelle Mahlzeit, schwören die Deutschen auf das Grillfleisch vom Spieß. Das ergab zumindest eine Umfrage
Panthermedia/Oliver Thomann
Soll es mit dem Essen schnell gehen, holen sich die Deutschen am liebsten einen Döner. Bei einer Umfrage des Online-Marktforschungsinstituts Marketagent.com nannten 46 Prozent der Befrag­­ten die Grillfleisch-Stulle als ihren bevorzugten ­Imbiss. Für Klassiker wie Würstchen oder Bratwurst begeistern sich dagegen nur 30 Prozent. Auch bei Hauptgerichten geht der Deutsche gern fremd: Spaghetti und andere italienische
Nudel­gerichte sowie Pizza belegen hier mit 46 beziehungsweise 37 Prozent die ersten Plätze (Mehrfachnennungen waren möglich).

23.09.2011
Schwimmen: Nicht ohne Brille
Wer eine Badebrille trägt, schützt seine Augen vor Keimen oder Chlor im Wasser
Thinkstock/Polka Dot Images
Gechlortes Wasser im Schwimm­bad, aber auch Keime im See können die Augen reizen und eine Bindehautentzündung hervorrufen. Der Berufsverband der Au­gen­ärzte Deutschlands empfiehlt ­daher, beim Baden eine Schwimmbrille zu tragen. Besonders wichtig ist diese Vorsichtsmaßnahme für Kontaktlinsenträger. Auf den Sehhilfen siedeln sich leicht Keime an. Doch mit einer dicht sitzenden Schwimmbrille dürfen die Kontaktlinsen auch im Wasser getragen werden, sagen die Augen­ärzte. Wichtig sei die sorgfältige Reinigung der Linsen nach dem Schwimmbadbesuch. Mit geröteten, brennen­­den Augen sollten Sie spätestens am Tag nach dem Bad zum Arzt gehen.

22.09.2011
Schlaf: Bewegt einschlummern
Wer beispielsweise in einer schaukelnden Hängemätte liegt, döst leichter ein als wenn das Bett unbewegt bleibt
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Sanftes Wiegen lässt nicht nur Babys schneller einschlummern. Auch Erwachsene profitieren davon, berichtet die Fachzeitschrift Current Bio­logy. Forscher der Universität Genf (Schweiz) luden zwölf junge Männer zu einem 45-minütigen Nickerchen ein und maßen dabei deren Hirnströme. Alle Freiwilligen schliefen schneller ein, wenn ihr Bett leicht schaukelte. Weiterhin hatten die Probanden verstärkt Phasen mit sogenannten langsamen Oszillationen und Schlafspindeln. Beide Arten von Hirnaktivität verbinden Forscher mit einem stabilen Schlaf und der Festigung von Gedächtnisinhalten.

21.09.2011
Bleaching: Strahlendes Lächeln
Wer seine Zähne aufhellen will, hat mehrere Möglichkeiten. Was Sie darüber wissen sollten
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Gutes Aussehen ist den Deutschen wichtig – besonders die Zähne müssen strahlen. Eine Umfrage der GfK im Auftrag der Apotheken Umschau zeigt: 90 Prozent der Deutschen finden, dass Menschen mit schönen Zähnen auf Anhieb sympathischer wirken. 79 Prozent legen großen Wert darauf, ein möglichst perfektes Gebiss zu haben. Allerdings gaben nur drei Prozent der Befragten an, dass sie schon einmal eine Aufhellung beim Zahnarzt durchführen ließen.
Wer das Bleichen in Betracht zieht, sollte vorher einiges bedenken. „Immer häufiger werden Zahnaufhellungen zum Aktionspreis angeboten“, sagt Dr. Lutz Laurisch, Zahnarzt in Korschenbroich. Für eine seriöse Vorgehens­weise seien aber eine Beratung und Vorbehandlung unerlässlich. So müsse geklärt werden, ob etwa Zahnhälse frei liegen, die bei der Behandlung Schmerzen verursachen könnten. Manchmal sei auch der Zahnschmelz so dünn, dass das dunklere Zahnbein durchschimmere. Dann helfe auch das Bleichen nicht. Außerdem müsse man den Patienten informieren, dass Kronen oder Brücken nicht gebleicht werden können. Gegebenenfalls sind sie auszutauschen. „Da werden aus 500 Euro schnell 5000 Euro“, warnt Lutz Laurisch.

„Der erste Schritt nach der Untersuchung des Mundgesundheitsstatus ist die professionelle Zahnreinigung“, erläutert Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. „Die Prophylaxe-Assistentin entfernt harte und weiche Beläge, poliert die Zähne und schützt sie mit einer Fluoridlösung.“ Oft reicht das aus, um die Zähne genügend aufzuhellen. Wer von einem noch strahlenderen Lächeln träumt, kann zwischen verschiedenen Methoden wählen.
Am schnellsten gelingt das Bleaching direkt in der Praxis. Der Zahnarzt trägt ein hoch dosiertes Bleichgel auf die Zähne auf und aktiviert es mittels einer UV-Lampe. Weil das Gel mit einem Anteil von bis zu 35 Prozent Wasserstoffperoxid sehr hoch dosiert ist, muss das Zahnfleisch sorgfältig abgedeckt sein. Innerhalb kurzer Zeit können die Zähne stark aufgehellt werden. „Sie trocknen während der Behandlung aber auch aus, das macht sie zunächst weißer. Am nächsten Tag haben sie wieder Flüssigkeit aufgenommen und dunkeln etwas nach“, erklärt Lutz Laurisch.
Bei einem anderen Verfahren nimmt der Zahnarzt einen Abdruck und lässt im Labor eine Kunststoffschiene anfertigen. Der Patient erhält ein spezielles Bleichgel, das er zu Hause in die Schiene füllt und über Nacht auf die Zähne einwirken lässt. Nach ein bis zwei Wochen ist der gewünschte Weißton erreicht. Vorteil dieser Methode: Wenn die Zähne nach ein bis zwei Jahren wieder nachdunkeln, benötigt der Patient nur Bleichgel und kann die Schiene erneut verwenden.
Für welches Verfahren Sie sich auch entscheiden: Ganz ohne Risiken geht es nicht. Gereiztes Zahnfleisch und deutlich empfindlichere Zahnhälse können die Folge sein. Bei Kariesbefall wird unter Umständen der Zahnnerv geschädigt. Eine weitere Gefahr: Die Bleichmittel entziehen den Zähnen Mineralstoffe, sodass der Schmelz an Härte verlieren kann.

20.09.2011
Tierhaarallergien: Schützt früher Kontakt?
Sind Babys von einer Hauskatze umgeben, bekommen sie später seltener eine Allergie darauf, zeigt eine Studie
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Der frühe Kontakt mit Bello und Mieze scheint vor Tierhaarallergien zu schützen. Das legt eine in der Zeitschrift Clinical & Experimental Allergy veröffentlichte Studie nahe. Die Untersuchung erfasst die Lebensumstände von Kindern, die zwischen 1987 und 1989 geboren wurden. Wissenschaftler am Henry Ford Hospital in Detroit (USA) analysierten Blutproben von mehr als 500 Teilnehmern dieser Langzeit­erhebung, nachdem sie 18 Jahre alt geworden waren.
Die Forscher suchten gezielt nach IgE-Antikörpern gegen Tierallergene. Dabei stellten sie fest, dass Jugendliche, die schon als Baby mit Hauskatzen Kontakt hatten, nur halb so oft gegen Stubentiger sensibilisiert waren wie Kinder aus tierlosen Haushalten. Bei Hunden profitier­­ten nur Jungen von einem Schutzeffekt.

19.09.2011
Arnika: Heilkraft aus den Bergen
Die Heilpflanze kann – auf der Haut angewendet – bei Prellungen und Zerrungen helfen
W&B/Annette Falck
Auf Bergwiesen und Magerböden in der Ebene leuchten von Mai bis August die gelben Blüten der Arnika (Arnica montana). Der Volksmund kennt sie auch als Fall- oder Stichkraut. Tatsächlich sollen die Blüten bei Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen, Stichen und rheumatischen Beschwerden regenerierend wirken. Entzündungshemmende, keimtötende und abschwellende Effekte haben in erster Linie ätherische Öle und sogenannte Sesquiterpenlactone. Verdünnte Auszüge werden ausschließlich äußerlich angewendet, beispielsweise als Umschläge mit Tinkturen und Salben. Zur inneren Anwendung eignen sich Homöopathika mit Arnika.

17.09.2011
Vorsicht: Giftige Lösungsmittel in der Wohnung
Manche Substanzen aus Farben, Lacken und Möbeln können der Gesundheit schaden. Die Lösung: Regelmäßig stoßlüften!
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Die Lösungsmittel Chlorbenzol und Dichlorbenzol, die aus ­Farben und Möbeln ausgasen, sind offenbar bereits in geringer Konzentration schädlich. Zu diesem Ergebnis kommen Wissen­schaftler des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umwelt­forschung. Dichlorbenzol wird neben Lacken auch in einigen WC-Steinen, Desinfektions­mitteln und ­­Insektensprays ­eingesetzt. Mit regelmäßigem Stoßlüften und einem Verzicht auf lösungs­mittelhaltige ­Produkte, so ­raten die Experten, lässt sich die Raumluft verbessern.

16.09.2011
Hygiene: Keime in der Spülmaschine
Obwohl das Besteck blitzblank aus dem Gerät herauskommt, finden sich in Geschirrspülern Schimmelpilze
Thinkstock/Stockbyte
Schimmelpilze sprießen ausgerechnet da, wo wir sie am wenigsten vermuten: in der Geschirrspülmaschine. Das fand jetzt ein internationales Wissenschaftler-Team aus Slowenien, den Niederlanden und China heraus. Weltweit hatten die Forscher insgesamt 189 der praktischen Haushaltshilfen unter die Lupe genommen und waren in 117 Fällen fündig geworden. Ihr Fazit: Schwarzschimmel und andere Arten mögen es gern feucht und warm – Spülgänge bis 40 Grad bieten ihnen das ideale Klima. Experten raten, die Spülmaschine mindestens zweimal monatlich bei 65 Grad laufen zu lassen.

15.09.2011
Sommer: Keine Sonne an Wirkstoffpflaster!
Sonnenlicht verändert die Aufnahme vieler Wirkstoffe durch die Haut
W&B/Martin Ley
Patienten, die mit Wirkstoffpflastern behandelt werden, müssen im Sommer besonders sorgfältig sein. Lassen Sie keine Sonne an das ­Pflas­ter, denn dies schadet vielen Wirkstoffen. Außerdem erhöht sich wegen der Wärme die Wirkstoff­aufnahme durch die Haut. Wenn Sie sich einen Sonnenbrand geholt haben, dürfen Sie das Pflaster ­keinesfalls auf den geschädigten Bereich kleben. Andernfalls dringt zu viel Wirkstoff hindurch.

14.09.2011
Insektenstiche: Mach die Fliege, Mücke!
Die Quälgeister können den schönsten Badetag verderben. So schützen Sie sich vor schmerzhaften Stichen
Thinkstock/Hemera
Gefährlich sind Insektenstiche in Mitteleuropa eher selten, aber lästig allemal. Wir geben Tipps, wie Sie sich Stechmücken, ­Bienen und Wespen vom Leib halten, und erläutern, was hilft, wenn sie doch gestochen wurden.

Mücken brüten sehr gern in Regentonnen oder Teichen. Sie werden in der Dämmerung aktiv. Decken Sie Regentonnen mit Fliegengaze ab. Sind Sie am frühen Abend draußen, schützen Sie sich am besten mit Kleidung, die Arme und Beine bedeckt. Die Plagegeister fliegen auf Fett- und Milchsäuren im Schweiß und möglicherweise auch auf Kohlen­­di­oxid aus der Atemluft. Je nach Zusammensetzung des persönlichen Dufts macht uns das unterschiedlich attraktiv für Stechmücken.
Mückenschutzmittel, sogenannte Repellents, halten die lästigen Insekten für vier bis acht Stunden auf ­Abstand. Sie enhalten die Wirkstoffe DEET oder Icaridin. „Für Kinder unter zwei Jahren, für Schwangere und stillende Mütter eignen sie sich allerdings nicht“, sagt Dr. Thomas Haug, Apotheker in Pforzheim. Alternativen sind beispielsweise ätherische Öle, die jedoch deutlich schwächer und kürzer wirken.
„Alle freien Körperstellen lückenlos einreiben, eventuell dünne Kleidungsstücke zusätzlich besprühen“, rät Haug. Repellents immer zuletzt auftragen – also nach Körper- und Sonnenmilch. Tipp: Bei einer Fernreise Mückenschutzmittel mitnehmen, da Präparate im Ausland risi­ko­reiche Wirkstoffe und Konzentratio­nen enthalten können.
Stechmücken injizieren beim Stechen Giftstoffe und Blutgerinnungshemmer. Diese verursachen die typischen roten, heftig juckenden Quaddeln. Auch wenn der Impuls zu kratzen groß ist, sollte man ihm möglichst nicht nachgeben, denn dadurch werden die auslösenden Substanzen nur noch weiter im Gewebe verteilt, und der Juckreiz verstärkt sich. Zudem besteht die Gefahr, dass Bakterien eindringen und sich die Einstichstelle entzündet. Besser ist es, die Stelle rasch zu kühlen. Antiallergische Salben lindern den Juckreiz. „Bei stärkeren Reaktionen kann auch eine Hydrocortisoncreme sinnvoll sein“, sagt Haug. Niedrig konzentriert gibt es sie rezeptfrei in der Apotheke. Sind Stiche stark gerötet oder entzündet, empfiehlt es sich, ein desinfizierendes Mittel aufzutragen.
Auf dem Land, in der Nähe von Kuhweiden oder Pferdekoppeln, gibt es auch Bremsen. Ihre Stiche sind schmerzhaft und schwellen oft stark an. Repellents halten die Tiere fern.

Süßes und Blütenduft ziehen Bienen wie Wespen an. Meiden Sie beim ­Baden oder Picknicken Plätze neben Papierkörben, Fallobst oder blühen­den Bäumen. Auch Parfüm, stark duf­­tende Shampoos und Körperlo­ti­onen können die Tiere anlocken.
Decken Sie Lebensmittel im Freien möglichst zu. Nähern sich Bienen oder Wespen, schlagen Sie nicht wild um sich. Die Insekten könnten sich sonst bedroht fühlen und zustechen. Nach einem Bienenstich entfernen Sie den Stachel mit Giftblase möglichst rasch, am besten mit einer Pinzette. Die Stiche können einige Tage lang schmerzen. Kühlen verringert die Schwellung.
Trinken Sie im Freien nicht direkt aus dunklen Flaschen oder Dosen. Füllen Sie die Getränke immer in Gläser, oder benutzen Sie einen Strohhalm. Sonst besteht die Gefahr, dass beim Schlucken ein Tier in den Mund gelangt und dort zusticht. Solche Stiche können lebensbedrohlich werden, wenn die Schwellung die Atemwege verengt. Erste Hilfe in diesem Fall: Eiswürfel lutschen und sofort den Notarzt rufen.

Achtung bei Insektengift-Allergie
  • Mehr als eine Million Menschen in Deutschland reagieren nach Angaben von Fachärzten auf Bienen- oder Wespengift allergisch.
  • „Wenn sich nach einem Bienen- oder Wespenstich am ganzen Körper Juckreiz entwickelt, typischerweise in den Achselhöhlen, im Genital- und Analbereich, ist das ein Alarmsignal“, sagt Pro­fessor Thomas Fuchs von der Universitätsmedizin Göttingen. Betroffene sollten einen Facharzt aufsuchen. Schon der nächste Stich könnte lebensbedrohliche Folgen haben.
  • Eine nachgewiesene Bienengift-Allergie kann der Arzt mit einer Immuntherapie behandeln. Patienten, für die diese nicht infrage kommt, sollten ein Notfallset mit sich führen, um bei einem allergischen Schock die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu überbrücken.

13.09.2011
Pfefferminze: Pflanzlicher Schmerzhemmer
Inhaltsstoffe des aromatischen Heilkrauts lindern Schmerzen, die durch das Reizdarmsyndrom hervorgerufen werden – so eine aktuelle Untersuchung
Pixtal/RYF
Pfefferminze lindert offenbar die schmerzhaften Symptome des Reizdarm-Syndroms. Wissenschaftler der Universität Adelaide (Australien) fanden nun eine mögliche Erklärung für die positive Wirkung. Kühlende Substanzen wie etwa Menthol – einer der Hauptbestandteile des Pfefferminzöls – aktivieren einen speziellen Membrankanal, TRPM8 genannt, den die Forscher auch in der Darmwand fanden. Brachten sie im Labor eine kühlende Substanz auf die Kanäle, sank daraufhin die Empfindlichkeit der Darmnerven für schmerzhafte Reize.

12.09.2011
Hautkrebs: Der Wohlstands-Tumor
Wohlhabende US-Amerikaner bekommen deutlich häufiger ein malignes Melanom als Ärmere
Thinkstock/ iStockphoto
Menschen aus sozial benachteiligten Schichten sind von den meisten Krankheiten häufiger betroffen als sozial Bessergestellte. Nicht so beim Hautkrebs. Das berichtet ein Forscherteam des Cancer Prevention Institute in Kalifornien in den Archives of Dermatology. Die Wissenschaftler analysierten Daten von rund 4000 weißhäutigen US-Amerikanerinnen im Alter zwischen 15 und 39 Jahren.
Bezogen auf Gebiete mit hoher UV-Strahlung, wurden in reicheren Wohngegenden 80 Prozent mehr Fälle von schwar­zem Hautkrebs diagnostiziert als in besonders armen. Die Forscher führen dies vor allem darauf zurück, dass wohl­habende Frauen mehr Zeit mit Sonnenbaden und auf der Sonnenbank verbringen. Sie fordern, die Hautkrebsvorbeugung speziell auf diese Personengruppe zuzuschneiden. In den USA hat sich in den vergangenen 30 Jahren die Häufigkeit von Melanomen bei weißen Frauen mehr als verdoppelt.

10.09.2011
Psychologie: Warum Klatsch so interessant ist
Das heimliche Reden über andere Personen könnte dem Schutz vor Lügnern und Betrügern dienen
Thinkstock/PhotoDisc
Dass wir für Gerüchte ein offenes Ohr haben, belegt eine Studie der Northwestern-Universität in Boston (USA). Die Wissenschaftler untersuchten, wie viel Aufmerksamkeit Testpersonen den Fotos von Gesichtern schenkten. Fazit: Hatten die Studienteilnehmer über einen Menschen zuvor Negatives erfahren, verweilte ihr Blick besonders lang auf seinem Bild. Dieses Interesse könnte dem Schutz vor Lügnern und Betrügern dienen, vermuten die Forscher.

06.09.2011
Herzschrittmacher: Bestimmte tragbare Metalldetektoren stören nicht
Die Personenkontrolle am Sicherheits-Check mit einem bestimmten tragbaren Metalldetektor bringt Herzschrittmacher offenbar nicht aus dem Takt
Thinkstock/Creatas
Tragbare Metalldetektoren mit Magnetfeldern der Stärke 3,82 und 6,3 Mikrotesla, die bei der Sicherheitskontrolle an Flughäfen eingesetzt werden, bringen Herzschrittmacher nicht aus dem Takt. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie beruft sich mit dieser Meldung auf eine griechisch-deutsche Studie. Wichtig: Die Entwarnung bezieht sich nicht auf fest installierte Detektoren und Scanner.

05.09.2011
Ernährung: Richtig frühstücken, schlank bleiben
Wer mit einer eiweißreichen Mahlzeit in den Tag startet, beugt Heißhungerattacken vor
Thinkstock/Hemera
Proteinreiche Speisen am Morgen sättigen lange und beugen so Heißhungerattacken vor. Diesen Schluss legt eine Studie der Universität von Missouri in Columbia (USA) nahe. Die Wissenschaftler untersuchten drei Wochen lang zehn übergewichtige junge Mädchen, die normalerweise nicht frühstückten.
Die Teenager verzichteten entweder weiter auf ihr Frühstück oder nahmen ein 500-Kalorien-Mahl mit normalem oder hohem Eiweißgehalt zu sich. Die Forscher fragten nach dem Befinden der Jugendlichen, maßen verschiedene Hormonspiegel und beobachteten mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie die Aktivitäten in den Hirnbereichen, die Hunger und Sättigung regeln. Am längsten sättigte das eiweißreiche Frühstück.

03.09.2011
Ernährung: Richtig frühstücken, schlank bleiben
Wer mit einer eiweißreichen Mahlzeit in den Tag startet, beugt Heißhungerattacken vor
Thinkstock/Hemera
Proteinreiche Speisen am Morgen sättigen lange und beugen so Heißhungerattacken vor. Diesen Schluss legt eine Studie der Universität von Missouri in Columbia (USA) nahe. Die Wissenschaftler untersuchten drei Wochen lang zehn übergewichtige junge Mädchen, die normalerweise nicht frühstückten.
Die Teenager verzichteten entweder weiter auf ihr Frühstück oder nahmen ein 500-Kalorien-Mahl mit normalem oder hohem Eiweißgehalt zu sich. Die Forscher fragten nach dem Befinden der Jugendlichen, maßen verschiedene Hormonspiegel und beobachteten mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie die Aktivitäten in den Hirnbereichen, die Hunger und Sättigung regeln. Am längsten sättigte das eiweißreiche Frühstück.

02.09.2011
Klimawandel: Exotische Mücken in Deutschland
Seit Kurzem gibt es beispielsweise den Japanischen Buschmoskito auch bei uns. Er überträgt das West-Nil-Virus
Thinkstock/iStockphoto
Als eine Folge der Globalisierung und des Klimawandels wandern in Deutschland neue Stechmückenarten ein, wie Hamburger Tropenmediziner nachwiesen. Der Japanische Buschmoskito etwa gelangt – oft in Bambustöpfen – als Ei oder Larve nach Europa. Für Menschen wird die Mücke gefährlich, da sie das West-Nil-Virus übertragen kann. Es verursacht Hirnhautentzündungen.

01.09.2011
Krafttraining: Formt den Körper und hält gesund
Wer zwei- bis dreimal pro Woche 20 bis 30 Minuten lang trainiert, tut sich und seinem Körper meist einen sehr großen Gefallen
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Nur wenige Menschen jenseits der 60 machen Krafttraining. Dabei lohnt es sich, auch noch im Alter den Körper zu stärken, wie Forscher der Hochschulambulanz an der Universität Potsdam feststellten.
Zwei- bis dreimal pro Woche 20 bis 30 Minuten lang zu üben reicht demnach aus, um Muskeln aufzubauen, längere Strecken gehen zu können und Stürze zu vermeiden. Zudem verringert Krafttraining das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs sowie Diabetes und hilft insbesondere bei älteren Frauen gegen Knochenschwund.
Wichtig: Wer älter als 35 Jahre ist und neu mit dem Sport beginnt oder wer bereits an Krankheiten leidet, sollte vorher den Arzt fragen.

31.08.2011
Medikamente: Tabletten richtig einnehmen
Tabletten lassen sich nicht immer problemlos teilen. Was dabei zu beachten ist
Thinkstock/iStockphoto
Patienten sind manchmal darauf angewiesen, Tabletten zu teilen – vielleicht weil die erforderliche Dosierung nicht im Handel verfügbar ist oder sie zumindest vorübergehend eine niedrigere benötigen. Häufig ist das bei Kortisonpräparaten der Fall, weil die Patienten zum Ende der Therapie mit niedrigeren Dosen ausschleichen müssen.
Zudem fällt manchen Patienten das Schlucken größerer Tabletten schwer. Dann ist das Teilen eine praktische Möglichkeit. Zunehmend spielen aber auch finanzielle Gründe eine Rolle, wenn ein Medikament mit der doppelten Dosierung nur wenig mehr kostet als mit der einfachen.
Doch in der Realität gestaltet es sich für den Patienten oft nicht ganz einfach, Tabletten zu halbieren. Waghalsige Versuche mit dem Küchenmesser scheitern oft. Die Tabletten rutschen weg, ungleichmäßige Bruchteile entstehen, oder die Hälften fliegen zusammen mit Splittern und Bröseln in alle Himmelsrichtungen. Müssen mehrere Medikamente geteilt werden, steigt die Gefahr, dass der Patient die Bruchstücke verwechselt. Liegen die Stücke offen herum, können Kinder sie versehentlich schlucken.
Schließlich beeinträchtigen auch Wärme und Feuchtigkeit die Wirkstoffe in angebrochenen Tabletten leichter. Licht- und feuchtigkeitsempfindliche Substanzen sind meist durch einen speziellen Überzug in der Tablette geschützt. Das Teilen kann den Wirkstoff beeinflussen oder gar zerstören, bevor er überhaupt an sein Ziel gelangt. Hiervon betroffen sind zum Beispiel Medikamente wie das Diuretikum Furosemid oder der pflanzliche Johanniskrautextrakt.

Kapseln nicht teilen

Nicht geteilt werden dürfen alle Kapseln, Präparate mit magensaftresistentem Überzug sowie nahezu alle Retard-Medikamente, also Arzneimittel, die den Wirkstoff verzögert abgeben. Andernfalls könnte es sein, dass der Wirkstoff sofort vollständig freigesetzt wird und es so zu einer unerwünschten Überdosierung kommt.
Wer ein Medikament aber teilen kann und will, sollte sich unbedingt in der Apotheke beraten lassen. Hilfreich sind spezielle Tablettenteiler, die nur wenige Euro kosten. Das Ergebnis gerät aber auch mit diesen Hilfsgeräten nicht immer perfekt. Ein Vorteil: Die halbierten Tabletten bleiben in der Box geschützt. „Leider eignen sich die Tablettenteiler nicht für alle Präparate.
Arzneimittel mit einer Bruchkerbe beispielsweise können Sie leichter mit den Fingern teilen. Wichtig ist dabei, dass der Druck kurz und kräftig erfolgt. Dann ist das Bruchresultat besser.

30.08.2011
Blinde: „Sehen“ mit dem Echolot
Tasten und Hören – blinde Menschen nutzen andere Sinne zur Orientierung
Thinkstock/iStockphoto
Manche blinde Menschen können Gegenstände anhand von Echos lokalisieren, die sie durch Klickgeräusche mit dem Mund hervorrufen. Eine Studie kanadischer Forscher hat nun gezeigt, dass sie die Geräusche mit einem Gehirnbereich verarbeiten, der bei Sehenden visuellen Sinneseindrücken vorbehalten ist.
Zunächst nahmen die Hirnforscher die Klickgeräusche und deren schwache Echos auf, mit denen blinde Versuchspersonen im Freien Autos oder Bäume lokalisierten. Dann spielten sie diese Aufnahmen ab, während die Testpersonen in einem funktionellen Magnetresonanztomografen lagen. Dieses Gerät zeichnet die Aktivität in einzelnen Bereichen des Gehirns auf.
Anhand der Geräusche konnten die Versuchsteilnehmer die Gegenstände eindeutig identifizieren. Dabei war erstaunlicherweise nicht die Hörrinde aktiv, sondern die Sehzentren hatten die Verarbeitung der akustischen Reize übernommen.

29.08.2011
Übergewicht: Kinder rechtzeitig vom Fläschchen entwöhnen
Das tägliche Fläschchen Milch liefert ordentlich Kalorien. Eltern sollten die Kleinen beizeiten an normale Kost gewöhnen
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Eltern fördern ein Übergewicht ihrer Kinder, wenn sie diese zu spät vom Fläschchen entwöhnen. Davor warnen Forscher der Ohio State University (USA) aufgrund einer Langzeitstudie mit knapp 7000 Kindern.
Bei jedem fünften war im Alter von 24 Monaten ein Fläschchen Vollmilch noch immer die wichtigste Nahrungsquelle. Mit fünf Jahren waren von diesen Kindern 30 Prozent mehr fettsüchtig als in der Gruppe derer, die früher vom Fläschchen entwöhnt worden waren.

27.08.2011
Übergewicht: Gut schlafen, schneller abnehmen
Am besten kann man abnehmen, wenn man wenig Stress hat und täglich sechs bis acht Stunden Schlaf bekommt
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Entspannt und ausgeschlafen fällt das Abnehmen leichter. Dies zeigt eine Studie des US-Gesundheitsunternehmens Kaiser Permanente. Die 500 Teilnehmer sollten in sechs Monaten mindestens fünf Kilo abnehmen. Bei wöchentlichen Treffen erhielten sie Ernährungs- und Bewegungs-Tipps. Wer wenig Stress hatte und zwischen sechs und acht Stunden schlief, verlor am meisten Pfunde.

26.08.2011
Schwarmintelligenz: In der Gruppe ist man klüger
Oft kommt die Gruppe zu besseren Ergebnissen als der Einzelne
PhotoDisc/ RYF
Gemeinsam treffen wir oft bessere Entscheidungen als allein. Das zeigte ein Team um Professor Stefan Krause von der Universität Lübeck. Die Forscher ließen Besucher einer Ausstellung – sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen – schätzen, wie viele Murmeln sich in einem großen Glasgefäß befanden. Sie sammelten mehr als 2000 Angaben und werteten sie aus.
Ergebnis: Gruppen schnitten deutlich besser ab als Einzelpersonen. Ihre mittlere Schätzung lag näher an der richtigen Zahl als die von drei Vierteln der Einzelbesucher. Das Team um Stefan Krause sieht darin ein Beispiel menschlicher „Schwarmintelligenz“.

25.08.2011
Rhythmusstörungen: Yoga beruhigt das Herz
Menschen mit Herzrhythmusstörungen können mit regelmäßigen Yogaübungen ihre Krankheit deutlich verbessern
BananaStock/ RYF
Patienten, die unter Herzrhythmusstörungen leiden, halbieren durch Yoga die Zahl ihrer Episoden mit Vorhofflimmern. Das zeigt eine Studie des University of Kansas Hospital in Kansas City (USA). Die Probanden, die regelmäßig Yoga- und Atemübungen machten, hatten innerhalb von drei Monaten durchschnittlich 2,1 solcher Episoden, die anderen Untersuchungsteilnehmer 3,8.
Der Studienleiter Dhanunjaya Lakkireddy vermutet, dass Yoga unter anderem Entzündungsreaktionen an den Gefäßinnenwänden verringert. Er betont in der Studie zugleich den Stellenwert von Yoga als ergänzender Therapieform. Deren positive Effekte dürften die Patienten aber nicht dazu verleiten, auf nötige Herzmedikamente wie Antikoagulanzien und Antiarrhythmika zu verzichten.

24.08.2011
Madagaskar-Immergrün: Vom Kräutertee zum Krebsmedikament
Traditionelle Heiler brachten Forscher auf die richtige Spur zu einem Wirkstoff gegen Krebs
Panthermedia/Liane Matrisch
Anfang 1952 erhielt der kanadische Arzt Robert Laing Noble einen Brief aus Jamaika. Ein Patient schickte ihm Blätter des Madagaskar- Immergrüns mit dem Hinweis, dass traditionelle Heiler daraus einen Tee gegen Diabetes kochten. Als Noble die Blätter untersuchte, machte er eine sensationelle Entdeckung: Sie enthielten Wirkstoffe, die die Zellteilung stören. Damit konnten sie bei der Krebsbehandlung eingesetzt werden. Heute kommen diese sogenannten Vinca-Alkaloide bei der Chemotherapie gegen Brustkrebs und Leukämie zum Einsatz.

„69 Prozent aller zwischen 1980 und 2002 zugelassenen Krebsmedikamente“ sind Naturprodukte oder kopieren deren chemische Struktur, schreibt Professor Thomas Efferth in einem Aufsatz. Er erforscht an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz die Bedeutung von Naturstoffen in der Krebstherapie. Insgesamt seien etwa drei Viertel aller auf Pflanzen basierenden Medikamente im klinischen Gebrauch entdeckt worden, weil Forscher Hinweisen aus der traditionellen Medizin folgten. Ein gutes Beispiel ist die Entdeckung der im Madagaskar-Immergrün enthaltenen Vinca-Alkaloide für die Krebstherapie.

Hoher medizinischer Nutzen

Das krautartige Gewächs stammt ursprünglich aus Madagaskar, ist inzwischen aber in allen Tropengebieten verbreitet. In Brasilien, Südafrika, Indien und auf den Philippinen wird die Pflanze unter anderem gegen Skorbut, starke Blutungen, Zahnschmerzen, Bluthochdruck, bei der Behandlung chronischer Wunden und bei Wespenstichen eingesetzt, vor allem jedoch gegen Diabetes – aber nicht in der Krebstherapie.

„Nicht überraschend“ sei das, findet Professor Theodor Dingermann, Inhaber des Lehrstuhls für Pharmazeutische Biologie an der Johann- Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. „Die tropischen Heiler kannten noch keinen Krebs.“ Sie setzten die Pflanze bei anderen Erkrankungen ein. Das Gift des Madagaskar-Immergrüns könne neben der krebshemmenden Wirkung in kleinen Dosen das Immunsystem anregen und so Hilfe zur Selbsthilfe leisten, erklärt der Biologe.

Vinca-Alkaloide sind Zellgifte. Da sie die Teilung der Zelle unterbinden, stirbt diese ab. Bei Krebserkrankungen teilen sich Zellen unkontrolliert. Diesen Prozess soll die Chemotherapie bremsen. „Vinca-Alkaloide wirken genau auf die richtige Weise“, betont Dingermann.

Allerdings bekämpfen sie nicht nur Krebszellen, sondern alle Zellen mit einer hohen Teilungsrate – vor allem solche in den Haaren und der Magenschleimhaut. Bereits die traditionellen Heiler berichteten beim Madagaskar- Immergrün von Nebenwirkungen wie Haarausfall und Übelkeit. Diese plagen auch Krebspatienten während der Chemotherapie mit Vinca-Alkaloiden.

„Ohne diese Wirkstoffe wäre die moderne Krebstherapie kaum vorstellbar“, stellt Thomas Efferth fest. Der Experte weiß, dass es besonders häufig Giftpflanzen sind, die als Krebsmedikament eingesetzt werden können.

Schutz vor Fressfeinden

Auch das Madagaskar-Immergrün ist hochgiftig. „Pflanzen haben kein eigenes Immunsystem, um sich gegen Krankheiten zu schützen, und können auch vor Fressfeinden nicht einfach weglaufen“, sagt Efferth. Deshalb hätten einige Gewächse starke Gifte entwickelt, deren komplexe Strukturen sich im Labor aber kaum nachbauen ließen. „Wirkstoffe, welche die Evolution über Jahrmillionen zuwege gebracht hat, kann sich kein Chemiker im Labor ausdenken“, sagt der Experte.

Das gilt auch für die Vinca-Alkaloide: Um daraus Medikamente herzustellen, brauchen Forscher den Naturstoff, den sie im Labor abwandeln. Während das Immergrün mit seinen weißrosa Blüten in Deutschland als Zierpflanze bekannt ist, wird es in Indien, China und den USA sogar auf Plantagen angebaut. Große Mengen an Blättern sind nötig, um den Wirkstoff zu gewinnen, denn die wichtigsten Vinca-Alkaloide Vincristin und Vinblastin sind nur zu 0,005 beziehungsweise 0,001 Prozent im Blatt enthalten.

Das macht den Wirkstoff teuer. In Zukunft könnte daher die Gentechnik eine Rolle spielen. Forscher klonen die wirkstoffproduzierenden Gene des Madagaskar-Immergrüns und bringen sie in Bakterien ein, die dadurch große Mengen Vinca-Alkaloide herstellen könnten.

„Die Natur ist die größte Inspiration für Arzneimittelforscher“, betont Efferth. Von den etwa 250.000 existierenden höheren Pflanzenarten sind bisher nur etwa zehn Prozent auf medizinischen Nutzen untersucht. Spektakuläre Entdeckungen wie die Vinca-Alkaloide kommen selten vor. Dennoch bestärken sie die Forscher darin, in der Natur weiter nach neuen Medikamenten zu suchen.

23.08.2011
Acetysalicylsäure: Nur nach Rücksprache mit dem Arzt absetzen
Bekommt ein Patient nach einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ASS zur Blutgerinnsel-Prophylaxe, darf er das Medikament nicht eigenmächtig absetzen
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Wer nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer anderen Herz-Kreislauf-Erkrankung Acetylsalicylsäure (ASS) einnimmt, um die Gefahr von Blutgerinnseln zu senken, sollte das Medikament nicht eigenmächtig absetzen.
Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft in dem Fachblatt Neurology hin. In der Studie mit 40.000 Teilnehmern stieg das Risiko für einen erneuten Schlaganfall oder eine Vorstufe um 40 Prozent, wenn Patienten die ASS-Therapie ohne Absprache mit dem Arzt abbrachen.

22.08.2011
Auge: Schilddrüse beeinflusst Farbwahrnehmung
Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen verändert die Farbwahrnehmung
Thinkstock/Ablestock
Die Hormone der Schilddrüse regulieren nicht nur die Herzschlagfrequenz und den Blutdruck, sie beeinflussen auch die Farbwahrnehmung der Augen. Dank spezialisierter Zellen im Auge, der sogenannten Zapfen, können Menschen Farben unterscheiden. Forscher des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt erklären im Journal of Neuroscience, dass die Schilddrüse bei allen Säugetieren für ein Gleichgewicht dieser Zellen sorge. Entsprechend führt ein Mangel an den Hormonen der Drüse dazu, dass Farben verändert wahrgenommen werden.

20.08.2011
Ernährung: Hobbygärtner mögen Gemüse
Freizeitgärtner nehmen überdurchschnittlich viel Gemüse zu sich
Images Source/RYF
Wer aktiv Gartenarbeit betreibt, isst überdurchschnittlich viel Gemüse. Das belegen Forschungsergebnisse der Texas A&M und der Texas State University. Wissenschaftler befragten 261 Menschen über 50 Jahre nach ihren Ernährungsgewohnheiten. Die Analyse der Daten ergab, dass die Freizeitgärtner unter den Teilnehmern mehr Gemüse zu sich nahmen als Vergleichspersonen ohne dieses Hobby. Die Zeitdauer, welche die Gartenfans draußen werkelten, hatte keinen Einfluss auf die Gemüsemenge, die sie verzehrten.

19.08.2011
Psychologie: Angeschlagenes Selbstbewusstsein steigert Kauflust
Wer sich gerade nicht so gut fühlt, ist scheinbar bereit, mehr Geld auszugeben
Thinkstock/Hemera
Wer mit angeschlagenem Selbstwertgefühl einkaufen geht, ist bereit, mehr Geld auszugeben – auch wenn er es sich im Moment vielleicht nicht leisten kann. Diesen Schluss legt die Studie eines englisch-amerikanischen Forscherteams der London Business School (Großbritannien) und der Cornell-Universität in Ithaca (USA) nahe.
Den Studienteilnehmern wurde nach Testaufgaben entweder ein sehr schlechtes oder ein sehr gutes Ergebnis bescheinigt. Anschließend wurden sie befragt, wie viel sie für eine Luxus-Jeans bezahlen würden. Studienteilnehmer, die vermeintlich versagt hatten, wollten im Durchschnitt für die Edel- Hose bis zu 30 Prozent mehr ausgeben als die übrigen Teilnehmer – und zu 60 Prozent öfter die Kreditkarte einsetzen.

18.08.2011
Krebs: Alkoholgenuss mit ernsten Folgen
Wer Alkohol trinkt, steigert sein Risiko an Krebs zu erkranken. Das gilt vor allem für Tumore der Mund- und Rachenhöhle, an den Stimmbändern, in der Speiseröhre sowie in Darm und Leber
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Eine von zehn Krebserkrankungen bei Männern in Westeuropa ist durch Alkohol begünstigt – und eine von 33 bei Frauen. Die Studie mit 360.000 Teilnehmern führte ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke durch.
Die Autoren schreiben im British Medical Journal, Alkohol beeinflusse vor allem die Entstehung bösartiger Tumore in der Mund- und Rachenhöhle, an den Stimmbändern, in der Speiseröhre sowie in Darm und Leber. Baut der Körper Alkohol ab, bildet er eine Chemikalie, die das Erbgut schädigen und damit das Krebsrisiko erhöhen kann.

17.08.2011
Pfeiffer´sches Drüsenfieber: Aktive Schlappmacher
Fast jeder Mensch trägt das Epstein-Barr-Virus in sich. Für manche hat das unangenehme Folgen
Jupiter Images GmbH/Polka dot com
Es beginnt oft mit Abgeschlagenheit, erhöhter Temperatur, heftigen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. „Dass dahinter mehr als eine bakterielle Mandelentzündung steckt, erkennen Fachleute daran, dass die Lymphknoten im Bereich von Kieferwinkel, Nacken und Hals erheblich geschwollen sind“, erläutert Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender des Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte in Deutschland.

Aber erst eine Laboruntersuchung bestätigt den Tastbefund zweifelsfrei. Sind im Blut „frische“ Ig-M-Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus (EBV) – den Auslöser der Infektion – nachweisbar, hat der Patient Pfeiffer’sches Drüsenfieber.
Übertragung kaum vermeidbar

Das Epstein-Barr-Virus gehört zu den Herpesviren und wird mit dem Speichel übertragen. „Im Prinzip kann diesem Erreger keiner entgehen. Er ist allgegenwärtig“, sagt Professorin Barbara Gärtner vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg.

Das Virus klebt etwa auf angebissenen Äpfeln und benutzten Löffeln. Die meisten kommen schon als Baby mit ihm in Kontakt. Bis zum Erwachsenenalter haben sich rund 95 Prozent der Bevölkerung damit angesteckt. Wer bereits als Kind mit dem Epstein-Barr-Virus Bekanntschaft macht, merkt in der Regel nichts von der Infektion. Sie verläuft unbemerkt, weil das kindliche Abwehrsystem nur schwach auf Angreifer von außen reagiert.

Findet die Erstinfektion in einem höheren Alter statt, wenn das Immunsystem voll leistungsfähig ist, wird sie als Erkrankung wahrgenommen. „Je stärker das Immunsystem das Virus bekämpft, umso häufiger treten Krankheitszeichen auf“, erklärt Gärtner. Das Virus infiziert zunächst die Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen sowie eine bestimmte Art der weißen Blutkörperchen, die B-Lymphozyten. Von den Lymphknoten, die im Zuge der Immunreaktion anschwellen, wandert es in das lymphatische System und befällt die Milz sowie lebenswichtige Organe wie Leber und Herz.

Bei einem Verdacht auf Pfeiffer’sches Drüsenfieber veranlasst Dirk Heinrich deshalb immer eine Ultraschall-Untersuchung des Oberbauchs. „Dadurch können grenzwertige Schwellungen und Risse an den Organen frühzeitig erkannt werden.“

Eine ursächliche Therapie der Krankheit gibt es nicht. „Wir können nur Bettruhe und körperliche Schonung empfehlen“, sagt Heinrich. Schwellen die Mandeln so heftig an, dass der Patient nicht schlucken kann oder Atemnot hat, müssen sie umgehend operativ entfernt werden. Bei bakteriellen Zweitinfektionen verordnet der Arzt Antibiotika. „Allerdings auf keinen Fall Amoxicillin“, schränkt Heinrich ein, „denn dieser Wirkstoff löst bei EBV-Patienten juckende Hautausschläge aus.“

Im Normalfall klingt die Infektion ohne Komplikationen nach sieben bis zehn Tagen ab. Doch manche Patienten kommen wochen- oder monatelang nicht wieder auf die Beine. Sie fühlen sich schlapp und erschöpft. „Möglicherweise wird das Virus bei diesen Personen immer wieder übermäßig reaktiviert“, sagt Professor Reinhard Zeidler vom HNO-Klinikum der Universität München, der einen Impfstoff gegen den Erreger entwickelt.

Nach der Erstinfektion schlummert das EBV wie alle Herpesviren weiter im Körper. Auch dieser passive Modus bleibt oft nicht ohne Folgen. „Das Virus kann sich in die B-Zellen des Abwehrsystems einnisten und diese so verändern, dass sie sich unkontrolliert vermehren“, erläutert Gärtner.

Erhöhtes Risiko für Lymphome

Ohne dass Betroffene etwas merken, erhöht das Pfeiffer’sche Drüsenfieber so das Risiko für Lymphdrüsenkrebs, wie eine Studie unter Leitung von Professor Nikolaus Becker vom Deutschen Krebsforschungszentrum belegt. Gefährdet sind stark immun geschwächte Personen, etwa nach einer Organtransplantation oder einer HIV-Infektion, bei der die entarteten B-Lymphozyten nicht durch T-Zellen ausgeschaltet werden.

„Zudem steht das Epstein-Barr-Virus im Verdacht, Autoimmunerkrankungen wie multiple Sklerose und rheumatische Arthritis auszulösen“, sagt Zeidler. Der von ihm und seinem Team entwickelte Impfstoff basiert auf dem komplett nachgebauten Virus, weshalb der Immunschutz im Modell kräftig ausfällt. Bald soll das Präparat an Freiwilligen getestet werden, in fünf Jahren könnte es auf den Markt kommen. Zeidler: „Gerade für Risikogruppen wie Organtransplantierte wäre die Impfung ein Segen.“

16.08.2011
Alzheimer: Aussagen von Angehörigen helfen bei der Diagnose
Wenn Angehörige bestimmte Fragen zu einem Patienten beantworten, kann das Hinweise auf eine beginnende Demenz liefern
W&B/Bernhard Huber
Beantworten Angehörige oder Freunde eines potenziellen Alzheimer-Patienten acht einfache Fragen zu dessen Befindlichkeit, kann dies aufschlussreicher sein als herkömmliche Tests. Das berichten Hirnforscher der Universität New York, die anhand einer Studie mit 252 Teilnehmern den neuen AD8-Test entwickelten (AD steht für Ascertain Dementia, übersetzt: Demenz-Ermittlung).
Die Befragten gaben unter anderem Auskünfte zu ihnen nahestehenden Personen, dem nachlassenden Interesse an Hobbys, der Vergesslichkeit in Bezug auf Termine oder Problemen beim Bedienen von Geräten. Der Test liefert Anhaltspunkte für eine beginnende Demenz. Er kann Untersuchungen wie den MRT-Gehirnscan aber nicht ersetzen.

15.08.2011
Denkvermögen: Musizieren schult das Gehirn
Musikunterricht zahlt sich lebenslang aus. Mehrere Gehirnfunktionen werden nachhaltig verbessert
Thinkstock/Hemera
Wer als Kind ein Musikinstrument spielen lernt, schult damit das Gehirn für das ganze Leben. Das berichten Forscher der Universität von Kansas (USA) in der Zeitschrift Neuropsychology. Sie konnten die Folgen des Musizierens im Kindesalter auch für das Seniorenalter nachweisen. Mehrere Gehirnfunktionen wurden demnach durch den Unterricht an einem Instrument nachhaltig verbessert.
Das gilt auch für Menschen, die dieses nach der Schulzeit nie mehr anrührten. Bei Tests schnitten jene Studienteilnehmer zwischen 60 und 83 Jahren am besten ab, die in ihrer Jugend musiziert hatten. Sie übertrafen die anderen vor allem, wenn es um das räumlich-visuelle Gedächtnis ging.

13.08.2011
Kinder: Kopfschmerz ade!
Eltern sollten es ernst nehmen, wenn ihr Nachwuchs öfter über Kopfweh klagt
Banana Stock/RYF
„Das gibt sich von alleine“, denken viele ­Eltern, wenn ihr Kind immer wieder über mäßiges Kopfweh klagt, und geben erst spät Medikamen­te oder dosieren sie zu niedrig. Doch das kann dazu führen, dass sich Beschwerden manifestieren. „Chronische ­Schmerzen bei Kindern nehmen zu“, sagte Kinderarzt Dr. med. Raymund Pothmann auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main. Bei Migräneattacken sollten Kleine frühestmöglich ein vom Arzt empfohlenes Schmerzmittel nehmen. Außerdem hilft es, ein Schmerztagebuch zu führen, um die Auslöser für die Beschwerden zu finden.

12.08.2011
Milchfläschchen: Gute Nacht für Mama?
Für junge Mütter macht es wohl keinen Unterschied, ob sie nachts stillen oder das Baby per Fläschchen füttern
Jupiter Images GmbH/Creatas
Abends lieber ein Fläschchen fürs Baby, damit Mama besser schlafen kann? Diesen Tipp bekommen junge Mütter oft, aber: Es funktioniert nicht. Denn für die Schlafqualität der Mutter macht es keinen Unterschied, ob sie nachts stillt oder ein Fläschchen füttert, so das Ergebnis einer Studie der West-Virginia-Universität in Morgantown, USA.
Die gute Nachricht: Es gibt effektivere Möglichkeiten, um sich trotz Unterbrechungen nachts gut zu erholen. Schlafmedizinerin Prof. Dr. med. Svenja Happe vom Klinikum Bremen-Ost rät: das letzte Füttern am Abend so legen, dass man danach selbst auch zu Bett geht. Bis zur nächs­ten Mahlzeit bleiben jetzt drei bis vier Stunden. „In dieser ersten Schlafphase der Nacht sind wir die längste Zeit im Tiefschlaf. Und hier ist der Erholungseffekt am größten“, so Happe.

11.08.2011
Operation: Medikamentenliste vorab erstellen!
Steht ein operativer Eingriff bevor, sollten Patienten vorher ihre Arzneimittel auflisten lassen. So beugen sie möglichen Problemen während der OP vor
W&B/Bernhard Huber
Manche Arzneimittel, etwa bestimmte Antidiabetika, aber auch pflanzliche Präparate wie Ginkgo oder Johanniskraut, können im Fall einer Operation zu Kom­plikationen führen und müssen daher eventuell abgesetzt werden. Steht Ihnen ein operativer Eingriff bevor, sollten Sie sich deshalb in Ihrer Stammapotheke eine Liste aller Medikamente geben lassen, die Sie regelmäßig einnehmen. Diese Liste erfasst ärztlich verordnete Mittel ebenso wie Medikamente, die Sie ohne Rezept gekauft haben. Damit fällt es dem Ärzteteam in der Klinik leichter, Wechselwirkungen zu verhindern.

10.08.2011
Haut: Hilfe bei Pickeln, Schuppen und Falten
Wo kommen denn plötzlich die Pickel her? Oder die Falten? Hier ein SOS-Programm, wenn die Haut nicht in Höchstform ist
W&B/Christine Schneider
Pickel
Das ist der Grund: falsche Pflege, die zu Hautreizungen führt. „Viele Frauen achten nicht darauf, wie ihre Haut beschaffen ist, und benutzen nicht die entsprechenden Pflegeprodukte“, erklärt Apothekerin Suzanne Bölch aus Freiburg. Die Folge: Die Haut entzündet sich. Manche Frauen reagieren aber auch auf bestimmte Esssünden mit Pickeln. „Was die Irritationen auslöst, haben die Betroffenen meist schon selbst beobachtet“, erklärt Hautärztin Dr. med. Gertraud Kremer aus Berlin. Bei den einen ist es zum Beispiel zu viel Schokolade, bei anderen lässt Schweinefleisch die Pickel sprießen.
Die beste Taktik: Prüfen Sie Ihr natürliches Hautbild. Haben Sie eher trockene oder empfindliche Haut? Sind die Poren groß oder klein? „Probieren Sie es dann zunächst mit einer neutralen Pflege, und beobachten Sie, wie Ihre Haut darauf reagiert“, sagt Apothekerin Bölch. Seifenfreie Syndets und Seifen mit einem pH-Wert um fünf eignen sich für die Reinigung. Feuchtigkeitscremes, die außerdem den Schutzfilm der Haut aufbauen, pflegen anschließend. Feinporige Haut beispielsweise, die entzündet ist, beruhigt sich mit Produkten auf Thermalwasserbasis. „Entfernen Sie außerdem etwa einmal die Woche Hornschuppen mit einem Peeling“, rät Kremer. Und nicht vergessen: Viel frische Luft, Bewegung, leichte Kost mit wenig Fett und Süßem lassen den Teint strahlen!
Lieber nicht: Eiterpickel selbst ausdrücken. „Eiter kann in tiefere Hautschichten eindringen und zu schlimmen Entzündungen führen“, erklärt Kremer. Dann hilft der Hautarzt.
Schuppen
Das ist der Grund: Die Kopfhaut erneuert sich. Warum manche Menschen vermehrt zu Schuppenbildung neigen, wissen auch die Experten nicht. Trockene Schuppen sind klein und rieseln vom Kopf, fettige Schuppen hingegen erkennt man als gelbliche Ablagerungen zwischen den Haaren.
Die beste Taktik: Schuppenshampoos enthalten Wirkstoffe, die den Auslöser der starken Schuppung, einen Hautpilz, abtöten. „Allerdings sollte man diese nur kurze Zeit ausschließlich anwenden, quasi als Feuer­löscher“, sagt Bölch. Danach das Antischuppenprodukt im Wechsel mit einem sehr milden Shampoo verwenden. „Ein Schuppen­shampoo alleine trocknet die Haut aus, sie schuppt noch mehr und ist anfälliger für Reizungen und Entzündungen“, erklärt Kremer.
Lieber nicht: stark schäumende Shampoos verwenden. „Sie trocknen die Schutzbarriere der Haut aus“, so Apothekerin Bölch. Besser: hautneutrale, seifenfreie Produkte.
Trockene Haut
Das ist der Grund: Der Haut fehlt Fett oder Wasser. Bei jungen Frauen ist meis­tens der Wasserverlust das Problem. „Mütter mit kleinen Kindern leiden häufig unter sehr trockener Haut an den Händen“, erklärt Kremer. Sie arbeiten viel im Haushalt, waschen sich aber auch öfter die Hände, vor allem solange die Babys noch recht klein sind. Darunter leidet der Schutzfilm der Haut.
Die beste Taktik: Pflegecremes anwenden, die der Haut Feuchtigkeit zuführen, zum Beispiel mit Harnstoff (Urea). „Cremen Sie immer dann, wenn die Haut spannt“, rät die Dermatologin. Lässt der Juckreiz dadurch nicht nach, hilft eine lipidhaltige Feuchtigkeitscreme (mit Omega-3-Fettsäuren). Das Duschgel sollte rückfettend sein. Wer vor allem an den Händen trockene Haut hat, trägt bei der Hausarbeit am besten schützende Handschuhe. „Ihre Haut dankt es Ihnen auch, wenn Sie viel trinken“, sagt Kremer.
Lieber nicht: Seifen und Syndets verwenden, die die Haut zusätzlich austrocknen. Ekzeme und Entzündungen können die Folge sein.
Fältchen
Das ist der Grund: die Hautalterung. Mit den Jahren wird die Haut dünner und feiner. Dazu kommt der Lebensstil: „Wer beispielsweise raucht und ausdauernde Sonnenbäder nimmt, beschleunigt die Hautalterung und damit die Faltenbildung“, erklärt Expertin Kremer. Außerdem entstehen an Stellen, an denen Muskeln besonders aktiv sind, die sogenannten mimischen Falten. Zum Beispiel die Zornesfalte an der Stirn, aber auch die sympathischen Lachfältchen um die Augen.
Die beste Taktik: Spätestens mit 30 Jahren sollten Frauen eine Augencreme verwenden. „Die Haut um die Augen herum ist ausgesprochen dünn und braucht besondere Pflege“, sagt die Hautärztin. Sie rät, dafür spezielle Produkte zu verwenden, da diese nicht verlaufen und keine reizenden Stoffe enthalten.
Lieber nicht: ohne Sonnenschutzcreme in die Sonne. Welchen Lichtschutzfaktor man braucht, hängt vom Hauttyp ab. „Frauen mit sehr heller Haut sollten sogar eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor 15 benutzen“, rät die Dermatologin. Früh übt sich: Auch Kinder brauchen Sonnencreme mit hohem UV-Schutz.
Pigmentflecken
Das ist der Grund: die hormonellen Umstellungen in der Schwangerschaft. Sie führen zur sogenannten Schwangerschaftsmaske, also dunklen Hautverfärbungen, vor allem im Gesicht. Daneben gibt es aber auch Muttermale und Leberflecken, die entweder angeboren sind oder sich im Lauf des Lebens entwickeln. Mit dem Alter kommen die sogenannten Altersflecken hinzu.
Die beste Taktik: „Cremen Sie schwangerschaftsbedingte Hautverfärbungen mit Produkten ein, die einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 haben“, sagt Dermatologin Kremer. So verhindern Betroffene, dass die Flecken durch die Sonneneinstrahlung zusätzlich nachdunkeln. Manchmal verblassen die Flecken nach der Geburt wieder. Mit einem Camouflage-Make-up (gibt es in der Apotheke) lassen sie sich auch abdecken. Die Dermatologin empfiehlt werdenden Müttern zudem, während der Schwangerschaft eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung machen zu lassen. Denn durch die Hormone verändern sich Leber­flecken und Co. oft in Farbe und Größe. Dann sollte man sie von einem Experten checken lassen.
Lieber nicht: zu lange in die Sonne. Und nie aus dem Haus gehen, ohne vorher eine Creme mit hohem Schutzfaktor aufzutragen.

09.08.2011
Babys: Der Sonnen-Effekt
Die Kleinen brauchen Vitamin D, dürfen aber noch nicht in die Sonne. Deshalb verschreibt der Kinderarzt Tabletten
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Der Sonnen-Effekt: Damit Babys gesund wachsen, ihre Knochen und Muskeln kräftig werden, brauchen sie Vitamin D. Deshalb verschreibt der Kinderarzt allen Kleinen regelmäßig Vitamin-D-­Tabletten. Doch wie lange muss der Nachwuchs sie bekommen? Bis zum zweiten Frühsommer, also je nach Geburtsmonat des Kindes die ersten zwölf bis 18 Lebensmonate, rät nun die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.
Danach sei die Vitamin­zugabe nicht mehr notwendig. Denn dann halten sich die Kleinen lange genug im Freien auf, der Körper kann den wichtigen Wirkstoff selbst herstellen. Bereits wenige Minuten in der Sonne genügen, um ausreichend Vitamin D zu bilden.

08.08.2011
Entscheidungen: Noch schnell auf Toilette?
Wer dem Harndrang länger standhalten kann, der trifft klügere Entscheidungen, sagen Psychologen
Thinkstock/iStockphoto
Schnell aufs Klo? Besser nicht, wenn eine wichtige Entscheidung ansteht. Das raten niederländische Psychologen. Sie ließen Probanden in einer Studie fünf Tassen Wasser trinken, andere erhielten wenig Flüssigkeit. Anschließend sollten sich alle entscheiden, ob sie sofort eine kleine oder später eine größere Summe Geld erhalten möchten. Die Vieltrinker nahmen deutlich öfter die längere Wartezeit in Kauf als die Wenigtrinker. Erklärung: Wer seine Blase steuert, hält auch andere Bedürfnisse unter Kontrolle und trifft langfristig die bessere Wahl.

06.08.2011
Psyche: Glück hält gesund
Wer glücklich ist, wird seltener krank und lebt länger
Shotshop/Monkey Business
Sind Sie rundum zufrieden mit Ihrem Leben? Dann haben Sie auch gesundheitlich gute Karten. US-Forscher durchforsteten 160 Studien, die sich mit dem Zusammenhang von Glück und Gesundheit befassen. Bilanz: Menschen, die mit sich im Reinen sind, sind seltener krank – und leben länger.

05.08.2011
Schlaganfall: Angehörige helfen heilen
Greift die Familie dem Erkrankten unter die Arme, wird er schneller wieder fitter
Stockbyte/George Doyle
Werden Ehepartner oder Kinder aktiv in die Rehabilitation eines Schlaganfall-Kranken eingebunden, profitieren beide Seiten. Das ergab eine irische Studie. Familienmitglieder trainierten unter Anleitung eines Physiotherapeuten mit dem Betroffenen das Gehen. Fazit: Die Patienten machten mehr Fortschritte – und die Angehörigen fühlten sich weniger hilflos.

04.08.2011
Venen: Knöchelumfang messen
Haben Sie Probleme mit den Venen, können Sie dies mit einem Maßband überprüfen
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Steigen die Temperaturen, leiden die Venen. Mit einem Maßband können Sie testen, ob bei Ihnen ein Problem besteht: Messen Sie ein paar Tage lang den Knöchelumfang am Morgen und am Abend. Wenn er regelmäßig um mehr als zwei Zentimeter zunimmt, lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Pflanzliche Mittel lindern die Beschwerden, in schweren Fällen helfen Kompressionsstrümpfe.

03.08.2011
Messwerte: Gesundheit in Zahlen
Kennen Sie Ihren Bauchumfang? Dieser und andere Werte wie Puls und Blutdruck sagen viel darüber aus, wie fit wir wirklich sind
W&B/Bernhard Huber
135/85: Wie hoch ist Ihr Blutdruck?
Damit das Blut in die Organe und in die kleinsten Gefäße gelangt, muss es mit Druck aus dem Herzen gepumpt werden. Ist dieser über längere Zeit zu hoch, schadet das dem  Herzen und den Gefäßen. Von Bluthochdruck sprechen Ärzte bei einem Druck ab 140 zu 90 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Er ist die häufigste Ursache von Schlaganfällen und zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt, Herzschwäche, Augenschäden und Durchblutungsstörungen in den Beinen. Deshalb ist es wichtig, ihn regelmäßig zu kontrollieren. Das kann der Apotheker, der Arzt oder man selbst gelegentlich zu Hause tun. Liegt der Wert bei der Selbstmessung bei 135/85 mmHg oder darüber, sollten Sie zum Arzt gehen. Ob der Blutdruck behandlungsbedürftig ist oder nicht, entscheidet der  Arzt individuell. So spielen Vorerkrankungen eine große Rolle. Bluthochdruckpatienten können eine Menge tun: den Lebensstil ändern, die Ernährung umstellen und Arzneimittel zuverlässig einnehmen, wenn der Arzt sie verordnet hat.
Herz: 60 bis 80 Schläge pro Minute

60 bis 80 Mal in der Minute schlägt das Herz eines gesunden Erwachsenen in Ruhe, um Blut und damit Sauerstoff in alle Körperzellen zu transportieren. Was wir davon spüren, ist der Puls – man kann ihn etwa an der Innenseite des Handgelenks und am Hals tasten. Warum er so wichtig ist? Eine eher niedrige Pulsfrequenz schont das Herz. Schlägt es dagegen sehr schnell, muss es mehr leisten, und auf Dauer steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Machen Sie den Test: Suchen Sie mehrere Tage  hintereinander in einem ruhigen Moment Ihren Puls per Hand am Handgelenk. Legen Sie dazu die Spitzen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger leicht an den Speichenknochen auf der Seite des Daumens, und zählen Sie Ihre Herzschläge innerhalb von 30 Sekunden. Diesen Wert multiplizieren Sie mit zwei, und schon haben Sie den Ruhepuls pro Minute. Liegt Ihr Ruhepuls über mehrere Tage darunter oder darüber, ist er unregelmäßig oder haben Sie das Gefühl, dass er stolpert, sprechen Sie Ihren Arzt an. Er prüft, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.
Bauchumfang: 80 oder 94

Ab 80 Zentimeter Bauchumfang sollten Frauen und ab 94 Männer aufmerken, denn ein dicker Bauch erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und sogar Krebs. Das Gewicht spielt für die Gesundheit eine eher untergeordnete Rolle. Denn wichtig ist vor allem, wo sich das überschüssige Körperfett befindet. „Fettpolster, versteckt im Bauch und in der Leber, sind gefährlich. Sie produzieren Stoffe, die Arteriosklerose oder Diabetes fördern“, weiß Professor Klaus Parhofer, Facharzt für Innere Medizin und leitender Oberarzt am Uni-Klinikum Großhadern in München. „Pölsterchen an Hüfte, Po oder Beinen sind dagegen weniger riskant.“ Am besten misst man den Bauchumfang morgens mit einem flexiblen Maßband auf Höhe des Bauchnabels. Aussagekräftig ist der gemessene Wert jedoch nicht immer, etwa bei sehr kleinen oder sehr großen Menschen.
Gesamtcholesterin: 200 mg/dl

200 Milligramm pro Deziliter setzen Mediziner beim Gesamtcholesterin als Obergrenze an. Das entspricht 5,2 mmol/l. Höhere Werte gelten als kritisch: Ist der Fettstoffwechsel aus dem Takt, steigt das Risiko, herzkrank zu werden. Die Deutschen weisen im Durchschnitt einen höheren Wert auf, ihr Gesamtcholesterin liegt im Mittel bei 231. Cholesterin ist Baustein für Zellen und bildet das Grundgerüst für Hormone. Das Gesamtcholesterin allein ist aber wenig aussagekräftig – vielmehr untersuchen Ärzte seine Bestandteile: Im Wesentlichen sind dies das „schlechte“ LDL- und das „gute“ HDL-Cholesterin. Für viele Menschen stellen leicht erhöhte LDL-Werte kein Problem dar. Kommen aber Vorerkrankungen hinzu, etwa ein Bluthochdruck, Diabetes oder ein Herzinfarkt in der Vergangenheit, können auch leicht erhöhte LDL-Werte eine Therapie notwendig machen.

Blutzucker: 100 nüchtern
Nüchtern gemessene Blutzuckerwerte aus dem Finger, die über 100 Milligramm pro Deziliter liegen, können auf einen drohenden oder bereits bestehenden Typ-2-Diabetes hinweisen. Der Wert entspricht 5,6 Millimol pro Liter (mmol/l). Der Blutzuckerwert beschreibt, wie viel Glukose sich im Blut befindet. Diesen Stoff brauchen alle Zellen als Energiequelle. Einmal pro Jahr sollte jeder seinen Blutzucker messen lassen, Menschen mit erhöhtem Risiko sogar öfter. Dazu zählen Diabetes in der Familie, Bluthochdruck, Übergewicht oder eine Fettstoffwechselstörung. Hat der Blutzucker bei Ihnen die Grenze von 100 überschritten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er gibt Ihnen auch Tipps, wie Sie mit gesunder Ernährung und mehr Bewegung Ihr Erkrankungsrisiko senken können.

02.08.2011
Familie: Was Generationen zusammenhält
Nur wenn Großeltern und Enkeln Zeit gemeinsam verbringen, schweißt sie dies zusammen
Jupiter Images GmbH/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Ein Anruf am Wochenende, zum Geburtstag eine Karte, zwischendurch mal ein dicker Umschlag mit netten Fotos – alles schön und gut. Aber was Großeltern und erwachsene Enkel wirklich zusammenschweißt, ist gemeinsam erlebte Freizeit, fanden kanadische Forscher heraus. Denn nur so können beide Generationen ihr Wissen teilen.
„Ein Urlaub etwa gibt den Älteren eine gute Möglichkeit, Erfahrungen und Erinnerungen an die Jüngeren weiterzugeben – und so den Zusammenhalt zu fördern“, erklärt Studienleiterin Prof. Shannon Hebblethwaite von der Concordia-Universität in Montreal. Umgekehrt stärkt es die Familienbande, wenn die Enkel den Großeltern beispielsweise den Umgang mit Computer und Internet erklären. Die Wissenschaftler hatten 65- bis 89-Jährige und ihre 18- bis 24-jährigen Enkel in Interviews befragt.

01.08.2011
Gehör: Bohnen für die Ohren
Hülsenfrüchte können offenbar vor Schwerhörigkeit schützen
Thinkstock/iStockphoto
Setzen Sie doch öfter mal Bohnen, Erbsen oder Spinat auf Ihren Speiseplan. Diese Gemüsesorten sind reich an Folsäure, und australische Forscher haben jetzt entdeckt, dass folsäurereiche Ernährung altersbedingter Schwerhörigkeit vorbeugen könnte. Die Wissenschaftler aus Sydney haben dafür das Blut von knapp 3000 über 50-Jährigen untersucht. Ihr Fazit: Bei einem Mangel des Vitalstoffs steigt das Risiko für einen Hörverlust um bis zu 35 Prozent an.

30.07.2011
Elternhaus: Starke Wurzeln
Kinder suchen sich ihre erste eigene Wohnung meist in der Nähe der Eltern
Jupiter Images GmbH/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Wenn Jugendliche zu Hause ausziehen, bleiben sie gern in der Nähe ihrer Eltern. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Im Durchschnitt liegt ihre neue Bleibe nur neuneinhalb Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt. Jeder Zehnte wagt sich weniger als ­einen halben Kilometer weg, jeder Vierte weniger als zehn Kilometer. Lediglich zehn Prozent suchen sich ihre erste Wohnung in mehr als 250 Kilometer Entfernung. Vor allem Jugend­liche mit höherer Schul­­bildung ziehen häufiger weiter weg. Die Bindung an den Heimatort ist besonders stark, wenn die Eltern noch an dem Ort leben, in dem die Jugendlichen aufgewachsen sind.

29.07.2011
Psyche: Miese Laune, schlechte Leistung
Ist ein Mitarbeiter nicht gut drauf, leistet er weniger als fröhliche Kollegen
Jupiter Images GmbH/Ablestock
Wer morgens „mit dem linken Fuß“ aufsteht, ist am Arbeitsplatz weniger erfolgreich als gut gelaunte Kollegen. Dies gilt nach einer Studie der Staats­universität von Ohio in Columbus (USA) zumindest für Beschäftigte mit Kundenkontakt. Die Forscher hatten mittels Fragebögen die jeweilige Stimmung von Mitarbeitern einer Versicherungs­gesellschaft  erkundet. Ein neutraler Beobachter hörte Kundengespräche mit und beurteilte diese.
Schlecht ­gelaunte Personen machten mehr Pausen, sprachen weniger flüssig und nahmen weniger Anrufe ent­gegen als ihre fröhlichen Kollegen. Oft trübte sich die Stimmung im Lauf des Tages noch weiter.

28.07.2011
Ernährung: Ran an die Kirschen!
Kirschen haben gerade Saison und enthalten jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. Deshalb: Zugreifen!
Panthermedia/Jan-Christer Neimoeck
Knackig, saftig, köstlich: Noch bis in den August hinein gibt es heimische Kirschen. Das Obst liefert nicht nur süßen Genuss, sondern auch reichlich B-Vitamine, Folsäure, Kalium und Eisen, die saure Variante zusätzlich Betacarotinoide. Tipp des aid-Infodienstes in Bonn:
Ein­gekochte Sauerkirschen, zum Beispiel Schattenmorellen, passen auch gut zu herzhaften Gerichten wie Wild oder Rindfleisch.

27.07.2011
Mitesser: So werden Sie Komedone los
Nicht nur Teenager haben sie, auch viele Erwachsene kämpfen gegen die dunklen Pünktchen. Wege zu einer reinen Haut
W&B/Forster & Martin
Sie treten vor allem in der T-Zone auf, an Stirn, Nase und Kinn: dunkel gefärbte Mitesser. Manchmal zeigen sich die sogenannten Komedonen auch als weiße, geschlossene Knötchen.
Das Problem: Mitesser stören das Hautbild, lassen den Teint unruhig wirken. Außerdem kann sich ein Komedo rasch zu einem Pickel ent­wickeln, wenn er sich entzündet.
Die Ursache: Normalerweise fließt der Talg aus der Haut ab. Wird aber zu viel gebildet, weiten sich die Drüsen. Die Kanäle, durch die der Talg fließt, können dann verstopfen. So sammelt sich der Talg, ein Mitesser entsteht. Trifft nun Sauerstoff auf die Vorstufe des Farbstoffs Melanin im Talg, kommt es zu einer chemischen Reaktion – der Komedo wirkt dunkel, fast schwarz.
Die Lösung: Komedonen können sehr hartnäckig sein, lassen sich manchmal nur schwer entfernen und kehren oft schnell wieder zurück. Diese Pflege-Tipps helfen.

Gründlich reinigen: Glänzt der Teint stark, glauben viele, sie müssten ihre Haut jetzt besonders intensiv säubern. „Aber auch fettige Haut darf bei der Reinigung nicht austrocknen“, erklärt Renate Donath, Kosmetikerin in ­­Hamburg. Greifen Sie zu mildem Gel oder Schaum und anschließend zu einem Gesichtswasser. Am besten eignen sich Produkte mit Wirkstoffen, die die Talgproduktion regulieren, die Poren verkleinern und Entzündungen vorbeugen.

Peelen ohne Schleifpartikel: Kosmetika mit Frucht- oder Salicylsäure lösen abgestorbene Schüppchen und Verhornungen, ohne die Haut durch kleine Schleifpartikel zu reizen. So beugen Sie neuen Mitessern vor, und bereits vorhandene lassen sich besser entfernen. Deshalb gehören diese chemischen Peelings bei vielen Kosmetikerinnen zur Vorbereitung auf das sogenannte Ausreinigen.

Termin beim Profi vereinbaren: Dermatologen und Kosmetikerinnen raten davon ab, zu Hause selbst an Komedonen herumzudrücken. „Der Talg und die Bakterien gelangen dabei unter Umständen tief in die Haut, sodass eine Entzündung entsteht“, warnt auch Renate Donath. In ihrem Studio wird das Entfernen der Mitesser erst einmal mit Reinigung, Peeling und warmen Kompressen vorbereitet. Ist die Haut schön weich, ritzt sie die Komedonen leicht an und hebt den Talgpfropf mit einem speziellen Gerät oder umwickelten Fingern aus der Haut.

Mit Masken verwöhnen: Expertin Donath rät, für die weitere Behandlung zu Hause regelmäßig reinigende Gesichtsmasken zu verwenden. Fragen Sie nach entsprechenden Produkten in Ihrer Apotheke.

Die richtige Creme wählen: „Auch fettige Haut braucht Feuchtigkeit“, sagt Renate Donath. Vermeiden sollten Sie jedoch Produkte mit hohem Fett- oder Ölanteil, beispielsweise reichhaltige Nachtcremes. Leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen oder Gele genügen der Haut. Lassen Sie sich in der Apotheke Produkte mit den Bezeichnungen „nicht komedogen“ oder „frei von komedogenen Substanzen“ empfehlen. Diese enthalten keine Inhaltsstoffe, die die Entstehung von Mitessern begünstigen.

Ins Schminktäschchen greifen: Mit Abdeckstiften und Make-up lassen sich Komedonen gut kaschieren. Wählen Sie bei fettiger Haut ölfreie Varianten, und geben Sie Puder über die Foundation. Das mattiert, und die Schminke hält außerdem länger.

Die wichtigsten Wirkstoffe gegen Mitesser: Komedonen entwickeln sich in erster Linie auf fettigen Hautpartien. Heilerde beugt dem vor, indem sie überschüssigen Talg aufsaugt und zugleich Entzündungen hemmt. Ähnlich soll auch Tonerde wirken.

Um Mitesser loszuwerden, muss der Talg wieder abfließen können. ­­Sogenannte Schälmittel befreien die verstopften Kanäle von Verhornungen. Sie entfernen abgestorbene Zellen und regen die Haut darunter zur Regeneration an. Ein Beispiel ist Salicylsäure, die zudem die Zahl der Keime verringert. Fruchtsäuren erzielen diesen Peeling-Effekt ebenfalls, etwa Apfel- oder Milchsäure. In Arztpraxen oder Kosmetikstudios kommen sie in chemischen Peelings zum Einsatz, in Produkten für Zuhause findet man sie in geringeren Dosen. Entzündungshemmende Stoffe schließlich sollen bewirken, dass sich Mitesser nicht in Pickel verwandeln. Dazu gehören zum Beispiel Bisabolol aus der Kamille oder Zink.

26.07.2011
Evolution: Rechtshänder dominieren
Bereits die Neandertaler setzten vorwiegend ihre rechte Hand ein. Dieses evolutionäre Erbe hat sich bis heute erhalten
W&B/Martin Ley
Bereits vor mehr als 500 000 Jahren waren die Menschen vorwiegend Rechtshänder, berichtet die Fachzeitschrift Laterality. Ein internationales Forscherteam hatte dazu von verschiedenen Fundorten in Europa stammende fossile Zähne von Neandertalern und Heidelbergmenschen analysiert. Kratzspuren an Schneide- und Eckzähnen verrieten, mit welcher Hand die damaligen Menschen ihre Steinwerkzeuge benutzten.
Ergebnis: Neun von zehn Urmenschen arbeiteten bevorzugt mit rechts. Dieses Verhältnis von Rechts- zu Linkshändern hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Die Vorliebe für eine Körperseite hat ihre Ursache im Gehirn. Schon die Frühmenschen hatten spezia­lisierte Hirnhälften, schlussfolgerten die Forscher. Bei Menschenaffen dagegen gibt es keine Dominanz von rechts oder links.

25.07.2011
Asthma: Ausdauersport vorteilhaft
Sport bei Asthma? Davon können Patienten sogar profitieren, sagen Experten
Thinkstock/BananaStock
Wer unter starkem Asthma leidet, ist oft unsicher, ob ihm Sport überhaupt guttut. Forscher der Universität São Paulo (Brasilien) zeigten nun in einer Studie, dass Patienten durch intensives Ausdauertraining – zweimal wöchentlich 30 Minuten – mehr symptomfreie Tage haben. Auch psychische Folgen der Krankheit wie Ängste und Depressivität verringerten sich. „Ausdauertraining kann Asthma­patienten uneingeschränkt empfohlen werden. Wichtig ist eine Aufwärmphase“, sagt Professor Martin Kohlhäufl von der Klinik Schillerhöhe in Stuttgart.

23.07.2011
Hamamelis: Zaubernuss gegen Blessuren
Zubereitungen aus der Heilpflanze lindern – auf der Haut angewendet – kleine Blessuren und Juckreiz
Panthermedia/Heike Brauer
Die Schamanen der Indianer nutzten Abkochungen aus Blättern und Rinde des hochwachsenden Hamamelisstrauchs (Hamamelis virginiana), um Wunden und Entzündungen der Haut sowie der Schleimhäute bei ihren Stammesangehörigen zu heilen. Wegen dieser Eigenschaf­­ten schätzen Ärzte noch heute die Extrakte der Pflanze, denn deren Gerbstoffe und äthe­ri­sche Öle wirken zusammenziehend.
Dadurch stillen sie Blutungen, hemmen Entzündungen und lindern Schwellungen – ein ideales Mittel also gegen Hautblessuren. Auch bei Juckreiz, Krampfadern und Hämorriden kann eine Salbe mit Hamamelis helfen. Die Heimat des Gewächses, das auch Zaubernuss genannt wird, liegt im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia. Inzwischen wachsen die Sträucher aber auch in Louisiana, Texas und sogar in Europa.

22.07.2011
Beruf: Lange Arbeitzeit, gefährdetes Herz
Menschen, die lange schuften müssen, haben ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko
Thinkstock/Hemera
Wer täglich elf Stunden und mehr arbeitet, erhöht damit sein Herzinfarkt-Risiko um 67 Prozent im Vergleich zu Menschen, die nur acht Stunden beruflich aktiv sind. So lautet ein Ergebnis der britischen Whitehall-II-Studie. Forscher aus England, Finnland und Frankreich hatten 7095 Arbeitnehmer im Alter von 39 bis 62 über 13 Jahre hinweg beobachtet. Während dieser Zeit erlitten 192 von ihnen einen Infarkt. Die Kardiologen raten: Wer wegen anderer Faktoren wie Übergewicht oder Bluthochdruck bereits besonders gefährdet ist, sollte nicht so viele Überstunden machen.

21.07.2011
Augen: Was die Bindehaut entzündet
An juckenden und geröteten Augen ist nicht immer eine Allergie schuld
Thinkstock/Comstock Images
Wenn die Augen jucken, tränen, anschwellen und rot werden, muss nicht immer eine allergische Reaktion auf Pollen, Hausstaub, Tierhaare oder Schimmelpilze dahinterstecken. Laut dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands können sowohl Viren, Bakterien als auch eine Verletzung der Honrhaut die Ursache sein. Eine Bindehautentzündung, die ohne Behandlung länger als 24 Stunden anhält, sollte deshalb stets vom Augenarzt untersucht werden.

20.07.2011
Medikamente: Welche Arzneiformen gibt es?
Tabletten, Zäpfchen, Tropfen oder doch lieber eine Salbe? Eine Übersicht über die wichtigsten Arzneiformen und ihre Eigenheiten
W&B/Simon Katzer
Medikamente werden in den unterschiedlichsten Arzneiformen angeboten. Neben Tabletten sind beispielsweise ­Kapseln, Tropfen, Säfte, Zäpfchen und Salben auf dem Markt. Die größte Auswahl haben Patienten bei den Schmerzmitteln, von denen es manche auch in Form von Brausepulver, Kau- und Trinktabletten oder eingebettet in Wirkstoffpflaster gibt.
„Welche Darreichungsform geeignet ist, hängt zunächst von der Situation ab, in der sich der Patient befindet, also ob er ein Glas Wasser zur Verfügung hat oder ob er unterwegs ist“, erklärt Apotheker Dr. Wolfgang Kircher, Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker, aus dem oberbayerischen Peißenberg. Zudem sind persönliche Vorlieben und eventuelle Handicaps zu berücksichtigen: „Manche Patienten haben Schluck­­beschwerden und daher Probleme, Tabletten einzunehmen.“ Häufig entscheidet aber der Arzt, weil die Therapie eine bestimmte Arzneiform erfordert. Doch jede Darreichungsvariante hat ihre Eigenheiten, die bei der Anwendung beachtet werden sollten. Experte Kircher gibt Patienten die wichtigsten Tipps, damit die Arzneimittel auch optimal wirken:

Tabletten
Die wohl am weitesten verbreitete Darreichungsform. Der Wirkstoff ist mit Hilfsstoffen, zum Beispiel Milchzucker, vermischt und gepresst. Dragees sind zusätzlich mit einer Zuckerschicht überzogen. Manche Präparate gibt es auch als Kautabletten. Sie eignen sich vor allem für unterwegs, wenn das Wasser zum Hinunterspülen fehlt. Eine Spezialvariante sind Retardtabletten. Sie setzen den Wirkstoff über den ganzen Tag verteilt frei und geben ihn an den ­Körper ab. Daher genügt oft eine Tablette täglich, am besten morgens auf nüchternen Magen. ­Die meisten Retardpräparate darf man nicht teilen oder zerkauen, sondern nur im Ganzen schlucken, da sonst die Langzeitwirkung verloren geht. Bitte nicht wundern: Manche ­­Retardtabletten werden scheinbar unverändert mit dem Stuhl ausgeschieden. Dennoch haben sie den Wirkstoff an den Körper abgegeben.
Tipp: Tabletten immer mit viel Flüssigkeit einnehmen, am besten mit einem ganzen Glas Wasser. Das verbessert die Verträglichkeit und sorgt dafür, dass die Wirkung besonders schnell eintritt. Kautabletten möglichst fein zerkauen, dann sind sie besser verträglich.

Kapseln
Manche Wirkstoffe lassen sich aus chemisch-physikalischen Gründen nur schwer in Tablettenform pressen. Kapseln können bei Bedarf in jeder Apotheke ­hergestellt werden. Sie sind zwar oft größer als ­Tabletten, aber ­meist ­leichter zu schlucken. Zudem gibt es Weichkapseln, die eine ölige Wirkstofflösung enthalten.
Tipp: Ebenfalls mit einem großen Glas Wasser schlucken, damit sie die Speiseröhre schnell passieren und den Wirkstoff im Magen freisetzen können.

Brausezubereitungen
Sie sind ideal für große Wirkstoff­mengen, die nicht als Tablette geschluckt werden können. Außerdem nehmen manche Menschen Arznei­mittel lieber flüssig zu sich. Positiver Nebeneffekt: Gleichzeitig erhält der Körper ausreichend Flüssigkeit.
Tipp: Brausetabletten nicht offen aufbewahren, da sie sich sonst aufgrund der Luftfeuchtigkeit zersetzen können.

Zäpfchen
Sie eignen sich besonders für Kinder, Pflegebedürftige und Menschen mit Schluckstörungen. Nachteil: Die Aufnahme des Wirkstoffs schwankt relativ stark. Zudem werden Zäpfchen manchmal als unangenehm empfunden.
Tipp: Am besten mit der stumpfen Seite voran einführen, dann gleiten sie besser in den Darm. Eventuell mit etwas Wasser befeuchten. Wenn man bei Kindern nach dem Einführen die Pobacken etwas zusammendrückt, kann dies verhindern, dass sie das Zäpfchen wieder herausdrücken.

Tropfen und Säfte
Flüssigkeiten lassen sich individueller dosieren und wirken meist schneller als feste Arzneien. Allerdings kommt es oft zu Fehldosierun­gen. Wird ein Fläschchen falsch ­gehalten, kann sich das Tropfenvo­­lu­men und damit die Dosis um bis zu 25 Prozent verringern.
Tipp: Lassen Sie sich in der Apotheke die richtige Anwen­­dung erläutern. Hilfreich sind Dosierspritzen, die man gegebenenfalls vom Apotheker bekommt.

Salben, Cremes und Gele
Vor allem Hauterkrankungen werden meist mit Salben oder Cremes behandelt. Auch bei rheumatischen Beschwerden können solche äußerlichen Zubereitungen helfen Tipp: Schmerz- und Rheumasalben immer gut einmassieren, damit die Wirkstoffe besser in die tieferen Hautschichten eindringen. Die Hände nach der Anwendung unbedingt gründlich mit Seife waschen.

Pflaster mit Wirkstoffen
Sie geben den Arzneistoff langsam und konstant über den Tag verteilt durch die Haut an den Körper ab.
Tipp: Auf eine unversehrte und nicht zu stark gereinigte Hautstelle kleben und ausreichend lange andrücken. Verhindern Sie jedes Erwärmen (Sonnenbad, Sauna usw.), da sonst der Wirkstoff zu schnell frei­gesetzt wird. Nach dem Entfernen sollte man das Pflaster zusammengeklebt und kinder­­sicher entsorgen. Ein neues Pflas­ter möglichst an einer anderen Körperstelle aufkleben.

19.07.2011
Depression: Logik der Schwermut
Wer depressiv ist, trifft rationalere Entscheidungen
PhotoDisc/RYF
Depressive Menschen treffen rationalere Entscheidungen. Das berichten Forscher der Universität Basel im Journal of Abnormal Psychology. Unter den 54 Studienteilnehmern schnitten in Entscheidungssituationen während eines Computerspiels akut depressiv Erkrankte besser ab als Gesunde oder Patienten, die sich bereits auf dem Weg der Besserung befanden. Sie ließen sich mehr Zeit und gingen analytischer vor. Das Ergebnis steht im Gegensatz zu der bisher gängigen Ansicht, nach der die seelische Krankheit häufig mit einer geringeren geistigen Leis­tungsfähigkeit einhergeht.

18.07.2011
Gefühle: Wie wir Liebespaare einschätzen
Je mehr Glückshormone durch unseren Körper strömen, desto romantischer schätzen wir eine Beziehung anderer ein
Thinkstock/Stockbyte
Unser Urteil über Liebespaare hängt davon ab, wie viele Glückshormone durch unseren Körper fließen. Diesen Zusammenhang beschreiben Psychologen der Universität Oxford (England) im Fachblatt Biological Psychiatry. Sie verabreichten Studenten die Aminosäue Tryptophan, die als Vorstufe des Gehirnbotenstoffs Serotonin dessen Konzentration erhöht.
Betrachteten die Probanden dann das Foto eines Paares, schätzten sie die Zweierbeziehung als romantischer und intimer ein als eine Gruppe, die kein Tryptophan zu trinken bekommen hatte. Das könnte erklären, warum depressive Menschen, die an einem anhaltenden Serotonin-Mangel leiden, nur wenig Intimität in ihrer eigenen Beziehung erleben.

16.07.2011
Essen: Hunger schärft den Geruchssinn
Wenn der Magen schon knurrt, kann man Düfte besonders gut wahrnehmen. Vielleicht hilft das bei der Nahrungssuche?
Thinkstock/Digital Vision
Plagt einen bereits der Hunger, duftet leckeres Essen besonders verführerisch. Das liegt an dem Hormon Ghrelin, wie Mediziner aus Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio entdeckten. Es löst bei leerem Magen Hungergefühl aus, schärft aber auch die Geruchswahrnehmung, wie die Ärzte experimentell nachwiesen.
Versuchspersonen, denen das Hormon verabreicht worden war, konnten Düfte leichter erkennen und einordnen. Der Mechanismus soll offenbar die Nahrungssuche bei Hunger erleichtern, folgern die Forscher.

14.07.2011
Knochenhärter: Grüner Tee und Tai-Chi gegen Osteoporose
Die Kombination aus grünem Tee und Tai-Chi-Übungen kann das Skelett stärken
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Grüner Tee und Tai-Chi-Übungen stärken bei Frauen nach den Wechseljahren die Knochen. Das belegt eine Studie der Texas-Tech-Universität mit 171 Frauen im Durchschnittsalter von 57 Jahren. Die Teilnehmerinnen hatten eine verringerte Knochendichte, aber noch keine voll ausgeprägte Osteoporose. Sowohl der Konsum von vier bis sechs Tassen grünem Tee pro Tag als auch regelmäßiges Tai-Chi verbesserten die Dichte der Knochen deutlich. Besonders gut: die Kombination von beidem.

13.07.2011
Brechwurzel: Heilpflanze mit interessanter Geschichte
Sie galt früher als Geheimtipp bei Darmerkrankungen. Heute spielt die Pflanze nur noch in der Homöopathie eine Rolle
Shotshop/Jozef Sedmák
König Ludwig XIV. gab gerne Geld aus, sogar für ein rätselhaftes Heilmittel. Im Jahr 1688 kaufte der französische Monarch dem holländischen Arzt Johann Adrian Helvetius ein mysteriöses Pulver gegen Darmerkrankungen ab. Die seltsame Medizin stammte aus den Wurzeln der Ipekakuanha-Pflanze. In deren südamerikanischer Heimat nutzten die Einheimischen das Mittel schon lange bei Magen-Darm-Erkrankungen.

Von der Heilpflanze, die bei uns heute als Brechwurzel bekannt ist, berichteten in Europa zeitgleich der Arzt Willem Piso aus den Niederlanden und der deutsche Botaniker Georg Marcgraf. Die ersten Proben brachte aber vermutlich 1672 ein Südamerika-Reisender über den Atlantik. Er soll die Medizin der Indianer, so die Legende, in Paris einem Apotheker übergeben haben. Auf Umwegen sei sie schließlich bei Helvetius gelandet, der sich sogleich das Recht des Alleinverkaufs für die brasilianische Wurzel sicherte.

„Der clevere Mediziner wendete sie als Mittel gegen Entzündungen des Dickdarms an, vor allem gegen die Ruhr“, erzählt Hans-Joachim Winckelmann, emeritierter Professor des Instituts für Geschichte der Medizin der Universität Ulm. Über die Herkunft des neuen Wundermittels schwieg sich Helvetius allerdings aus.

Gold für das Wundermittel

Seine Geheimniskrämerei machte sich bezahlt, denn „damit erweckte er das Interesse des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Tausend Louisdor ließ es sich der Herrscher kosten, an das Mittel zu kommen.“ Ein beachtlicher Preis, immerhin bestanden die Münzen aus 22-karätigem Gold und wogen pro Stück 6,7 Gramm. Dass dem französischen Monarchen tatsächlich so viel an der Gesundheit seines Volkes lag und dass er aus reiner Nächstenliebe handelte, bezweifelt Winckelmann allerdings. Die Medizin sollte viel eher dem Heer nützen und die Soldaten gesünder und schlagkräftiger machen.

Gut hundert Jahre später gelang es französischen Forschern, aus dem Pflanzenmaterial ein hochwirksames, aber auch giftiges Alkaloid zu isolieren, das sie Emetin nannten. „Emetin hat einen antiparasitären Effekt, wodurch sich die Wirkung bei verschiedenen Magen-Darm- und Wurmerkrankungen erklärt“, sagt Winckelmann. Hoch dosiert löst ein Sirup aus der Wurzel außerdem Brechreiz aus. Wurde er direkt nach einer Vergiftung verabreicht, konnte diese Wirkung den Patienten zugutekommen, da sie einen Teil der aufgenommenen schädlichen Substanz erbrachen.

Mit der Zeit nahm die Bedeutung des Mittels für die Notfallmedizin aber ab. Professor Thomas Zilker von der Toxikologischen Abteilung der Medizinischen Klinik an der Technischen Universität München berichtet: „Den Ipekakuanha-Sirup brauchen wir heute bei Vergiftungsfällen nur noch selten.“ Er wirke nämlich nur, wenn man ihn nicht später als eine Stunde nach der Giftaufnahme verabreiche.

Globuli gegen Übelkeit


Sinnvoll erscheine der Einsatz der Brechwurzel ohnehin nur dann, wenn große Mengen und gefährliche Gifte aufgenommen wurden. Zilker: „Vereinzelt wenden wir sie noch bei Kindern an.“ Zum Glück gelange der Nachwuchs dank kindersicherer Drück-Drehverschlüsse an Medikamenten- Fläschchen und Haushaltsreinigern nur noch selten an größere Giftmengen.

Wenn uns heute in der Apotheke die Brechwurzel begegnet, dann meistens unter dem Namen Ipekakuanha: Bei Magen-Darm-Problemen, vor allem bei anhaltender Übelkeit mit Erbrechen ohne Erleichterung, schwören die Anhänger der Homöopathie noch immer auf die Wunderarznei des Sonnenkönigs.

12.07.2011
Borreliose: Infizierte Zecken trotzen Trockenheit
Zecken, die mit bakteriellen Krankheitserregern infiziert sind, scheinen besonders widerstandsfähig zu sein
Panthermedia/Herbert Riemann
Zecken bevorzugen feuchte Lebensräume. In Trockenperioden überleben aber möglicherweise mehr Holzböcke, die mit bakteriellen Krankheitserregern wie zum Beispiel Borrelien infiziert sind. Das geht aus einer Untersuchung der Universität Neuenburg (Schweiz) hervor.
Die Forscherinnen sammelten für ihre Studie 1500 Zecken und steckten sie in warme, mit unterschiedlich feuchter Luft gefüllte Behälter. Nach zwei Tagen waren in der trocken-warmen Box 70 Prozent der nicht infizierten, aber nur 50 Prozent der infizierten Zecken tot.

11.07.2011
Männer: Laptop auf dem Schoß kann Spermien schaden
Die Abwärme des Computers steigert die Hodentemperatur und das kann sich negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirken
Thinkstock/iStockphoto
Männer mit Kinderwunsch sollten nicht mit einem Laptop auf dem Schoß arbeiten, raten Urologen der New York State Universität. Sie hatten die Hodentemperatur von 29 Männern gemessen und nach einer Stunde Computer-Arbeit einen Anstieg um 2,5 Grad registriert. Frühere Studien zeigten bereits, dass schon ein Plus von 1 Grad gegenüber der normalen Körpertemperatur den Samenzellen schaden kann.

09.07.2011
Familie: Glückliche Mutter, glückliches Kind
Die Zufriedenheit des Nachwuchses hängt deutlich mit dem Wohlbefinden der Mutter zusammen
Image Source/ RYF
Wie gut es Kindern in der Familie geht, hängt entscheidend vom Wohlbefinden der Mütter ab. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Essex (Großbritannien), bei der 40.000 Haushalte über mehrere Jahre befragt wurden.
Insgesamt gaben 60 Prozent der Kinder zwischen zehn und 15 Jahren an, mit ihrer Familiensituation völlig zufrieden zu sein. Der Anteil erhöhte sich auf 73 Prozent, wenn die Mütter ihre Partnerschaft als glücklich bezeichneten, und sank auf 55 Prozent, wenn sie unzufrieden waren.

08.07.2011
Gehirn: Wo sitzt das Verlegenheitszentrum?
Das Schamgefühl scheint von einer Hirnregion hinter der Stirn beeinflusst zu sein
Thinkstock/Hemera
Welchem Teil des Gehirns ist ungeübtes Singen in der Öffentlichkeit so richtig peinlich? Dieser Frage gingen Hirnforscher der Universität von Kalifornien in San Francisco nach. Sie ließen Laien einen Pop-Klassiker singen, nahmen dies auf und spielten den Teilnehmern danach ihre Darbietung unbegleitet vor.
Währenddessen zeichneten sie bei den Sängern vegetative Reaktionen auf, die Verlegenheit ausdrücken. Diese nagte umso ausgeprägter an den Versuchspersonen, je größer bei ihnen eine bestimmte Region im Stirnhirn – das vordere Cingulum – war, wie nachfolgende Kernspintomografien zeigten. Menschen mit Erkrankungen in diesem Bereich des Gehirns verlieren daher oft ihr Schamgefühl.

07.07.2011
Sonnenschutz: Zu wenige Männer cremen sich ein
Nicht einmal zwei Drittel der deutschen Männer schmieren sich vor dem Sonnenbad grundsätzlich ein
Shotshop/LFL
Nicht einmal zwei von drei Männern in Deutschland (61 Prozent) sagen: „Wenn ich mich in die Sonne lege, schütze ich mich grundsätzlich mit Sonnenschutzmitteln.“ Bei den Frauen sind es immerhin 82 Prozent, so eine aktuelle GfK-Umfrage für die Apotheken Umschau. Durchschnittlich sank bei den Bundesbürgern im Vergleich zu 2008 die Bereitschaft, die Mittel aufzutragen, von 76 auf 72 Prozent.

06.07.2011
Chlamydien: Die verborgene Infektion
Die Ansteckung mit Chlamydien verläuft oft symptomlos. Im schlimmsten Fall droht Unfruchtbarkeit
Thinkstock/Stockbyte
Es geschieht beim ungeschützten Sex. Ein Partner steckt den anderen mit Chlamydia trachomatis an – Bakterien, die Geschlechts- und Harnorgane befallen. Das kommt so oft vor, dass die Chlamydien-Infektion heute die häufigste sexuell übertragbare Krankheit weltweit darstellt. Allein in Deutschland stecken sich Expertenschätzungen zufolge pro Jahr 300.000 Menschen an.
Zum Vergleich: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen lag 2010 bei etwa 3000. „Aids kennt heute fast jeder. Dagegen zeigen Umfragen, dass kaum ein Jugendlicher weiß, was Chlamydien sind“, sagt die Lüneburger Ärztin Dr. Gisela Gille. Hinzu kommt, dass sich nur bei wenigen Infizierten Symptome wie ein Brennen beim Urinieren, Ausfluss oder Unterleibsbeschwerden zeigen. Zu viele bleiben ahnungslos, unbehandelt – und ansteckend.
Die Gefahr für infizierte Frauen: Je länger Chlamydien nicht behandelt werden, desto größer ist das Risiko, dass die Bakterien vom Gebärmutterhals aus in die Gebärmutter und die Eileiter wandern. „Entwickelt sich dort eine Entzündung, können die Eileiter so stark verkleben oder vernarben, dass es im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit kommt“, erklärt Privatdozent Dr. Ioannis Mylonas, Leiter der Infektiologie in der Frauenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Zudem steige die Gefahr von Eileiterschwangerschaften, so der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Infektionen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) weiter. Allerdings treten diese Folgen meist erst viele Jahre nach der Infektion auf.

Kostenlose Tests für junge Frauen

Der Gesetzgeber wollte vorbeugen und führte 2007 ein systematisches Testverfahren (Screening) für Frauen bis 25 Jahre ein. Einmal jährlich können diese ihren Urin auf Chlamydien untersuchen lassen, die Kosten trägt die Krankenkasse. Vielen Experten geht das nicht weit genug. Insgesamt acht Verbände – darunter die DGGG, der Berufsverband der Frauenärzte und die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau, der Gisela Gille vorsitzt – fordern unter anderem, die Präventionsmaßnahme auf alle Frauen bis 34 Jahre zu erweitern.
Noch müssen über 25-Jährige den Urintest oder die Untersuchung eines Abstrichs selbst bezahlen. „Sprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt über die Kosten“, rät Gille, „denn diese schwanken stark.“ Schwangere müssen die Kosten des Chlamydien-Tests nicht selbst tragen, da er Teil der Mutterschaftsvorsorge ist. „Die Bakterien erhöhen das Risiko einer Frühgeburt und können zudem bei der Geburt auf den Säugling übertragen werden“, erläutert Experte Mylonas. Mögliche Folgen seien Augen- und Lungenentzündungen.
Steht die Diagnose Chlamydien-Infektion fest, lässt die Erkrankung sich mit Antibiotika leicht behandeln. „Wichtig ist, dass der Partner ebenfalls die Medikamente einnimmt, sonst kommt es erneut zu einer Ansteckung“, warnt Medizinerin Gille. Außerdem können die Bakterien bei Männern eine Nebenhodenentzündung verursachen – mit Unfruchtbarkeit als einer möglichen Folge. Noch einfacher, als die Krankheit zu therapieren, ist es, ihr vorzubeugen: mit Kondomen.

05.07.2011
Darmflora: Stress verändert die Zusammensetzung
Die Vielfalt der wichtigen Darmbakterien nimmt laut einer Studie unter Stress ab und schädliche Bakterien breiten sich eher aus
Thinkstock/Polka Dot Images
Stress verändert die Zusammensetzung der Darmflora, die bei der Regulation des Immunsystems eine wichtige Rolle spielt. Das zeigt eine Studie der Ohio-State-Universität (USA). Der Untersuchung zufolge nimmt die Vielfalt der Mikroben bei Stress ab, während sich schädliche Darmbakterien wie etwa Clostridium ausbreiten.
Die Forscher gehen davon aus, dass die Veränderungen physiologische Funktionen beeinflussen und beim Menschen zum Beispiel Reizdarm und Asthma begünstigen.

04.07.2011
Asthma: Dünne Luft für Dicke
Übergewichtige Kinder entwickeln öfter Asthma, als schlanke Sprößlinge. Forscher vermuten, dass Entzündungsbotenstoffe aus dem Fettgewebe schuld sein könnten
Wenn Kinder schon früh zu viele Pfunde auf die Waage bringen, steigt ihr Risiko, an Asthma zu erkranken, fast um das Dreifache. Das haben Mediziner des Henry Ford Hospital in Detroit (USA) auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Allergologie erklärt.
Sie maßen den Body-Mass-Index von über 800 Kindern, als sie zwischen sechs und acht Jahre alt waren, und überprüften später die Asthmahäufigkeit bei den jungen Erwachsenen. Von den Männern, die als Kinder übergewichtig gewesen waren, litten fast elf Prozent an Asthma. Bei den früher Normalgewichtigen waren es nur drei Prozent.
Als Ursache vermuten die Forscher, dass das Fettgewebe Entzündungsbotenstoffe bildet, die die Atemwegserkrankung auslösen können.

02.07.2011
Äpfel: Süßer Gefäßschutz
Wer regelmäßig Äpfel isst – ob getrocknet oder frisch – kann sein LDL-Cholesterin senken
Panthermedia/Yuri Arcurs
Täglich 57 Gramm getrocknete Äpfel senken innerhalb von sechs Monaten das schädliche LDL-Cholesterin um 23 Prozent und erhöhen das „gute“ HDL-Cholesterin um 4 Prozent. Dies legt eine Studie der Florida State University (USA) mit 160 Frauen zwischen 45 und 65 Jahren nahe. Die Menge entspricht zwei bis drei frischen Äpfeln.

01.07.2011
Psyche: Spaß senkt Blutdruck
Lachen ist gut für die Gesundheit – auch für den Druck in Ihren Gefäßen!
Shotshop/Danstar/Gun
Wer regelmäßig lacht oder Musik lauscht, kann damit seinen Blutdruck senken. Diesen Schluss legt eine japanische Studie an der Universität Osaka mit 79 Teilnehmern zwischen 40 und 74 Jahren nahe. Ein Teil der Probanden sang und hörte Musik gemeinsam, aber auch zu Hause. Eine zweite Gruppe schaute sich Komödien an und wurde im Lach-Yoga angeleitet. Nach sechs Wochen hatten die Musikhörer im Durchschnitt einen um 6 mmHg niedrigeren Blutdruck. In der Lachgruppe war er 5 mm Hg niedriger.

30.06.2011
Streit: Enttäuschte Frauen
Hat sich ein Paar gestritten, leidet Sie intensiver darunter als Er
Thinkstock/BananaStock
Frauen leiden anders und intensiver unter Paarkonflikten als Männer. Das haben spanische Psychologen der Universität Granada in Unter­suchungen an 142 Studenten herausgefunden. Sie gingen mit den Teilnehmern verschiedene Streit­situationen durch. Frauen reagierten dabei insgesamt stärker mit Gefühlen wie Traurigkeit oder Enttäuschung, während die Männer eher Verlegenheit oder Schuld­gefühle zeigten. Die Art der Emotionen sei aber weit weniger unterschiedlich gewesen als ihre Intensität, resümieren die Wissenschaftler.

29.06.2011
Penicillin: Heilsamer Schimmel
Schon zur Zeit der Pharaonen setzten die Ägypter vermutlich das natürliche Antibiotikum zur Wundheilung ein
PhotoDisc/ RYF
Vor 3500 Jahren beherrschten die Ägypter nicht nur die Kunst des Mumifizierens, sie waren auch bei der Behandlung von Verletzungen ihrer Zeit weit voraus. Um Wunden zu verarzten, die sich mit Bakterien infiziert hatten, fertigten die findigen Heiler aus Gerstenbrot Breiumschläge. Das Besondere daran: Das Brot, das sie dafür verwendeten, ließen sie vorher absichtlich verschimmeln.
Auch ihre Nachbarn zwischen Nil und Rotem Meer, die Nubier, stellten antibiotisch wirksame Substanzen her. 1600 Jahre alte Knochenfunde weisen eindeutige Spuren davon auf. Vermutlich entstand der Wirkstoff beim Bierbrauen, das sie von den Ägyptern kannten. Die dafür benö­tigte Hirse bewahrten die Wüsten­bewohner in unterirdischen Vorratskammern auf. Dort wurden die ­Körner von Bakterien befallen, die ähnlich wie manche Schimmelpilzarten ein Anti­bio­tikum produzieren: das Tetracyclin.

Mit ihrem Grundnahrungsmittel Hirsebrei und einem aus dem Getreide gebrauten bierähnlichen Getränk führten die Menschen diese Substanzen ihrem Körper zu. Ob sie das Antibiotikum nur zufällig oder gezielt zu therapeutischen Zwecken einsetzten,  ist bis heute unklar.
Arabische Reitervölker behandelten einst sogar ihre Pferde vorbeugend mit Antibiotika. Die Stallburschen bewahrten die Sättel an Orten auf, wo sie leicht Schimmel ansetzten. In diesem Zustand legten sie die Sättel auf und verhinderten so teilweise, dass sich nach langen Ritten aufgescheuerte Stellen infizierten.
Auch im europäischen Kulturkreis  vertrauten die Menschen auf die geheimnisvolle Heilkraft des ­Schimmels. Seit der Antike legten Ärzte schimmelige Lappen auf Wunden, damit diese schneller heilen. Ähnlich wie die Ägypter züchteten auch sie gezielt Schimmelpilze. Dafür stellten sie spezielle Nährböden her, die vor allem aus Honig und Schafskot bestanden. Die darauf wachsenden Kulturen schabten die Heiler ab und nutzten sie zur Wundbehandlung.
Den einen oder anderen Patienten, dessen notdürftig vernähte Wunde sich infiziert hatte, mögen sie so vielleicht gerettet haben; wie vielen sie schadeten, ist offen. Worauf der Heilerfolg beruhte, konnten sie aber nicht erklären. Zur akademi­schen ­Medizin dürfe man solche Methoden nicht zählen, sagt Dr. Philipp Osten vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. „Wir haben es mit magischen Handlungen zu tun.“
Welche besonderen Fähigkeiten der Schimmelpilz Penicillium chrysogenum besitzt, wissen wir erst seit 1928. Damals vergaß der Bakterio­loge ­Alexander Fleming vor dem Urlaub, in seinem Labor in London einige ­Kulturen mit krankheitserregenden Bakterien kühl zu lagern. Als er zurückkam, war in den Petrischalen der Bakterienrasen rings um den Schimmel verschwunden. Irgendetwas hatte die Erreger abgetötet. Weitere Unter­suchun­gen ergaben, dass die fragliche Substanz gegen viele Krankheitskeime wirkt. 1941 wagten Forscher den ers­ten Test am Menschen. Ihr Patient, ein Polizist, hatte sich beim Rasieren geschnitten. Weil sich die Wunde infizierte, kam es zu einer Blutvergiftung. Nach fünf Tagen Behandlung mit Penicillin sank das ­Fieber. Kurz darauf kehrte es aber zurück, und der Patient starb.

„Der Fall zeigt, dass ein Antibiotikum nicht abgesetzt werden darf, sobald es anschlägt“, erklärt Dr. Tim Eckmanns, Leiter des Fachgebiets Sur­­veillance am Berliner Robert-Koch-Institut. „Entscheidend für die ­Wirkung sind ­eine ausreichende Dosierung und die regelmäßige Anwendung über einen genügend langen Zeitraum.“
Die Erfolgsgeschichte des Arzneistoffs Penicillin brachte nicht wenige Ärzte dazu, das Kapitel Infektionskrankheiten für beendet zu erklären. Deutlich verfrüht, denn diese sind bis heute eine Geißel der Menschheit – und das, obwohl in der Zwischenzeit zahlreiche neue Antibiotika entdeckt wurden. Der Stoff aus dem Schimmelpilz kommt nach wie vor zum Einsatz. „Bei dafür empfindlichen Keimen“, sagt Tim Eckmanns, „ist Penicillin immer noch oft das Mittel der Wahl.“

28.06.2011
Blutarmut: Mangelhafter Speiseplan
Leiden Frauen an einer Anämie, nehmen sie häufig zuwenig Eisen, Folsäure und Vitamin B 12 mit der Nahrung auf
W&B/Jan Greune
Ältere Frauen, die unter Blutarmut  (Anämie) leiden, ernähren sich oft falsch. Im Rahmen der Frauengesundheits­studie WHI mit 90. 000 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren fand Professorin Cynthia Thomson von der Universität in Tucson, Arizona (USA), ­heraus, dass vor allem Eisen, Vitamin B12 und Folsäure in der ­Ernährung fehlten. Gemüse wie Spinat, Spargel oder Sauerkraut, Vollkorn- und Milch­produkte, Hülsenfrüchte sowie hin und wieder rotes Fleisch liefern diese Mineralstoffe und Vitamine.

27.06.2011
Melisse: Aromatische Einschlafhilfe
Melissenblätter wirken krampflösend und beruhigen
W&B/Martin Ley
Die Melisse (Melissa officinalis) hat in der Volksmedizin bereits seit dem frühen Mittelalter ihren festen Platz. Ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet und Westasien stammend, wächst sie heute auch in West- und Osteuropa. Die leicht nach Zitrone duftenden Blätter der Pflanze enthalten ätherische Öle, Rosmarinsäure, Gerb- und Bitterstoffe sowie Flavonoide.
Wegen der ihr nachgesagten krampflösenden, verdauungsfördernden und be­ruhigen­den Wirkung verwenden viele Menschen die Heilpflanze bei Erkältungskrankheiten, Magen- und Darmproblemen, innerer Unruhe und nervös bedingten Einschlafstörungen. Eltern setzen die Blätter gern ein, wenn ihre Kinder beispielsweise über Bauchweh oder allgemeine Unruhe ­klagen. Nicht zuletzt findet die Melisse als Küchenkraut Verwendung und macht Speisen leichter verdaulich.

25.06.2011
Bewegung: Fit mit Hund
Wer einen Hund besitzt, ist sportlich aktiv – nicht nur durch Gassigehen
Thinkstock/Comstock
Hundebesitzer gehen nicht nur öfter spazieren, sie treiben auch mehr Freizeitsport. Das stellten Forscher der Michigan State University in East Lansing (USA) fest. Für die Studie befragten die Wissenschaftler knapp 6000 Nord­amerikaner, von denen sich zwei Drittel mehr als die empfohlenen 150 Minuten pro Woche bewegten.
Dass Vierbeiner das Wohlbefinden und die Sozialkontakte der Menschen fördern, zeigten bereits frühere Untersuchungen. Nun aber hat die Gruppe um Professor Mathew Reeves nachgewiesen, dass viele Hundehalter neben dem Gassigehen auch anderen Bewegungsarten mit Erholungseffekt mehr Platz einräumen, etwa Tanzen oder Gartenarbeit.

18.06.2011
Sport: Vor allem draußen macht er glücklich
Bewegung im Freien ist besonders gesund und sorgt für gute Laune
Thinkstock/Pixland
Anspannung, Ärger oder einem Stimmungstief kann man davonlaufen, zeigen verschiedene Studien. Dass vor allem Sport im Freien den Geist erfrischt, wiesen Wissenschaftler der englischen Universität Exeter nach, die elf Studien mit rund 800 Teilnehmern verglichen. Joggten oder walkten die Personen draußen, waren die positiven Wirkungen deutlicher als bei einem vergleichbaren Ausdauertraining im Fitnessstudio.

17.06.2011
Kinder: Gesundes Essen stärkt das Köpfchen
Kinder die viel naschen haben einen im Schnitt niedrigeren Intelligenzquotienten als Altersgenossen, die sich gesund ernähren
Shotshop/Monkey Business
Die Ernährung im Kleinkindalter steht in Beziehung zu dem späteren Intelligenzquotienten. Das zeigt eine in dem Fachmagazin Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlichte Studie, die auf Daten von 14.000 Kindern basiert.
Die Analyse der Ernährungsgewohnheiten ergab, dass Dreijährige, die häufig fett- und zuckerreiche Kost verzehrten, im Alter von achteinhalb Jahren einen niedrigeren Intelligenzquotienten hatten als ihre Altersgenossen, die viel Salat, Reis, Fisch und Früchte aßen.

16.06.2011
Cremes & Co.: So halten Kosmetika länger
Hier finden Sie ein paar Tipps, wie Sie von Ihren Cremes länger etwas haben
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Lagern Sie Hautpflege- und Schminkprodukte möglichst kühl, trocken und dunkel – vor allem solche, die ohnehin nur eine kurze Mindesthaltbarkeit haben. Verschließen Sie die Produkte nach jeder Anwendung sorgfältig. Vermischen und verdünnen Sie Kosmetika nicht.
Benutzen Sie Cremes nicht mit ungewaschenen Händen. Besser einen sauberen Spatel verwenden. Halten Sie alles sauber, was mit den Kosmetika in Berührung kommt – also auch Pinsel. Nachfüllsysteme sollten Sie vor dem Wiederverwenden gründlich reinigen und trocknen lassen.

15.06.2011
Gerstenkorn: Unangenehmes Knötchen am Auge
Die lästige Entzündung lässt sich in den meisten Fällen leicht behandeln
W&B/PhotoDisc/RYF
Das Augenlid schmerzt, spannt und juckt unangenehm. Die Betroffenen möchten ständig hinfassen, um zu überprüfen, ob sich das kleine Knötchen mit dem eitrigen Punkt in der Mitte weiter verdickt. „Finger weg, denn die sind nicht steril und bringen noch mehr Bakterien in das Auge“, warnt der Augenarzt Dr. Georg Eckert aus Senden im Allgäu.

Meist bildet sich das eitrige Gerstenkorn, eine druckempfindliche Entzündung der Drüsen am Augenlid, weil Keime wie Staphylokokken in diesen Bereich eingedrungen sind. „Bei fast allen Patienten tritt das Gerstenkorn zufällig auf, häufiger in den äußeren Drüsen nahe der Lidkante, also den Moll- und Zeis-Drüsen, seltener in den inneren, den Meibom-Drüsen“, erläutert Professor Klaus Riedel, Leiter der Augenklinik Herzog Carl Theodor in München. Wer unter einer schlechten Immunabwehr leidet, den treffe das Problem eher, ebenso Menschen mit Diabetes.

Tropfen und Salben helfen

Nicht selten platzt das angeschwollene volle Gerstenkorn, medizinisch Hordeolum genannt, nach ein paar Tagen auf, und der Eiter entleert sich nach außen. „Dann bildet sich die Entzündung zurück und heilt ab“, erläutert Augenarzt Riedel. Eine spezielle Therapie ist deshalb oft nicht erforderlich. Bleibt das Knötchen verschlossen, können antibiotikahaltige Tropfen und Salben verhindern, dass sich Bakterien ausbreiten und dadurch die Infektion verschlimmern.

„Auch die mehrmalige Bestrahlung mit Rotlicht beschleunigt den Heilungsprozess“, sagt Eckert. Manchmal ritzt der Augenarzt die geschlossene Schwellung an und lässt den Eiter abfließen. „Da das mit einem sterilen Instrument gemacht werden muss, sollte den Eingriff immer nur ein Arzt durchführen“, betont Riedel.

Damit das Gerstenkorn gut abheilt, sollte sich der Erkrankte häufiges Händewaschen angewöhnen. In Familien gilt es auch, strikt darauf zu achten, dass jeder ein eigenes Handtuch benutzt. Wer Kontaktlinsen trägt, steigt in der Entzündungsphase besser auf die Brille um.

Schmerzloses Hagelkorn

Ähnlich wie ein Gerstenkorn kann sich auch ein Hagelkorn – der Arzt nennt es Chalazion – am Augenlid bilden. Das passiert, wenn der in den Meibom-Drüsen gebildete Talg nicht abfließen kann. Aufgrund des Staus kommt es zu einer chronischen Entzündung. Da sich der Körper dagegen zur Wehr setzt, umhüllt er den Herd allmählich mit Bindegewebe und bildet eine Kapsel.

Im Gegensatz zum Gerstenkorn handelt es sich beim Hagelkorn nicht um eine bakterielle Entzündung. Zudem verursacht ein solches Knötchen meist keine Schmerzen. Das bereits verkapselte Gewebe kann der Arzt mit einem kleinen ambulanten Eingriff unter örtlicher Betäubung rasch entfernen.

14.06.2011
Altern: Vorsichtige leben länger
Gesund bis ins hohe Alter: Auch eine Frage der Einstellung
Thinkstock/PhotosCom
Es sind nicht die sonnigsten Gemüter, denen ein besonders langes Leben beschieden ist. Diesen Schluss ziehen Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Riverside (USA) aus einer großen Langzeitstudie. Die Psychologen untersuchten Persönlichkeitsmerkmale und Schicksale von Menschen, die erstmals als Zehnjährige für eine Begabten-Studie erfasst worden waren.
Dabei zeigte sich, dass von den 1911 geborenen Teilnehmern die vorsichtigsten und hartnäckigsten am gesündesten und am längsten lebten. Auch berufliches Engagement schenkt Jahre.

13.06.2011
Kaffee: Wohlgeschmack und Schutzwirkung
Der gemäßigte Genuss des koffeinhaltigen Getränks kann das Schlaganfallrisiko senken
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Mindestens eine Tasse Kaffee am Tag senkt das Schlaganfallrisiko. Darauf deutet eine schwedische Studie hin, an der mehr als 34.000 Frauen im Alter zwischen 49 und 83 Jahren über zehn Jahre teilnahmen. In diesem Zeitraum erlitten 1680 von ihnen einen Schlaganfall.
Es zeigte sich, dass bei den Frauen, die mindestens eine Tasse Kaffee am Tag tranken, das Risiko für die Erkrankung um 22 bis 25 Prozent geringer war als bei denen, die das aromatische Getränk nie oder selten genossen.

11.06.2011
Übergewicht: Autounfall für Dicke gefährlicher
Menschen mit deutlichem Übergewicht haben bei schweren Autounfällen ein erhöhtes Streberisiko
Thinkstock/Digital Vision
Fettleibige haben bei schweren Autounfällen ein erhöhtes Sterberisiko. Das ergab eine Studie der Buffalo School of Medicine (USA), für die Wissenschaftler die Daten von mehr als 155.000 Verkehrstoten ausgewertet hatten. Ein Body-Mass-Index (BMI) von über 35 steigerte die Todesrate um 21 Prozent, ein BMI von über 40 gar um 56 Prozent. Bei leichtem Übergewicht (BMI von 25 bis 29) hingegen, so der Studienleiter Dr. Dietrich Jehle, diene der Bauch eher als Schutzpolster.

10.06.2011
Psychologie: Disziplin macht ärgerlich
Kontrolliertes Verhalten kann negative Emotionen schüren
Thinkstock/Hemera
Selbstbeherrschung gilt als Tugend, doch kontrolliertes Verhalten schürt auch negative Emotionen, wie Wissenschaftler der Northwestern University in Chicago (USA) in verschiedenen Experimenten zeigen konnten.
So boten sie etwa Versuchspersonen einen Imbiss an und ließen sie dabei zwischen Obst und Schokolade wählen. Jene, die sich die Süßigkeit verkniffen, hatten ein höheres Aggressionspotenzial, sie schauten sich beispielsweise lieber Filme mit gewalttätigen Inhalten an. Weitere ähnliche Versuche untermauerten den Zusammenhang.

09.06.2011
Speiseeis: Unterschiede im Zucker- und Fettgehalt
Sorbets haben oft weniger Kalorien als Sahneeiskugeln
Thinkstock/Stockbyte
Fast acht Liter Speiseeis genießt jeder Bundesbürger pro Jahr. Die Verbraucher Initiative, eine Organisation kritischer Konsumenten, rät, beim Kauf der kalten Schleckereien einen kühlen Kopf zu bewahren, denn die Sorten unterscheiden sich deutlich beim Zucker- und Fettanteil. Der Aufdruck der Eisverpackungen verrät den Kaloriengehalt.
Wer auf Figur und Gesundheit achten will oder muss, sollte an der Eistheke Sorbets den Vorzug vor üppigem Sahneeis geben, auf Schokoladenüberzüge, Krokantstreusel und Sahne verzichten und sich auf zwei Kugeln beschränken.

08.06.2011
Opium: Arznei und Droge
Aus der Kultur- und Rauschpflanze wird Morphin gewonnen. Der Stoff ist heute aus der Schmerztherapie nicht mehr wegzudenken
Thinkstock/iStockphoto
König Mithridates VI. von Pontos, einer Region am Schwarzen Meer, entwickelte im ersten Jahrhundert vor Christus ein opiumhaltiges Heilmittel, das er Theriak nannte. „Die Arznei konnte neben Opium und Schlangenfleisch auch Würzkräuter, Wurzeln, Honig und Wein enthalten – bis zu 400 Zutaten.

Ursprünglich wurde sie bei verschiedenen Giften als Gegenmittel eingesetzt“, sagt Dr. Ursula Barthlen, Apothekerin aus Dußlingen. Rund hundert Jahre später verlangte der römische Kaiser Hadrian von seinem Leibarzt wegen Liebeskummers eine tödliche Dosis Opium. Doch der Mediziner fühlte sich an den Eid des Hippokrates gebunden, Arzneien nie zum Schaden eines Menschen anzuwenden, und beging Selbstmord.
Fluch und Segen: Die Inhaltsstoffe des Schlafmohns befreien Schmerzpatienten von ihren Qualen und sind zugleich todbringendes Gift. „Schon die Menschen in der Steinzeit bedienten sich des Mohnsamens, um Schmerzen erträglicher zu machen“, erzählt Annette Schiffner, Leiterin des Brandenburgischen Apothekenmuseums. „Und noch im 19. Jahrhundert verabreichten Eltern ihren Kindern gemahlenen Mohn, um sie zum Schlafen zu bringen.“

Auslöser für zwei Kriege

Der Missbrauch der Pflanze ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Besonders die Chinesen frönten dem Laster des Opiumrauchens. Den Stoff lieferten die Briten aus Bengalen (heute Ostindien und Bangladesch) ins Reich der Mitte.
Als China im 19. Jahrhundert den Handel mit der Droge verbot, stand das den wirtschaftlichen Interessen der Briten entgegen. Dieser Konflikt löste die Opiumkriege (1839 bis 1842 und 1856 bis 1860) aus, die mit Niederlagen Chinas endeten.

Um Rohopium zu gewinnen, ritzen die Bauern die unreifen Samenkapseln des Schlafmohns an und ernten den ausgetretenen Milchsaft, sobald er bräunlich wird. Daraus gibt es in der Apotheke gegen Vorlage eines Betäubungsmittelrezepts eine Tinktur, früher als Laudanum bekannt. „Heute wird sie nur noch selten bei schwerem Durchfall verschrieben“, sagt Barthlen.

1804 gelang es dem 21-jährigen Apothekergehilfen Friedrich Wilhelm Sertürner, aus dem Mohnsaft das „betäubende Prinzip“ zu gewinnen. Den Stoff nannte er Morphium – nach Morpheus, dem griechischen Gott der Träume. Mit seiner Entdeckung, aus einer Pflanze einen einzelnen Wirkstoff zu isolieren, löste Sertürner in der Wissenschaft eine Revolution aus.

Die bald darauf einsetzende Gewinnung von Arzneistoffen aus Pflanzen in großem Stil war die Geburtsstunde der Pharmaindustrie. Neben Morphin, wie der Wirkstoff heute heißt, enthält Mohn hochwirksame Bestandteile, etwa Codein gegen Hustenreiz. Nachteile des Morphins sind die schweren Nebenwirkungen und die Suchtgefahr. Am Vorbild seiner chemischen Struktur wollten Pharmazeuten weniger gefährliche Arzneistoffe entwickeln.

Strenge Kontrolle

Besonders die Abhängigkeitsgefahr war von jeher ein Problem. Anfang des 20. Jahrhunderts zwang immenser Missbrauch die Regierungen zum Handeln. „Infolge des internationalen Opiumabkommens von 1912 wurde zwölf Jahre später innerhalb des deutschen Reichsgesundheitsamts eine Opiumabteilung geschaffen. 1952 entwickelte sich daraus die Bundesopiumstelle, heute Teil des Bundesinstituts für Arznei mittel und Medizinprodukte“, erklärt Maik Pommer vom BfArM.

Das Amt überwacht sämtliche Verordnungen von Betäubungsmitteln. Das umständliche Prozedere mit dem dreiteiligen Rezept – jeweils ein Beleg für den Arzt, den Apotheker und die Krankenkasse beziehungsweise den Privatpatienten – hat durchaus seinen Sinn, wie Pommer erläutert: „Wir wollen eine gezielte Versorgung ermöglichen, aber zu gleich eine gefährliche Überversorgung und die missbräuchliche Anwendung verhindern.“

07.06.2011
Fortpflanzung: Natürliche Spermienkontrolle
Ein natürlicher Kontrollfaktor in der männlichen Erbsubstanz sorgt dafür, dass beschädigte Spermien schnell absterben
Panthermedia/Martin Kreutz
Männer bilden in jeder Sekunde etwa 1000 Spermien. Wie bei dieser Massenproduktion von Erbgut Fehler vermieden werden, haben Mediziner der Universität Göttingen herausgefunden. Bei der Vorform der Spermien, den Spermatogonien, sorgt ein Kontrollfaktor in der Erbsubstanz DNA dafür, dass Zellen schon bei geringen Schäden absterben.
Auf diesem Weg, erklären die Forscher in dem Fachblatt PNAS, wird verhindert, dass beschädigte Erbanlagen weitergegeben werden. Die Qualitätskontrolle schützt vermutlich auch vor Hodenkrebs.

06.06.2011
Karriere: Glückliche finden eher einen Arbeitsplatz
Glückliche Menschen finden leichter einen guten Arbeitsplatz
Thinkstock/Stockbyte
Geld macht nicht glücklich, aber Glücklichen geht es oft finanziell besser. Diesen Zusammenhang haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Ökonomik in Jena in einer Langzeitstudie über 15 Jahre aufgedeckt und in dem Journal of Economic Behavior & Organization beschrieben.
Demnach fanden zufriedene Menschen zum Beispiel leichter eine gute Stelle, in der Folge stieg ihr Einkommen. Zugleich hingen Glücksgefühle bei den Studienteilnehmern positiv mit deren Gesundheit zusammen. Stieg ihr Wohlstand aber über ein bestimmtes Maß, sank die Lebenszufriedenheit wieder. Die Menschen gewöhnen sich schnell an erfreuliche Umstände und verlangen nach mehr, folgern die Wissenschaftler.

04.06.2011
Psyche: Unbewusste Handy-Botschaften
Mit wem Sie gerne telefonieren oder nicht, hängt womöglich von der eingetippten Tastenfolge ab
Jupiter Images GmbH/Goodshot
Rufen Sie manche Menschen ungern an? Vielleicht liegt es ja nur an der Telefonnummer. Psychologen der Universität Würzburg stellten in einer Studie fest, dass Anrufer beim Tippen der Zahlen auf dem Handy zugleich unbewusst die Buchstaben für das Simsen (Kurzform für das Senden einer SMS) wahrnehmen. Für ihr Experiment nutzten die Wissenschaftler Geräte ohne Buchstaben. Ergab die Zahlen­folge gleichzeitig den unsichtbaren SMS-Text „Liebe“, fühlten sich die Teilnehmer wohler, als wenn die Tastenfolge „Leiche“ ergab.

03.06.2011
Ernährung: Verlängern Ballaststoffe das Leben?
Wer reichlich Ballaststoffe isst, senkt sein Risiko für verschiedene Krankheiten
W&B/Brigitte Sporrer
Eine Studie der National Institutes of Health in Washington, D.C. (USA), über neun Jahre mit Daten von knapp 390. 000 Personen ergab: Nahmen männliche Teilnehmer reichlich Ballaststoffe aus Getreide zu sich, hatten sie ein um 24 bis 56 Prozent geringeres Risiko, an einem Herz-Kreislauf-Leiden, einer Infektion oder Atemwegs­erkrankung zu sterben. Bei Frauen sank das Risiko um bis zu 59 Prozent.

02.06.2011
Fast-Food: Unvorteilhafte Nervennahrung
Ungesunde Fette können sich nicht nur auf der Waage bemerkbar machen, sondern auch aufs Gemüt schlagen
StockDisc/ RYF
Der übermäßige Verzehr „ungesunder“ Fette schlägt nicht nur auf die Hüften, sondern auch auf das Gemüt. Dies folgern Hirnforscher aus Südfrankreich und Spanien aus Untersuchungen an Mäusen. Sie gaben den Nagern fettreiches Futter, dem es an günstigen Fettsäuren wie Omega-3 mangelte. Dadurch trat bei den Tieren eine Fehlfunktion bestimmter Nervenverbindungen auf, welche die Stimmung und Motivation regulieren. Die so ernährten Mäuse waren ängstlicher und weniger aktiv als ihre Artgenossen.

01.06.2011
Arzneimittel: Wahlmöglichkeit für Patienten teuer
Patienten können seit Kurzem freier zwischen Arzneien mit gleichem Wirkstoff wählen. Das kann teuer werden
Creatas/ RYF
Es hört sich gut an, was die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag formuliert hatte: Man wolle die individuellen Wahlmöglichkeiten der Krankenversicherten erweitern, etwa bei der Entscheidung zwischen verschiedenen Medikamenten. Dabei sollten die Patientinnen und Patienten jedoch nicht überfordert werden. Freiheiten ohne Nachteile, so das Versprechen.
Wenige Monate nachdem die Regierung diese Vorgabe in das Arzneimittel­­marktneuordnungsgesetz (AMNOG) gegossen hatte, ziehen die Beteiligten ein eher enttäuschendes Fazit. Zwar sind die Wahlmöglichkeiten tatsächlich gestiegen. Doch anders als angekün­digt, fühlen sich jene Patienten, die ihre Freiheiten genutzt haben, durchaus überfordert. Das betrifft sowohl das Verstehen der zugehörigen Regeln als auch die finanzielle Eigenleistung.
Ebenfalls negativ fällt die Bilanz bei Krankenkassen und Apothekern aus. „Gut gemeint, aber schlecht gemacht“, so fasst es beispielsweise Kirsten Müller-Kuhl zusammen, die Sprecherin des Hessischen Apothekerverbands. Um die Ausgaben der Krankenkassen für Medikamente zu senken, hatten die verschiedenen Bundesregierungen in den vergangenen Jahren einige Refor­­men umgesetzt, die zugleich die Wahlfreiheit von Ärzten, Patien­ten und Apothekern begrenzten.

So müssen die Apotheker ihren Kunden eines der drei preiswertesten Medikamente mit demselben Wirkstoff geben, wenn der Arzt auf dem Rezept einen Austausch erlaubt. Zudem dürfen Kassen Rabattverträge mit Herstellern abschließen – mit der Folge, dass Patien­ten unter wirkstoffgleichen Präparaten oft nur noch das eines oder mehrerer bestimmter Hersteller erhalten.
Diese Vorgaben hatten viele Patien­ten, die teils mehrfach auf neue Präparate umstellen mussten, verunsichert. Entsprechend stärker war die Beratung durch Apotheker gefordert. Die Gesetzesänderung zum Jahreswechsel sollte deshalb jenen Menschen entgegenkommen, die lieber bei ihrem gewohnten Medikament bleiben wollen. Zielrichtung: Die Patienten können sich für ihre „Wunscharznei“ entscheiden, wenn sie die Mehrkosten gegenüber einem wirkstoffgleichen, aber preisgünstigeren Präparat selbst tragen, das ihnen der Apotheker nach Vorschrift eigentlich geben müsste.
Die Krankenkassen lehn­­ten diese Möglichkeit von vorn­herein ab. Sie befürch­­ten eine „Unterhöhlung“ ihrer Rabattverträge. Für den Patienten birgt das Verfahren große Unsicherheiten: Er muss zunächst den vollen Preis für die Wahlarznei bezahlen und anschließend versuchen, einen Teil der Kosten von der Kasse zurück­zuholen. Denn der Begriff „Kosten­erstat­tung“, den Politiker diesem Vorgehen verpassten, ist eine Mo­gel­packung. Korrekt wäre „Teilkos­­ten­­er­stat­­tung“ – häufig bekommen die Patien­ten nicht einmal die Hälfte des Arzneipreises zurück. „Wenn wir den Kunden diese Unsicherheiten erklärt haben, machen die meis­ten ­wieder einen Rückzieher“, erzählt Fritz ­Becker, Apotheker in Pforzheim und Vorsitzender des Deutschen Apo­the­ker­­­ver­­bands.

Das erklärt, warum die Patienten von ihrer Wahlfreiheit kaum Gebrauch machten. Gerade einmal 300 Erstattungsanträge gingen etwa bei der Techniker Krankenkasse mit ihren 7,6 Millionen Mitgliedern bis Ende Februar ein, 600 waren es bei den 6 Millionen Ver­sicherten der Deutschen Angestellten-Krankenkasse, berichten Unternehmenssprecher. Auch die AOK spricht von einer „fast mikroskopisch kleinen“ Nachfrage. Unter den größeren Krankenkassen verzeichnete lediglich die Barmer GEK einen hö­­heren Andrang.
Zu der Pleite trug auch das allgemeine Informations-Chaos rund um die „Mehrkostenregelung“ bei. Weil das Gesetz erst zwei Wochen vor Jahresende in Kraft trat, haben viele Kassen bis heute nicht geregelt, wie hoch die Erstattung ausfällt. Bei anderen genehmigte das Bundesversicherungsamt Satzungsänderungen nicht, die der Verwaltungsrat beschlossen hatte. Daher behalfen sich die meisten Ver­siche­rungen zunächst mit Übergangsregelungen.
Diese fielen jedoch sehr unterschiedlich aus. Denn die Krankenkassen wollen nicht verraten, wie hoch die mit den Herstellern ausgehandelten Rabatte sind – aus Wettbewerbsgründen, wie sie argumen­tieren.
Die Apotheker haben in dieser Situation keine Chance, den Patienten zu mehr Durchblick zu verhelfen. Nicht nur, dass sie die Rabatte nicht kennen. Sie können auch unmöglich die unterschiedlichen Modalitäten der fast 150 Krankenkassen überblicken, von denen einige die Regeln bereits wieder ändern. Die Kassen erstatten dem Patienten üblicherweise eine Pauschale zurück, die unterschiedlich hoch ausfällt und noch dazu gestaffelt sein kann. Meist verlangen sie darüber hinaus eine Verwal­tungs­gebühr sowie, falls das Medikament unter diese Kategorie fällt, die gesetzliche Zuzahlung.
Immerhin müssen die Patienten seit April nicht mehr für Hersteller-, Großhandels- und Apothekenrabatte geradestehen, die ihnen beispielsweise die AOK Baden-Württemberg berechnet hatte. Dennoch stochern sie im Nebel. Und oft deckt die Erstattung der Krankenkasse nicht einmal die Hälfte des Betrags, den sie für ihr Wahlmedikament bezahlt haben.

„Wir sprechen das Thema nicht von uns aus an“, betont Fritz Becker, „und wenn ein Kunde danach fragt, klären wir ihn ehrlich auf. Dann hat sich die Sache meist erledigt.“ Becker ist zwar grundsätzlich dafür, dass Patienten gegen Aufpreis ein anderes Medikament wählen dürfen – aber nur, wenn es möglich ist, diesen gleich in der Apo­the­ke zu bezahlen. Dann würden sie die Mehrkosten kennen und informiert ihre Entscheidung treffen. „So wie die Sache jetzt abgewickelt wird, können wir jedoch keinem zuraten“, sagt Becker, „denn damit würden wir vielen einen Bärendienst erweisen.“

31.05.2011
Zink: Schneller ausgeschnupft
Eine Erkältung verläuft milder, wenn Schnupfennasen währenddessen Zink einnehmen – so das Ergebnis einer Studie
W&B/Shotshop
Wissenschaftler im indischen Chandigarh werteten Studien mit insgesamt mehr als 1360 Teilnehmern aus, die bei einer Erkältung entweder Zinkpräparate oder Scheinmedikamente (Placebos) erhalten hatten. Die Daten zeigen, dass Zinkprodukte die Dauer einer Erkältung verkürzen können und dass die Beschwerden weniger heftig ausfallen. Allerdings ist noch nicht geklärt, wie hoch die optimale Dosis sein sollte.

30.05.2011
Depression: Gemeinsam die Seele heilen
Gruppentherapie kann Depressionen lindern
Thinkstock/Digital Vision
Gruppentherapie bereichert die Behandlung von Depressionen und weist ebenso gute Erfolge auf wie etablierte Psychotherapieverfahren. Das haben Psychiater aus Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan aus mehreren Studien heraus­gearbeitet. Gruppensitzungen sind in der Regel bei Suchterkrankungen ein geeignetes Mittel, um den Betroffenen soziale Alternativen zu ­bieten.
Doch auch Depressive profitieren von dem Prinzip, wie die Wissenschaftler ermittelten: Die gemeinsame Aussprache mindere Stress, durchbreche die Isolation und biete neue Handlungs­modelle. Dadurch könne die Gruppensitzung übliche Therapien unterstützen.

28.05.2011
Kalium: Mineralischer Hirnschutz
Forscher behaupten: Wer viel Kalium mit der Nahrung zu sich nimmt, senkt vermutlich sein Schlaganfallrisiko. Bananen enthalten reichlich des Mineralstoffes
W&B/Brigitte Sporrer
Wer sich kaliumreich ernährt, könnte sein Schlaganfall-Risiko deutlich verringern. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Neapel nach der Auswertung mehrerer wissenschaftlicher Studien. Bananen, Spinat, Brokkoli und alle Vollkornprodukte enthalten den Mineralstoff Kalium. Für Patienten, die an Nierenschwäche leiden oder Medikamente einnehmen, die die Kaliumausscheidung hemmen, gilt die Empfehlung nicht.

27.05.2011
Sennes: Goldgelber Darmhelfer
Inhaltsstoffe des Heilkrauts wirken abführend und lindern daher Verstopfung. Aber Vorsicht: nur kurzzeitig anwenden! Sennes­extrakte sind außerdem nicht für Jeden geeignet
Panthermedia/Evelin Kasper
Noch im Mittelalter galten die Sennesgewächse zunächst als Heilmittel etwa bei Magenproblemen und Augenleiden. Erst später entdeckten die Menschen die abführende Wirkung der Blätter und Früchte. Genutzt werden bis heute zwei eng verwandte Arten: die Alexandriner-Senna (Cassa acutifolia) aus Nord­afrika und dem Nilgebiet sowie die Tinnevelly-Senna (Cassia angusti­­folia) aus Südindien.
Ihre Inhaltsstoffe, vor allem Dianthronglykosid, wirken nur dort, wo das Problem besteht – im Dickdarm. Das Mittel erhöht das Stuhlvolumen und regt die Darmbewegungen an. Die Früchte gelten als leichter verträglich als die Blätter. Sennes­extrakte sollten Sie aber nur kurzfris­tig anwenden. Schwangere und Patienten mit akut entzündlicher Darmerkrankung oder Darmverschluss sowie Kinder unter zwölf dürfen das Mittel nicht nehmen.

26.05.2011
Medikamente: Richtig spritzen
Müssen Sie sich ein Arzneimittel vorübergehend selbst spritzen, dann lassen Sie sich vorher unbedingt erklären, wie Sie vorgehen sollten
W&B/Schneider & Sporrer
Patienten, die sich ein Medikament vorübergehend selbst injizieren müssen, sollten sich in ihrer Apotheke die richtige Technik erklären lassen, rät die Arzneimittel­kommission der Deutschen Apotheker. Wer etwa die Lösung rechtzeitig aus dem Kühlschrank nimmt, sie langsam spritzt und die Kanüle nach jedem Piks austauscht, könne die Schmerzen verringern. Auch die Hygiene spielt bei der Selbstinjektion eine wichtige Rolle.

25.05.2011
Urlaub: Das gehört in die Reiseapotheke
Gut gerüstet? Hilfreiche Mittel gegen typische Reise-Beschwerden
PhotoDisc/RYF
Augenprobleme: Tropfen mit Tränenersatz­flüssigkeit gegen trockene ­Augen, portionsweise ­­abgepackt.

Erkältung: Mittel gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen.
Fieber, Schmerzen: Präparate mit Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (nicht bei Dengue-Fieber). Lassen Sie sich vom Apotheker beraten, der auch mögliche Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten berücksichtigt.

Insektenstiche: Repellents mit guter Schutzwirkung verwenden. Kleidung tragen, die möglichst viel Haut bedeckt. Nachts ein Moskitonetz aufhängen und dieses eventuell mit Mückenschutzmittel imprägnieren. Gegen juckende Hautreaktionen: antiallergische Cremes.

Magen-Darm-Probleme: Mittel gegen akuten Durchfall. Lassen Sie sich zu geeigneten Präparaten für die Reise in Ihrer Apotheke beraten.

Verstopfung: Zeitverschiebung, keine Toilette in der Nähe – zu Verdauungsproblemen kommt es im Urlaub leicht. Abführmittel sollten Sie allerdings nur kurzfristig einnehmen.
Magenprobleme: Präparate gegen Übersäuerung; Mittel gegen Völlegefühl sowie Magenkrämpfe.

Verletzungen: Erste-Hilfe-Set, das Desinfektionsmittel, Schere, Pinzette, Pflasterstrips, Blasenpflaster, sterile Kompresse, Mullbinde, Heftpflaster, Brand- und Wundgel, Einweghandschuhe enthält. Aktivurlauber brauchen eine Aludecke gegen Auskühlung.

Reisekrankheit: Synthetische Mittel gegen Reiseübelkeit (nicht für alle Patienten geeignet, beraten lassen!) oder Ingwer-­Prä­pa­rate; Akupressurband für das Handgelenk. Tipp für Schiffsreisende: Je näher die Kajüte zur Mitte des Schiffs liegt, umso geringer ist dessen Bewegung auf See.

24.05.2011
Asthma: Keime verschlimmern Anfall
Bei Menschen, die unter der Atemwegskrankheit leiden, finden sich vermehrt Bakterien in den Bronchien
Thinkstock/Stockbyte
Bakterien in den Atem­wegen können Asthma-Erkrankungen verstärken. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Journal of Allergy and Clinical Immunology. Besonders bei Asthmatikern würden mehr Bakterien verschiedener Stämme den Bronchialtrakt besiedeln, erklären die Autoren. Sie sehen einen Zusammenhang zwischen der Schwere der Asthma-Anfälle und der Art der Bakterien in den Bronchien.

23.05.2011
Sport: Männer schwitzen schneller
Forscher haben eine Erklärung gefunden, warum bei Männern die körpereigene Kühlung rascher anspringt als bei Frauen
Thinkstock/Stockbyte
Während Frauen beim Sport oder in der Sauna etwas Zeit brauchen, bis der Schweiß rinnt, setzt die körpereigene Kühlung bei Männern deutlich schneller ein. Wissenschaftler der Universität Osaka in Japan erklären den Unterschied damit, dass der Wasseranteil des männlichen Körpers höher sei als der des weiblichen.

21.05.2011
Schlaganfall: Schnell wieder auf die Beine
Wer einen Hirnschlag erlitten hat, sollte sehr schnell mit der Physiotherapie beginnen
Panthermedia/James Steidl
Nach einem Schlaganfall sollten Betroffene möglichst bald wieder aufstehen, am besten schon innerhalb von 24 Stunden, wie australische Mediziner in der Fachzeitschrift Stroke empfehlen. Sie stellten fest, dass Patienten, die schon kurze Zeit nach dem Infarkt intensiv übten, schneller Fortschritte machten und nach dem Klinik­aufenthalt weniger Rehabili­tations­the­rapie benötig­ten. Auch auf längere Sicht ­profitierten sie von der frühen Mobilisation.

20.05.2011
Kinder: Glück auf lange Sicht
Auch wenn die Kleinen erstmal anstrengen: Später sind Menschen mit Nachwuchs glücklicher als Kinderlose
Digital Vision/RYF
Kinder machen ihre Eltern glücklich – aber offenbar erst mit den Jahren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock haben herausgefunden, dass die Lebenszufriedenheit bei jungen Eltern mit jedem Kind anfangs sinkt. Erst im mittleren Lebensalter fühlen sich Eltern glücklicher als Kinderlose. Die Forscher schlussfolgern, dies sei auf die Einschränkungen ­zurückzuführen, die junge Eltern zunächst erfahren. So erkläre sich der Widerspruch, dass Kinder allgemein als Glücksfaktor angesehen werden, dies wissenschaftlich bisher aber kaum zu belegen war.

19.05.2011
Lauchgemüse: Scharfe Knochenstärker
Zwiebeln, Knoblauch und Lauch enthalten spezielle Substanzen, die wohl vor einer Arthrose schützen können
Jupiter Images GmbH/Comstock Images
Wer regelmäßig Zwiebeln, Knoblauch und Lauch isst, kann sein Risiko für Hüftarthrose senken. Das legt eine Studie von Wissenschaftlern am King’s College in London nahe. Sie analysierten Ernährungsgewohnheiten und Röntgenbilder von mehr als 1000 weiblichen Zwillingen im Durchschnittsalter von 59 Jahren. Die Frauen, die häufig Lauchgemüse verzehrten, litten seltener an Hüftverschleiß. Die Forscher führen dies auf den Lauch-Inhaltsstoff Diallyldisulfid zurück. Er unterdrückt Enzyme, die die Grundsubstanz knorpelähnlicher Zellen verringern.

18.05.2011
Paracelsus: Der Medizinrebell
Weil er die Methoden der damaligen Medizin scharf kritisierte, hatte der Arzt und Alchemist viele Feinde
Thinkstock/PhotosCom
"All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist." Mit diesem Ausspruch wird Paracelsus, der Mediziner aus der Renaissance-Zeit und Wegbereiter der ganzheitlichen Medizin, noch heute zitiert. „Den Namen Paracelsus hat er sich selbst gegeben, die Hintergründe dazu sind unklar“, erklärt Professor Heinz Schott, Leiter des Medizinhistorischen Instituts der Universität Bonn. Als Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim kommt er 1493 in dem Schweizer Dorf Einsiedeln zur Welt. Sein Vater ist von Beruf Arzt, seine Mutter stirbt vermutlich noch, bevor Paracelsus zehn Jahre alt wird und mit dem Vater ins kärntnerische Villach zieht.
Die Arbeit des Vaters hat es ihm angetan, also beginnt auch der junge Theophrastus Medizin zu studieren. Es folgen Lehr- und Wander­jahre, in ­denen er Erfahrungen sammelt, Patienten versorgt, Krankheiten studiert und die Heilmethoden der Bauern, Kräuterfrauen und Hebammen kennenlernt. Seinen Ärztekollegen wirft Paracelsus vor, ihr Wissen nur aus Büchern zu beziehen und keinerlei praktische Erfahrungen zu sammeln.

Trotz seiner Schimpf-Tiraden gelingt es Paracelsus, einen angesehenen Posten als Stadtarzt in Basel zu bekommen. Dort begehrt der Revolutionär erst recht gegen die althergebrachten Methoden der Medizin auf, die bis dahin auf der Lehre von den guten und schlechten Körpersäften beruhte. Grausame Methoden, Aderlass und Präparate aus Leichenteilen sind gang und gäbe, viele ärztliche Eingriffe werden von Badern vorgenommen. Für Paracelsus ist das alles inakzeptabel. Mit seiner Haltung schafft er sich zahllose Feinde, die ihm seine harsche Kritik nicht verzeihen. Weil auch Magie und Astrologie zu seinem Weltbild ­gehören, muss er schließlich vor einer drohenden Anklage wegen Quacksalberei fliehen.
Auf der Wanderschaft durch Deutschland, Österreich und die Schweiz lebt er seine Auffassung einer modernen Medizin. „Seine Grundidee war, dass ­jede Krankheit von einem bestimmten Krankheitssamen kommt und es daher auch ein spezifisches Heilmittel geben muss“, erzählt Schott. Paracelsus betrachtet den Menschen ganzheitlich und nutzt die Heilkräfte der Natur. Die von ihm entwickelte Opiumtinktur „Laudanum“ gilt noch Jahrhunderte später als Allheilmittel für Künstler und Edelmänner. Für Methoden, die heute selbstverständlich sind, musste der aufrührerische Arzt damals kämpfen. So versuchte er die Ursachen zu behandeln, nicht die Symptome. Paracelsus starb 1541 völlig verarmt in Salzburg. Die meisten seiner Bücher wurden erst nach seinem Tod gedruckt.

17.05.2011
Verdauung: Bewegung beruhigt den Darm
Wer körperlich aktiv ist, hat seltener Reizdarm-Beschwerden
Panthermedia/Arne Trautmann
Körperliche Aktivität lindert Reizdarm-Beschwerden. Das zeigt eine im American Journal of Gastroenterology veröffentlichte Studie schwedischer Wissenschaftler. An der Untersuchung  nahmen 102 Reizdarm-Patienten teil. Physiotherapeuten motivierten etwa die Hälfte von ihnen, sich drei- bis fünfmal pro Woche 20 bis 30 Minuten lang zu bewegen, während die anderen ihren passiveren Lebensstil beibehielten. Nach drei Monaten befragten die Forscher die Patienten. Ergebnis: Stuhlprobleme und Bauch­schmerzen hatten sich bei der aktiven Gruppe im Vergleich zu der Kontrollgruppe deutlich verringert.

16.05.2011
Latschenkiefer: Heilsamer Alpenbewohner
In den aromatisch duftenden Kiefernadeln steckt ätherisches Öl, das die Durchblutung anregt
Panthermedia/Heike Brauer
Das Nadelgehölz wächst in den Hoch­lagen der Gebirge und bildet oft die Baumgrenze. Es trotzt dort oben Regen, Nässe, Sturm und meterhohem Schnee. Die widerstandsfähigen Nadeln und Zweigspitzen der Latschenkiefer enthalten aromatisch duftende ätherische Öle, die seit dem Mittelalter zu Heilzwecken genutzt werden.
In Salben, Bädern und Fluids regen sie die Durchblutung an und wirken dadurch Muskelverspannungen und rheumatischen Beschwerden entgegen. In Inhalatio­nen und Einreibungen unterstützt Latschen­­kieferöl die Schleimlösung bei Bronchial­katarrhen und befreit so die Atemwege. Dadurch lindert es die typischen Symptome von Erkältungskrankheiten wie Hus­t­en und Schnupfen.

14.05.2011
Büro: Anschlag auf das Handgelenk
Die Computertastatur sollte einen weichen Anschlag aufweisen, sonst schadet sie womöglich den Gelenken
Thinkstock/iStockphoto
Chronische Entzündungen im Handgelenk sind bei Menschen, die viel am Computer ­arbeiten, oft auf einen zu harten Tastenanschlag zurückzuführen. Wie eine Untersuchung an der Eid­genössischen Technischen Hochschule Zürich (Schweiz) ergab, wird bei starkem Widerstand der Tasten mehr Kraft benötigt, um das Gelenk zu stabilisieren. Die Wissenschaftler empfehlen, beim Kauf eines neuen Rechners auf ­einen weichen Anschlag der Tastatur zu achten.

13.05.2011
Übergewicht: Pölsterchen machen vergesslich
Rund und ungesund: Zu viele Kilos schaden der Gesundheit, und dem Gedächtnis
Panthermedia/Monkeybusiness
Zwischen Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerten­ (metabolisches Syndrom) auf der einen und nachlassender Gedächtnisleistung auf der anderen Seite besteht offenbar ein Zusammenhang. Dieses Fazit ziehen die Initiatoren der „Drei-Städte-Studie“, bei der mehr als 7000 Franzosen im Alter von über 65 vier Jahre lang beobachtet wurden.
16 Prozent der Teilnehmer litten zu ­Beginn der Untersuchung am meta­­bolischen Syndrom. Sie zeigten im Test deutliche Schwächen unter ande­rem bei der zeitlichen und räumlichen Orientierung, bei der Erinnerungs­­fähigkeit, der Aufmerksamkeit und beim Sprachverständnis. Der Abbau von Übergewicht, eine gesunde Ernährung und viel Bewegung sind ­erste Schritte in die richtige Richtung.

12.05.2011
Schlaf: Schlummernde Kräfte
Erholung? Nachts entspannen wir uns zwar, der Körper arbeitet aber weiter
Thinkstock/Phototdisc
Wissenschaftler der Universität Colorado (USA) haben erstmals gemessen, wie viel Energie ein Mensch spart, wenn er schläft: 134 Kilokalorien pro Nacht gegenüber dem Wach­zustand – also nicht allzu viel. Die Ersparnis entspricht etwa der Energie, die ein Erwachsener verbraucht, wenn er 40 Minuten spazieren geht. Die Forscher vermuten, dass der Körper einen Teil der eingesparten Leistung für andere physiologische Prozesse verwendet, die während des Schlafs ablaufen. Er produziert dann zum Beispiel neue Hormone und stärkt das Immunsystem. Auch das Gehirn bildet in der Nacht neue Verbindungen zwischen Nerven­zellen und speichert so, was es tagsüber gelernt hat.

11.05.2011
Lippenherpes: Lästige Bläschen
Bei ersten Anzeichen von Lippenherpes gilt es, schnell zu reagieren. Das verkürzt die Krankheitsdauer
Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
Unheilvoll beginnt es an der Lippe zu kribbeln. Zu sehen ist noch nichts, aber wer das Gefühl kennt, weiß Bescheid: In spätestens zwei bis drei Tagen wird ein unansehnliches Herpes-Bläschen am Lippenrand blühen. Gegen eine Infektion mit dem Erreger ist der Körper nahezu machtlos. Mehr als 90 Prozent der Menschen sind – häufig schon seit Kindheitstagen – mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 infiziert. Die meiste Zeit lauert es versteckt in bestimmten Nervenzellen. Ist das Immunsystem geschwächt, greift das Virus an. „Es gelangt dann über die Nervenbahnen zur Haut und vermehrt sich dort weiter. Dadurch entsteht der Lippenherpes“, erklärt Professor Wolfram Brune, Virologe am Heinrich-Pette-Institut in Hamburg.

Die Ursachen für eine Schwächung des Immunsystems, die zum Ausbruch führen können, sind vielfältig. Neben anderen Infektionen und chronischen Erkrankungen können auch eine intensive Sonneneinstrahlung, kleine Verletzungen und Stress die Abwehrkräfte lahmlegen.
Bei einfachen Ausbrüchen von Lippenherpes (Herpes labialis) entsteht ein kleines Bläschen, das normalerweise innerhalb von acht bis zehn Tagen abheilt. Zur Behandlung im Anfangsstadium genügt eine anti­virale Creme mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir, die bereits bei ersten Anzeichen wie Kribbeln oder typischen Spannungsgefühlen an der Lippe aufgetragen werden sollte. „Dadurch kann man die erste Phase bis zur Verkrus­tung verkürzen, danach hilft die Salbe aber nicht mehr“, erklärt Professor Gerd Gross, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Rostock. Auf die Wundheilung habe Aciclovir keinen Effekt.
„Salben mit Melisse oder Zink zeigen eine hemmende Wirkung auf das Eindringen des Virus in die Zellen“, erläutert der Virologe Brune. Hier sei ein besonders früher Behandlungsbeginn noch wichtiger, da die Salben aufgrund ihres Wirkprinzips allenfalls im frühen Stadium die Virus­vermehrung stoppen könnten.
Wenn die Bläschen aufreißen, beginne die schmerzhafte Phase der Verkrustung. Dermatologe Gross rät dann zu speziellen Herpespflastern, die die Bläschen sauber abdecken: „Die kleinen Pflaster fördern gerade in dieser Phase eine schmerzarme Wundheilung.“

In schweren Fällen kann der Arzt den Wirkstoff Aciclovir auch in Form von Tabletten verschreiben. „Das ist beispielsweise dann notwendig, wenn mehrere Bläschengruppen um den Mund herum oder sogar schwere Schwellungen auftreten“, erklärt Professor Gross. Auch bei immungeschwächten Menschen und chronisch Kranken kann eine systemische Therapie sinnvoll sein, bei der das Medikament bis zu fünf Tage lang fünfmal täglich eingenommen werden muss. Wer häufiger als fünfmal im Jahr unter starkem Lippenherpes leidet, kann sogar von einer Dauerbehandlung mit Aciclovir-Tabletten profitieren. Eine solche Suppressionsbehandlung müsse jedoch ganz individuell geprüft und vom behandelnden Arzt überwacht werden, betont Gross.
Bei einem normalen, unkomplizierten Verlauf sei aber die antivirale Salbe das Mittel der Wahl, sagt Professor Brune. Von Hausmitteln wie Zahnpasta, Essig oder Alkohol raten die Experten dagegen ab, da sie die Haut austrocknen. „Dadurch können die Krusten immer wieder aufplatzen, was die Heilung verzögert – insbesondere wenn Bakterien in die Wunde eindringen“, erklärt der Virologe. Der Dermatologe Gross nennt einen weiteren entscheidenden Nachteil dieser alternativen Behandlungsmethoden: „Die Abheilung könnte dann auch deutlich schmerzhafter verlaufen.“

10.05.2011
Frauen: Aktiv gegen Brustkrebs
Halten sich Frauen während der Wechseljahre fit, bekommen sie seltener ein Mammakarzinom
Panthermedia/Christopher N.
Frauen in den Wechseljahren können ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um ein Drittel senken, wenn sie sich regelmäßig bewegen und keine Hormonersatzpräparate einnehmen. Das belegen die neuesten Ergebnisse der „Marie“-Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums mit fast 10 .000 Teilnehmerinnen.
Jede fünfte Brustkrebserkrankung nach den Wechseljahren lässt sich demnach auf eine Hormonersatztherapie zurückführen. Ein Mangel an Bewegung erwies sich als fast ebenso schädlich. Alkoholkonsum und Übergewicht haben dagegen einen weit geringeren Einfluss auf das Krebsrisiko. Wer regelmäßig Sport treibe, könne ruhig ein paar Pfunde mehr auf die Waage bringen, so die Autoren der Studie.

09.05.2011
Kamin: Gefährlich gemütlich
Ein offenes Feuer im Wohnzimmer wärmt die Seele. Der Lunge schadet es aber eher
Thinkstock/iStockphoto
Kaum etwas strahlt mehr Behaglichkeit aus als ein lodernder Kamin – doch er birgt zugleich das Risiko von Asthma, Bronchitis und Krebs. Forscher der dänischen Universität Kopenhagen erklären in der Fachzeitschrift Chemical Research in Toxicology, wie bei der Holzverbrennung winzig kleine Feinstaubpartikel entstehen, die wie Dieselabgase tief in die Lunge eindringen. Kommen die Teilchen mit Körperzellen in Kontakt, können sie das Erbgut schädigen und Entzündungsreaktionen auslösen.

07.05.2011
Baldrian: Die beruhigende Wurzel
Inhaltsstoffe der Heilpflanze wirken beruhigend, schlaffördernd und muskelentspannend
W&B/Annette Falck
Unsere Vorfahren sprachen ihm allerlei Wunderkräfte zu. Der Baldrian (Valeriana officinalis) mit seinen weißen oder rosafarbenen Blüten wurde als wirksame Einschlafhilfe erstmals um das Jahr 800 im Lorscher Arzneibuch erwähnt. Heute gelten Präparate aus seiner Wurzel bei leichten Schlafstörungen als bedeutsame Alternative aus der Natur, besonders für Ältere, bei denen der Langzeitgebrauch von Schlafmitteln mit höheren Risiken verbunden ist.

Außer ätherischen Ölen zählen Valepotriate und Lignane zu den wichtigen Inhaltsstoffen. Doch erst das Zusammenspiel verschiedener Substanzen macht die beruhigende und schlaffördernde Wirkung der Heilpflanze aus. Als Extrakt oder ätherisches Öl aus der Wurzel können Baldrian-Präparate Muskeln entspannen und sanft beruhigen. Weil die Pflanze krampflösend wirkt, wird sie auch bei nervösem Magen und Darm eingesetzt.

06.05.2011
Konserven: Zinn aus der Dose
In den Lebensmitteln enthaltene Säuren können Schwermetall aus Konservendosen freisetzen
Thinkstock/Hemera
Lebensmittel, die Fruchtsäuren enthalten, können Zinn aus dem Material von Konservendosen herauslösen, wenn diese nur teilweise oder gar nicht mit Kunststoff beschichtet sind. Zu diesem Ergebnis kommt das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart.

Die Forscher hatten in den vergangenen zwei Jahren 185 Obst-, Gemüse- und Pilzerzeugnisse untersucht. Sechs der Proben beurteilten sie wegen Überschreitung des Grenzwerts als nicht verkehrsfähig. Da der „Herauslösungsprozess“ unter Sauerstoffzufuhr schneller erfolgt, raten die Kontrolleure, den Inhalt angebrochener Dosen sicherheitshalber in Gefäße aus Glas, Porzellan oder Kunststoff umzufüllen.

05.05.2011
Sauna: Sauber schwitzen
Als Schutz vor Infektionen in der Sauna sollten sich Frauen grundsätzlich nur auf ihr eigenes Handtuch setzen und es nach jedem Gang wechseln
Thinkstock/Comstock Images
Saunabesucher sollten sich nur auf das eigene Handtuch setzen, rät der Berufsverband der Frauenärzte. Er empfiehlt auch, mehrere Handtücher mitzunehmen und sie nach jedem Saunagang und jedem Abtrocknen zu wechseln.

Der Grund für diese penible Hygiene sei der Schutz vor einer Ansteckung mit humanen Papillomviren, die unter anderem Genitalwarzen hervorrufen. Die Erreger werden zwar überwiegend beim Sex übertragen, aber auch durch Schmierinfektionen.

04.05.2011
Mandelentzündung: Keimschleuder im Hals
Flammt die Infektion allzu oft auf, ist es sinnvoller, die Mandeln zu entfernen
Thinkstock/iStockphoto
"Die Mandeln müssen raus, der Doktor baut ein Haus." Dieser Kalauer entstand zu einer Zeit, als die Entfernung der Gaumenmandeln für Hals-Nasen-Ohren-Ärzte fast schon zur Routine gehörte. Zwar ist die sogenannte Tonsillektomie auch heute ein häufiger Eingriff in deutschen Operationssälen, inzwischen halten sich die Ärzte aber mehr zurück. Treten bestimmte Symptome jedoch regelmäßig auf, führt kein Weg an einer Operation vorbei.

Gerötete und geschwollene Gaumenmandeln sind das untrügliche Zeichen: Hier leistet der Körper Abwehrarbeit. Als vorderster Schirm des Immunsystems schützen die Mandeln, in der medizinischen Fachsprache Tonsillen genannt, vor Viren und Bakterien, die durch den Mund oder die Nase in den Körper gelangen.

Nehmen die Keime in der Mundflora aber überhand, werden die Mandeln selbst zum Opfer einer Infektion. Sie schwellen deutlich an. Zwischen Mund und Rachen wird es eng, und auf den Mandeln bildet sich ein sogar für Laien erkennbarer eitrig gelber Belag. Die Folge sind Schluckbeschwerden und Halsschmerzen, oft begleitet von Fieber. Handelt es sich um eine akute bakterielle Infektion, verschreibt der Hausarzt Antibiotika. Im Idealfall gehen die Symptome innerhalb weniger Tage zurück.

Bereiten die Mandeln häufig Probleme, rät Professor Rudolf Hagen, Direktor der HNO-Klinik der Universität Würzburg, sie zu entfernen. Gradmesser sind mindestens drei bakterielle Entzündungen pro Jahr. „Die immer wiederkehren den Infektionen zerstören das Gewebe der Gaumenmandeln nach und nach“, sagt Hagen. „Diese verlieren dadurch ihre Funktion als Schutzvorrichtung des Immunsystems und werden selbst zum Infektionsherd.“ Durch die Blutbahn können die Bakterien in andere Körperteile gelangen und Entzündungen der Herzklappen, Gelenke oder Nieren verursachen.

Daneben behandelt Rudolf Hagen auch viele Patienten, die wegen einer Hyperplasie der Gaumenmandeln zu ihm kommen: An sich zunächst ohne Krankheitswert, erschweren die Mandeln hier das Atmen, weil sie stark vergrößert sind. Nicht selten klagen die Betroffenen über plötzliche Atemaussetzer in der Nacht. Ebenso macht eine Eiteransammlung in der Umgebung der Mandeln eine Operation nötig. Ein solcher Abszess bildet sich meist als Spätfolge früherer Infektionen.

Im Marienhospital in Gelsenkirchen stehen für Professor Philipp Dost und seine Kollegen jedes Jahr rund 450 Mandelentfernungen auf dem Operationsplan. Ganz unproblematisch ist der Eingriff nicht. Das Risiko gefährlicher Nachblutungen lässt sich auch mit modernen Methoden nicht ausschließen. Eine gemeinsame Studie der deutschen Universitätskliniken ergab, dass etwa jeder 25. Patient mit einer Nachblutung rechnen muss.

„Das ist nicht mehr als bei anderen Eingriffen“, sagt Philipp Dost. „Im Mundraum sind Blutungen aber besonders gefährlich und erfordern ein schnelles Eingreifen.“ Die Folge wäre ansonsten ein hoher Blutverlust, der bis zum Ersticken führen kann. Deswegen bleiben die Patienten nach der Operation fünf Tage im Marienhospital.

„Wir wägen mögliche Risiken und Chancen genau ab“, betont Dost. Wie es seinen Patienten nach der Mandelentfernung erging, hat er in den vergangenen Jahren genau dokumentiert. „Das Argument Lebensqualität hat meistens gesiegt. Die Patienten mussten nach dem Eingriff seltener zum Arzt, nahmen weniger Schmerzmittel ein und fehlten seltener am Arbeitsplatz.“ Schmerzhaft ist eine Mandeloperation zunächst trotzdem. Für Linderung sorgt Kühlen. Deshalb lagert im Marienhospital immer genügend Wassereis – in drei Geschmacksrichtungen.

03.05.2011
Gesund: Rote und blaue Beeren
Inhaltsstoffe aus rotem und blauem Obst und Gemüse können den Blutdruck senken
Thinkstock/iStockphoto
Dass sekundäre Pflanzenstoffe die Gesundheit fördern, ist bekannt. Forscher untersuchen deshalb diese Substanzen zunehmend genauer. An der Universität von East Anglia in Norwich (England) wiesen Wissenschaftler nach, dass Anthocyane zu hohen Blutdruck leicht senken können. Dazu werteten sie Daten von mehr als 150.000 Menschen aus. Die Stoffe stecken vor allem in rotem und blauem Obst und Gemüse.

02.05.2011
Lichtempfindlichkeit: Mit Schmerzgel nicht in die Sonne
Vorsichtsmaßnahme: Manche Schmerzgele erfordern Lichtschutz
Thinkstock/iStockphoto
Rezeptfreie Schmerzgele mit dem Wirkstoff Ketoprofen können die Lichtempfindlichkeit der Haut steigern und dort zu Reaktionen führen, meldet die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).
Behandelte Körperpartien müssen deshalb noch zwei Wochen nach der Anwendung mit geeigneter Kleidung vor Sonnenlicht geschützt werden – sogar bei bedecktem Himmel. Bei Verdacht auf die genannte Nebenwirkung sollte die Behandlung sofort abgebrochen und dies dem Arzt oder Apotheker mitgeteilt werden.

30.04.2011
Wechseljahre: Hitzewallungen – ein gutes Zeichen?
Frauen, die unter starken Wechseljahresbeschwerden leiden, tragen ersten Studien zufolge ein vermindertes Risiko, an einem hormonabhängigen Brustkrebs zu erkranken
Tabato Images GmbH/Image Source
Manchen Frauen in den Wechseljahren machen vor allem schweißtreibende Hitzewallungen zu schaffen. Nun fanden Forscher des Krebsforschungszentrums in Seattle (USA) heraus: Wer unter starken Wechseljahresbeschwerden leidet, trägt offenbar ein deutlich vermindertes Risiko, an einem hormonabhängigen Brustkrebs zu erkranken. Da es sich um die erste solide Studie dieser Art handelt, fordern die Epidemiologen weitere Untersuchungen.

29.04.2011
Chronisch Kranke: Sinnvolle Versorgungsprogramme
Patienten mit Diabetes, Brustkrebs oder koronarer Herzkrankheit, die sogenannte strukturierte Disease-Management-Programme besuchen, sind oft zufriedener und besser betreut
W&B/iStock
Chronisch Kranke haben weniger Komplikationen, wenn sie an Versorgungsprogrammen teilnehmen, die speziell auf sie abgestimmt sind. Das ergab eine Analyse, die das Zentralinstitut für kassenärztliche Versorgung für die Region Nordrhein durchführte.
Seit 2003 können dort Patienten mit chronischen Leiden wie Diabetes, Brustkrebs oder koronarer Herzkrankheit die sogenannten strukturierten Disease-Management-Programme (DMP) besuchen, die Hausärzte und Kliniken miteinander vernetzen. Neben dem gesundheitlichen Nutzen sind die Teilnehmer auch zufriedener mit der individuellen Betreuung.

28.04.2011
Kinder: Belohnung für kleine Grünzeug-Esser
Nur wenige Kinder lieben Gemüse. Mit einem kleinen Anreiz kann man sie daran gewöhnen, es trotzdem zu essen
Shotshop/Monkey Business
Kinder zu gesundheitsbewussten Genießern zu erziehen hat schon manche Eltern zur Verzweiflung gebracht. Dabei wirken einfache Belohnungen, und die Kleinen greifen bei Gemüse und Grünzeug lieber zu. Das beschreiben Wissenschaftler des University College in London im Fachmagazin Psychological Science.
Sie baten 400 Kinder zwischen vier und sechs Jahren regelmäßig zum Geschmackstest mit Karotten, Sellerie oder Erbsen. Eine Gruppe erhielt als Belohnung für das Gemüse-Essen bunte Sticker und lobende Worte, die anderen gingen leer aus. Drei Monate später aßen die Kinder aus der ersten Gruppe deutlich öfter – und freiwillig – Gemüse.

27.04.2011
Ergonomie: Fit bleiben im Büro
Büroarbeit setzt vielen Beschäftigten körperlich zu. Ein entsprechend gestalteter Arbeitsplatz beugt Verspannungen und Haltungsschäden vor
W&B/Jörg Neisel
Rund 16 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in Büros. Das lange Sitzen belastet Knochen, Gelenke und Muskulatur. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin klagen viele Angestellte über Beschwerden im unteren Rücken, Nacken- und Schulterbereich sowie über Kopfschmerzen. Hinzu kommen allgemeine Müdigkeit, Mattigkeit, Nervosität und Reizbarkeit. Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz hilft, die Belastungen für den Körper zu senken.

Bildschirm: Der ideale Abstand zum Monitor beträgt mindestens 50 Zentimeter. Wichtig ist, dass Sie leicht auf den Bildschirm hinabblicken, um Verspannungen zu vermeiden. Der Monitor sollte keinesfalls seitlich platziert sein, sondern direkt vor Ihnen stehen.

Tipp: Alte Röhrenmonitore sind für die Augen relativ anstrengend. Besser eignen sich moderne entspiegelte LCD-Bildschirme, die sich in ihrer Position drehen und neigen lassen.

Schreibtisch: Die ideale Höhe beträgt rund 68 bis 76 Zentimeter, der Armbeugewinkel bei entspannt auf dem Tisch liegenden Unterarmen etwa 90 Grad (rechtwinklig). Wichtig auch: Ein guter Schreibtisch bietet sowohl oben für die Arbeit als auch unten für die Beine ausreichend Platz.

Tipp: Optimal sind höhenverstellbare Schreibtische. Alternativ ermöglichen spezielle Fußstützen eine bequeme Haltung.

Tastatur: Damit Sie die Handballen bequem auflegen können, sollte sich die Tastatur etwa zehn Zentimeter von der Tischkante entfernt befinden.
Tipp: Sinnvoll und praktisch sind eine ergonomisch angeordnete Tastatur und eine bequem bedienbare Computermaus.

Beleuchtung: Achten Sie darauf, dass Sie an Ihrem Arbeitsplatz nicht direkt auf eine Fensterfront blicken, sondern die Sitzrichtung parallel dazu verläuft. Eine indirekte und großflächig gestaltete Innenbeleuchtung ist sinnvoll, um das Auge nicht zu überanstrengen.

Tipp: Lassen Sie den Blick zwischendurch immer mal wieder in die Ferne schweifen.

Bürostuhl: Der optimale Bürodrehstuhl ist höhenverstellbar, weich und luftdurchlässig gepolstert. Er besitzt fünf abgebremste Rollen, damit er nicht wegrollt, wenn Sie aufstehen. Die Rückenlehne reicht bis unter die Schulterblätter und stützt die Lendenwirbel gut ab.

Tipp: Verändern Sie häufig Ihre Sitzposition. Stehen Sie so oft wie möglich auf, und vertreten Sie sich die Beine. Ebenfalls hilfreich: kleine Gymnastikübungen.

26.04.2011
Pflanzen-Wirkstoff: Schmerzhemmer aus Oliven
Ein Stoff aus Olivenöl wirkt entzündungshemmend wie Ibuprofen. Für die Kopfschmerzbehandlung ist allerdings die Konzentration zu gering
Thinkstock/Hemera
Hochwertiges Olivenöl enthält einen Stoff, der ähnlich entzündungshemmend wirkt wie der Wirkstoff Ibuprofen. Die Struktur der Substanzen ist zwar völlig unterschiedlich, beide kratzen aber gleichermaßen im Rachen: Über einen Rezeptor im Hals hemmt das Oleocanthal aus der Olive ein Enzym, das für Entzündungsreaktionen und Schmerzen im Körper verantwortlich ist – dem Medikament vergleichbar.
Das beschreibt ein Team von Biologen der Universität Pennsylvania (USA) im Journal of Neuroscience. Zur Behandlung von Kopfschmerzen eignet sich Olivenöl aber nicht: Dafür ist die Menge an Oleocanthal zu gering.

25.04.2011
Gewohnheit: Linkshänder fühlen sich nicht benachteiligt
Für die meisten Linkshänder ist es völlig normal und unkompliziert den Alltag mit links zu meistern
Thinkstock/iStockphoto
In einer von Rechtshändern geprägten Welt finden sich Linkshänder besser zurecht, als viele glauben. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Apotheken Umschau. Im Alltag sind viele Dinge auf die rechte Hand ausgerichtet. Deswegen denken 63 Prozent der Deutschen, dass Linkshänder im Nachteil sind. Die Betroffenen selbst beurteilen ihre Situation deutlich positiver.
Für fast 90 Prozent der Linkshänder ist es nicht weiter bemerkenswert, mit links zu schreiben oder den Schlüssel ins Schloss zu stecken. Viele halten sich für kreativer oder intelligenter – vermutlich weil sie immer neue Probleme lösen müssen, um den Alltag „mit links“ zu meistern. Linkshänder sind mit einem Anteil von sechs Prozent an der Gesamtbevölkerung in der Minderheit – die Seite tauschen wollen trotzdem nur wenige.

23.04.2011
Arbeitsplatz: Im Büro öfter bewegen!
Je länger wir sitzen, desto ungünstiger wirkt sich dies wohl auf unsere Gesundheit aus
Thinkstock/BananaStock
Am Arbeitsplatz oder vor dem Fernseher öfter aufstehen: Das raten Wissenschaftler der Universität von Queensland (Australien). Sie hatten mehr als 4700 Personen mit Bewegungsmessern ausgerüstet. Zudem bestimmten sie verschiedene Blutwerte, das Gewicht und den Taillenumfang der Studienteilnehmer.
Fazit: Je länger jemand saß, desto mehr Risikofaktoren für Herz- und Kreislaufleiden wies er auf. Das galt selbst für Freizeitsportler. Je öfter eine Person aufstand – auch wenn sie sich nur kurz bewegte –, umso schlanker war ihre Taille und umso günstiger waren ihre Blutwerte.

22.04.2011
Medikamente: Keine Statine nach Hirnblutung
Für Patienten, bei denen es im Gehirn zu einer bestimmten Form von Blutung kam, könnten Cholesterinsenker ungeeignet sein
Stockbyte/RYF
Cholesterinsenkende Medikamente, sogenannte Statine, sollten nicht bei Patienten eingesetzt werden, die bereits eine bestimmte Form der Hirnblutung hatten, empfehlen Mediziner der Harvard Medical School im Fachmagazin Archives of Neurology. Bei hohem Blutungsrisiko seien Statine eher gefährlich als nützlich. Die Autoren berufen sich auf ein computergestütztes Entscheidungsmodell, das Vor- und Nachteile der Therapie gegeneinander abwägt.

21.04.2011
Meditation: Abschalten stärkt die Psyche
Beim Meditieren lernen Menschen Achtsamkeit
Thinkstock/Goodshot
Eine auf dem Prinzip der Achtsamkeit beruhende Verhaltenstherapie verhindert einen Rückfall nach depressiven Episoden so gut wie Psychopharmaka. Das zeigt eine in dem Fachmagazin Archives of General Psychiatry veröffentlichte Studie mit 84 Patienten, die sich nach einer medikamentösen Therapie von einer Depression erholt hatten. Ein Teil nahm anschließend an speziellen Gruppenmeditationen teil – 38 Prozent davon erlitten einen Rückfall. Bekamen die Teilnehmer weiter Antidepressiva, betrug die Rückfallquote 46 Prozent.

20.04.2011
Tuberkulose: Krankheit mit langem Atem
Tuberkulose lässt sich heute gut heilen. Entscheidend ist, sie frühzeitig zu erkennen
Stockbyte/RYF
Wer das Wort Tuberkulose hört, denkt unwillkürlich an eine Krankheit aus einer anderen Zeit, hat Sanatorien vor Augen, wie es sie vor 100 Jahren gab, erinnert sich vielleicht an Krankheitswellen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei ist die Tuberkuose noch immer eine der gefährlichsten Krankheiten: Knapp zehn Millionen Menschen starben 2009 weltweit daran.

Beschränkt man sich auf Deutschland, sind die Zahlen weniger dramatisch. 4500 Tuberkulose-Fälle meldete das Robert-Koch-Institut im Jahr 2008. Sterben muss bei uns niemand mehr an der Infektion – wenn sie frühzeitig erkannt wird. „Oft wird die Krankheit aber erst diagnostiziert, wenn sie bereits weit fortgeschritten ist“, sagt Professor Stefan Kaufmann, Direktor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin.
Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit; die Erreger befallen meist die Lunge. Übertragen werden sie durch Tröpfchen in der Atemluft. Laut Weltgesundheitsorganisation haben zwei Milliarden Menschen auf der Welt die Erreger in sich, doch nur bei fünf bis zehn Prozent davon bricht die Krankheit aus. Ein schwaches Immunsystem erhöht das Risiko. Hierzulande betroffen sind besonders Obdachlose und andere, die unter schlechten hygienischen Bedingungen leben. „Es ist immer noch die Krankheit der Armut“, erklärt Kaufmann. Doch auch eine HIV-Infektion, lang anhaltende Stresszustände oder andere Krankheiten steigern das Risiko.
Ein Mensch kann den Erreger jahrzehntelang in sich tragen, bevor die Krankheit schließlich ausbricht – etwa, weil er wegen eines Diabetes geschwächt ist. Beispiel Lungen-Tuberkulose: Bei gesunden Infizierten sind die Bakterien im Atemorgan eingeschlossen. Versagt das Immunsystem, vermehren sich die Erreger explosionsartig. Die Einkapselung platzt, die Lunge wird gesch&